19.09.2018

Große Größen für Damen Hamburger SV vs. Jahn RegensburgLilly Becker zieht blank! Heißes Nacktfoto in Instagram-StoryCIMG4065

Rechnung..s-hof*f(:

Aktualisiert am 23. September 2018, 14:49 Uhr

Verteidigungsministerium vergab rechts/

widrig millionenschwere Verträge mit Beratern

Auf Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kommt eine unangenehme Affäre um die von ihr für viele Millionen Euro engagierten externen Unternehmensberater zu: Nach SPIEGEL-Informationen hat der Bundesrechnungshof (BRH) in einem Einzelfall aufgedeckt, dass das Verteidigungsministerium Aufträge für externe Unternehmensberater für

das neu eingerichtete Cyber-Kommando regelwidrig vergeben hat.

Konkret geht es zunächst um acht Millionen Euro…

Opfer wohl unter Drogen gesetzt

Florian SilbereisenBundesliga Live-TickerAktualisiert am 23.09.2018, 16:18 Uhr

„Wollte mit Fußball nichts zu tun haben“

Bild zu Kevin Großkreutz

Kevin Großkreutz hat in der TV-Sendung „Wontorra“ bei Sky tiefen

Einblick in sein Seelenleben gegeben und ist dabei

in Tränen ausgebrochen…

„Respektlos“

Vier Niederlagen und nun der erste Zoff:

Beim 0:2 gegen die Bayern zeigen sich erste Risse im Schalke-

Kollektiv. Nach dem heftigen Disput mit Trainer Tedesco drohen

Di Santo Sanktionen. Tedeso geißelt dessen Verhalten

nach der Auswechslung als respekt-

und st..ill..os…

Bild zu Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach 4:2

„Es wird Zeit, die Wählerinnen und Wähler zu befragen.“

Olympique Marseille - Eintracht Frankfurt Bild zu Gemeinsame Sitzung des SPD-Vorstands von Bayern und Bund Oktoberfest Bild zu Handy am Steuer Andrea Nahles Bild zu Great Barrier Reef Bild zu Endometriose, Krankheit, Frauen, Banane

Aktualisiert am 20. September 2018, 11:15 Uhr

Frau Hamann, was steckt hinter dem Begriff

End..o*h(me..tri*h(ose?

„Si..ss..i“

Aktualisiert am 23. September 2018, 11:32 Uhr

5G, 4G, LTE, 3G und Edge: Was ist das eigentlich?

Bild zu 5G

Etwa alle zehn Jahre startet eine neue Mobilfunkgeneration. Dem aktuellen

Netzstandard 4G folgt bald ein neuer: 5G. 2020 könnte er in Deutschland

starten. Aber was ist eigentlich der Unterschied der einzel/

nen Standards, und was bringt 5G den

Verb..rauchern?

UNICEF, All, Esa, Gerst

Aktualisiert am 20. September 2018, 10:34 Uhr

Wofür steht die neue Partei mut?

Bild zu Vanessa Mai

Bei der Landtagswahl in Bayern tritt zum ersten Mal auch mut an.

Direktkandidat Matthias Matuschik erklärt im Interview, wofür die

neue Partei steht, die ihn so sehr überzeugt hat, dass er jetzt in die

Politik will, statt wie geplant auszuwandern. So viel sei verra/

ten: Sein Engagement hat sowohl mit Flüchtlingen als

auch mit dem Stadt-Land-Gefälle in

Bayern zu tun…

„Raumschiff Enterprise“

Bild zu Jessica PAzska, Fort Boyard, Sat.1 Bild zu Star Trek - Mr. Spock

Forscher haben einen Planeten gefunden, von dem

Mr. Spock aus der Kultserie „Raumschiff Enterprise“

stammen könnte. Es handelt sich dabei um eine

„Super-Erde“, die 16 Lichtjahre von

un-s entfernt ist…

Peinliche Panne:

Wie man souverän und mit einem Augenzwinkern einen Fehler

eingestehen kann, zeigt derzeit die Airline Cathay Pacific:

Auf einem Bild ist eines ihrer Flugzeuge zu sehen, wie

es mit falsch geschriebenem Namen der Linie

aus dem Hangar rollt…

Furchtbares Unglück in den Niederlanden:

Bild zu Kinder in Niederlanden bei Unglück mit Zug getötetAktualisiert am 20. September 2018, 10:42 Uhr

Ein Transportfahrrad mit mehreren Kindern ist mit einem Zug

zusammengestoßen. Dabei kommen vier der

Kinder ums Leben…

Was wir für gewöhnlich durch die Toilette entsorgen, scheint keinen Nutzen mehr zu haben, aber ...

„Fort Trump“:

Bild zu Polens Präsident in den USAAktualisiert am 19. September 2018, 07:40 Uhr

Gibt es bald das „Fort Trump“ in Polen: Präsident Andrzej Duda macht dem

US-Präsidenten ein verlockendes Angebot – zum Schutz gegen Russland…

So, jetzt habe ich gerade die Reiseunterlagen im

Briefkasten gefunden.

Heiße Liebesnacht: Heidi Klum knipst ihren Tom beim AusziehenAktualisiert am 19. September 2018, 18:30 Uhr

PROGRAMM f[r den 20.09.2018

CIMG2810 CIMG2772 CIMG2695 CIMG2601 CIMG2685 CIMG2497

„Generation Mitte“

Bild zu Rihanna

Wie geht es der „Generation Mitte“ in Deutschland?

Dieser Frage geht eine aktuelle Studie nach – und das Ergebnis

setzt eine Jahrzehnte alte „Regel“ außer Kraft: Obwohl die Wirt/

schaft brummt, machen sich mehr Menschen zwischen 30 und

59 Jahren Sorgen um die politische Stabilität

des Landes…

CIMG2347Alles, was Katzen glücklich macht. Stechmücke

Am 20. geht es also tatsächlich los.

Bild zu Ernie und Bert, SchwulAktualisiert am 19. September 2018, 10:17 Uhr

Ich werde mehrmals umsteigen müssen, aber glücklicherweise brau/

che ich außer meinen kleinen Rucksack und dem Laptop nichts zu schleppen.

