Monalisa TV – GRÜß(T) GOTT! – 17.07.2016

PROGRAMM für den, 17.7.2016

„Putschversuch in der Türkei:

Militär ist gescheitert – 265 Tote“

Aktualisiert am 16. Juli 2016, 20:20 UhrWeit über 200 Tote und 1.000 Verletzte: Der Versuch eines Putsches in der Türkei hat einen blutigen Ausgang genommen. Nach Angaben der Regierung konnte der Umsturz abgewehrt werden. Präsident Erdogan kündigt Vergeltung an. Der blutige Putschversuch von Teilen des Militärs in der Türkei ist nach Darstellung der Regierung gescheitert. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte am Samstag, die Situation in dem Nato-Land sei wieder weitgehend unter Kontrolle. Bei dem versuchten Umsturz seien 265 Menschen ums Leben gekommen. Der Chef des Geheimdienstes MIT, Hakan Fidan, erklärte, der Einsatz gegen die Putschisten sei weitgehend abgeschlossen. Vereinzelte Operationen würden aber noch einige Stunden andauern. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte sich „zutiefst beunruhigt“. „Alle Versuche, die demokratische Grundordnung der Türkei mit Gewalt zu verändern, verurteile ich auf das Schärfste“, sagte er in Berlin… http://www.gmx.net/magazine/politik/putsch-tuerkei/putschversuch-tuerkei-militaer-gescheitert-265-tote-31689828#.logout.hero.Erdogan%20k%C3%BCndigt%20Vergeltung%20an.1   

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„Chilcot-Kommission: Britische Entscheidung

für Teilnahme an Irak-Krieg voreilig“

6. Juli 2016Die Entscheidung der damaligen Regierung unter Premierminister Tony Blair für die Teilnahme am Irak-Krieg im Jahr 2003 ist laut dem am Mittwoch vorgestellten Bericht der Chilcot-Kommission voreilig getroffen worden…

Ex-Verfassungsrichter Papier empfiehlt

„Denkpause für TTIP“

15. Juli 2016 – Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hat sich dafür ausgesprochen, die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) zunächst auszusetzen. „Aus verfassungspolitischen Gründen ist eine Denkpause für TTIP zu empfehlen“, sagte Papier dem „Handelsblatt“…

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„Militärputsch in Ankara: Kampfjets und

Hubschrauber über der türkischen Hauptstadt“

Kretschmann: Bürger sollen mehrfach über Großprojekte abstimmen

15. Juli 2016In der türkischen Hauptstadt sind offenbar Kampfhubschrauber und Militärjets aufgestiegen. Zudem sollen sich Panzer des Militärs auf den Straßen befinden. In Istanbul wurden offenbar zwei Brücken gesperrt. Diese Militäroffensive scheint nach derzeitiger Erkenntnislage auf einen Militärputsch zurückzuführen sein. Weitere Hintergründe sind bis dato völlig unklar…

FORTSETZUNG meiner BIOGRAPHIE (2013)

Grüß Gott Mansur!

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Das ist der Mann, der mich in den kommenden Jahren glücklich machen sollte, denn endlich wurde ich so richtig geliebt. Ich hatte es intuitiv schon beim ersten Anblick gewusst, dieser Typ würde für mich sehr wichtig werden. Er war ja so ganz anders als mein Michel, in jeder Beziehung war er das absolute Gegenteil. Leider verschwand er jetzt erst mal nach Spanien und ich musste mit den Herausforderungen, die nun auf mich warteten, alleine klar kommen. Auf irgendwelche Unterstützung meines Umfeldes durfte ich nicht groß hoffen, denn natürlich war ich die allein Schuldige. Meine Freundin Brigitte und auch Annette verstanden zwar, dass ich mich von Michael trennen wollte, aber mit meinem Mansur kamen sie auch nicht klar. Und mein Vater war entsetzt. Ich weiß nicht, wer es ihm gesteckt hatte, aber nach dem er erfahren hatte, dass ich mich trennen wollte, da stand er sofort vor meiner Tür. „Was machst Du denn jetzt nur für eine Scheiße,“ war seine Begrüßung. Ich bot ihm einen Kaffee an, doch besänftigen ließ er sich nicht. Er war geschockt, denn nun tat ich genau das Selbe, was meine Mutter mit ihm gemacht hatte. Er verstand auch überhaupt nicht, dass ich nun, wo Michael doch endlich einen ordentlichen Job hatte, und gutes Geld verdiente, ich mich wieder an einen mittellosen Studenten hing. Und dann auch noch einen Türken! Mein Vater war kein Ausländerfeind, aber trotzdem, ausgerechnet ein Türke! Ich hatte meinen Vater selten so aufgebracht gesehen und ich wunderte mich auch etwas über sein Interesse an meinem Leben, denn bisher hatte er sich nur selten blicken lassen. Er wohnte zwar nicht weit weg, aber dennoch trennten uns Welten.
Damals, nach der Sache mit dem Übergriff, da hatte ich ihn 5 Jahre lang weder gehört noch gesehen. Irgendwann trafen wir uns zufällig und setzten uns zusammen an einen Tisch um zu reden. Er warf mir dort vor, dass ich geredet hatte, denn dies hätte ihm sehr große Schwierigkeiten bereitet. Dass ich vielleicht auch Probleme deswegen hatte, dafür reichte sein Einfühlungsvermögen nicht. Dennoch verzieh ich ihm, was sich als schwerer Fehler herausstellte, denn nun hatte er gar kein schlechtes Gewissen mehr. Seiner Meinung nach war diese Sache nur eine dumme Kleinigkeit gewesen, über die zumindest er locker am Osterfrühstückstisch reden könne. Ihm war in keiner Weise klar, welche schlimmen Auswirkungen diese „kleine Geschichte“ auf mich und mein Leben genommen hatte. Schuldig fühlte er sich jedenfalls nicht.
Egon allerdings verstand mich, denn er hatte Michael immer schon für ein Weichei gehalten. Meine Mutter machte sich natürlich Sorgen wie es jetzt weitergehen sollte und sie erzählte mir, dass sie es im Nachhinein sehr bereut hatte, unseren Vater wegen einer Bettgeschichte verlassen zu haben. Meine Patentante war auch alles andere als begeistert.
Ich machte auch was meinen Freundeskreis anging die Erfahrung, dass dieser zu Michael hielt und so verlor ich fast alle meine Freunde. Irgendwann schaute ich in mein Telefonnotizbuch und stellte fest, dass ich zu niemanden mehr Kontakt hatte. Aber das war mir erst mal egal. Größere Probleme hatte ich wegen Felix, denn der kam nun aus den Sommerferien und ich musste ihm die neue Lebenslage erklären. Er würde seinen Vater von nun an nur noch alle zwei Wochen am Wochenende sehen können. Mein Sohn hatte damit oberflächlich betrachtet kaum ein Problem, doch natürlich ist eine Trennung der Eltern für jedes Kind ein totaler Einbruch. Alle Kinder wollen sich liebende Eltern haben und sicherlich hoffte auch er, dass sich die Dinge wieder einrenken würden. Doch daran war nicht zu denken. Es lag nicht an mir, denn ich war, nachdem Mansur weg war, durchaus bereit, mich mit Michael wieder zu vertragen, ja, ich flehte ihn sogar unter Tränen an zurück zu kommen, dem Felix zu Liebe wenigstens, doch er wollte nicht mehr. Ihm gefiel das nun wieder ungebundene Leben sehr gut. Mich bestärkte dies in meinem Verdacht, dass er mich nie wirklich geliebt hatte.

Ich machte mir nun doch Sorgen, dass ich der ganzen Sache möglicherweise nicht gewachsen war und rief meine alte Therapeutin an. Ich war so mit 26/27 einige Zeit zu ihr gegangen, denn ich hatte irgendwie Probleme mit mir selbst bekommen. Ich konnte nicht mehr in den Spiegel schauen und auch nicht mehr alleine sein, denn dann ergriff mich eine unheimliche Panik. Wenn ich in der Wanne saß, dann musste Michael bei mir sitzen und wenn ich im Auto irgendwo hin fuhr, dann musste mindestens Bicu bei mir sein. Ich konnte mir dies nicht erklären und so hatte ich eine Psychotherapeutin aufgesucht. Als ich ihr am Telefon sagte, ich hätte eine sexuelle Missbrauchserfahrung hinter mir, bekam ich sogleich einen Termin. Doch während der Gesprächstherapie war der Missbrauch dann aber eigentlich kein großes Thema. Es gab schließlich noch genug andere Themen. Ob diese Gespräche halfen, oder diese unerklärliche Panik von selber weggegangen war, kann ich nicht sagen. Aber irgendwann konnte ich wieder in den Spiegel sehen und auch alleine sein.
Nun aber machte ich mir Sorgen wegen der Trennung und ihrer Folgen und so fragte ich wieder nach einem Termin. Meine alte Therapeutin nahm jedoch nur noch Privatpatienten und so verwies sie mich an ihre Kollegin. Als die das Stichwort „sexueller Missbrauch“ hörte, bekam ich wieder gleich einen Termin und auch die Krankenkasse bewilligte mir wieder eine Therapie. Doch auch diesmal sollte der Missbrauch meines Vaters kaum eine Rolle spielen, jetzt war meine Depression das Thema, denn da schlidderte ich nun hinein. Ich war ständig am heulen, alles war mir zuviel, ich entwickelte schreckliche Schuldgefühle und meine Sehnsucht nach Mansur wurde ungeheuer groß. Ich schrieb ihm jeden Tag lange Briefe, doch weil die Post so lahmarschig war, dauerte es oft 2 Wochen, bis ich eine Antwort bekam. Mansur wollte, dass ich zu ihm kam, es sei ja so wunderschön in Granada und er würde mir alle Tränen wegküssen. Ich machte also schnell einen Taxischein und begann an den Wochenenden Taxi zu fahren um das Geld für der Flug zusammen zu bekommen. Neun lange Wochen musste ich warten, dann endlich stand Mansur wieder leibhaftig vor mir.
Er holte mich am Flughafen ab und als ich ihn erblickte, da war ich irgendwie etwas enttäuscht. In meiner Fantasie war er zu einem Märchenprinzen geworden, größer, schöner. Aber ich schüttelte diese Gedanken ab und ließ mich feste umarmen und leidenschaftlich küssen. Endlich. Doch trotz allem Bemühen von seiner Seite, ich blieb depressiv. Mir liefen einfach ständig die Tränen. Ich blieb vier Wochen und eigentlich waren sie sicher sehr schön, doch ich konnte es nicht empfinden. Ich konnte nicht mehr lachen, nicht mehr tanzen, nicht mehr fröhlich sein. Mansur war betrübt und besorgt, aber er liebte mich trotzdem wie er mir immer wieder versicherte. Er versprach zu Weihnachten zu mir nach Deutschland zu kommen und ich hoffte, bis dahin wieder besser drauf zu sein.
Ich besuchte Mansur drei mal in dem Jahr, in dem er in Spanien war und er kam zu Weihnachten und Ostern für zwei Wochen, so brachten wir die Zeit hinter uns bis er endlich wieder ganz in Deutschland war. Da er keine Wohnung mehr hatte, zog er erst mal bei mir ein. Felix kannte ihn jetzt ja schon und ich hoffte, Beide würden gut miteinander klar kommen. Doch in diesem Punkt sollte ich enttäuscht werden. Mansur und Felix wurden keine Freunde, denn Felix fühlte sich nicht ausreichend beachtet und umworben, und Mansur war sowieso nur mit sich und seinem Kummer beschäftigt.
Mansur hatte nämlich am 2. Weihnachtsfeiertag den Schock seines Lebens bekommen und daran hatte er auch im Sommer 1996 noch zu knabbern. Er hatte seine Eltern und Brüder besuchen wollen, denn bei seiner Familie hatte er sich schon seit 9 Monaten nicht mehr blicken lassen. Er war mit seiner Mutter in einen heftigen Streit geraten, wegen mir. Seine Mutter hatte ihn nämlich mit einer schönen, jungen Frau aus der Türkei verloben wollen, doch er wollte davon partout nichts wissen und er weigerte sich. Er erklärte, er habe die Liebe seines Lebens schon gefunden und außerdem verbitte er sich diese Zwangsverheiraterei. Daraufhin kassierte er eine Ohrfeige von seiner Mutter, was besonders schlimm war. Er war so sauer auf seine Eltern gewesen, dass er sich nicht mehr bei ihnen gemeldet hatte und auch nach Spanien war er gefahren ohne eine Adresse zu hinterlassen. Als ich bei ihm in Spanien war, da rief er aber einen seiner Brüder an, doch der erzählte ihm nichts Außergewöhnliches. Man war wohl nur froh, dass er sich endlich gemeldet hatte und sie jetzt endlich wussten, wo er steckte. Man habe ihn schon suchen wollen, sagte sein Bruder.
Nun fuhr er also zu seinen Eltern und er wollte erst am nächsten Tag wieder zurück kehren. Doch er rief schon nach zwei Stunden an und meinte er würde sogleich zurück kommen. Ich fragte, was denn passiert sei und er meinte mit erstickender Stimme: „Meine Mutter ist tot, mein ältester Bruder und mein Onkel ebenso. Meine Cousine ist schwer verletzt. Es ist schon vor drei Monaten passiert. Man hat mich nicht erreichen können. Oh, Monica, ich fühle mich ja so elend.“

Und als er dann vor mir saß, da wusste ich nicht, was ich dazu sagen sollte. Wie soll man da trösten? Was sind Worte, die weiterhelfen? Mansur war nur noch am weinen. Seine Mutter war ihm heilig, sie war bisher die wichtigste Frau in seinem Leben gewesen. Trotz aller Liebe zu seinen vielen Freundinnen, aber seine Mutter war nun mal seine Mutter. Und jetzt war er noch nicht mal auf ihrer Beerdigung gewesen. Und auch der Tod des ältesten Bruders war schlimm, denn er war eine wichtige Persönlichkeit in der Familie gewesen, er war für alle die Brücke zur Türkei. Er lebte mit seiner Familie in Ankara. Für Mansur brach wirklich seine Welt zusammen und er wurde wie ich zuvor depressiv. Mir ging es zum Glück wieder etwas besser und auch Mansur berappelte sich mit der Zeit so, dass wir zum Abschluss seiner Spanienzeit zusammen in Marokko Urlaub machen konnten. Er kannte Marokko gut und im Mai war es dort wahrlich wunderschön. Und so erlebte ich eine sehr schöne Reise bis an den Rand der Sahara.

