Die BURG KLINIK 2.September 2018

„Lindenstraße“

Bares für Rares Bild zu Schauspieler Luger verlässt die «Lindenstraße» Bild zu Polizeiabsperrung

Im Landkreis Konstanz wurde ein Baby tot in einem

Wald entdeckt. Die Kriminalpolizei bittet

um Hinweise aus der Be

völkerung…

PROGRAMM f[r den 5.09.2018

Dokumente entpuppen sich als „Totalfälschungen“

Chemnitz

Noch am Wochenende der tödlichen Messerattacke in Chemnitz wurden zwei

Verdächtige festgenommen. Nun sucht die Generalstaatsanwaltschaft einen

dritten Mann, der dringend tatverdächtig ist. Unterdessen wurde be/

kannt, dass die Nationalität der ersten beiden Verdächtigen

nun doch unklar ist…

Autoterminal in BremerhavenBewegung "Aufstehen" wird vorgestellt

Die linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“, initiiert

von Sahra Wagenknecht, ist gestartet. Eine „handfeste Krise

der Demokratie“ ist laut der Linke-Fraktionsvorsitzenden ver/

antwortlich für die Gründung der Initiative. Mehr als

100.000 Unterstützer hätten sich registriert…

Rebellenhochburg Idlib

Bild zu Emma Stone, Ryan Gosling Bild zu RettungswagenKrieg in SyrienAktualisiert am 04. September 2018, 20:20 Uhr

K..uh v-er..irrt sich auf G-ar/

ag-en/d..ach und löst Polizeieinsatz aus

Bild zu Wolfgang Niersbach, UEFA Nations League Goslar reveals the secret of an 88-year-old message in a bottleGoogle Suchmaschine

Da denkt man nichts Schlimmes und plötzlich erscheint im Google-Suchschlitz:

„Kann man mit seinem Großcousin zusammen sein?“ Da hat mal wieder die

Autovervollständigung zugeschlagen. Zum 20. Geburtstag des Such/

giganten Google haben wir die lustigsten Suchtipps

zusammengestellt…

Ein „Supertrainer“

ISS Bild zu Channing Tatum, Jenna Dewan Bild zu Joachim Löw und Timo WernerAktualisiert am 03. September 2018, 16:41 Uhr

Timo Werner nimmt Bundestrainer Joachim Löw

in Schutz. Ihm sei nach dem WM-Aus „viel

Unrecht getan“ worden…

Deutschland in günstiger Position

Gegen die Franzosen sieht der 22-Jährige die DFB-Auswahl in einer günstigen Position. „Ich glaube, dass wir jetzt nicht mehr die Gejagten sind, sondern die Jäger, und wir sind nicht mehr unter dem Druck zu sagen, wir müssen jedes Spiel gewinnen, weil wir die beste Mannschaft der Welt sind, sondern wir können frei aufspielen.“… Teamkollege Julian Draxler forderte derweil ein selbstbewusstes Auftreten gegen die Équipe tricolore. „Wir sind immer noch Deutschland. Wir haben natürlich einen großen Knicks bekommen durch die WM.

Aber ich glaube, dass wir uns nicht verstecken müssen vor Nationen

wie Frankreich“, sagte der Profi von Paris

Saint-Germain. 

© dpa

Wagenknechts Sammelsurium

Bild zu Wagenknecht, Aufstehen

Linke Bewegung stellt sich vor

Die linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ hat zum offiziellen Start mehr

als 100 000 Unterstützer registriert. Die Initiatorin Sahra Wagenknecht sagte

am Dienstagmorgen bei der Vorstellung in Berlin, dass sich seit Anfang

August 101.741 Menschen online angemeldet hätten…

„Th..orga/el“

Bild zu Florian Henckel von Donnersmarck Bild zu Festnahme Gefahr durch AquaplaningBild zu Hendrik Weydandt

Eine Serie mit Außerirdischen und Wikingern?

Das klingt scheinbar auch für Florian Henckel

von Donnersmarck interessant. Fans des deu/

tschen Filmemachers können sich

frei/u..en…

@456

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Ermittlungen eingeleitet

Aktualisiert am 04. September 2018, 07:52 Uhr

Klar, wenn ein Baby geboren wird, können bei den

Familienangehörigen die Nerven schon mal blank liegen.

Blöd nur, wenn der Zoff um die Frage, wer den Sprössling

zuerst in Händen halten darf, eskaliert. So geschehen in

Bremen: Auf der Entbindungsstation

flogen die Fäuste…

Bild zu Jenny ElversCIMG2126 CIMG2615 CIMG2827 CIMG2733

„König und König/in einer magischen Welt?“

BMW, München, Bußgeld, Abschalteinrichtung Bild zu Tom Kaulitz und Bill Kaulitz Bild zu Goldene HimbeereAktualisiert am 03. September 2018, 16:27 Uhr

Horror kommt auch nach

Deutschland…

„Hart aber fair“

Bild zu Werner Race Bild zu 1. FC Kaiserslautern - Karlsruher SC

Jan Löhmannsröben schlägt nach seiner „Cornflakes“-

Wutrede versöhnlichere Töne an. Der Spieler von Zweitliga-

Absteiger 1. FC Kaiserslautern hat sich für seine Wortwahl

entschuldigt, verweist aber gleichzeitig auf die Emo/

tionen, die den Fußball so einzig/

artig machen…

Charmeoffensive und Kampfansage

Bild zu Joachim Löw

Nach der katastrophalen WM in Russland hat Bundestrainer Joachim

Löw klare Vorstellungen. Im Hinblick auf das kommende Spiel

gegen Weltmeister Frankreich fordert er von den Spie/

lern Fitness und die richtige Ein/

stellung ein…

@1414

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Das Konzert in Chemnitz sprengt alle Erwartungen.

Bild zu Chemnitz - Konzert

Das Konzert in Chemnitz sprengt alle Erwartungen. Zehntausende kamen in die

sächsische Stadt und feiern unter dem Motto „#wirsindmehr“ zu Bands wie die

Toten Hosen oder Kraftklub. Zwei Gegenkundgebungen werden zuvor

untersagt. Die Veranstaltung begann mit einer

Schweige..min..ute…

Bild zu Wer wird Millionär?, Günther Jauch, Janine Wispeler

Aktualisiert am 04. September 2018, 08:48 Uhr

Zusatzjoker gibt den falschen Tipp…

„InSight“:

Dakota Johnson Elektromülldeponie , Accra, Agbogbloshie, Müll, Schrott, Ghana Bild zu Mars

Irgendwann in der Zukunft, so die Vision, soll die

Menschheit den Mars besiedeln. Doch dazu muss man

den Roten Planeten noch viel besser verstehen, als das

bislang der Fall ist. Der Mars birgt schließlich noch

zahlreiche Geheimnisse. Ein „Maulwurf“ soll ei/

nige davon nun ans Licht bringen…

Bild zu Rudi Carrell, Wann wird's mal wieder richtig Sommer?

„The O/Ice-an C/le-an..up“:

Bild zu Jan Löhmannsröben 1&1 Blogger-WG Bild zu «The Ocean Cleanup» - Meeres-Müllsäuberung vor San Francisco

Berge von Plastikmüll verschmutzen die Ozeane.

Das will ein junger Niederländer mit dem Projekt

„The Ocean Cleanup“ ändern: Er und sein Team

entwickelten eine innovative Anlage, die durch

das Meer fährt und darin schwimmenden Müll

einsammelt. Nun kommt sie das erste

Mal zum Einsatz…

Bild zu Sex, Geschlechtsverkehr, Kondom, Präservativ, Paar

Ins/a-Umfrage:

Bild zu SPD, Umfrage, Andrea Nahles CIMG9586 Imfpen, IndienBild zu Holstein Kiel - 1st FC Magdeburg

Die „Störche“ aus Kiel haben nun auch endlich

zu Hause gewonnen. Die in dieser Saison noch unge/

schlagenen Mannschaft von Trainer Tim Walter be/

zwang den Aufsteiger aus Magdeburg und

ist nun Dritter…

Black Conservative Patriot

Q Anon: Deep State Crimes Are Now Open Source.

Long Beach Child Trafficking. I Eat

In-N-Out Burger!

Joachim Löw

Hornissenattacke in Weingarten:

Bild zu Uganda, Krokodil Bild zu Herzogin Meghan, Prinz HarryHornisse

Wie ungewöhnlich ist ein solcher Vorfall?

Bei einem Gemeindefest werden 18 Menschen von einem Hornissenschwarm

angegriffen und verletzt, manche müssen sogar in Krankenhäusern behan/

delt werden. Wie ungewöhnlich ist eine solche Attacke? Und was

kann ich tun, wenn ich von Hornissen angegriffen werde?…

ufoswlg

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In this channel we provide content on: Exopolitics 
geopolitics, updates Corey Goode, David Wilcock, 
Benjamin Fulford,Michael Salla, cobra, the 
resistance movement, relevant news, among 
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Indi/2en:

Bild zu Frank-Walter SteinmeierBild zu KinderarbeitAktualisiert am 03. September 2018, 13:54 Uhr

In einem indischen Werbespot diskutieren zwei Väter:

„Unsere Töchter sind schon bei ihrer Geburt der Besitz

eines anderen. Wie lange willst du dich darum küm/

mern? Verheirate deine Tochter im Alter von zehn

bis zwölf und dein Job ist erledigt!“…

Tagebuch einer Rehabilitation

RB Leipzig, Fortuna Düsseldorf CIMG1346

PROGRAMM f[r den 3.09.2018

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Die Burg-Klinik

Bild zu VfB Stuttgart - Bavaria MunichCIMG5208Bild zu F1CIMG9298

von Monica Kraemer

Juni – Juli 2012

20 Kilo lasten auf mir, ein

paar davon will ich wirklich loswerden,

die unheimliche Zunahme muss beendet werden.

Ich vermisse zudem mein altes Ich.

BadewetterBild zu FC Schalke 04 - Hertha BSC

Das Debüt von Nationalspieler Sebastian Rudy ist missglückt, der

Fehlstart perfekt: Vize-Meister FC Schalke 04 hat auch das zweite

Saisonspiel in der Fußball-Bundesliga verloren und geht mit ei/

ner gehörigen Portion Frust in die Länderspielpause…

Denn, ich habe mich wirklich sehr geliebt.

Heute ist davon nicht viel übrig.

Verletzte und Millionenschaden

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Schizophrenie –

mein Unterbewusstsein hatte mich gewarnt.

Ich war dennoch bereit die Welt zu verändern.

Ich wollte ein großartiges Schicksal erfüllen.

Bekommen habe ich Depressionen und

zu viele Kilos.

Bild zu Symbolbild, Hund Bild zu Chemnitz Whatsapp

„Man will nur, dass die Gefühle aufhören“

Frau in Tunnel

Sandra leidet an einer Angststörung, einer Traumafolgestörung, an Depressionen und an einer Essstörung. Doch das sind nur Begleiterscheinungen einer Erkrankung, die sie schon 32-mal in die Klinik befördert hat. Sandra hat eine Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Was das für ihr Leben bedeutet, erzählt sie im Interview…

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Bild zu Reißverschluss, YKKBild zu Leichtathletik: Meeting

Rufe werden lauter

Björn Höcke Bild zu Nach dem Tod von John McCain

War meine Wahnsinnsreise das Ganze wert?

Ich sage: Ja!!

FC Bayern

In der Bundesliga läuft es für den FC Bayern nach zwei

Spieltagen schon wieder wie von selbst. Da kann sich der

Tabellenführer und Rekordmeister getrost genauso wich/

tigen Dingen widmen – wie der Vorbereitung

auf die Wiesn…

Bild zu Polizei in ItalienMario Götze

Nur die Kilos, die könnten mir echt gestohlen bleiben!

Ich hatte wirklich alles.

Bild zu MRSA

Größenwahn, Halluzinationen, Gedächtnisverlust Depressionen.

Alles Nebenwirkungen meines Lebenswerkes,

meines großartigen und fantastischen

Bombini-Projektes.

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PROGRAMM f[r das WOCHENENDE

7. Juni 2012

 Georg Schaeffle

In 2 Wochen ist es soweit, dann werde

ich mein Zimmer in der Dr. Becker Burg-Klinik beziehen.

Die Klinik befindet sich in dem kleinen Örtchen Stadtlengsfeld in Thüringen, in der Nähe von Fulda. Es ist eine Reha-Klinik für Psychotherapie, Psychosomatik, Rehabilitation und Prävention. Hier soll ich mein Wohlbefinden und meine Leistungsfähigkeit wiedererlangen. Basierend auf einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis sollen neben der körperlichen Ebene auch die seelischen Umstände, die persönliche Lebenssituation und die individuelle Krankengeschichte in Diagnostik und Therapie einbezogen werden. So verspricht es die Broschüre die mir mit den Anmeldeunterlagen zugeschickt worden ist. Werte wie Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, gegenseitiger Respekt, Toleranz, Transparenz und Wertschätzung werden versprochen. Das persönliche, vertrauensvolle Gespräch mit mir, um meine ganz persönliche Krankengeschichte kennen zu lernen ist ihnen wichtig, so kann ich es auf dem Faltblatt lesen. Das ganzheitliche Therapiekonzept besteht aus verschiedenen Bausteinen wie Psychotherapie, Entspannungstechniken (wie z.B. Meditation, Joga), körperorientierte Therapien (beispielsweise Bewegungstherapie, Schwimmbad, Sport) und kreativen Elementen. Es gibt Gesprächsgruppen und Vorträge.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die gemeinsame Entwicklung von Alternativen

zur persönlichen Lebensgestaltung und von Möglichkeiten

zur Lösung von psychosozialen Problemen.

Dies alles findet in einem einmaligen, architektonischem

Ambiente einer in das Klinikgelände integrierten alten Burg statt.

Die Klinik bietet, neben einem weitläufigen Park mit altem Baumbestand, Einzelzimmer mit Dusche, WC, Balkon, Internetzugang und Telefon. Außerdem gibt es eine Bibliothek, Aufenthaltsräume, eine Cafeteria und einen Wintergarten. Man kann an Wanderungen in die näheren Umgebung teilnehmen, verschiedene Dia-Vorträge, Theaterbesuche und Konzerte im eigenen Musiksaal besuchen. Außerdem gibt es eine Sauna, ein Solarium, eine  Kegelbahn und Tischtennis. Und das alles kostet mich keinen Cent, denn die Rentenversicherung hat die Kosten für eine 5-wöchige Reha in dieser Klinik übernommen. Also, dann lasse ich diese Zeit einfach mal auf mich zukommen. Ich war schon lange nicht mehr in Ferien. Und in einer Kur war ich sowieso noch nie.Vor zwei Tagen war ich aber erst mal in der Stadt ein paar Dinge einkaufen. Mir fehlte ein kleinerer Rucksack, Badeschlappen, Badeanzug und vieles mehr. Denn in meine alten Klamotten passe ich leider nicht mehr richtig hinein. Ich habe also ganz gegen meine sonstigen Möglichkeiten ziemlich viel Geld ausgegeben. Ich lebe nun schon seit 10 Jahren von staatlicher Unterstützung, sprich Hartz VI. Da kann man sich so einen ausgiebigen Schoppingtag eigentlich überhaupt nicht leisten. Aber da ich erst vor einer Woche endlich mal wieder eines meiner Bilder verkaufen konnte, hatte ich doch tatsächlich das nötige Kleingeld zur Verfügung. Die Arge darf das natürlich eigentlich nicht wissen, die hätten mir diesen außerordentlichen Zahlungseingang unter Garantie auf meinen Unterhalt angerechnet.

Doch ich brauchte das Geld nun mal für meine

Reisevorbereitungen.

Punkt.

Ich weiß sowieso nicht wie ich mit dem Hartzgeld

klarkommen würde, wenn ich meinen Freund nicht hätte.

Wolfgang fängt zum Glück viel ab was neben dem täglichen Einkauf so anfällt. Wir haben uns zum Beispiel einen Hund aus dem Tierheim angeschafft, damals, nach meinem Krankenhausaufenthalt. Der Hund sollte mir wieder auf die Beine helfen, doch von meinen paar Euros vom Amt wäre mir der Unterhalt eines so großen Tieres nicht möglich. Siux ist ein Schäferhund-Colli-Mischling und er hat immer Hunger. Außerdem ist er mittlerweile ein alter Mann und so musste er schon einige Male zum Tierarzt. Das ginge ohne Wolfgangs Geld einfach überhaupt nicht. Er arbeitete die letzten Jahre als Leiharbeiter in der Elektro- Industrie, seit ein paar Wochen ist er jedoch fest angestellt. Die Firma gefiel ihm so gut, dass er sich dort eine Festanstellung vorstellen konnte. Nun, und die Auftragsbücher seiner Firma sind so voll, so dass sie fast allen ihren Leiharbeitern eine feste Stelle angeboten haben. Viel Geld verdient er allerdings auch heute nicht, doch es reicht zum Leben. Viel wichtiger wie das Geld ist ihm allerdings sowieso seine Freizeit. Die verbringt er gerne in meinem alten Gartenatelier. Dort kann er basteln, lesen, mit dem Hund spielen oder einfach Musik hören. Auch jetzt ist er wieder dort hinunter gegangen. Heute ist ein Feiertag und der steht für ihn ganz unter dem Zeichen, ausruhen und entspannen.

Nun, und ich sitze an meinem alten Laptop am

Schreibtisch und starte mit meinem

Tagebuch.

Den Laptop hatte mir Wolfgang damals kurz

nach dem wir uns kennen gelernt hatten gesponsert.

Er wollte mich unbedingt von meinem Bombini-Projekt ablenken und mir mit dem Rechner neue Wege eröffnen. Das hatte auch wirklich gut geklappt. Denn  auf dem Rechner waren verschiedene Programme vorinstalliert, unter anderem auch ein einfaches aber gutes Video- Schneideprogramm. Mit Hilfe dieses Programms sollte ich die folgenden Jahren viele, viele Filme anfertigen. Filme über mein Bombini und allem was dazu gehörte. Ich war mit meinem Laptop irgendwann sogar so fest verbunden, dass ich ihm einen Namen gab. Monalisa, die Göttliche. Mit ihr sollte ich das größte Abenteuer meines Lebens erleben, doch davon erzähle ich vielleicht lieber später etwas ausführlicher. Jedenfalls lenkte der Laptop meinen Aktionismus auf ein völlig neues Betätigungsfeld. Ich begann zunächst damit zu Schreiben. Ich hatte wirklich viel zu erzählen wie ich meinte, und Wolfgang ließ sich von mir regelmäßig vorlesen. Er fand meine Schreiberei ganz wunderbar, doch meinte er, vielleicht läge dies auch daran, dass er verliebt in mich sei. Seine rosarote Brille mache ihm eine objektive Beurteilung ziemlich schwer. Doch für ihn war es sowieso nur wichtig, dass ich nicht mehr mit meinen Hochspannungskaskaden herumexperimentierte. Mein heißgeliebtes Bombini-Projekt sollte auf jeden Fall ein Ende haben. Es war wie er als Elektriker wusste einfach viel zu gefährlich. Ja, es war sogar absolut verboten, erklärte er mir damals, als ich ihn gerade kennen gelernt hatte und große
Hoffnungen in ihn setzte, da meine selbstgebaute Anlage gerade mal wieder bei einem meiner Versuche kaputt gegangen war. Ich hoffte er würde mir bei der Reparatur mit Rat und Tat zur Seite stehen, ich hatte ihn darum zum Essen eingeladen, damit er sich bei dieser Gelegenheit meine Hochspannungskaskade einmal genauer anschaute. Er jedoch schlug nur die Hände über dem Kopf zusammen und riss alles einfach endgültig auseinander. Er legte mir meinen Trafo lahm und verbot mir jede weiteren Experimente. Er erklärte mir, dass er sich strafbar machen würde, wenn er mir diese Anlage lassen würde und so empfahl er mir alles in Kartons zu verpacken und diese in den Keller hinunter zu bringen.
Man könnte jetzt meinen ich wäre ob dieser völlig unerwarteten Reaktion böse auf ihn geworden, aber nichts dergleichen passierte mit mir. Im Gegenteil, ich verliebte mich augenblicklich in diesen Mann. Ich fand ihn plötzlich ungeheuer interessant und vor allen Dingen sehr gut aussehend. Ich wollte unbedingt zu all dem Übel von ihmam liebsten noch geküsst werden, doch darauf musste ich noch einige Zeit warten. Wolfgang war überhaupt nicht so gestickt wie ich es bisher von Männern kennen gelernt hatte. Also, es gab keinen ersten Kuss an diesem Abend. Aber eine Verabredung für den nächsten Tag. Ich sollte ihn in seiner Junggesellenbude besuchen. Das war eine absolute Ehre, denn normalerweise ließ er niemanden bei sich hinein. Selbst sein bester Freund war dort nur ungern gesehen. Also tröstete ich mich mit dieser Ehre und hoffte darauf, dass er mich vielleicht dort fest in seine Arme nehmen würde.