Zu dem ganzen Service gehört auch eine Gepäckabholung von Tür zu Tür. So einen Luxus habe ich noch nie in Anspruch genommen. Jetzt muss ich aber wirklich bald mal eine Maschine mit Wäsche befüllen und den Koffer packen, denn am Montag kommt man schon mein Gepäck abholen. Ich weiß nicht ob in den schönen, alten Lederkoffer meiner Patentante auch alles hineinpasst, vielleicht sollte ich auch noch Wolfgangs blaue Tasche mitnehmen.

So und jetzt ist Wolfgang da, das Essen ist schon fertig,

ich mache dann also erst mal eine kurze Pause

mit der Schreiberei.

Bild zu Lilly BeckerBettwäscheberaterCIMG2122

Zu langweilig?

Bild zu Mesut Özil Bauer sucht Frau, Inka Bause, Landwirte, Scheunenfest

Bald geht die RTL-Kuppelshow „Bauer sucht Frau“

in eine neue Runde. Doch einer der Kandidaten wurde

nun nachträglich aus der Show gestrichen. Weil er

den Machern offenbar zu langweilig war!

Buggy, Kombikin*i(der/

wagen oder Zwilling/

sw-age-n:

Benfica Lissabon - Bayern München

Jeder der schon Kinder hat weiß, dass ein Kinderwagen

unverzichtbar ist. Babys und Kleinkinder wollen schließlich

irgendwie transportiert werden. Aber die Auswahl an Model/

len ist riesig. Doch wie findet man den richtigen

Kinderwagen für sich?

CIMG2322

PROGRAMM f[r den 19.09.2018

CIMG1264 CIMG1362 CIMG1283 CIMG1454 CIMG1515 CIMG1481

Ich habe Wolfgang nach dem Essen auch einen

Filterkaffee angeboten, den trinkt er  nämlich ebenfalls schwarz.

Schließlich müssen wir beide auf unsere Figur achten. Er  hat einen Bauch bekommen, nicht besonders groß, aber er stört ihn. Vielleicht koche ich mittlerweile einfach schon wieder viel zu gut. Für ihn wird meine Abwesenheit eine gute Möglichkeit sein etwas abzunehmen, es sei denn er ernährt sich so wie früher von dem ganzen Fertigkram. Sonntags fährt er ja zu seiner Mutter und nimmt auch etwas von dem Essen mit nach Hause. Aber ich denke, an den anderen Tagen wird er nur wenig Lust haben sich etwas Ordentliches zu kochen. Aber das ist seine Sache, soll er ruhig einfach mal machen wozu er Lust hat.
Seit meinem Krankenhausaufenthalt waren wir praktisch jeden Tag zusammen. Manchmal ist er für eine Nacht zu sich in die Wohnung gegangen um endlich mal sein eigenes Fernsehprogramm schauen zu können.

Ansonsten bin nämlich meistens ich die Fernbedienungskönigin.

CIMG0992 CIMG1294 CIMG1277 CIMG1026

Jetzt hat er sich auf das Gästebett in meinem Arbeits/

zimmer mit einem Buch verzogen, ausspannen bis der Hund raus muss.

Ich muss sagen, seit einiger Zeit haben wir uns nicht mehr so Recht was zu erzählen.

Vielleicht wird mein Kuraufenthalt auch unserer Beziehung gut tun. Er war wirklich die ganze Zeit immer für mich da. Auch finanziell. Er hat zwar nicht so viel, aber mit mir, so sagt er, fällt es ihm leicht zu Teilen. Er hat mir zum Geburtstag, ich werde ihn in der Klinik feiern, einen MP3-Player geschenkt. Und ein Buch von Frank Schätzing. Das werde ich auf der Fahrt lesen. Ansonsten nehme ich keine Bücher mit, in der Klinik soll es eine Bibliothek geben. Ach, irgendwie bin ich doch ganz schön aufgeregt. Ich war ja so lange nicht mehr weg. Das letzte Mal habe ich Urlaub mit Heiko gemacht. Wir waren wirklich sehr oft zusammen in Holland. Aber das ist Vergangenheit, wir sagen uns höchstens noch Hallo, wenn wir uns zufällig treffen. Das letzte Mal traf ich ihn bei Aldi. Er sah schlimm aus. Gut er trug noch seine Arbeitsklamotten, aber seine Zähne waren ganz dunkel. Er war noch dünner als zu meiner Zeit und sein Wagen war voller alkoholischer Getränke. Er erklärte dies mit einer Geburtstagsfeier für seine neue Partnerin. Die, so wusste ich, trank auch ziemlich viel. Zumindest hatte sie auch während ihrer Schwangerschaft Bier getrunken. Sie war gleich nachdem sie Heiko kennen gelernt hatte von ihm schwanger geworden. Das Kind soll ja auch nicht ganz gesund sein, aber ich habe es selbst noch nie gesehen. Mir war die Frau von Anfang an unsympathisch und dies beruhte wohl auch auf Gegenseitigkeit. So ist meineFreundschaft zu Heiko also wohl endgültig im Eimer. Er hatte mich zwar eine Weile immer noch mal besucht, aber das ist jetzt auch schon lange her.

Mit Mansur jedoch habe ich ab und zu Kontakt.

Er hat allerdings viel zu viel um die Ohren, als

dass er sich groß um mich kümmern

kö-n..n/te.

@666

CIMG2077 CIMG2045 CIMG2122 CIMG2115 CIMG2106 CIMG2050

Vor ein paar Monaten habe ich ihn mal bei ihm zu Hause besucht.

Es wurde ein schöner Abend, der dann auch wie erwartet in der Kiste seinen Höhepunkt fand. Aber seit dem hatten wir nur noch einmal miteinander telefoniert. Auf meine Mails, die er sich gewünscht hatte, antwortet er leider nicht. Keine Zeit, meinte er. Nun, dann habe ich jetzt auch keine Zeit mehr ihm zu schreiben, so ohne Antwort ist das einfach zu unbefriedigend. Aber unsere alte Liebe wird so schnell schon nicht im Eimer landen, wenn er erst mal sein neues Haus fertig hat wird er sich schon melden. Ich habe ihm ein Bild für seine Wohnung versprochen. Er gehört nämlich auch zu denen, die meine Bilder lieben. In seiner Wohnung hängen zwei von mir und obwohl bei dem einen der Rahmen ziemlich verzogen ist, will er sie auch in der neuen Wohnung wieder aufhängen.