Ich könnte viel über dieses Jahr und meine Reisen schreiben, es ergäbe fast ein eigenes Buch. Vielleicht schreibe ich mal ein Buch über diese Zeit, denn hier änderte sich mein Leben mal wieder sehr. Ich hatte keinen Ehemann mehr, ich war nun alleinerziehend. Ich fuhr Taxi und ließ mein Studium etwas schleifen, denn eigentlich wollte ich immer nur nach Spanien. Ich kämpfte mich aus einer Depression und ertrug die ständige Sehnsucht. Finanziell ging es mir relativ gut, denn Michael überwies mir 2000DM und mit dem zusätzlichen Taxigeld kam ich ganz gut hin. Doch so sollte es nicht bleiben. Aber erst mal war alles ganz gut geregelt und als Mansur dann endlich wieder bei mir war und wir jeden Tag das Bett teilen konnten, da war ich einigermaßen zufrieden. Wenn Mansur nur immer noch ein Held gewesen wäre. Doch von seinem einstigen überbordenden Selbstbewusstsein war nicht viel übrig. Geld hatte er auch nicht, denn es war nicht so einfach nach einem Jahr Abwesenheit Aufträge zu bekommen. Er hatte sich zuvor sein Geld immer mit Schreinerauftragsarbeiten finanziert, denn er war gelernter Tischler. Aber irgendwie hatte er jetzt kein Glück dabei.
Michael schnallte das und sah nicht ein, für seinen Nebenbuhler aufzukommen und er kürzte mir daher den Unterhalt. Verständlich.
Doch das wenige Geld war nicht mein Problem, es war Mansurs große Anhänglichkeit. Seit dem Tod seiner Mutter projizierte er nun viel auf mich. Doch ich sah vor allen Dingen meinen Sohn, der mit Mansur immer weniger klar kam. Und so forderte ich Mansur ein halbes Jahr später auf, sich doch bitte eine eigene Wohnung zu suchen. Das würde uns Dreien sicher gut tun.

Ich hatte nun die ersten vier Semester Studium hinter mir und wollte mein Hauptstudium beginnen, doch was sollte ich tun? Was sollte mein Thema werden? Nun, und da schlug mein Schicksal wieder zu und ich lernte Herrn Teller kennen. Auch diese Teller-Geschichte ist ein eigenes Buch wert, denn hier machte ich meine ersten wichtigen Erfahrungen als Designerin. Ich lernte Herrn Teller als Fahrgast im Taxi kennen. Er fragte mich, was ich denn neben dem Taxi täte, ich sähe nicht so aus, als sei dies mein einziges Betätigungsfeld. Ich erzählte ihm, ich sei Objektdesignstudentin und natürlich wollte er wissen, was das denn überhaupt sei, Objekt-Design. Ich erklärte ihm, dies sei Design für alles was dreidimensional ist, irgendwo zwischen Architektur und Industriedesign. Da meinte er, er hätte vielleicht einen Auftrag für mich, ich solle mich doch mal bei ihm melden. Er gab mir seine Visitenkarte und versicherte mir, er meine es wirklich ernst.
Und so kam ich zu einem wahnsinnigen Auftrag. Zu Beginn sollte es nur um einen Entwurf für ein Musical-Theater -Foyer gehen, dann um ein ganzes Theater und ein Modell. Dann wurde der Auftrag erweitert und ich sollte ein ganzes Freizeit- und Erlebniszentrum entwerfen. Das wollte und konnte ich nicht alleine bewältigen und so überredete ich Mansur mir dabei zu helfen. Er hatte Bauchschmerzen bei diesem Auftrag, aber aus Liebe zu mir sagte er Ja und so baute er mir die Modelle. Ich stand hingegen die nächsten Wochen am großen Zeichenbrett und entwarf wie in einem Rausch. Ich hatte noch nie so große Räume entworfen, ein Musical für 2000 Personen, was für eine Herausforderung! Das Erlebniszentrum sollte in Erding, in Bayern, gebaut werden und in dem Theater sollte das Musical „Quasimodo“ aufgeführt werden. Ich kann nur sagen, diese Aufgabe füllte mich wirklich völlig aus, ja ich liebte es. Ich ging ganz darin auf und Herr Teller war total begeistert von mir und er versprach mir eine rosige Zukunft bei ihm. Herr Teller hatte zwar noch nie so ein großes Projekt verwirklicht, aber wir träumten alle. Der Musical-Komponist, die potentiellen Geldgeber, die Stadt Erding, meine Professoren und ich. Nur Mansur war und blieb diesem Teller gegenüber skeptisch und dies beruhte wohl auch auf Gegenseitigkeit. Und Mansur sollte Recht behalten.

Nachdem unser Modell fertig war, sollten wir in der kleinen Firma des Herrn Teller an dem Konzept weiterarbeiten und uns wurde eine sehr gute Bezahlung in Aussicht gestellt. Für ansprechende Fotos von dem Modell und die Pläne bekamen wir schon mal 5000DM und eine Reise ins verschneite Innsbruck geschenkt. Dort fuhren wir nach Weihnachten mit Felix für eine gute Woche hin. Wir trafen uns dort mit Herrn Teller, denn er wollte uns seine neue Fabrik zeigen. Das Unternehmen stellte einen besonderen Baustoff her. Es handelte sich um eine Art Spanplatten aus Zement, wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe. Das Zeug war hervorragend zu verarbeiten und hatte gute Baueigenschaften. Damit sollte das Freizeit- und Erlebniszentrum gebaut werden. Silvester feierten wir zusammen an der Hotelbar und wir tranken Brüderschaft. Jetzt war Herr Teller Peter für uns. Ich verstand mich mit diesem Mann hervorragend, er war genauso begeisterungsfähig wie ich. Mit ihm zusammen sprudelten nur so die Ideen und Einfälle. Er war für mich sehr inspirierend. Aber er war wohl auch ein Schlitzohr, jedenfalls, als Mansur und ich endlich Geld sehen wollten, da wich er immer wieder geschickt aus und dann, bei der ersten Gelegenheit kündigte er uns. Wir kamen nicht mehr an unser Modell heran und überhaupt. Wir mussten tatsächlich unser Model herausklagen und auch wegen des ausstehenden Honorars mussten wir vor Gericht ziehen. Ich fiel wirklich aus recht großer Höhe in den Keller. Was war das denn jetzt schon wieder für eine Erfahrung? Ich drehte fast durch, denn ich verstand nicht, wieso Peter das ganze Projekt einfach so fallen lassen konnte. Ich versuchte ihn immer wieder telefonisch zu erreichen, ich redete im Geiste unablässig auf ihn ein. Als ich ihn dann nach zwei Wochen endlich an der Strippe hatte, da saß er gerade irgendwo in Österreich an einer Hotelbar. Ich fragte ihn, wie er so etwas nur machen könne und er antwortete mir: „Jetzt weißt Du, dass Du nur Dir selbst vertrauen kannst.“
Oh, je, wer hatte denn um diese Erkenntnis gebeten? Aber immerhin, nach dem Gespräch hörte das mit den inneren Diskussionen auf. Ich konnte wieder nachdenken und ich entschied: „Ich baue noch ein Modell vom Musical, diesmal 1:100. Wer kann mir denn verbieten, an diesem Projekt dran zu bleiben? Ich mache das Musical zu meiner Arbeit des Hauptstudiums!“ Und obwohl Mansur am Liebsten nichts mehr von dem Musical gehört hätte, er erklärte sich bereit mir dieses nun sehr große und komplizierte Modell zu bauen. Er brauchte auch eine Abschlussarbeit und mit diesem Projekt konnte auch er viele Scheine machen. Das Projekt war so groß, es reichte bei mir für das ganze Hauptstudium. Denn nun ging es an die Details, die Farbgestaltung, die Formgestaltung, Fotografie und einige Fächer mehr. Mansur baute 5 Monate an dem Modell und ich war mit den Zeichnungen und dem schriftlichen Konzept gut beschäftigt. Herr Killinger, der Musicalkomponist, war auch von Peterr enttäuscht worden, aber er freute sich, dass wir das Musical weiterentwickelten. Es sollte eine modern-gotische Anmutung haben. Die Säulen waren das entscheidende Gestaltungsmerkmal. Ja, das ganze Vorderhaus erinnerte nicht nur an eine Kathedrale, die Statik war auch sehr ausgeklügelt. Eine Arena für 2000 Personen trägerfrei zu überdachen, das war schon eine Herausforderung und ich bin auch heute noch stolz auf diesen Entwurf. Ja, ich denke, mein Musical-Theater ist wirklich wunderschön geworden.

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Was sagen Sie zu diesem Bild? Sieht diese Fassade nicht wirklich toll aus? Also ich kann nur sagen, für mich war dieses Projekt eine sehr wichtige Erfahrung. Hier war ein Talent in mir wach geworden. Ich hatte schon als Jugendliche viel Zeit damit verbracht mir große Funktionsgebäude auszudenken. Am Liebsten richtete ich im Geiste ganze Krankenhäuser neu ein, denn ich fand, bei denen konnte man viel besser machen. Und auch bei dem Musical und den weiteren Gebäuden war wirklich alles eingeplant, nicht eine einzige Toilette fehlte. Die Frage zu beantworten, wie ein 4-Sterne-Hotel, eine Jugendherberge, ein Kinderhaus und ein Freizeit-Schwimmbad und eine römische Sauna-Landschaft aussehen musste, die hatte ich gerne beantwortet. Zur Prüfung bauten wir alles in der großen Schedhalle der Keramiker auf. An die Wände hing ich meine Grundrisse sowie Außen- und Innenansichten und die wirklich tollen Fotos. Die Prüfung selbst war für mich ein Kinderspiel. Nur Mansur gab keine so gute Vorstellung. Ihm war dieses ganze Projekt ein Greul und nach der anschließenden Feier packte er alles zusammen, stellte es bei mir auf den Speicher, und wollte nie wieder davon hören.

Jetzt ging es an die Diplomarbeit. Mansur fand ein Softwareunternehmen, dass sich einen individuellen Messestand von ihm wünschte und ich, nun, ich suchte nach einer eigenen Aufgabe. Es sollte auf jeden Fall etwas Kleineres sein. Mein Thema fand sich an einem Sonntagnachmittag vor dem Fernseher. Ich sah einen älteren Kostümfilm über eine russische Zarin und die lag mit ihrem geliebten Offizier auf einem großen Heukissen mit wunderschönen Decken und Kissen darauf. Das brachte mich auf eine Idee. Ich ging ans Zeichenbrett und entwarf eine ganze Möbel-Reihe. Daraus wurde „Eine Entwurfsreihe zu einem Sitzmöbel“, meine Diplomarbeit.

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Das gebe Objekt war das „Heukissen“, ich nannte es Big Mama. Es bestand wie alle Objekte aus PUR-Schaumstoff. Ich hatte dazu Gießformen anfertigen müssen. Doch aus einer Form konnte ich so ganz viele Objekte herstellen. Diese überklebte ich dann mit flexiblem Stoff. Dann noch eine Zierkante aus Aluminium und schon waren die Objekte fertig. Wenn man sich mit den Details dieser Arbeit beschäftigt, dann muss man sagen, ich habe meine Eins nicht ohne Grund bekommen. Meine Professoren waren jedenfalls begeistert und sie wünschten mir sehr, das ich für diese Arbeit einen richtig guten Designmöbelhersteller finden würde. Allerdings befürchteten Beide, dass es in Deutschland sicher schwer würde, ich müsste wohl nach Italien damit.
Mansurs Messestand wurde auch total schön. Er hatte wirklich ein Händchen für die gute Form und die richtige Farbe. Sein Stand war ganz sicher kein Wegwerf-Stand und die Softwarefirma war sehr zufrieden. Mit diesem Stand würden sie die nächsten Jahre up to day sein. Wir bekamen unsere Diplomurkunden im Januar 1999 und wir waren glücklich. Endlich hatte ich eine abgeschlossene Ausbildung! Mansur und ich waren nun bereit Karriere zu machen. Nur wo? Bei wem sollten wir uns beweben? Für was?

Mein Michael stellte nun endgültig seine Zahlungen ein und er wollte auch endlich die Scheidung. Er hatte eine neue Partnerin gefunden, die zwei Söhne hatte. Sie wollten heiraten. Nun, ich hatte nichts dagegen und so suchte ich mir eine Anwältin, denn dass was Michael mit mir nun abmachen wollte, das passte mir gar nicht. Ich hatte schließlich noch keinen Job und irgendwie musste ich ja Felix ernähren. Ich ging zum Sozialamt und dort half man mir glücklicher Weise aus der Klemme. Ich fertigte Flyer an, mit denen ich mich einfach mal so überall bewarb. Ich versuchte es bei den Messebauern der Umgebung und tatsächlich, ich fand schnell einen festen Job bei einem größeren Unternehmen. Das Gehalt war nicht riesig, aber immerhin, ich verdiente jetzt mein eigenes Geld. Doch leider war der Job scheiße, mit Design hatte er nur wenig zutun. Es ging mehr um Kundenaquise, kalte Kundenaquise! Nun ja, ich lernte jetzt zumindest wie so ein Kundenkontakt hergestellt wurde und wie man professionelle Kundengespräche führte. Aber von meinen Kollegen wurde ich erst mal gemobbt und auch mit dem Geschäftführer kam ich nicht besonders gut klar. Als man mir dann nach 4 Monaten kündigte, da war ich richtig erleichtert. Nein, so etwas war nichts für mich. Auch Mansur kam nicht richtig voran und so taten wir uns zusammen und versuchten es gemeinsam im Messegeschäft. Doch das gestaltete sich nicht sehr erfolgreich und irgendwann gab Mansur auf und er nahm eine feste Stelle bei einer Werbeagentur an. Es war eine sehr gute Stelle, denn er sollte zusammen mit dem Chefdesigner die Innenausstattung von Museen entwickeln. Das Gehalt war in Ordnung und die Herausforderung groß. Doch was war mit mir? Nun, Mansur vergaß mich nicht und verschaffte mir einen Präsentationstermin bei seinem Chef und tatsächlich, ich bekam einen schon am nächsten Tag einen Auftrag. Es handelte sich um einen riesigen Gemeinschaftsmessestand der Dortmunder Energie und Wasser GmbH. Er sollte einen großen Klettergarten beherbergen, der Rest darunter sollte noch entworfen werden.