Denn ich war mir bei allem Neuen was dieser Mann ausstrahlte doch ziemlich

sicher, auch er hatte sich in mich verguckt.

Ganz bestimmt.

Bild zu Lily Allen

Damals hatte ich mich gerade von meinem letzten Freund getrennt.

Heiko, der verhinderte Bildhauer. Wir hatten zwei wunderbare Jahre miteinander verbracht und auch mach unserer Trennung waren wir zunächst Freunde geblieben. So gut das eben ging mit seinem schweren Alkoholproblem. Wir kannten uns schon von der Schulzeit her, wir hatten auch nicht wenige gemeinsame Bekannte. Dennoch hatten wir uns seit der Schulzeit nie wieder gesehen, dabei lebten wir sogar im selben Ort.
Er hatte gerade seine Frau und Kinder durch Scheidung verloren und verliebte sich sofort in mich, nachdem wir uns zufällig auf einer Jazz-Martinee in seiner Stammkneipe wiedergetroffen hatten. Ich brauchte etwas länger um zu erkennen, dass er wirklich ein sehr liebenswerter Partner war. Aber er machte es mir schwer ihn auf Dauer auf freundschaftliche Distanz zu halten, denn er warb um mich nach allen Regeln der Kunst. Ich war noch nie so oft zum Essen eingeladen worden, noch nie führte mich jemand so oft in Kneipen aus und er machte mir die liebgemeintesten Geschenke. Seine Aufmerksamkeit war wirklich außergewöhnlich für mich und so kam es, dass auch ich mich nach ein paar Monaten in ihn verliebte. Heiko lebte in einem romantischen ehemaligen alten Bauernhäuschen. Es war geschmackvoll renoviert und schön eingerichtet. Er hatte sogar einen wunderbaren Kaminofen, der das ganze Haus heizen konnte. Alles hatte er selbst hergerichtet, sogar die Lampen hatte er selbst entworfen. An das Häuschen war eine Werkstatt angeschlossen. Dort hatte er früher große metallene Skulpturen hergestellt. Einige Exemplare standen noch vor dem Haus und im Garten. Jetzt nutzte er die Werkstatt allerdings vor allen Dingen zur Vorbereitung seiner Arbeit. Er war als Mann für alles Handwerkliche bekannt. Er sanierte und renovierte die Wohnungen und Häuser seiner vielfältigenKunden. Er schnitt auch die Hecken oder reparierte andere Dinge, für alles rund ums Haus war er der richtige Ansprechpartner. Damit verdiente er wie ich feststellen konnte gar nicht schlecht. Er konnte es sich jedoch leider auch leisten jeden Tag in die Kneipe zu gehen um dort einen ziemlich großen Deckel zu machen. Wenn ich ihn suchte, ab 18 Uhr fand ich ihn bestimmt vor seinem geliebten Weißwein in seiner Lieblingskneipe, direkt mitten im Ort. Dort traf er seine Freunde und seine vielfältigen Bekannten.

Ich hatte schnell den Eindruck, Heiko kannte wirklich jeden.

Bild zu Stadtbahnen in Stuttgart stoßen zusammen

Mich lud er immer ein ihm bei seinem Feierabend

Gesellschaft zu leisten, und natürlich zahlte er für mich mit.

Denn, als Hartzianerin konnte ich mir solchen Luxus schon lange nicht mehr leisten. Aber wir trafen uns nicht nur in der Kneipe. Er lud mich in der Folge auch sehr oft ein mit ihm über das Wochenende nach Holland ans Meer zu fahren. Seine Mutter hatte dort ein Ferienhaus und er durfte es nutzen so oft und so lange er wollte. Wir fuhren an einigen, verlängerten Wochenenden und in den Schulferien auch mit seinen Kindern dort hin. Er hatte eine Tochter von 11 Jahren und einen Sohn von 8. Rene und Lino, zwei wirklich sehr freundliche und wohlerzogene Kinder. Ich verstand mich auf Anhieb gut mit ihnen und so verbrachten wir auch zu viert oft eine schöne Zeit. Ich habe auch einen Sohn, er war schon 16 Jahre alt zu dieser Zeit. Er wollte natürlich nicht mit uns kommen, er verbrachte seine Zeit lieber mit seinen eigenen Freunden. Ich hatte dafür großes Verständnis und so genoss mein Sohn häufig die sturmfreie Bude zu Hause. Felix war schon ziemlich selbstständig, er verdiente sich durch kleiner Jobs sein eigenes Taschengeld und dieses trug er meistens auch gleich in die „Savanne“, eine vorwiegend von jungen Leuten besuchte Kneipe im Ort. Dort konnte man Billiard spielen und Bier trinken. Ich hatte mir diese Kneipe angeschaut und ich fand den Laden ganz in Ordnung. Gut, das mit dem Alkohol war natürlich nicht so toll, aber was sollte ich machen, mein Sohn wurde eben so langsam aber sicher erwachsen und er wollte mit seinen Kumpels eine gute Zeit haben. Ich selbst war in meiner Jugend ziemlich kurz gehalten worden und außerdem gab es damals noch keine Kneipe im Ort in die man als Jugendlicher hineingehen konnte. Wenn wir mal eine Stunde in der Schule schwänzen wollten, dann gingen wir in das Clubhaus vom Tennisclub. Dort tranken wir einen Kakau. Erst als ich 18 Jahre alt wurde, da
machte das „Cannape“ auf, ein Bistro auch für jüngeres Publikum. Doch da war ichschon von zu Hause ausgezogen und lebte in Düsseldorf-Bilk in meiner ersten Wohngemeinschaft. Dort gab es Kneipen ohne Ende, doch hatte ich nur selten das Geld dafür. Mein Sohn sollte es also durchaus etwas besser haben als ich es damals hatte. Ich wünschte mir für ihn eine schöne, gesellige, ja coole Jugend. Hauptsache die Schule litt nicht allzu sehr darunter.

Überhaupt war ich eine sehr verständnisvolle und tolerante Mutter.

Man könnte auch sagen, ich kümmerte mich etwas zu wenig um meinen Sohn. Seit ich mit meiner  Selbstständigkeit baden gegangen war und ein Haufen Schulden zurückgezahlt werden musste, hatte ich wirklich nur noch sehr wenig Geld. Zum regelmäßigen Kochen mittags reichte es auf keinen Fall mehr. Ich hatte meinem Sohn daher erklärt, dass er in Zukunft zum Essen zu seinen Omas gehen musste. Unser Kühlschrank bliebe vorläufig leer. Taschengeld würde es auch nicht mehr geben und so suchte er sich zunächst einen Job an einer  Tankstelle. Dort fegte er und packte bei der einen oder anderen Sache mit an. Ich fand das im Prinzip ganz in Ordnung und natürlich sollte er mit seinem selbstverdienten Geld machen können was er wollte. Nun, er trug es in die Kneipe und in die Pizzeria. Das war natürlich nicht so toll, aber es war seine Entscheidung. Ich war im Grunde nur froh wenn er sich gut fühlte. Und so wie ich es beurteilen konnte, ging es ihm ganz gut in dieser Zeit. Jedenfalls beklagte er sich nicht. Wir verstanden uns also recht gut. Er machte sein Ding und ich machte meines.

Ich entschied mich zu dieser Zeit für ein ganz ungewöhnliches Projekt. Ich entschied mich für das Bombini. Damit hatte ich vor die Welt zu beglücken. Die Welt, mich selbst und meinen Sohn, denn ich war fest davon überzeugt, dass mich das Bombini aus dem Schlamassel ziehen würde, in dem ich steckte seit ich als Objektdesignerin bankrott gegangen war. Das war 2002. Nun, sie können rechnen, jetzt ist schon 2012 und ich bin immer noch Hartzianerin.

Dennoch, ich bin sehr froh mit meiner Entscheidung, alles auf diese

eine Karte gesetzt zu haben. Auf die Bombini-Karte.

Erdogan, Statue, Gold, Wiesbaden

Das Ticket in den Wahnsinn und vielleicht für alle in eine neue, bessere Welt.

Nicht weniger wollte ich mit dem Bombini erreichen. Es sollte die Welt von Grund auf verbessern. Es sollte eine großartige Revolution auslösen. Ja, es sollte uns in eine fantastische Zukunft führen.Nun, wie schon gesagt, viel mehr als eine deftige Depression und 20 zusätzliche Kilos auf den Hüften und vor allen Dingen leider auch am Bauch habe ich bisher nicht erreicht. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass sich mein Bombini-Projekt einmal auszahlen wird. Es kann wirklich der Startschuss für eine wunderbare Zukunft sein. Zumindest wenn ich Recht habe. Der persönliche Preis, den ich jedoch für dieses Projekt gezahlt habe ist ziemlich hoch. Um es ganz deutlich zu sagen, es hat mich nicht nur in den Wahnsinn getrieben, nein, mein Sohn redet schon seit ein paar Jahren mit mir nicht mehr, ich habe mir nicht nur meine berufliche Perspektive dadurch verdorben, nein, ich habe fast alle meine Freunde verloren und nicht einen Heller in der ganzen Zeit verdient.

Ich habe mir einen Haufen psychischer Probleme damit eingehandelt und letztendlich meine einst wirklich sehr schöne Figur verloren, was mich aktuell am meisten schmerzt. Denn die überflüssigen Pfunde rauben mir den letzten Rest an Selbstbewusstsein. Doch Selbstbewusstsein brauche ich heute eigentlich dringender denn je. Wie soll ich jemals wieder als Designerin erfolgreich sein und aus meiner Hartzianerfalle entkommen, wenn ich nicht voller Mut und Zuversicht bin. Als Designerin kann ich nur etwas verkaufen, wenn ich selbst an meine gute Arbeit glaube. Doch ich bekomme schon seit nunmehr 5 Jahren den Kopf und auch den Hintern nicht mehr richtig hoch. Ich hoffe also sehr, die Reha hilft mir aus dieser Sackgasse.
Es ist nicht so, als hätte ich nicht diverse Versuche unternommen, aber letztendlich lande ich immer wieder frustriert auf meinem Sofa und schalte den Fernseher an. Mir macht einfach nichts mehr wirklich Spaß. Früher habe ich zum Beispiel sehr gerne gemalt. Ich konnte tagelang mit großem Fleiß und Engagement an meinen Bildern arbeiten. Ich war dabei meist voller Freude und Begeisterung. Und die Ergebnisse konnten sich auch sehen lassen. Ich weiß nicht in wie vielen Wohnungen meine Bilder noch heute hängen. Die meisten hatte ich an Freunde verschenkt. Sie liebten meine Bilder und ich konnte sie selbst nicht alle an die Wand hängen. Also gab ich sie großzügig weiter. Ich war einfach froh, wenn sie anderen auch so viel Freude machten wie mir. Verkaufen wollte ich sie nicht unbedingt. Zum Einen hatten meineFreunde selten Geld für so etwas, zum Anderen freute es mich zu schenken. Schließlich gab es genug Gelegenheiten, immer hatte irgendwer Geburtstag oder es gab sonst einen guten Grund. Außerdem, so sagte ich mir, ich konnte schließlich Neue malen. Mir gingen die Ideen dazu einfach nie aus. Zudem hielt ich meine Bilder selten für große Kunst, dafür waren sie mir einfach zu leicht von der Hand gegangen.

Anders sah das schon mit meinen Drucken aus.

Ich hatte sie Anfang der 90er Jahre hergestellt und seitdem liegen sie gut verwahrt in eine meiner großen Zeichenmappen. Diese Bilder wollte ich nicht verschenken, denn diese Drucke waren in meinen Augen tatsächlich echte Kunst. Irgendwann wollte ich sie einmal ausstellen können, dann, wenn ich genug Geld für vernünftige Rahmen haben würde. Die Drucke waren auch der Grund warum ich damals durch die Vordiplomprüfung in Diplombiologie gerasselt bin. Ich hatte zwar einige Jahre mit großem Engagement studiert, aber als es an der Zeit war sich für die Prüfungen vorzubereiten, da konnte ich mich nur noch sehr schwer dazu motivieren. Stattdessen hing ich über einem Haufen Papier und fertigte einen Druck nach dem anderen an. Ich war fast wie in einem Rausch. Monatelang. Denn ich hatte durch Zufall eine sehr interessante Entdeckung gemacht. Ich verrate es an dieser Stelle, vielleicht will es ja ein anderer auch einmal versuchen. Er wird es allerdings wohl etwas schwerer haben als ich zu dieser Zeit, denn die Herstellungsweise von den Werbebeilagen in den Tageszeitungen hat sich in den letzten Jahren wohl entscheidend geändert. Für meine Drucke nahm ich als Ausgangsmaterial die hochwertigeren Werbeblättchen zur Hand. Dann strich ich mit einem Pinsel kleisterartige Abbeize darauf und machte davon einen Klatschabdruck. Das Ergebnis war nicht immer gleich zufriedenstellend, aber wenn man sich in den Prozess richtig einarbeitete, die Vorlage gut studierte, den Pinsel gekonnt darüber führte und auch beim eigentlichen Druck das richtige Fingerspitzengefühl aufbrachte, dann konnte das Ergebnis einfach wunderbar sein.

Von dem Werbeaufdruck war dann selten nur noch etwas zu sehen.

Vielmehr war ein völlig neues Bild entstanden.

CIMG9490

Ich war bald schon richtiggehend süchtig nach dem Aha-Effekt,

wenn ich das Papier von der Vorlage trennte um das Ergebnis zu sehen.

Natürlich mussten die Bilder erst noch richtig trocknen, dazu verstreute ich sie überall auf dem Boden und später, wenn ich mit den Prospekten durch war, dann schaute ich mir die Ergebnisse an.Zwei, drei gute Ergebnisse waren oft darunter und den Rest hob ich auf um sie später noch mal einzeln hervor zu holen. Was konnte man mit diesen vielen nur halbwegs gelungenen Drucken machen? Nun, ich versuchte es mit Tusche und Feder. Dann nahm ich noch Aquarellfarben dazu und ich arbeitete die Bilder aus. Dabei ließ ich mich von den Druckergebnissen inspirieren. Was erkannte ich in ihnen? Was ließ sich daraus machen? Nun, ich hatte wirklich sehr viel Freude bei diesem Prozess und die Ergebnisse konnten sich am Ende auch sehen lassen. Wolfgang ist jedenfalls von dieser Arbeit sehr überzeugt und auch er findet, die Bilder sind wirkliche Kunst. Er würde sich sehr freuen, wenn ich zu dieser Arbeit zurück finden würde, aber ich kann mich dafür nicht mehr begeistern. Nach meinem Krankenhausaufenthalt habe ich es noch mal versucht, aber die Prospekte lassen sich nicht mehr erfolgreich abbeizen. Ihr Druckverfahren hat sich geändert, denke ich. Es funktioniert nicht mehr richtig. Allerdings hatte ich noch alte, nicht bearbeitete Drucke und so setzte ich mich an meinen Esszimmertisch und versuchte mich mit Tuschefeder und Buntstiften. Als Wolfgang dann abends vorbei kam war er sehr angetan und meinte: „Mache doch einen Kalender daraus!“ Eine gute Idee. Also scannte ich die Bilder ein und gestaltete einen Kalender, den ich dann mehrfach ausdrucken ließ um ihn zu Weihnachten zu verschenken.

Danach war bei mir die Luft jedoch endgültig heraus.

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Irgendwie machte mir das Ganze nicht genügend Freude.

Die Begeisterung, die ich dereinst beim Drucken und bearbeiten empfunden hatte, wollte einfach nicht mehr aufkommen. Ich kehrte also deprimiert auf mein Sofa zurück, aß Süßigkeiten und schaute in die Glotze. Früher hatte ich nur selten den Fernseher angemacht, dazu hatte ich einfach keine  Zeit. Ich war immer mit irgendetwas beschäftigt. Entweder ich arbeitete für mein Studium, sei es Biologie oder später dann Design, oder ich kümmerte mich um meinen Sohn und Ehemann, später dann auch um meinen neuen Freund, ich kochte, wusch die Wäsche, renovierte das Gartenhaus oder auch die Wohnung. Ich baute mir ein Bad ein, ich isolierte das Dach, ich verputzte die gesamte Wohnung, ich schliff die Böden ab, ich lackierte die Türen oder ich grub im Garten irgendetwas herum. Natürlich habe ich auch viel gelesen, oft in meiner großen Hängematte liegend oder ich backte Kuchen für meinen regelmäßig eintreffenden Besuch. Auch als ich mit dem Studieren fertig war, hatte ich kaum Zeit für den Fernseher.

Jetzt wollte ich Karriere machen und ich bekam auch gleich einen

ersten Job in einem großen Messebauunternehmen.

Allerdings war ich dort weniger mit dem Entwurf beschäftigt, vielmehr wollte man

meine kommunikativen Fähigkeiten nutzen und so schickte man mich zu den Kunden.

Ich sollte Aufträge für das Entwurfsbüro hereinholen. Oft begleitete ich gerade zu Beginn den Geschäftsführer zu solchen Gesprächen, später schickte er mich zu kleineren Kunden alleine los. Doch ich war nicht glücklich mit meinem Los und so kam es bald schon zu ernsten Problemen am Arbeitsplatz. Die ebenfalls frisch eingestellten Innenarchitektinnen und der junge Architekt hielten mich für eine Praktikantin  und mir kam ihr Verhalten fast wie echtes Mobbing vor. Ich bekam vor lauter Stress einen fiesen Ausschlag im Gesicht und als meine Kollegen und ich uns irgendwann endlich einmal vernünftig aussprachen und die Probleme sich in Luft auflösten, da bekam ich Probleme mit dem Geschäftsführer. Ich hielt ihn bald schon für einen dieser Gestalten, die in ein Unternehmen kamen um dieses vor die Wand zu fahren. Auch meine Kollegen hatten ihn in diesem Verdacht. Das konnte natürlich nicht gut gehen und noch bevor meine Probezeit zu Ende war bekam ich die fristlose Kündigung. Als ich mich ins Auto setzte, um ein letztes Mal von dieser Firma nach Hause zu fahren, machte ich drei erleichterte Kreuze. Nein, so hatte ich mir meine Arbeit wirklich nicht vorgestellt. Ich wollte als Designerin arbeiten, ich wollte mich kreativ weiterentwickeln können, und ich wollte auch mehr Geld verdienen. Nach Abzug aller Abgaben und Steuern war nicht viel übrig geblieben, sollte ich es also nicht vielleicht doch freiberuflich versuchen?
Allerdings, wie sollte ich an Aufträge heran kommen? Ich hatte nur wenig Erfahrung vorzuweisen. Also ging ich erst einmal wieder zum Amt. Von irgendetwas musste ich schließlich die nächste Miete bezahlen und meinen Sohn ernähren. Mein Exmann hatte den Unterhalt für mich nach meiner erfolgreichen Diplomprüfung sofort eingestellt und das Arbeitsamt sah sich nicht zuständig, meine 6-monatige Probezeit war schließlich nicht vollständig abgeleistet worden.