Ich freue mich darüber, und darum bekommt er auch ein Neues.

Meine Raucherei werde ich in der Kur wohl auch mächtig einschränken müssen, im Haus und auf dem Gelände ist das Rauchen verboten. Man will die Reha dazu nutzen die Leute von dieser Sucht abzubringen. Nun, ich weiß nicht Recht ob dies bei mir fruchten wird, ich rauche seit einiger Zeit ziemlich viel. Ich drehe mir die Zigaretten jetzt wieder selbst. Als ich noch vor meiner Wasserpfeife saß, habe ich erheblich weniger Tabak verbraucht. Da kam ich mit einem Päckchen fast zwei Wochen hin. Doch jetzt rauche ich ein Päckchen Dumm in zwei Tagen leer. Daran ist irgendwie meine Mutter schuld. Sie hatte mich Anfang des Jahres für zwei Wochen besucht. Sie wohnt jetzt in Ungarn im Dorf meiner Schwester. Dort lebt man erheblich billiger und seit sie nur noch einen Teil von Egons Rente zur Verfügung hat, musste sie sich hier in Meerbusch schon ziemlich einschränken. Das ist sie nicht gewohnt und von daher sah sie in einem Umzug nach Ungarn eine gute Lösung dieses Problems. Sie lebt dort in einem kleinen, renovierten Häuschen mit einem großen Garten. Es gibt viele Deutsche dort mit denen sie sich treffen kann. Und meine Schwester lebt mit ihrer Wilma ja ebenfalls dort. Allerdings verstehen sie sich nicht besonders gut.

Meine Schwester ist ja auch kein leichter Fall.

Ich war nämlich mit Abstand Mutters

Lieblingskind.

5.Foto

„Völlig inakzeptabel“

Bild zu Hans-Georg Maaßen CIMG1362

Ich war offensichtlich gesund und sehr gescheit.

Meine Schwester hingegen kam mit einer Behinderung auf die Welt.

Sie litt während der langen Geburt unter Sauerstoffmangel und

dies hatte einen sogenannten Wasserkopf, also

Hydrozephalus zur Folge.

Tag-11Tag-12

Meine Mutter kam damit leider gar nicht gut zurecht. Ich muss

wirklich sagen, meine Schwester hatte es neben mir nicht immer leicht.

Aber immerhin, sie hat die Krankheit bisher erfolgreich überlebt und das ist nicht selbstverständlich. Jedenfalls hat meine Mutter total viel geraucht als sie hier war und ich habe natürlich mitgeraucht, an der Wasserpfeife wollte ich in ihrem Beisein nicht unbedingt ziehen. Dadurch bin ich wieder auf Zigaretten gekommen. Irgendwann habe ich mir meinen alten Tabak gekauft und mir die Dinger wie früher selbst gedreht. Ich muss zwar zugeben, so richtig schmeckt es mir eigentlich gar nicht, der Tabak hinterlässt einen scharfen Geschmack im Mund, aber ich rauche trotzdem.
Ich bin ja mal gespannt wie das in der Klinik funktionieren wird. Vielleicht reduziere ich wenigstens deutlich, dass wäre sicherlich schon mal sehr gut. Auch für mein Ziel irgendwann ums E-Werk joggen zu können.

Jetzt hat Wolfgang sich doch glatt alleine auf den Weg mit Siux gemacht.

Irgendwie leben wir ganz schön aneinander vorbei.

Es ist sowieso ehr eine Bruder-Schwester-

Beziehung. Sex findet zwischen uns

nicht statt.

Bild zu Polio-Virus

Ganz am Anfang unserer Beziehung vielleicht, es war auch gar nicht so

schlecht, aber seit meinem Krankenhausaufenthalt passiert zwischen uns nur sehr wenig.

Anfangs hatte ich darunter ziemlich gelitten. Ich sehnte mich nach Zärtlichkeit und einen Mann, der sich mir körperlich zuwendet, doch von seiner Seite aus kam gar nichts. Wir teilten zwar das gleiche Bett, aber mehr als in den Arm nehmen und ein Kuss kam nicht zustande. Ich wusste auch nicht wie ich ihn verführen konnte, so wie ich es mir ja eigentlich vorgenommen hatte. Ich fühlte mich wie eine Dreizehnjährige, ohne einen Schimmer von sexueller Liebe. Mir fehlte das nötige Selbstbewusstsein und ich hatte den Eindruck, Wolfgang hatte dazu einfach keine Lust. Klar, dachte ich, eine so depressive Frau wie mich, die will man nicht vögeln. Aber, ganz ehrlich, es hätte mir bestimmt sehr gut getan.So habe ich denn wie schon erwähnt Mansur besucht. Es war von Anfang an klar worauf dieser Besuch hinauslaufen würde. Ich wollte es, und er sowieso. Er ist ein ganz ausgezeichneter Liebhaber, er lebt sich einfach total gerne aus. Und wir Zwei passen mit unseren Wünschen sehr gut zusammen. Dies ist zwischen Wolfgang und mir ganz offensichtlich nicht der Fall. Dennoch lieben wir uns. Zumindest sagt er dies, wenn ich ihn danach frage. Und zugegeben, eine harmonischere Beziehung habe ich bisher noch nicht erlebt, als es zwischen uns der Fall ist. Sex ist ja auch wirklich nicht alles. Nur, so ab und zu würde ich mich schon darüber freuen. Ich habe auch schon mehrmals versucht ihn darauf anzusprechen, aber da geraten wir dann doch schnell in einen Konflikt. Also habe ich das Thema erst mal abgehakt und werde auf Mansurs Dienst zurückgreifen, wenn es unbedingt mal sein muss.
Wolfgang habe ich von meinem sexuellen Ausflug nichts erzählt. Mansur meinte ich solle es lieber lassen. Außerdem hatte Wolfgang einmal selbst zu mir gesagt, er wolle so etwas nicht wissen.