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Ich sagte natürlich begeistert Ja. Und das Geld war super, denn ich bekam 50DM die Stunde. Klar eigentlich ist das wenig, aber da ich sehr viele Stunden machen konnte, weil ich mich auch um die Umsetzung kümmern sollte, sah es auf meinem Konto richtig gut aus. Ich stürzte mich mit großem Engagement in die Arbeit und die Agentur war so zufrieden mit mir, dass sie mir Folgeaufträge gab. Ich war mit meiner Situation sehr zufrieden, denn ich konnte viel von zu Hause aus arbeiten, ich lernte sehr nette und interessante Menschen kennen, ja ich war bester Laune. Von meiner ersten Überweisung fuhr ich erst mal mit meinem Sohn und meiner Nachbarin in die Stadt und wir erfüllten uns einige Wünsche. Soviel Geld hatte ich noch nie gehabt und es war ein tolles Gefühl. Endlich war ich finanziell sorgenfrei.
Mansurs Stimmung war allerdings gar nicht gut. Er litt in seiner festen Stelle, denn er kam im Gegensatz zu mir mit seinem Chef nicht so gut klar. Mich nervte seine ständige Jammerei und ich ließ mich auf eine emotionale Geschichte mit einem der Messebauer ein. Ich verliebte mich in ihn, weil er mir so wunderbar half meine Entwürfe zu realisieren. Die Zusammenarbeit war wirklich super. Mansur machte das ungeheuer eifersüchtig und wir hatten ständige Diskussionen. Ich wurde immer ärgerlicher ob seines Theaters und irgendwann ging ich zwar nicht mit dem geliebten Messebauer ins Bett, aber dafür mit dessen Kumpel. Mein Messebauer war nun mal verheiratet. In bestehende Beziehungen griff ich grundsätzlich nicht ein.
Jedenfalls, mir ging es sehr gut. Ich kleidete mich ziemlich schick, ich ging zum Frisör, ich investierte in mein Arbeitszimmer und ich hoffte, so würde es immer weiter gehen. Aber der liebe Gott hatte etwas anderes mit mir vor und so schlug er mir mit einem Mal eine Tür nach der anderen zu. Ich hatte IHM diese Gelegenheit verschafft, weil ich das feste, gutbezahlte Anstellungsverhältnis, dass mir die Agentur angeboten hatte, ausgeschlagen hatte. Das Angebot hatte nämlich einen Haken. Ich sollte dafür nach Dortmund ziehen. Doch das konnte ich meinem pupertierenden Sohn nicht zumuten. Ich hoffte, es würde auch so weitere Aufträge zu diesen guten Konditionen geben. Doch ich war der Agentur auf Dauer zu teuer und so kam es, dass ich ein Jahr später wieder auf Auftragssuche war.

Von Mansur trennte ich mich auch. Unsere Beziehung hatte sich mittlerweile zu einer reinen Bettgeschichte entwickelt. Wir taten nichts mehr miteinander außer, dass wir die Wochenenden bekifft im Bett verbrachten. Mir war das zu wenig und meine Gefühle waren durch die ständigen Diskussionen ziemlich abgekühlt. Es war nicht leicht, dies Mansur beizubringen. Er war süchtig nach mir, sexsüchtig. Doch ich hatte die Nase voll von Sex. Er kam mir auf einmal an den Ohren wieder heraus. Wiedereinmal bewahrheitete sich eine meiner Weisheiten. Eine Beziehung endet oft genau aus dem Grund, warum sie einst begann. In unserem Fall war es der Sex. Bei Michael hatten mich genau die Eigenschaften irgendwann genervt, die ich zuvor geliebt hatte. Ja und bei C.? Wir waren für das Erste Mal zusammengekommen, ich hätte daraus gerne etwas richtig Großes gemacht, doch das Schicksal hatte dies nicht vorgesehen. Trotz meines magischen Liebesschwures. Unsere Beziehung war eine Seifenblase, die schnell zerplatzt war. Also, ganz ehrlich, ich hatte von Beziehungen jetzt erst mal die Nase voll.

Magic Bombini

Der Bankrott kam nicht von heute auf morgen, es war vielmehr ein ziemlich zäher Kampf, der mich sehr viel Kraft kostete. Ich arbeitete an sechs verschiedenen Projekten und ich hoffte, dass wenigstens eines sich am Ende auszahlen würde. Ich vertraute dabei nicht nur auf die Qualität meiner Konzepte und das Gesetz der Wahrscheinlichkeit. Ich fuhr sogar nach Paris und ging in die Notre Dame, um mir dort einen Rosenkranz zu kaufen. Ihn hängte ich mir um den Hals und ich betete zur Muttergottes, dass sie mir helfen möge. Ich brauchte endlich einen richtig guten Auftrag. Ich dachte dabei an Messestände oder die Einrichtung eines edlen Bekleidungsgeschäftes. Ich stellte mich auch an mein Zeichenbrett und entwickelte das Konzept „Das Paradies für Frauen“. Auch hoffte ich auf das Interesse eines bestimmten Unternehmens an meinen „Fernseher mit Computereigenschaften“. Dann war da noch der Entwurf für einen neuartigen Klappstuhlmechanismus. Doch der liebe Gott hatte andere Pläne und ließ alle Projekte scheitern. Jedes aus einem anderen Grund. Dieses ständige Hoffen, Bangen und Scheitern war für mich sehr belastend, denn das Geld ging nicht nur zur Neige, nein, ich hatte mittlerweile ziemliche Schulden gemacht.
Trotz aller Mühe, es kam der Tag, da ging es einfach nicht mehr weiter und ich ging wiedereinmal zum Sozialamt, schließlich musste ich irgendwie meinen Sohn satt kriegen und die Miete zahlen. Ich kann Ihnen sagen, diese Zeit war wirklich ein ziemlicher Horror. Ich hatte permanente Kopfschmerzen und ich konnte nicht mehr schlafen, denn ich kämpfte mit großen Existenzängsten. Erst als ich alles aufgab und mich in die soziale Hängematte legte kam so etwas wie Frieden in mein Leben. Ich hatte plötzlich keine Lust mehr auf die Designerei und ich schloss das Kapitel für mich zumindest erst mal ab. Ein Freund hatte mich kurz vor meinem endgültigen Bankrott gefragt: „Was würdest Du machen wollen, wenn Geld keine Rolle spielen würde?“ Ich antwortete darauf sehr spontan: „Ich würde Bücher schreiben.“ Ich hatte immer gedacht, wenn ich endlich ein finanzielles Polster erarbeitet haben würde, dann würde ich mich der Schreiberei zuwenden. Jetzt hatte ich zwar stattdessen einen Haufen Schulden auf der Bank, aber ich hatte einen Computer und viel Zeit. Warum sollte ich also nicht das tun, was ich wirklich wollte?

Zuerst hatte ich befürchtet, ich würde nun wieder in eine tiefe Depression versinken, doch nichts dergleichen geschah. Im Gegenteil, ich fühlte mich total befreit und ich konnte mich sehr gut auf völlig neue Themen konzentrieren. Ich interessierte mich plötzlich sehr für Magie. Die Physik der Magie. Ich hatte mir schon ein Jahr zuvor mehrere Bücher zu diesem Themenkomplex gekauft und nun las ich sie alle auf einmal. Ich saß im Bett und machte mir sehr viele Notizen, ja, ich begann eine regelrechte Forschung. Ein wichtiges Buch für mich war „Das elegante Universum“ von Brian Green. Darin wurden die wissenschaftlichen Grundlagen der Stringtheorie vermittelt und ich bedauerte nun doch sehr, dass ich in Physik nicht besser aufgepasst hatte. Aber ich interessierte mich auch für Religion und Philosophie. Ja, mich beschäftigte die ganz große Frage des Lebens: „Was ist der Sinn des Lebens?“ War das alles nicht viel interessanter und wichtiger als Messestände?
Ich wurde also nicht depressiv, zum Glück, allerdings hatte ich jetzt wieder ein altes Problem am Hals. Ich war wieder total liebeskrank. Es geschah ganz plötzlich, irgendwann kurz nach meinem Bankrott. Ich saß in meinem Bett und legte mir die Skatkarten. Ich hatte es mir ein halbes Jahr zuvor von meiner Großmutter zeigen lassen. Eigentlich wollte ich sie nur etwas entlasten, denn meine Freundinnen wollten sie immer besuchen, damit meine Großmutter für sie in die Karten schaute. Doch die war nicht mehr die Jüngste und es strengte sie zunehmend an. Also hatte ich es mir zeigen lassen und regelmäßig und fleißig geübt. Ich hatte mir Literatur besorgt und mich auch in die Deutung von Tarotkarten, Runensteine und dem I-Ging eingearbeitet. Aber am Liebsten legte ich die Skatkarten und so auch an diesem Tag im Bett. Doch als ich die Karten auslegte und mich darüber beugte, da schaute ich auf ein ganz außergewöhnliches Kartenbild und dann ging es auch schon los.
Die Hexen schrieen mich wieder an. Sie lachten mich aus, sie tobten in meinem Kopf. Und dann kehrte das altbekannte Sehnsuchtsgefühl zurück. Ich brach in Tränen aus. Nicht schon wieder! Aber es war nichts zu machen, die Liebe erfasste mich und ich sehnte mich heftiger denn je nach meinem Herzensbrecher. Ich sah die Karten und sie versprachen mir wie zum Hohn die ganz, ganz, große Liebe. Herzdame und Herzkönig lagen ganz zentral und nebeneinander vereint, um sie verteilten sich die höchsten Glückskarten und die Karte für die Beziehung. Es war wirklich ein ganz besonderes Kartenbild, doch ich ahnte, darauf würde ich noch ewig warten müssen. Mit meiner inneren Ruhe war es danach natürlich vorbei, denn nun sah ich C. wieder hinter jeder Ecke auftauchen. Ich kannte das schon und ich wusste, all dieses Sehnen war völlig umsonst. Aber die Gefühle ließen sich nicht wegschieben. Ich hatte es in einem heiligen Moment versprochen und ich wurde ganz offensichtlich gezwungen, dieses Versprechen zu halten. Ich liebte diesen Mann. Ach, hätte ich es doch nur nie getan!

Irgendwann im Spätsommer 2002 war ich soweit und ich setzte mich an den Schreibtisch und ich begann mein erstes Buch zu schreiben. Ich gab ihm den Titel „Die Schwarzen Steine“. Es sollte am Ende 1200 Seiten dick werden. Ich schrieb jeden Tag 9 Monate lang daran und ich kann sagen, dieses Buch sollte mein Leben ganz entscheidend verändern. Es war kein Sachbuch und auch kein Roman. Es war vielmehr eine Dokumentation meiner Innenwelt. Denn, nachdem ich all die vielen Bücher studiert hatte, war mein Kopf so voll und mein Weltbild dermaßen umgekrempelt, dass ich gar nicht wusste, wie ich meine Erkenntnisse zu Papier bringen sollte. Da erinnerte ich mich an eine besondere Erfahrung, die ich ein Jahr zuvor gemacht hatte. Mein damaliger Unternehmensberater hatte mir vorgeschlagen mit ihm eine geführte Innenweltreise zu machen. Zunächst war ich sehr skeptisch, doch ich ließ mich überreden und legte mich bei ihm auf das Sofa. Mir wurden die Augen verbunden und ein Text vorgelesen. Dieser Text forderte mich auf, in der Vorstellung eine Tür zu öffnen und eine dahinter befindliche Treppe hinunter zu gehen. Ich kam in einen leeren Keller, in dem ich nur ein paar vergammelte Kartoffeln erblickte. Ich wurde aufgefordert nach einem Ausgang zu suchen und tatsächlich, plötzlich stand ich in einem sonnenbeschienenen Innenhof. Ich fand dort einen großen, leeren Koffer und einen alten Schlüssel. Damit begab ich mich dann auf eine sehr interessante Reise, die ich an anderer Stelle schon mal ausführlich beschrieben habe. Als ich später meinen Freundinnen Natschi und Barbara die gleichzeitig aufgenommene Kassette vorspielte, da meinten die, diese Innenweltreise sei so wertvoll wie ein Jahr intensive Therapie. Das Besondere an dieser Reise waren die spontan auftauchenden inneren Bilder, denn sie ließen sich hervorragend analysieren und interpretieren.

Als ich nun vor meinem Computer saß, da dachte ich: „Warum versuche ich nicht selbst, mich in diesen Trancezustand zu bringen und ich schreibe auf, was ich jetzt nach all dieser Lektüre in meinem Innern sehe?“ Ein gutes Hilfsmittel war dabei ein ordentlicher Joint. Ich schloss also die Augen und schaute in mein Innerstes und tatsächlich, es kamen Bilder zu mir nach oben und ich tippte alles was ich sah in den Rechner. Das klappte erstaunlicher Weise sehr gut und so verbrachte ich nun den ganzen Tag kiffend und schreibend. Ein schlechtes Gewissen, dass ich mich nicht intensiv um einen Job kümmerte, hatte ich nicht. Ich war der Meinung, ich könne mit meinem Buch der  Gesellschaft viel mehr zurück geben, wie als Designerin. Denn, mein Buch hatte eine ganz große Botschaft, eine Botschaft, die das Leben der gesamten Menschheit zum Positiven hin verändern konnte. Ich hatte nämlich bei meinen Studien eine wichtige Entdeckung gemacht. Ich gab dieser Entdeckung den Namen Bombini, „magic bombini“.
Bei diesem Bombini handelte es sich erst mal nur um ein ferngesteuertes Spielzeug.

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Ich stellte es mir vor wie mein Sitzmöbel-Modell „UFO“, nur, dass das Bombini an der Stelle der Kuhle eine Kuppel haben sollte. Es sollte äußerlich auch aus PUR-Schaum bestehen, allerdings in seinem Innern würde sich eine Sensation befinden, denn darin wollte ich einen asymmetrischen Zweiplattenkondensator verstecken, der unter Hochspannung gesetzt werden sollte. Und wenn ich dem Physiker Thomas Townsend Braun und meinen Erinnerungen an mein physikalisches Praktikum während des Biologiestudiums glauben konnte, dann müsste mein Bombini unter Hochspannung gesetzt abheben und durch den Raum fliegen können wie man es von einem UFO erwarten konnte. Ich hielt dieses Spielzeug für absolut genial, denn damit würde ich nicht nur auf einer Spielzeug-Messe den Vogel abschießen. Dieses Spielzeug würde den verachteten Thomas Townsend Braun rehabilitieren und das großartige Zeitalter der Nutzung der Vakuumenergie einläuten. Mit der Bombini-Technologie würden Autos, Züge, Schiffe angetrieben werden können, ja, man konnte damit den Energiebedarf der ganzen Welt decken. Denn Vakuumenergie gab es schließlich überall. Die Ölkonzerne würden wie die schrecklichen Dinosaurier einfach aussterben und die Engel würden Recht behalten.