Mansur, mein damaliger Freund war ebenfalls Designer, wir hatten praktisch zur

gleichen Zeit das Studium beendet, nun und auch er war

auf der Suche nach Jobs.

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Also taten wir uns zusammen und aquirierten als Messebaudesigner.

Doch es war gar nicht so leicht das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Aber immerhin, wir durften Angebote machen. Der Marketingleiter von 3M fand uns zum Beispiel durchaus sehrinteressant und ermunterte uns Entwürfe zu machen. Doch leider erkrankte er bald schon sehr schwer und wir sahen wieder in die Röhre. So ging das in einem fort. Wir telefonierten, wir fuhren zu ersten Gesprächen, aber am Ende wurde es nichts. Es war zum verzweifeln, aber selbst gute, etablierte Messebaudesigner hatten es immer schwerer. Die Wirtschaft lahmte und das erste woran Unternehmen dann sparen ist Werbung und teure Messestände.
Mansur suchte also immer ernsthafter nach einer Festanstellung und bald schon hatte er Glück und er wurde probeweise für ein Jahr eingestellt. Wie sollte ich jetzt alleine zurecht kommen, fragte ich mich. Ich versuchte es mit Fantasieprojekten. Ich entwarf, was ich selbst für interessant hielt. Zum Beispiel ein Eventzelt, es sollte an einen Zirkus erinnern, doch darin sollten keine Löwen gebändigt werden, sondern mehrere Sterneköche sollten dort gegen einander antreten. Ich zeichnete und
schrieb ein erstes Konzept dazu. Ich fand die Idee ziemlich genial und hoffte dafür einen Interessenten zu finden. Wie und wo ich diesen Menschen finden sollte wusste ich nicht, ich hoffte einfach auf etwas Glück.
Glück hatte ich dann auch tatsächlich. Nicht mit meinem Kochzelt sondern mit Mansur. Er schlug mich nämlich bei seinem Arbeitgeber als Designerin vor. Ich sei sehr talentiert und man solle mich doch mal zu einer Präsentation einladen. Und so kam es, dass ich mit meinen letzten 30 DM im Tank nach Dortmund zur Agentur Bildwerk fahren konnte um mich vorzustellen. Mansurs Chef war mir auf Anhieb sehr sympathisch und auch er fand mich und meine Entwürfe offensichtlich interessant. Ich zeigte ihm auch mein Kochzelt, aber auch viele andere Ideen von mir.

Als ich dann zwei Stunden später wieder im Auto saß und nach Hause fuhr klingelte

mein Telefon und Mansur war daran um mir zu sagen, ich solle doch gleich

morgen noch einmal vorbeikommen, vielleicht hätte man

tatsächlich einen Job für mich.

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Großer Jubel und große Erleichterung!

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Denn, ich wusste so langsam aber sicher nicht mehr weiter.

Der Tank würde für die morgige Tour noch mal reichen,

aber dann war ich mal wieder absolut pleite.

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8. Juni 2012

Die Zeit bei Bildwerk war wirklich super. Ich hatte dort endlich Erfolg.

Das heißt, in einem Jahr habe ich diesem Unternehmen über 1 Million Umsatz in die Kasse gespült. Freiberuflich natürlich. Und das bedeutete, dass auch ich nicht schlecht dabei weg kam. Ich musste zwar viel dafür arbeiten, aber die Sache machte mir wirklich sehr viel Spaß. Hauptsächlich ging es um Messestände. Ziemlich große sogar. Der erste Stand war für die Dortmunder Energie und Wasser Gesellschaft, 400qm auf einer größeren Verbrauchermesse in der Stadt. Die Grundidee gab mir Mansurs Chef vor. Wir duzten uns von Anfang an, er hieß Michael. Seine Spezialität waren Vergrößerungen. Er machte einfach alles riesengroß, dafür war er durchaus weithin gut bekannt. Und so gab er sich auch bei dem Messestand für das Energieunternehmen nicht mit Kleinigkeiten ab. Er wollte einen großen Klettergarten auf der Messe aufbauen lassen. In ziemlicher Höhe sollten die Besucher der Messe über den Stand klettern können. Ich fand die Idee toll und machte mich gleich an die ersten Zeichnungen und Entwürfe. Unter dem Klettergarten sollten sich die Besucher über die verschiedenen Energietarife informieren können. Sie sollten auch an einem Modell die Brennstoffzellentechnik kennen lernen. Ein Koch sollte auf dem Stand für die Besucher eine Art Showkochen veranstalten und vieles weitere mehr. Ich war  ziemlich intensiv mit dem Entwurf beschäftigt, ich schrieb auch ein ausführliches Konzept dazu und zu unser aller, großen Freude wurde dieser Entwurf am Ende auch von dem Unternehmen angenommen. Wie oft in der Messebaubranche konkurriert man mit seinen Entwürfen immer auch mit Mitbewerbern. Doch da die Agentur schon öfter für diese Leute gearbeitet hatte war die gute Chance auf Annahme des Entwurfes gegeben gewesen.
Da die Messe kurz nach der allgemeinen Urlaubszeit stattfinden sollte, und die vier Geschäftsführer von Bildwerk alle gerne in Urlaub fahren wollten, wurde ich gefragt, ob ich die Projektleitung für den Aufbau des Standes übernehmen wollte. Ich sagte natürlich zu, unter der Bedingung, dass die Agentur mich dabei unterstützt, was für sie natürlich selbstverständlich war. Ich sollte mit dem Sonderbauer Perse zusammenarbeiten. Er würde mein Ansprechpartner bei allen praktischen Fragen sein. Nun, ich war bereit mein Bestes zu geben und machte mich schon bald auf umdiesen Sonderbauer kennen zu lernen. Bezahlt wurde ich nach Aufwand, 50 DM pro Stunde.

Das war zwar eigentlich nicht viel für eine freiberufliche Designerin,

aber am Ende kam doch ein schöner Betrag dabei herum.

Meinen ersten Scheck erhielt ich nach 6 Wochen.

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17 000 DM, ich war total begeistert und ich fuhr noch am

gleichen Tag mit meinem Sohn und meiner Freundin Angela in die Stadt.

Ich wollte beiden den einen oder anderen Wunsch erfüllen. Mein Sohn wünschte sich einen Gettoblaster und ein paar CDs, meine Freundin war bescheidener, sie wollte eigentlich gar nichts, sie wollte nur die Freude mit uns teilen. Sie hatte die letzten Jahre an unserem Leben intensiv Anteil genommen, an unseren finanziellen Sorgen und sonstigen Nöten und sie freute sich wirklich sehr darüber, dass es jetzt endlich vorwärts mit uns zu gehen schien. Angela wohnte mit ihrer Tochter gleich neben uns, unsere Gärten lagen ohne Zaun direkt nebeneinander. Oft ging ich auf einen Kaffee zu ihr herüber, nicht selten aßen wir auch gemeinsam. Wir verstanden uns ausgezeichnet, obwohl wir beruflich weit auseinander standen. Sie war gelernte Bäckerei-Fachverkäuferin, saß jedoch lange an der Kasse und irgendwann wurde sie doch tatsächlich mit einer fadenscheinigen Begründung gefeuert. Danach war sie kurze Zeit ohne Einkommen und es ging ihr gar nicht gut. Doch die Zeit war im Grunde nur kurz, jetzt arbeitete sie bei einem CD-und DVD-Vertrieb in der Buchhaltung und sie machte ihren Job einfach nur super. Die Geschäftsleitung war total begeistert von ihr und Angela machte sich sogar schon berechtigte Hoffnungen als Assistentin des Geschäftsführers aufzusteigen, sobald für diese Stelle eine Nachfolge gesucht werden würde. Angela und ich waren wirklich ein sehr gutes Team und so schlug ich sie auch der  Agentur Bildwerk als zusätzliche Kraft vor. Sie sollte sich von zu Hause aus um die notwendigen Exeltabellen und die Kostenkontrolle kümmern. Ich wollte sie gerne als zweite Hand für den Papierkram und die Agentur sagte Ja. Ich konnte sie mit 35 DM pro Stunde auf meine Rechnung setzten. Das war wirklich wunderbar, denn Geld konnten wir beide gut gebrauchen. Ich kaufte mir natürlich erst mal einen Haufen neuer Klamotten. Dazu ging ich in ziemlich teure Boutiquen, aber es lohnte sich. Ich sah nun auf der Arbeit wie eine richtige, erfolgreiche, gutaussehende Designerin aus. Es war für mich wahrlich einegroßartige Zeit. Ich fühlte mich einfach wunderbar und der Erfolg sollte anhalten.

Denn ich gewann auch den nächsten großen Wettbewerb.

Wieder ein 400qm Stand diesmal für das Land 

Nordrheinwestfalen.

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Der Stand sollte auf der REHA CARE in Düsseldorf

stehen und die Bürger über die verschiedenen Aktionen und

Organisationen des Landes zum Thema Rehabilitation informieren.

Diesen Stand konzipierte und entwarf ich ganz alleine und ich war wirklich sehr stolz auf meinen Entwurf. Ich baute dafür auch ein Modell und stellte meinen Entwurf persönlich vor einem größeren Gremium vor. Das die Agentur diesen Zuschlag erhielt, damit hatte sie im Grunde gar nicht gerechnet, denn es waren 8 weitere Mitbieter im Spiel gewesen. Auch diesen Stand sollte ich nun gemeinsam mit der Firma Perse realisieren.

Die Zusammenarbeit mit Perse war für mich mehr als nur Glück. Dirk, so hieß ihr Chef war für mich Gold wert. Er kannte sich einfach super in diesem Geschäft aus und unsere Zusammenarbeit war für mich sehr lehrreich und inspirierend. Es entstand schnell so etwas wie Freundschaft zwischen uns und irgendwann waren wir ziemlich verliebt ineinander. Sein kluger Kopf und meine unerschöpfliche Fantasie ergänzten sich einfach hervorragend. Doch er war verheiratet und erwartete gerade sein erstes Kind, und ich war ja eigentlich noch mit Mansur zusammen. So blieb es bei einer sehr freundschaftlichen Zusammenarbeit.
Mit Mansur verstand ich mich allerdings immer schlechter. Er war mit seiner Festanstellung überhaupt nicht glücklich, dabei war er mit wirklich sehr anspruchsvollen Dingen beschäftigt. Er sollte die Innenausstattung eines Museums gestalten, dies war das Kerngeschäft von Michael, damit wurde sehr viel Geld verdient. Aber Michael und Mansur verstanden sich leider gar nicht gut. Oft schimpfte Mansur über ihn und ich konnte ihn bei diesen Tiraden leider gar nicht unterstützen, denn ich kam mit seinem Chef einfach wunderbar zurecht. Allerdings war ich auch nicht ständig in der Agentur zu gegen. Entwerfen tat ich von zu Hause aus, ansonsten war ich viel mit dem Auto unterwegs. Nur die Modelle, die fertigte ich in der Agentur an.
Außerdem reagierte Mansur sehr eifersüchtig auf mein Verhältnis zu Perse und die anderen Messebauer. Nicht ganz zu unrecht, denn ich war für gerade auch für den Chef der Messebautruppe sehr empfänglich. Überhaupt, jeder der mir bei derUmsetzung meiner Entwürfe half, den schloss ich sofort in mein Herz. Ich war einfach dauerverliebt in dieser Zeit. Die Füße trugen mich von einem Projekt zum nächsten und überall schien der Erfolg nur auf mich zu warten.

Die Kasse klingelte und die Sorgen der Vergangenheit waren erst mal völlig vergessen.

Der nächste Stand war für einen Sandwichplattenhersteller.

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Seine Platten wurden zumeist beim Hallenbau verwendet.

Es gab sie in den unterschiedlichsten Farben und so entwarf ich

einen Stand auf dem dies richtig gut zur Geltung kam. Es wurde

nach einhelliger Meinung der schönste Stand

auf der Messe.

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Was allerdings auch nicht wirklich schwer war, denn auf diesen Industrie/

messen begnügen sich die meisten Aussteller mit einfachen Systemständen.

Ich jedoch ließ diese bunten Platten von der Decke abhängen, so dass sie ein lebendiges Dach bildeten, den Stand selbst belegte ich mit Rollrasen und schönen Möbeln. Das Ganze konnte zu einem attraktiven Preis realisiert werden und so war am Ende nicht nur der Kunde sehr zufrieden. Auch Bildwerk war mit meiner Arbeit und mit meinem Engagement sehr glücklich.
Ich wurde daher zum obersten Geschäftsführer gerufen. Er setzte sich mit mir in den kleinen Besprechungsraum und dann machte er mir ein tolles Angebot. Er wollte mich fest einstellen, für zunächst 7800 DM pro Monat. Was für eine schöne Summe, das war gut doppelt soviel wie ich bei dem Messebauer bekommen hatte. Die Sache hatte allerdings auch einen kleinen Haken. Ich sollte nach Dortmund ziehen, damit ich näher bei der Agentur wohnte. Das war für mich allerdings gar nicht so toll, denn ich hatte in Osterath eine wirklich schöne und vor allen Dingen sehr günstige Wohnung. Mein Sohn ging dort glücklich zur Schule, er hatte dort seine Freunde und Verwandten, er würde garantiert nur sehr ungern in eine neue Umgebung ziehen. Ich erbat mir etwas Zeit um darüber nachzudenken, aber im Grunde wusste ich, ein Umzug kam für mich nicht in Frage. Und so lehnte ich dieses wirklich sehr gut gemeinte Angebot ein paar Tage später ab. Ich wollte lieber weiterhin freiberuflich arbeiten, es schien schließlich sehr gut zu funktionieren. Ich hoffte darauf, dass dies so bleiben würde.
Zunächst sah es auch sehr vielversprechend aus. Bildwerk gab mir einen weiteren Auftrag. Diesmal handelte es sich um ein Spiel. Es sollte in einem Museum stehenund die Kinder zum Mitmachen aktivieren. Es erinnerte in seinem Grundprinzip an das Spiel 123, welches durch das Fernsehen ziemlich bekannt geworden war. Nun war also auch ich endlich bei etwas Vernünftigem angekommen. Dieses Spiel würde nämlich erheblich länger existieren als meine Messestände, die ja meistens nach 1-2 Wochen wieder abgebaut wurden. Darum nennt man Messestände auch gerne „fliegende Bauten“, sie kommen und gehen, selten hat von ihnen etwas wirklichen Bestand, auch wenn die Auftraggeber hoffen das eine oder andere Detail auch beim nächsten Messeauftritt noch verwenden zu können.

Auch für das Spiel entwickelte ich ein Modell und wieder war es Dirk von Perse, der bei der Umsetzung helfen sollte. Doch diesmal scheiterte er, denn als das Spiel am Eröffnungstag eingeweiht werden sollte, da funktionierte die Elektronik nicht und so kam ein Zettel daran: Außer Betrieb. Das war natürlich für alle Beteiligten sehr schade, ja unangenehm. Das Problem konnte erst einige Tage später behoben werden, doch dann funktionierte es wie gewünscht. Ich denke, noch heute wird es seinen Dienst in dem Museum tun. Doch nach diesem verpatzten Auftrag ließ die Begeisterung bei Bildwerk so langsam nach. Ich verdiente ihnen einfach zu viel.

Die Kosten mussten herunter und damit sah es für mich nicht mehr so rosig aus.

Mir wurde klar, ich musste mich auch um andere

Auftraggeber kümmern.

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Dirk vermittelte mir einen Kunden, doch nach mehreren

Verhandlungen und einem ausführlichen Entwurf platzte der Kontakt.

Ich weiß heute nicht mehr genau woran es scheiterte, ich verbuchte das Ganze unter Erfahrung, und machte mich weiter auf die Suche. Dabei lernte ich einen Mann kennen, der sich als Agent einer großen Agentur vorstellte. Kemenas hieß er und dieser Mann machte mir ein Angebot. Er suchte für einen großen, türkischen Hersteller von brauner Ware, also Fernseher und ähnliches, einen Designer. Das Unternehmen wollte mit einem eigenen Produkt auf den Markt kommen, denn bisher hatten sie die Fernseher für andere gebaut. Die größten Marken waren ihre Kunden. Doch nun wollten sie wie gesagt einen eigenen Fernseher produzieren und dafür suchten sie jetzt nach einem attraktiven Entwurf. Herr Kemenas wollte den Kontakt für mich pflegen und ich sollte den Entwurf anfertigen. Ein Fernseher, das war ja nun ein völlig neues Thema. Ich war begeistert. Dies war wahrlich eine interessante Aufgabe. Geld würde es zwar nur im Erfolgsfalle geben, aber noch hatte ich ja ein bisschen was auf dem Konto.Ich begann mir also erste Gedanken um Fernseher zu machen. Dabei ging ich ganz weiblich vor. Ich überlegte mir, was mich an den üblichen Geräten störte und ich kam schnell auf den schrecklichen Kabelsalat, den ein Fernseher meist um sich herum versammelt. Schließlich gehörte zu so einer Kiste meist noch ein Satelittenempfänger, ein Aufnahmegerät und vieles mehr. Außerdem sollte das neue Gerät internettauglich sein. Auch DVDs sollten damit abgespielt werden können.
Heute ist das alles natürlich gar kein Problem mehr, aber damals, Mitte 2001 da gab es auf dem Markt immer noch überwiegend schwere schwarze Kisten zu kaufen, Flachbildschirme gab es fast ausschließlich nur für Computer. Und der Internetempfang war bei den meisten Geräten sehr unbefriedigend, da die Bildqualität sehr schlecht war.

Ich stellte mir also die Frage: Wie sieht der Fernseher der Zukunft aus?

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Und dann entwickelte ich meinen „Fernseher mit Computereigenschaften“.

Wenn ich heute in die Geschäfte schaue, dann kommen die modernen Angebote meinem Entwurf schon ziemlich nah, auch wenn ich der Meinung bin, so konsequent wie mein Entwurf ist heute immer noch nicht jeder. Meine Idee war ihrer Zeit also durchaus weit voraus, ein deutliches Zeichen für gutes Design. Doch leider wurde aus der Realisierung am Ende nichts. Ich traf mich zwar auf einer Messe mit dem Marketingchef und dem Hausdesigner des Unternehmens und stellte mein Konzept vor, es kam auch zu einer Einladung an mich, zu ihnen ins Haus in die Türkei zu kommen, doch dann kam der 11. September 2001.

Herr Kemenas rief mich an diesem Tage an. Ich hatte mich etwas hingelegt und ein Nachmittagsschläfchen gehalten als das Telefon klingelte. Herr Kemenas war ziemlich aufgeregt und forderte mich auf den Fernseher anzuschalten. Und da sah ich gerade den ersten Zwillingsturm einstürzen. Herr Kemenas orakelte und meinte zu mir:

„Na, wenn uns das Ganze nicht einen Strich durch unsere Rechnung macht!“

Ich blieb zunächst erst mal ganz gelassen, was sollte dieses zugegebener Maßen schreckliche Ereignis schon mit unserem Fernseher zu tun haben? Aber Herr Kemenas blieb dabei, er befürchtete nun das Schlimmste. Eine Weltwirtschaftskrise.
Konnte das sein? Warum sollte es eine Krise geben? Ich verstand den Zusammenhang überhaupt nicht.Doch es kam genau so wie Herr Kemenas es vorhergesagt hatte. Alle Unternehmen reagierten schockiert, denn alle befürchteten das Selbe, ein Abschwingen der Konjunktur. Jetzt würde es womöglich teure Kriege geben. Was dann ja auch alles eintrat. Jedenfalls, auch wer nicht direkt betroffen war, die Weltwirtschaft ist so eng miteinander verflochten, der 11. September wurde für viele zu einem Wendepunkt. Ideen, die gerade noch hochaktuell waren landeten in der Schublade. Jetzt wollte  verschwand dabei leider ebenfalls in einer Schublade. Pech gehabt. Großes Pech gehabt, denn ich hatte für diesen Auftrag mein Konto nicht nur völlig überzogen, nein, ich hatte auch einen Kredit über 10 000 DM aufgenommen, denn mittlerweile waren die Einkünfte von Bildwerk aufgebraucht. Von dort kamen auch nur noch kleine Anfragen, man hatte eine neue Designerin, eine Innenarchitektin, eingestellt, man brauchte mich also nicht mehr.

