Monalisa TV – LUST auf ein besseres THEATERSTÜCK? – 3.September 2015

Die Marionettenkönigin

„Webcast mit Helga Zepp-LaRouche – 2. September 2015“

Live übertragen am 02.09.2015

Live Webcast mit der BüSo-Bundesvorsitzenden

Der 1.AKT

Die Marionettenkönigin (2005)

Ein Theaterstück in zwei Akten.

128 Seiten in zwei Akten.
Da sind 64 Seiten pro Akte.
Wo sind die?
Monalisa hast Du meine Unterlagen irgendwo gesehen?
Ja, sie sind noch zur Prüfung beim lieben Gott.
Warum dauert es denn nur so lange?
Vielleicht ist seine Uhr auch stehen geblieben.
Wo soll das nur hinführen, wenn jeder macht, wann er was will?
Das kann doch gar nicht jeder.
Wenn Du so weiter machst, schon.
Und? Wäre das so fürchterlich? Die Natur tut es doch auch, und wenn keiner etwas tut, was er nicht will, dann funktioniert das hervorragend. Das Paradies kennt keinen Zwang. Nur Notwendigkeiten.
Du machst es Dir mal wieder sehr einfach. Ein Theaterstück, das will pünktlich anfangen.
Dann fange doch an.
Ohne Text? Ohne Schauspieler?
Das ist doch die hohe Kunst des Theaters. Beschwere Dich nicht, Du wolltest etwas ganz Großes, etwas Gigantisches. Jetzt hast Du es.
Aber hier ist es total Dunkel, Mona….
So hat der liebe Gott einst auch angefangen.

Der Vorhang öffnet sich. Es ist dunkel. Man erkennt so gerade eben noch eine Gestalt, die im Dunkeln in größerer Höhe mit ausgebreiteten Armen zu stehen scheint.

Der Anfang vom Ende

So ein Mist. Was soll ich denn jetzt tun? Hier ist Nichts und Niemand. Und kalt ist es auch. Wie in einem Keller, ach was, Tiefkühlschrank. Scheiße ist das ungemütlich hier. Noch nicht mal Dreck liegt herum, über den man sich ärgern könnte, wenn man ihn denn nur sehen würde. Aber mir hört wahrscheinlich sowieso mal wieder keiner zu. Und diese Langeweile. Die Zeit geht einfach nicht herum. Wen interessiert es. Ist eh keiner da, der sich darüber aufregen würde. … hat da vielleicht gerade jemand gehustet? Nein? … ach, schade. Da! … Da war doch etwas. Oder etwa nicht? Ach … alles ist so schrecklich dunkel und langweilig.

Erschaffe Dir doch eine schönere Welt.

Ach … die große Unsichtbare, wieder! Die Stimme meiner einsamen Nächte. Du kommst und gehst wohl auch wann es Dir gefällt. Gibt es nicht noch jemand anderen hier? Jemanden, der bei einem bleibt. Den man anfassen kann? Den man lieben kann? Es ist so einsam hier.
Dann erschaffe Dir doch Deine eigene Welt.
Aber womit denn, bitteschön? Hier ist doch nichts.
Du musst sie Dir erzaubern.
Zaubern, Zaubern! Ich kann es nicht mehr hören! Ich kann nicht zaubern.
Jeder Gott kann zaubern. Du hast nur keine Lust.
Ha! Wo soll die Lust denn auch herkommen. Hier ist es lausig kalt. Einen Platz an der Sonne stelle ich mir anders vor. Du hast vom Nabel der Welt gesprochen. Aber ich sitze hier garantiert an ihrem Arsch, so finster wie es ist.
Wenn Dir Deine jetzige Aussicht nicht gefällt, dann erschaffe Dir doch eine Andere.
Ach … und wie soll ich das Deiner Meinung nach machen?
Du musst singen und tanzen.
So ein Blödsinn. Das sagt sie jetzt schon die ganze Zeit. Diese gemeine, hinterhältige Hexe. Wie konnte ich ihr nur so blind ins Netz gehen! Habe eigentlich nur mal kurz vorbei schauen wollen. Mal Hallo sagen, nach der langen Zeit. Aber diese süße kleine Hummel, die hat sich in all den Jahren offensichtlich in eine sadistische Spinne verwandelt.

Schweigen.

Guter Gott, ist mir langweilig. Und den Zuschauern glaube ich langsam auch.
Zuschauer? Sind denn welche da?
Ganz viele sogar.
Ich sehe Nichts. Wo sind sie denn?
Die sitzen hier neben mir und warten.
Worauf?
Auf ihren neuen Gott.
Und was wollen sie von ihm?
Das er singt und tanzt.
Na, dann warte ich am Besten auch auf IHN.
Da kannst Du aber lange warten. Kennst Du nicht das Gebot? „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“. Du bist der Chef im Universum, und wir sehen im Moment genauso wenig wie Du. Vielleicht machst Du aber ja wenigstens mal das Licht an. Ich finde es auch ziemlich kalt hier.
Und das kleine Wort „Bitte“ kennst Du wohl nicht.
Worte sind flüchtig, Schall und Rauch. Erschaffe etwas, das nicht verfliegt. Etwas Bleibendes. Unwiderrufliches. Etwas Ewiges. Etwas um das man Bitten kann.
Und wie soll ich das Bitteschön tun? Du Superschlaue? Mit leeren Händen vielleicht?
Sie sind nicht angenagelt, sondern beweglich. Also: Mach was draus. Du hast nicht ewig Zeit.
Zeit! Zeit! Zeit! … Was ist das? He! Du Hexe! Sag mir das bitte einmal! Zeit? Hier? Hier gibt es keine Zeit. Hier ist einfach nur noch … Nichts.
Woher willst Du das wissen?
Das sieht man doch. Und außerdem hat das der Einstein gesagt.
Ein Stein? Ein Stein hat zu Dir gesprochen? Na, aber, das ist doch schon mal was! Guter Gott! Ein Stein! Und Du sagst Du könntest nicht zaubern! Einen Stein zum erweichen zu bringen ist schon schwer, aber ihn zum Sprechen zu bringen, das ist doch schon eine großartige Leistung, das ist geradezu fantastisch. Du bist ein großer Zauberer, ich sage es ja.
Da sieht man mal wieder, wie dumm Frauen sind. Denken immer gleich an Steine, Klunker und all den bunten Firlefanz. Ich hingegen, ich sprach gerade von einem Genie. Der große Albert Einstein hat die Welt erklärt. Und Einstein ist einer der Größten, ach, der bei Weitem bedeutendste Physiker weit und breit.
Und der hat behauptet, im Raum sei Nichts drin?
Einstein spricht von Raumzeit, und diese Raumzeit war immer schon da, sie ist so wie sie ist, und sie wird auch so bleiben. Die Welt ist unendlich und existiert ewig.
Ach ja? Dann frage ich mich, wie SEIN Gott ein Universum erschaffen konnte. Sonne, Mond und Sterne, die Planeten, die Galaxien. Wo soll das denn alles hergekommen sein? Das kann der sich doch nur ausgedacht haben. Wenn vorher nichts war, und plötzlich alles da ist. Und … ist das nicht das Gleiche wie zaubern? Simsalabim, die Welt ist da? Ich habe intensiv darüber nachgedacht, und sage Dir, das mit dem leeren Raum, das stimmt nicht. Entweder wir sind alle nur geträumt, oder in dem Raum ist etwas drin. Er kann gar nicht leer sein. Aus irgend etwas muss sich die Materie schließlich gebildet haben. Du musst dich bewegen, singen und tanzen, dann siehst Du es auch. Versuche es. Vorher lasse ich Dich nicht wieder frei. Schließlich bin ich überglücklich Dich endlich hier zu haben.

Und Gott denkt nach. Dann sagt er etwas genervt:

Also gut. Ich werde tun was Du sagst. Es wird nichts bringen, aber Du wirst wohl vorher keine Ruhe geben.

Kurz Pause, dann spricht Gott die Worte:

ES WERDE LICHT!

Ein Spot richtet sich auf ihn. Der Gott schaut an sich herunter und er erkennt sich selbst.

Ha, na so etwas! Ich sehe etwas! Was ist das? Bin ich das? Hab ich das tatsächlich gemacht?

Er ist überrascht und untersucht sich gründlich. Er streichelt über seine Haut. Er ist nackt.

Und es ist auch gleich viel Wärmer. Wo kommt dieses Licht nur plötzlich her?

Er schaut sich um und ruft in den Raum. Wasserklangbilder zeichnen sich ab. Er ruft erneut. Er hält die Hand an sein Ohr und lauscht. Leise Musik wird hörbar. (zarte Sphärenklänge gehen über in z.B. Pease to meet You) Und Gott klatscht begeistert zu diesem Rhythmus. Dieses Klatschen wird zusammen mit der Musik auf der Hintergrundwand als Wasserklangbild sichtbar. Gott ruft in den Raum. Er feuert sich selbst an, er hat Spaß, er klatscht in die Hände … plötzlich bricht die Musik schlagartig ab, und es ist wieder dunkel.

Oh … warum machst Du die Musik aus? Und wo ist das Licht?
Was gibst Du mir dafür?
Ich habe nichts, wie Du ja weißt. Du hast mir schließlich mein letztes Hemd weg genommen!
Tja, dann wirst Du wohl singen und tanzen müssen!
Du bist eine gemeine Hexe!
Und Du bist der liebe Gott, ich weiß. Und darum hältst Du auch die Fäden in der Hand. Es ist Deine Welt. Und ICH lege sie Dir zu Füßen. Mach was draus.
Von wegen, Fäden in der Hand! Gefesselt hast Du mich damit! Sag, warum bist Du nur so hart zu mir?
Du warst auch hart zu mir, Geliebter.
Und das hier ist die Strafe, die Du Dir in all den Jahren für mich ausgedacht hast?
Der Gedanke daran hat mich regelrecht am Leben erhalten.

Wieder herrscht Dunkelheit.

Eh! Wo bist Du? Warum sagst Du nichts mehr? Monalisa? Bist Du noch da?

Keine Antwort. Gott beginnt an den Fäden zu zerren. Er versucht sich aus der Fesselung zu befreien.

Ahh … Diese  hinterhältige Ziege! Diese dumme Kuh! Diese Schampe! Du gemeine Hexe! Du Hure! Wenn ich Dich in die Finger kriege! Ich werde Dich grün und blau schlagen! Ich bring Dich um! Ich bring Dich um!

Ein Mann betritt die Bühne. Er ist nicht zu sehen. Seine Schritte sind jedoch gut zu hören.

Was brüllst Du hier so herum? Wen willst Du umbringen?
Satan? Bist Du es? Oh, Bruderherz, siehst Du was SIE mit mir gemacht hat? Diese Hexe? Oh … ich könnte sie Vierteilen! Es ist so dunkel hier. Doch, Moment mal … warum läufst Du denn noch frei herum?
Ich war halt etwas vorsichtiger als Du, und bin IHR nicht ins Netz gegangen.
Du hast ihr geholfen, gib es zu. Das sähe Dir wirklich ähnlich.
Ich habe sie so oft gestört, wie ich nur konnte, da kannst Du ganz sicher sein. Du bist wirklich der Allerletzte, den ich in IHREN Fängen sehen will. Aber ich konnte es nicht verhindern. Jetzt ist es passiert.
Was ist passiert?
Nun, SIE hat Dich da, wo SIE Dich haben wollte.
Und was will sie von mir, weißt Du das auch?
Sie will, das Du Himmel und Hölle in Bewegung setzt. Sie sagt, jetzt sei alles anders herum. Das Ei hätte sich gedreht und so einen Quatsch. Sie sagt, dass sie ihr eigenes Universum haben will.
Sie will ein eigenes Universum? Warum macht sie es sich dann nicht selbst? Ein eigenes Universum! Die spinnt doch, die Frau!
Das habe ich ihr auch gesagt. Aber sie ist sehr störrisch und kann ziemlich unangenehm werden, wenn sie ihren Willen nicht bekommt.
Satan? Höre, binde mich hier los. Ja? Ich gebe Dir auch was Du willst. Los, sag, was wünschst Du Dir?
Wenn ich Dich da runter hole, dann wird sie mich nicht nur verfluchen. Nein,  mein Guter, ich habe gesehen, was sie allein mit einem Feuerzeug in der Hand anrichten kann, nur weil ich sie ein bisschen geärgert habe. Ne, ne, ich halte mich da ganz raus. Tut mir leid. Es ist schon schlimm genug, das Du tatsächlich hier aufgetaucht bist. Das hat ihr keiner geglaubt. Niemand hat gedacht, das sie das schafft. Andererseits, wir hätten gewarnt sein sollen. Alle. Sie ist einfach nicht von ihrem Ziel abzubringen. Glaube mir, nicht nur ich habe sie eingenebelt, zugesülzt und angegraben wie ein Irrer, ich habe sie sogar geschlagen, aber sie ist nicht zu brechen. Wahrscheinlich ist sie naturbreit. Anders kann ich mir das einfach nicht mehr erklären. Gegen ihren Wahnsinn ist einfach kein Kraut gewachsen.
Du hast sie geschlagen? Eine Göttin?
Was regst Du Dich darüber auf? Du wolltest sie gerade eben noch umbringen. Da, sie kommt zurück, ich verschwinde besser. Machs das beste draus, Alter! War schön Dich mal wieder gesehen zu haben.

Und Satan verlässt die immer noch dunkle Bühne, und Gott bleibt allein zurück.

Eh! Wo bist Du? Geh doch nicht gleich wieder … so ein Mist aber auch!
Und, hast du schon fleißig geübt?
Du schon wieder! Hol mich endlich hier herunter! Ich finde das langsam gar nicht mehr witzig! Hörst Du?
Ich finde Deine Vorstellung auch nicht sehr komisch. Stell Dich nicht so an und fang endlich an.
Aber, was soll ich denn tun? Monalisa, bitte, höre, ich kenne da einen sehr guten Arzt … Ahhhh … au, sag mal spinnst Du?
Ich kenne auch einen guten Arzt. Aber jetzt mal Spaß beiseite, Liebster, Du solltest Deine Zuschauer nicht länger so auf die Folter spannen. Wir wollen jetzt endlich was sehen.
Ich fasse es nicht! Wer wird hier denn gerade gefoltert?
Lieber Gott,  Du hast nicht ewig Zeit.
Ich hasse dich!
Na, das ist doch schon mal ein Anfang. Hauptsache ich bin Dir nicht mehr gleichgültig. Das kann ich wirklich nicht mehr ertragen.
Monalisa, bitte, was habe ich Dir denn nur so Schlimmes getan, das Du mich so behandelst, und das vor all den Leuten.
Was will ich denn schon? Du hast doch schon mal eine Welt erschaffen. Für Deine alte Freundin wirst Du diese Sache doch wohl noch mal machen können. Sieben Tage, was ist das schon? Und einer davon ist auch noch ein Sonntag.
Du willst mich 7 Tage hier hängen lassen? So grausam waren ja noch nicht einmal die Römer zu mir. Und Du willst eine Göttin der Liebe sein? Ein Teufel bist Du! Eine Hexe! Und außerdem, das ist doch alles schon so lange her! Was weiß ich denn, was ich damals gemacht habe.
Ja, ja, schimpf Du nur. Das geht alles von Deiner Zeit ab.

Schweigen.

Monalisa?
Ja.
Liebst Du mich?
Ich liebe dich.
Und … erklärst Du mir das noch mal mit dem Licht?
Ja, Geliebter. Gerne und immer wieder: Das Licht ist im Raum. Es ist überall. Es ist unsichtbar, aber es ist da. Jeder Qubikzentimeter ist voll davon. Es ist ein Kristall. Und so wie Du das Eis erwärmst und Wasser erhältst, so musst Du das gefrorene Licht durch Deine Kraft in Bewegung versetzen. Erleuchte die Welt. Zieh an den Fäden und spiele mit dem Licht, Du wirst sehen, mit ein bisschen Übung geht das bald schon wie von selbst.

Die Lebenslüge

Wie habe ich das damals nur gemacht?
Eine Welt aus dem Nichts.
Ich erinnere mich nicht,
war es doch tief in der Nacht.

War es Traum oder Wahr,
als am Morgen der Tag da war?
Wie habe ich es damals nur gemacht,
dass ein Universum entstand in nur einer Nacht?

Auf den Projektionswänden wird ein Sternenregen sichtbar, der aus einen Punkt herausfließt. (z.B. Brian Eno; W M P)

Was geschah in dieser Nacht,
als ich SIE zur Frau gemacht?
Was geschah in dieser Nacht,
als der Mann in mir erwacht?

Ich ritt auf einem weißen Pferd,
hinein in IHRE Götterwelt.
Sie sagte mir, das sie mich liebt,
und das sie keine Kinder kriegt.

Diese Liebe hat kein Kind gebracht,
denn IHR Universum entstand in dieser Nacht.

Auf der Projektionsfläche erscheinen Fotos, viele, hintereinander. Alle zeigen Bilder der Kindheit, Jugend, Klatschmohn … Feuerwerk … Silvester, Detonationsgeräusche … Bilder von jungen Soldaten. Krieg! (Brian Eno, Titel 11 mit WMP)

Der junge Gott zupft an den Seiten des Netzes, die Musik klingt aus, nur sein Zupfen wird noch visualisiert. Bis auch er damit aufhört.

Ruhe. Die hintere Projektionswand wird hochgezogen. Zwei große Schlagzeuge, 2 E-Gitarren, ein Bass, Keybord, Gesangsanlage etc.) wird sichtbar.

Live auftritt der Höllenhunde. Projektion von Fotos gemischt mit WMPs, erzählende Bilder, Kleine Videoausschnitte u.s.w.

Die Bühne wird hell erleuchtet und der junge Gott hängt nach wie vor gefesselt in dem Netzt, das jetzt in all seiner ganzen Größe sichtbar wird. Es durchzieht den gesamten Raum, auch den der Zuschauer. Sie sind in die gesamte Bühnengestaltung integriert. Einzelne Plattformen im Raum werden sichtbar. Auf einer Plattform steht die Sonnengöttin im dem silbernen Kleid. Sie ist in strahlendes Licht getaucht und dramatisch in Szene gesetzt. Sie ist die Herrscherin. Sie ist Monalisa II. Sie hat ein Mikrofon in der Hand.

Die Höllenhunde warten auf ihren Einsatz.

Der junge Gott schaut sie an.

Eine Melodie wird hörbar: Hey Man, dont look … Nelly Furtado

Geliebter, nun schau mich nicht so böse an.
Ich habe es nicht gern getan.
Du hängst in Deinem eigenen Netz,
ich habe es nur ausgestreckt.
Es war in dieser Kiste drin,
ich wusste es auch nicht, bis vorhin.

Es war ein Zettel dran gebunden:
Öffnen, bitte, in zwei Stunden.
Du warst nicht da, ich wollt Dich noch fragen,
doch Du warst verreist, und das schon seit Tagen.

Ich wusste nicht mehr ein noch aus,
da nahm ich das Bündel halt heraus,
Und dann geschah das Wunder,
Du hingst plötzlich darin, wie eine Flunder.

Ach Du armes Unschuldslamm,
das kannst Du erzählen einem anderen Mann.
Ich glaube Dir kein einziges Wort.
Was Du hier machst ist glatter Mord.

Den will ich doch gerade verhüten.
Schau in die Welt, es ist von Nöten.
10 000 Jahre sind nun vorbei.
Es hat sich gedreht das goldene Ei.

Die Sonne ist wieder aufgewacht,
SIE weiß, es war eine lange Nacht.
Sehr viel Unrecht ist geschehen,
Viele haben nur noch Ihren Beutel gesehen.

Dunkles konnte sich weit verbreiten,
wir brauchen darüber nicht zu streiten.
Doch wenn wir diesmal nicht gemeinsam handeln,
wird sich die Welt wieder einmal in eine Hölle verwandeln.
Es geht hier ist nicht nur meine Welt.
Die Lage ist so, dass jeder zählt.
Ich stehe zu meiner Verantwortung,
und deshalb halte ich nicht mehr den Mund.

Das Sonnensystem ist Fremdbesetzt,
dies hat die Große Mutter schwer verletzt.
Sie ist davon tödlich betroffen,
ihre Wunden stehen alle offen.

Das Blut des Lebens fließt heraus,
lange hält sie es nicht mehr aus.
Sie wird sterben, und Du bist ihr Sohn,
verzeih ihr, und besteige den Thron.

Ich will nicht, nein, ich weigere mich!
Ich verzeih ihr, aber den Thron, den will ich nicht.
Ich habe meine eigene kleine Welt,
in der bin ich mein eigener Held.

Ich habe die Scheiße nicht angefangen,
sie ließ sich ein mit diesen Mannen.
Ich habe ihr damals schon gesagt,
dass ich diese Verantwortung nicht mag.

Ich will sein mein eigener Herr,
und als König ist das nun mal sehr schwer.

Es tut mir leid, doch so geht das nicht.
Als König stehst Du in der Pflicht,
ob Du dies nun willst oder nicht.
Die Welt hat ein Überlebensrecht.
Doch sie ist bedroht durch das Geflecht,
das entfesselte ein dumme Knecht.

Das Sonnensystem ist angegriffen,
sie kommen bald mit großen Schiffen.
Sie werden alles überrennen,
wir werden um unser Leben rennen.
Sie wollen uns zu Sklaven machen,
und uns verfüttern an den Drachen.

Entschuldige bitte, aber das ist nicht zum Lachen.
Witze werde ich ein anderes mal machen.
Jetzt geht es mir um eine ganz bestimmte Sache.
Ich suche den Frieden und keine Rache.
Ich suchte den Grund für diese Wut,
und das hat zu tun mit diesem Schuh.

Die Göttin hält einen großen silbernen Astronautenstiefel in der Hand und hebt ihn in die Höhe.

Dies ist der Schuh der Begeisterung,
den Einer einst trug mit Verantwortung.
Ein netter Kerl, doch mit nur wenig Verstand,
betrat damit einst unser Land.
500 000 Jahre ist das her,
als er kam mit seinem Heer.

Er war ein Offizier einer Expedition,
doch er ging verloren, die anderen flogen ohne ihn davon.
Ein junges Mädchen hatte ihn entdeckt,
und hat ihn bei sich zu Hause versteckt.
Sie lebte mit ihrem Volk tief unter der Erde,
denn Oben regierte eine gefräßige Herde.