Die Engel waren bei mir im Herbst 2002 aufgetaucht, doch zuvor sollte ich noch ein anderes sehr bewegendes Erlebnis haben. Ich lag auf meinem Sofa und wollte ein nachmittägliches Nickerchen machen. Ich schloss die Augen, doch kurz bevor ich gerade einschlafen wollte, da spürte ich plötzlich eine Kraft an mir ziehen. Sie war so stark, dass mein Ich aus meinem Körper gezogen wurde. Ich war ziemlich erstaunt und konnte nichts dagegen tun. Die Kraft zog mich in den Himmel und als ich zu Stehen kam, da befand ich mich auf der Höhe des Mondes. Unter mir drehte sich die Erde und ich fand sie wunderschön. Doch als ich genauer hinsah, da erkannte ich dunkle Schatten, die nach dieser wunderschönen, blauen Perle griffen. Ich hatte jedoch keine Zeit darüber nachzudenken, denn wieder zog eine starke Kraft an mir und ich wurde tief ins Universum gezogen. Ich versuchte die Erde in dem Meer der Sterne im Blick zu behalten, doch es war aussichtslos, ich wurde immer weiter weg gezogen. Ich staunte über die Größe und Schönheit des Universums, das an mir rasendschnell vorbeizog.
Plötzlich ließ die Kraft nach und ich kam zu stehen. Es waren nur wenige Sterne sichtbar, doch als ich mich umdrehte, da erschrak ich zutiefst, denn vor mir erkannte ich eine unendlich große Gestalt aus Licht. Ich ging auf die Knie und bedeckte mein Gesicht mit meinen Händen. Eine tiefe Ehrfurcht ließ mich erzittern. Das konnte nur Gott selbst sein! Ich befand mich am Rande des Universums auf seiner ausgestreckten Hand. Ich weiß nicht wie, wahrscheinlich war es Telepathie, aber ich hörte diese unglaubliche Gestalt mit mir reden. Sie sprach über die dunklen Schatten, die nach der Erde griffen und ich wurde aufgefordert, daran etwas zu ändern, sonst würde Gott die Erde von seinem strahlenden Mantel hinwegschnippen in die ewige Dunkelheit. Diese Gestalt versprach mir, mir dabei zu helfen. Und dann wurde ich unversehens auf meinem Sofa wach. Was war das denn gewesen? Das war doch kein Traum? Bei einem Traum wusste man immer gleich, dass es ein Traum gewesen war, egal wie schrecklich oder schön er gewesen war. Aber dieses Erlebnis war etwas anderes gewesen. Es war sehr real. Sie können sich sicher vorstellen, dass ich danach ziemlich irritiert war und ich fragte mich, warum Gott ausgerechnet mich zur Weltrettung aufforderte. Ich war doch völlig macht – und mittellos. Ich war nichts anderes als eine gescheiterte, arbeitslose Designerin.

Ein paar Tage später, ich hatte wiedereinmal nachmittags ein Stündchen geschlafen, da wurde ich wach und erblickte einen Mann an meinem Schreibtisch sitzen. Er trug einen schwarzen Anzug und sah sehr gut aus. Mein Unterbewusstsein erkannte ihn wohl, denn ich fragte ziemlich verärgert: „Was willst Du denn hier?“
„Nun, ich wollte mir Deine Fortschritte bei der Rettung der Welt anschauen,“ sagte der Mann und wühlte in meinen Unterlagen.
„Oh ja, schau Dich nur auf meinem Schreibtisch um, da kannst Du sehen, ich habe wirklich alles versucht. Aber niemand interessiert sich für meine Entwürfe.“
Ich ging zu ihm, doch als ich direkt neben ihm stand, da ergriff mich ein heftiges Gefühl und ich warf mich auf die Knie und ein „Ich liebe Dich“ kam aus mir heraus. Da lachte der Typ und löste sich in Luft auf. Ich stand auf und als ich mich umdrehte, da saßen dort zwei Frauen auf meinem Sofa. Eine war etwas älter und die andere noch jung. Sie erinnerten mich an Zeugen Jehowas und sie schienen auf Kaffee und Kuchen zu warten. Ich setzte mich zu ihnen und wir unterhielten uns über meine Lebensaufgabe. Doch ich schüttelte mit dem Kopf und meinte, ich hätte doch gar keine Chance. Plötzlich befanden wir uns bei der Tankstelle unseres Ortes und ich zeigte auf die Zapfsäulen und sagte zu den beiden Frauen: „Da seht ihr die wahre Macht auf der Erde. Dagegen bin ich absolut machtlos.“ Doch die beiden Frauen schüttelten mit dem Kopf und erklärten mir: „Du trägst die Lösung schon in Dir. Gib nicht auf, Du wirst es schaffen.“ Und dann drehten sie sich um und verschwanden in Richtung Autobahn und ich befand mich plötzlich wieder in meinem Wohnzimmer.

Sollte ich mit meinem Bombini vielleicht wirklich die Lösung gefunden haben? Nur, wie brachte ich dieses Fluggerät in die Realität? Ich hatte doch gar keine Ahnung von Physik. Die war jetzt aber wirklich notwendig. Ich setzte mich nach diesen Erlebnissen mit neuer Kraft an mein Buch und suchte in meiner Innenwelt nach einer Lösung.
Ich empfehle Ihnen „Die Schwarzen Steine“, darin werden Sie nachvollziehen können, wie aus einer verzweifelten, arbeitslosen Designerin eine Königin wird, die ziemlich genau wusste, was sie zu tun hatte. Ja, wirklich, dieses Buch hat mich verändert, es hat mich erst mal sehr stark gemacht. Es war Anfang 2003 und war ich sicher, ich konnte es schaffen. Ich, die arbeitslose Designerin würde einmal die Welt verändern, ich würde sie davor bewahren, vom lieben Gott in die Dunkelheit geschnippt zu werden…

Veröffentlicht am 16.07.2016

Wake News Radio/TV informieren: LIVE-Sendung 14.07.2016 mit Maria, Talk von und mit Menschen
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Heiko

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Diesen Mann traf ich, als ich mit meinem Buch in den letzten Zügen war. Wir kannten uns noch vom Gymnasium und wir waren ziemlich erstaunt, als wir feststellten, dass wir seit Jahren im gleichen Ort lebten, uns aber nie getroffen hatten. Er hatte zwei Kinder, lebte jedoch gerade in Scheidung. Er verdiente sich sein Geld mit Renovierungsarbeiten, aber eigentlich wollte er Kunst machen. Er arbeitete mit Metall. Natürlich war ich neugierig seine Arbeiten zu sehen und so lud er mich ein, ihn in seinem Reich besuchen zu kommen. Er lebte auf der anderen Seite der Bahn in einem alten Bauernhäuschen mit einer großen Werkstatt daran. Ich erzählte ihm von meinem Buch und versprach, zu ihm zu kommen, sobald es fertig sei. Von nun an trafen wir uns öfter zufällig und an dem ersten, schönen Frühlingstag machte ich mich auf den Weg zu ihm. Sein Häuschen war wunderschön, seine Werkstatt beeindruckend, sein Garten herrlich. Wir saßen in der Frühlingssonne und tranken zwei, drei Gläser Weißwein, während wir von Früher erzählten. Wir hatten viele gemeinsame Bekannte. Es war ein sehr schöner Nachmittag und als ich nach Hause ging, da war ich schon ziemlich angeheitert. Ich wollte ihn sicherlich irgendwann wieder einmal besuchen. Doch Heiko wollte nicht so lange warten und rief mich schon am nächsten Tag an und fragte, ob ich Lust hätte, mit ihm in der „Depesche“ ein Feierabendweinchen zu trinken. Und so geschah es von da an jeden Tag, denn Heiko verbrachte fast seine ganze Freizeit Wein trinkend an der Theke. Ich war das allerdings gar nicht gewohnt, ich konnte mir das finanziell schließlich gar nicht leisten. Doch Heiko lag sehr viel an meiner Gesellschaft und so lud er mich ganz selbstverständlich immer wieder ein. Er versicherte mir, er könne sich das locker leisten. Und so verbrachten wir die Abende nicht nur an der Theke, er führte mich bald auch zum Essen aus. Und bei diesem Essen, geschah es dann. Er stand auf uns sagte so laut, dass es jeder im Raum hören konnte: „Monica, ich liebe Dich!“ Oh je, ich hatte es schon geahnt, doch das kam für mich absolut nicht in Frage. Ich liebte meinen Herzensbrecher und ich hatte mir geschworen, ich würde jeden weiteren Mann ablehnen, bis der liebe Gott mir meinen C. zurück brachte. Ja, ich hatte ein Gelübte abgelegt, kein Sex mehr bis meine große Liebe wieder vor mir stand. Heiko konnte ich das natürlich nicht sagen, denn zu meinem Gelübte zählte, C.s Namen nicht mehr auszusprechen. Es war ein Zauber und nichts sollte seine Magie stören. Und weil ich immer noch die Hoffnung hege, dass der liebe Gott sein Versprechen, C. wieder zu mir zurück zu bringen, hält, deshalb kann ich seinen Namen leider nicht verraten.

Ich erklärte Heiko also, dass ich keine feste Beziehung wollte. Ich verabschiedete mich von ihm mit einem Kuss auf die Wange, und fasste mir an meinen Rosenkranz. Ich würde mein Gelübte nicht brechen, ich wollte Zaubern und soviel wusste ich, wenn man ein Versprechen gab, dann musste man es auch halten. Aber das alles war ein großes Geheimnis, dass ich niemanden erklären konnte. Ich erzählte Heiko jedoch natürlich von meinem Bombini, und dass ich entschlossen war, einen Prototypen zu bauen. Ich wollte dazu erst einmal einen Zweiplattenkondensator bauen und eine Hochspannungsquelle benötigte ich natürlich auch. Ich hatte zwar noch überhaupt keine Ahnung wie ich dies realisieren konnte, aber es ging kein Weg daran vorbei, wenn ich Thomas Townsend Braun zur Rehabilitation verhelfen wollte.
Heiko war an meinem Problem durchaus interessiert und so machte er mich mit Steini bekannt. Steini war sein Kumpel und ein Ingenieur des Maschinenbaus. Er arbeitete allerdings nicht, denn er hatte genug Geld von Hause aus. Er besaß ein altes Mietshaus, wo er alles selber machte und als ich ihm von meinem Bombini erzählte, da sagte er: „Nun, an sich dürfte das kein großes Problem sein, Du brauchst ja wohl nur die Spannung und die lässt sich auf vielen Wegen herstellen. Ich werde mir mal Gedanken dazu machen.“
Und so kam es, dass er schon wenige Tage später mit einer Idee zu uns an die Theke kam. Er schlug vor, zwei große Zweiplattenkondensatoren zu bauen, der eine könne 1000 Volt machen, indem man die Platten auseinander zog und diese Spannung könne man dann auf den zweiten Kondensator überleiten. Der könne dann aus den 1000 Volt 100 000 machen. Er hätte eine leerstehende Wohnung, dort könne ich die Kondensatoren gut aufstellen und das Experiment durchführen.
Natürlich benötigte ich dazu Baumaterial und Heiko bot sich an mir dabei zu helfen. Steini fertigte eine Zeichnung an und damit gingen Heiko und ich in seine Werkstatt. Ich benötigte große Metallplatten, sie konnten ganz dünn sein. Ich brauchte Flaschenzüge und zwei flache Holzkisten. Ich brauchte zwei Quadratmeter Dielektrikum. Wir entschieden uns für das gelbe Zeug von Dachisolierungen. Die Zusammenarbeit mit Heiko war sehr schön und ich fand ihn immer netter. Aber auch wenn Heiko sich von seiner charmantesten Seite zeigte, verlieben war für mich tabu. Heiko gab allerdings nicht auf und so etwas hatte ich noch nie erlebt. Bisher waren alle meine Beziehungen in kürzester Zeit zu Stande gekommen und ich hatte keine Erfahrung damit. Ich wusste nicht, dass die Zeit für Heiko arbeitete.

Zunächst aber sollte erst mal das bahnbrechende Experiment stattfinden. Es dauerte ungefähr 3 Monate, dann hatte ich alles gebaut, was Steini gefordert hatte. Er wollte nämlich nicht nur die zwei Kondensatoren, er wollte auch eine große Stromwaage. Ich verstand nur recht wenig von der Materie und verließ mich ganz auf ihn. Er gab mir eine Skizze und ich verbrachte viel Zeit in Heikos Werkstatt und baute was gefordert war. Natürlich legte ich wert darauf, dass alles auch irgendwie schön aussah. Andererseits, es durfte möglichst nichts kosten. Heiko half mir bei allen so gut er konnte und er freute sich, dass ich nun so oft bei ihm war. Abends ging es immer in die „Depesche“ oder auch mal ins „Cannape“. Manchmal besuchten wir an einem Abend auch alle Kneipen Osteraths hintereinander, solange, bis wir total betrunken waren und ich schwankend nach Hause ging. Ich war hin und her gerissen. Heiko war ein ganz toller Mann und er schien wirklich sehr verliebt in mich zu sein. Mir tat seine Aufmerksamkeit gut und wenn ich in den Spiegel schaute, dann schaute mich dort eine strahlende, wunderschöne Frau an.
Mein Sohn wollte natürlich wissen, warum ich jetzt immer weg war und so kam er eines Abends in die „Depesche“ und schaute sich diesen Heiko an. Das Verhältnis zu meinem Sohn war in dieser Zeit sehr gut. Ich ließ ihm alle Freiheit, die er haben wollte. Ich nervte ihn selten wegen der Schule und er durfte auch in die „Savanne“ gehen. Die „Savanne“ war eine beliebte Jugendkneipe, wo man auch Billard spielen konnte. Natürlich trank er dort auch sein erstes Bier und rauchte seinen ersten Joint. Ich hatte mir die Kneipe angesehen und mir war klar, das konnte ich gar nicht verbieten, auch wenn er erst 15 Jahre alt war.
Nun aber wollte er Heiko auf den Zahn fühlen und Heiko reagierte darauf geschickt. Er setzte sich zu einem Männergespräch mit meinem Sohn an die Theke und nach einem Bier war mein Sohn ganz angetan. Dieser Heiko schien echt cool zu sein und zu allem Glück, bot er ihm auch noch einen Job an. Felix arbeitete nämlich zu dieser Zeit stundenweise an einer Tankstelle, fegen und so. Heiko jedoch wollte ihn gerne mit auf eine seiner Baustellen nehmen und zahlen wollte er auch gut. Felix war also ziemlich begeistert und hatte fortan keine Probleme mehr mit meinen Kneipenabenden.