Herr Kemenas besorgte mir nach dem Flop mit dem Fernseher einen neuen Kontakt.

Wieder ein Messebauunternehmen. Ich machte für diese Leute insgesamt drei Entwürfe. Jedes Mal ging es dabei um die Präsentation von Autos. Ich fand meine Arbeit nicht schlecht, aber keiner meiner Vorschläge ließ sich durchsetzten. Das lag meiner Meinung nach daran, dass die Marketingleute die Entwürfe selbst den Kunden vorstellten. Ich hatte bisher nämlich die Erfahrung gemacht, dass wenn der Designer selbst seine Arbeit präsentierte, dann konnten die Kunden leichter gewonnen werden. Die Begeisterung für eine bestimmte Idee ließ sich so einfach besser transportieren. Der Funke sprang sicherer über. Diese Misserfolge hatte natürlich zur Folge, dass man mir danach keine Aufträge mehr gab. Schade, denn jetzt wusste ich so langsam auch nicht mehr was ich machen sollte.

Ich hatte mich neben den Messeständen auch mit

meinem Klappstuhl beschäftigt.

Das heißt mit einem neuartigen Klappstuhlmechanismus. Den wollte ich mir schützen lassen, denn ohne einen Gebrauchsmusterschutz konnte man nach der Präsentation vor einem Kunden ziemlich leicht ausgebootet werden. War die Idee erst einmal heraus, dann konnte der jeweilige Hersteller auch einfach ohne die Beteiligung des Designers die Idee umsetzen. Das passiert in diesem Geschäft nicht selten. Daher hatte ich einen Patentanwalt mit der Beantragung eines Gebrauchsmustersbeauftragt und der musste nun bezahlt werden. Seine Rechnung ging in die Tausende. Und bei mir war das Geld schon wieder total knapp.

Glücklicherweise hatte mich der letzte Messebauer sehr gut bezahlt, aber nun tat sich irgendwie gar nichts mehr. Ich hatte jedoch trotz geringer Miete hohe Fixkosten durch diverse Versicherungen, Abbos und die Kosten für mein altes Auto.

So langsam entwickelte ich eine gewisse Existenzangst.

Zwischen Weihnachten und Neujahr fuhr ich daher mit meiner Freundin Natschi nach Paris. Sie hatte dort Termine und ich wollte unbedingt in die Notre Dame. Ich wollte mir dort einen Rosenkranz kaufen und der, so hoffte ich, sollte mir Glück bringen. Ich hatte mir schon als 14-jährige dort so einen solchen Kranz gekauft. Damals war ich mit einem Schüleraustausch in Frankreich gewesen. Diesen Kranz hatte ich leider ein paar Jahre später verloren und viel von meinem Unglück, dass ich seitdem erlebt hatte, machte ich dafür verantwortlich. Jetzt sollte mir ein neuer Kranz zu neuem Auftrieb verhelfen, denn den hatte ich nötig.
Der Rosenkranz, den ich in der Kirche für 30 DM erstand, bestand aus leuchtend roten Plastikperlen, an denen ein silbernes Kreuz hing. Ich fand ihn wunderschön und setzte alle meine Hoffnungen in dieses besondere Schmuckstück. Ich trug ihn um den Hals als Kette und fütterte ihn täglich mit all meinen Wünschen und Hoffnungen.

Ich legte mir zu dieser Zeit auch regelmäßig die Karten.

Das hatte ich von meiner Großmutter gelernt. Sie benutzte dazu ein einfaches Skatkartenspiel. Doch das war mir bald nicht mehr genug. Ich fuhr also in die Stadt und kaufte mir auch noch einen Beutel Runensteine nebst Anleitung, ganz besonders schön gestaltete Tarotkarten und auch das Buch der Wandlungen, das berühmte I-Ging durfte nicht fehlen. Ich hatte mich bis dahin zwar nie besonders für Esoterik interessiert, doch nun suchte ich nach Rat und ich erhoffte mir einen Blick in die Zukunft. Schließlich war es schon erstaunlich wie zutreffend die Aussagen der einzelnen Orakel oft waren. Die Runensteine kündigten zum Beispiel verstärkt eine kommende Eiszeit an, das I-Ging drohte mir mit einer langen Zeit großer Armut und die Tarotkarten forderten mich auf eine Religionsstifterin zu sein. Religion? Damit hatte ich bisher nur wenig am Hut gehabt. Die katholische Kirche sagte mir nur noch sehr wenig, auch wenn ich alsJugendliche gerne im Kirchenchor gesungen hatte. Doch nun war ich schon lange der Kirche entfremdet. Wie sollte ich da also zu einer Religionsstifterin werden? Was sollte das überhaupt sein? Was hatte das mit Design zu tun? Ich wollte doch schließlich als Designerin in meinem Leben erfolgreich sein. Religion hingegen war nun wirklich nicht mein Thema. Im Gegenteil. Ich hatte eine ganz andere Idee.

Ich wollte lieber ein Bordell für Frauen entwerfen.

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Mit dieser Idee lief ich schon länger herum, denn ich war mit der

Zeit zu der Überzeugung gelangt, dass daran ein echter Bedarf bestand.

Wo fand die moderne Frau erotische Abenteuer, wenn es zu Hause nicht so richtig lief oder gar kein Partner vorhanden war? Wie kam die erfolgreiche Geschäftsfrau nach der Arbeit auf diversen Konferenzen im In- und Ausland zu einer verdienten Entspannung? Das Einzige was es für sie gab waren Callboys oder spontane One-Night-Stands mit irgendeinem Dahergelaufenen. Ein Etablisment mit Niveau hingegen stand nur Männern zur Verfügung. Natürlich war klar, so ein Haus musste schon etwas mehr bieten als einfaches Rein-Raus. Eine Frau war sehr anspruchsvoll und nicht so leicht zu befriedigen. Das würde für die Bordellbetreiber nicht so einfach sein, ein entsprechendes Angebot zu machen. Ich aber hatte eine Idee dazu und da ich ja nun etwas mehr Zeit hatte machte ich mich daran so ein „Paradies für Frauen“ wie ich es nannte zu entwerfen.
Ich erzählte meinem befreundeten, ehemaligen Kommolitonen Thomas davon und der war ebenfalls gleich Feuer und Flamme. Er kannte einen Bordellbesitzer in Düsseldorf und wollte mich gerne mit ihm bekannt machen. So kam es, dass ich nach einer Party auf der Messe im Taxi saß und mit Thomas und einem weiteren Freund von ihm auf dem Weg zur Rethelstraße war. Er hatte Bert, so hieß der Bordellbetreiber, im Rahmen einer Ausstellung kennen gelernt. Diese hatte in den Räumlichkeiten seines Bordells stattgefunden. Es war ein Riesen-Event, sogar das Fernsehen war da gewesen. Thomas hatte dort einige seiner sehr pikanten Bilder ausgestellt. Thomas war wirklich ein sehr erfolgreicher Grafiker geworden und was Sex anging, da kannte er keine Tabus. Dies zeigte sich auch in seinen Bildern. Sex war sein Thema. Meines durchaus auch. Gemeinsam mit Mansur hatte ich mich diesbezüglich wirklich ausgelebt. Mittlerweile waren wir zwar getrennt, aber ab undzu trafen wir uns noch auf ein ausgiebiges Schäferstündchen.

Wie gesagt, Sex war auch für mich ein interessantes Thema.

Ich war darum auch nicht wenig neugierig auf

die Rethelstraße.

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Ich hatte als Taxifahrerin, – diesen Job hatte ich nach meiner Trennung von dem

Vater meines Sohnes eine Zeit lang gemacht -, von diesem Haus gehört, denn

ein Taxifahrer bekam ein sehr gutes Trinkgeld, wenn er

Kunden dort ablieferte.

Ich hatte jedoch leider nie eine Fahrt dorthin bekommen. Nun ja, jetzt saß ich jedenfalls selbst dort auf dem Sofa. Wir wurden im Schlepptau von Thomas sehr freundlich aufgenommen. Einige Frauen setzten sich zu uns in die Runde und auch ein paar Männer, die ebenfalls zuvor auf der Messeparty gewesen waren setzten sich dazu. Bert stand als Barkeeper hinter der Theke und irgendwann forderte Thomas mich auf zu ihm zu gehen und mich und meine Idee mit dem Frauenbordell vorzutragen. Gesagt getan, ich stellte mich und meine Idee diesem schillernden Mann vor und dieser war nicht schlecht überrascht. Ja, auch er hätte schon mal über so etwas nachgedacht, auch er fände an solchen Häusern wäre Bedarf. Ich versprach mich in Kürze noch mal bei ihm zu melden um ihm mein Konzept genauer zu erläutern. Dann setzte ich mich wieder zu den anderen. Vielleicht haben sie das Innere der Rethelstraße schon mal im Fernsehen gesehen, denn Bert ist ein sehr offener Typ, der das Fernsehkameralicht nicht scheut. Jedenfalls machte der Laden auf mich einen recht guten Eindruck, doch leider war das Angebot hier auf Männer abgestimmt. Es wurde dennoch ein feuchtfröhlicher Abend und als wir irgendwann nach Hause gingen war ich schon ganz aufgeregt. Vielleicht würde ich diesen Bert ja von meiner Geschäftsidee begeistern können.

Ich setzte mich also gleich am nächsten Tag an meinen Computer und entwarf ein ansprechend gestaltetes Konzept. Dieses ließ ich ausdrucken und binden und dann fuhr ich wieder zur Rethelstraße und gab es dort ab. Es war noch früher Abend und Bert war leider noch nicht da, aber man versprach mir, meine Unterlagen an ihn weiterzugeben sobald er im Hause wäre.
Wenn dieser Kontakt zu etwas führen würde, dann könnte ich sicherlich eine Menge Geld dabei verdienen, so hoffte ich. Und das war auch zwingend notwendig, ich war schon wieder so gut wie Pleite, nur dass ich jetzt auch noch zusätzlich einen Haufen Schulden auf der Bank hatte. Ich hatte in den letzten Monaten 6 verschiedeneProjekte angeleiert, irgendetwas davon musste sich doch versilbern lassen, so dachte ich, es konnte schließlich nicht alles umsonst gewesen sein. Das war doch gegen jedes Gesetz der Wahrscheinlichkeit.

Ich begann also auf Berts Reaktion zu warten und versuchte zu verdauen, dass

sich aus meinen bisherigen anderen Bemühungen nichts ergeben hatte.

Da war zum Beispiel die Sache in Aachen.

Urteil, Babys, LünenAktualisiert am 03. September 2018, 17:50 Uhr

Ein großes Modehaus mit eigener Schneiderei für Hoch/

zeitskleider hatte mich um ein verbessertes Ladenkonzept gebeten.

Ich hatte den Auftrag von meinem Unternehmensberater Arno vermittelt bekommen. Es war eigentlich sein Kunde, und so machte ich mich gerne an die Arbeit. Ganz ungewöhnlich, diesmal machte ich keine Zeichnungen sondern ich schrieb eine Geschichte, eine Geschichte über dieses Geschäft und wie ich es mir vorstellte. Die Geschäftsführerin war total begeistert, einige meiner Ideen wollte sie unbedingt umsetzten. Tja, nur mit der Zahlungsmoral sah es bei ihr nicht gut aus.  Sie vertröstete mich, behauptete sie hätte schon überwiesen und so weiter. Bis, nun, bis sie sich mit ihrer Familie plötzlich nach Kanada absetzte und alles Offene zurückließ. Vor allen Dingen Rechnungen. Es war wirklich nicht einfach als Designer an sein Geld zu kommen, das hatte ich nun schon öfter festgestellt.

Und so ging mir so langsam aber sicher das Geld aus.

Ich bat nach dem Debakel mit der Aachener Geschäftsfrau sogar schon meine Ex-Schwiegermutter um Hilfe. Sie war immer sehr großzügig gewesen und sie half mir auch diesmal aus der Klemme. Ich versprach ihr sobald als möglich das Geld zurück zu zahlen, doch ich muss gestehen, ich habe es bis heute nicht tun können. Zum Glück hat sie mich niemals danach gefragt, ich denke sie hat es schon lange abgeschrieben.
Nun, jetzt lagen meine Hoffnungen irgendwie nur noch bei diesem Bert. Doch der meldete sich einfach nicht. Sollte das etwa auch eine Sackgasse gewesen sein? Mir ging es zusehends schlechter. Ich hatte mittlerweile keine Energie mehr für einen neuen Vorstoß. Meinen Klappstuhl konnte ich auch abschreiben. Das Unternehmen auf das ich diesbezüglich gesetzt hatte sagte leider auch nein, denn die Entscheidung für meinen Mechanismus lag leider nicht mehr in ihrer Hand. Das  Unternehmen war an einen belgischen Konzern verkauft worden und dort hatte man kein Interesse anmeinem Stuhl, sie hatten selbst gerade einen eigenen Klappstuhl auf den Markt gebracht.

So ging das in einem fort. Überall kamen nur Absagen oder

es herrschte noch schlimmer gähnendes Schweigen.

Ich befragte das I-Ging und meine Karten zu diesen Problemen, doch auch von dort kam kein Trost. Den Bert-Kontakt hielt das I-Ging zum Beispiel für zu problematisch. Das Milieu sei zuundurchsichtig, ja gefährlich für mich. Dort käme ich womöglich mit harten Drogen in Kontakt oder ich würde gar gleich vergewaltigt. Ich traute mich daher schon gar nicht mehr dort vorbei zu fahren. Aber ich hoffte dennoch, dass sich dieser verrückte Typ noch bei mir melden würde. Er war einfach meine letzte Hoffnung. Doch die Wochen vergingen und irgendwann war ich endgültig am Ende. Ich konnte meine Miete und Krankenkasse nicht mehr bezahlen, auch alle anderen Rechnungen für die Versicherungen stapelten sich auf meinem Schreibtisch. Ich musste erkennen, das Spiel war aus. Am 2. Mai 2002 ging ich also wiedereinmal zum Sozialamt. Ich
brauchte dringend Unterstützung, denn ich hatte schließlich nicht nur für mich zu sorgen, mein Sohn wollte schließlich auch essen und wohnen. Das Amt hatte zum Glück Verständnis für mich und versprach mit dem Nötigsten zu helfen. Die Miete wurde gezahlt, die Sache mit der Krankenkasse wurde geregelt und ich bekam auch etwas Unterhalt für mich und meinen Sohn. Außerdem gab es noch das Kindergeld und der Unterhalt für Felix von meinem Exmann. Das Nötigste war also tatsächlich gewährleistet.

Nun musste ich natürlich alle Kosten herunterfahren.

Keine Zeitungen mehr, keine Versicherungen. Um die offenen Rechnungen bezahlen zu können, schrieb ich alle Gläubiger an und bat um Ratenzahlung. Angela half mir bei der Ordnung dieser sehr unangenehmen Dinge. Sie führte genau Buch und motivierte mich immer wieder den Kopf nicht hängen zu lassen. Was meine Schulden bei der Bank anging, so leistete ich Offenbarungseide bei einem Notar. Damit war auch diese Kuh erst mal vom Eis und ich stellte fest, dass meine Kopfschmerzen langsam nachließen. An denen hatte ich nun schon monatelang gelitten. Auch meine Schlafprobleme verflüchtigten sich wieder. Ich musste nur einsehen: Ich war mit meinem Versuch als selbstständige Designerin gescheitert.
Mein Vater hatte es vorhergesehen. Er hatte schon damals, als ich gerade mit dem Studium fertig war zu mir gesagt, ich hätte zwar den schönsten Beruf der Weltstudiert, doch leider hätte ich kein Vitamin B, also Beziehungen, und die bräuchte man nun mal, wenn man erfolgreich sein wollte.

Damals hatte ich ihm nicht geglaubt, jetzt war ich

um diese Erfahrung reifer.

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9. Juni 2012

Die größten Probleme waren mit dem Gang zum

Sozialamt also erst einmal abgefedert und ich erholte mich so lang/

sam von dem großen Stress, unter dem ich in den letzten Monaten gestanden hatte.

Allerdings machte ich mir Sorgen um meine Psyche. Ich befürchtete nun, nach meinem großen Scheitern, in eine Depression zu versinken. Doch nichts davon geschah. Ich litt zwar immer noch unter einer gewissen Existenzangst und ich machte mir auch Sorgen um meine Zukunft, aber depressiv wurde ich nicht. Im Gegenteil. Ich begann zu lesen, und zwar mehrere Bücher auf einmal. Ich konnte mich überraschender Weise wunderbar konzentrieren. Ja, es dauerte nicht lange und ich tauchte ganz tief in ein völlig neues Thema ein. Ich interessierte mich plötzlich für Physik, Philosophie und Religion. Ich hatte mir ein Jahr zuvor einige Bücher gekauft und die las ich nun mit großem Interesse. Das wichtigste Buch war „Das elegante Universum“ von Brian Green. Es handelte von den neuesten Erkenntnissen in der theoretischen Physik, der sogenannten Stringtheorie.
Ich las aber auch ein Buch über „Die gemeinsamen Lehren von Licht und Bewusstsein“ von Arthur Zajonc und viele andere Bücher mehr. Ich saß stundenlang in meinem Bett und machte mir Notizen, skizzierte Zusammenhänge und zog erste Schlussfolgerungen. Mir ging es dabei wirklich sehr gut. Mein Geist war angeregt und ich begegnete vielen interessanten Fragen und Antworten. Ich begann ein völlig neuartiges Weltbild zu entwickeln, indem die Frage nach dem Sinn des Lebens eine  große Rolle spielte. Ich interessierte mich immer stärker für den Zusammenhang zwischen Magie und Magnetismus, also Esoterik und Physik. Ich legte mir natürlich auch weiterhin regelmäßig die Karten und ich fragte mich wie sich die Treffsicherheit von Orakeln physikalisch erklären lassen konnten. Denn eines wurde für mich immer deutlicher: Allein mit dem Zufall ließen sich die gezielten Aussagen zum Beispiel des Tarot nicht erklären. Dafür steckte zuviel Sinn hinter dem Ganzen.

Allerdings bereiteten mir die Orakel auch ziemliche Kopfschmerzen.

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Einmal, ich legte mir wie schon so oft die Skatkarten, da

wurde ich mit einem mich total aufwühlenden Bild konfrontiert.