Dinosaurier erschütterten das Land,
bis das Drama durch einen Stein sein Ende fand,
und die Dinos endlich verendeten im ganzen Land.
Der junge Offizier jedoch hatte ein Problem.
Er konnte nicht in die Sonne gehen.
Er hatte wohl ein psychisches Problem.

Obwohl der Junge nicht ganz gescheit,
er war vielleicht auch dauerbreit,
hatte er doch allerhand auf dem Kasten,
und einen Grund zutiefst zu hassen.
Jemand hatte ihm sehr weh getan,
und ihn gemacht zum gefickten Mann.

Die Vergewaltigung war für die anderen ein Spaß,
den der Junge jedoch nie vergaß.
Und so tat er den Frevel auch anderen an,
er wurde zu einem sehr brutalen Mann.
Er hasste die Menschen dieser Welt,
er wollte Rache, und so erfand er das Geld.

Damit schlug er 7 Fliegen mit einer Klappe,
und wir alle saßen in einer unsichtbaren Falle.
Wir verstanden einfach zu wenig davon,
wir hörten nur, da gibt es Lohn.
Das war neu auf dieser Welt,
hier kannte man gar kein Geld.

Der eigene Beutel füllte sich,
und das Verursachte ein Ungleichgewicht,
das kommende Unglück jedoch sah man nicht.
Die Waage war manipuliert,
man hatte sie heimlich umjustiert.
Ich selbst hab es auch nicht gleich kapiert.

Ich weiß, Du warntest vor der Gefahr,
du hattest erkannt den falschen Zar.
Du nanntest ihn einen albernen Narr,
der ja doch nur noch besoffen war.
Aber Deine Familie wollte nicht hören,
sie ließ sich von diesem Teufel betören.

Du warfst das Handtuch und flogst davon,
wolltest nicht mehr sein, der Sonne ein Sohn.
Was dann folgte, das kanntest Du schon.
Das Geld fraß sich durch die Seelen der Menschen,
bis sie sich selbst für ein Goldstück hielten,
und damit ihren eigenen Untergang betrieben.

Auch ich wollte nicht in so einem Chaos leben,
drum verließ ich das Land in Richtung Süden.
Du warst in den Norden gegangen,
und es dauerte lange, bis wir uns wiederfanden.
Jeder suchte nach einer besseren Welt,
einer, in der das Geld nicht zählt.

Doch das ganze System ist davon durchsetzt,
es gibt kaum noch einen freien Fleck,
überall wird genährt des Teufels Speck.
Die Nematoden haben zugeschlagen,
sie wollen unter sich verteilen den Braten.
Und darum kommen sie mit vielen Soldaten.

Und wenn sie erst gedroht mit der Bombe,
dann schlägt ihre große Stunde.
Dann werden wir zu ihren Sklaven,
dann hat der Mensch nichts mehr zu sagen.
Wir werden die Beute in ihre Raumschiffe tragen,
wir werden fremdbestimmt sein, mit leerem Magen.

Die dumme Geschichte wirft einen langen Schatten
sie machte den Jungen zu einem bösen Drachen,
der nicht mehr will, das wir noch lachen.
Er will uns einfach nur noch vernichten,
der Hass in ihm, ist nie mehr gewichen,
und auf Rache wird er nicht verzichten.

Auf die linke Nebenbühne wird ein Spot gelenkt. Dort sitzt ein alter Mann, der sich kaum noch auf seinen Beinen halten kann:

Was redet diese Hexe für eine Scheiße!
Wenn ich mir nicht gleich die Haare ausreiße!
So ein Schwachsinn ist kaum zu fassen!
Warum fangt ihr nicht an, darüber zu lachen?
Diese ganze Geschichte ist von vorne bis hinten erlogen,
das Geld ist doch nicht die Rache eines Idioten!

Diese dumme Kuh trägt doch viel zu große Schuh!
Wer hört der Irren überhaupt noch zu?
Die Sonne ist ein heißer Stern,
dort verbrennt selbst härtester Stein.
Und dort soll eine Mutter leben,
und an des Gottes Mantel weben?

Das ich nicht lache!
Und der Fremde ein gemeiner Drache?
Wer hat schon je gehört von so einer Sache!
Ich glaube ihr kein einziges Wort!
Eine Welt ohne Geld?
Das ist ein Märchen, von einer Irren erzählt.

Ja, ja, ich weiß, ihr wollt diese Geschichte nicht hören,
doch daran werde ich mich nicht mehr stören.
Ich weiß das die Geldbeschaffer in Nöten sind,
denn vor ihrer Tür weht ein eisiger Wind.
Denn die Mutter des Jungen ist schwer erzürnt,
und jetzt ist sie herangestürmt.

Sie will ihren verlorenen Sohn wiedersehen,
ohne ihn wird sie nicht nach Hause gehen.
Sie steht mit ihrer Armada hinter dem Mars,
sie ist in Rage und voller Hass,
und sie fühlt sich von uns total verarscht.
Wo ist ihr geliebter Sohn?

Sie waren verabredet, vor vielen tausend Jahren schon.
Er soll doch übernehmen ihren Königsthron.
Damals, als er verschwand in einer anderen Dimension,
zusammen mit der ganzen Division.
Es war ein Irrtum, das wusste sie schon.
Doch, keiner wusste, wohin das Schiff verloren ging.

Und keiner wusste von dem sich drehenden Ring,
den der Junge erkannt, als lebendigen String.
Die Mannschaft war zunächst geschockt,
als sie durchflogen das Schwarze Loch.
Nur einer, der freute sich sehr,
es war der junge Offizier.

Er war der Sohn der Königin,
er hatte gedreht am magischen Ring.
Und auf des Universums anderer Seite,
gab es noch jemanden, den das sehr freute.
Es war der Nematode unter seinem Schuh,
der sich verbreitete bei uns im Nu.

Als Wurm getarnt hat er sich eingezeckt,
und das hat die Götter aufgeschreckt.
Einige ließen alles stehen und liegen,
andere wollten die Gefahr zunächst noch nicht sehen.
Doch das harmonische Gleichgewicht war zutiefst gestört.
Geld im Paradies? Nicht wenige hat dieser Gedanke betört.

Sie haben den Sohn der Königin bei sich aufgenommen,
und dafür von ihm Geld bekommen.
Doch, damit sie dafür auch etwas kaufen konnten,
mussten sie andere von den Vorteilen überzeugen,
und sie installierten das sogenannte Scheeballsystem,
bei dem sich alle immer nur als Sieger sehen.

Ich weiß, es ist nur schwer zu glauben,
man muss es wohl mit eigenen Augen schauen,
und auch dann ist es nur schwer zu verdauen.
Doch hat man einmal durchgeblickt,
dann erkennt man den perfiden Trick,
der uns in die Katastrophe schickt.

 

Die Höllenhunde interpretieren das Thema musikalisch. Die Sonnengöttin schreitet während sie spricht, über einen Steg (Hängebrücke, Seile) auf die Bühne. Sie steht jetzt genau vor dem in der Luft hängenden Gott. Die Musik verklingt. Sie zupft an einem Seil, das in den Boden geht.  Die Höllenhunde verschwinden wieder hinter der Projektionswand. Sie Zupft erneut. Das Zupfen löst einen Ton aus. (Prinzip E-Drum) Dieser Ton wird als String auf der hinteren Wand sichtbar.

Was ist das?

Das ist ein Ton. Ein Sting. Eine Bewegung im Raum.

Und daraus ist die Welt gemacht?

Alles sieht in seinem innersten Kern,
genauso aus wie dieser kleine Stern.
Der Ton machte die Musik,
manifestiert im selben Augenblick.
Der String, der kleine sich drehender Ring,
dann auch sogleich auf Reisen ging.

Alles Sein ist eine Bewegung im großen Meer des Lichts,
das hier überall im Raum gefroren ist.
Der String, ein offener oder geschlossener Ring,
… und am Ende, ich selber einer bin.

Diesen kleinen Kinderring schenkte ich Dir in jener Nacht,
er hat Dich zu einem Mann gemacht.
Du gabst mir dafür Deinen String,
so dass ich zur Frau geworden bin.

Und legen wir die Ringe wieder zusammen,
und nicht weniger werde ich verlangen,
und zwar übereinander und ganz nah,
dann werden sie zum Cooper-Paar.

Und wenn wir dann drehen an dem Ring,
den einen links, den anderen rechts herum,
dann werden sie zu einem Doppelstring,
den ich ein Bombini nenn.

Mann und Frau vereint zum String,
erschaffen einen magischen Ring,
solange sie zusammen sind.
Als Paar sind sie sehr geschwind.

Und ihr Rücklicht leuchtet hell,
beide schöpfen aus dem Quell,
dem großen Meer des einen Lichts,
das hier überall gefroren ist.

Ihre Worte werden durch WMP (Corelli, Albinoni … Mozart, Bach) auf die Wände projiziert. Eine Symphonie des Lichts …

Der junge Gott spricht als erster:

Das sieht wirklich sehr schön aus.
Das Leben ist schön!
Du bist auch sehr schön.
Dankeschön. Du bist auch ganz nach meinem Geschmack.
Du hast mich wohl zum Fressen gern.
Ich hoffe, es geht Dir mit mir genauso..
Ich bin kein Vegetarier, Monalisa.
Ich sehe das auch nicht so streng. Ich esse Licht.
Aha, ein Lichtarier, auch nicht schlecht.
Alles ist Licht, Geliebter. Meine Speisekarte ist also sehr abwechslungsreich.

Und Monalisa nimmt den Karton, aus dem sich angeblich das große Netz entfaltet hatte. Sie öffnet ihn und entnimmt ihm ein langes rotes Seil.

Ich habe hier noch ein Seil. Auch hier hängt ein kleiner Zettel dran…

Gib IHM das eine Ende,
nur pass auf, das er Dich nicht frisst.
Alles Liebe, Deine Isis.

Isis? Die ISS international Systems? Die Firma kenne ich doch. Diese Hunde, haben die Dir etwa das Netz geschickt?
Isis, mein Geliebter, Isis ist eine Freundin von mir. Eine Leidensgenossin, sozusagen. Wir teilen ein ähnliches Schicksal. Auch sie verliebte und schenkte sich einem jungen Gott. Auch er lies sie viele Jahre allein und, manchmal denke ich, ihr Schicksal könnte nicht schwerer sein. Wir sind uns immer schon sehr verbunden gewesen, doch gerade jetzt, jetzt in diesem Moment wird sie hoffentlich bei mir sein. Sie ist mein guter Geist, mein Engel, meine Freundin. Ich vertraue ihr zutiefst, auch wenn ich sie nicht mit meinen eigenen Augen sehen kann.
Sie ist gestorben? Ich denke, es gibt keinen Tod.
Mord. Ein Familiendrama … Ihr ältester Sohn hat sie umgebracht.
Wie schrecklich! Wie konnte denn nur so etwas fürchterliches passieren. Ein Sohn der seine Mutter umbringt. Wie wider die Natur!
Ein Klavier ist zu hören und Monalisa spricht:

Isis war eine Königin der alten Welt
und als Große Mutter sehr verehrt.
Ihr Land war fruchtbar und gut regiert,
bis ein Knecht sie begehrt.

Er war erst vor kurzem eingestellt,
als Gärtner hatte er sich vorgestellt.
Als Hirte wurde er bestellt.
Einfach und klein war seine Welt.

Doch als er die Göttin sah,
verliebte sich dieser einsame Narr.
Er stellte ihr nach, er wurde verschmäht,
er litt, und er wurde unverschämt.

Sie gab ihm einen Tritt, sie warf ihn aus dem Haus,
doch zuvor teilte sie ihm noch eine Backpfeife aus.
Sie rief ihm etwas hinterher,
doch das hörte er schon nicht mehr.

Von da an irrte dieser Knecht,
nirgendwo gab man ihm Recht,
alle waren gegen ihn,
nur einer, der hielt zu ihm.

Von nun an hatte Isis einen Feind,
der sogar heute noch böse greint.
Er hat die Backpfeife nie verwunden,
er hat sie gepflegt, seine kleinen Wunden.

Der Hass zerfraß ihm bald das Herz,
übrig blieb ein dumpfer Schmerz.
Der Kerl, der damals zu ihm hielt,
verfolgte jedoch sein eigenes Ziel.

Er tröstete den gekränkten Mann,
und sagte ihn, das er vielleicht etwas tun kann.
Und so nahm der Knecht ihn mit nach Haus,
und zog ihm auch die Schuhe aus.

(Tempoänderung, die Musik der Höllenhunde setzt ein. Arrested developement)

Isis erzählte ihrem Mann von diesem Vorfall,
doch der fand gar nichts dabei.
Er nahm die Sache nicht so ernst,
der Knecht käme halt von einem anderen Stern.

Toleranz und Gastfreundschaft,
auch gegenüber der Marsianerschaft
er bat sie um Verständnis für ihre Sitten und Gebräuche,
es wären halt etwas komische Leute.

Dem Knecht war diese Milde Recht,
und so öffnete sich das Geflecht.
Das Sonnennetz bekam einen winzigen Riss,
der mittlerweile gigantisch angewachsen ist.

Das Netz der Liebe und des Lichts,
es bekam ein anderes Gesicht.

Und es geschah das Ungeheuerliche,
der Knecht und der andere Mann,
kamen in der Nacht heran.
Sie hatten sich ins Schloss geschlichen,
und dem Gott das Herz herausgerissen,
sie haben ihn in 14 Stücke zerrissen,
und sogar in sein Geschlechtsteil gebissen.

Die Kastrationsangst hat hierin ihren Grund,
und sie verwandelte den Toten in einen Hund.
Der leckt IHN darum täglich sauber,
und hat große Angst vor einem Räuber.

Die übrigen Leichenteile verteilten sie über die ganze Erde,
auf das er nie wieder zurück fände zu seiner Herde.
Seine Frau vergewaltigten sie viele male,
Sie lag gefesselt auf einer Bahre.

Sie wurde mehrmals durchgefickt,
sie verlor das Bewusstein, sie fühlte es nicht.
Neun Monate später gebar sie ein Kind,
dem ein schweres Schicksal war bestimmt.

Die Marsianer übernahmen die Macht,
sie herrschten über Tag und in der Nacht.
Sie zeigten ihre ganze Kraft,
und sie haben dadurch ein riesiges Chaos erschafft.

Sie suchten nach dem einen Ring,
durch dessen Mitte man einfach ging,
durch den man auf die andere Seite kam,
wo der Reiche wurde Arm.

In die verkehrte, parallele Welt,
in der alles anders wird gezählt.
Alles ist dort verkehrt herum,
alles erfährt eine Spiegelung.

Der Schwarze Offizier wollte endlich nach Haus.
Der Knecht zog ihm die Schuhe aus.
Leider ging die Sache schief,
ein Sintflut kündigte sich an mit einem Tief.

Atlantis hieß die versunkene Welt,
verschluckt, auf ewig verloren,
untergegangen in den Fluten,
so hörten diese Geschichte die überlebenden Goten.

Die Marsianer wollten durch das Sternentor,
sie stellten an den Magnetfeldgenerator,
die Spannung stieg, es kam zum Blitz,
und aus der Reise wurde nichts.

Stattdessen bildete sich ein Wirbelwind,
der alles mit sich riss und dem nichts entkam,
danach waren alle Menschen arm.
Und, Geliebter, jetzt haben sie es schon wieder getan.

Gestern erst hat Katharina die Große getobt,
letztes Jahr, geschah es tief im Meer vor Afrika.
Es sind Test mit der Superbombe,
Millionen Menschen hat sie schon auf ihrem Konto.

Wiedereinmal schreit der alte Mann auf:

Was redet sie da wieder nur?
Das war doch nur ein Hurrikan,
und auch der Zumami, der war normal.
So etwas passiert doch überall.
Die Natur schlägt nun mal zurück,
wer auf sie vertraut, hat halt kein Glück.
Gegen solche Kräfte sind wir machtlos,
in der Natur ist nun mal der Teufel los.

Oh … da haben Sie ganz recht, Herr Specht,
doch diesen Teufel, den reitet leider ein Knecht.

Ruhe.

Monalisa schaut ins Publikum, dann wendet sie sich wieder an ihren Gott.

Was mache ich nun mit dem roten Seil?
Wirst Du es fangen, wenn ich es schieße mit einem Pfeil?

Und Monalisa nimmt einen goldenen, geflügelten Bogen in die rechte Hand und spannt den goldenen Pfeil ein, der an dem roten Faden befestigt ist.

Kannst Du denn überhaupt mit so einem Gerät umgehen?
Ich mache selten etwas zweimal.
Wie bitte!? Du hast nicht geübt?
Wann denn? Ich habe das Paket doch vorhin erst aufgemacht. Pfeil und Bogen lagen bei dem Seil.
Ich fasse es nicht! Und was ist, wenn Du daneben zielst?
So etwas passiert mir selten, eigentlich nie.
Oh … höre, Du Wahnsinnige, Du Verrückte, bitte, ich zerfall noch in 14 Stücke.
Ein bisschen Vertrauen solltest Du in mich schon haben.
Vertrauen? Beim ersten Mal?
Gerade dann, mein Geliebter.

Oh Geliebte, bitte, ich bitte, verzeih mir.
Bitte, bitte verzeih mir.
Aber schieße nicht.
Lege den Pfeil wieder weg,
ich schicke Dir auch einen Amor,
einen dieser kleinen Engel mit viel Babyspeck.

Und ein kleiner, geflügelter Engel taucht auf (Hängt an einem Seil) und die Göttin schaut die Putte an:

Kannst Du denn schießen, kleiner Mann?
Du wirst Dich wundern, wie gut ich das kann!
Aha, hast Du denn viel geübt?
Ich habe getroffen bisher zwei Stück.
Aha, und wen, wenn ich fragen darf?
Betriebsgeheimnis.
Aha. Und wer prüft Deine Trefferquote?
Meine Akte liegt noch beim lieben Gott.
Nun, was soll’s, ein bisschen Glück liegt ja in Allem. Dann schieße Du von mir aus den Pfeil, schließlich bist Du sein Engelchen. Wenn er Dir vertraut, dann werde ich es auch tun.

Jetzt wurde der junge Gott offensichtlich sehr nervös:

Ach Monalisa, willst Du mir nicht vielleicht das Seil besser zuwerfen, oder noch besser, komm doch zu mir hoch.
Du hast kein Vertrauen in Dein eigenes Werk?
Hast Du etwa Angst, ich fresse Dich?

Die hintere Wand hat sich wieder gehoben, die Höllenhunde sind in voller Besetzung angetreten. Ein Chor aus drei Sängerinnen ist dabei. Sie symbolisieren in ihren Kostümen: Die Weisheit, die Fruchtbarkeit und die Schönheit. Sie kommen auf die Bühne. Der Schwarze Engel schaltet den Marschall ein. Es herrscht gespannte Ruhe. Alle schauen zu der Band. Und dann legt der Gitarrist los, der Chor summt sich ein, das Schlagzeug gibt den Takt vor.

Die Liebe ist ein Spiel. Ein Liebesspiel …

Und die Weisheit singt:
Ich glaube an die Kraft der Liebe,
nur sie hat wahre Macht,
nur sie hat die Kraft,
die aus Träumen Wunder macht.

Die Fruchtbarkeit singt:
Ich glaube an die Kraft der Liebe,
nur sie hat wirkliche Macht,
nur sie fördert den Saft,
der aus Leben, Leben schafft.

Die Schönheit singt:
Ich glaube an die Kraft der Liebe,
nur sie hat die Wunderkraft,
nur sie verleiht die Macht,
die Liebe lebendig macht.

Und der Schwarze Engel singt:
Ich glaube an sie Kraft der Liebe,
nur sie hat die Marschallkraft,
nur sie erreicht die Kraft,
die Liebe leidenschaftlich macht.

Die Liebe ist ein Spiel, ein Liebesspiel …

 

Monalisa wechselt schnell ihr Kostüm. Als sie wieder auf der Bühne erscheint trägt sie eine enge schwarze Hose und ein weißes Hemd. In der Hand hält sie das rote Seil. Sie ist barfuss. Außerdem hat sie noch ein Kleiderbündel dabei.

Kennst Du eigentlich das größte Problem von Spinnenmännchen?
Ihre Frauen sind glaube ich sehr gefräßig.
Gut. Dann wirst Du sicherlich verstehen, wieso sie ihrer Angebeteten so aufwendige Geschenke machen. Und da das Ei sich gedreht hat, deswegen lege ich Dir jetzt hier ein Geschenk hin. Hole es Dir. Ich schenke es Dir.
Was ist denn in dem Bündel drin?
Herrlich kuschelig weiche, und wirklich wunderschöne Anziehsachen.
Oh … ja, wirf sie mir doch zu, ich friere tatsächlich etwas, trotz der vielen Scheinwerfer.
Du wirst sie Dir hier unten holen müssen.
Oh … ich soll so nackt wie ich bin mich vor all den Leuten zum Affen machen lassen?
Eine Sicherheitsmaßnahme, ich hoffe Du verzeihst.
Verzeihen? Dein mangelndes Vertrauen kränkt mich doch sehr, meine Liebe.
Berechenbarkeit ist auch eine Frage der Erfahrung.
Diese blöde Kuh … seht Ihr, wie sie mich behandelt! So ist sie immer schon gewesen. Alles will sie kontrollieren, regieren und kommandieren! Und ich soll mich für SIE zum Affen machen lassen! Wo bleibt meine Würde, wo die Gerechtigkeit? Das frage ich mich, wirklich.

Melodie von: I’m sorry … Nelly Furtado

Es tut mir leid.
Ich weiß, Du würdest mir nichts tun.
Ich weiß, Du liebst mich sehr.
Ich weiß, Du vertraust mir mehr.

Es tut mir leid.
Ich weiß, Du bist ein korrekter Mann.
Ich weiß, das man Dir vertrauen kann.
Ich weiß, das Du nicht wirklich beißt.

Aber das Ei hat sich nun mal gedreht.
Und darum die Geschichte nun anders herum geht.
Darum bringe ich Dir heute das Geschenk,
es gehört zum Spiel, das es für Dich hier Unten hängt.

Gut, ich werde mich fügen,
wenn Du meinst es ist von Nöten.
Und eines sei gewiss:
Ich greife nicht zur Hinterlist.