Zu meinem Geburtstag war es dann soweit und ich konnte das Experiment durchführen. Ich lud dazu all die netten Menschen ein, die ich in den letzten Monaten kennen gelernt hatte, und die mittlerweile alle von meinem Bombini wussten. Klar, die Meisten glaubten nicht an ein Wunder, aber man wollte sich gerne eines Besseren belehren lassen. Wenn mein Bombini wirklich flog, dann wäre dies der absolute Hit. Natürlich war es ein ziemliches Risiko, denn vielleicht funktionierte das Experiment ja auch nicht. Aber ich wollte, wenn es klappte, möglichst viele Zeugen haben.
Und so backte ich einen Kuchen, Heiko sponserte ein paar Flaschen Sekt und der große Tag konnte gefeiert werden. Alle kamen und drängten sich in den großen Raum. Steini überprüfte noch mal alle Verbindungen und dann konnte es losgehen.
Ich sage es gleich, es wurde eine totale Pleite, denn die großen Kondensatoren funktionierten nicht. Obwohl es theoretisch hätte funktionieren müssen, Spannung war mit ihnen aber dennoch nicht zu erzielen. Das führte natürlich dazu, dass die Party sich schnell auflöste und Steini und ich ziemlich ratlos waren. Heiko sagte: „Kinder, das ist doch alles nicht so schlimm, kommt, ich gebe einen aus. Lasst uns ins „Cannape“ gehen und Geburtstag feiern.“

Steini war am enttäuschtesten, denn diese Versuchsanlage war seine Idee gewesen. Er war sich sehr sicher gewesen, dass sie funktioniert. Er schlug mir vor, einen sehr netten, pensionierten Physiklehrer anzurufen, vielleicht konnte der uns weiterhelfen und sagen, was wir falsch gemacht hatten.
Und so lernte ich Renee kennen. Wir trafen uns im Biergarten der Savanne und erzählten ihm von unserem Misserfolg. Ich erzählte ihm von Thomas Townsend Brauns Experimenten und welche Überraschung, auch Renee hatte davon schon gehört und ja, auch er glaubte an die Vakuumenergie. Er empfahl mir ein Buch und wollte es mir gerne leihen. Sein Titel: „Das geheimnisvolle Vakuum“. Und was unser Experiment anging, da meinte er, die Idee mit den zwei Kondensatoren sei zwar ganz fiffig, doch er würde sagen, ich solle besser eine Hochspannungskaskade bauen. Er nannte mir ein Geschäft, wo ich sicher für kleines Geld die benötigten Bauteile bekäme. Er fertigte eine kleine Skizze an und damit fuhr ich dann nach Düsseldorf und betrat den Elektronikladen.
Er lag mitten in der Stadt auf einem Hinterhof. Als ich mich in den Regalen umschaute wurde mir klar, dass ich gar keine Ahnung von Elektrontechnik hatte. Ja, trotz meines Physikpraktikums, ich wusste immer noch nicht, floss der Strom nun von Minus nach Plus oder umgekehrt. Steini hatte mir zwar einiges erklärt, aber inmitten all dieser Elektrotechnik fühlte ich mich sehr fremd. Ich ging an die Verkaufstheke und ein Mitarbeiter fragte nach meinen Wünschen. Ich sagte: „Ich möchte eine Hochspannungskaskade bauen um 100 000 Volt Gleichspannung zu produzieren. Ich habe hier eine Skizze, können Sie mir vielleicht weiterhelfen?“
Der Mann zog die Augenbrauen hoch und meinte: „100 000 Volt? Ich habe einmal 20 000 produziert. Eine Kaskade wäre natürlich eine Möglichkeit. Nur, wozu benötigen Sie denn die Spannung?“ Und da erzählte ich ihm von meinem Bombini-Projekt. Jetzt gingen die Augenbrauen gar nicht mehr herunter und er holte einen Zettel hervor und begann mir einiges zu erklären, denn er merkte, ich war nicht vom Fach. Er erklärte mir die Grundlagen einer Kaskade und vieles mehr. Dann suchte er jede Menge kleine Kondensatoren in seinen Schubladen, er rechnete aus wie viele Dioden ich brauchte, er ließ mich Kabel aussuchen, Bananenstecker und Lötzinn hatte er auch für mich. Dann brauchte ich auch noch einen Vorwiderstand, sonst würde ich die Spannung nicht messen können. Er erklärte mir, worauf ich zu achten hatte, und legte mir auch noch eine Handvoll winziger Widerstände auf die Theke. Dann rechnete er alles aus und ich kam überraschend glimpflich weg. Meiner Erinnerung nach waren es keine 40 Euro. Das konnte ich mir so gerade eben noch leisten. Das Messgerät würde mir Heiko leihen können und ein paar Glasplatten hatte er auch für mich.

Zuhause setzte ich mich an den Schreibtisch und entwarf eine Kaskade und einen Vorwiderstand. Bei Beiden waren bestimmte Bedingungen zu beachten, doch Dank der guten Beratung kam ich gut voran. Langsam begann ich die Sache etwas zu begreifen. Ich war, wenn ich erfolgreich sein wollte, wirklich gezwungen mich etwas mehr mit der Theorie auseinander zu setzen. Ich kramte in meinem Bücherregal. Wo war mein Buch „Grundlagen der Physik“? Hatte ich es tatsächlich auch auf den Sperrmüll geworfen? Ich suchte alles ab, aber es war leider so, ich hatte dieses wunderbare Buch mit vielem Anderen weggeworfen. Wie blöd konnte man nur sein? Ich musste mich dringend weiterbilden.
Aber erst mal wollte ich die Kaskade bauen und so lötete ich alles sorgfältig zusammen. Die Kaskade sah beeindruckend schön aus. Auch der Vorwiderstand sah toll aus. Jedes Teil bekam eine gläserne Bodenplatte und kleine Glasfüßchen. Die Kabel begeisterten mich besonders. Es waren jedoch nur 1000 Volt-Kabel, stärkere gab es nicht einfach so zu kaufen. Mein Bombini bestand nur aus zwei runden Blechringen und einer Plexiglasscheibe, doch jetzt ging es ja erst mal nur darum, die Spannung zu erzielen. Als alles fertig war, rief ich Renee an und der kam vorbei um mir bei der Inbetriebnahme beizustehen. Natürlich war er neugierig zu sehen, was ich aus seinem Zettel gemacht hatte.
Und er war beeindruckt. Meine Kaskade sah sehr gut aus und auch der Vorwiderstand fand Lob. Wir verkabelten alles und schalteten das Messgerät ein. Dann schaltete ich die Stromversorgung ein und wir starrten auf das Messgerät, doch wiedereinmal, es war keine Spannung zu messen. Konnte das denn möglich sein? Renee begab sich auf Fehlersuche und irgendwann meinte er, die Kondensatoren seien vielleicht nicht die Richtigen, ich bräuchte größere.

Nach dieser erneuten Niederlage fuhr ich wieder nach Düsseldorf und zum Glück, der nette Mitarbeiter war auch wieder da. Er begrüßte mich freundlich und war ganz Ohr, als ich ihm von meinen Problemen berichtete. Ich hatte die Kaskade und den Widerstand mitgenommen und nun begutachtete Werner, so hieß der Mann, meine Lötarbeit. „Hm, sieht eigentlich nicht schlecht aus, aber vielleicht benötigst Du wirklich andere Kondensatoren. Ich gehe mal in den Keller.“ Und er kam mit einem großen Karton zurück. „Hier, versuche es mit diesen Kondensatoren.“ Oh je, die Dinger waren wirklich erheblich größer. „Du brauchst dann auch andere Dioden.“ Zum Glück machte er mir wiedermal einen guten Preis, er wusste, ich konnte mir diese ganze Geschichte eigentlich gar nicht leisten. Jetzt hieß es also, eine neue Kaskade zu bauen. Diesmal würde ich die Kondensatoren auf lange Holzbretter setzen müssen. Zum Glück, Heiko konnte helfen.
Mittlerweile betrachtete er uns als Paar, denn ich war schwach geworden und hatte mich nicht nur in den Arm nehmen lassen. Sex wollte ich zwar nicht, das hatte ich klar gemacht, aber ein bisschen Knutschen, dass musste drin sein. Ich war nämlich langsam wirklich ziemlich verliebt in diesen supernetten Mann. Er hatte wunderschöne Augen und küssen konnte er wirklich toll. Heiko war so begeistert mich endlich zumindest soweit herum bekommen zu haben, auf Sex konnte er warten. Er wusste, irgendwann würde ich mich ihm hingeben, er hatte Geduld.
Ich übernachtete immer öfter bei ihm und natürlich, es blieb nicht nur beim küssen. Aber eine große Gefahr bestand letztendlich für mich nicht, stellte ich schnell fest, denn Heiko litt an vorzeitigem Samenerguss. Ihm war es peinlich, doch ich war heilfroh. So konnte ich das Entscheidende an dem Gelübte einhalten.

Heiko bot mir an, die Kaskade in seiner Werkstatt zu bauen und mein Experiment bei ihm auf dem Speicher über der Garage durchzuführen. Das war natürlich super, denn dort war viel Platz. Meine Kaskade wurde nämlich immer größer. Bei Hochspannung dieser Größenordnung mussten zudem große Abstände eingehalten werden. Ich brauchte auch einen anderen Vorwiderstand und überhaupt ich hatte viele Fragen und damit ging ich jetzt immer zu Werner. Er gab mir die Adresse seines Lagers in der alten Böhlerfabrik und da fuhr ich in der Folge öfter hin. Und immer hatte ich anschließend, was ich brauchte. Werner war wirklich super, denn er konnte auch sehr gut erklären. Er hatte mal Elektrotechnik studiert und ich denke, aus ihm hätte wirklich ein super Lehrer werden können.

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Ich denke, ohne Werner wäre ich an der Aufgabe wohl verzweifelt. Er glaubte zwar auch nicht an mein Bombini, aber mein Enthusiasmus beeindruckte ihn sehr. Er nannte mich nur noch „Madame 100 000 Volt“ und es stimmte schon, ich war voll in meinem Element. Ich hatte den Eindruck für diese Aufgabe nicht nur geschaffen worden zu sein, auch der liebe Gott unterstützte mich offensichtlich nach Kräften. Er gab mir die richtigen Leute zur Seite, die mich unterstützten, da war Renee, der regelmäßig vorbei kam, und mir mit Rat und Tat zur Seite stand, da war Werner, der mir viel erklärte und mich mit Material versorgte, da war Heiko, der mir nicht nur einen sehr schönen Arbeitsplatz zur Verfügung stellte, er sorgte auch für viel Entspannung. Wir fuhren allein im ersten Jahr unserer Beziehung 10 mal nach Holland ans Meer, denn seine Mutter hatte dort ein Ferienhaus. Er ging mit mir aus und half mir auch finanziell ein Bisschen. Ich sah darin ein Zeichen Gottes, dass ich mit diesem Projekt auf dem richtigen Weg war.
Ich kam also gut voran und irgendwann war meine zweite Kaskadenanlage funktionsbereit. Wieder kam Renee, um sie mit mir gemeinsam hoch zu fahren. Jetzt bestand sie aus mehreren, in Reihe geschalteten Drucker-Trafos, die eine Eingangsspannung von 2500 Volt einbrachten. Dann kam die Kaskade aus Kondensatoren, die über Diodenketten so miteinander verbunden waren, dass an ihrem Ende zumindest theoretisch 100 000 Volt heraus kommen mussten. Über 10 000 Volt-Kabel, die ich in einem Spezialgeschäft günstig erstanden hatte, wurde die Spannung auf mein Bombini geleitet. Es bestand immer noch nur aus zwei Metallringen, die durch eine 2 cm dicke Plexiglasscheibe elektrisch voneinander getrennt waren. Dann gab es nach vielem Hin und Her auch einen großen Vorwiderstand, hinter dem sich dann das Messgerät befand. Die ganze Anlage war auf zwei großen, alten Glastüren aufgebaut, das Bombini hing etwas entfernt von der Decke. Es gab zusätzlich noch einen Schreibtisch für meine Unterlagen und ein kleines Tischchen mit zwei Stühlen. Dort tranken Renee und ich unseren Kaffee und diskutierten die sich immer wieder neu stellenden Fragen. An den Wänden hingen große Zeichnungen, die ich auf Packpapier angefertigt hatte, welche die theoretischen Grundlagen, die ich mittlerweile erarbeitet hatte, wiedergaben. Es gab ein kleines Fenster, dass einen schönen Blick in den Garten ermöglichte und auch wenn es im Winter auf diesem Speicher echt kalt war, ich fand es dort sehr gemütlich.

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Würde meine Anlage jetzt endlich die benötigte Hochspannung produzieren? Würde mein Bombini fliegen? Wir waren wirklich sehr gespannt als wir den Strom einschalteten. Die Kaskade machte brutzelnde Geräusche und man konnte hören, diesmal tat sich etwas und wir konnten auf dem Messgerät sehen, die Spannung war da. Es waren zwar keine 100 000 Volt, aber das Messgerät zeigte über 800 Volt an und wenn man den Vorwiderstand wegrechnete, dann durften wir davon ausgehen, dass wir 80 000 Volt wohl erreichten. Wir beobachteten das Bombini und ja, es bewegte sich wie erwartet von Minus nach Plus, allerdings flog es nicht davon. Mehr als zwei Zentimeter bewegte es sich nicht. War das nun trotzdem ein Erfolg? Wir versuchten es mehrere Male, aber über die zwei Zentimeter kamen wir nicht hinaus. Trotzdem war ich glücklich. Immerhin funktionierte die Kaskade und an dem Bombini konnte ja noch gearbeitet werden. Renee und ich verbuchten dieses Experiment schon mal als halben Erfolg. Mir war mittlerweile auch klar, die Welt ließ sich nicht in einem Handstreich retten, von mir wurde mehr erwartet. Natürlich bereute ich es jetzt sehr, dass ich keine Physik studiert hatte, aber ich war willens täglich dazu zu lernen, dass hieß auch, ich beschäftigte mich immer intensiver mit der Theorie.

Grundlage meiner Bombini-Thorie war die Stringtheorie. Die ging davon aus, dass alle Teilchen des Universums letztendlich aus winzigen Strings bestanden. Es sollte offene und geschlossene Strings geben. Elektronen sollten aus einem geschlossenen String bestehen und ich sah darin einen winzigen, schwingenden Kreisstrom von Energie, der wie ein großer Kreisstrom auch ein Magnetfeld haben musste. Das erklärte allerdings noch nicht, wieso sich ein Elektron in einem magnetischen Feld von Süd nach Nord bewegten. Alle Teilchen des Universums taten dies, im Gegensatz zu den Positronen, also den Antielektronen. Die bewegten sich nämlich von Nord nach Süd. Dafür musste es natürlich eine vernünftige Erklärung geben und ich fand diese in den mit dem Magnetfeld möglicherweise entstehenden Torsionsfeldern des Vakuums. Davon hatte ich irgendwo gelesen und als ich dieses Feld einzeichnete, da sprang die Lösung regelrecht ins Auge. Klar, es war eine reine Hypothese, aber ich war von meiner Theorie schnell überzeugt. Denn wenn es diese Torsionsfelder wirklich gab, dann erklärten sie die unterschiedliche Bewegungsrichtung sehr gut. Das war regelrecht nobelpreisverdächtig.
Ich will Sie hier nicht mit den Einzelheiten meiner Theorie bombardieren, wenn Sie sich für meine Elektronen-Positronen-Theorie befassen wollen, dann empfehle ich Ihnen mein Buch „Das Bombini-Projekt und eine Bessere Weltordnung“. Da habe ich alles sehr ausführlich in Text und Bild erklärt. Ich sage hier nur so viel, ich halte meine Bombini-Theorie auch heute noch für genial.
Wichtig an dieser Theorie ist aber vor allen Dingen, sie erklärte auch, warum sich mein Bombini bewegte. Klar, die Bewegung war minimal, aber das konnte an vielen Dingen liegen und meine nun folgenden Experiment dienten alle dazu, die Bewegung zu verstärken.