Im Zentrum des Bildes, welches ich ausgelegt hatte, sah ich Herzdame und Herzkönig in Nachbarschaft von Herz 10, Herz Ass, Herz 7 und ich weiß nicht mehr welche Herzen noch. Ich bekam beim Anblick der Karten urplötzlichrasende Kopfschmerzen und es fiel mir wie Schuppen von den Augen, ja innere Stimmen riefen mir die Botschaft zu und ich konnte es nicht glauben. Ich wollte es nicht glauben, ich wehrte mich gegen die Gefühle, die mit einem Male von mir Besitz ergriffen. Die Stimmen wurden immer lauter und drängender bis sie fast feindselig zu schreien begannen. Ich brach in Tränen aus, aber ich konnte die Folgen dieser Informationen nicht abwehren. Ja, ich war plötzlich total verliebt in eine längst vergangene, große Liebe. Unendliche Sehnsucht machte sich in mir breit. Sehnsucht nach einem Mann, den ich beim besten Willen nicht mehr haben konnte. Er lebte schließlich schon seit Jahren mit Frau und Kindern am anderen Ende der Welt. Er war einmal meine große Liebe gewesen, doch er hatte mich nach einem halben Jahr Beziehung ziemlich abrupt sitzen gelassen. Damals hatte ich gedacht ich würde niemals über diesen sehr schmerzhaften Verlust hinweg kommen, doch es glich einem Wunder, nachdem ich eine ganze Nacht nur noch geheult hatte, stand ich am nächsten Morgen vor dem Badezimmerspiegel und fand mich so gutaussehend wie noch nie zuvor. Ich fühlte auch keinen Schmerz mehr. Meine Trauer war wie weggeblasen.
Jetzt jedoch kam sie unvermittelt ganz plötzlich zu mir zurück und nichts schien mich davon befreien zu können. Ich sollte tatsächlich die nächsten Jahre mit dieser Trauer und der neu entflammten Sehnsucht leben müssen. Es kam mir wie eine Krankheit vor, eine Krankheit gegen die es keine Medikamente gab. Ich wünschte mir seine Gegenwart, an jeder Ecke hoffte ich ihm zufällig zu begegnen. Ich legte die Karten über ihn und versuchte in sein Leben zu schauen. Jeden Abend breitete ich die Karten zu einem großen Bild aus und studierte die Zusammenhänge, alles um ihm nah zu sein. Zu sehen was er gerade trieb, was ihn bewegte. Ich identifizierte seine Kinder und seine aktuelle Liebessituation. Ich las aus den Karten alles über seine berufliche Situation und ich suchte nach Entwicklungen, die ihn möglicherweise nach Europa trieben, vielleicht sogar nach Hause zu seinen Eltern und damit in meine Nähe. Ich fragte die Karten und auch das I-Ging ob und wann ich ihn wohl wiedersehen würde, doch während die Karten immer ein großes Versprechen gaben, sah das I-Ging die Dinge erheblich skeptischer.

Einmal meinte es sogar: „Vermutlich wird es nie geschehen.“

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Doch das wollte ich natürlich nicht glauben, ich sah einfach keine

andere Möglichkeit von diesem fürchterlichen Trip jemals herunter zu

kommen, wenn ich ihn nicht eines Tages leibhaftig vor mir stehen haben würde.

Ich mussteunbedingt wissen was aus ihm geworden war. War er immer noch so toll wie damals, war er ein großer, selbstbewusster Künstler geworden, war er so cool und dennoch so einfühlsam geblieben, wie ich ihn kennen gelernt hatte? Würde er meine große Liebe erkennen und zu schätzen wissen? Oder war er wie so viele andere auch im Grunde zu einem Spießer geworden. Womöglich erheblich oberflächlicher und unsympathischer als ich es mir vorstellen konnte. Ich war wirklich total krank. Krank nach ihm, meiner ersten großen Liebe.
Mich trieb allerdings bei all der Kartenlegerei auch ein wissenschaftlicher Eifer. Ich dachte, wenn ich ihn irgendwann einmal tatsächlich treffen würde, dann könnte ich meine mit den Orakeln gewonnenen Erkenntnisse mit seinen Erzählungen vergleichen. Auf diese Weise würde ich herausfinden können, wie aufschlussreich diese ganze Fragerei am Ende gewesen war.
Nun, auf die Begegnung sollte ich noch lange warten müssen und dann war sie so ganz anders als ich es jemals hätte vorhersehen können. Doch davon später mehr. Nachdem ich mich also intensiv mit meinen Büchern beschäftigt hatte, fragte ich mich was ich mit meinen neu erworbenen Kenntnissen machen sollte. Irgendwie hatte ich nämlich auch ein ziemlich schlechtes Gewissen. Schließlich lebte ich auf des Steuerzahlers Kosten und kümmerte mich überhaupt nicht um einen Job. Im Gegenteil.

Ich hatte absolut keine Lust mehr auf mein ehemals so geliebtes Design. Messestände kamen mir plötzlich völlig sinnlos vor. Sicherlich, so ein „Paradies für Frauen“ war bestimmt nicht überflüssig und auch mein Klappstuhl war durchaus eine interessante Aufgabe, aber ich wollte von all dem nichts mehr wissen. Zwar meldete sich dieser Bert doch tatsächlich in dieser Zeit und er beteuerte sein großes Interesse an meinem Konzept. Er meinte, er riefe aus den Staaten an und säße gerade mit einem ebenfalls sehr interessierten Geschäftspartner im Hotel und sie würden über mein Konzept beraten und er wolle sich gleich, wenn er wieder zurück wäre, bei mir melden, aber ich wartete vergebens darauf. Irgendwann, ein Jahr später bekam ich eine Postkarte mit einer Einladung zu einer Party von ihm.

Auf der Karte stand handschriftlich geschrieben:

„I’am so sorry“.

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Was sollte ich damit anfangen?

Nun, ich ging auf seine Party, Angela und meinen Sohn nahm ich

mit und es kam auch zu einem Gespräch zwischen mir und diesem Bert.

Er stellte mir seinen neuen Geschäftsführer vor und meinte, ich solle mit ihm über mein Konzeptsprechen, aber ich wurde mit diesem Typen nicht warm. Außerdem beschäftigte mich zu dieser Zeit schon ein neues Projekt. Mein Bombini. Dieses Projekt war um so vieles spannender und interessanter. Dafür wollte ich mich viel lieber einsetzten.
Dafür wollte ich mein Leben geben. Zumindest all meine Zeit und mein Engagement.

Das „Paradies der Frauen“ war dagegen nur ein Spiel für Erwachsene. Mein Bombini hingegen war zwar als Kinderspiel gestartet, aber es hatte das Zeug dazu die Welt von Grund auf zu revolutionieren. Ja, es würde die Menschheit in ein neues Zeitalter katapultieren. Es würde uns den Kosmos zu Füßen legen und uns Energie fast zu Nulltarif bescheren. Mein Bombini war also erheblich wichtiger für die Welt. Das Bordell musste warten bis ich mit meinem Bombini den Erfolg eingeheimst hatte, den ich mir erhoffte.
Doch bevor ich auf den Bombini-Trip kam setzte ich mich erst einmal an den Schreibtisch vor meinen Computer. Mein  Kopf war so voll, ja er drohte mir fast zu platzen von all den neuen Erkenntnissen, die ich gewonnen hatte, irgendwie musste ich das erst einmal verarbeiten. Ich hatte zwar kein Geld mehr, sagte ich mir, aber ich hatte schließlich noch den Rechner. Und daran zu schreiben kostete mich nichts. Ich wollte also meine unendliche Freizeit dazu nutzen um ein Buch zu schreiben. Ein Buch in dem ich alles loswerden konnte was mich nun bewegte. Ich wollte den Steuerzahlern etwas zurück geben. Ich wollte sie teilhaben lassen an den Dingen mit denen ich mich nun wochenlang beschäftigt hatte. Ich sagte mir, der arbeitende Mensch hat leider nicht die Zeit all die klugen Bücher zu lesen, die ich gelesen hatte, er hat nicht die Muße sich mit all den wichtigen Fragen zu beschäftigen, die mich angetrieben hatten, aber er würde vielleicht in der Bahn, auf dem Weg zur Arbeit mein Buch lesen wollen. Hierin wollte ich alles so unterhaltsam wie möglich zusammenführen. Leicht verständlich und dennoch voller Inhalt und Erkenntnis. Dies sollte mein Dank für die Zeit sein, die ich hatte, befreit von den großen Sorgen um Miete und Essen, mit einem Stapel Bücher diese im Bett verbringen können.
Ich erinnerte mich auch an ein Erlebnis aus dem letzten Jahr und ich fragte mich ob es nicht vielleicht genau das war, was Gott damals von mir verlangt hatte. Ich konnte mich nämlich leider nicht mehr genau daran erinnern was er zu mir gesagt hatte, aber an die Begegnung erinnerte ich mich noch sehr genau.

Ich lag mal wieder auf dem Sofa und versuchte ein

Nachmittagsschläfchen zu halten.

Ich schloss die Augen und fühlte in mich hinein, da spürte ich plötzlich eine Kraft an mir ziehen. Sie zog mich aus meinem ruhenden Körper, der ganz still liegen blieb. Ich hingegen wurde von einer mächtigen Kraft in die Höhe gezogen, immer weiter, bis ich mich plötzlich hinter dem Mond befand. Ich sah die Erde hinter ihm vorbeiziehen, blau leuchtend und wunderschön. Ich sah allerdings auch dunkle Schatten, sie schienen nach der Erde greifen zu wollen um sie zu verschlingen. Und wieder zog eine starke Kraft an mir, sie zog mich immer weiter von der Erde fort. Irgendwann konnte ich sie nur noch als kleinen Punkt in der Ferne inmitten von Tausenden von Sternen ausmachen, aber die Kraft zog mich immer weiter, noch tiefer in das Universum. Überall zogen Sterne an mir vorbei und ich erkannte: Das Universum ist so viel größer und schöner als ich es je gedacht hatte und das Gute war um soviel stärker als die dunklen Schatten, im kosmischen Maßstab waren sie einfach nur unerheblich.

Plötzlich zog nichts mehr an mir und ich befand mich wie ich vermutete am Rande dieses riesigen Universums. Ich hatte keine Angst, obwohl ich mich fragte, wie ich wohl jemals wieder nach Hause zurück finden würde. Ich schaute mich um und stellte fest, ich stand auf einer riesigen Hand. Diese gehörte zu einer wahnsinnig großen, leuchtenden Gestalt. Da bekam ich es dann doch mit der Angst zu tun. Ich wurde plötzlich von einer großen Ehrfurcht ergriffen und ich ging auf die Knie. Ich schützte meine Augen in dem ich die Arme hob und ich hoffte inständig, dass mir nichts geschehe. Die Gestalt war einfach unermesslich groß und allmächtig. Ja, ich erkannte in ihr das Göttliche. Ich saß auf Gottes Hand, daran war kein Zweifel möglich. Und dieser Gott sprach zu mir. Er sprach von einer großen Aufgabe und von den Schatten, die ich gesehen hatte. Leider erinnere ich mich nicht an mehr, denn nach wenigen Minuten, die dieses Schauspiel dauerte, war ich plötzlich wieder in meiner Wohnung. Ich lag auf meinem Sofa und fragte mich völlig verdattert, was mir denn da gerade nur passiert war. Das es kein Traum gewesen sein konnte war offensichtlich für mich. Mit Träumen kannte ich mich aus, doch dieses Erlebnis war von anderer Art gewesen. Ganz bestimmt. Mir wurde klar, ich hatte ein Gotteserlebnis gehabt. Ich war gechannelt. Ich hatte meinen Körper verlassen und war mit meinem Geist durchs Universum gereist. Gezogen von einer göttlichen Kraft und wieder zurückgebracht in meine vier Wände. Was hatte dieser Gott nur genau zumir gesagt? Ich konnte mich nur Bruchstückhaft daran erinnern. Doch mein Unterbewusstsein wusste unter Garantie noch Bescheid. Nun, und dieses Unterbewusstsein wollte ich jetzt anzapfen. Ich wollte wissen was es mir zu sagen hatte. Ebenfalls ein Jahr zuvor hatte ich nämlich einen Weg kennen gelernt wie sich so ein tief in einem verborgenes Bewusstsein an die Oberfläche holen ließ

. Ich würde eine große, umfangreiche Innenweltreise machen müssen.

Mein Unternehmensberater Arno hatte mich mit dieser Methode vertraut gemacht und seither hatte ich schon einige Versuche gemacht, diese Reisen schriftlich festzuhalten. Normalerweise wurden solche Reisen auf einem Sofa liegend angetreten und ein Kassettenrekorder nahm die Bilder auf, die man dem Führer dieser Reise, der neben einem saß, beschrieb. Später konnte man sich dann die eigenen Erzählungen immer wieder auf der Kassette anhören, man konnte über das Erlebte nachdenken und die einzelnen Bilder interpretieren. Diese Form der Auseinandersetzung ermöglichte es einem, einen tieferen Einblick in sein Unterbewusstsein zu gewinnen. Denn, die in einem Trance ähnlichen Zustand gemachten Erfahrungen waren wirklich sehr aufschlussreich.

Und so etwas wollte ich jetzt ebenfalls machen. Ich setzte mich vor den Rechner und schloss die Augen. Ich versuchte mich völlig zu entspannen und dann ließ ich die Bilder einfach aufsteigen. Es funktionierte, zwar war die Trance nicht so tief wie mit verbundenen Augen auf den Sofa, aber es reichte um zu reisen. Ich hielt das gerade entstehende Bild fest und tippte dieses beschreibend in den Rechner. Zur Erleichterung der ganzen Angelegenheit drehte ich mir einen Joint und rauchte ihn. Ich erkannte sehr schnell, leicht bekifft funktionierte das Ganze ziemlich gut. Ich will es kurz machen, ich saß die nächsten 9 Monate im Grunde täglich vor meinem Computer und reiste durch meine Innenwelt.

Dabei ist ein ziemlich dickes Buch entstanden. 1200 Seiten. Es heißt:

„ Die schwarzen Steine. Lichtkunst – ein Event der Natur.“

Es wurde zu einem Erfahrungsbericht über die Entdeckung einer neuen Dimension, das Wesen der Dinge und die magische Kunst Zusammenhänge zu erkennen. Leider habe ich bisher noch keinen interessierten Verleger gefunden, denn wie ich feststellen musste, ist dies das größte Problem vor dem ein Autor steht, wenner nicht schon bekannt ist und sich einen Namen gemacht hat. Doch darauf komme ich an anderer Stelle noch mal zurück.

Das Buch zu schreiben war kein einfacher

schriftstellerischer Akt.

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Es war ein echter, sehr tiefgreifender Prozess.

Nicht selten brach ich in Tränen aus oder ich schüttelte mich vor Lachen.

Ich wunderte mich oft über die Bilder, die in mir aufstiegen, ich fand sie zum Teil zunächst unerklärlich und sonderbar, vieles verstand ich nur Ansatzweise, manches gar nicht. Aber ich machte immer weiter, immer auf der Suche nach einer Antwort. Was ist ein Bombini? Wie funktioniert es? Warum treiben mich die Geister meines Unterbewusstseins immer stärker dazu auf diese Fragen eine Antwort zu finden, eine Antwort die angeblich in mir selbst zu finden war.

„Du trägst die Antwort schon in Dir“,

war die regelmäßige Antwort auf

meine Fragen.

Ich begegnete den unterschiedlichsten Personen.

Einstein war einer der Ersten, aber auch der Zauberer Elivas Levi und Nicolas Tesla, dann begegnete ich dem Zweifel, einer nebelhaften, ziemlich dicken Gestalt. Ich traf die Urmutter, Hermes den Götterboten und viele andere mit der Magie Vertrauten. Alle trieben mich unaufhörlich an meine Reise weiter zu gehen. Ich landete in einer finsteren Wüste, angefüllt mit lauter großen Steinen an denen ich mich stieß. Ich machte fantastische Entdeckungen und landete irgendwann auf dem Campus der Düsseldorfer Universität. Dort traf ich mehrere berühmte Ketzer des Mittelalters, aber auch große, ehemalige Physiker wie Faraday, Maxwell und letztendlich auch wieder Einstein. Ich diskutierte mit ihnen und wir alle kämpften gemeinsam gegen den unheimlichen Dr. Zufall. Ein schlauer Fuchs schloss sich mir an und ich machte mich auf den Weg die Fragen zu beantworten, die sich mir in den Weg stellten. Ich betrat verschiedene Ebenen und Dimensionen. Ich begegnete dabei auch Jesus und einem alten Tempelritter. Ich tauchte hinab in ein tiefes Meer und machte die Bekanntschaft mit einem sprechenden Fisch. Ich spielte Schach mit dem Fürsten der Finsternis und rettete die Wahrheit aus seinen Fängen. Ich speiste mit all meinen während meiner Reise gefundenen Geistern an einer großen langen Tafel mitten auf einer Wiese unter dem Baum der Erkenntnis. Ich betete und begann irgendwann nur noch in Reimen zu reden. Die Sprache Gottes hatte von mir Besitz ergriffen. Ich gab ein großes Versprechen und dann machte ich mich bewaffnet mit einem Zauberstab, einem Zirkuswagen, begleitet von meinem Fuchs und einer riesigenGelddruckmaschine auf dem Weg zurück in die Welt. Das Schreiben dieses dicken Buches hatte mich verändert. Es hatte mir alle Sorgen um die Zukunft genommen. Ich war jetzt bereit das Wunder des Bombinis wahr werden zu lassen, im Vertrauen auf die mächtige Unterstützung, die ich durch meine vielfältigen, geistigen Helfer würde erwarten können. Gott war mit mir. Gott war in mir. Und dieser Gott würde mir helfen das Bombini in die Realität zu bringen. Ich war Königin meiner eigenen, unterbewussten Welt geworden, von der anfänglich so schüchternen und hilflosen Monica war nichts mehr übrig. Jetzt strotzte ich vor Selbstbewusstsein. Ich hatte vor die Welt zu verändern, ja, sie aus den Angeln der Ölindustrie zu befreien. Ich hatte endlich ein würdiges Thema und eine großartige Aufgabe gefunden. Nichts würde mich jetzt noch von meinem Weg abbringen können. Gut, ich hatte zwar kein Geld und eigentlich hätte ich mich wirklich ernsthaft um einen Job bemühen müssen, aber das kam für mich jetzt einfach nicht mehr in Frage. Mein Bombini war wichtiger, dieses vermeintliche Kinderspielzeug sollte von nun an meine Arbeit sein. Gott und seine Mitstreiter würden mir dabei helfen. Ganz bestimmt.

Das mit dem Kiffen war zum Beispiel so eine magische Sache.

Ich hatte irgendwie immer etwas zu Rauchen. Ich hatte zu Beginn immer noch genau das Geld was ich  brauchte um nach Holland zu fahren und mich einzudecken. Ich bekam sogar Geld und Dope von dem Coffeeshopbesitzer geschenkt, als ich einmal völlig abgebrannt bei ihm an der Theke saß. Ich hatte ihm die Karten gelegt, nach einem neuartigen Verfahren, welches ich gerade entwickelt hatte. Dabei legte jeder abwechselnd drei Karten und ich übersetzte was die Karten sagten. Daraus entwickelte sich ein sehr persönliches Gespräch, welches Easyman, so hieß der Coffeeshopbesitzer, sehr überraschte. Ich erklärte ihm meine finanziell ziemlich missliche Lage und er lud mich darauf hin in seine privaten Gemächer ein. Ich erzählte ihm, dass ich den Eindruck hätte, verfolgt zu werden, dass ich es mit einer ziemlich gefährlichen Macht zu tun hätte und vieles andere mehr. Er gab mir zum Abschied nicht nur einen Kuss sondern auch eine beeindruckend große Menge eines ganz besonderen Dopes. Es war, wie er mir erklärte, so gut wie unbehandelt, einfach nur gut gepresstes Marihuana. Überglücklich fuhr ich damit nach Hause und setzte mich damit wieder an meinen Schreibtisch um meine Reise weiterzuführen. Mit diesem Dope würde ich langehinkommen, freute ich mich und es würde mir dabei helfen die nötigen Schleusen zu öffnen, die im Algemeinen das Ich von seinem Unterbewusstsein trennte.

Als das Buch fast fertig war traf ich auf Heiko und

ich tauschte eine Droge mit der

Nächsten.

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Jetzt trank ich wie er jede Menge Weißwein.

Ich war nicht selten ganz schön heftig angetrunken,

wenn ich mich von der Kneipe auf den Weg

nach Hause machte.