Also bleibt es ein Thema für mein Tagebuch. Sollte er es irgendwann

einmal lesen, nun, dann spreche ich gerne

mit ihm darüber.

BanknotenNeues Urteil zu Oben-ohne-Bildern von Herzogin Kate Aktualisiert am 19. September 2018, 16:53 Uhr

Hoffenheim verpasst Sieg

bei Königsklassen-

Debüt..

Bild zu Schachtjor Donezk vs 1899 Hoffenheim Bild zu Celia BarquínAktualisiert am 19. September 2018, 20:51 Uhr

16. Juni 2012

Reden wir über meinen Vater, der stand nämlich

Anfang März meines Psychosenjahres plötzlich vor meiner Tür.

Ich war nicht schlecht überrascht, aber ich freute mich auch. Wir sahen uns wirklich sehr selten, obwohl er nur wenige Kilometer entfernt wohnte. Meine Mutter hatte ihn verlassen als wir gerade 6 Jahre alt waren. Er hatte danach eine erheblich jüngere Frau geheiratet und mit dieser noch einmal drei Töchter bekommen. Die Trennung von meiner Mutter war nicht seine Schuld gewesen, meine Mutter war fremd gegangen und hatte wie ich ebenfalls gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Die Beziehung zu dem Mann hielt zwar nicht lange und meine Mutter wäre auch gerne wieder zu meinem Vater zurückgekehrt, doch da gab es dann schon diese neue Frau. Sie war 19, groß, sehr schlank und hatte lange blonde Haare. Wir hatten zunächst nichts gegen sie, doch sie kam mit der Tatsache, dass ihr Mann schon Kinder aus einer ersten Ehe hatte nicht eben gut zurecht und sie ließ es uns spüren.
Mein Vater stellte sich um des lieben Friedenswillen nicht gerade vor uns und so sahen wir ihn erheblich seltener als wir es uns wünschten. Gerade ich litt unter der Trennung, denn ich liebte meinen Vater über alles.

Er war in meinen Augen ein großer, sehr gut aussehender Held.

Jetzt, wo er so plötzlich vor meiner Tür stand erinnerte ich mich spontan an ein Erlebnis in meiner Kindheit. Liane, so hieß seine Frau war gerade bei ihm eingezogen und saß mit ihrer Mutter im Wohnzimmer und sie schauten fern. Ich war noch mal aus dem Bett aufgestanden und in die angrenzende Küche gegangen. Wie wohl alle Kinder lauschte ich ein bisschen, während ich mir etwas zu Trinken nahm. Ich hörte die beiden Frauen sich unterhalten. Sie sprachen über den Fernseher und Liane meinte zu ihrer Mutter:„Du, Mutter, Rüttger hat einen ganz besonderen Fernseher, er kann damit in die Wohnzimmer anderer Leute schauen.“ Genau so hatte ich es verstanden und ich war entsetzt, ja geschockt. Ich lief sofort zu meiner Schwester und brach in Tränen aus. Ich weinte laut und bitterlich, so dass Kathrin sich nicht anders zu Helfen wusste und bei den Erwachsenen um Hilfe nachfragte. Bald schon kam mein Vater, er arbeitete unten in der großen Küche, denn er führte ein größeres Hotel mit Kegelbahn, einem großen Festsaal und so weiter.Er fragte mich was denn mit mir los sei, doch ich konnte es ihm einfach nicht sagen. Ich erfand irgendetwas und nachdem mein Vater mich noch etwas tröstete, ging er wieder hinunter in seinen Laden, das Geschäft wartete schließlich nicht.
Daran musste ich jetzt denken und mir wurde plötzlich klar, mein Vater steckte mit den Außerirdischen unter einer Decke und dies sogar sehr lange schon, denn nur diese Leute verfügten doch über eine solche Technik. Hatte ich nicht monatelang darunter gelitten, dass sie auch bei mir in die Wohnung schauten? War mein Vater nicht vielleicht der Urheber dieser ganzen, fürchterlichen Geschichte. Ich wollte ihn diesbezüglich auf jeden Fall zur Rede stellen. Aber erst einmal machte ich uns einen Kaffee und mein Vater saß auf einem der Korbstühle in meinem Esszimmer. Ich stand an der Türe zum Wohnzimmer und versuchte meinem Vater zu erklären, was sich alles bei mir in der letzten Zeit abgespielt hatte. Es fiel mir gar nicht leicht die richtigen Worte zu finden, irgendwie kam auch ziemlich viel durcheinander. Ich gab mein Bestes, aber mein Vater schien mir überhaupt nicht zu glauben. Da wurde ich dann doch ziemlich wütend auf ihn.

War es jetzt wieder wie damals, als er ebenfalls  alles zunächst

abgestritten hatte? Wollte er sich wieder fein

heraus reden?

Grenze, Ungarn, ZäuneCIMG9768

Log er in dieser Sache jetzt auch?

Damals, als ich ihn bei ihm zu Hause besucht hatte, ich war gerade 17 Jahre

alt geworden und machte einen Ferienjob, da hatte er mich versucht zu vergewaltigen.