Und der junge Gott klettert mit dem Kopf voran über das Netz. Er ist durch ein weißes Seil mit dem Mittelpunkt des Netzes gesichert. Die Musik begleitet seinen Abstieg. Er kommt auf den Boden und Monalisa überreicht ihm das Kleiderbündel. Der junge Gott bedankt sich, in dem er sich vor ihr galant verneigt. Er legt das Bündel zur Seite und das Paar nimmt sich glücklich und verliebt in die Arme…

Plötzlich entsteht jedoch ein unruhiges Gemenge. Der Gott wickelt die Göttin in das rote Seil, verknüpft sie mit dem Weißen und zieht kräftig daran. Monalisa wird in die Luft gezogen (Flaschenzug) und sie landet in das rote Seil gefesselt in der Mitte des Netzes.

Und jetzt spreche bloß nicht von Verrat! So und nicht anders, macht es die Spinne jeden Tag.
Und der junge Gott zieht sich in aller Ruhe seine Kleider an. Ein wirklich wunderschöner, reich bestickter Mantel, ein weißes langes Stehkragenhemd und eine weiße Hose. Er schaut in einen großen Spiegel, der von Satan hereingetragen wird.

Hallo Bruderherz! Meinen herzlichen Glückwunsch! Du hast es tatsächlich geschafft. Meine Verehrung!
Hallo Satan. Danke für den Spiegel. Hm … sieht gar nicht so übel aus. Geschmack hat Sie ja. Das muss man ihr lassen. Danke, Geliebte! Vielen Dank!
Du gemeiner, hinterhältiger … Du Schuft, Du!
Jetzt wirst Du mal wieder ungerecht. Das Ei hat sich gedreht. Du selbst sagtest es ja schon. Jetzt hängst Du da Oben und ich bin hier Unten.
Aber so habe ich mir das doch gar nicht gedacht! Ich möchte doch, das wir Beide auf dem Boden der Tatsachen stehen.
Oh … das möchte ich auch, meine Liebe, aber zuvor sollten wir die Tragfähigkeit prüfen. Nicht, das die neue Welt unter dem Gewicht von zwei Göttern gleich wieder zusammenbricht. Denn so ist es ja wohl bei Isis und ihrem Gatten gewesen. Sie wollten beide zugleich Götter sein, so habe ich es jedenfalls gelesen:

Und der Gott erzählt seine Sicht der Dinge:

Die Zeiten waren damals recht schwer für einen Mann,
denn die großen Frauen sahen nur, was er alles nicht kann:
Verantwortung zu tragen hatte er nicht gelernt,
viel lieber spielte er draußen mit seinem Kinderschwert.

Geduld und Ausdauer war seine Sache nicht,
und darum nahmen sie ihn gar nicht erst in die Pflicht.
Sie machten ihn zum ewigen Muttersohn,
und Sex, nun, das war sein Tageslohn.

Er musste vor allen Dingen die schwere Arbeit tun,
und die eigene Frau schaute ihm dabei zu.
Sie ackerten sich ab auf dem weiten Feld,
und natürlich gab es dafür kein Geld.

Sie hatten keine Stimme im Hohen Rat,
auch die Gesetze wurden ohne sie gemacht.
Sie fühlten sich zu Recht missbraucht,
die Frau hatte dem Mann seine Würde geraubt.

Ja, Geliebter, genau, doch Isis war eine andere Frau:

Isis träumte von der Gleichberechtigung,
und als Königin setzte sie diese Idee auch um.
Sie hob ihren Mann auf die gleiche Stufe,
und zwar gegen alle Unkenrufe.

Isis liebte und vertraute ihrem Mann,
und sie glaubte sehr wohl, das auch er regieren kann.
Sie setzte ihn auf einen zweiten Thron,
und sagte ihm: Du machst das schon.

Ja, Geliebte, genau, doch Osiris war ein junger Mann:

Auch er träumte auch von der Gleichberechtigung,
und als König setzte er diese Idee auch um.
Er nahm die schwere Aufgabe an,
und er wollte ihr sein ein guter Mann.

Osiris liebte und vertraute seiner Frau,
er erließ die Gesetze und kümmerte sich um den Bau.
Er schuf auch ihr ein schönes Haus,
und sie kam nur noch selten heraus.

Ja, Geliebter, genau, doch Isis war eine Zauberfrau:

Sie erkannte ihren Fehler wohl, sie räumte auf,
und dann ging sie auch wieder aus dem Haus.
Doch dann geschah die Sache mit dem Knecht,
und das was dann kam, das war nicht nur Pech.

Ihr Mann verkannte das eigentliche Problem,
und er ließ sie damit allein im Regen stehen.
Es kostete ihn sein junges Leben,
und allen anderen den Garten Eden.

Ja, Geliebte, genau, doch Osiris war keine Sau:

Er verwandelte sich in einen Hund,
der sie beschütze zu jeder Stund.
Er half ihr in den schweren Zeiten,
und wich ihr nicht mehr von den Seiten.

Er war bei ihr, all die Jahre,
und sie kraulte ihm dafür die Haare.
Er tröstete sie Tag und Nacht,
und hat auch ihren Schlaf bewacht.

Ja, Geliebter, genau, doch sie war nicht nur eine Frau:

Sie war Mutter eines kleinen Sohnes,
auch wenn in seinen Sterne stand nichts Gutes.
Das Kind war nun mal ein Teil von Ihr,
auch wenn der Vater ein brutales Tier.

Sie liebte ihren kleinen Sohn,
und erzog ihn für den Königsthron.
Sie erzählte ihm nichts von der Vergewaltigung,
sie hielt überhaupt ihren göttlichen Mund.

Ja, Geliebte, genau, doch der Knecht war wirklich schlau:

Er hetzte den Sohn gegen die Mutter auf,
und er setzte ihm die Krone auf.
Die Mutter war jedoch dagegen,
und ließ sich bei der Krönung nicht sehen.

Das brachte den Sohn derartig auf,
das er ihr gab eine Ohrfeige darauf.
Es kam zum Streit und dann zum Kampf,
bei dem sie wohl den Tode fand.

Ja, Geliebter, genau, doch was geschah noch in dieser Nacht?

Die alten Frauen kamen im Morgengrauen,
und haben ihr den Kopf abgehauen.
Sie retteten ihren Schädel vor den Barbaren,
die schon vor den Toren lagen.

Denn im Kopf einer Göttin wohnt eine Zauberkraft,
die dem Besitzer verleiht große Macht.
Denn der Kopf einer Göttin spricht zu Dir,
wenn Du bist ganz lieb zu ihr.

Ja, Geliebte, genau, doch was erzählt uns diese Frau?

Du bist heute die Sonnenkönigin,
und auch Isis steckt ganz tief in Dir drin.
Sprich, erzähle uns ihre Sicht,
verleihe ihrer Stimme ein Gesicht!
Was denkt Sie heute über Mann und Frau?
Du kannst sie hören, ich weiß es genau.
Was ist mit ihrem Mördersohn?
Und, wie denkt sie heute über Lohn?

In diesem Moment bricht es mal wieder aus Herrn Specht heraus:

Ich kann es nicht glauben!
Jetzt hört ihr dieser Kerl doch noch zu!
Sie ist eine Irre im Sonntagsstaat!
Sie ist eine Betrügerin! Ich weiß Bescheid!
Götter auf Erden gibt es nicht!
Wann kommt endlich das Ende der Geschicht!

Auch wenn die Geschichte nicht gefällt, die Erzählung trotzdem die Wahrheit erzählt. Und so hört also das Ende dieser alten Geschichte:

Eine tote Göttin ohne Kopf, das hatte selbst die Marsianer entsetzt,
drum hatten sie Ihr zur Beisetzung einen Kuhkopf aufgesetzt.
Ihr Gott war ein roter Stier,
und die Kuh ein sehr beliebtestes Tier.

Den Sohn machen sie zum Pharao,
der wurde jedoch nie wieder wirklich froh.
Auf eine Anklage hatte man verzichtet,
drum hat er sich irgendwann selbst gerichtet.

Der Sohn der Sonne, ein brutales Schwein?
Kann das wirklich die ganze Wahrheit sein?
Wann kommt wohl seine Entschuldigung?
Aber der Sohn hält noch immer den Mund.

Die Scham färbt zwar noch heute sein Gesicht.
Und das vergossene Blut wird täglich weggewischt.
Doch seine Söhne regieren noch immer die Welt.
Sie sind es, auf die er zählt.

Er glaubt die Marsianer selbst besiegen zu können.
Er glaubt auf Unterstützung verzichten zu können.
Er glaubt auch nicht mehr an den liebenden Gott,
er sieht in ihm einen Mann mit Stock.

Die Königin wurde zur Göttin gemacht,
doch bald schon hat niemand mehr ihrer gedacht.
Zum Schluss nahm der Mann ihr dann auch noch die Punktekasse,
und die Frau als Herrscherin, sie musste endgültig passen.

Das Matriarchat war bald schon vergessen,
es wurde immer mehr von ihrem Fleisch gegessen.
Das Patriarchat übernahm die Macht,
es kämpft für Geld mit ganzer Kraft.

Denn Geld, das ist es was heute allen fehlt,
so ist es nun mal, wenn man Nichts mehr gibt.
Und das vergossene Blut bedeckte die sieben Sinne,
Isis, die große Sonnenkönigin, sie wurde zur Spinne.

Der junge Gott wendet sich an Satan:

Und was sagst Du dazu?
Ich halte mich da heraus.
Wie? Jetzt sage bloß, Du hast Dich auch die ganze Zeit über zwischen Blumen versteckt.
Wieso? Wo warst Du denn?
Ich war all die Jahre ein armer Hund.
Und ich saß in einem Keller viele, viele Stund.
Ach und ich hatte schon gedacht, Du hättest gemeinsame Sache mit den Marsianern gemacht.

Nun gut, ich gestehe es ein,
auch ich fiel damals auf ihr Gerede herein.
Geld, nun ja, verstehe, ich war ein armes Schwein,
und ich wollte endlich auch einmal König sein.

Und dann kam der neue Knecht,
und hat mir erzählt von seinem Pech.
Ich habe ihn zu den Marsianern geschickt,
sie hatten mir immer so freundlich zugenickt.

Ihr Gott war ein roter Stier,
und auch ein Schwein schickten sie nicht vor die Tür.
Ihre Göttin war eine fette Sau,
und auch mir versprachen sie eine solche Frau.

Den Männern erzählten sie von ihrer Welt,
und wie das funktioniert mit dem vielen Geld.
Die Männer waren davon schnell überzeugt,
und auch viele Frauen haben sich gefreut.

Die Männer machten ihnen Geschenke,
und fragten, was sie sonst noch gerne hätte.
Die Frauen ließen sich betören,
und durch Warnungen nicht mehr stören.

Sie legten sich auf die Matratze,
und ließen die Herren an die Katze.
Sie machten ihre Beine breit,
und bald schon waren sie dauerbereit.
Die Männer hatten ihre Freunde daran,
und überließen die Arbeit dem Schwarzen Mann.
Und die Marsianer regierten das Land,
das bald danach schon in den Fluten versank.

Doch auch, wenn die alte Welt untergegangen,
und auch das Geld war damals mitgegangen,
das System hat sich aufs Neue durchgesetzt,
denn, in der Not wurde es durch Kredite ersetzt.

Und die zahlen wir heute täglich zurück,
wer keine Schulden hat, der hat Glück.
Wir zahlen für unseren eigenen Untergang,
so hat es beschlossen der Schwarze Mann.
Ich sage es ja immer schon: Satan braucht endlich eine Frau. Dann hört das auch auf mit der geteilten Sau.

Das war Monalisa. Sie hängt immer noch im Spinnennetz, das rote Seil jedoch, das hatte sie wohl verletzt. Sie blutet und ihr weißes Hemd scheint blutdurchtränkt.

Oh … Monalisa, was ist mit Dir geschehen?
Blut! Die Göttin verblutet!
Monalisa! Hörst Du uns? … So eine Scheiße! Wie kommen wir zu ihr hoch? Wir müssen sie retten, los Satan, zerreiße ihre Ketten!
Nichts da! Sie bleibt da Oben, nur dort wird sie zum großen Star!
Sag mal, hast Du einen Knall?! Die Frau ist meine erste Wahl! Ich will nicht mit einer Spinne leben! Verdammt Satan! Ich will Ihr meine Liebe geben! Ich will mit Ihr die wahre Liebe leben!

Doch Satan ließ sich nicht erweichen. Er war stur und blieb dabei:

Es wird hier nur gedreht am Ei! Einer Oben, einer Unten, sonst gehen wir alle vor die Hunde!
Du hast Angst vor der Liebe, Satan? Ist das so?
Ach … was geht Dich das an? Lass mich in Ruh mit dieser Verräterin!
Die Liebe kennt keinen Verrat, Satan.
Davon hat diese Frau da Oben aber offensichtlich noch nichts gehört!
Monalisa hat Dich verraten? Das glaube ich Dir nicht. Erzähle so etwas nicht, wenn Du mir nicht siehst dabei ins Gesicht! Satan, schau mich richtig an. Sage mir: Was hat Sie Dir angetan?

Satan windet sich und will sich verdrücken. Doch der junge Gott greift ihn an den Arm.

Satan, erzähle mir die ganze Geschichte. Und sei sicher, das ich sehr fair richte.

Satan schaut in den Spiegel.

Sie hat gesagt, ich sei ein armseliger Mann. Keine Frau mich darum lieben kann. Im Bett sei ich eine Null, drum hätte sie auch keine Lust dazu.
Du wolltest mit der Göttin ins Bett?
Ich war doch immer zu ihr sehr nett!
Ja, aber, zwischen Geschwistern ist der Sex verboten. Das wissen doch wirklich nicht nur die Goten!
Ja und? Was ist denn mit Dir? Bist Du etwa kein Bruder von Ihr!
Sie bekommt ja auch kein Kind, sondern ein Universum von mir.
Ach so. Du teilst nicht ihr Bett?
Ich finde, auf nur einer Hälfte schläft es sich schlecht. Satan, bitte klettere hinauf zu der Frau, befreie sie, ich fange sie auf.
Du vertraust mir ihr Leben an?
Satan, für mich bist Du ein ganzer Mann.

Und Satan überwindet sich, klettert die Seile des Netzes hoch und nimmt die blutende Göttin in die Arme. Er löst ihre Ketten. In diesem Moment ändert sich plötzlich die Lage, Satan hängt am Netz und Monalisa fällt in eine Bahre. Ein großes Tuch hat sie aufgefangen, der Gott und die drei Liebenden (Weisheit, Fruchtbarkeit und Schönheit) halten es fest.

Zu Hilfe! Die Göttin ist verletzt!
Bewegt sie nicht, das ist vielleicht schlecht!
Oh je, oh je … das ist doch nicht gerecht!
Wo hat sich die böse Hexe nur versteckt?

Und die Weisheit schaute sich im Publikum um.

Da, ich sehe sie! Sie hat das Unglück heraufbeschworen! Ich weis es genau! Diese Hexe dort ist eine hinterhältige und gemeine Frau!
Was redest die Dummheit nur für einen Scheiß, ich von all dem gar nichts weiß!

Doch alles wehren nützte nichts, der Marschall und seine Männer zerrten sie ans Licht und brachten sie vor das höchste Gericht… Der junge Gott setzte sich auf den herbei geschobenen Richterstuhl. Satan hängt im Netz direkt über ihm. Monalisa wurde weggetragen, dann konnte beginnen die Befragung:

Darf ich bitte zuerst Ihren Namen erfahren?

Specht. Mein Name ist Erna Specht.
Ach … sind sie vielleicht mit Herrn Specht verwandt?
Ich bin seine Frau. Jetzt lebt er allerdings bei einer fetten Sau.
Gut, Frau Specht.
Das ist gar nicht gut, das ist sehr schlecht! Und das ist vor allen Dingen total ungerecht!

Ich habe ihm den Arsch nachgetragen.
Ich habe ihn bekocht in all den Jahren.
Ich habe seine Socken gestopft,
ich habe seine Öfen gestocht,

Ich habe ihn auch einmal gemocht,
doch nun bin ich allein in der Nacht.
Das Schwein hat mich um meine besten Jahre gebracht!
Er hat mich betrogen!
Er hat mich darüber auch noch angelogen!
Er hat mich an den Haaren gezogen!
Ich habe mich für ihn krumm gebogen!

Er hat mich den Hass gelehrt,
er hat sich einen Dreck um mich geschert!
Er hat einfach nie zu lieben gelernt!
Nun sucht er sie auf einem anderen Stern,
und hofft, das eine andere sagt: Ich habe Dich gern.
Ich frage Dich, den jungen und guten Gott:
Wo bleibt der Mann mit dem dicken Stock?
Er soll ihn verdreschen, den gemeinen Hund,
auf das er an mich denkt, jede weitere Stund.

Die Fruchtbarkeit hält es nicht mehr aus:

Was sind Sie für eine harte Frau!
Mir gruselt es, wenn ich in ihre Augen schau.
Ich kann ihn verstehen, den guten Herr Specht,
wenn er sich auf seine alten Tage rächt.

Wo sind die Kinder, die Du ihm hast versprochen?
Auf wen stützen sich nun seine alten Knochen?
Wo sind die Enkel, die süßen Geschöpfe?
Wer flechtet ihnen heute die Zöpfe?

Sogar bei Deinen Blumen hängen die Köpfe!
Du schaust doch nur noch in Deine eigenen Töpfe!
Dein eigener Teller, Deine eigene Wurst,
weißt Du was? Dein Leid ist mir wurscht!

Die Schönheit fängt zu weinen an:

Was ist das nur für ein gemeiner Mann?
Was kann sie dafür, das sie nicht für immer schön sein kann?
Ist Sie allein für die Familie verantwortlich?
Ehrlich, Fruchtbarkeit, ich verstehe Dich nicht!

Diese Frau hat doch einmal geliebt diesen Mann,
Sie hat all die Arbeit doch auch für ihn getan.
Putzen, Waschen, Bügeln und Kochen!
Glaubst Du, das geht nicht auf die Knochen?

Jetzt ist ihre einstige Schönheit dahin,
ihre Haut ist schlaff, sie hat ein Doppelkinn,
ihre Augen schreien vor Kummer und Schmerz,
eine alte Frau zu verlassen, Weisheit, wo bleibt das Herz?

Die Weisheit tritt vor den goldenen Spiegel:

Mann und Frau sind Beide schuldig.
Sie waren einfach zu ungeduldig.
Sie haben sich vereint ohne nach mir zu Fragen.
Jetzt müssen sie auch die Folgen alleine tragen.

Wenn sich zwischen die Liebe die Selbstsucht zwängt,
wenn der Egoismus ganz oben hängt,
wenn es nicht nur um den anderen geht,
sondern etwas Materielles daneben steht.

Das Haus, das Geld, die sichere Rente,
vielleicht auch nur ein paar Geschenke,
dann ist die Liebe schnell vorbei,
und zurück bleibt Einerlei.
Die Liebe lässt sich nicht nur nicht kaufen,
sie geht schon am ersten Tage wieder laufen.
Die Menschen spüren das auch sehr genau,
vorbei ist die Liebe zwischen Mann und Frau.

Das sie dennoch beieinander bleiben,
das haben sie sich selbst zuzuschreiben.
Auch wenn sie ein halbes Leben miteinander verbringen,
die Liebe im Leben wird nicht mehr erklingen.

Das Arrangement, welches häufig eingegangen,
vielleicht weil auch noch Kinder entstanden,
das hat mit Liebe wenig zu tun.
Die macht darüber lieber die Augen zu.

Nicht die Liebe schlägt mit Blindheit ein,
es sind die Verlockungen, sie schlagen rein.
Sie verwirren die Sinne 100 Tage,
und danach liegt die Liebe auf der Bahre.

Wer sich dann jedoch um Sie bemüht,
dem schenkt sie ein Lächeln morgens ganz früh.
Denn, wer der Liebe rettet das Leben,
dem wird Sie die wahre Liebe geben.

Der Gott sah der alten Frau ins verheulte Gesicht:

Es tut mir Leid, die Weisheit hat Recht,
auch wenn Du findest es sei ungerecht.
Die Liebe ist ein sehr zartes Pflänzchen,
sie liegt nicht in jedem gebenden Händchen.

Gerade zu Anfang, die ersten 100 Tage,
Klatschmohn hält sich nun mal in keiner Vase.
Das aus der zarten Schönheit mal eine Rose wird,
das hat Euch bestimmt kein Gärtner erzählt.

Die alte Frau ist verzweifelt:

Aber die Liebe, Gott, wo ist sie zu finden?
An wen soll ich mein Herz denn binden?
Ich bin mit aller Freude in die Ehe gegangen,
ich habe den Fehler doch nicht begangen!

Und Gott antwortet:

Nicht die Ehe hält die Liebe am Leben,
Du musst sie täglich an andere weitergeben.
Die Liebe ist ein Reigenspiel,
zusammen zu tanzen ist das Ziel.

Jetzt reißt Satan der Geduldsfaden:

Die Liebe ein Reigenspiel?
Das ich nicht lache! Die Macht ist das Ziel!
Der Mann will die Frau besitzen!
Er will sie schwängern, und nicht nur ein bisschen.

Der Trieb ist doch die eigentliche Kraft,
es geht uns um den Samensaft!
Er soll unsere Seele weiterverbreiten,
damit auch noch unsere Söhne darunter leiden!

Ich glaube die Liebe ist eine Fatamorgana,
sie lebendig zu nennen, das ist schon der Hammer!
Sie liegt dort auf dem Sterbebett,
Und ich war zu Ihr auch noch nett!

Sie schlägt Dir mitten ins Gesicht!
Und sagt: Nein, ich liebe Dich nicht!
Ich habe ihr mein Herz geschenkt,
und mir dabei das Kreuz verrenkt.

Sie hat mich verzaubert mit Ihrer Magie,
aber das war alles nur Strategie!
Sie wollte mich in Wahrheit nie!
Sie hatte immer schon ein anderes Ziel!

Da unterbricht Gott seine Tirade:

Und warum stellst Du ihr dann trotzdem nach?
Ist es wirklich die Liebe, die Dich da plagt?
Sie hat es Dir doch offen gesagt.
Kein Geschenk der Welt kann zur Liebe verpflichten.
Satan, ich hatte gesagt, ich werde fair richten.
Aber ein Recht auf Liebe, das gibt es mitnichten.