Für meine Innenweltreise brauchte ich aber eigentlich keine Drogen mehr, ich war sowieso dauerdrauf. Ich befand mich in einem unglaublich mystischen Zustand, doch außer mir schien niemand davon etwas zu bemerken. Im Gegenteil, ich kam bei meinen neuen Bekannten aus Heikos Umfeld erst mal gut an. Man hörte mir durchaus interessiert zu, wenn ich von meinem Bombini sprach. Ein Spielzeug- UFO, das war wirklich eine lustige Idee. Ich versuchte zu erklären, wie so ein UFO aufgebaut sein müsste, aber diesen Details konnte und mochte dann doch keiner so recht folgen. Heiko hingegen, der Totalverliebte, wollte mir gerne bei meinem Projekt behilflich sein und er machte mich mit Steini bekannt. Steini war ein Freund von ihm. Er hatte einmal Ingenieurwissenschaften studiert und er war für außergewöhnliche Fragen offen. Ich fragte ihn, wie ich 100 000 Volt Gleichspannung erzeugen konnte, denn die brauchte ich, wenn ich mein Bombini fliegen lassen wollte.

Von meinem Bombini hielt er nicht besonders viel, er glaubte nicht an UFOs, aber wie man Hochspannung erzeugen konnte, dazu hatte er schon eine Idee. Er bot mir an die dazu notwendige Vorrichtung bei ihm im Haus, in einer gerade leerstehenden Wohnung zu errichten, dann könnte ich versuchen mein Bombini aufsteigen zu lassen. Gesagt getan, ich machte mich an die Konstruktion und den Entwurf seiner vorgeschlagenen Hochspannungskondensatoren.

Sie bestanden im Prinzip aus jeweils zwei großen Aluminiumplatten, die mit wassergetränktem Isoliermaterial elektrisch voneinander getrennt wurden. Sie sollten unter Spannung gesetzt werden und wenn man sie dann auseinander zog, dann sollte die Spannung steigen und auf einen weiteren derartigen Kondensator geleitet werden. Diesen sollte ich dann wieder auseinanderziehen und schwupps hätte ich meine 100 000 Volt Gleichspannung. Heiko half mir bei der Materialbeschaffung und beim Bau der ganzen Angelegenheit. Und bald schon musste ich nur noch das Bombini selbst realisieren. Dazu benötigte ich zwei runde Metallscheiben in diejeweils in der Mitte ein größeres Loch geschnitten werden musste. Dann benötigte ich noch eine etwas größere runde Plexiglasscheibe als Dielektrikum. So nannte man die isolierende Schicht eines Kondensators. Und mein Bombini war nichts anderes als ein Zweiplatten-Kondensator. Genauso wie dereinst Thomas Thausend Braun und sein Professor Biefeld diesen in den 30er Jahren bei ihren Experimenten verwendet hatten.

Dabei hatten sie den Biefeld-Braun-Effekt entdeckt, nämlich die

Tatsache, dass ein unter Hochspannung gesetzter Zweiplatten-

Kondensator eine Eigenbewegung durchführt.

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Und auf diese Eigenbewegung hatte ich es abgesehen.

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Ich hatte nämlich gelesen, dass dieser Braun total begeistert von dieser

Bewegung gewesen war, jahrelang hatte er sich diesem Phänomen gewidmet.

Am Ende hatte er sogar eine Firma gegründet um seinen Kondensator als Antrieb für alle möglichen technischen Geräte und Fahrzeuge zu etablieren. Leider wurde er nicht wirklich ernst genommen. Im Gegenteil, angeblich wurde irgendwann seine Forschung vom Staat beschlagnahmt, seine Unterlagen wurden unter Geheimhaltung gesetzt und er wurde gezwungen seine Arbeit aufzugeben. Er zog sich auf die Bahamas oder so zurück und erst als in den 70er Jahren ein Journalist sich an ihn erinnerte und ihm schrieb, da hinterließ er diesem eine einfache, handschriftliche Zeichnung von seinem Versuchsaufbau. Diese Zeichnung hatte ich nun in einem Buch veröffentlicht gefunden und ich hatte mich gefragt, konnte das wirklich wahr sein? Konnte ein Kondensator fliegen? Und wenn, war dies nicht tatsächlich so etwas wie ein UFO- Antrieb. Das hatte Braun selbst schon in den 50er Jahren vermutet, als die ersten UFO-Sichtungen die Menschen in Atem hielten. Doch gerade diese Vermutung hatte ihn in der wissenschaftlichen Gemeinde diskreditiert.

Dort glaubte man nun mal nicht an UFOs und vor allen Dingen

glaubte man nicht an Energie aus dem Nichts.

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Erklären, woher sein Kondensator die Energie

für die Bewegung nahm konnte Braun nämlich nicht.

Denn es war so, sein Kondensator flog einmal unter Spannung gesetzt, ohne weitere Energiezufuhr. Und das konnte nun mal nicht wahr sein, das war gegen jedes bis dahin bekannte physikalische Gesetz. Heute könnte man sagen, sein Kondensator flog mit Vakuumenergie, doch die kannte man damals noch nicht. Sie ist ja auch heute noch ziemlich umstritten, obwohl die Forscher mittlerweile davon ausgehen, dass das Universum mit dunkler Materie und Energie angefüllt ist. Nur der kleinste Teil der kosmischen Energie ist in für uns sichtbare Materie und Licht umgesetzt. Der größte Teil ist schlicht unbekannt. Heute gibt es auch nicht wenigeForscher und Tüftler, die an  Vakuumenergiegeneratoren arbeiten und der eine oder andere behauptet auch einen Weg gefunden zu haben, die unendliche Energie des Vakuums, also des materiefreien Raumes, zu nutzen. Aber was soll ich sagen, diese Leute werden von der Wissenschaft immer noch nicht ernst genommen. Für ihre Arbeit gibt es keine Forschungsgelder oder Lehrstühle. Im Gegenteil, ein Wissenschaftler, der sich mit so etwas wie Vakuumenergie befasst, der bekommt ziemlich schnell Probleme, wenn er nicht sogar die Kündigung auf dem Tisch liegen hat.

Mich hat dies neugierig gemacht. Warum hatte es die Vakuumenergie nur so schwer? War es tatsächlich die große Macht der Ölkonzerne, die hier ihre Finger im Spiel hatte? Warum war die Forschung auf diesem Auge nur so blind? Wer verhinderte hier den Schritt in eine Zukunft ohne Umweltverschmutzung, ohne Ausbeutung, ohne Abhängigkeiten? Lag in Brauns Kondensator vielleicht tatsächlich der Schlüssel zu einer besseren Welt? Ich wollte es unbedingt wissen.

Ich wollte Brauns Experiment nachmachen und dann, wenn ich damit Erfolg

gehabt hätte, dann wollte ich es der ganzen Welt beweisen.

Eine saubere Welt war möglich.

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Als meine Kondensatoren fertig waren stand mein Geburtstag

vor der Tür und ich lud alle meine neuen Bekannten und

Freunde ein, bei der Inbetriebnahme dabei

zu sein. 

Heiko spendierte ein paar Flaschen Sekt, ich backte

einen Kuchen und bereitete alles für eine schöne Party vor.

Mein Bombini sah richtig gut aus und ich machte mir keine Sorgen, heute würde es fliegen, ganz bestimmt. Steini half mir alles zu verkabeln und schon drängte sich der Besuch durch die Tür. Es konnte also losgehen. Wir schalteten die Anlage ein und zogen an den Platten, doch nichts rührte sich.

Irgendetwas schien nicht richtig zu funktionieren. Wir versuchten es noch einige Male, aber mein Bombini bewegte sich keinen Zentimeter. Die ganze Sache floppte vor den Augen eines sowieso schon ziemlich skeptischen Publikums. Das war natürlich recht unangenehm, aber ich nahm es dennoch möglichst leicht. Es lag wahrscheinlich an Steinis Kondensatoren, sie funktionierten nicht. Mein Bombini hingegen würde sicherlich einmal fliegen. Ich brauchte nur die richtige Spannung. Steini war natürlich auch ziemlich enttäuscht, er war sicher gewesen, dass er mit diesen Platten das Problem in den Griff hätte bekommen müssen. Nun, dieVersammlung löste sich auf, wir gingen in die nächstliegende Kneipe und versuchten diesen Fehlschlag zu verdauen.

Irgendwann machte Steini mir dann einen Vorschlag.

Wir sollten uns mal mit Rene, einem ehemaligen Physiklehrer treffen. Dieser sei sehr nett und würde uns vielleicht weiterhelfen können. Vielleicht hatte er eine Idee wie wir noch an 100 000 Volt Gleichspannung kommen konnten. Vielleicht könnte er uns auch erklären, was wir falsch gemacht hatten. Gesagt getan, ich wollte diesen Physiker gerne kennen lernen. Und so kam es, dass ich ein paar Tage später mit Steini in dessen Lieblingskneipe im Biergarten saß und mir dieser Rene vorgestellt wurde. Er war so um die 60, von kleiner Statur aber mit aufmerksamen, freundlichen Augen. Er ließ sich von uns unser Problem erklären und dann schüttelte er leicht mit dem Kopf. Wir hatten es uns unnötig schwer gemacht, viel sicherer und einfacher wäre es, ich würde eine Hochspannungskaskade bauen, meinte er. Er zeichnete mir das Grundprinzip einer solchen Kaskade auf einen Zettel Papier und schickte mich damit in ein Elektrofachgeschäft nach Düsseldorf. Die Idee meines Bombinis fand er gar nicht so verrückt wie man vielleicht annehmen könnte. Im Gegenteil, er hatte von dem Biefeld-Braun-Effekt durchaus schon gehört. Auch Vakuumenergie war für ihn keine Frage des Glaubens. Er empfahl mir ein gutes Buch zu diesem Thema, er könnte es mir leihen, bei Gelegenheit würde er es mir gerne vorbei bringen.

Derartig moralisch gestärkt machte ich mich also auf den Weg in die Stadt.

Ich musste nicht lange suchen und fand den empfohlenen Laden in einem Hinterhof. Als ich mich dort umschaute, dachte ich, na, von all diesen hier ausgestellten Gegenständen hast Du ja absolut keine Ahnung. Wie sollte ich hier nur das Richtige finden? Ich stellte mich also an die Verkaufstheke und wartete darauf, dass man mir weiterhalf. Bald schon kam einer der Verkäufer zu mir und fragte mich nach meinem Begehr. Ich antwortete: „Ich möchte eine Hochspannungskaskade bauen und suche nach Kondensatoren, Dioden und den richtigen Kabeln dafür. Ich benötige für ein Experiment nämlich 100 000 Volt Gleichspannung.“ Mein Gegenüber hob überrascht die Augenbrauen. Eine Hochspannungskaskade? Nun, eigentlich kein Problem. So etwas hätte er auch schon mal gebaut, allerdings habe er nur 20 000 Volt damit erzielt. Ich reichte ihm meinen Zettel und bat ihn, mir möglichst preiswert zu helfen.Er schaute sich den Zettel an und fragte mich, ob dies alles wäre was ich als Anleitung hätte. Ich bejahte dies und er zog wieder die Brauen hoch. Dann nahm er sich ein Stück Papier und begann mir das Prinzip genauer zu erläutern. Er erklärte mir wie so eine Kaskade funktioniert und was ich alles beim Aufbau zu beachten hätte. Ich war sehr dankbar für seine Nachhilfe und freute mich, als ich bald schon mit einem Beutel voller kleiner Kondensatoren, Dioden und Widerständen an der Kasse stand. Das Ganze war wirklich nicht sehr teuer, vielleicht zahlte ich 30 Euro, mehr jedoch bestimmt nicht. Er verabschiedete mich freundlich und ich versprach wiederzukommen um von Erfolg oder Misserfolg zu berichten. Dann war ich auch schon wieder zur Tür hinaus und machte mich auf den Heimweg.

Zu Hause angekommen begutachtete ich meine Bauteile.

Wie sollte ich nun am Besten vorgehen? Ich musste bestimmte Abstände einhalten und am Besten ich baute die ganze Sache auf Glasplatten. Ich brauchte unbedingt einen Lötkolben und auch ein Messgerät. Glücklicherweise wusste Heiko mir zu Helfen und so saß ich bald schon an meinem Schreibtisch und lötete meine erste Hochspannungskaskade. Ich hatte im Grunde keine Ahnung von der Materie, aber ich ließ mich dadurch nicht entmutigen. Gott stand mir schließlich helfend zur Seite. Das sah man schon an der Sache mit Rene und jetzt mit dem freundlichen Verkäufer. Ich brauchte eigentlich nur um Hilfe zu bitten und ich bekam die n

ötige Unterstützung. Im Grunde brauchte ich nur meinem Tao zu folgen, dem Fluss des Lebens. Und ich war offensichtlich mitten im Fluss, nichts konnte mich stoppen, alles lief wie am Schnürchen. Was kümmerte es mich, dass ich von Physik und insbesondere Elektronik keine Ahnung hatte?
Schon während meines Biologiestudiums war Physik mein Schwachpunkt gewesen. Ich verstand einfach nicht was Strom in seinem Kern eigentlich war. Floss er nun von Plus nach Minus, oder von Minus nach Plus? Ich kam da sehr leicht völlig durcheinander. Außerdem, was war Strom? Warum produzierte er ein Magnetfeld? Was war Magnetismus? Wie funktionierte diese mysteriöse Kraft? Was waren Elektronen? Waren sie nun kleine Ringe, also Strings oder waren sie etwas anderes?

Die Wissenschaft konnte diese Fragen auch nicht befriedigend klären. Bis jetzt jedenfalls nicht. Das meiste waren Vermutungen, die sich ehr auf die beobachtbarenPhänomene beschränkten als dass sie echte Antworten gaben. Was war zum Beispiel Masse? Konnte dies wirklich jemand erklären? Was war Gravitation? Wie kam sie zu Stande? Und Antigravitation, war so etwas möglich technisch zu erzielen? Hatte Thaunsend Braun mit seinem Kondensator nicht eine grundlegende Entdeckung gemacht? Sein Kondensator soll unglaublich schnell geflogen sein, ohne dabei Energie zu verbrauchen. Und woher nahm das Elektron seine Energie? Es drehte sich wie die Forscher entdeckt hatten wahnsinnig schnell um die eigene Achse und es wurde niemals langsamer in dieser Bewegung. Woher nahm also das Elektron seine Energie?

Gab es bei all diesen Fragen vielleicht einen Zusammenhang?

Für mein Experiment brauchte ich nicht nur eine Kaskade, ich brauchte auch noch einen großen Vorwiderstand, damit ich mit einem einfachen Messgerät auch die erzielte Spannung ermitteln konnte. Dazu lötete ich über hundert kleine Widerstände aneinander, dann brachte ich Tausend-Volt-Kabel an meine Vorrichtungen an und baute die ganze Sache in meiner Wohnung im Arbeitszimmer auf und wartete auf Rene. Der wollte bei der Inbetriebnahme gerne dabei sein. Mir war es auch lieber so, mit Strom war schließlich nicht zu spaßen, auch wenn ich mit nur sehr geringen Stromstärken arbeitete. Trotzdem war mir die Sache etwas unheimlich. Ich hatte einfach zu wenig Erfahrung im Umgang mit diesen Dingen.
Rene kam pünktlich und er brachte mir auch das versprochene Buch mit. „Das Geheimnis des Vakuums“ von John Davidson. Schöpfungstanz, Bewusstsein und Freie Energie. Die Neue Physik aus mystischer Sicht. Das klang sehr interessant und ich versprach es bald schon zu lesen.

Ich zeigte ihm meine Hochspannungskaskade und den Vorwiderstand. Er war durchaus beeindruckt und hoffte wie ich darauf, dass das Experiment erfolgreich verlaufen würde. Das Bombini ließ ich erst mal außen vor. Viel wichtiger war zunächst, dass die Kaskade funktionierte. Nachdem Rene den Versuchsaufbau kontrolliert hatte, stellten wir uns vor das Messgerät und schalteten den Strom an. Doch, wieder schien irgendetwas nicht richtig zu sein. Die Anzeige zeigte keine nennenswerte Spannung an. Vielleicht lag es an den zu schwach dimensionierten Kondensatoren? Vielleicht hatte ich nicht sorgfältig genug gelötet? So einfach war das mit der Kaskade also wohl doch nicht. Ich würde wohl noch mal in diesen Elektronikladen fahren müssen, vielleicht würde mir der nette Verkäufer einen gutenRat geben können. Schließlich hatte er schon mal wenigstens 20 000 Volt produziert.

Ich trank noch einen Kaffee mit Rene und unterhielt mich ein wenig mit ihm.

Er war ein sympathischer Mensch und er fand meinen Enthusiasmus sehr lobenswert. Ich sollte durchaus an der Sache dran bleiben, vielleicht brauchte ich noch einige Versuche mehr und auch etwas mehr Verständnis für die zu Grunde liegende Theorie. Wissenschaft ließ sich nun mal nicht aus dem Ärmel schütteln, da wäre einfach ziemliche Hartnäckigkeit gefragt. Und an dieser Hartnäckigkeit wollte ich es nicht mangeln lassen. Dennoch war mir klar, ich musste mich erst einmal viel intensiver mit der Theorie der ganzen Angelegenheit beschäftigen. Ich verstand das Prinzip der Kaskade eigentlich immer noch nicht richtig. Was ein Kondensator war hatte ich zwar mittlerweile begriffen, doch was war mit den Dioden? Sie ließen den Strom nur in eine Richtung durch, das hatte ich verstanden. Aber wie genau funktionierte dies? Auch was ein Widerstand war, war nicht so einfach zu verstehen, fand ich. Werner, der Verkäufer aus dem Elektronikladen hatte mich zwar so gut dies an der Theke ging versucht auf den Stand der Dinge zu bringen, aber ganz tief in meinem Innern stellte sich immer wieder nur die eine Frage: Was ist elektrischer Strom? Was war das Wesen dieser winzig kleinen, fließenden Elektronen? Wie sollte ich sie mir vorstellen? Und warum erzeugte ihre Bewegung ein Magnetfeld?

Was war das Geheimnis des Magnetismus? Gab es überhaupt eines?

Ich fuhr also zunächst erst mal nach Düsseldorf und besuchte die Universitätsbibliothek. Vielleicht wurde ich dort ja etwas schlauer. Ich schaute im Regal unter Elektromagnetismus nach. Viele Bücher waren auf englisch, damit konnte ich bei meinen schlechten Englischkenntnissen keinen Gebrauch machen. Es gab zum Glück auch einiges auf deutsch. Ich schaute was ich unter dem Begriff Magnetismus fand, doch die Ausbeute war irgendwie ziemlich enttäuschend. Die meisten Autoren erzählten das was ich schon wusste und einer behauptete gar es gäbe nichts weiteres Interessantes über den Magnetismus zu erforschen. Im Grunde sei alles geklärt und kaum noch etwas entscheidendes Neues von der Forschung zu diesem Phänomen zu erwarten. Konnte das wirklich wahr sein? Ziemlich unbefriedigt verließ ich einige Stunden später wieder die Universität. Ich hatte mir wahrlich mehrzu diesem Thema erhofft. Aber anscheinend stellten sich die  Wissenschaftler nicht die selben Fragen wie ich. Für sie war es einfach eine Erscheinung, die nicht näher erforscht zu werden brauchte.

Ich war da jedoch ganz anderer Meinung. Ich wollte wissen wieso der Magnet an einer Metallplatte klebte. Was war das für ein Mechanismus der da wirkte? Wie sah das im Allerkleinsten aus? Wer hielt was mit welcher Kraft fest? Und war diese Kraft unerschöpflich oder fiel der Magnet irgendwann von der Platte?

Wenn es keine Kraft aus dem Nichts geben konnte, woher

nahm der Magnetismus dann seine Kraft?