Doch als die Sache heraus kam, weil ich meiner Mutter davon erzählt hatte, da hatte er es erst abgestritten und als er damit nicht durchkam, da hatte er behauptet, ich sei zu ihm nackt ins Bett gestiegen und er hätte sich, weil ziemlich angetrunken, leider nicht zügeln können, ich sei ihm einfach zu Nahe gekommen. Diese Lüge erzählte er nicht nur seiner Frau und meinem Großvater, nein, er hatte sie sogar mir erzählt. Am Telefon. Und dies obwohl ich doch genau wusste, dass es so nicht gewesen war. Welche unglaubliche Frechheit! Ich war so geschockt ob dieser Lüge, dass ich für eine ganze Weile die Sprache verlor, ich konnte plötzlich nur noch flüstern, und auch das nur sehr schlecht.
Meine Mutter und Egon wollten, dass ich ihn deswegen anzeigte, doch nach einigem Hin und Her habe ich mich dagegen entschieden. Ich wollte mir das im Gericht nichtantun, ich wollte nicht einem Vater gegenüber sitzen der auf so unverschämte Art und Weise log.
Und jetzt saß er vor mir und tat wieder einmal so, als hätte er mit all den Dingen nichts zu tun. Ich war außer mir und nahm meinen noch gefüllten Kaffeebecher und bewarf ihn damit. Der Kaffee bespritze ihn und seine tolle Lederweste. Er stand darauf hin auf und wollte die Wohnung schnell verlassen. Ich folgte ihm und als er an der Treppe stand, da gab ich ihm einen Schubs in den Rücken. Er fiel zwar nicht, aber es war dennoch von meiner Seite aus deutlich geworden, was ich ihm wünschte. Ich blieb total verärgert zurück, aber ich hatte es ihm auch endlich gezeigt.

Ich wollte ihn wirklich nie wiedersehen.

Er war einfach ein elender

Lügner.

Katastrophenschutz:

CIMG1921Bild zu Vorratskammer, Notvorrat, Katastrophenfall, Ernstfall, Prepper, VorratAktualisiert am 18. September 2018, 09:19 Uhr

Später erfuhr ich, meine Mutter hatte ihn gebeten mich zu Besuchen.

Sie war nämlich nur wenige Tage zuvor mit mir in einem griechischen Restaurant essen gewesen und hatte sich über mich und meinen Zustand gesorgt. Sie hatte durchaus gemerkt, dass mit mir irgendetwas nicht stimmte und sie hatte gehofft, mein Vater käme vielleicht besser an mich heran, als ihr dies möglich gewesen war. Nun, das war ganz schön in die Hose gegangen. Ich sah meinen Vater danach nie wieder. Wir telefonierten zwar noch mal, kurz nach meinem Krankenhausaufenthalt, aber er konnte einfach nicht begreifen was in meinem Kopf los war und es interessierte ihn auch nicht wirklich. Seit dem Vorfall damals in seinem Bett, hatte er ein ernstes Problem mit mir. Ich hatte ihm zwar irgendwie verziehen, aber er hatte sich leider nie bei mir dafür entschuldigt. Und so etwas konnte nun mal nicht gut gehen. Er hatte zwar auch immer große Hoffnungen in mich gesetzt, ich war schließlich intelligent, hatte Abitur gemacht, wenn auch auf dem zweiten Bildungsweg und ich hatte letztendlich ein Diplom in der Tasche. Seiner Meinung nach hatte ich den schönsten Beruf der Welt erlernt, aber eben wie ich es schon sagte, ich besaß halt keinen Rückhalt in der Familie und leider auch kein Vitamin B. Außerdem war ich seiner Meinung nach häufig auf einem Holzweg. Daher wunderte es ihn auch nicht dass ich in meinem Leben ständig nur Probleme hatte. Er hätte es besser gefunden, wenn ich einen tüchtigen Mann geheiratet hätte, dem ich dann den Rücken freihalten konnte und nun ja, wenn es ein Architekt wäre, dann könnte ich ja von ihm aus den Flur designen.Nach diesem Vorfall setzte ich mich wieder vor meinen Laptop und arbeitete mit diesem wunderbaren, magischen Therapeuten. Er war wirklich der Einzige der mich verstand. Wolfgang war zu dieser Zeit ziemlich überfordert mit mir und wir sahen uns daher meistens nur, wenn wir gemeinsam nach Holland fuhren um für Nachschub an Gras zu sorgen. Nicht selten sponserte er mir den Einkauf. Auf der Fahrt war ich die meiste Zeit am Heulen. Mich stresste wirklich alles. Gerade das Radio wurde für mich zu einer Qual, denn ich fühlte mich immer ganz persönlich angesprochen oder die Nachrichten brachten mich in Rage. Ich regte mich einfach über alles schrecklich auf.

Ich verstand einfach nicht wie es möglich war, dass ich nun

auch über das Radio verfolgt wurde.

CIMG8966CIMG3236

Irgendwie schien die halbe Welt über mich Bescheid zu wissen und

auch Wolfgang wusste in Wahrheit alles, er verheimlichte dies nur sehr geschickt.

Er war in meinen Augen der eigentliche Spielmacher. Aber auf der anderen Seite war er aber auch mein Beschützer. Er liebte mich, das war klar, er durfte es nur nicht zeigen, denn auch er wurde von den Außerirdischen beobachtet. Und die wollten, dass ich letztendlich mit mir alleine war. Sie wollten mich quälen. Sie wollten mich endgültig fertig machen. Nur der Therapeut in meinem Rechner, der kämpfte mit mir gemeinsam um meine Erinnerung. Er zeigte mir bestimmte Szenen, die in mir Erinnerungen auslösten. Leider konnte ich mir fast gar nichts davon länger merken, denn meine Konzentrationsfähigkeit war gleich Null. Alles rauschte nur an mir vorbei, mein Gehirn war nicht in der Lage sich etwas einzuprägen. Ich litt schrecklich darunter und ich versuchte es auch Wolfgang begreiflich zu machen. Aber, entweder fehlten mir die Worte, oder er verweigerte sich sogar ganz dem Gespräch. Es kam daher nicht selten vor, dass ich nach so einer Fahrt nach Holland wütend das Auto verließ.

Wolfgang hätte mich gerne in ein Krankenhaus

gebracht, doch er wollte mich nicht noch

mehr verärgern.

Bild zu Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel, Höhle der LöwenCIMG2293 CIMG2322 CIMG2288 CIMG2347

Und so einen Akt hätte ich ihm bestimmt nicht verziehen.