Die Liebe ist ein Geschenk des Himmels,
und dieses fließt nicht durch Deinen Pimmel.
Die Liebe geht nicht selten durch den Magen,
aber Klatschmohn, mein Lieber, der gehört auf den Rasen.

Eine Seitenbühne öffnet sich. Dort liegt die Göttin auf einer Liege. Sie trägt ein langes weißes Kleid und scheint tief zu schlafen. Die Weisheit, die Schönheit und die Fruchtbarkeit sind bei ihr. Die Hexe reckt ihren Kopf und schaut neugierig zu der Liege herüber:

Ist sie tot?

Und jetzt meldet sich der alte Herr Specht:

Du warst es! Du hast sie beschossen! Du hast sie getroffen mit Deinem Hass! So kenne ich das von Ihr! Sie ist eine gemeine Hexe! Sie war es, die die Göttin verletzte!
Ich? Was fällt Dir ein! Du bist es doch, das fiese Schwein! Ich habe es genau gehört! Erschießen wolltest Du sie! Du botest Geld! Die Pistole ist der Grund für die Beule in Deiner Hose!
Ich bot Geld für eine Rose! Hört nicht auf die alte Hexe, ich habe genau gesehen, wie sie sich verschätzte! Geärgert hat sie sich, weil sie nicht richtig gezielt. Eine Folge des Hasses, das sie nicht mehr richtig sieht.
Blind macht mich die Wut! Wir waren mal ein Fleisch, ein Blut! Du hast mich so elendig betrogen! Bist heimlich bei mir ausgezogen!

Frau Specht jetzt ist es aber gut. Der Tiraden sind jetzt wirklich genug!

Es war der General, Ritter Nuda Veritas. Er fasste die Alte fest unter den Arm.

Was fällt ihnen ein! …
Sie sind vorläufig festgenommen. Verdacht auf versuchter Mord.

Handschellen klicken. Der General hatte sie an seine Hand gebunden.

Ist sie tot?

Fragt von der anderen Seite der Herr Specht.

Sie liegt im Sterben. Wir hoffen jedoch immer noch.
Jetzt siehst Du, was Du mit Deinem Hass angerichtet hast.

Der junge Gott wendet sich an die Alte:

Was hat sie Dir nur angetan?
Na, Sie hat mich doch zur Hexe gemacht! Ihren Versprechungen, ihren Visionen … ich habe auch mal an sie geglaubt. Aber seht, wohin hat mich diese Liebe geführt? Sie hat mich in ein kleines Häuschen verbannt, und hat gesagt: Suche Dir einen anderen Mann. Jetzt! Jetzt! Wo ich alt und hässlich bin!

Und die Hexe bricht verzweifelt zusammen.

Ich wollte doch nur leben!

Die Hexe schluchzt heftig und ihre Tränen rühren auch den General. Er klopft ihr tröstend auf die Schulter.

Gute Frau, gute Frau, ich kenne das, ich kenne das genau.
Sie verstehen mich?
Ich verstehe sie sogar sehr gut. Ich war dick und wirklich hässlich, ein fettes Schwein, ein Geiles noch dazu. Ich habe geplündert, gestohlen und betrogen. Und ich habe auch ganz gut davon gelebt. Doch die Liebe fand ich nirgendwo. Ich suchte sie sogar im Pippi auf dem Klo. Ich habe wirklich nichts ausgelassen, aber ich bekam sie nie mehr zu fassen. Und als ich eines Tages in den Spiegel sah, da war mir plötzlich einfach klar, so ein fetter Sack, … nein diese Rolle liebte ich nicht. Und darum ging ich mit mir selbst ins Gericht. So ein Schwein, nein, das wollte ich nicht sein. Nun, und da habe ich dann eben abgespeckt. Und jetzt schau, das Fett ist weg. Es ist wirklich nie zu spät, denn die Liebe ist ausgesät. Sie braucht nur Wasser und Licht um zu keimen, dann kann auch ein alter Rosenstock wieder treiben.
Sie wird mir sicherlich nie verzeihen.
Lebenslänglich gibt es bei Ihrer Majestät grundsätzlich nicht.

 

Die alte Frau wird abgeführt, und Gott wendet sich an den alten Herrn Specht:

Ihre Frau ist wirklich sehr verbittert.
Sagen Sie mir: Für wen war denn die Rose gedacht,
die sie kaufen wollten, noch heute Nacht?

Ich wollte sie der Göttin geben,
ich wollte sie auf ihr Grabtuch legen.
Die Liebe, so habe ich sie verstanden,
kann man nicht von ihr verlangen.

Sie wächst ehr wie ein Rosenstrauch,
und die Dornen, die braucht sie auch.
Ich wollte ihr die Rose schenken,
um der verstorbenen Liebe zu gedenken.

Denn ohne die Liebe auf dieser Welt,
wird aus dem Mann wieder ein Held.
Die Liebe raubt uns den Verstand,
sie geht mit dem Teufel Hand in Hand.

Die Liebe ist unser größter Feind,
wie viel wurde schon um sie geweint?
Jetzt liegt sie auf dem Sterbebett,
und ich finde das gerecht.

Ohne die Liebe wird es wieder heiter,
und das Leben wird sehr viel leichter.
Ohne die Liebe auf dieser Welt,
bekommt man alles für sein Geld.

Die Weisheit, die Fruchtbarkeit und die Schönheit drehen sich zu diesem Mann um. Und die Erste spricht als aus, was alle Drei dachten:

Was bist Du nur für eine armselige Kreatur!
Du bist doch auch ein Geschöpf der Natur!
Die Liebe ist ihr wichtigster Lebenssaft,
ohne ihn verliert alles an Kraft!
Die Köpfe hängen, die Luft geht raus, die Lust geht flöten,
auch aus Deinen eigenen Klöten.
Was willst Du auf der Welt noch kaufen,
wenn alle wieder auf vier Beinen laufen?

Die Fruchtbarkeit hebt resignierend die Arme:

Ach, lass ihn, den alten Feigensack!
Ihr werdet ihn sehen, noch heute Nacht!
Heulend liegt er in seinem halben Bett:
Oh ho … niemand war je zu ihm nett!
Alle haben immer nur sein Geld gewollt,
ohne Geschenke wird nur herum geschmollt.
Kein Lächeln gibt es mehr umsonst,
für jede Kleinigkeit wird er angeranst.

Die Schönheit nimmt den Faden auf:

Oh … dieser hässliche, alte Mann!
Diese Einfalt ich kaum noch ertragen kann!
Er ist der Verlierer im großen Spiel,
für ein erfülltes Leben reicht sein Geld nie!

Der junge Gott schaut auf den Mann:

Du hast tatsächlich nichts gelernt.
Schade, nun musst Du auf einen anderen Stern.
Denn, es gibt im Universum einen Ort für Dich,
dort, wo die Liebe nicht mehr spricht.
Fahr zur Hölle und komme dort um,
für den Himmel bist Du zu dumm.

Da wacht auf einmal die Göttin auf:

Halt! Schicke ihn nicht fort!
Ich weiß einen anderen Ort.
Auf der Erde ist bald viel Platz,
wenn erst beendet ist die große Hatz.
Dort wird es bald nicht mehr viel geben,
wofür es sich lohnt weiter zu leben.
Die Nematoden greifen an.
Sie haben es schon öfter getan.
Doch diesmal kommt es zum großen Gefecht,
alles wird auf’ s Spiel gesetzt.
Die Liebe wird es überleben,
und sie wird ihm die Rose geben.

Er wird sich erinnern an die vergangenen Jahre,
Er wird an sie denken, an ihre schönen Haare,
Er wird sie spüren, wenn sie für immer verloren scheint,
und dann wird er sich freuen, das er wenigstens noch weint.
Denn, was aus dem All auf die Erde fällt,
das gibt es auch für kein Geld der Welt.
Der Hass, der dort auf uns alle wartet,
den bekommen wir umsonst, er ist schon gestartet.

Das Sonnensystem ist fremdbesetzt,
und die Erde ist für sie der letzte Dreck!
Sie haben uns lange genug beobachtet.
Sie haben auf diesen Tag gewartet.
Sie haben alles durchgeplant,
und dafür gesorgt, das niemand etwas ahnt.
Selbst die bösen Onkels nicht.
Ihnen erzählten sie eine andere Geschicht.

Sie haben die Nase gestrichen voll.
Sie haben es getrieben, einfach zu doll.
Die Bewohner scheinen blind,
sie ficken sogar ein kleines Kind.
Sie schlagen sich die Köpfe ein,
und ihr Herrscher ist ein feiges Schwein.
Sie töten die Liebe mit einem Stein,
nein, das können keine Menschen sein.
Der Dino war ein Fehlprodukt,
doch diese Kreatur, die ist verrückt.
Weder die Liebe, noch das Geld,
hat sie auf zwei Beine gestellt.

Sie halten sich selbst für ein Zufallsprodukt,
dem angeblich niemand auf die Finger guckt.
Sie glauben sie hätten sich selbst erschaffen,
dabei wären sie dann immer noch Affen!
Und jetzt wollen sie auch noch auf den Mars,
wollen dort verbreiten ihren Lebenshass.
Dabei war man dort wirklich froh,
das dort der Mensch lebt nur noch im Zoo.

Die Göttin steht auf von der Bahre:

Ich finde, es wurde nun genug lamentiert,
Leute, unser wahres Problem klopft hier an die Tür.
Da draußen erwartet uns ein Gericht,
es hat zu tun mit der alten Gechicht.
Wir alle werden abgestraft,
auch wenn wir nicht begangen die Tat.
Wir alle werden mitgerissen,
auch wenn wir nichts darüber wissen.

Einer unter uns hat etwas verbockt,
und dafür gibt es für alle den Stock.
Wir wollten nicht die Wahrheit sehen,
wir meinen, es würde nie geschehen.
Independence day steht auf dem Programm,
wir werden weggewischt mit einem Schwamm.
Wir haben den falschen Stimmen geglaubt,
die behaupteten, das Gott nicht mehr schaut.
Sie haben ihn immer wieder getötet,
sie haben ihn auf dem Feuer geröstet!
Der rote Stier ist außer sich!
Ich bin doch nicht ihr Tellergericht!
Ich mache ein Ende mit der ganzen Geschicht!
Fleisch für Gold? Das gibt es bei mir nicht!

Und jetzt kommen wir an den wunden Punkt,
durch den wird diese Wahrheit zur Kunst:

Ich flechte jetzt ein neues Seil,
das schicke ich ins weite All.
Daran wird ein Zettel hängen:
Verzeih! Wir konnten es nicht erkennen.
Verzeih! Wir wollten gar nicht wegrennen.
Verzeih! Wir kannten nur das böse Tier.
Verzeih! Wir hatten Angst vor Dir.
Verzeih! Du warst in Nöten.
Verzeih! Wir wollten Dich nicht töten.
Verzeih! Wir haben dich nicht verstanden.

Verzeih! Wir sind vorbei gegangen,
als sie Dich an die Stangen gehangen,
da sie Dich als Beute gefangen.
Sie haben Dich durch die Stadt getrieben,
sie haben Dich gebrochen mit ihren Hieben.

Verzeih! Wir hatten es vergessen,
Fleisch sollte man nicht grußlos essen.
Verzeih! Wir haben uns schlecht bedankt,
dafür, das wir Deine Energie getankt.
Ich bitte Dich im Namen aller Menschen,
vergib uns, unsere große Schuld.
Bitte habe mit uns Geduld.
Wir bieten Dir dafür kein Gold.
Aber unsere Liebe, die schenken wir Dir.

Und die Göttin nimmt ein grünes Band, sie hält es ganz still in der Hand.

Dies ist ein Haarband von Mutter Natur.
Ein Zeichen der Sympathie und ein Geschenk von Ihr.
Ich binde daran den weißen Zettel,
und diesen hänge ich an diese Kette.
Der Wind trage unsere Entschuldigung hinauf.
Und schau: Es steht eine Einladung drauf.
Wir würden Dich wirklich gerne wieder sehen,
wir wollen auch diesmal zusammen stehen.
Wir werden sagen: Hallihallo!
Du kommst in Frieden, Mensch sind wir froh!

Und Monalisa lässt den Drachen fliegen:

Komme in Frieden! Komme in Frieden!
Nur zusammen können wir siegen!
Unser Gott ist kein Kalb, kein Stier,
aber wir haben Sympathie für das Tier.

Isis hat den Kuhkopf mit Würde getragen,
Sie ist Eure Freundin, auch in diesen Tagen.
Das Fleisch ließ Sie auf dem Teller liegen.
Sie wollte Euch wahrlich nie bekriegen.
Bitte, bitte kommt in Frieden.
Gemeinsam werden wir das Schwein besiegen!

Und Monalisa läuft mit dem Drachen an der Hand über die Bühne.
Dann bricht sie plötzlich in deren Mitte zusammen.

Sie hat sich verletzt!
Sie ist noch zu schwach!
So helft ihr doch!

Die drei Frauen stürzen sich auf sie, und auch der junge Gott kommt zu ihr gelaufen:

Vier Frauen auf einen Haufen!
Da können die Stiere ja nur noch davonlaufen.
Monalisa, was ist mit Dir?
Komm, steh auf, ich helfe Dir.

Und der junge Gott zieht Monalisa zu sich heran. Sie hält sich schmerzhaft ihren Rücken.

Ich denke, ich habe mir einen Hexenschuss eingefangen.
Dann sollten wir jetzt gleich in die Pause gehen. Ich spüre, Du kannst kaum mehr stehen. Lege Dich auf die Liege, ich sehe, wie ich das hier allein hinkriege.

Und Er begleitet sie zur Liege, die Weisheit bringt ein Glas Wasser, die Fruchtbarkeit schüttelt ihr das Kissen und die Schönheit deckt sie zu. Der junge Gott wendet sich wieder ans Publikum:

Wir sehen, von Mord ist hier nicht mehr die Rede. Die Göttin hat einen Hexenschuss, und jetzt ist damit erst mal Schluss. Draußen gibt es Getränke, etwas zu Essen steht dort bereit. Der Vorhang geht jetzt erst mal nieder, in 20 Minuten sehen wir uns wieder.

Und die Höllenhunde legen ihre Instrumente weg. Sich gegen seine Anordnungen zu wehren, so gut kannten sie ihn schon, hatte gar keinen Zweck. So war das nun mal, wenn entschied ein guter Chef!

Die Schauspieler und das Publikum sind in die Pause entlassen, doch das bedeutet nicht, das wir sie alleine lassen. Das Theaterstück geht weiter. Denn, draußen stehen 7 Apokalyptischen Reiter…

Zwischen den Theatergästen stehen zwei von ihnen, in der Schlange bei dem Essen an:

Was glaubst Du, was es hier zu Futtern gibt?
Es riecht nach Kartoffelsuppe.
Das da vorne, das sind doch Frikadellen! Ich denke die Göttin versündigt sich nicht mehr am Fleisch?

Das sind auch keine Fleischbuletten, diese Bratlinge hier sind aus Möhren und Hirse gemacht.

Antwortet ihnen die Fruchtbarkeit, die sich ebenfalls in der Schlange angestellt hat.

Oh je, da fühlen sich sicher einige betrogen.

An der Getränketheke stehen ebenfalls zwei Reiter an:

Was glaubst Du, was es hier zu Trinken gibt?
Dort steht ein Schild: Bier, Wasser, Wein und Cidre …

Ach, und ich dachte die Göttin ist gegen den Alkohol?

In den Getränken ist kein Alkohol, er ist diesen entzogen.

Antwortet ihnen die Weisheit, die sich ebenfalls in die Schlange gestellt hat.

Oh ja, da fühlen sich sicher einige betrogen.

So oder so ähnlich lauten vielleicht die Gespräche. Es kommt ganz drauf an, wie sie sich fühlen, diese Gäste.

Satan bleibt die Pause über in den Seilen hängen. Er bittet einen Gast um eine Zigarette und ein Bier. Der Theatersaal und die Bühne sind während der Pause erleuchtet und die Gäste können auch hier ihre Pause verbringen. Nur zum Rauchen werden sie gebeten nach draußen zu gehen. Die Schauspieler sind für Gespräche mit dem Publikum offen.
Monalisa bleibt auf der Liege, und empfängt dort die Menschen, die mit ihr sprechen wollen. Sie lässt sich ebenfalls etwas zu Essen und zu Trinken bringen. Sie würde auch gerne eine Zigarette rauchen, aber weil auch Satan verzichten muss, verzichtet sie ebenfalls.

Der junge Gott verbringt die Pause in der Nähe seines Richterstuhles, und unterhält sich mit einigen Gästen. Der Marschall ist immer noch mit der Hexe verbunden. Sie gehen zusammen eine Rauchen.

Der alte Herr Specht lässt sich von der Schönheit zur Toilette führen. Auch dort hat sich eine kleine Schlange gebildet, und die Schauspieler sind gesprächsbereit.

Wie und welcher Art die Bemerkungen sind, das soll der Situation und den Protagonisten überlassen bleiben.
Auf einer Projektionsfläche (links) wird zum Beispiel der Video- und Fotozusammenschnitt „the making of …“ gezeigt. Die Musik bleibt im Hintergrund. Die Menschen sollen sich austauschen und erholen können. Die Pausenaktionen dienen dazu, den Zuschauer auch über die Pause hinweg, in der „Neuen Welt“ zu halten…

Veröffentlicht am 25.08.2015

Ein Indigo im Gespraech mit einer Anunnaki Insiderin!

http://www.xn--schpferwissen-kmb.com/

Veröffentlicht am 03.09.2015

…oder doch eine „Alte“ WeltOrdnung?

Die zweite Akte

Die Höllenhunde begeben sich wieder auf ihre Plätze. Sie nehmen die Instrumente in die Hand und der Schlagzeuger die Stöcke. Ein Schlagzeugsolo macht den Anfang und soll das Ende der Pause eintakten. Die 7 apokalyptischen Reiter begeben sich wortreich in den Theatersaal, und suchen sich ihre Plätze. Auch Herr Specht lässt sich von der Schönheit zu seinem Podest bringen. Er setzt sich dort wieder auf seinen Stuhl. Er stützt sich auf seinen Spazierstock, den er zwischen seine Beine stellt…

Der General, der immer noch mit Frau Specht durch die Handschellen verbunden ist, führt sie auf das Mittelpodest.
Der junge Gott bittet die Zuschauer, die sich auf der Bühne aufhalten, zurück auf ihre Plätze zu gehen.
Die Apokalyptischen Reiter verteilen sich im Raum und fordern auch die anderen Gäste auf, sich wieder hinzusetzen, da sie jetzt gerne auch live dabei wären. Sie machen Kommentare, die darauf schließen lassen, das sie nicht von dieser Erde abstammen. Sie freuen sich ganz offensichtlich auf den Zweiten Akt der Vorstellung.
Die Schönheit bietet kleine Becherchen, mit einem Energiemixgetränk aus Früchten, Honig und Gewürzen an, und kommt dann zur Bühne und nimmt weiter hinten, auf der linken Seite, auf einem von Innen beleuchteten Sitzball, (Venus) Platz.
Die Fruchtbarkeit sitzt vorne rechts auf dem Bühnenboden, und lässt die Beine baumeln. Die Weisheit bleibt zunächst bei Herrn Specht. Die Göttin scheint wieder eingeschlafen zu sein. Ein leichter Vorhang versperrt die genaue Sicht. Der junge Gott ist nicht da. Satan hängt immer noch in den Seilen. Der Schwarze Engel (Gitarrist) zupft um Aufmerksamkeit und tritt ans Mikrofon, welches auf der Vorderbühne aufgestellt worden ist:

Ja, also, guten Abend, verehrtes Publikum. Es soll nun weitergehen. Leider musste Gott noch einmal kurz weg, eine wichtige Angelegenheit, die keinen Aufschub duldete. Er lässt sich entschuldigen, und bittet nun seinen Bruder Satan, ihn bei der Gerichtsverhandlung zu vertreten. Er bat mich Dir dies auszurichten.
Ich? Was habe ich damit schon zu Schaffen? Erst lässt man mich hier Oben alt werden, und jetzt soll ich mal wieder die Kohlen aus dem Feuer holen. Er ist doch immer wieder das gleiche Theater!

Die Fruchtbarkeit spricht:

Ja, aber wolltest Du das denn nicht immer? Selber König sein? Dann musst Du dich auch um die Gerechtigkeit kümmern.

Die Schönheit ruft von hinten:

Los, Satan, ergreife die Chance!
Ziehe Du die Gerechtigkeitsgrenze!
Entscheidend ist das Gleichgewicht,
der Rest ist einfach unwichtig.
Auch wenn die Welt darüber staunt,
oder misstrauisch herüber schaut,
wenn Gott Dir diesen Job zutraut,
dann werde sogar ich Deine Braut!

Satan schaut überrascht zu ihr hin:

Habe ich Dich da gerade richtig gehört?
Oder bist Du so Eine, die nur betört?

Siehst Du nicht, das ich Dich liebe?
Wie oft ich mich an Deine Seite schiebe?
Muss ich mich hier jetzt offenbaren?
Kannst Du mich nicht auch heimlich fragen?

Satan ist offensichtlich sehr betroffen und weiß nichts zu sagen.
Darum greift die Weisheit, die neben Herrn Specht sitzt ein:

Lasst uns das Private auf später vertagen,
Satan, jetzt solltest Du einfach sagen:
Ja oder Nein, willst Du den Job?
Nur, bedenke: Ohne Richter regiert der Mob.

Eine Welt ohne Regeln,
die kann es nicht geben.
Die Natur kennt keine Anarchie,
auch wenn im Grunde, jeder macht was er will.

Und Gewalt, Satan, ist eine heikle Sache,
das weiß nicht nur der Feuerdrache.
Denn einmal nur falsch eingesetzt,
schon hat man sich schnell selbst verletzt.

Satan:

Gut, Weisheit, Du hast mich überzeugt.
Ich werde führen diese Verhandlung heut.
Aber zum Richter bin ich nicht geboren,
ich habe immer nur die Schafe geschoren.