Es war wie mit den sich ewig drehenden Elektronen, auch dort konnte keiner erklären woher das Elektron dafür seine Energie bezog. Und diese Energie schien nie schwächer zu werden. Ein Elektron drehte sich immer gleich schnell um die eigene Achse. Die Wissenschaft nannte diese Drehung den Spin des Elektrons. Er sollte +1/2 oder –1/2 betragen. Das hieß, ein Elektron drehte sich rechts, ein anderes links herum. Und zwar bezüglich ihrer Fortbewegung, die in einem Magnetfeld immer von Süd nach Nord verlief. Alle Teilchen, so hatte man festgestellt taten dies. Alles bewegte sich immer von Süd nach Nord. Nur die Antielektronen, sprich Antiteilchen, die bewegten sich genau anders herum.

Sie bewegten sich also von Nord nach Süd.

Nur, warum? Wie und warum verhielten sie sich so?

Das konnten mir auch die schlauesten Bücher nicht erklären. Jetzt vermisste ich meine Bücher aus meinem Biologiestudium. Ich hatte sie, nachdem ich das Studium abgebrochen hatte, auf den Speicher gebracht und später dann, als ich den Speicher ausmistete, da landeten die meisten meiner einmal teuer gekauften Lehrbücher auf dem Sperrmüll. Nur das dicke Buch über die Zelle hatte ich im Prinzip für interessant genug gehalten um es aufzubewahren. Das Buch über die allgemeinen Grundlagen der Physik war jedenfalls nicht mehr da. Schade, wirklich sehr schade, denn jetzt hätte ich es wirklich gut gebrauchen können. Ich suchte also an anderen Orten nach Erkenntnis und las alles was mir zu diesem Thema in die Hände kam. Doch nur wenige Autoren kannten sich mit der Stringtheorie aus und wussten etwas darüber zu berichten. Ich hielt die Stringtheorie jedoch für sehr wichtig. Die Theorie war zwar noch nicht ganz ausgereift, aber ihr Ansatz gefiel mir gut.Demnach bestand die Welt nämlich nicht wie bisher angenommen aus einer Vielzahl an verschiedenen Teilchen sondern im Prinzip bestand alles aus Strings. Ihre jeweilige Schwingungsfrequenz war dabei für ihre unterschiedliche Erscheinung ausschlaggebend. Und ein Elektron war nach dieser Theorie ebenfalls ein String. Ein winzig kleiner, schwingender Energiering. Ein Kreisstrom wie ich es verstand. Und da jeder Kreisstrom ein Magnetfeld besaß, war es natürlich auch kein Wunder, dass auch ein Elektron magnetisch war. Das hatten Wissenschaftler schon vor vielen Jahren festgestellt. Ich versuchte das Ganze zeichnerisch zu begreifen und nahm mir einen großen Zeichenblock zur Hand und begann alles was ich bisher in Erfahrung gebracht hatte aufzuzeichnen. Ich versuchte mir auf diese Weise ein genaueres Bild von der ganzen Thematik zu machen. Mit Formeln konnte ich nämlich noch nie etwas Sinnvolles anfangen, ich brauchte ein Bild, eine Zeichnung, die etwas erklärte. Und so entstand mein Bild von einem Elektron.

Für mich war es ein winziger Kreisstrom, der von einem

dounutförmigen Magnetfeld eingehüllt war.

Und dann kam das Entscheidende. Ich hatte irgendwo gelesen, dass es auch so etwas wie Torsionsfelder geben sollte. Leider habe ich die Namen der Forscher vergessen, die mit dieser Idee an die Öffentlichkeit gegangen waren. Ich finde auch nicht mehr das Buch, in dem ich darüber gelesen habe. Das einzige, was bei mir hängen geblieben war, war, jedes Magnetfeld wird auch noch von einem Wirbelfeld im Vakuum begleitet. Es sollte die Form einer Sanduhr haben, mit einem links drehenden Kegel und einem Rechtsdrehenden. Durch diesen Kegel sollte aufgelöste Vakuumenergie fließen. Von Nord nach Süd. Diese Vakuumenergie würde dabei ohne größere Wirkung auf den Gegenstand diese Sanduhrform durchlaufen. Diese Felder hatten verschiedene Namen bekommen. Torsionsfeld war der Begriff, den ich von nun an verwendete.

Andere nannten diese Felder auch skalar oder feinstofflich.

Ich war jedenfalls von der Existenz dieser Felder schnell überzeugt, als ich sie in mein Elektron hinein zeichnete. Denn, jetzt hatte mein Elektron einen Antrieb, der seine Bewegung im Raum erklärte. Eines muss man nämlich wissen, ein Wirbelfeld das die Energie einsaugt erzeugt einen Unterdruck und ein Feld das die Energie ausstößt erzeugt einen Überdruck. Mir war also plötzlich völlig klar warum sich das Elektron immer von Süd nach Nord bewegte. Es folgte dem Unterdruck und wichdem Überdruck aus. Genauso tat es auch ein Hubschrauber oder ein Flugzeugflügel. Im Grunde war es total einleuchtend. Ich war schlicht begeistert von dieser Idee und Erklärung. Damit konnte ich etwas anfangen. Damit konnte ich zumindest schon mal eine Frage klären.

Warum bewegt sich ein Elektron wie es sich bewegt?

Ich war jetzt natürlich Feuer und Flamme und ich wendete mich den Antielektronen zu. Sie sollten ja ganz genauso aussehen wie Elektronen nur dass sie sich anders bewegten. Konnte ich vielleicht auch diese Tatsache mit Hilfe meiner Torsionsfelder verstehen. Ich drehte das Torsionsfeld um und siehe da, jetzt musste sich das Teilchen in die entgegengesetzte Richtung bewegen.

Konnte es wirklich so einfach sein?

Waren diese feinstofflichen Wirbelfelder der Schlüssel zum Verständnis?

Ich traf mich mit meiner Freundin Barbara und ging mit ihr in die „Savanne“. Wie setzten uns etwas abseits vom Thekentrubel und ich holte eine meiner Zeichnungen hervor um ihr meine Idee zu erklären, und ihr vor allen Dingen zu erläutern was diese Idee mit meinem Bombini zu tun hatte.
Mein Bombini hatte nach allem was ich wusste ebenfalls ein Magnetfeld und damit auch Torsionsfelder. Wenn ich diese nun in mein Bombini hinein zeichnete, dann wurde schlagartig klar, warum sich dieses Ding bewegte. Es tat das selbe wie ein Elektron, es bewegte sich in Richtung des entstehenden Unterdrucks im Vakuum.

Mein Bombini war im Grunde ein künstliches, riesiges Elektron.

Und es konnte nun durchaus auch die gleichen Eigenschaften besitzen. Wie im Großen, so im Kleinen und umgekehrt. Das hieß dann natürlich auch, mein Bombini würde in Lichtgeschwindigkeit durch den Raum reisen können. Das konnten Elektronen schließlich auch. War das nicht absolut fantastisch? War das nicht absolut großartig?  Barbara jedenfalls war schnell überzeugt. Das Ganze musste so sein, es war einfach zutiefst logisch.

Ein paar Tage später erzählte mir Barbara, sie hätte von meinem Bombini geträumt und es sei tatsächlich geflogen. Es war keine Frage mehr, ich hatte eine wunderbare Entdeckung gemacht. Jetzt musste ich nur noch 100 000 Volt erzeugen und mein Bombini fliegen lassen. Dann würde die Welt zu staunen beginnen und ich wäre alle meine finanziellen Sorgen los. Mein Bombini würde die Welt revolutionieren. Die Ölkonzerne konnten sich schon mal warm anziehen, denen würde ich jetzt wahrlich die Hölle heiß machen. Energie zum Nulltarif, das war das eigentliche Geheimnis ander ganzen Sache. Jeder würde sich an jedem Ort Energie beschaffen können. Im Weltall, im Garten, in der Wüste, einfach überall, denn Vakuum war überall. Jedes Elektron war von Vakuum umgeben, und auch jedes Atom, denn Vakuum war nichts anderes als materiefreier Raum. Und davon gab es unermesslich viel. Wenn man einem Menschen all sein Vakuum nimmt, dann schrumpft er zu einer winzigen Erbse zusammen. Wenn man gleiches mit der Erde tat, blieb vielleicht ein Fußball übrig. Es gab einfach so viel mehr Vakuum im Raum als vermeintlich feste Materie. Und im Weltraum war das Ganze noch einfacher, da gab es fast ausschließlich Vakuum. Ein Bombini, ein Großes, mit mehreren Personen darin, würde unendlich viel Energie zur Verfügung haben. Und es würde mindestens in Lichtgeschwindigkeit fliegen können. Vielleicht fanden Wissenschaftler sogar eine Möglichkeit diese Grenze zu durchbrechen. Warum nicht, wenn man erst einmal die Grundlagen der Bombini-Technologie verstanden hatte, entsprechende Experimente machte, forschte und mal so richtig neu über die Dinge nachdachte?

Ich war mir sicher: Mein Bombini würde der Wissenschaft große

Flügel verleihen, ganz bestimmt!

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10. Juni 2012

Heute ist Sonntag, da habe ich

leider nicht ganz so viel Zeit zum Schreiben.

Wie nun schon seit einigen Jahren fahren wir jeden Sonntag zum Mittagessen zu Wolfgangs Eltern nach Köln. Nach dem Essen sitzen wir mit seiner Mutter zusammen und reden, während der Vater in der Küche spült. Dann gibt es noch Kaffee und Kuchen und bis wir dann wieder zu Hause sind und mit dem Hund eine Runde gedreht haben, nun, dann kommt auch schon bald der Bericht aus Berlin. Den verpasse ich eigentlich selten. Ich interessiere mich nämlich durchaus sehr für Politik. Ich schaue mir auch regelmäßig die Reden im Plenarsaal an.

Zeit habe ich dafür schließlich zu Genüge.

Dennoch möchte ich die Zeit bis wir nach Köln fahren nutzen und noch ein bisschen mehr über mich erzählen. Ich finde mein Leben nämlich interessant. Zumindest war es das. Gut, heute verbringe ich viel Zeit auf dem Sofa und zappe durch die Kanäle, aber das war nicht immer so, wie Sie sicherlich schon bemerkt haben. Mittlerweile ist es nicht mehr so schlimm, aber ich war zeitweise sogar richtig fernsehsüchtig. Ich konnte einfach an keinem Bildschirm mehr vorbeigehen ohne hinein zu schauen. Wie es dazu kam werde ich an anderer Stelle noch genau erzählen, denn für mein großes Interesse an der Flimmerkiste gibt es natürlich einen guten Grund. Doch davon später mehr.

Jetzt sind wir immer noch am Anfang meiner Geschichte. Mir ging es damals, also zwischen 2003 und 2005 wirklich sehr gut. Ich blühte wieder richtiggehend auf. Ich sah auch ziemlich gut aus für meine 40 Jahre. Der schon ziemlich betagte Vater einer alten Schulfreundin, der mich in der „Depesche“, also der Stammkneipe von Heiko,mit diesem an der Theke sitzen sah, nahm Heiko freundlich zur Seite und meinte:

„Du hast die tollste Frau im Ort an Deiner Seite!“

Nun, wenn das kein schönes Kompliment war.

Aber ich fühlte mich auch wirklich sehr gut und die Zuneigung von Heiko tat mir ebenfalls gut. Er war zwar von der Körperstatur nicht ganz mein Fall, denn er war ein spindeldürrer, langer Lulatsch, aber er hatte wunderschöne, sanfte, große, braune Augen und einen wunderbaren Mund zum Knutschen. Viel mehr spielte sich zwischen uns allerdings auch kaum ab. Wir verbrachten zwar viele gemeinsame Nächte, aber er hatte ein Erektionsproblem. Er kam einfach viel zu früh. Ihm war das auch ziemlich unangenehm, aber zum Arzt gehen wollte er damit nicht.Er befürchtete dort zu hören, dass dies möglicherweise an seinem Alkoholkonsum lag. Und damit wollte er sich lieber nicht auseinandersetzen. Ihm war schon klar, ohne seine 3-4 Gläser Weißwein kam er nicht mehr gut zurecht. Aber es blieb selten bei den paar Gläsern. Ich kann es nicht anders sagen, wir tranken oft bis zum Abwinken. Dann torkelten wir zu ihm nach Hause und landeten durchaus auch schon mal im Graben. Ich fand das zu Beginn unserer Freundschaft noch ziemlich lustig, doch mit der Zeit begann ich mir ernste Gedanken zu machen. Heiko war so dünn und ich fragte mich wie er das alles nur weg steckte. Allerdings, wenn er mal nicht trank, dann wurde er schnell auch unausstehlich. Gerade morgens, wenn ich mit ihm am Frühstückstisch saß und er sich auf seine Arbeit vorbereitete. Dann war er ein ganz anderer Mensch. Insofern machte ich zunächst nicht viel Druck was den Alkohol anging, er war angetrunken einfach erheblich sympathischer als im nüchternen Zustand. Aber irgendwann ging es nicht mehr anders.

Ich wollte, dass er die Sache in den Griff bekam, sonst, so

befürchtete ich, würde er zu einem echten

Alkoholiker.

Doch ich musste erkennen, dazu war es schon zu spät.

Der Alkohol war schon zu einem ernsten Problem geworden. Wir sprachen jetzt direkt darüber, doch er sah keine Möglichkeit von dem Zeug herunter zu kommen. Er brauchte es um in seinem Alltag überhaupt noch zu funktionieren. Ich wollte ihm einen alten Freund von mir vorstellen, HaPe heißt er, der war auch ein Alkoholiker, aber er hatte den Absprung geschafft. Allerdings auch erst nach dem ihn seine Frau aus dem Haus geworfen hat und er damit auch den Zugang zu seinen Kindern verlor. Jetzt jedoch lebte er in einer schönen, kleinen Wohnung in ihrer Nähe, trinkt Tee und seine Kinder kommen ihn regelmäßig besuchen. Er hatte eine Singel-Gruppe gegründet, die fing ihn auf, wenn er schon mal drohte rückfällig zu werden. Als junges Mädchen, so mit 16 war ich schwer verliebt in HaPe gewesen und auch jetzt noch war er ein sehr interessanter Mensch, von dem Heiko vielleicht etwas abgucken konnte. Aber Heiko wollte nicht.

Er traute sich nicht zu, seine Situation in die Hand zu nehmen.

Es kam nun auch häufiger zu unangenehmen Auseinandersetzungen, denn Heiko begann mich anzugreifen. Er behauptete zum Beispiel, ich sei eine schlechte Mutter für meinen Sohn. Er schimpfte auch immer häufiger über mein Bombini-Projekt. Er hatte mir zwar angeboten in seiner Werkstatt an einer neuen, größeren Kaskade zu arbeiten und auch die Experimente sollte ich bei ihm auf dem Boden über derWerkstatt durchführen können, aber eigentlich hielt er überhaupt nichts von der Sache. Er verstand von Physik nur das Nötigste und für Grundlagenphysik wie ich sie betrieb hatte er schon gar kein Verständnis. Er hielt das Ganze für eine totale Sackgasse. Auf der anderen Seite wollte er mich gerne um sich haben und so ließ er mich einfach machen. Aber unterhalten konnte ich mich nicht mit ihm darüber. Einzig Rene nahm mich noch ernst. Er kam denn auch regelmäßig vorbei und verfolgte meine Arbeit. Ich hatte ihm auch meinen Zeichenblock gezeigt und ihm meine Überlegungen zum Thema vorgestellt. Er fand meine Zeichnungen sehr interessant und auch die Sache mit den Torsionsfeldern kritisierte er nicht. Er meinte zwar, die Dinge ließen sich nicht so ohne Weiteres beweisen, aber ich solle einfach weiter machen, man könne schließlich nie wissen, wo einen die Forschung noch hin bringenwürde.
Zu dieser Zeit begegneten Heiko und ich einer ehemaligen, gemeinsamen Schulkameradin, Anjum. Ich war sogar eine Weile mit ihr enger befreundet gewesen. Damals, kurz nach dem mich meine große Liebe verlassen hatte.

Wir waren zusammen in Urlaub nach Portugal gefahren.

Drei Motorräder, 4 Kerle und wir Zwei.

Es sollte der schönste Urlaub meines Lebens werden und er wurde es auch. Anjum und ich verstanden uns ziemlich gut und auch wenn der Urlaub für sie am Ende nicht so toll war, weil ihr Freund einen Unfall mit seiner Kiste hatte und sie mit dem Zug nach Hause fahren mussten, ich hatte mit Olaf, meinem Fahrer, wirklich sehr viel Glück. Wir lernten sehr nette Portugiesen kennen und besuchten auch zusammen Freunde meiner Eltern in der Nähe von Lissabon. Dieser Urlaub jedenfalls ließ mich meine verlorene Liebe erst mal vergessen. Ich wollte auch ohne diesen supertollen Typen etwas aus meinem Leben machen, auch wenn ich mir das Ganze einmal anders vorgestellt hatte.

Anjum jedenfalls freute sich wie ich über das Wiedersehen und da auch sie gerne ausging und Wein trank, hatten wir viel Spaß miteinander. Heiko war von Anjum ebenfalls total begeistert und so lud er sie ein mit nach Holland ins Ferienhaus zu fahren. Nach dieser schönen und gelungenen Auszeit bot er ihr auch einen Platz in seiner Werkstatt an, denn Anjum suchte nach einem Ort für ihren großen Brennofen. Sie verdiente sich etwas Geld mit der Produktion von Keramik. Ansonsten arbeitetesie als Hostess auf Messen, denn sie sah immer noch ziemlich gut aus. Damals in Portugal und auf der Schule war sie wahrlich die Schönste von uns alles gewesen.Sie war eine halbe Pakistanierin, schwarze Haare und große braune Augen in einem sehr schönen Gesicht. Allerdings hatte auch sie ein gewisses Alkoholproblem wie ich schon bald feststellen musste. Sie fand einfach kein Ende und musste nicht selten zu Bett gebracht werden. Es war nicht zu leugnen, der Alkohol um mich herum war ein Problem. Ich selbst trank schließlich auch ganz schön. Ab und an rauchte ich zwar für mich selbst einen kleinen Joint, aber die Hauptdroge dieser Zeit war eindeutig der Alkohol.

Ich sprach mit Anjum darüber und bat sie mit mir gemeinsam auf Heiko einzuwirken, damit er nicht irgendwann völlig abhängig würde, aber davon wollte sie nichts wissen. Sie wollte sich ihre Freundschaft mit ihm nicht verderben. Auch Heikos beste Freundin Petra, ebenfalls eine alte Schulfreundin von mir, wollte sich nicht auf so eine konzertierte Aktion einlassen, Heiko sollte schließlich selber wissen was er tat. Ich versuchte es daraufhin bei Heikos Mutter, einer schon älteren Dame, die in einem Seniorenstift residierte. Aber auch sie schloss vor diesen Problemen die Augen. Ich gab auf. Heikos Umfeld wollte einfach nicht mitziehen. Seine männlichen Freunde brauchte ich schon gar nicht anzusprechen, die waren es ja gerade, die Heiko in die Kneipe zogen. Für Heiko war die „Depesche“ so etwas wie sein Wohnzimmer. Zu Hause wurde es ihm so allein vor dem Fernseher schnell zu einsam. In der Kneipe hingegen kam immer mal jemand den er kannte vorbei. Er traf auch nicht wenige seiner Kunden dort, nicht selten bekam er so im Vorbeigehen schon wieder einen neuen Auftrag.

Also, die Sache war wirklich nicht ganz einfach zu lösen.

Mein Sohn verstand sich mit Heiko auch sehr gut.

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Heiko nahm ihn mit auf seine Baustellen und bezahlte ihn großzügig für seine Mithilfe.