Mein Verhältnis zu Heiko wurde in dieser Zeit leider immer komplizierter, denn ich erkannte so langsam, dass Heiko ein ernstes Alkoholproblem hatte. Ich sprach auch mit seiner besten Freundin und seiner Mutter darüber, denn ich machte mir Sorgen um seine Gesundheit. Aber niemand wollte sich mit Heiko anlegen, denn der war nicht besonders einsichtig. Es kam immer häufiger zu unangenehmen Situationen und auch sein Charme ließ gewaltig zu wünschen übrig. Er begann mich persönlich anzugreifen, er warf mir vor eine schlechte Mutter zu sein und so einiges mehr. Mit meinem Sohn aber verstand er sich immer noch sehr gut, denn Felix stellte sich als fleißig und handwerklich geschickt heraus. Sie arbeiteten auf mehreren Baustellen zusammen und Felix verdiente nicht schlecht. Natürlich sparte er sein Geld nicht, sondern er trug es in die Pizzeria und die Savanne. Er beeindruckte mit Großzügigkeit seine erste, richtige Freundin und überhaupt, mein Sohn war mit dem Leben sehr zufrieden.
Heiko und ich aber gerieten immer häufiger aneinander, denn langsam hasste Heiko mein Bombini-Projekt. Er verstand davon nur wenig und in seinen Augen nahm ich das Ganze viel zu wichtig. Auch wollte er endlich wissen, wieso ich keinen Sex wollte. Ich versuchte es ihm zu erklären ohne C.s Namen zu nennen, denn es war durchaus möglich, dass die Beiden sich von der Schule her kannten. Aber ich sagte ihm, dass ich eine alte Liebe in mir tragen würde und dass ich darauf hoffte, dass dieser Mensch den Weg zu mir zurück fand. Ich wolle mich deshalb nicht auf eine andere, feste Beziehung einlassen. Ich sagte ihm, dass wenn der Mann auftauchen sollte, dann wäre ich sofort weg vom Fenster. Heiko wollte unbedingt wissen, um wen es sich handelte, doch ich nannte den Namen nicht. Heiko schüttelte darüber mit dem Kopf und meinte irgendwann zu mir: „Monica, Du spinnst, der Mann wird niemals einfach so vor Dir stehen. Er wird Dich auch nicht lieben, denn dazu müsste er Dein Leben kennen. Du hängst da einem Traum nach, der nie in Erfüllung gehen wird.“
Mir war diese Gefahr durchaus auch klar, aber ich hatte immerhin den lieben Gott deswegen um Hilfe gebeten und der war allmächtig. Ich hatte Gott versprochen, das Bombini-Projekt hartnäckig durchzuführen und als Belohnung für meine Mühe hatte ich die Rückkehr meiner großen Liebe gefordert. Ich hatte versprochen, alles in meiner Macht stehende zu tun um die Welt von den dunklen Schatten zu befreien, doch am Ende wollte ich ein echtes Happy End, auch für mich persönlich.
Heiko meinte, mein „Geliebter“ hätte sich möglicherweise derart verändert, vielleicht sei er heute ein echt langweiliger Spießer. Doch ich war mir sicher, mein Herzensbrecher war auch heute noch so toll wie damals. Ich hatte nämlich kurz vor meinem Bankrott jemanden getroffen, der etwas mehr über C. wusste. Und der erzählte mir, C. sei immer noch ein sehr beeindruckender Mann. Und etwas anderes konnte ich mir auch gar nicht vorstellen. Ich hatte schon damals erkannt, C. war ein sehr außergewöhnlicher Mensch. Etwas arrogant vielleicht, wenn man an die Sache mit Michael dachte, aber ich selbst hatte Michael ja auch den Rücken zugedreht.

Jedenfalls, die Beziehung zu Heiko wurde schwierig und es brauchte wohl nur noch den richtigen Anlass und die Sache war vorbei. Der Anlass kam dann auch bald schon. Es war ein schöner Frühlingstag und ich war wie so oft mit meinem Experiment beschäftigt. Heikos Kinder waren über das Wochenende da und Lino, der 8-jährige Sohn, kam zu mir auf den Werkstattdachboden. Die Kinder wussten, was das Ziel meiner Arbeit war und natürlich waren sie begeistert, denn ein fliegendes Spielzeug-UFO, das war ein echter Kindertraum. Lino schaute mir bei meinen Experimenten zu und da ich mittlerweile die ganze Sache gut im Griff hatte, sah ich in seiner Anwesenheit trotz der hohen Spannung, mit der ich arbeitete, kein Problem. Ich fuhr die Anlage hoch und erklärte Lino die Lage. Ich schaffte es leider immer noch nicht, mein Bombini stärker zu bewegen. Ich stellte die Kaskade wieder aus, doch natürlich, die Kondensatoren waren immer noch geladen. Lino ging an der Kaskade vorbei und irgendwie kam er dem Vorwiderstand wohl sehr nahe. Dabei machte er eine ungewöhnliche Entdeckung. Er sagte: „Monica, da ist kalte Luft!“
Ich ging zu ihm und fühlte mit meinen Händen über dem Vorwiderstand und tatsächlich, dem Widerstand entströmte kalte Luft. Das war jetzt aber wirklich sehr überraschend und ich rief Renee gleich an und fragte ihn, was er dazu sagen konnte. Doch auch Renee wusste keine Erklärung und er versprach baldmöglichst vorbei zu kommen, um sich das Ganze anzuschauen.
Abends erzählte ich natürlich auch Heiko davon, denn ich dachte, er wäre vielleicht stolz auf seinen Sohn, dass der so eine besondere Entdeckung gemacht hatte. Doch da hatte ich mich ziemlich geschnitten, denn Heiko rastete aus. Er warf mir absolute Verantwortungslosigkeit vor, ich hätte seinen Sohn womöglich in Lebensgefahr gebracht, er hätte jetzt endgültig die Nase voll und ich solle binnen der nächsten Woche mit meinem Experiment von seinem Hof verschwinden. Heiko war ziemlich aufgebracht und ich war nicht besonders überrascht. Heiko war das Experiment zum Gräuel geworden und mein ständiges Gerede wegen seines Alkoholkonsums nervte ihn auch.
Der liebe Gott sah das wohl alles von seiner Wolke aus und er schickte mir meinen alten Freund HaPe vorbei. Der musste für zwei Wochen in ein Krankenhaus und lieh mir für diese Zeit gerne seinen Kombi. Auch Steini reagierte großzügig und bot mir an, mit dem Experiment in die immer noch leerstehende Wohnung zu kommen. Ich hatte Steini natürlich auch von der kalten Luft erzählt und er wollte dies gerne selbst feststellen. Denn für diese Luft gab es erst mal keine Erklärung.
Und so zog ich mit meinem ganzen Kram um, und richtete mich bei Steini ein. Die Beziehung zu Heiko war damit natürlich am Ende und wiedereinmal bewahrheitete sich meine Weisheit. Der Alkohol und das Bombini-Projekt hatte uns zusammen gebracht und nun trennten diese Dinge uns auch wieder…

Veröffentlicht am 16.07.2016

Mirage

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Richtig trennen konnten Heiko und ich uns allerdings erst mal nicht, denn wir hatten seit einem guten Jahr einen gemeinsamen Hund. Mirage. Sein Herrchen war plötzlich gestorben und man wusste nicht wohin mit dem Hund. Wir hörten davon und entschieden, diesen tollen Hund zu übernehmen. Mirage war zu Beginn ziemlich gestört, denn er hatte 3 Tage mit seinem toten Herrchen in der heißen Wohnung verbracht, denn es war Hochsommer. Außerdem kannte er nur das Gehen an der Leine und das Warten in einem freundlosen Innenhof. Sein Herrchen hatte auch nicht gewollt, dass man ihn streichelte und dies alles hatte den Hund etwas autistisch werden lassen. Seine Nase hing immer nur direkt über dem Boden. Mir schien, seine ganze Welt bestand vor allen Dingen aus der Hundezeitung.
Heiko und ich fuhren erst mal mit ihm nach Holland ans Meer und schon kurze Zeit später taute der Hund auf und es dauerte nicht lange und er rannte engagiert hinter Bällen her. Ich ließ ihn so oft es ging von der Leine und er nutze diese Freiheit und entdeckte das Buddeln nach Mäusen. Auch fand er großen Spaß daran irgendwelchen Kaninchen hinter her zu jagen. Mirage entwickelte sich zu einem wirklich fantastischen Hund und ich verliebte mich total in ihn.
Und weil Heiko eben viel auf seinen Baustellen sein musste, war Mirage oft bei mir. Heiko und ich gingen auch sonst nicht wirklich im Streit auseinander, wir trafen uns immer noch ab und zu auf ein Weinchen und manchmal stand Heiko auch mitten in der Nacht vor meiner Tür. Natürlich war er meistens sehr betrunken und ich fühlte mich irgendwie für ihn verantwortlich. Es war mittlerweile auch Heiko klar, dass er vom Alkohol nicht nur psychisch sondern auch körperlich abhängig war. Aber er fand nicht die Kraft dieses Problem ernsthaft anzugehen. Ich weiß nicht wie es heute ist, der Kontakt brach irgendwann gänzlich ab, denn er fand eine neue Freundin und mit der kam ich nicht klar, denn sie trank auch viel zu viel.

Ich hatte in der Beziehung mit Heiko auch viel zu oft ins Glas geschaut, dabei war meine bevorzugte Droge ehr das Cannabis. Und erfreulicherweise bekam ich von einem Freund eine ganze Einkauftüte voll davon. Das war auch so ein Wunder. Der liebe Gott kümmerte sich nicht nur um mein Projekt und die notwendige Entspannung. Auch gegen das Kiffen hatte ER offensichtlich nichts einzuwenden. Jedenfalls hatte ich eigentlich immer genug zu Rauchen. Ich ging jetzt zwar noch ab und an ein Bierchen trinken, aber eigentlich saß ich lieber in meinem Bett und drehte mir einen Joint. Ich kann also sagen, trotz meiner sehr geringen finanziellen Mittel, es fehlte mir an Nichts. In meinen Augen war das göttlicher Rückenwind und ich konnte mir nicht vorstellen, dass Gott sich so gut um mich kümmerte, wenn ich mit meinem Bombini-Projekt nicht tatsächlich die Lösung gefunden hatte. Die Engel hatten es auch gesagt, ich hatte also eine echte Chance, meine Lebensaufgabe zu meistern. Denn das war mir mittlerweile klar, alles in meinem Leben war genau die richtige Vorbereitung dafür gewesen. Ich hatte zumindest eine naturwissenschaftliche Grundausbildung bekommen, ich war zudem diplomierte Objektdesignerin geworden, ich hatte nach meinem Bankrott auch und gerade durch den Zufall die richtige Lektüre gefunden, ich fand für mein Experiment immer zur rechten Zeit die geeignete Unterstützung, ich konnte relativ sorgenfrei leben, denn das Geld reichte immer gerade so, ich hatte wirklich allen Grund dankbar zu sein. Mein Sohn machte mir auch kaum Kummer und der Hund, ja, der war zauberhaft. Ich liebte seine Freiheitslust, ja, ich übertrug meine Liebesgefühle für C. auf diesen Hund. Ich bildete mir ein, C.s Wesen in ihm zu erkennen und wenn der Hund mich mit seinen lebendigen Augen anschaute, dann sah ich im Geiste in die Augen meines Herzensbrechers. Ich hatte von einem schamanischen Brauch gehört. Dort wurden bestimmte Tiere dem Herrscher geweiht, der normalerweise weit weg in der Stadt regierte. Dies hatte zur Folge, dass der Geist des Herrschers in dem Tier lebte und die Schamanen konnten nun durch Beobachtung des Tieres Rückschlüsse auf das Wohlergehen ihres Herrschers ziehen. Und das funktionierte sehr gut. Wurde der Herrscher zum Beispiel krank, dann ging es dem Tier auch nicht gut. Umgekehrt, ging es dem Tier gut, dann war auch der Herrscher wohl auf. Ich fand das toll und machte es mit meinem Hund und meiner großen Liebe darum ganz genauso.

Ich legte auch für C. die Karten und schaute so regelmäßig in sein Leben. Klar, 100%ige Gewissheit hatte ich nie, aber ich glaubte schon, zumindest die grundlegenden Dinge in den Karten erkennen zu können. So wie ich das sah, hatte er zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Seine Beziehung war nicht wirklich glücklich, ja, die Karten sagten immer, dass er irgendwann nach Deutschland zurück kommen würde. Vielleicht waren das alles auch nur meine Wünsche, aber die Kartenlegerei ließ mich die Sehnsucht besser ertragen. Denn die wurde jetzt nach Heiko wieder sehr groß. Ich dachte immer, wenn C. da wäre, dann würde der sich für mein Projekt bestimmt begeistern. Und eines war klar, wenn C. begeistert war, dann konnte er auch andere begeistern. Ihm würde auch bestimmt ein guter Weg einfallen, wie ich die Welt von meiner Elektronen-Theorie begeistern konnte. Denn diese Theorie war absolut grundlegend. Wenn die Menschen wussten, warum ein Elektron in Lichtgeschwindigkeit fliegen konnte, wenn sie wussten wie so ein Elektron im Detail aufgebaut war und wie es funktionierte, dann konnten findige Ingenieure und Wissenschaftler auch ein großes Elektron, sprich Bombini, bauen. Und damit würden sie dann auch in Lichtgeschwindigkeit durch das Weltall fliegen können.
Doch mit dieser Vision war ich ziemlich allein. Allein Renee ermunterte mich immer wieder am Ball zu bleiben, er bewunderte die Zeichnungen, die ich nicht nur vom Elektron gemacht hatte. Ich hatte auch intensiv über die Gravitation und das Atommodell nachgedacht und wie ich auch heute noch finde, sehr interessante Vorstellungen dazu entwickelt. Zu Beginn des Projektes hatte ich praktisch bei Null angefangen, doch jetzt hatte ich ziemlich konkrete Antworten gefunden auf die größten Fragen der Physik. Nur, wie brachte ich meine Theorie unter das Volk? Das allgemeine Wissen über die Teilchenphysik war sehr begrenzt. Ich fühlte mich mit meinen wunderbaren Erkenntnissen ziemlich allein. C. aber hatte Physik zumindest im Abitur gehabt. Ich glaubte daher, dass er mir bei meinen Ideen durchaus folgen können würde. Aber der Mann befand sich immer noch am anderen Ende der Welt und ich hatte den lieben Gott ja auch nur gebeten, ihn mir nach erfolgreicher Erfüllung meines Projektes zurück zu bringen. Ich verlangte auch keine Gegenliebe, ich wäre einfach nur froh, wenn C. mein Nachbar werden würde. Ich war mir sicher, er würde meine Leidenschaft für mein Bombini verstehen. Doch noch musste ich mit der ganzen Geschichte erst mal alleine klar kommen.