Die Weisheit:

Nun, dann kennst Du ja des Hirten Pflicht,
verliere auch das Schwarze nicht.
Jeder hat das gleiche Recht,
das gilt selbst für den dümmsten Knecht.
Und Satan übernimmt den Vorsitz: Das große Licht geht aus. Das Spinnennetz reflektiert in Schwarzlicht, der General und die Hexe stehen im Licht. Die Höllenhunde warten auf den Einsatz, die Schönheit geht ans Mikrofon:

Sie braucht eine Verteidigung.
Ich stelle mich gern zur Verfügung.
Ich habe nur eine Frage:
Wie lautet jetzt eigentlich die Anklage?

Satan wendet sich an den General:

Ja, Herr General, was wird der Frau vorgeworfen?
Was hat sie verbrochen?
Was hat sie getan?
Sollte der Hexenschuss wirklich alles gewesen sein?

Der General nimmt Haltung an und trägt vor:

Die Frau hat durch ihren Hass auf den Mann
die Sonnengöttin schwer verletzt,
da dieser geschossen wurde, mitten ins Netz.
Bis jetzt hat sie sich dafür noch nicht geschämt.
Im Gegenteil, ihr Fehlschuss hat sie gegrämt.
Ihr ganzes Benehmen ist ziemlich unverschämt!
Ich war vorhin mit ihr eine Rauchen,
ich sage, der Frau ist nicht zu trauen.
Sie bestreitet glatt den Zusammenhang,
Und behauptet, der Täter sei in Wahrheit ihr Mann!

Herr Specht und die Weisheit stehen im Licht:

So eine Frechheit! Ich war das nicht!

Satan:

Hassen gelernt, so sagt sie, das hat sie bei Ihnen,
sie können also nicht alles auf die Frau alleine schieben.
Mir scheint, sie Beide sind auf die Göttin nicht gut zu sprechen.
Und so frage ich Sie: Was Verursachte das Verbrechen?

Die Hexe und Herr Specht schauen sich an:

Er hat immer nur über sie gehetzt,
täglich hat er mich damit verletzt.
Eine Schlampe sei diese Königin,
selbsternannt und ohne Fortune.
Eingebildet wie Mutter Natur!
Und dabei unendlich stur.
Nichts Gescheites hätte sie fertig gebracht,
sie wäre halt einfach nur gut für die Nacht.

Da habe ich ja wohl auch Recht!
Der wahre Gott ist halt ein Specht!

Da bricht Satan in Gelächter aus:

Wie bitte? Sie?! Das ich nicht lache!
Jetzt weiß ich, was Sie an ihm hassen.
Was für eine Mickerstatur!
Und der will konkurrieren mit Mutter Natur!

Herr Specht verteidigt sich:

Ich habe mein Leben lang geschuftet,
doch diese Götter hier sind einfach verduftet.
Haben sich in der Welt herumgetrieben,
sind niemals aufgestanden, früher als Sieben.

Satan:

Ach, jetzt verstehe ich, dann sind Sie der alte Gott!
Sie sind der ominöse Mann mit den Stock!
Jetzt wird mir so einiges klar!
Wo versteckt sich denn der Rest der Götterschar?
Hocken hier wohl im Publikum!
Sitzen da, und bleiben stumm!

Und Herr Specht sagt:

Es kann immer nur einen geben.
So ist das Leben.

Und die Weisheit fragt:

Wo steht das eigentlich geschrieben?

Der General antwortet:

Sagen das nicht die Juden und Katholiken?

Die Weisheit sagt:

Die Moslems sehen das wohl genauso.
Und auch viele kleinere Sekten.
Sie alle glauben an den einen Gerechten.
Sie sehen sich als Untertan,
ihr Gott ist jedoch oft ein toter Mann.

Jesus Christus ist so ein Held,
übrigens, auch er war gegen das Geld.
Auch er wollte ein Himmelreich errichten,
auch er erzählte viele Geschichten.

Die Menschen waren von ihm begeistert,
leider ist er dennoch gescheitert.
Die Mächtigen haben ihn umgebracht,
und in sein Reich zog ein, die lange Nacht.

Herr Specht steht empört auf:

Was heißt hier gescheitert?
Die Christen geben heute überall den Ton an!
In ihren Kirchen betet der erfolgreiche Mann.
Kritik an Ihm ich nicht dulden kann!

Seine Kirche hat viel Geld,
weil das zur Macht dazu gehört.
Sie hält sich heraus aus Politik und Staat,
weil sie selbst dies so beschlossen hat.

Sie kümmert sich um Arme und Kranke,
und dafür sagen alle auch: Danke!
Sie verheiratet die jungen Leute,
schön sehen sie aus, die weißen Bräute.

Ein lüsterner Blick fällt in den Ausschnitt der Weisheit:

Die Frau, das schwache, aber süße Geschöpf.
Sie gehört nun mal an den Suppentopf.
Der Putzlappen steht ihr gut.
Ich schau ihr wirklich gerne zu.

Die Weisheit knallt ihm eine:

Was fällt Dir Zwerg nur ein!
Lass bloß die Finger von meinem Bein!
Deine Frau hat schon Recht, bist wohl doch ein geiles Schwein.
Messdiener erzählen unfassbare Geschichten,
Ekelhaft und beschämend was nicht wenige berichten.
Bist Du etwa auch so eine Sau?

Jetzt kam der wahre Geist heraus:

Nein, nicht ich! Ha … da frage mal meine Frau!
Na, sag schon, was für ein Schwein Dein erster Mann war!
Ein König, das ich nicht lache, er war es doch,
der sich an die Göttin heran machte!
Er, der große Zauberer, Ihr geliebter Jugendheld!
Und auf den sie immer noch so große Stücke hält!
Nicht wahr, spucke es nur aus:
Sag, wer zog die kleinen Prinzessinnen aus!
Was waren das für Spielchen in der Badewanne?
Los, nehmt lieber ihn in die Zange.
Er ist der wahre Bösewicht,
er gehört vor das höchste Gericht!

Satan stutzte:

Wie bitte? Gott ist ein Kinderschänder?
Und überhaupt, was sind das hier für merkwürdige Verwandtschaftsbeziehungen?
Herr Specht! Jetzt klären Sie uns doch bitte auf!
Sie sind also der zweite Mann dieser Frau.
Und diese Hexe war mal mit einem König verheiratet?
Einem GOTT? Und, wo ist dieser Gott heute?

Jetzt bricht es endlich aus der alten Hexe heraus:

Jetzt halte endlich Deinen gehässigen Rand!
Ich lasse das nicht länger zu!
Dieses gemeine Geschwätz!
Was wisst ihr denn schon!
Nichts! Nichts! Absolut Nichts!

Dann brach sie in Tränen aus und ließ sich fallen. Der General hielt sie jedoch fest:

Nix da, die Tour kenne ich!
So wollen sie sich alle drücken vor Gericht!
Nix da, mit mir gibt es das nicht!
Jetzt wollen wir hören die ganze Geschicht!

Die Frau fasste sich. Sie wischte sich die Tränen vom Gesicht.

Leider weiß ich nichts.
Bitte, das müssen sie mir glauben, hohes Gericht.
Ich bin immer nur das Opfer der Geschichte.
Gott hat mich zur Hexe gemacht,
und von da an, hat man mir nichts mehr gesagt.
Man hat mich in den dunklen Wald gejagt,
dort verbrachte ich eine einsame Zeit.

Herr Specht, ein netter Vogel, kam eines Tages zu mir geflogen,
und, nun, ich habe nicht gelogen,
als ich gesagt: Ich habe Dich gern.
Und er erzählte mir, er käme von einem anderen Stern.

Dort wären Hexen sehr beliebt,
das man dort Wert auf ihr Urteil legt.

Mann und Frau wären gleichberechtigt,
Jedes Wesen sei sehr wichtig.

Arbeit wäre für alle da,
und so wie ich aussähe, würde ich ein Star!
Auf jeden Fall wäre ich eine tolle Braut,
und da habe ich ihm vertraut.

Er nahm mich mit, es ging ruckzuck,
ich sah nach vorn, und nicht zurück.
Die Welt der Götter war mir Feind,
doch warf ich nie den ersten Stein.
Meinen ersten Mann, den liebte ich,
aber, leider, leider, ich verdiente ihn nicht.

Satan wirkte ganz gerührt bei diesem letzten Eingeständnis:

Ja, ja, so geht das, wenn man Götter liebt.
Sie gehen dahin und machen Dich zum Dieb.
Sie verwandeln eine arme Frau in eine Hexe,
also wirklich, das ist doch das Allerletzte!

 

Die Sieben Reiter

Einer der Reiter steht plötzlich auf:

Also, ich verstehe das nicht!
Was ist das denn hier für ein Gericht?
Die Frau bringt fast die Göttin um,
und stellt sich jetzt ganz einfach dumm!

Der brauche ich nur in die Augen zu schauen,
dann kriege ich doch schon das Grauen!
Diese Alte ist verhext,
und die Pistole hat sie bestimmt versteckt!

Die Hexe verteidigt sich:

Die Pistole hat mein Mann!
Was ich sogar beweisen kann.
Hier auf diesem Zettel steht,
das er diese gerne hätte.

Ich habe sie ihm persönlich in die Hand gegeben.
Die Göttin kann das bestätigen, denn sie war dabei gewesen.
Ihren kleinen Sohn hätte er damals fast erschossen,
doch auch er hatte wohl daneben geschossen!

Jetzt rastet der Herr Specht aus:

Was für eine infame Lüge!
Jeder weiß, wie sehr ich das Kind liebe!
Als kleines Baby habe ich ihn schon durch die Welt getragen,
die Eltern konnten es ja nicht machen.

Lagen halt zu lang im Bett!
Sie lebten wie die Maden im Speck!
Fraßen einem alles weg.
Nur der Junge, der war nicht schlecht.

Ein König steckt in ihm.
Ihn zu erziehen war mein Ziel.
Ein Gott für die schöne, neue Welt,
wo nur noch zählt das eigene Geld.

Jetzt wurde Satan neugierig:

Moment mal, das ist ja interessant!
Und wo ist dieser Junge jetzt?

Der Specht windet sich:

Er hält sich versteckt.
Er hat Angst, dass die Göttin ihn entdeckt.

Die Hexe stöhnt:

Er ist halt sehr verwöhnt.

Wieder steht einer der Reiter auf:

Was soll denn diese dumme Geschichte schon wieder!
Bringen die Mutter um, und kloppen sich um den Sohn.
Das kennen wir doch schon.
Das ist doch ein Hohn!

Was ist das denn für eine Welt?
In der nur noch zählt das eigene Geld?
Das ist doch einfach nur noch widerlich!
Wann kommt endlich das Ende der Geschicht!

Die Fruchtbarkeit steht auf:

Also war dieser Mordversuch nicht der Erste. Die Hexe hatte wohl schon damals ihren zweiten Mann angestachelt, die Göttin zu töten. Dabei wäre fast der Sohn drauf gegangen. Und jetzt haben sie es wieder versucht, den Sohn aber sicherheitshalber versteckt. Denn auf den sind Beide scharf. Beide tun alles für Geld.
Du meinst, die Spechts haben sich abgesprochen.

Und Satan hakt nach:

Von welchem Stern kommt denn in Wahrheit der werte Herr Specht? Sagen sie uns, wo ist der Stern mit der Gleichberechtigung, da, wo jedes Wesen etwas zählt. Wo ist diese schöne, neue Welt? Und Frau Specht, wie gefällt es Ihnen denn in dieser ominösen, neuen Welt?

Frau Specht reagiert als Erste:

Die Welt der Spechte?
Nicht einen Tag mehr, für kein Geld der Welt.
Wenn man dort als Frau nicht denkt wie ein Mann,
ist man einfach nur ihr Untertan.
Bücken, Buckeln und an ihren Hoden lutschen …
eine Frau dort nicht viel zählt,
nein, es ist keine schöne Welt.

Hoden lutschen, hast Du einen Knall!
Wann war das denn mal der Fall?
Du hast Dich doch nicht einmal richtig küssen lassen,
mit Dir war im Bett doch nichts zu machen!
Du lagst da wie ein Brett, dass ich beklopfen konnte, wie ich wollte!
Du sagtest nur: Du bist der Specht.
Und das war gegen das Geschäft.

Was für ein Geschäft?
Du hast mich zu Deiner Prostituierten gemacht,
aber niemals für die Leistung gezahlt.
Ich habe geputzt, gewaschen und gekocht,
doch Du hast immer nur gemotzt,
und anschließend auch noch lieblos in mir herum gestocht.
Es ist wahr, ich habe oft gekotzt,
an meinem Bein warst Du ein Klotz.
Und jetzt hast Du mich auch noch verlassen,
bist durchgebrannt mit vollen Kassen!
Ich kann Dich dafür nur noch hassen!

Jetzt schaut Herr Specht doch etwas betroffen:

Niemals sprach sie zu mir so offen,
Du hast mich damit sehr getroffen.
Nur darum habe ich doch so gesoffen.
Wie ein Irrer bin ich um das Dorf gerannt,
habe überlegt, was ich nur machen kann,
das sie mich liebt und mir vergibt,
dass es das versprochene Paradies nicht gibt.
Sie kannte nicht viel und hat mir vertraut,
und so habe ich bald selbst dran geglaubt.
Eine Welt, in der jeder gleich wichtig ist,
es tut mir leid, Frau, die gibt es nun mal nicht.

Und Herr Specht reicht ihr durch den Saal die Hand:

Frau, vergib einem blinden Mann,
ich sah nicht mehr die liebe, kleine Frau.
Es fehlt mir, das ich in Deine Augen schau.
Es fehlt mir, das Lachen in Deinem Gesicht,
aus dem soviel Kraft und Liebe spricht.
Mir fehlen Deine angebratenen Kartoffeln,
mir fehlen sogar die selbstgestrickten Socken.
Mir fehlen die Blumen aus Deinem Garten.
Ich denke ständig daran, wie schön wir es zusammen hatten.
Vergib einem alten, blinden Mann,
der immer nur ein Klotz sein kann.

Da hielt es auch Frau Specht nicht mehr aus:

Ich verzeihe Dir, ich weiß, Du bist kein böser Mann.
Und auch ich ohne Dich nicht mehr fröhlich sein kann.

Beide stehen auf ihren Podesten, und schauen sich an. Da löst der General die Handschellen und klopft der Hexe auf die schmalen Schultern:

Dann gehe jetzt hinüber zu ihm.
Die Anklage war sowieso recht dünn.
Nur die Pistole, die wird konfisziert,
damit nicht doch noch ein Unglück passiert.

Die apokalyptischen Reiter beginnen zu klatschen:

Ja, so etwas, das lieben wir!
So etwas, das kann kein Tier!
Das ist des Menschen größte Kraft,
die Liebe, ja nur sie hat die Macht,
die aus Zwei ein Ganzes macht!

Da nimmt einer der Reiter ein kleines Gerät in die Hand. Er hält es an sein Ohr:

Leute, Leute, habt ihr gesehen?
Die Beiden wollen wieder zusammen gehen!
Es ist noch nicht alles verloren,
die Liebe auf diesem Planeten,
sie ist doch noch nicht gestorben!

Satan schaut etwas irritiert:

Ja wie? Und nun?
Gibt es jetzt etwa nichts mehr zu tun?
Jetzt sitzen die Beiden wieder an einem Tisch,
und was ist mit der Königsgeschicht?
Wird die etwa ruckzuck weggewischt?
Nein, nein, so schnell entlasse ich Euch nicht!
Was ist das für ein Königssohn?
Ich wusste gar nicht, die Göttin hat einen Sohn?

Satan wendet sich mit dieser Frage an die Fruchtbarkeit:

Ohne das ein Gott ein Kind großgezogen,
wird er oder sie niemals auf das Podest gehoben.
Es ist eine Regel im göttlichen Spiel,
ohne Kind kommst Du nicht an das Ziel.
Nur ein Gott, der das Leben kennt,
der auch weiß, was man Familie nennt,
der sich an schlaflose Nächte erinnern kann,
in denen er trug sein krankes Kind auf dem Arm.
Der völlig neue Prioritäten setzte,
und im Laden hinter Windeln herhetzte.
Nur ein Gott, der die wahren Probleme kennt,
wird als Führung von uns auch anerkannt.

Einer der Apokalyptischen Reiter meldet sich zu Wort:

Das finde ich ja mal interessant!
Eltern an die Macht!
Das klingt nicht schlecht!
Auf jeden Fall besser, als ein Herr Specht.
Der Typ ist doch einfach nur selbstgerecht.
Verspricht der Frau das Blaue vom Himmel,
und denkt dabei nur an den steifen Pimmel!

Ein anderer Reiter steht auf:

Und überhaupt, was ist das für eine Welt,
in der nur noch zählt das eigene Geld?
Ich komme aus einem Land,
es liegt weit weg und ist hier wohl unbekannt.
Bei uns zahlen wir auch mit dem einen Geld,
doch dieses nur als Maßstab gilt.
Äpfel und Eier verderben halt schnell,
die Münze ist darum professionell.

Aber seit wann vermehrt sich das Geld von selbst?
Da hat sich doch jemand total verschätzt!
Denn, nur das Leben besitzt die Macht,
die aus Zwei ein Drittes erschafft.
Und weil die Frau das Kind austrägt,
sie bei uns auch das Geld bei sich trägt.
In ihren Händen ist es gut aufgehoben,
und aus der Arbeit der Männer wird Neues geboren.

Um es ganz deutlich zu sagen:
Bei uns verwaltet die Frau die gemeinsame Kasse,
und wir alle finden das wirklich Klasse.
Ein Mann, der bei uns die Kasse klaut,
der wird von uns allen kräftig verhaut.
So etwas gilt als gemeinschaftsschädlich,
und das ist bei uns absolut sträflich.

Ein dritter Reiter steht auf:

Eure Göttin hat das verstanden,
und Sie hat zu Recht auf Ihr Münzrecht bestanden.
Die Kasse gehört in die Hände der Frau,
sie ist die Instanz, der auch ich vertrau.
Auch wir benutzten lange das harte Geld,
doch jetzt haben wir auf Elektronik umgestellt.
Jeder hat ein Konto und eine Karte,
Kredite gibt es jedoch keine,
dafür verwenden wir lieber Steine.
Zinsen sind uns zwar als solche bekannt,
doch sie zerstören nur das fruchtbare Land.
Darum sind solche Mätzchen verboten,
Zinsen, das akzeptieren nur Idioten.

Herr Specht hält es nicht mehr auf dem Stuhl:

Setzt den Frauen nicht solche Flöhe ins Ohr!
Ich kann ihn schon hören den Damenchor:
Wo hast Du das Geld gelassen?
Da fehlt etwas in unseren Kassen!
Hast Du das Ersparte etwa versoffen?
Oder Dich mit einer Hure getroffen?
Ich sage es hier einfach und offen:
Damit kann der Mann nicht leben,
er will sein Geld ohne Kontrolle ausgeben.
Er will selbst entscheiden was er damit macht,
und weil er dafür gearbeitet, ist das auch angebracht.

Jetzt meldet sich Frau Specht zu Wort:

Und meine Arbeit, wer bezahlt die?
Geld gesehen habe ich dafür nie.
Ich konnte niemals selbst entscheiden,
ich konnte mich noch nicht einmal selbst einkleiden.
Für alles musste ich erst fragen,
und dazu noch Bitte Bitte sagen.
Ein Sklave ist da fast besser dran,
muss er nicht auch noch ins Bett mit dem Mann.

Die Fruchtbarkeit meldet sich zu Wort:

Im Grunde ist alles doch sonnenklar!
Ich sage, macht es wie Mutter Natur:
Bei ihr gibt es am Ende nur Dünger oder Saat,
und damit regiert sie einen ganzen Staat.
Wenn alle Äpfel zu Bäumen würden,
das würde sie ruckzuck erwürgen.
Sie hängen für alle im grünen Baum,
Dünger und Saat in einem Raum.
Und Äpfel, die nicht gegessen,
werden der Erde zurück gegeben,
um im Jahr darauf aufs Neue zu leben.

Und wer hat schon jemals erlebt,
das, wenn er im Winter in den Keller geht,
dort mehr Äpfel in der Kiste liegen,
als man im Herbst hinein getan.
Das mit den Zinsen ist widernatürlich.
Wo die herkommen sollen, das frage ich mich.

Herr Specht geht auf die Frage ein:

Das Geld, junge Frau, das arbeitet auf der Bank,
und liegt nicht unterm Bett oder vergammelt im Schrank.
Und für diese Arbeit bekommt es Lohn,
das sind die Zinsen, die bekommt der Besitzer für sein Tun.

Frau Specht fährt dazwischen:

Demnach bekommt sogar das Geld einen Lohn!
Nur die Hausfrau bekommt mal wieder Nichts für ihr Tun!

Herr Specht reagiert ungehalten:

Frau, das verstehst Du nicht.
Für Hausarbeit gibt es so etwas nun mal nicht.
Fanfaren erklingen! Donner und Sturm. Wind und Getöse … Satan in seinem Netz wird durchgeschüttelt. Das Licht geht an und aus. Plötzlich stürmen schattenartige Wesen auf die Bühne. Rufe und Waffengeklirr. Ein laut um sich schreiender Soldat, bis an die Zähne bewaffnet und gepanzert, stürmt herbei und brüllt in den Raum:

Ahhhh … wo ist die Hexe?

Die Schönheit stellt sich ihm ganz ruhig in den Weg:

Entschuldigen Sie bitte, aber wen suchen Sie?
Die Hexe. Wo ist sie? Ich rieche sie. Sie ist hier.
Wie haben hier heute eine kleinere Veranstaltung, ähm … sie stehen auf der Bühne.
Wie? … Was? Wieso?

Der Soldat schaut sich um und erkennt die Zuschauer. Dann fällt sein Blick auf Satan:

Eine schwarze Messe feiern sie wohl! Das sieht mir doch nach obzönen Sexspielen aus.
Nicht ganz. Satan Satanius sitzt hier gerade einer Gerichtsverhandlung vor.

Grüßt Satan den verdutzten Soldaten.

Hallo Herbert.

Die sieben apokalyptischen Reiter ziehen sternförmig durch die Zuschauer in Richtung Bühne. Sie haben ihre Waffen gezückt. Einer hat ein langes Seil in der Hand. Der Nächste hält eine Steinschleuder gespannt. Einer hat eine Laserwaffe, der andere einen Stock. Sie betreten die Bühne. Ihre Kostüme sind farbenfroh und reich verziert. Die Visire ihrer Masken haben sie herunter gezogen. Sie kreisen den Soldaten gemächlich ein.