Felix lernte bei diesen Jobs eine ganze Menge über handwerkliche Tätigkeiten. Ich sah das sehr gern. Mein Sohn, so wurde mir immer klarer, war wohl nicht für ein Studium geeignet. Bücherlesen und Theorie studieren war nicht sein Ding. Er wollte praktisch Tätigsein und vor allen Dingen Geld verdienen. Nun, ich war damit einverstanden, nicht jeder war für die Wissenschaft geboren. Ich hatte mir schon sehr früh gesagt, Hauptsache mein Kind ist glücklich, nicht umsonst hatte ich ihn Felix, den Glücklichen, genannt.Auch wenn er hätte LKW-Fahrer werden wollen, ich hätte keinen Druck gemacht. Daswar zu meiner Jugendzeit anders gewesen. Ich spürte schon immer den Zwang einmal etwas Großes zu leisten. Anders war mir die Liebe meiner Eltern irgendwie nicht sicher. Sie setzten große Stücke auf mich und forderten immer die besondere Leistung. Das machte sich zum Beispiel bemerkbar, als ich so mit 14 Jahren wie alle meine Freunde in die Tanzschule gehen wollte. Meine Mutter hatte im Prinzip auch nichts dagegen, aber meine Schulnoten waren ihr nicht gut genug. Ich hatte damals einen Durchschnitt von 2,3 auf dem Gymnasium. Dahin war ich gerade übergewechselt, denn auf der Realschule war ich Klassenbeste gewesen. Die Lehrer waren zwar nicht alle für diesen Wechsel gewesen, aber meine Mutter wollte es so. Leider sollten die Skeptiker recht behalten und auf mich kam eine ziemlich harte Schulzeit zu. Aber noch war ich gar nicht so schlecht, in Deutsch hatte ich eine Zwei, Mathe war auch gut, nur in den Sprachen lag ich etwas zurück. Mir fehlten einfach ein paar Kapitel, denn auf dem Gymnasium war man schon etwas weiter gewesen. Nun, jedenfalls durfte ich nicht zur Tanzschule, was mich sehr frustrierte und als ich es dann ein Jahr später durfte, obwohl meine Noten nicht besser geworden waren, da wollte ich nicht mehr. Meine Freunde konnten jetzt schließlich alle schon tanzen und alleine wollte ich dort nicht hin. Dies ist der Grund, wieso es bei mir auch heute mit dem Paartanz nicht gut aussieht. Den Walzer auf meiner Hochzeit haben wir zwar noch hinbekommen, aber mehr ist bei mir nicht drin. Ich habe einfach kein Gefühl dafür mich führen zu lassen.

Natürlich war mein Sohn in der Tanzschule gewesen,

als dieses Thema bei ihm und seinen Freunden akut wurde.

Ich war auch auf seinem Abschlussball. Auch sein Vater war dabei. Wir verstanden uns zu dieser Zeit noch einigermaßen gut und wollten unseren Sohn natürlich nicht enttäuschen. Ich tanzte auch mit Michael, so heißt mein Exmann, und wir unterhielten uns auch sehr nett, aber dennoch war mein Sohn anschließend etwas enttäuscht. Er hatte uns extra neben die Eltern seines besten Freundes gesetzt, er wollte, dass auch wir uns näher kamen, aber daraus wurde nichts. Bei diesen Leuten ging mein Sohn zwar ein und aus, aber ich nahm ihnen übel, dass sie einmal den Wunsch geäußert hatten, meinen Sohn adoptieren zu wollen. Sie hielten wohl nicht viel von mir. Überhaupt, jeder wollte Felix. Seine Patentante, meine einstige Jugendfreundin, war auch total verliebt in ihn. Meine Mutter und ihr Mann Egon waren ebenfalls total vernarrt in mein Kind. Sie wollten ihndamals mit nach Portugal nehmen und ihn auf eine deutsche Schule schicken. Sie hatten sich in der Nähe von Porto ein Haus gekauft und lebten dort schon seit einigen Jahren. Für mich interessierten sie sich nicht sonderlich, ich hatte schließlich mein tolles Biologiestudium abgebrochen und von meinem neuen Studium hielten sie nicht viel. Egon traute mir selbst den Entwurf einer Milchflasche nicht zu, wie er einmal meinte. Er war zwar zu meiner Diplomprüfung erschienen, aber meine Mutter wollte davon nichts wissen. Ich hatte von ihnen was mein Leben anging nichts zu erwarten, das hatten sie mir irgendwann, als ich um Unterstützung während meines Diploms gebeten hatte, sogar schriftlich gegeben. In einem Fax aus dem sonnigen Portugal hatten sie mir mitgeteilt, dass ich von ihnen prinzipiell nichts bekommen würde. Allenfalls seien sie bereit für Felix etwas zu tun, er könne jederzeit zu ihnen kommen, dann hätte er alles was er braucht.

So stand ich denn auch jetzt mit meinem Bombini-Projekt ziemlich alleine da.

Außer Rene interessierte sich niemand dafür was ich tat. Dabei setzte ich mich mit diesem Projekt doch für die ganze Welt ein. In meinen Augen war dieses Projekt wirklich der größte Dienst, den ich leisten konnte. Hier kamen wirklich alle meine Fähigkeiten voll zum Tragen. Zum einen mein naturwissenschaftliches Verständnis, zum anderen meine Fähigkeiten in der Produktentwicklung. Meine Fantasie war hier gefragt und mein Improvisationsgeist. Meine Hartnäckigkeit wurde immer deutlicher, doch wäre es im Prinzip allen lieber gewesen, ich hätte etwas weniger Ehrgeiz in dieser Sache gezeigt. Aber mich konnte einfach nichts aufhalten, ich glaubte schließlich ganz fest an meine Mission und so baute ich denn meine zweite Kaskade. Werner, der Mann aus dem Elektronikladen, hatte mir ausrangierte, aber noch brauchbare große Kondensatoren und mehrere Druckertrafos geschenkt. Damit sollte ich nun eine erheblich leistungsstärkere Kaskade bauen. Ich ordnete die Kondensatoren auf großen Holzbohlen an und lötete und lötete. Unmengen an Dioden mussten zu langen Ketten verknüpft werden und auch ein neuer Vorwiderstand musste her. Ich war wirklich intensiv damit beschäftigt und als ich endlich mit allem fertig war, war ich richtig stolz auf mich. Die ganze Anlage sah nun schon viel professioneller aus. Den Boden über der Werkstatt hatte ich in ein wunderbar romantische Versuchslabor umgestaltet. Einige meiner Zeichnungen, die ich auf Packpapier angefertigt hatte, schmückten die Wände. Die Kaskade und den Vorwiderstand stellteich auf alte Glastüren, die ich auf Böcke gelagert hatte. Das Bombini hing von der Decke und an einem kleinen runden Tisch standen zwei Stühle für mich und Rene. Dort tranken wir einen Kaffe und aßen ein Teilchen, während wir uns über den Fortschritt oder aber auch über die Rückschläge unterhielten. Rückschläge gab es einige. So eine Kaskade ist nämlich sehr empfindlich. Schnell ist so ein Kondensator auch mal durchgebrannt, auch wenn sie eigentlich selbstheilend sind. Auch unsauber gelötete Verbindungen waren ein Problem.

Es gab jedenfalls immer irgendetwas, dass nicht wie erhofft funktionierte.

Einmal, es war schon später Abend geworden, ich war allein mit meiner Kaskade und suchte mal wieder nach einem Fehler, da zündete ich mir einen Joint an um meine Frustration zu bekämpfen. Ich dachte an meine vielen guten Geister und fragte mich, ob sie wohl immer noch auf meiner Seite standen. Nun, welche Frage, natürlich standen sie hinter mir. Ich konnte sie plötzlich diskutieren hören. Tesla zum Beispiel, aber auch Leonardo da Vinchi. Sie beklagten sich über meinen Unmut, schließlich hätte ich es doch viel leichter als sie zu ihrer Zeit. Ich konnte einfach in einen Laden gehen und mir so tolle Sachen für mein Experiment kaufen. Ja, ich bekam nicht selten wichtige Dinge glatt geschenkt. Musste ich mir etwa die Widerstände selbst aufwickeln? Hatte ich nicht gerade erst ein neues Messgerät bekommen? War mein Labor nicht einfach wunderbar? Hatte mir Heiko nicht trotz innerer Widerstände mal wieder mit Material ausgeholfen? Hatte er mir nicht eine neue transportable Aufhängung für mein Bombini gebastelt? Ging es dem Sohn nicht sehr gut, obwohl ich soviel von zu Hause weg war? Machte er etwa Kummer oder Sorgen? Meine Geister waren wirklich ziemlich enttäuscht von mir und meiner Undankbarkeit. Nie wäre ich wirklich mal zufrieden! Dabei lief doch alles superglatt. Nur die Unordnung auf meinem Arbeitstisch, die wäre wirklich ein Problem, ich solle lieber mal etwas aufräumen, als einfach frustriert zu sein, weil noch nicht alles reibungslos funktionierte. Vielleicht läge es einfach an dem Chaos auf meinem Tisch. Ich musste gestehen, meine Unordnung war tatsächlich kein geringes Problem und so fasste ich nach dieser Kopfwäsche wieder Mut und sorgte erst einmal für Ordnung.

So, jetzt sind wir wieder aus Köln zurück. Wir sind heute ausnahmsweise

mal etwas früher weggekommen und bis zum -Bericht

aus Berlin- ist es noch etwas Zeit.

Darum, weiter im Text:

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Es dauerte zwar alles seine Zeit, aber irgendwann

war meine Kaskade und auch der Vorwiderstand funktionstüchtig.

Die fünf Druckertrafos hintereinander geschaltet sorgten für eine größere Eingangsspannung und nach den ersten Tests war klar, diesmal funktionierte die Kaskade. Ich bekam zwar keine 100 000 Volt heraus, aber 70 000 – 80 000 waren es schon. Messen konnte ich dies, weil ich die Spannung hinter der Kaskade durch den Vorwiderstand schickte, bevor die Kabel ins Messgerät führten. Dort zeigte mir dieses dann ein 100stel der eigentlichen Spannung an, also 700 oder auch 800 Volt. Das war knapp unter der Maximalleistung des Messgerätes. Über 1000 Volt drohte es nämlich durch zu brennen. Jetzt konnte es also endlich daran gehen das Bombini mit Hilfe der Kaskadenspannung auf zu laden. Dazu erwartete ich natürlich wieder Rene.

Er kam wie immer gut gelaunt, doch bevor es losgehen konnte überprüften wir noch einmal die ganze Anlage, dann schloss ich das Bombini über 10 000 Volt-Kabel daran an. Diese dicken, gelben Kabel hatte ich in einem Spezialgeschäft erstanden. Eigentlich wurde so etwas nicht an Normalbürger verkauft, aber ich hatte Glück und der Verkäufer stellte keine genauen Fragen sondern händigte mir die Kabel einfach in der gewünschten Länge aus.

Ich sagte es ja bereits, Gott war auf all meinen Wegen immer mit mir.

Auch jetzt schaute er bestimmt aufmerksam zu.

Michael Jackson

Wir schalteten die Anlage ein und die Kaskade fuhr hoch, die Anzeige

auf dem Messgerät zeigte knapp 800 Volt an und wir starrten gebannt auf das Bombini.

Bewegte es sich? Nun, ich kann sagen, Ja. Ein bisschen. Aber von einem Flug konnte beim besten Willen keine Rede sein. Es waren vielleicht 2 Zentimeter. Wir versuchten es noch einmal und noch einmal, aber es blieb dabei. 2 Zentimeter war alles was wir erreichen konnten. War das jetzt ein Erfolg? Fraglich. Denn diese 2 Zentimeter konnten durchaus auch auf die elektrostatischen Effekte zurück zu führen sein, meinte Rene. Trotzdem, ich war dennoch sehr zufrieden. Es hatte sich bewegt, das war doch zumindest schon mal ein Anfang. Ich würde mit der Zeit mehr erreichen, es war alles nur eine Frage der Hartnäckigkeit. So sah das auchRene. Nicht aufgeben, meinte er, Revolutionen werden selten an einem Tag vollzogen. Als ich jedoch meinte: „Rene, vielleicht haben wir gerade die Schwerkraft aufgehoben!“, da bremste er mich. „Ich werde die Kraft, die hierbei entstanden ist, mal berechnen, aber so weit wie Du würde ich dieses Ergebnis noch nicht interpretieren wollen.“ Nun ja, ein Meister fiel nicht oft vom Himmel, ich musste Geduld haben, und daran arbeiten die Bewegung zu verstärken.

Mindestens 10 Zentimeter würde ich brauchen, wenn ich mit meinem

Experiment jemanden hinter dem Ofen hervor locken wollte.

Und so hatte ich jetzt eine neue Zielvorgabe.

10 Zentimeter!!

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Es war bald schon später Nachmittag, als wir die

Kaskade ruhen ließen, wir setzen uns an den kleinen Tisch und

überlegten immer noch, wie wir das Ergebnis zu verstehen hatten.

Da kam Heiko zu uns herauf. Er ließ sich von uns berichten und wollte das Ergebnis mit eigenen Augen sehen. Wir starteten die Kaskade also noch einmal und Heiko beobachtete das Bombini. Das sollte nun also der Lohn der ganzen Anstrengung gewesen sein? Ein bisschen mehr hatte er nun wirklich erwartet. Aber gut, er versprach mir eine Waage zu bauen, an der ich das Bombini aufhängen konnte. Mit einem Laserpointer daran, so dass man die Bewegung der Waage auf einer Wand sichtbar machen konnte. Denn nach meiner Theorie musste das Bombini unter Spannung leichter werden.

Vielleicht war das Ergebnis dann ja überzeugender.

Heiko baute mir also aus einer alten Duschstange, einem schweren Dreifuß und einer Alustange eine Bombini-Waage. An der Stange wurde ein kleiner Laserpointer angebracht und nun konnte ich das Bombini waagerecht aufhängen und eine eventuelle Gewichtsreduktion sichtbar machen. Das war wirklich super! Und es funktionierte. Das Bombini wurde unter Spannung tatsächlich leichter. Ich konnte dies an dem wandernden roten Punkt auf der Wand feststellen. Ich machte einige Markierungen und simsalabim, ich hatte wieder ungefähr 2 Zentimeter. Das war zwar eine tolle Sache, aber für einen überzeugenden Beweis eigentlich immer noch zu wenig. Natürlich die meisten Fachleute gingen davon aus, dass sich gar nichts bewegen durfte oder leichter wurde. Doch wenn sie diese meine 2 Zentimeter sehen würden, dann wäre die Reaktion unter Garantie gewesen: „Das liegt an der Elektrostatik!“ Dagegen konnte ich nicht viel sagen, möglich war es schließlich. Aber es konnte auch sein, dass das Ganze an meinen Torsionsfeldern lag und an demUnterdruck, den diese im Vakuum   erzeugten. Ich musste die Bewegung ob vertikal oder horizontal unbedingt vergrößern. Nur wie? Was konnte ich noch verbessern? War mein Bombini vielleicht nicht perfekt? Ich hatte schließlich zwei gleich große Metallscheiben verwendet, doch als ich noch mal auf die Zeichnung von Taunsend Braun schaute, da entdeckte ich ein unter Umständen entscheidendes Detail. Er hatte einen asymmetrischen Zweiplattenkondensator benutzt. Und die obere Scheibe war größer und sie war auch noch gewölbt. Sollte dies vielleicht der Grund dafür sein, dass sein Kondensator durch die Lüfte flog?

Warum hatte ich diese Asymmetrie nicht von Anfang an

bedacht? Ich hatte es irgendwie völlig überlesen.

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Also musste ein neues Bombini her.

Doch vorher machte ich noch ein paar andere Versuche.

Ich baute Bombinis aus CDs, mit einer Styroporschicht als Dielektrikum. Ich verwendete auch alte Schallplatten und Bienenwachs zum Bau eines Bombinis. Das war interessant, doch die Ergebnisse waren unbefriedigend. Einen Versuch allerdings fand ich total spannend. Rene übrigens auch. Wir bohrten ein Loch in die Plexischeibe und umkleideten das Bombini mit Styropor. Dann luden wir das Bombini auf und peng, ein Lichtblitz wurde sichtbar. Immer wieder schalteten wir die Kaskade an und immer wieder kam es zu Lichtblitzen, die wir durch das Styropor leuchten sehen konnten.
Irgendwann schalteten wir alles aus und begutachteten das Ergebnis. Wir nahmen das Styropor ab und siehe da, die Blitze hatten eine Form in das Styropor geschmolzen. Es sah ziemlich symmetrisch aus und ich war der Meinung, diese Form
bildete das Magnetfeld ab, welches sich um das Bombini bildete, wenn es unter Spannung stand. Und immer wenn die Spannung zu hoch wurde, dann kam es zu einer Entladung, und der Strom floss von einer Platte zur anderen. Ein Loch durfte die ganze Sache also nicht haben, das war jetzt ziemlich klar. Die Scheiben mussten tatsächlich unbedingt elektrisch gut voneinander isoliert sein.
Eines Tages dann kamen mal wieder Heikos Kinder zu Besuch. Rene, die Tochter, aber gerade auch Lino, der Sohn waren an meinem Experiment sehr interessiert. Ich hatte ihnen erzählt ich wolle letztendlich ein Spielzeug bauen, ein   Spielzeug-UFO, eines das tatsächlich flog wie ein großes UFO. Das fanden Beide ungeheuer aufregend und so kamen sie mich gerne in meinem Dachbodenlabor besuchen.

Diesmal war Lino zugegen. Ich fühlte mich mittlerweile im Umgang mit meiner Kaskade sehr sicher. Ich hielt Abstand, wenn sie aufgeladen wurde, und auch dem Bombini kam ich möglichst nicht zu Nahe. Ich hatte zwar schon mal einen Gewischt
bekommen, und das war ziemlich harmlos gewesen, blaue Blitze wanderten dabei über meine Arme, es war sehr aufregend und faszinierend, aber ich wollte es nicht noch mal darauf ankommen lassen. Mit 80 000 Volt Gleichspannung war nicht zu spaßen. Aber Angst hatte ich keine mehr und so ließ ich auch Lino seine Neugierde stillen. Nachdem ich einen Versuch gemacht hatte und die Kaskade ausgestellt hatte gingen wir ganz unbefangen durch den Raum.

Lino kam dabei dem Vorwiderstand sehr nahe und meinte plötzlich:

„Du, hier kommt kalte Luft raus.“

Ich ging zu ihm und prüfte mit der Hand, an der Stelle, die er zeigte.

Und tatsächlich, da war kalte Luft. Na so etwas! Das war wirklich eine Überraschung. Woher kam denn diese Luft? Was hatte Lino da nur entdeckt? Ich fuhr die Kaskade noch einmal hoch und stellte fest, über dem gesamten Vorwiderstand wurde kalte Luft freigesetzt. Dafür musste es doch eine Erklärung geben. Ich nahm mir vor mit Rene darüber zu sprechen. Vielleicht wusste er woran das lag.

Abends erzählte ich jedoch schon mal Heiko davon.

Ich dachte, er wäre sicherlich stolz auf seinen Sohn und dessen interessante Entdeckung.

Doch davon konnte überhaupt keine Rede sein. Heiko rastete nach kurzem Nachdenken nämlich einfach nur noch aus. Er warf mir absolut unverzeihliche Unverantwortlichkeit vor. Ich hätte seinen Sohn doch wahrlich in Lebensgefahr gebracht. Jetzt wäre wirklich endlich Schluss mit dem ganzen Zauber, ich solle mit meinem Experiment von seinem Hof verschwinden. Er führe die Woche über nach Holland und wenn er wieder käme, dann solle ich verschwunden sein.

Er könne und wolle mit dem scheiß Bombini nichts mehr zu tun haben.

Und damit war klar, damit waren wir endgültig

geschiedene Leute.

Einbrecher vor Wohnungstür

FORTSETYUNG folgt!

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