Ich baute also mein Experiment bei Steini auf. Der große Raum hatte unverputzte Wände, aber ordentliche, große Fenster. Außerdem stand in dem Raum ein großer Tisch mit mehreren Stühlen. An diesem Tisch saß ich dann mit ihm und Renee und wir diskutierten über die kalte Luft. Ich brauchte nur etwas Hochspannung und über den Widerständen spürte man einen kalten Luftzug. Wie ließ sich dieses unerwartete Phänomen erklären? War es vielleicht so, dass ich zufällig eine richtig große Entdeckung gemacht hatte? Rene erzählte, dass dies in der Geschichte der Physik häufig so war, dass die großen Erkenntnisse oft zufällig gewonnen worden waren. Aber, wenn Sie mehr über unsere Erklärungsversuche wissen wollen, dann lesen Sie mein Buch „Das Bombini-Projekt und eine Bessere Weltordnung“.
Für mich war die Frage der kalten Luft auch zweitrangig, mir ging es immer noch darum, die Bewegung meines Bombinis zu erhöhen. Mit den 2 Zentimetern war einfach kein Start zu machen. Sicher auch diese geringe Bewegung war schon bemerkenswert, zumindest für den mit der Thematik vertrauten, aber das gemeine Volk würde sich davon nicht beeindrucken lassen. Ich brauchte mindestens 10 Zentimeter. Wenn ich die Bewegung verstärken konnte, dann würde ich auch neue, physikalische Erkenntnisse gewinnen können. Aber was ich auch an dem Experiment veränderte, die Bewegung blieb gleich. Ich baute darum ein neues Bombini. Diesmal bestand eine Seite aus einer leicht gewölbten, großen Metallschüssel. Auch Thomas Townsend Braun hatte auf einer Seite eine gewölbte Metallschale verwendet. Aber was ich auch tat, es blieben immer nur maximal 2 Zentimeter. Physikalische Forschung schüttelte man offensichtlich nicht aus einem Ärmel. Mir wurde klar, ich würde noch lange herumexperimentieren müssen und so beschloss ich mein völlig verhunztes Gartenatelier dafür herzurichten. Mein Sohn hatte darin Partys gefeiert und ein ziemliches Chaos angerichtet. Aber es war eigentlich groß genug…

Die dritte Kaskade

Ich wollte aber nicht nur einen neuen Arbeitsraum, ich wollte auch eine neue Kaskade und auch ein verbessertes Bombini. Denn so eine Kaskade ist eine ziemlich empfindliche Angelegenheit und die Zweite war nun schon so oft defekt gegangen, ich hatte soviel an ihr herum repariert, sie sah wirklich nicht mehr schön aus. Außerdem wollte ich jetzt eine besser zu handhabende Kaskade und auch einen Vorwiderstand, der modular aufgebaut war. Auch das Bombini musste endlich etwas professioneller werden. Dazu benötigte ich allerdings neue Kondensatoren und wiedereinmal, der liebe Gott wusste zu helfen und er führte mich in die Savanne. Dort stellte ich mich an die Theke und ich kam mit einem Mann ins Gespräch. Es stellte sich heraus, er war Elektriker. Natürlich erzählte ich ihm von meinem Experiment und ich sagte auch, dass ich jede Menge Kondensatoren benötigen würde. Da stellte sich dann heraus, dieser Elektriker hatte gerade irgendwo Hunderte davon aus Neonröhren ausgebaut. Für ihn war sie nun schwer zu entsorgender Sondermüll und so wurden wir uns schnell einig und er versprach mir die Kondensatoren zeitnah vorbei zu bringen. Und tatsächlich, es war genau an Heiligabend, da klingelte er nachmittags an meiner Tür und er übergab mir zwei große Kartons angefüllt mit Kondensatoren. Das war doch wirklich ein ganz wunderbares Weihnachtsgeschenk!
Die Wochen danach verbrachte ich in meinem Arbeitszimmer und ich baute meine dritte Kaskade. Diesmal befestigte ich die silbernen Kondensatoren auf mehrere Plexiglasplatten, auch der Vorwiderstand war nun modular aufgebaut.

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Mein Sohn und mein alter Kumpel Roland halfen mir tatkräftig dabei und irgendwann im Februar war alles geschafft. Die Anlage sah nun wirklich sehr beeindruckend aus und auch mein Bombini war wunderschön. Es bestand aus zwei dickeren Metallringen, die einen professionellen Kabelanschluss hatten. Die Plexiglasscheibe hatte ich in einem Spezialgeschäft schneiden und polieren lassen. Sie war 2,5cm dick und nachdem die Metallscheiben aufgeklebt waren, brachte ich noch eine Aufhängung an. Das Objekt sah jetzt wirklich total schön aus und ich setzte meine ganzen Hoffnungen hinein.
Ich trug alles in mein Gartenhäuschen, welches ich nicht nur gestrichen hatte. Ich hatte auch für eine ordentliche Stromversorgung und eine gute Erde gesorgt. Als alles fertig aufgebaut war, rief ich wieder Renee an und er kam um alles in Augenschein zu nehmen. Wir probierten den Trafo aus, doch weil wir vorsichtig sein wollten, fuhren wir die Anlage nur zu 20% hoch. Ich hatte jetzt nämlich auch einen richtigen Regler, der eine stufenlose Spannungserhöhung ermöglichte. Leider hatte Renee an diesem Tag keine Zeit mehr und so ließen wir es bei diesem ersten Versuch. Die Anlage schien jedenfalls zu funktionieren und Renee stellte fest, auch bei einer Spannung von 20 000 Volt entströmte den Widerständen kalte Luft.

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Ich war noch in meinem Gartenhäuschen, als Felix von der Schule nach Hause kam. Natürlich wollte er die Anlage in Funktion erleben und ich erlaubte ihm, die Anlage noch mal hochzufahren, allerdings nicht über 20%. Doch weil sich das Bombini bei dieser Spannung nicht bewegte, bestand er darauf mehr Saft zu geben. Ich gab nach und schaute durch die Videokamera auf mein Bombini. Ich wollte die Bewegung auf Video aufnehmen. Ich hatte auf der Wand hinter dem Bombini mehrere schwarze Striche gemalt um die Bewegung genauer messen zu können. Felix drehte den Regler hoch, aber, es war zum verzweifeln, das Bombini bewegte sich wieder nur 2 Zentimeter. Felix war enttäuscht, denn seine ganzen Hoffnungen richteten sich mittlerweile auch auf das Bombini. Ihm war klar, was ein Erfolg meines Experimentes für uns Beide bedeuten konnte. Wenn ich meine Theorie beweisen konnte, dann würde die Presse unser Haus umstellen, dann würden die Zeitungen darüber schreiben, dann würde seine Mutter womöglich den Nobelpreis bekommen, aber zumindest würde unser Kühlschrank endlich voll und er bekäme zu seinem 18. Geburttag vielleicht sein Traumauto. Jetzt war er natürlich enttäuscht. Wir probierten es noch einige Male, wir steckten die Kabel um, wir versuchten es hängend und waagerecht, aber die Sache wurde nicht besser. Ein letzter Versuch, noch einmal volle pulle und dabei geschah es, die Kaskade gab mal wieder ihren Geist auf. Sie machte keinen Mucks mehr. Oh je, ich hatte es befürchtet, denn dies war mir schon öfter passiert. Irgendwo war etwas durchgebrannt. Die Fehlersuche konnte Wochen dauern. Felix hatte jetzt endgültig den Kaffee auf, und ging entnervt nach Oben. Ich blieb genauso frustriert zurück. So eine Scheiße aber auch! Was sollte ich nun tun? Wie verarbeitete ich jetzt diese erneute Niederlage? Mir fiel nichts anderes ein, als mich im Cannape betrinken zu gehen. Ich rief meine Freundin Petra an und verabredete mich dort mit ihr. Ich brauchte jetzt Trost.

Im Cannapee angekommen bestellte ich mir 5 Uzos auf einmal und ich trank sie hintereinander weg. Dann kamen mir die Tränen der Frustration. Petra versuchte mich zu beruhigen, doch ich war erst mal untröstlich. Ich stand vor den Scherben meines Projektes, denn mir wurde klar, mein Bombini würde so niemals fliegen. Ich fand einfach keinen Hebel die Bewegung zu verstärken. Ich hatte jetzt 3 Kaskaden gebaut, eine stärker als die andere, ich hatte einen wirklich leistungsstarken Trafo, ich hatte ein todschickes Bombini, ich hatte doch wirklich alles in meiner Macht stehende versucht, aber das Ergebnis blieb immer gleich. Ich sah ein, meine Arbeit musste als gescheitert betrachtet werden. Ich konnte noch stärkere Kaskaden bauen, ich konnte machen was ich wollte, das Bombini flog einfach nicht. Ich konnte Thomas Townsend Braun nicht rehabilitieren. Ich würde kein Spielzeug-UFO auf die Welt bringen, ich war einfach eine totale Versagerin. Ja, wenn ich vielleicht Physikerin geworden wäre, vielleicht würde ich dann eine bessere Lösung finden, aber ich war nun mal nur eine Designerin, die sich völlig verrannt hatte. Ach, ich hatte wirklich genug Gründe zum Heulen. Doch zum Glück, der Alkohol begann zu wirken und der Frust ließ nach. Das war wirklich ein Vorteil am Alkohol, damit konnte man sich alles schön trinken. Selbst die Niederlage. Ich würde einen anderen Weg finden müssen, meine Bombini-Theorie unter das Volk zu bringen. Denn an ihrem Wert zweifelte ich nicht.

 

Osram

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Der liebe Gott wusste aber auch jetzt wieder eine wunderbare Lösung. Er schickte mir Osram. Ich lernte ihn zufällig bei einem Abendessen bei einer Bekannten kennen. Er war mit sogleich aufgefallen und als ich dann auch noch hörte, dass er ein Energieanlagenelektroniker war, da war meine Neugierde natürlich gleich erwacht. Wir kamen bei einer Wasserpfeife ins Gespräch und ich erzählte ihm von meinem gescheiterten Experiment. Osram traute seinen Ohren nicht, als er hörte, dass ich in meinem Gartenhäuschen mit Hochspannung herum machte, ja und er bezweifelte, dass ich wirklich 80000 Volt Gleichspannung erzielt hatte. Er bezweifelte einfach alles, was ich erzählte und so lud ich ihn ein, sich meine Kaskade einmal anzuschauen. Ich hoffte, dass ich ihn vielleicht dazu bekam, sie zu reparieren, denn Osram erklärte seine Spezialität sei die Fehlersuche. Er war wohl auch neugierig, denn wir trafen uns schon am nächsten Tag bei mir. Ich hatte etwas gekocht und wir plauderten erst mal. Nach dem Essen ging er dann in mein Arbeitszimmer und schaute sich meinen Kram an, den ich dort aufgebaut hatte.
Als Erstes schaute er sich den Trafo an, dann begutachtete er meine Kaskade. Ich ließ ihn für einen Moment allein, doch als ich zurück kam, da war er gerade dabei alles auseinander zu rupfen. Ich fragte ihn entsetzt, was er denn da täte und er antwortete mir: „Ich lege Dir jetzt die ganze Geschichte lahm. Damit ist jetzt endgültig Feierabend, denn das ist alles total verboten. Selbst ausgebildete Elektriker dürfen nicht mit so einem Trafo arbeiten. Und Spannung oberhalb des normalen Haustroms ist für Normalbürger absolut tabu. Ich würde sagen, Du packst das alles jetzt in Kartons, und trägst es in den Keller.“
Ich war platt, aber ich war nicht sauer. Im Gegenteil. Osram nahm mir eine notwendige Entscheidung ab. Und ja, er imponierte mir gewaltig und ich wünschte mir, dieser Mann würde mich küssen. Doch, der dachte gar nicht daran, er holte stattdessen seine Wasserpfeife hervor. Nun, das war auch nicht schlecht. Er hielt mir noch eine kleine Predigt und dann schaute er in die Zukunft. Er schlug mir vor, ich könne ja über mein Bombini schreiben, das sei völlig ungefährlich. Der Abend endete sehr unterhaltsam und wir verabredeten uns für den nächsten Abend, ich sollte bei ihm vorbei kommen. Er wohnte gar nicht weit weg, ich war schon Tausendmal an seiner Wohnung vorbei gegangen, wenn ich in den Ort ging.
Und so nahm mein Leben wiedereinmal eine neue Wendung, denn Osram und ich verliebten uns ineinander und diesmal war mir auch mein Rosenkranz egal. Das lag allerdings auch an einem, vielmehr an zwei, sehr merkwürdigen Erlebnissen, die Sie mir vielleicht nicht glauben werden.

Das Erste muss kurz nach meiner ersten Begegnung mit Osram gewesen sein, irgendwann im April 2005. Ich saß in meinem Esszimmer auf meiner blauen Bank und las die Zeitung. Ich trank völlig entspannt meinen Kaffee, als ich ein Geräusch an der Haustür hörte. Die Tür zur Küche ging auf und in meine Wohnung trat mein Großvater. Ich war natürlich total überrascht, denn mein Großvater war schon über 20 Jahre tot! Er war an einem Schlaganfall verstorben kurz nachdem ich die Schule geschmissen hatte. Ich hatte ihn noch im Krankenhaus auf der Intensivstation besucht, er wurde beatmet. Ich sah seine plötzlich ziemlich spitze Nase und ich wusste, er würde sterben. Das war für mich noch so ein Schock, denn mein Großvater war mir sehr, sehr wichtig. Gut, er hatte zwar, was die Geschichte mit meinem Vater anging, in meinen Augen blöd reagiert, denn er hatte mich nicht in den Arm genommen und getröstet. Er war mir gegenüber einfach nur ziemlich verunsichert gewesen und ich weiß nicht, irgendwie kamen wir auf meine Unschuld zu sprechen und ich habe ihn zwar nicht gerade angefaucht, aber vielleicht etwas zu aggressiv gesagt: „Dafür ist es jetzt zu spät!“ Ich war, we er es verstanden haben musste, also wohl nicht mehr unschuldig.  Wir sprachen über das Thema nicht mehr. Aber trotzdem, mein Großvater war und ist noch heute die wichtigste Instanz in meinem Leben. Und jetzt stand er in meiner Küche, genauso wie ich ihn in Erinnerung hatte. Er sagte zu mir: „Ja Monica, Du bist auch unsterblich.“ Er setzte sich zu mir an den Tisch und schaute mich eindringlich mit seinen hellen, blauen Augen an. „Monica, ich komme, weil, wir beschlossen haben, Dich umzubringen, denn wir müssen beweisen, dass Du unsterblich bist.“
Mir kam das in diesem Moment alles sehr einleuchtend vor, denn ich erinnerte mich plötzlich an alles. Ich war unsterblich, tatsächlich, es gab ein Leben außerhalb dieses Lebens. Da war es natürlich kein großes Problem, wenn man starb. Aber ich hatte eine Forderung. „Dann möchte ich mich aber anschließend an alles wieder erinnern können. Ich habe so wichtige Erkenntnisse gesammelt, die dürfen nicht verloren gehen.“ Mein Großvater versprach mir dies und wir waren uns einig. Dann stand er wieder auf und ging ohne große Verabschiedung. Dieses Erlebnis würde ich wie so viele andere dieser Art bald schon wieder vergessen, dessen war ich mir bewusst. Aber ich nahm mir aber fest vor, mich solange wie möglich daran zu erinnern. Mein verstorbener Großvater hatte mich besucht, welche große Ehre! Es musste sich also um etwas wirklich sehr Wichtiges gehandelt haben, sonst wäre er nicht gekommen. Offensichtlich wurde mein Lebensplan ausnahmsweise geändert. Als er vor mir gesessen hatte, da hatte ich auch genau gewusst, warum. Nur, die Erinnerung verblasste stündlich und dann war sie im Unterbewusstsein verschwunden.