Was willst Du?

Fragt einer der Reiter.

Ich … äh ja, ich … ich suche die Hexe. Ich bin beauftragt sie unverzüglich mitzunehmen.
In wessen Auftrag kommst Du denn?

Fragt ein anderer Reiter. Sie treten näher.

Eh, was wollt ihr, Satan … was … wer sind die?
Wir sind die kaiserliche Garde der Sonnengöttin.
Und wer bist Du?
Ich bin … der Rächer. Ich bin der Hass.

Der Soldat schaut ins Publikum. Herr Specht hat sich vor seine Frau gestellt.

Lassen Sie bloß meine Frau in Ruhe!
Ach … die alte Schachtel will ihnen niemand nehmen. Ihre Frau interessiert mich nicht die Bohne. Ich suche eine wirkliche Hexe.

Der Rächer schaut suchend durch die Reihen, und wirkt etwas verunsichert:

Satan, ich denke, ich sollte … Du hast doch gesagt …
Nichts habe ich, halte die Schnauze!
Ja aber …
Siehst Du nicht was hier gespielt wird? Verschwinde! Hau ab!
Moment mal, so leicht kannst Du mich hier nicht abservieren! Du hast für mich bezahlt!

Der General mischt sich ein:

Das ist womöglich ein versuchter Auftragsmord. Dafür gibt es die Höchststrafe! Nehmt ihn fest, Freunde!

Und schon war der Rächer mit dem Seil eingefangen. Seine Hände waren festgebunden, seine Waffen wurden ihm abgenommen. Er wehrte sich heftig, aber er hat gegen die Übermacht keine reelle Chance.

Satan! Du hast für mich bezahlt!

Halts Maul!

Der General wendet sich an Satan:

Was soll das heißen, Satan, wen hast Du für was Bezahlt?
Ach, der Typ ist im völlig falschen Film. Der gehört hier gar nicht hin.
Aber trotzdem frage ich Dich: Du bezahlst den Hass? Seit wann gibt es denn so etwas?

Auch die Schönheit ist irritiert:

Es ist doch schon schlimm genug, was an Hass ganz natürlich auftritt. Da muss man ihn doch nicht auch noch schüren, indem man ihn finanziert. Was für armselige Methoden! Satan, ich bin enttäuscht. Das hätte ich nicht von Dir gedacht.
Ach … Schönheit höre nicht auf ihn, er ist die Lüge selbst.
Nein, Satan, ich glaube, Du lügst. Und Du belügst Dich selbst.

Einer der Reiter wendet sich an den General:

Was sollen wir mit diesem Giftzwerg hier machen?
Ich denke, die Göttin würde ihn, wenn sie ihn nicht ignoriert, an den Pranger stellen, und öffentlich auf Wasser und Brot setzen lassen. Seine Financiers, jedoch, die müssten mit einem harten Urteilsspruch rechnen. Und das kann dann sehr teuer werden. Da ist die Gesundheit schnell Schnee von gestern. Das erzwingt alleine schon der Ausgleich. Das Gleichgewicht. Die Gerechtigkeit.
Der Hass gehört hinter Gitter. Am Besten für immer.

Sagt die Schönheit. Der General antwortet:

Lebenslänglich lehnt die Göttin grundsätzlich ab. Sie führt gerade eine Kampagne an, die im gesamten Universum mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird. Sie streitet mit den Göttern, wann die Erbschuld, die ja eine radikale Form der Lebenslänglichkeit ist, wann eine solche, über das eigene Leben hinaus reichende Strafe abgebüßt ist. Sie will die Erbschuldakte „Adam und Eva“ abschließen. Aber es gibt natürlich auch noch andere Stimmen im Universum.
Das interessiert hier und heute keinen mehr, diese Geschichte ist doch nun wirklich Schnee von Vorgestern.

Antwortete der Hass bissig. Die Reiter halten ihn fest.
In diesem Moment betritt die Göttin die Bühne. Sie trägt ein langes weißes Kleid und einen mit Blumen und Vögeln bestickten roten Mantel. Sie stützt sich mit einer Hand ihren Rücken:

Was für ein Krach … was ist geschehen?
Oh Göttin, Du bist wieder erwacht!

Ruft der General erleichtert. Die Schönheit und die Fruchtbarkeit eilen zu ihr. Einer der Reiter holt den Richterstuhl herbei, die Göttin nimmt Platz.

Danke, ich danke Dir. Oh …. mein Rücken …
Hast Du große Schmerzen?

Fragt einer der Reiter besorgt. Die Göttin verzieht das Gesicht und nickt mit dem Kopf. Satan zischt sie gereizt an:

Ach … stell Dich nicht so an. Heile Dich doch selbst! Für eine Göttin dürfte das schließlich kein so großes Problem sein.
Aber Satan! Wo bleibt Dein Mitgefühl?

Reagiert die Schönheit entsetzt.

Mitgefühl? Sie hat mich hinterhältig herein gelegt und ich soll noch Mitleid mit ihr haben? Ich wollte sie retten, und dafür hänge ich jetzt hier. Ich kann weder vor noch zurück! Du scheinheiliges Miststück! Ich breche Dir alle Knochen, wenn ich Dich in die Finger kriege!
Was ist denn plötzlich in den gefahren?

Fragt ein Reiter einen anderen.

Gekränkte Liebe, mein Freund. Und Satan war immer schon ein sehr rachsüchtiger Mann.
Mit der Rache bin ich bisher auch sehr gut gefahren! Schaut doch, was passiert einem liebenden Mann, wenn er sich zum Retter aufschwingen will. Ehe er sich versiehst, hängst er in ihrem Netz gefangen! Selbst den neuen Gott hat sie damit eingefangen! Sie ist gefährlich diese Frau! Nein, Leute ich sage Euch, in Wahrheit ist sie die Schwarze Sau! Ich weiß es ganz genau! Sperrt sie ein, sie ist eine gemeine und verbrecherische Frau!

Satan zerrt an den Seilen des Netzes:

Ich hasse diese Frau!
Es ist Alles nur Show!
Ihr ganzes Gehabe! Lug und Trug!
Ich habe von der Geschichte endgültig genug!!
Sie hat meine Liebe schmählich verraten!
Hört nicht auf Sie, das kann ich Euch nur raten!
Sie stellt sich selbst auf ein Podest,
das ja doch nur Einbildung ist!
Die Welt der Götter ist tot!
Der Stier sieht rot!
Sein Gott ist tot!
Ahhhh ….
Die Welt der Götter ist fern!
Jetzt regieren die anderen Herren!
Gott ist tot! Jetzt regiert die Hungersnot!
Jetzt gibt es für alle nur noch Wasser und Brot!
Ahhhh ….
Lauft, lauft, noch habt ihr Zeit!
In 10 Minuten ist es soweit!
Die Angreifer sind bereit!
Denn ihr Stier ist nun befreit!
Ahhh ….

Die Höllenhunde und der Schwarze Engel sind in den Rhythmus eingestiegen und der Gitarrist tritt ans Mikrofon:

Was bist Du doch nur selbstgerecht!
Bah, mir wird ganz schlecht!
Was bist Du nur für ein feiger Mann?
Bah, wird mir schlecht!
Sag! Wessen Herren bist Du ihr williger Knecht?
Verrätst Deine eigenen Leute!
Gibst sie den Feinden zum Fraß, zur Beute!
Nur, weil die Göttin Dich nicht ficken wollte!
Bah, ist mir schlecht!
Satan ist der Fremden ihr Knecht!
Hast Du etwa auch sie bezahlt für ihren Hass?
Ist denn hier auf niemanden mehr verlass?
Unser eigener Satan ein Verräter!
Er, der eigentliche Übeltäter!

Trommeln und Fanfaren erfüllen den Raum, dann wird es wieder still. Die Göttin steht auf, und wendet sich an das Publikum:

Es tut mir Leid.
Ich habe wohl den falschen Mann ausgesucht.
Ich dachte er wäre der Aufgabe gewachsen,
doch sein Gehirn wurde wohl zu gründlich gewaschen.
Er denkt auch nur noch an seine eigenen Taschen!
Schade. Es tut mir Leid.
Ich habe geglaubt, er sei gescheit.
Aber leider ist er dauerbreit.
Sein Geist ist nicht befreit.
Es ist das Kind, das in ihm schreit.
Es tut mir ehrlich Leid.
Er ist wohl doch noch nicht soweit.

Sie wendet sich an Satan:

Schade, Satan. Es tut mir Leid.
Als ich sagte: Ich liebe Dich.
Da sah ich in ein anderes Gesicht.
Da stand ein Mann, der traute sich.
Da war ein Mann, der liebte mich.
Aber niemals habe ich Dir mehr versprochen,
und von geschlechtlicher Liebe habe ich nie gesprochen.
Ich habe Dir gesagt: Ich liebe dich.
Sei mein Bruder, mehr jedoch, will und kann ich nicht.
Ich habe es Dir sogar schriftlich gegeben.
Du bist mein Bruder in dieser Geschicht,
und das Sex unter Geschwistern nun mal verboten ist.

Satan brüllt ihr ins Gesicht:

Das war doch alles nur eine üble List!
Du bist eine Hexe! Mehr bist Du nicht!
Darum schlug ich Dir ins Gesicht!
Du bist die Sau in dieser Geschicht!

Mann, was war ich doch bescheuert!
Ich habe sogar um Dich getrauert!
Ich habe mir Sorgen um Dich gemacht!
Du hast mich um den Schlaf gebracht!
Und dann hast Du mich zum Narren gemacht!

Du hast mich eingesponnen mit Deiner Magie!
Du hast gesagt, ich wäre mit von der Partie!
Doch dann hast Du mich ausgeschlossen,
darum, nur darum wurdest Du beschossen!
Du hast Dir damit selbst in den Rücken geschossen!

Ja, ich gab Dir einen Tritt!
Ja, ich gab den Feinden einen Tipp!
Ihr alle werdet es erfahren!
Sie sind gekommen, schon vor Tagen!
Und bald werdet ihr alle Bitte, Bitte sagen!

Und Du, Du hinterhältige Sonntagsgöttin!
Du wirst Dich noch an mich erinnern,
wenn sie Dir prügeln den vergötterten Hintern!
Und Dein ganzer, wunderbarer Sonntagsstaat,
wird auf dem Scheiterhaufen gebracht!

Die Schattenwesen treten ins Licht. Einer ist hässlicher als der andere. Es sind Reptoiden:

Die Zeit ist um.
Wir sind nicht mehr stumm.
Jetzt dreht sich der Spieß endlich herum.

Die Wesen kommen näher und greifen die Reiter an. Es entwickelt sich ein Kampf Mann gegen Mann. Jeder Reptoide schlägt eine Peitsche, sie schlagen im 4/4 Takt:

1, 2, 3, 4 … 1, 2, 3, 4 …

Sie sind in der Übermacht. Die apokalyptischen Reiter werden umgebracht. Die Göttin wird an ihren Stuhl gefesselt. Die Schönheit und die Fruchtbarkeit geknebelt. Der Hass ist wieder frei, und Satan ruft sie zur Hilfe herbei:

Befreit mich!
Ich bin hier oben!
Zerreißt das Netz, so wie besprochen!

Doch die Reptoiden beachten ihn nicht. Sie schauen sich im Publikum um.

Ihr seid ab jetzt unsere Sklaven.
Die Show ist vorbei.
Wer sich wehrt, den schlagen wir zu Brei!
Wir übernehmen wieder die ganze Macht.
In Eurem Universum herrscht ab jetzt tiefe Nacht!
Wir werden Euch vernichten mit unserer Kraft!
Denn, in Euerm Blut versteckt sich ein Saft,
der auch unser Universum wieder lebendig macht!

Ein anderer Reptoide springt wie wild im Kreis herum:

Wir haben es geschafft!
Jetzt haben wir die Macht!
Gleich werde ich trinken von dem Saft!
Und dann bricht heraus die ganze Kraft,
die aus Reptoiden wieder Dinos macht!
Wir haben es geschafft!
Wir sind die Sieger in diesem Spiel!
Ein neues Universum, das kriegt ihr nie!

Und dann fallen alle Reptoiden in diesen Rhythmus ein:

Ein neues Universum, das kriegt ihr nie!
Denn, wir sind die Sieger in diesem Spiel!

Die lange Nacht

z.B. Brian Eno, Titel 5 geht über in Titel 6. Die Reptoiden tanzen.

Und der Hass packt endlich aus:

Der Alkohol hat Euch betäubt!
Er macht, das keiner sich sträubt.
Ihr alle seid hinein gelegt.
Er macht, das keiner sich bewegt.
Er ist das perfekte Nervengift.
Ein Entkommen gibt es nicht!

Der Alkohol ist Euer Freund?
Ihr bezahlt für Euren eigenen Feind!
Er trübt Euer heiliges Augenlicht.
Doch zum Glück, Ihr merkt es nicht!
Er macht Euch zu billigen Sklaven,
die auch noch Bitte, Bitte sagen!

Ach wie gut, das niemand weiß,
wie der Teufel wirklich heißt!

Die Projektionswände sind alle herunter gelassen. Bilderfolgen von Mord, Totschlag, Naturkatastrophen, Krieg, gefräßigen Krokodilen, Schlangen und Kukluxklan Zipfelmützen, Peitschen knallen, Sklavenheere, Kinderarbeit, geschlagene, ausgepeitschte Rücken … eine Mischung aus allem, was das Internet diesbezüglich an aktuellen und historischen Bildern zum herunterladen anbietet.

Birth control Plastic People … und die Reptoiden tanzen. Sie singen im Chor:

Sieg! Sieg! Sieg!
Krieg! Krieg! Krieg!

Plötzlich erklingt ein Knall! Donner und Blitz durchzucken den Raum, die Musik bricht ab. Die Reptoiden bleiben stehen und schauen sich irritiert um. Eine metallisch klingende Männerstimme erfüllt den Raum:

Wer hat gesagt, das ihr hier herumtanzen dürft?
Marsch, auf Eure Plätze!
Habt ihr schon die Sicherheit des Ortes geprüft?
Wo ist die verrückte Königin?
Und habt ihr auch das Kind?

Die Reptoiden zucken eingeschüchtert zusammen:

Großer Meister, wir haben die Königin! Und hier irgendwo ist auch bestimmt ihr Sohn.
Sagt bloß, ihr habt ihn noch nicht! Verdammt noch mal, wir brauchen dieses Schwein!

Einer der Reptoiden tritt hinter die Göttin und legt ihr eine Schlinge um den Hals:

Los, sprich! Wo hast Du ihn versteckt?

Die Göttin antwortet ruhig:

Es tut mir Leid. Das weiß ich nicht. Er versteckt sich, er hat wohl etwas Angst vor mir.

Angst vor Dir? Erzähle keinen solchen Scheiß, Dein Sohn ist ein Berserker aus festem Fleisch. Den haut so schnell niemand um, verkaufe mich also nicht für dumm! Sonst bist Du gleich für immer stumm.

Mann, lass den Scheiß, wenn sie nichts sagt, finden wir ihn nie. Ich weiß etwas Besseres. Wir werden sie dem Satan da oben schenken. Er wird ihr die Knochen brechen. Und wenn sie dann ganz laut schreit, kommt das Kind bestimmt herbeigeeilt.

Ich weiß nicht, ist das gescheit? Dann sind die Beiden zu Zweit.

Hast Du nicht gehört von seinem mörderischen Hass, er wird sie für uns töten. Und wir sind aus dem Schneider. Um einen Gott zu töten fehlt uns selbst die Macht.

Und Du meinst der Kerl da oben hat die Kraft?

Sie hat ihm doch selbst verraten, wie man es macht.

Sie gehen zum Netz und rufen Satan an:

Los, komm herunter und sei unser Mann.
Zeige uns, wie die Frau schreien kann.
Und wenn der Sohn betritt den Saal,
dann töte sie, wie ist uns egal.

Mit bloßen Händen geht das nicht.
Ich brauche dafür ein spezielles Licht,
das für uns alle gefährlich ist.
Und ich sage Euch ganz offen,
eine Göttin zu töten, das hat Folgen.

Wieder ertönt die metallische Männerstimme:

Ihr sollt die Frau nicht umbringen,
ihr sollt den Sohn zu mir bringen!

Ein Reptoide antwortet:

Wir haben die Mutter, doch der Sohn ist nicht hier.
Sie behauptet, er hat Angst vor ihr.
Ja, kann man Euch denn nicht einen Moment alleine lassen?
Muss ich denn alles alleine machen?
Schafft mir endlich den Sohn herbei,
sonst schlage ich Euch auch noch zu Brei!

Ein Reptoide fragt einen anderen:

Was sollen wir denn jetzt machen?
Satan muss sie ja nicht gleich umbringen. Er soll sie nur zum singen bringen.
Das ist die Lösung. Satan, hast Du gehört?
Ich habe Euch sehr gut verstanden. Doch auch dafür brauche ich ein paar besonders helle Lampen.
Sag uns was Du brauchst. Hauptsache die Frau schreit laut auf.

Und dann geht alles sehr schnell. Ein Reptoide klettert zu Satan herauf und befreit ihn von den Fesseln. Satan dreht den Spieß um, und plötzlich hängt der Reptoide in der Mitte.

Eh … Du Verräter …
Hals Maul! Einer muss oben bleiben. Du hast von hier den Überblick. Und wenn der Sohn kommt, dann gib uns einen Wink. Ich werde jetzt die Zeremonie vorbereiten. Du darfst sie nachher auch von hinten reiten.
Oh … und ich dachte schon.
Nicht denken, mein Freund. Halte Ausschau nach dem Sohn. Den Rest, den mache ich dann schon.

Und Satan klettert über die Seile hoch in die Bühnentraverse und fummelt an den Lampen herum. Er richtet sie auf die Bühnenmitte. Alle anderen Lampen gehen aus. Der Reptoide im Netz protestiert:

Eh … jetzt kann ich ja gar nichts mehr sehen!
Ich brauche gute Sicht, sonst kann ich nicht richtig arbeiten. Schau nicht in das helle Licht, dann gewöhnst Du dich an die Dunkelheit und siehst mehr als wir alle zusammen. Und sobald sich etwas bewegt, gib mir ein Zeichen.

Dann klettert Satan über das Netz hinunter, bis er wieder mit beiden Beinen auf dem Boden steht: (Arrested Developement)

So, und jetzt bestimme ich, wie es weitergeht.
Holt mir den Tisch herbei, der hinter der Bühne steht.
Das wird unser Altar, und ein paar Kerzen bringt mir auch herbei.
Die Königin machen wir jetzt zur Göttin der Nacht,
und danach wird sie umgebracht!
Ihr werdet Eure Freude haben, wenn wir erst die Tat vollbracht!

Einer der Reptoiden stößt einen anderen an:

Ich sagte Dir ja, das er was kann!
Schau Dir nur mal seine Augen an,
den blanken Hass Du darin erkennen kannst.
Er ist ein großer, starker Mann,
gegen ihn kommt die Göttin nicht an.
Und er weiß, wie man sie zum Singen bringen kann!
Und wenn der Sohn auf ihre Schreie hin erscheint,
fangen wir ihn und übergeben Beide dem Schwarzen Schwein.

Da wendet sich Satan an die Beiden:

Das würde ich mir an Eurer Stelle noch einmal gut überlegen.
Mit ihrem Herzblut könnten wir auch selbst die Macht übernehmen.

Satan schiebt den Tisch in den Lichtkegel. Die beiden Reptoiden treten zu ihm:

Wie meinst Du das?

So, wie ich es sage…

Wir können die Macht auch selbst übernehmen,
wir müssen ihr nur das Herz herausnehmen.
Ein Biss genügt, und wir sind wie Sie.
Ihr Geist ist in uns. Und wir sind so stark wie Sie.
Was glaubst Du wohl, warum das Schwein die Beiden haben will?
Er weiß es genau, ohne ihre Herzen, wird er nie so mächtig wie sie.

Die Reptoiden ziehen sich zur Beratung zurück. Satan bereitet den Altar vor und stellt sechs große Kerzen um den Tisch. Dann geht er zur Göttin und fordert sie auf:

Gehst Du freiwillig mit, oder benötige ich Gewalt?
Du wirst mich wohl tragen müssen. Mit drei Schüssen in den Rücken fällt auch einer Göttin das Gehen schwer.
Das bisschen Hexenschuss! Los komm, auf den letzten Metern brauchst Du nicht mehr schreiten wie eine Königin. Von mir aus kannst Du auf allen Vieren kriechen, wäre sowieso viel angemessener.

Die Göttin schüttelt resignierend den Kopf. Dann erhebt sie sich. Sie muss sich abstützen. Man sieht ihr an, das sie Schmerzen hat. Doch Satan reicht ihr weder den Arm, noch scheint er Mitleid zu haben. Im Gegenteil:

Tja, das hättest Du wohl nicht gedacht! Hast geglaubt ich sei Dir verfallen wie alle anderen! Aber ich werde Dich meiner eigenen goldenen Zukunft opfern. Und ich werde mein Vergnügen daran haben.
Sicherlich Satan. Du bist halt ein Siegertyp.

Und die Göttin greift nach seinem Arm:

Darf ich?
Bitte. Auch Deine körperliche Nähe kann mich nicht mehr erweichen. Ich werde Dich töten, Monalisa.
Bitte. Ich wünsche guten Appetit.
Du glaubst wohl nicht daran. Hoffst vielleicht auf Deinen Göttergatten. Aber da muss ich Dich enttäuschen. Der wird nicht mehr rechtzeitig zurück sein. Der hat jetzt ganz andere Sorgen.
Sicherlich Satan. Lass uns gehen.

Und Monalisa ging auf seinen Arm gestützt in Richtung Altar. Und Satan rutschte heraus:

Wie ein Hochzeitspaar, findest Du nicht?
Du hast mich halt zum Fressen gern, nicht wahr?
Na, der Humor wird Dir noch vergehen, meine Liebe.

Auf dem Rücken der Göttin werden drei größere Blutflecken sichtbar.
Sie geht leicht gekrümmt und der General, der sich die ganze Zeit in der Zuschauermenge verborgen gehalten hatte, hält es nicht mehr aus:

Was bist Du nur für ein mieses Schwein!