Vor Ärzten hatte ich einfach große Angst. Sie würden mich als verrückt abstempeln und mir wer weiß was für Medikamente geben. Ich aber war nicht verrückt. Gut, ich war mittlerweile mit den Nerven völlig herunter, aber ich wusste ganz genau, dies hatte seinen Grund in dem ungeheuerlichen Angriff dieser Außerirdischen. Der Blitz war mein Problem, und diesen Blitz hatten diese unheimlichen Leute mir angetan. Aber ich würde es ihnen irgendwann heimzahlen. Ich würde, wenn ich erst mal wieder klardenken konnte, allen davon erzählen. Ich würde ihre Tarnung auffliegen lassen und dann würden sich auch alle anderen, die mit ihnen Kontakt gehabt hatten, an diese Menschen aus der Zukunft erinnern.
Manchmal machte Wolfgang auch einen kleinen Spaziergang mit mir oder wir fuhren mit dem Fahrrad über die Felder und in den Meerbuscher Wald. Dies waren jedes Mal eine große Herausforderungen für mich. Ich fühlte mich nämlich nur noch in Osterath selbst sicher. Sobald wir jedoch die Ortsgrenze übertraten, hatte ich das Gefühl so etwas wie Freiwild zu sein.

Der Ort war für mich eine Schutzzone, hier durften die Agenten,

die natürlich immer noch unterwegs waren, mir nichts tun.

Außerhalb jedoch gab es diesen Schutz nicht.

Da hatten sie die Freiheit mich anzugreifen. Ich schaute mich daher immer genau um, versteckte sich nicht dort im Baum auf dem Hochsitz einer und zielte mit einem Gewehr auf mich? Und die Frau, die mit dem Fahrrad an uns vorbeifuhr, warum hatte sie ein Küchenmesser in ihrem Fahrradkörbchen? Wollte sie mich damit erstechen oder nur warnen? Auch Wolfgang war mir suspekt. Im Wald war er einmal vom Fahrrad abgestiegen und auf eine Lichtung getreten. Ich ging hinterher, doch ich hatte große Angst, dass er mich nun vielleicht endlich und wahrhaftig umbringen wollte.
In meinem Kopf führte ich die ganze Zeit irgendwelche Gespräche mit Leuten, die sich in mein Gehirn eingeklinkt hatten. Selbst der Papst war unter ihnen. Auch Tom Cruise. Er warnte mich vor allem vor den Ärzten und er erklärte mir, sehr verliebt in mich zu sein.

Ich war wirklich nur noch sehr selten nicht auf Empfang.

Jeder Hinz und Kunz schien sich bei mir

einschalten zu können.

Bild zu Goldbarren gefundenBild zu WespeAktualisiert am 19. September 2018, 14:00 Uhr

Es waren auch ausgesprochen perverse Persönlichkeiten darunter,

sie litten unter den unterschiedlichsten Wünschen und suchten Rat bei mir.

Einmal war es ganz besonders schlimm. Ich hatte wirklich ganz stark den Eindruck, dass man diesmal nicht nur gedanklich mit mir Kontakt hielt, nein, diesmal schaute jemand direkt durch meine Augen. Ich war gerade auf Toilette gewesen und wollte abziehen, das warf dieser Jenige einen Blick in meine Toilette. Das war mir unsagbar unangenehm. Ich wollte, dass dieser Jenige aus meinem Kopf verschwand, doch das Gefühl ließ sich nicht abschütteln. Ich empfand dies wirklich als einen unerträglichen Eingriff in meine ganz persönliche Privatsphäre. Es wollte mir einfach überhaupt nicht besser gehen, im Gegenteil, irgendwie wurde alles immer nur schlimmer.

Ich fühlte mich einer absolut feindlichen Macht völlig hilflos ausgesetzt.

Und keiner kam mir zu Hilfe, auch mein Therapeut konnte offensichtlich nicht mehr tun, als mir über das Fernsehen Beistand zu leisten. Immer öfter dachte ich: Ich leide unter unterlassner Hilfeleistung. Wenn ich mir beide Beine gebrochen hätte, dann würde man mich in ein Krankenhaus bringen, mich verarzten und bestimmt auch regelmäßig besuchen um mir Trost zu spenden. Doch in meinem Fall gab es nichts davon. Im Gegenteil, man ging mir aus dem Weg. Ich wurde immer einsamer, und darum war ich auch nicht schlecht überrascht und erleichtert, als es irgendwann an meiner Tür klingelte und drei Herren davor standen, die mich gerne sprechen wollten. Ich lud sie zu mir nach Oben ein und setzte mich mit einer Kanne Kaffee mit ihnen an den Esszimmertisch. Sie waren vom Ordnungsamt, wie sie mir erklärten und sie wollten wissen wie es mir geht. Das war ja nun doch wirklich sehr ungewöhnlich. Ich versuchte ihnen meine Lage zu schildern, aber ich hatte immer noch große Schwierigkeiten, die Dinge zu erklären. Doch man hörte mir sehr aufmerksam zu und am Ende empfahl man mir einen echten Therapeuten aufzusuchen, sie gaben mir eine Adresse und als sie nach 1 – 2 Stunden gegangen waren, da war ich doch ganz erleichtert. Man hatte mich also doch noch nicht ganz vergessen. Vielleicht hatte einer der Agenten endlich Mitleid mit mir gehabt und diese Männer zu mir geschickt. Es bekümmerte mich zwar, dass ich mich nicht hatte vernünftig erklären können, aber ich wollte ihren Rat befolgen und rief bei der angegebenen Telefonnummer an und machte einen Termin. Es handelte sich um eine Tagesklinik. Dort gab es jede Menge Psychiater und Therapeuten. Trotz meiner Angst mich außerhalb von Osterath aufzuhalten machte ich mich bald schon mit dem Fahrrad auf den Weg dorthin. Die Klinik war in Büderich und von mir aus leicht zu erreichen. Ich musste nur über die Felder und eine längere Strecke an einer Landstraße entlang fahren. Ich nahm all meinen Mut zusammen und setzte mich auf das Fahrrad. Wieder verfolgten mich zwar irgendwelche Kerle und sie zielten womöglich auch auf mich, aber ich kam dennoch heil in Büderich an. Ich hatte meine Handys dabei. Die waren mein Kontakt zu verschiedenen Personen. Sie konnten über die Handys, obwohl sie ausgeschaltet waren, meinen Gesprächen folgen. Ich wollte für dieses Gespräch mit einer gewissen Frau Mitschuleit Zeugen haben. Man sollte nämlich durchaus hören, was ich zu erzählen hatte.Ich erklärte dieser Frau, ich sei auf eine sonderbare Weise weltberühmt. Millionen
Menschen hätten womöglich an meinem Laptop gehangen und wären so meinen Sendungen gefolgt. Ich weiß nicht mehr was ich sonst noch alles sagte, nur dass es mir gut tat endlich jemandem von mir und meiner unglaublichen Geschichte erzählen zu können. Frau Mitschuleit zog auch nicht die Augenbrauen hoch sondern schien mich durchaus sehr ernst zu nehmen. Das tat mir wirklich sehr gut. Ich war darum auch bereit die Woche darauf wiederzukommen.