Ein paar Tage später kam es noch mal zu einer außergewöhnlichen Begegnung, denn nun stand plötzlich C. in meiner Küche. Er kam auf mich zu und fragte mich sehr ernst: „Liebst Du mich wirklich immer noch?“ Und ich antwortete ohne zu überlegen. „Ja.“
„Dann mache ich das jetzt weg.“ Er holte eine Art kleiner Taschenlampe hervor und strahlte mir damit ins Gesicht. Das war alles. Ich fragte ihn, warum er dies täte und er meinte etwas stockend: „Dein Großvater will es so.“ Ich erinnerte mich in diesem Moment an dessen Besuch und ich dachte: „Warum will mein Großvater dies? Muss wohl sehr wichtig sein.“ Ich fragte C., ob er auch so schnell wieder gehen müsste und er sagte: „Ja, viel Zeit habe ich nicht.“
„Gut, dann setze Dich auf meinen großen Sessel und ich lege meinen Kopf auf Deinen Schoß. Ich werde schnell einschlafen, denn noch mal eine Trennung, das halte ich nicht aus.“
Und so legte ich meinen Kopf auf seinen Schoß. Ich schlief tatsächlich sehr schnell ein und als ich erwachte, da konnte ich mich zwar an seinen Besuch erinnern, doch auch diese Begegnung würde ich bald schon wieder vergessen haben. Ich fragte mich in diesem Moment, ob ich mich jetzt Osram gegenüber freier fühlen würde. Hatte mein Großvater C. dazu gezwungen, diesen Jungfernzauber aufzulösen? Ich hatte erst mal nichts dagegen. So wäre ich vielleicht auch von meinem Gelübte befreit, denn ich war schon sehr verliebt in Osram, ich wollte unbedingt in sein Bett. Und als ich ihn dann am Abend besuchte, da wusste ich noch von C.s Besuch und ich schaute Osram an. Würde ich jetzt wirklich frei für diesen Mann sein können? Ich fühlte erst mal keinen Unterschied, aber ich nahm diese beiden Begegnungen zum Anlass zu glauben, der Zauber sei aufgelöst.

Ich erzählte aber vorsichtshalber Osram von meinem C-Tick. Der reagierte mit großem Verständnis, denn er erzählte mir, er habe auch so eine unerfüllte Jugendliebe mit sich Jahrelang herum geschleppt, doch habe er die Frau später wieder getroffen und auch eine Weile geglaubt, es könne endlich etwas zwischen ihnen werden, aber dann habe er sie plötzlich mit ganz anderen Augen gesehen und gemerkt, sie ist es nicht. Sie trank einfach zuviel Alkohol. Osram trank nämlich keinen mehr. Er kiffte dafür gerne und viel, das heißt regelmäßig. Osram war ein gepflegter Dauerkiffer. Nun, ich hatte dagegen absolut nichts einzuwenden, denn rauchen tat auch ich gerne.
Jedenfalls, so erklärte er, sei er seitdem von dieser Liebe frei und ich müsste meinen C. vielleicht auch nur einmal sehen und es wäre vorbei. Nun, ich bezweifelte, dass ich mich in meiner Liebe so getäuscht haben könnte, aber ich litt zum Glück nicht mehr an dieser Sehnsucht. Osram füllte die Stelle einfach wunderbar aus. Er sah auch wirklich gut aus, fand ich. Aber das war nicht entscheidend. Es war Osrams Art mit mir umzugehen. Er konnte ganz ausgezeichnet zuhören und er stellte die richtigen Fragen. Ich hörte mir mit ihm zusammen auch die Kassetten meiner Innenweltreise an und er wusste kluge Sachen dazu zu sagen. Er schien mich irgendwie sehr gut zu kennen. Nur, er machte keine Anstalten mich zu verführen. Im Gegenteil, er saß ganz brav auf seinem Sitzball und stopfte mir ein Pfeifchen. Warum kam er nicht mal zu mir herüber und kuschelte etwas mit mir? Es dauerte ewig, da bequemte er sich auch mal auf die Matratze, die ihm als Sofa diente, aber nicht, dass er mich in den Arm genommen hätte. Ich kroch stattdessen heran. Er rührte sich immer noch nicht. Ich kann ihnen sagen, das hatte ich noch nie erlebt. Bis ich endlich zu meinem Kuss kam, also das dauerte ewig.

Irgendwann lagen wir dann aber doch zusammen im Bett. Auch da war er so ganz anders, als ich es bisher kennen gelernt hatte. Ich fragte ihn irgendwann sogar: „Bist Du vielleicht schwul?“ Das verneinte er deutlich, aber ich war dennoch etwas ratlos. Aber, das war auch wirklich das einzige Haar, das ich in der Suppe fand. Alles andere war einfach nur wunderbar. Wir verstanden uns wirklich ausgezeichnet, auch wenn wir oft erst mal anderer Meinung waren. Ich dachte schon bald: „In ihm steckt der faule Sohn des Herrn der Finsternis, er ist Satan Junior.“ Ich begann ein kleines Tagebuch zu schreiben, ich wollte jeden Tag festhalten, denn ich hatte eine lustige Idee. Ich schrieb das Tagebuch für Osram. Es war angefüllt mit Gedichten. Auf der ersten Seite stand: „String … und ER reitet auf Neutrinoflügeln durch Raum und Zeit, getrieben von der Sehnsucht nach Zweisamkeit.“ Oder: „Stringzauber – Der String ist eine sich windende Kraft im eisigen Raum, die als Rädchen im himmlischen Getriebe sich schraubt von Traum zu Traum.“ Im Weiteren beschrieb ich die ersten vier Wochen unserer Beziehung und ich verteilte Gummipunkte. Den ersten Gummipunkt verlieh ich für seine Entscheidung: „Ich mache mit beim Sexentzug!“ So hatte ich das also geregelt, nun ja, ganz haben wir uns an den Sexentzug nicht gehalten, aber Sex wurde zwischen uns kein langfristiges Thema. Ich schenkte ihm dieses Tagebuch zu seinem 43. Geburtstag am 15. Mai.
Die Sache mit dem Sex stand sogar in den Sternen, denn ich hatte gleich zu Beginn unserer Romanze ein Partnerschaftshoroskop machen lassen und da stand es schwarz auf weiß, wir passten hervorragend zusammen, aber sexuell würde es ehr eine Bruder-Schwester-Beziehung sein. Und so war und ist es auch. Wir sind Geschwister. Er ist der große Bruder, den ich mir immer schon gewünscht habe.
Doch nicht weil ich es so wollte, wenn es funktionierten würde, dann würde ich gerne mit ihm ins Bett gehen. Aber, so dachte ich bald schon, der liebe Gott nahm mein Gelübte offensichtlich immer noch sehr ernst, und schickte mir diesmal gleich einen Partner, der kein Interesse an Sex hatte.

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Osram kaufte mir einen Laptop und damit begann für mich eine ganz neue Zeit. Das Experiment war verstaut, jetzt war Schreiben angesagt. Das hatte ich ja sowieso immer schon tun wollen und es sollte sich zeigen, dass dieser Laptop mir auch noch ganz andere Ausdrucksmöglichkeiten verlieh. Doch erst mal brachte Osram die Musik in mein Leben, denn Osram spielte Bass und E-Gitarre. Ich baute mein Arbeitszimmer um und er brachte ein Keybord und ein Mischpult sowie Mikrofone mit. Ich war offen dafür, wenn der liebe Gott jetzt auch noch von mir verlangte, dass ich Musik machte, bitte. Ich war bereit für Neues.

Ich habe ein sehr schönes Fotoalbum aus dieser Zeit, ich könnte aus den Bildern sicherlich einen sehr schönen Film machen. Und es war auch wirklich eine ganz zauberhafte Zeit. Osram war ein echtes Göttergeschenk und ich sollte bald schon sehr, sehr froh sein, dass dieser Mann in mein Leben gekommen war. Doch, das ist eine ganz eigene Geschichte und ich befürchte, vieles davon werden Sie für absolut unglaublich, ja wahnsinnig halten. Es endete auch tatsächlich im Wahnsinn. Aber erst mal ging ich mit neuer Energie meinen Weg und heute kann ich sagen, was in dem kommenden Jahr auf mich zu kommen würde, machte diese Zeit sicherlich zur aufregendsten Zeit meines Lebens. Der Preis war allerdings sehr, sehr hoch.

 Sollten Sie zwischendurch NICHTS HÖREN KÖNNEN,

… nun ja, dann nutzen Sie doch einfach mal Ihr SCHNÜFFELNÄSCHEN, denn ich habe auf die korrekte Wiedergabe meiner Arbeit leider immer noch keinen Einfluss. Aber es wird für diese RUHEZONEN ganz sicher eine „vernünftige“ Erklärung geben. WIR müssen nur danach suchen. Und dann HÖREN vielleicht auch ALLE wieder besser…

„Özdemir: Erdogan wird

Putsch zu gründlichen Säuberungen nutzen“

16. Juli 2016Nach dem gescheiterten Putsch-Versuch fürchtet Grünen-Parteichef Cem Özdemir, dass der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Lage nun hemmungslos für seine Interessen ausnutzen werde… „Erdogan wird sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, nicht nur das Militär gründlich zu säubern und sein Projekt einer Verfassungsänderung mit dem Ziel der Alleinherrschaft endgültig zu realisieren. Auch die wenigen kritischen Medien und das zarte Pflänzchen der Zivilgesellschaft haben sicher nichts Gutes zu erwarten. Mit einer liberalen Demokratie im westlichen Sinn hat das, was sich in Ankara Demokratie nennt, sicher nicht viel zu tun“, sagte Cem Özdemir der „Welt am Sonntag“. Während eine demokratisch ausgerichtete Türkei sicher einen Platz in der EU habe, müsse man ehrlich sagen, dass es unter diesem Erdogan nichts werde mit der EU-Mitgliedschaft, sagte Özdemir weiter.  http://www.statusquo-news.de/oezdemir-erdogan-wird-putsch-zu-gruendlichen-saeuberungen-nutzen/

„No BUD…get?“

Philosoph Sloterdijk: AfD ist „Unmöglichkeitspartei“

mit „zahllosen Frustrierten“

15. Juli 2016 In einem Essay über Europas Konsequenzen nach der Entscheidung Großbritanniens, aus der EU auszutreten, hat der Philosoph Peter Sloterdijk mit der AfD abgerechnet. „Eine Unmöglichkeitspartei, der die Sympathien zahlloser Frustrierter zufliegen“, schreibt Sloterdijk im „Handelsblatt“…Die AfD mische sich neuerdings ins „gesamteuropäische Konzert der Unqualifizierten mit landeseigenen Tönen ein“. Zugleich greift Sloterdijk SPD-Chef Sigmar Gabriel an, der ihm in einem Interview vorgeworfen hatte, ein „rechter Ideologielieferant“ für die AfD zu sein. Sloterdijk kontert, nennt Gabriel „konturlos“ und einen „designierten Verlierer“… http://www.statusquo-news.de/philosoph-sloterdijk-afd-ist-unmoeglichkeitspartei-mit-zahllosen-frustrierten/

Also, jetzt reicht es mir aber!

Sollte sich hier noch jemand darüber wundern, das er noch nie etwas von meinem „magischen KÜCHEN-PROJEKT“ gehört hat, nun, dann weiß er ja jetzt, woran das liegt! Nur, ganz ehrlich, ich frage mich jetzt natürlich schon, wie man unter solchen Bedingungen die sich offenbar ständig ändernden SPIELREGELN einhalten soll. Will sich hier jemand vielleicht gleich aller  MITSPIELER entledigen, weil er glaubt, trotz all seiner Erfahrung und seines Reichtums, gegen ein paar HARTZIANER keine Chance hat?

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…Die AfD mische sich neuerdings ins „gesamteuropäische Konzert der Unqualifizierten mit landeseigenen Tönen ein“. Zugleich greift Sloterdijk SPD-Chef Sigmar Gabriel an, der ihm in einem Interview vorgeworfen hatte, ein „rechter Ideologielieferant“ für die AfD zu sein. Sloterdijk kontert, nennt Gabriel „konturlos“ und einen „designierten Verlierer“…

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GermaineKYohI don’t know whether it’s just me or if perhaps everybody else experiencing difficulties with your site. Seems like as if a number of the text on the content are running away from the screen. Can someone else please provide feedback and inform me if this sounds like happening in their mind at the same time? This can become a problem with my web browser because I’ve had this happen before. Cheers

AdellJCrusoe – I’m really impressed along with your writing skills as well as using the format in your weblog. Is this a paid subject or would you modify it yourself? In any event stay the excellent quality writing, it’s rare to peer a nice blog this way one today…

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Entlastung für Angehörige im Trauerfall

RoyYBrandley

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Hallo ihr Lieben

in Anbetracht der Massenhetze und der Aufforderung zum Hass, auf die wir nicht hereinfallen sollten. habe ich einen wunderbaren Zusammenschnitt von „grenzenlos lieben“, den ich Euch hier noch einmal sende. Bitte teilt diesen Link mit Anderen, denn es ist die Antwort, die wir geben auf diese Auffwiegelungen der Medien. Wir wollen keinen Krieg, wir wollen Frieden für alle Völker dieser Erde und die Völker wollen ebenso den Frieden. Das Verbreiten dieses Links kann dazu beitragen.

 
Bei der Szene wo der Palistinänser und die Israelin aufeinander zugehen und sich umarmen, bekomme ich imme wieder Gänsehaut und es schießen mir Tränen in die Augen. Es zeigt mir, das ich mit meiner Einstellung anderen zu Vertrauen und an das Gute im Menschen zu glauben, bzw. ebenso auf das Gute im Menschen zu vertrauen, nicht alleine dar stehe.
Trotz aller Aufforderung zum Hass dennoch zu Lieben ist in der Tat die größte Herausforderung, die es gibt. Ich vertraue auf das Gute in jedem von uns, auch wenn die Bedrohung noch so groß ist und es den „Anschein“ hat, als wäre alles hoffnungslos. Trotz allem zu Lieben ist grundsetzlich möglich. Fallt bitte nicht auf die Aufforderungen zum Hass herein.

Verbreitet diesen Link überall hin, es wird helfen, die Menschen zur Umkehr zu bewegen.
 
Ich vertraue auf Euch und auf das Gute in Euch.
 
Alles Liebe
Regina
 

www.freistaat-preussen.info

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FORTSETZUNG folgt!

monalisatv

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