Satan dreht sich zum Publikum.

Was willst Du … Sklave?
Wenn ich Dir eines versichern kann, Du Knecht, ich bin lieber der Sklave einer schönen und klugen Herrscherin, als der dumme Knecht eines hässlichen Schweins. Und darum, wenn Du gestattest …

Und der General sprang auf die Bühne und war in wenigen Schritten bei Monalisa. Er fing die Königin auf. Denn als Satan sich dem General gegenüberstellen wollte, hatte er Monalisa den Arm entzogen, worauf diese das Gleichgewicht zu verlieren drohte.
Als sich Satan seine Beute wieder holen will, sieht er die Blutflecken auf ihrem Rücken. Er bleibt verdutzt stehen. Er ist offensichtlich überrascht und irritiert.

Ein Hexenschuss blutet nicht.
Nein, Satan, ein Hexenschuss blutet nicht.

Jetzt werden auch die Reptoiden aufmerksam und unterbrechen ihre Unterredung.

Was will der Kerl da mit der Göttin, Satan?
Ach … ein Sklave, er hilft mir die Göttin auf den Altar zu betten. Ich will mir die Finger an ihr nicht mehr schmutzig machen. Wenn das mit dem Herz so richtig gut funktionieren soll, dann sollte das Opfer vorher möglichst nicht mehr berührt werden.
Ach so … und der Sklave? Der berührt sie doch.
Aber er frisst sie ja auch nicht.
Ach so …

Und die Reproiden stecken wieder die Köpfe zusammen.
Der General und Satan schauen sich in die Augen. Die Göttin lehnt ihren Kopf an die Schulter des Generals.

Hast Du große Schmerzen?
Es geht schon.
Die Wunden bluten wieder, wir sollten dem ganzen Treiben hier langsam ein Ende bereiten, Königin. Du willst Dich doch von diesem Natterngezücht nicht auch noch in 14 Stücke reißen lassen. Dein Pazifismus in allen Ehren. Aber ich finde, tote Götter haben wir genug gehabt.
Tote Götter leben länger, Nuda.
Das widerspricht sich doch.

Rutscht es Satan heraus.

Siehst Du, Nuda, so ist das mit den Schwarzmagiern. Sie machen die Rechnung immer ohne den Wirt.

Satan scheint aus dem Konzept zu kommen, und wirft einen besorgten Blick in die Ecke, in der die Reptoiden (Reps) immer noch diskutierten. Er scheint verunsichert, und schaut immer wieder auf die größer werdenden Blutflecken.

Sie verblutet.
Entscheide Dich, Satan.

Wieder werden die Reptoiden aufmerksam:

Alles o.k., Satan?
Alles paletti. Wir müssen uns jetzt beeilen, die Göttin verblutet, und wenn in ihrem Herz keines mehr zurück bleibt, das wäre schlecht für uns alle. Wir müssen die Blutung stoppen, sonst läuft sie uns noch ganz aus. Und? Habt ihr Euch entschieden? Wer soll ihr Herz bekommen?
Wir beraten noch. Zwei wollen nicht mitmachen. Sie haben Angst vor dem Schwarzen Schwein. Aber ich bin dafür. Also … wenn’s nach mir geht … stoppe die Blutung … wir beraten noch.

Und dann steckt der Krokomensch seinen Kopf wieder in den Kreis der beratenden Reptoiden.
Und der General trägt die Göttin zum Altar. Sie öffnen ihr das Kleid. Dann schaut der General auf die Schönheit und die Fruchtbarkeit. Auch Satan schaut zu den beiden geknebelten Frauen herüber. Und Satan entscheidet sich. Er geht zu ihnen und befreit sie aus ihrer Zwangslage.

Schönheit, willst Du meine Sklavin sein?
Lieber bin ich die Sklavin eines schönen und klugen Mannes, als die verlorene Liebe eines dummen Knechts.

Und die befreiten Frauen eilen zum Altar und beugen sich über die verletzte Königin.
Der General und Satan stellen sich davor und schauen zu den diskutierenden Reptoiden herüber.

Haben wir eine Chance?

Fragt Satan den General.

Wenn Du kein falsches Spiel treibst.
Aber, vielleicht liegt darin ja die Lösung. Nicht jede List ist Hinterlist.

In diesem Moment beginnt der Pieper des Reptoiden, der oben im Netz hängt, zu piepen.

Ja, hi, hier 739 … alles ruhig, keine Gegenwehr. Der Sohn? Noch nicht … wir erwarten ihn jeden Moment. O.k. ich melde mich wieder.

Der Reptoide steckt seinen Pieper wieder ein.

Eh … Leute, was ist jetzt? Der Alte fragt, wann wir endlich fertig sind.

Die Reptoiden treten vor und schauen zu ihm hoch.

Wir haben beschlossen das Herz unter uns aufzuteilen. Der Chef hat schließlich nicht gesagt, das er auch die Göttin haben will.
Die Reiter liegen an den Bühnenseiten. Einer der Reptoiden gibt einem der Reiter einen Tritt.

Die sind alle…
Ich habe es ja immer schon gesagt: Mit denen werden wir keine Schwierigkeiten haben. Mit einer Steinschleuder! Ha, so ein Schwachkopf!
Der hier hat ein Lasso. Die sind doch total hinterm Mond. Damit führt man doch keine Kriege! Spinner, alle miteinander! … Na, uns soll es Recht sein.
Der eine da, mit der Laserkanone, so ein Hampelmann … hat damit um sich geschlagen, statt zu schießen.

Ein anderer Reptoide wühlt in den Klamotten einer der Reiter. Er findet einen Zettel und versucht ihn zu entziffern:

Ich glaube es nicht … wisst ihr, was hier steht? Gewalt ist keine Lösung.
Ha, ha, ha …ich glaube es nicht! Die Kaiserliche Garde der Sonnengöttin! Alles Weicheier! Ich lache mich schlapp!
Ha, ha, ha, … und Satan? Ist das Essen schon fertig?
Ja, die Blutung ist gestoppt. Wir können beginnen.

Satan zückt ein Messer und beugt sich über die Königin.

Na, erkennst Du es wieder? Du vergaßt es mitzunehmen. Da habe ich es an mich genommen.
Das magische Messer? Satan, kannst Du damit denn überhaupt umgehen?
Ich übe noch. Wenn’s weh tut, schrei ruhig. Dein Sohn wird wahrscheinlich sowieso nicht kommen. Egal, wie laut Du brüllst. Er ist nun mal ein Schisser. Ein Feigling. Hast es ja selbst gesagt. Der hat die Hosen voll. Und Dein heißgeliebter Gott offensichtlich auch.

Die Schönheit schaut Satan irritiert an:

Sag mal, was für ein Spiel spielst Du?
Fähnchen, Fähnchen wechsle Dich. Kennst Du das nicht?

Und er greift ihr in die Haare, zwingt sie zu Boden und sagt zu einem Reptoiden:

Fessel sie. Beide. Aber lass Deine Finger von ihr! Die gehört mir. Nach so einer Herzmahlzeit ist die Liebe immer ganz besonders schön.
Satan? Ist das Dein …

Er legt ihr die Hand auf den Mund.

Halts Maul. Wir sprechen uns später.

Und der Reptoide schleppt die gefesselte Schönheit an die Seite. Der Fruchtbarkeit erging es ebenso.
Der General wurde von drei Reptoiden in Schach gehalten. Er schaut besorgt zu Göttin:

Es tut mir Leid, Monalisa.
Mir auch, Nuda.

Satan baut sich hinter dem Altar auf, breitet seine Arme aus, (Priestergewand), nur der Altar ist beleuchtet. Nebel kommt auf. Und Satan beginnt mit seiner Opferung:

Mein Vater! Mutter!
Erkennt Ihr mich wieder?
Ich bin Euer zweiter Sohn.
Ihr seht mich nun wieder.
Alle knien nieder.

Er gibt den Reptoiden ein Zeichen, die verstehen nicht gleich was er will, dann aber folgen sie seiner Aufforderung und auch der General wird auf die Knie gezwungen.

(Sympathie for the devil.)

Er hebt das Messer und richtet es auf die Göttin:

Mein Vater! Mutter!
Die Zeit der Verbannung ist vorbei.
Es hat sich gedreht das goldene Ei.
Ich komme bald nach Haus.
Das Licht gehe aus!

Die Scheinwerfer gehen aus. Jetzt wird die Bühne nur noch durch die Kerzen erhellt. Satan will zustoßen. Doch in diesem Moment schreit die Hexe laut auf:

Ohhh … Nein! Satan nein!
Mein verirrter, verlorener Sohn!
Sie ist Deine Schwester!
Halt ein! SIE ist doch Deine große Schwester!

Satan hält mitten in der Bewegung inne:

– Was sagst Du? SIE? … meine Schwester?
Ja, mein Sohn.
DU bist meine Mutter?
Ja, Satan, und SIE ist meine Tochter.

Satan lässt das Messer sinken. Da werden die Reptoiden unruhig und greifen zu ihren Waffen. Doch im Dunkeln kämpft es sich nun mal nur sehr schlecht. Die Kerzen flackern im Wind und drohen zu erlöschen. Es kommt zum Tulmult, denn plötzlich erwachen die apokalyptischen Reiter aus ihrer Starre und greifen die Reptoiden an. Sie kesseln sie ein und mehrere Lassos fliegen durch die Luft und verschnüren die Reptoiden zu einem Knäuel. Der Reptoide im Netz ruft über seinen Pieper nach Unterstützung:

Hauptmann, Hauptmann! Ein Hinterhalt! Wir sind in der Klemme! Hauptmann! Hauptmann! Zu Hilfe! …

Doch der Empfang ist wohl gestört, es werden nur Sprachfetzen, Knistern und Rauschen übertragen. Der Reptoide zerrt verzweifelt an den Seilen. Da trifft ihn ein Stein mitten auf die Stirn, und er sackt in sich zusammen.

Und Satan ruft:

Es werde Licht!

Und es wurde Licht. Alle Scheinwerfer waren auf den Altar gerichtet. Dort lag die Göttin und lachte:

Jetzt hat die alte Hexe es doch noch verraten.

Und die Göttin lacht. Sie richtet sich auf und dreht sich zum Publikum:

Ich sagte ja, er hat die Rechnung ohne den Wirt, oder besser, die Wirtin gemacht.
Du hast es gewusst?
Das Du der Sohn dieser Hexe bist? Ja, das habe ich gewusst.
Und auch, das Du ihre Tochter bist?
Es ist so, und doch war ich mir nie wirklich sicher.

Sie war mir immer fremd, diese kleine Frau.
Und ich zweifle noch heute, wenn ich ihr in die Augen schau.
Sie ist so bitter und verbockt.
Ihr Wesen erscheint mir kalt und sehr verstockt,
und dennoch, es ist wohl wahr:
Sie ist die große Göttin im Hexenrock,
die damals ging mit dem Mann mit dem Stock.
Ihre Mädchen lies sie als kleine Kinder zurück,
als sie versuchte mit einem anderen ihr Glück.

(Keith Jarreth)

Und als ich sie später wiedersah,
bildete sie mit diesem Specht ein Paar.
Und als ich selber schwanger war,
da half mir dieses Vogelpaar.
Sie liebten meinen Sohn, es ist wohl wahr:
Sie gaben mir Schuhe für das Kind,
und eine Mütze gegen den Wind.
Später ist er dann oft zu ihnen gelaufen,
sie wollten mit ihm die Stadt leer kaufen.

Der Specht bildete sich ein,
er könnte so sein Vater sein.
Denn eigene Kinder hatte er nicht,
ob er nicht konnte, das weiß ich nicht.
Er tat viel für meinen Sohn, es ist schon wahr:
Und er verlangte keinen Lohn,
nur die Hexe, die natürlich schon.
Ich tat für sie, was ich konnte,
sie nahm auch alles, Zug um Zug,
und dennoch: Es war ihr nie genug.

Sie wollte leben wie ein Star,
wenn sie schon keine Königin war.
Sie wollte leben mit meinem Sohn,
denn ihren eigenen, den verlor sie schon.
Sie suchte Dich in meinem Kind, es ist wahr:
Du bist ihr verirrtes, ihr verlorenes Kind,
doch dich trug hinweg der eisige Wind.
Engelmacher waren gekommen,
und haben Dich eines morgens mitgenommen.

Ja, Satan. Du bist des Zauberers einziger Sohn,
doch hat er Dich nie persönlich gesehen.
Sie war schwanger in den Wald gelaufen,
und warf Dich dort auf einen Haufen.
Sie hat darüber sehr geweint, das ist schon wahr:
Sie wollte jedoch Deine Mutter nicht sein,
hielt sie den Vater doch für ein mieses Schwein.
Er war des Nachts zu ihr ins Bett gekrochen,
und hatte sie mit Gewalt genommen.

Erschüttert dreht sich Satan zu der Hexe um:

Mutter, ist das wirklich wahr?
Ist mein Vater so ein Barbar?

Die Hexe bricht in Tränen aus. Herr Specht schaut sie entgeistert an:

Was? Du tötestes Dein eigenes Kind?
Du legtest es in den eisigen Wind?
Welch ein grausames Verbrechen?
Und Du glaubst, dies wird sich nicht rächen?

Da steht die Hexe auf, und weint:

Ja, ja, ich habe diese Tat begangen.
Ich wusste nichts mit ihm anzufangen.
Ich hatte niemanden der mir half.
Ich war alleine in dem dunklen Wald.
Ich warf Dich weg, es ist schon wahr:
Die Engel haben ihn mitgenommen,
und ich schwor, nie mehr ein Kind zu bekommen.
Nie mehr wollte ich lieben einen Mann,
so, wie es nur eine Frau tun kann.

Ich hasste die ganze Götterwelt,
weil sie mich nicht mehr dazu gezählt.
Der Zauberer hatte mich gequält,
und mir schreckliche Sachen erzählt.
Ich fürchtete mich, es ist schon wahr:
Er wollte einen Sohn von mir,
er sagte, er würde ein großes Tier.
Er würde ihm alle Tricks verraten,
und ihn zu einem Herrscher machen.

Und dieser würde die Frauen lehren,
den Mann als einzigen Gott zu verehren.
Er wollte errichten ein Patriarchat,
so, wie er es dann ja auch tat.
Ich wollte diese Zukunft nicht, es ist wahr:
Ich vernichtete Dich.
Ich fürchtete mich.
Doch die Engel haben Dich beschützt,
und der Zauberer hat dies ausgenüzt.

Jetzt schaltete sich der General ein:

Gut, Satans Vater war vielleicht ein Schwein,
und es passt schon, sein Sohn könnte er sein.
Doch ich frage mich:
Warum magst Du die Göttin nicht?
Sie ist doch Deine eigene Tochter!
War ihr Vater denn noch schlimmer?
Sie will doch beenden das Patriarchat,
Ich frage mich, was SIE Dir antat?

Die Hexe schaut Monalisa an:

Ich habe ihr doch nichts angetan!
SIE ging ins Bett mit meinem Mann.
Sie hat sich nackt zu ihm gelegt,
und mit seinem Gemächt gespielt.
In der Wanne habe ich sie zusammen erwischt,
und Ihre Geschichte dazu glaube ich nicht.
Auch er wollte ein Kind von IHR,
ein eigenes Universum versprach er dafür.

Ich habe es selbst von ihm gehört,
er war von IHR betört.
Eine Göttin sei sie, lieb und gescheit,
er sagte mir, wie sehr ihn das freut.
Dieses Kind sei eine Königin,
mit ihr ginge die alte Welt dahin.
Er wolle IHR ein Universum schenken,
und dieses sollte SIE dann selber lenken.

Jetzt rief der alte Herr Specht dazwischen:

Von solch einem Unsinn will ich nichts hören!
Ich lasse mich durch dieses Gör nicht betören!
Ein Matriarchat! Das hatten wir doch schon!
Ich bin dagegen! Ich bin für den Sohn!

Satan schaut die Göttin an:

Was hast Du nur für eine Familie?
War Dein Vater etwa pädiphil?

Die Göttin schaut ihre Mutter an:

Die Liebe meines Vaters ging nie zu weit.
Doch, der Alkohol war ein Freund in dieser Zeit.
Und so hat er sich einmal etwas vergessen,
der Teufel hatte ihn fremdbesessen.
Ich habe ihm das jedoch verziehen,
denn, er hatte seinen Fehler rechtzeitig eingesehen.
Leider habe ich es der Hexe erzählt,
und die trug es dann durch die halbe Welt.

Schützen wollte sie mich vor dem Schwein,
sie sagte, ich könne nun leider kein Engel mehr sein.
Der Schmutz, der würde an mir kleben,
und ein Universum würde es auch nicht geben.
Die Welt der Götter sei entehrt,
darüber zu trauern sei es nicht wert.
Es gäbe schließlich das Wunderland,
in dem auch eine Hexe fand einen Mann.

Und der Specht, der ging zur Polizei,
und die schlug die Welt der Götter zu Brei.
Die Magierkönige wurden umgebracht,
und das alles geschah in einer Nacht.
700 Jahre ist das jetzt her,
als die Götter flohen über das Meer.
Seitdem herrscht der werte Herr Specht,
und der hat sich wirklich voll gerächt.

Denn eines sollte man wissen über den alten Specht,
bevor er ein Vogel wurde, lebte er als armer Knecht.
Ich habe ihn auch nicht gleich erkannt,
doch seine Stimme ist mir wohl bekannt.
Und sein Glaube an das eigene Geld.
Sein Glaube an die schöne neue Welt.
Sein Interesse an meinem Sohn,
um ihn zu setzen auf den Monetenthron.

Ja, Satan, das ist unsere pucklige Verwandtschaft:

Und ich weiß, nicht alle hatten die nötige Kraft,
die aus Träumen wahre Wunder macht.
Manche haben nur mal daran genippt,
andere sind schon vorher eingenickt.
Aber nicht wenige sind wirklich große Zauberer geworden,
und Satan, keiner verlangte je für seine Wunder Spesen.
Und genau darum wurden sie von den Knechten vertrieben.
Sie flohen alle in einer einzigen Nacht,
wer dennoch blieb wurde umgebracht.

Der Vorwurf der Pädophilie war und wird immer wieder vorgeschoben,
doch, wer wirklich kleine Kinder fickt, der hatte viel mehr Glück,
denn auf dem Monetenthron sitzt heute einer, der findet das richtig chic.

Die Zaubernacht

Und in diesem Moment legen die Höllenhunde mit allen Pauken und Trompeten los. Das große Licht geht an, und der neue Gott tritt mit einer ganzen Armee von Zauberern auf die Bühne:

Da bin ich wieder! Ich hoffe wir kommen nicht zu spät.
Nicht das die Party noch ohne uns losgeht.
Hallo Monalisa, na, wie geht es Dir?
Oh, Du hast ja schon gefangen das böse Tier!

Ach Du Witzbold! Die hätten mich hier beinahe umgebracht!
Die Typen wollten mit mir feiern eine Schwarze Nacht!
Aber, schön das Ihr jetzt endlich da seid,
und, ja, ich habe auch etwas Blut am Kleid.

Es tut mir ehrlich leid,
aber der Weg war wirklich weit,
und auf dem Rückweg hat es auch noch geschneit.
Doch schau, ich habe ein paar alte Freunde mitgebracht,
die wollen mit uns feiern eine göttliche Nacht.
Und schau, Monalisa, an Rosen habe ich auch gedacht.

Der Schwarze Engel zupft ein göttliches Solo, der Schlagzeuger rastet aus und die Bläser bekommen fast keine Luft mehr. Der neue Gott nimmt die Göttin in seine Arme.
Die angereisten Zauberer begrüßen die apokalyptischen Reiter, sie klopfen dem General anerkennend auf die breiten Schultern. Satan steht mit offenem Mund am Bühnenrand. Die Spechts stehen auf um besser sehen zu können. Die Weisheit, die sich die ganze Zeit über bei ihnen am Tisch aufgehalten hatte, kommt auf die Bühne und stellt sich mit der Fruchtbarkeit und der Schönheit zu den Höllenhunden. Sie bilden den Chor:

Die Liebe ist ein Zauberspiel.
Ein Universum zu erschaffen ist IHR Ziel.

Der Gott und die Göttin lösen sich aus der Umarmung und die Zauberer treten einzeln vor, um die Königin zu begrüßen:

Hallo Monalisa, ich bin Merlin,
wir trafen uns einmal auf einer Wiese,
es war wohl direkt zu Beginn Deiner Reise.

Oh, aber natürlich, ich erinnere mich,
Du gabst mir den ersten schwarzen Stein,
Merlin, sei herzlich willkommen, ich grüße Dich.

Eine Zauberin tritt vor:

Hallo Monalisa, ich bin Martha,
wir trafen uns am Brunnen, in der alten Stadt,
ich habe Dich zum alten Weg gebracht.

Oh ja, ich erinnere mich.
Du sahst mit mir in den schwarzen Stein,
Martha, sei herzlich umarmt, ich begrüße Dich.

Ein alter Zauberer ist der Nächste:

Hallo Monalisa, Göttin des Lichts,
ich hoffe Du erinnerst Dich an mich.
Ich bin Elivas, einer der Träger des Lichts.

Aber, Elivas, natürlich, willkommen alter Freund.
Dich zu sehen, mich ganz besonders freut,
denn, Deinen Ratschlägen zu folgen, habe ich nie bereut.

Als Nächstes kommt ein junger Mann:

Hallo Monalisa, meine Prinzessin Silberwind,
ich bin Baldur, ich besuchte Dich oft als kleines Kind.

Baldur, mein geliebter Freund,
natürlich, ich erinnere mich,
erst kürzlich habe ich noch gedacht an Dich.
Sei gegrüßt, Du Held des Lichts,
glaube mir, ohne Dich wäre ich hier heute nicht.

Monalisa nimmt Baldur in die Arme und drückt ihn an sich:

Wir werden tanzen heute Nacht,
mit Deiner Hilfe habe ich den ersten Sprung gemacht!

Dann kommt ein allseits bekanntes Gesicht:

Hallo Monalisa!

Napoleon! Hallo alter Freund!
Du hast es also auch geschafft!
Oh Freunde! Ist das schön!
Lasst uns Tanzen heute Nacht!