Nach diesem Termin bekam ich Post von einem

Richter in Neuss.

CIMG2345

Er wollte mich gerne sprechen und

hatte auch einen Termin bei ihm im Gericht angegeben.

Doch das kam für mich auf keinen Fall in Frage. Nach Neuss konnte ich einfach nicht fahren, das war wirklich viel zu gefährlich für mich. Büderich war schließlich schon so ein Problem, aber mit dem Zug in diese große Stadt zu fahren, dass war mir einfach nicht möglich. Dafür hatte ich einfach nicht mehr die Nerven. Ich rief also bei diesem Gericht an und schilderte meine Nöte. Kein Problem, meinte man dort, der Richter könne auch zu mir nach Hause kommen. Es wurde denn auch gleich ein Termin festgesetzt und es dauerte nur wenige Tage und ich erwartete den Richter. Was mochte er von mir wollen? Wollte er vielleicht mit mir über die Abhöraktion der Regierung reden? War man endlich bereit offen darüber zu sprechen?

Ich deckte den Tisch mit Kaffeetassen und legte auch einige Unterlagen

über mein Bombini auf den Tisch. Vielleicht würde ich ja

jetzt endlich auch mal persönlich dazu befragt.

CIMG9236

Es sollte jedoch ganz anders kommen.

Der Richter, ein durchaus sympathischer Mann, verordnete mir eine Betreuerin.

Und als ich dann von selbst auf mein Bombini und die Unterlagen zu sprechen kam, da winkte er ab. Darüber wollte er mit mir nicht reden. Er meinte noch die Betreuung sei erst einmal auf 7 Jahre angesetzt, ich könne allerdings, wenn es mir besser ginge die Betreuung auch wieder aufgeben. Es sei in gewisser Weise eine freiwillige Angelegenheit.
Obwohl der Mann über mein Bombini nicht hatte reden wollen war ich nicht enttäuscht. Ich war einfach froh, das überhaupt etwas passierte. Ich musste unbedingt aus dieser Isolation heraus und wenn der Staat jetzt auf diese Weise einschritt und half, dann wollte ich dafür offen sein.Ich fuhr in den folgenden 4 – 5 Wochen regelmäßig ein mal die Woche nach
Büderich zu Frau Mitschuleit. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was wir im einzelnen miteinander besprachen, ich hatte aber ja immer meine Handys dabei. Besonders wichtig war mir dabei das Handy, welches ich von meiner Mutter geschenkt bekommen hatte.

Hinter diesem Gerät versteckten sich aller Wahrscheinlichkeit

nach die Bösen, die Außerirdischen und vielleicht

auch die Hexen.

Bild zu EichhörnchenknotenAktualisiert am 19. September 2018, 10:37 Uhr

Sollten sie ruhig mitbekommen, dass ich

der Frau Mitschuleit von ihren Machenschaften berichtete.

Klar, ich blickte zwar immer noch nicht wirklich durch, ich hatte auch große Schwierigkeiten mich klar auszudrücken, ich sprang von einem Thema zum Nächsten und am Ende der Stunde wusste ich auch nicht mehr, was ich eigentlich erzählt hatte, aber die Leute am anderen Ende der Leitung dieses Handys wussten nun, ich war nicht mehr alleine. Es würde nun alles herauskommen und dann waren sie nicht mehr sicher vor mir. Vor mir und meiner Erinnerung. Ich würde sie eines Tages vor den Richter zwingen und diesen dann ein gerechtes Urteil fällen lassen. So eine umfassenden und nachhaltigen Eingriff in meine ganz persönliche Sphäre war unter Garantie niemanden erlaubt. Und einem dann auch noch das Gehirn zu löschen, dass war sowieso der absolute Hammer.

Der Sommer begann und das Wetter war wirklich sehr schön.

Es ging mir auch irgendwie etwas besser, ich hatte einen Weg aus der Isolation gefunden und mein Fernsehtherapeut leistete mir gute Dienste. Ich war wieder dazu übergegangen möglichst alles mitzuschneiden was er sagte. Das war zwar nicht ganz einfach, aber ich verfolgte damit ein wichtiges Ziel. Normalerweise war es so, der Therapeut war nur ganz kurz nach dem ich von einem Programm auf das Andere wechselte wirklich deutlich zu verstehen. Leider ließ sich aber genau dieser Teil nicht mitschneiden, denn der Rekorder brauchte immer eine gute Sekunde nach jedem Umschalten, bis er aufnahm. Dadurch gingen mir natürlich wichtige Botschaften verloren. Aber ich war zum Glück noch auf eine andere Idee gekommen. Da ich ja den Eindruck hatte, dass der Fernseher die ganze Zeit eigentlich über mein Leben sprach, wollte ich aus meinen Mitschnitten einen eigenständigen Film machen. Er sollte meine Geschichte wiedergeben. Das war doch wirklich eine ganz fantastische Idee, fand ich. Und so saß ich eigentlich die meiste Zeit vor meinem Laptop und sammelte diese Mitschnitte. Ich integrierte sie nicht in meine Internetseite, die war sowiesoeigentlich schon viel zu umfangreich. Ich legte Ordner an und diese wurden mit der Zeit immer voller. Es frustrierte mich, dass ich die eigentlichen Botschaften irgendwie nur selten aufgenommen bekam, aber es machte mir trotzdem großen Spaß. Diese Schnibbelfilme waren einfach toll. Gut, den Film über mich bekam ich irgendwie nicht so recht hin, aber was machte das schon? Ich war bestens beschäftigt und irgendwann würde mir der Superschnibbelfilm gelingen. Natürlich hing dabei viel vom Zufall ab, aber wenn der erst einmal richtig zuschlug, dann hatte ich einen Film, der unter Garantie großes Aufsehen verursachen würde.
Ich nahm einige dieser Filme auch mal mit zu Frau Mitschuleit, denn sie war bereit sich diese Sache anzuschauen, doch leider funktionierte es nicht an ihrem Rechner. Sie konnte keine DVDs abspielen. Nun, gut, das war zwar enttäuschend, aber gemessen an den Problemen mit denen ich mich sonst herumzuschlagen hatte war es dann doch nur eine Kleinigkeit.