Und Monalisa begrüßt die übrigen Zauberer. Sie geht von einem zum anderen und Gott geht zu Satan an den Bühnenrand:

Hallo Satan. Und, hat alles geklappt?
Nun, es war sehr knapp.
Und, was war das für eine Idee mit der Schwarzen Nacht? Solch finstere Riten waren aber zwischen uns nicht abgemacht.
Die Reptoiden mussten abgelenkt werden. Sie hatten dreist gegriffen nach der ganzen Macht. Und, da oben hängt immer noch einer von ihnen im Sonnengeflecht.

Monalisa kommt mit den übrigen Zauberern zu den Beiden und fragt Satan:

Sag mal, was hattest Du Dir denn bitte schön dabei gedacht? Du wolltest mich töten! Bist Du denn tatsächlich eine solch niederträchtiger Macht? Wenn die Hexe nicht aufgeschrieen hätte, sag, hättest Du das tatsächlich fertig gebracht?
Ich folge immer nur der größten Kraft. Wenn Deine Mutter nicht eingeschritten wäre, verzeih, meine Liebe, aber dann hättest Du diese Nacht nicht geschafft.
Sie ist auch Deine Mutter.
Sie wäre es gewesen. Aber Du verzeihst, wenn ich auf eine solche armselige Verwandtschaft verzichten kann.
Wieso? Was ist denn geschehen?

Fragt der neue Gott, und Monalisa antwortet ihm:

Nun, lieber Gott, wir hatten hier ein kleines Familienproblem.
Und was da ans Licht kam, das war alles nicht sehr schön.
Und, es wird wohl auch noch etwas dauern,
bis alle Beteiligten die ganze Tragweite verstehen.
Aber, immerhin, der Anfang ist geschafft.
Und, ich denke, die Sonne des achten Tages hat die Kraft,
die irgendwann auch aus Hexen wieder Königinnen macht.

Der General kommt zu den Dreien:

Sagt mal, was machen wir denn jetzt mit den Reptoiden?
Tja …

Monalisa und der neue Gott schauen zu dem verschnürten Haufen, dann wenden sie sich an Satan und Gott sagt:

Ich wundere mich ein bisschen, das diese kleingeistigen Dinos es überhaupt bis hier hin geschafft haben. Wenn ich ehrlich bin, habe ich ihnen das gar nicht zugetraut.
Satan hat ihnen einen Tipp gegeben.
Ach … und warum, wenn ich fragen darf? Was sollen wir denn mit diesen Sozialversagern, Deiner Meinung nach, in unserem neuen Universum anfangen?
Integration?
Multidino? Wozu? Sie haben schließlich ihr eigenes Universum. Da können sie sich austoben, soviel und so lange sie sich selbst ertragen können. Aber ich habe wirklich keine Lust auf einen weiteren Jurassic Park.
Ich auch nicht. Doch nun sind sie da. Wir können sie nicht einfach hinweg diskutieren. Und es hängen wohl auch noch mehr von ihnen in unserem Sonnensystem herum.

Gibt Monalisa zu Bedenken. Sie schaut zu dem Reptoiden, der immer noch im Zentrum des Netzes fest hing und der hunge Gott fragt:

Wie ist der denn da hin gekommen?

Monalisa zeigt auf Satan:

Er spielt gerne Fähnchen im Wind.
Satan, wir werden uns wohl doch noch einmal intensiv miteinander unterhalten müssen. Aber nicht jetzt. Jetzt möchte ich erst mal feiern.
Und was ist mit den Bestien, soll ich sie solange in den Keller sperren?

Fragt der General. Der junge Gott wollte schon zustimmen, doch Monalisa kam ihm zuvor.

Lieber Gott, den Fehler sollten wir nicht noch einmal machen. Nein, nein, ich möchte in meinem neuen Universum eigentlich niemanden ausgrenzen müssen, der sich halbwegs zu Benehmen weiß.
Benehmen? Diese Mistzecken? Monalisa! Die hätten Dich noch vor 5 Minuten beinahe aufgefressen. Und zwar mit Haut und Haaren.

Wirft der General ein. Und die Göttin antwortet:

Aber vielleicht verhalten sie sich ja auch nur so aggressiv uns gegenüber, weil wir sie nicht mitspielen lassen wollen. Ich denke, wenn ihr Boss, wer auch immer es sei, sie zu seinen willigen Soldaten machen konnte, dann können wir sie vielleicht auch zu einer gemeinwohlorientierten Handlung bewegen.

Und der neue Gott wendet sich an die gefesselten Reptoiden, während er sich ihnen nähert:

Was würde ich nur ohne diese kluge Frau an meiner Seite tun?
Am Liebsten würde ich Euch tatsächlich wieder mit einem großen Meteoriten in der Versenkung verschwinden lassen!
Ihr seid die Erinnerung an meine größte Niederlage!

Ihr seid hässlich und ohne Verstand.
Liebe ist Euch gänzlich unbekannt.
Alles was sich bewegt ergreift ihr mit gieriger Hand,
etwas zu Geben ist ein Fremdwort in eurem Land.
Ihr schautet immer nur auf die eigene Brut,
sie zu verteidigen, dazu hattet ihr Mut.
Aber, als Gemeinschaft einen Staat zu erschaffen,
dazu fehlten Euch die geistigen Waffen.

Ihr seid der Schandfleck auf meiner weißen Weste,
ich wüschte mir wirklich, das man Euch vergesse.
Was habe ich mir nur dabei gedacht,
als ich Euch zum Leben gebracht?

Die Reptoiden ducken sich und zeigen Furcht. Da ruft plötzlich der Reptoide aus dem Netz:

Und warum sind wir für die Liebe blind,
wenn wir doch auch Deine Geschöpfe sind?

Gott stutz und schaut auf, zu dem vorlauten Rep:

Oho … Deine Frage zeugt durchaus von Intelligenz.
Habe ich da vielleicht etwas verpennt?
Ja doch, nun erinnere ich mich,
Intelligenz, ja, die war damals tatsächlich sehr wichtig für mich.

Doch ohne Liebe gedieh sie nun mal nicht,
Nur Intelligenz, das reichte eben nicht,
so entschied damals das höchste Göttergericht.
Und darum beendete ich die Dinogeschicht,
mit einem gepfefferten Kometengericht.

Und Gott schaute auf seinen ersten Großversuch:

Zu Anfang habe ich wirklich große Hoffnung in Euch gesetzt.
Doch, das ihr so hässlich wart, hatte meine Ehre schwer verletzt.
Und ich will es gestehen, ich war mehr als entsetzt.
Denn, Ihr hieltet Euch einfach an kein Gesetz.

Unter Euch herrschte die reinste Anarchie,
ein vernünftiges Gemeinwesen entwickeltet ihr nie.
Denn, jeder dachte nur an seine eigene Brut,
und vergoss dafür des Nachbarn Blut.

Wirklich dumm wart ihr tatsächlich nie,
es fehlte Euch halt die emotionale Energie.
Die Göttin hatte jedoch schon damals entdeckt,
das in Jedem von Euch auch etwas Gutes steckt.

Und darum setzte SIE sich für ein Universum ein,
ein Eigenes, für euch ganz allein.
Denn, SIE glaubte an die Kraft der Zeit,
die auch diese emotionale Wunde heilt.

Da schaut der Reptoide zur Göttin herunter:

SIE hat sich für uns stark gemacht?
Das hätte ich jetzt ja nun gar nicht gedacht!

Auch die gefesselten Dinos schauen plötzlich zu ihr auf:

DU hast Dich für uns eingesetzt?

Und Monalisa spricht:

Es ist schon wahr, auch ich war ziemlich geschockt.
Ihr wart mir einfach zu verstockt.
Aber ihr wart Sein erster Versuch,
und das Euch etwas Entscheidendes fehlte, was konntet Ihr dazu?
Ich habe Vertrauen in Alles was ER erschafft.
Auch wenn es nicht gleich beim Ersten mal klappt.
Manche Dinge brauchen eben etwas Zeit,
nicht alles steht sofort bereit.

Und Hässlichkeit ist doch auch sehr relativ.
Sie verschwindet schnell, wenn man sich liebt.
Die Schönheit ist am Ende nur eine Zier,
ohne Liebe wird auch sie zum hässlichen Tier.

Es kommt auf die Liebe in den Augen an,
dann sehen sie die Schönheit auch im hässlichen Mann.

Und Monalisa geht zu den Reptoiden. Sie schaut sie an:

Nein, Du bist kein hässliches Tier,
denn, ich sehe ein Wesen in Dir.
Schau mich nur einmal lächelnd an,
und Du bist für mich ein schöner Mann.

Da verzieht der Angesprochene sein schuppiges Gesicht:

Lächeln wie Du, das kann ich nicht.

Da kniet sich Monalisa zu ihm herunter, und legt ihre Hand auf seine Schulter:

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen,
aber hier, sind das nicht Grübchen auf Deinen Wangen?
Und Deine Schultern, welche Kraft,
Du stehst im Saft, und Deine Augen haben Macht.

Und Du, was bist Du für ein Reptil?
Von Dinos, verzeih, verstehe ich nicht viel.
Und Du? Was bist Du für ein Wesen?
Mir scheint, Du hast sehr viel gelesen.

Der Angesprochene ist überrascht:

Das stimmt, woher weißt Du das?
Ich lese meist die ganze Nacht.
Ich mag Geschichten bei denen man lacht.
Ich wüste gerne, wie man sie selber macht.

Und Monalisa formuliert ein Angebot:

Ich vertraue auf Euer Potential,
und ich finde, ja, das wäre doch genial!
Wollt ihr nicht mit uns zusammen leben?
Wir könnten einander doch Nachhilfe geben!

Wir sollten ehrlich miteinander reden,
und uns unsere Fehler vergeben.
Ich wollte zwar eigentlich keine Dinos im Land,
doch ehrlich gesagt, ich brauche jede helfende Hand.

Ich wäre durchaus bereit es zu versuchen,
drum lade ich Euch ein zu Kaffee und Kuchen.
Und, wenn ihr versprecht uns nicht zu beißen,
dann werden wir Eure Freunde sein.

Ich weiß nicht, müsst Ihr Euch erst noch beraten,
oder kann ich auch so Eure Fairness erwarten?

Das Finale

Monalisa greift zu dem Seil, mit dem die Reptoiden zusammengekettet sind. Die Eingefangenen sind mehr überrascht als irritiert:

Du willst uns wirklich von den Fesseln befreien?
Wenn ihr versprecht mich nicht zu beißen. Ich verhandle lieber mit freien Wesen. Mit Dinos kann ich mich durchaus anfreunden, Sklaven und Gefangene jedoch sind mir immer schon ein Gräuel gewesen.
Da sage ich: Ja! Ich werde nicht beißen. Was ist mit Euch Leute? Wechselt Ihr mit auf die andere Seite?

Fragt der Reptoide, der nachts so gerne lustige Geschichten liest.
Die anderen schauen sich an und dann nickt der Erste, dann der Zweite:

SIE hat uns schon einmal ein Universum geschenkt. Und darum verspreche ich: Ja, ich werde nicht beißen.
Ich auch nicht. Ich will lieber etwas von dem Kuchen.

Und der Reptoide oben im Netz verspricht:

O.k. auch ich beiße nicht.

Da nicken auch alle übrigen mit ihren Köpfen und Monalisa öffnet den Knoten:

Also ist es abgemacht,
ihr seid unsere Freunde in dieser Nacht.
Und morgen werden wir verhandeln,
und Feindschaft in Freundschaft verwandeln.

Da kommt der neue Gott zu ihr:

Monalisa, ich danke Dir.
Du hast es mal wieder richtig gemacht.
Ich war wohl blind für ihre geistige Kraft.
Ich hoffe ihr könnt mir den Kometen verzeihen.
Ich werde Euch dafür einen Orden verleihen.

Ein Orden! Der ist natürlich super.
Monalisa ist jedoch unsere wahre Mutter.
Sie ist unsere verehrte Kaiserin,
für SIE legen wir unsere Waffen hin.

Da zieht Monalisa an dem Seil, und ehe die Reptoiden sich versehen, waren sie frei. Die apokalyptischen Reiter stellen sich auf, und auch die Zauberer tauen auf. Sie hatten dem Ganzen ruhig zugeschaut, doch jetzt treten sie hervor. Und Merlin ergreift das Wort:

Monalisa! Was hast Du vor? Kannst Du ihnen wirklich vertrauen?
Einer muss den Anfang machen, Merlin, sonst geht das immer so weiter mit den üblen Machenschaften. Wir müssen den Zwist beenden, sonst werden wir alle gemeinsam verenden. Ich habe keine Lust noch mal 10 000 Jahre zu warten, ich will nun endlich mein Bombini starten.
Dein Bombini? Was ist denn das?

Fragt der belesene Reptoide.

Tja, Leute, das wollte ich eigentlich die ganze Zeit schon sagen,
aber es war einfach zuviel los in den letzten Tagen.
Die Zeit der Verbrennung ist vorbei,
denn, es hat sich gedreht das goldene Ei.

Die Götter haben zwar lange getagt,
doch letztendlich haben sie zugesagt.
In Zukunft wird es Bombinis geben,
und die ermöglichen ein ganz neues Leben.
Unsere schöne neue Welt,
sie braucht Bombinis und kein Geld.

Und auf den Projektionswänden erscheint die Animation eines Bombinis.

Darf ich vorstellen:
Das ist magic bombini.
Ein Geschenk der Großen Mutter,
mit Erlaubnis der großen Götter.

Bombini ist ein Magnetfeldgenerator,
er schließt uns auf das große Tor,
mit ihm werden wir superschnell,
mit ihm reisen wir durch das All,
mit ihm beginnt eine neue Zeit,
mit ihm sind wir frei.

Kohle, Öl und Streit,
sind mit ihm Vergangenheit.
Hunger, Not und Krieg,
werden mit ihm besiegt.

Bombini ist ein Energiegenerator,
er schließt uns auf das große Tor,
mit ihm gewinnen wir die Unabhängigkeit,
mit ihm beginnt die schöne Zeit,
mit ihm schmelzen wir das Licht,
mit ihm zerstören wir nicht.

Kohle, Öl und Explosion,
werden ersetzt durch die Implosion.
Hunger, Not und Sklaverei,
sind mit ihm für immer vorbei.

Bombini ist ein Kommunikator,
er schließt uns auf das große Tor,
mit ihm reisen wir durch die Zeit,
mit ihm ist nichts zu weit,
mit ihm lesen wir im Licht,
mit ihm gewinnen wir freie Sicht.

Kohle, Öl und Krieg
werden mit ihm besiegt.
Diktatur und Barbarei,
sind mit ihm endgültig vorbei.

Ein Bombini gibt jedem sein Licht.
Geld verlangt es dafür nicht.
Ein Bombini verschenkt die Energie.
Eine Rechnung verschickt es nie.
Ein Bombini macht alles superleicht.
Mit ihm wird Wohlstand gerecht verteilt.

Liebe, Licht und Leben,
wird es mit ihm reichlich geben.
Freiheit und Gerechtigkeit,
kommt mit ihm in unsere Zeit.

Magic Bombini ist ein Kind,
von Prinzessin Silberwind.
Magic Bombini ist ein Superstring,
er ist der gesuchte Zauberring.

Und auf den Wänden erscheinen die Bilder dieser schönen neuen Welt,
Herr Specht reißt es von seinem Stuhl:

Das kommt doch überhaupt nicht in Frage!
Glaubt dieser Irren kein einziges Wort!
Die Frau gehört an einen anderen Ort!

Da meldet sich Frau Specht:

Jetzt höre doch endlich auf herumzumotzen!
Deine Herrschsucht ist doch zum Kotzen!
Ihre neue Welt ist doch wunderschön.
Warum sollten wir nicht mit ihr gehen?

Und der neue Gott greift den Faden auf:

Kluge Frage gute Frau.
Und wer will noch mit Monalisa gehen?

Und die gesamte Bühnenmannschaft singt im Chor:

Sie ist unsere Königin!
Sie ist unsere Kaiserin!
Ihr Universum ist verrückt,
aber mit ihr kommt das Glück!
Nein, für uns gibt es kein Zurück!

Sie ist unsere Königin!
Sie ist unsere Kaiserin!
Mit Ihr geht die alte Welt dahin!
Mit ihr fliegen wir ins All.
Mit ihr gibt es Frieden überall!

Und dann greift der größte der Reptoiden nach ihr und hebt sie auf seine breiten Schultern. Hinter ihr wird ein leuchtender Kreis sichtbar und sie ruft:

Es stehen auf die Goten!
Denn jetzt regieren wieder die Guten!

Und die Menge antwortet:

Es stehen auf die Goten!
Denn jetzt regieren wieder die Guten!

Und Monalisa ruft:

Wir sind in Gottes Hand!
Es regiert der gesunde Menschenverstand!

Und die Menge antwortet:

Wir sind in Gottes Hand!
Es regiert der gesunde Menschenverstand!

Die Zauberer heben den jungen Gott auf ein Schild, und die Göttin zieht den jungen Gott zu sich nach Oben:

Mein Gott, ich liebe Dich!

Und er antwortet:

Meine Göttin, ich verehre Dich!
Meine Geliebte, ich vermisste Dich!
Meine Königin, ich liebe Dich!

Und Beide umarmen sich. Die Menge singt:

Mann und Frau, sie lieben sich!
Freund und Feind vertragen sich!
Die Hexe wird zu Gotenfrau!
Jetzt wird gefangen die Schwarze Sau!

Der Reptoide im Netz wird befreit. In diesem Moment betritt der Sohn der Königin die Bühne. Er führt ein schwarzes Schwein an der Leine:

Was ist das hier für ein Theater?
Wo ist der Stall für das Schwarze Schwein?
Jemand hatte es gebunden an mein Bein.
Ich protestiere! Ich will sein Knecht nicht sein!

Entschuldige mein lieber Sohn,
ich war’s, ich brachte ihn zu Dir letzte Nacht.
Ich brauchte dringend einen starken Mann,
der mit solchen Schweinen umgehen kann.

Und die Menge bricht in Gelächter aus.

Was ist das nur für eine verrückte Frau!
Versteckt ihrem Sohn zusammen mit der Sau!

Und die Höllenhunde übernehmen das Kommando. Die Party beginnt.
Jeder nimmt seinen Nachbarn an die Hand, man umarmt sich und es wird getanzt:

Jetzt herrscht wieder Einigkeit!
Das neue Universum, es ist soweit!
Wir haben es endlich geschafft!
Aus ihrem Traum wurde ein Wunder gemacht!
Sie hat gefangen das Schwarze Schwein!
Sie hat es geschafft, ganz allein!
Die Göttin hatte genügend Verstand,
sie hat ihn gefunden im Gotenland!

Sie ist unsere Königin!
Sie ist unsere geliebte Kaiserin!

Da schreit der Herr Specht:

Du hast ihn in Gefahr gebracht!

Doch die Göttin antwortet:

Nein, mein Herr, ich habe ihn zu einem Mann gemacht!
Mein Sohn wird sicherlich einmal König sein,
doch zuvor wird er dressieren das schwarze Schwein.
Und wenn er selber einmal Vater ist,
dann wird er verstehen, wie wichtig das ist!

Die Mitspieler verlassen nach und nach die Bühne und mischen sich singend und tanzend unter das Publikum.
Der Gott und die Göttin tanzen im Licht, die vielen Menschen sehen sie nicht. Sie schauen nur noch in des Geliebten Gesicht. Und damit ist zu Ende diese eine Geschicht.

Da dreht sich der junge Gott noch einmal um:

Ja, Leute, diese Geschichte ist jetzt aus.
Doch bitte, geht noch nicht nach Haus.
Jetzt fängt die Party nämlich erst richtig an!
Jetzt werde ich Euch zeigen, was ich alles kann!

Und dann gehen plötzlich die Lichter aus. Und dann beginnt das Feuerwerk. Auf den Wänden wird es sichtbar gemacht. Es donnert und blitzt mit ganzer Kraft. Die Höllenhunde trommeln dazu und Monalisa und ihr Gott, die tanzen eng umschlungen. Die Schauspieler greifen sich jeder einen Zuschauer, und die Party beginnt.

Da geht plötzlich die Musik aus und Satan klettert das Netz hoch:

So einfach ist das leider nicht, ich bin schließlich auch noch da.

Was bist Du doch nur für ein Spielverderber!

Ruft Monalisa empört. Und Satan heult auf:

Das musst Du gerade sagen!

Du tanzt mit Deinem Sonnenkönig!

Doch was ist mit mir?

Aber Satan, dann fordere doch endlich diese einsame Schönheit auf! Auch wenn das Ei sich gedreht hat, mein Lieber, der Mann fordert immer noch die Frau auf. Er hält ihr die Tür und trägt ihr, wenn nötig, die Einkaufstüten. Emanzipation bedeutet nicht, das wir auf alles verzichten, was das Leben leichter und angenehmen macht. So, und jetzt mach die Musik bitte wieder an. Dein Sonnenscheinchen wartet schon auf Dich. Und wir wollen feiern! Los, Mann, gib Dir einen Ruck!

Und die Musik geht wieder an.

Und diesmal geht sie auch erst wieder aus, wenn die Sonne über den Horizont saust.

„September 2015 | Gott hat uns gewarnt #

➤ Ein Finanzcrash zur Schmitta?“

Veröffentlicht am 29.08.2015

http://www.infokriegermcm.de

„Christoph Hörstel – Rede Antikriegstag: Potsdam,

1.9.2015, Platz der Einheit“

Veröffentlicht am 03.09.2015

1. September: Noch eine kurze Rede zum Anti-Kriegstag Vor 76 Jahren begann der II. Weltkrieg.

Themen:

1. Erstes Gebot heute: Freundschaft mit Russland, Vorbild: deutsch-französische Völkerfreundschaft
2. Stärkt die Familie, die von der Bundesregierung täglich unterminiert wird! Wer Partner und Kinder hat, hat nicht nur keine Lust zum Krieg, er kämpft dagegen an!
3. In Potsdam versucht ein angestellter Medienmafioso, sich ein öffentliches 60.000 qm-Parkgrundstück unter den Nagel zu reißen. Widerstand ist geboten, damit Oligarchen-Diener nicht alles nehmen können, was ihnen geboten wird. Am 16. Oktober 2015 entscheidet der Hauptausschuss der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung.

Fortsetzung folgt!

 

 

 

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