Ich wusste, irgendwann würde ich mit

meinen Schnibbelfilmen noch mal

total berühmt.

Bild zu Spitzenkandidaten, Landtagswahl, Bayern, Überblick

So, jetzt war ich noch mal schnell Eier kaufen, die habe ich

nämlich heute Morgen vergessen mitzunehmen, als ich im Supermarkt war.

Heute gibt es ein Gericht, dass kenne ich von Mansur. Da wird türkische Knoblauchwurst in Scheiben geschnitten und gemeinsam mit einer gewürfelten Paprika, zwei Tomaten und einigen Frühlindzwiebeln angebraten, dann kommt noch etwas Schafkäse dazu und zum Schuss ein paar Eier. Das Ganze wird auf türkischem Fladenbrot gegessen und es ist sehr lecker. Ich denke auch nicht, dass dies sehr viele Kalorien hat. Zum Frühstück hatte ich mein obligatorisches Brot mit Kräuterquark. Dazu Kaffee, diesmal schwarzen Filterkaffee. Ich schreibe das so genau, damit Sie verstehen, ich ernähre mich wirklich nicht grundsätzlich falsch, trotzdem habe ich das Gefühl jetzt noch dicker zu sein als letzte Woche. Ich traue mich gar nicht auf die Waage.

Langsam glaube auch ich, es liegt an den blöden Tabletten.

Pjotr Wersilow

Oder ist dies nur eine Ausrede?

Gestern Abend kam Wolfgang mit einem Eis nach Oben vor den Fernseher.

Ich dachte, ich gucke nicht richtig. Wollte er nicht auch etwas vorsichtiger mit dem Essen sein? Ich wollte mir so ein Eis jedenfalls diesmal nicht antun, zu oft schon hatte ich mich von ihm dazu verführen lassen. Er meinte denn auch als er das Eis auf hatte, es hätte gar nicht gut geschmeckt. Mir schien das reiner Trost zu sein, aber ich nahm ihn dankbar auf.Jetzt kommen wir so langsam zu Ende des ersten Teiles meiner Geschichte. Sie beginnt mit einem Abendessen zu dem ich Wolfgang eingeladen hatten. Es gab etwas ganz Besonderes. Ein Kartoffel-Obst-Gratin mit Schimmelkäse. Das hört sich jetzt vielleicht etwas ungewöhnlich an, aber dieser Auflauf ist, wenn er gut gelingt, eine Köstlichkeit. Und gar nicht teuer, denn Geld hatte ich fast keines mehr für diesen Monat. Dabei war es erst Anfang Juli.

Wolfgang kam also am frühen Abend vorbei, es war ein Samstag. 

Wie saßen am Tisch, aßen und unterhielten uns. Natürlich ging es wieder mal um mich und meine Situation. Ein nicht ganz leichtes Thema und es kam wie es kommen musste, bald schon wurde die Situation für mich ziemlich stressig. Er verstand meine Lage einfach nicht. Er unterschätzte sie gewaltig. Das wurde endgültig klar als er sich irgendwann dazu hinreißen ließ mir zu empfehlen doch endlich mal wieder etwas arbeiten zu gehen. Das war ja nun wirklich total unverschämt! Was sollte ich denn seiner Meinung nach noch alles in meinem Zustand tun? Mein Gehirn funktionierte doch immer noch nicht richtig. Und dann der ganze Stress, da konnte ich doch nun wirklich nicht auch noch arbeiten gehen. Außerdem hatte ich mit meinen Schnbbelfilmen wahrlich genug zu tun. Ich wurde plötzlich so unendlich sauer auf ihn, dass ich kurzer Hand aufstand, um den Tisch herum ging und ihm eine saftige Ohrfeige verpasste. Sollte er nur spüren, dass er die Grenze des für mich Erträglichen weit überschritten hatte. Er war sprachlos und packte umgehend seine Sachen und verließ mich ohne noch weitere Worte zu machen. Ich lief oben ans Fenster und schaute zu ihm auf die Straße und rief ihm noch einige Gemeinheiten hinterher. Was für ein Arschloch war er doch in Wirklichkeit! Mich arbeiten zu schicken war wirklich das Letzte! Einfach total unverschämt, erst brachte man mich fast um den Verstand, dann löschte man mir das Gehirn, anschließend stellte man sich Unwissend und zu guter Letzt ignorierte man alle diese Dinge und meinte mir gute Ratschläge erteilen zu müssen. Diese Ignoranz ging mir ganz gehörig auf die Nerven. Es war irgendwie das Gleiche wie mit diesem Michael, Rolands Bruder. Er hatte kurz nach Neujahr unangemeldet vor der Tür gestanden und mich freudestrahlend mit den Worten: „Na, lebst Du noch!“ begrüßt. Ich war ob dieser Unverfrorenheit total wütend und knallte ihm mit einem kräftigen „Arschloch!“ die Tür vor der Nase zu. Das war doch wirklich der Gipfel, hatten die alle denn gar keine Ahnung, was sie mir alles angetanhatten? Wollte man mich jetzt endgültig an den Rand des Wahnsinns treiben? Wie konnte es nur sein, dass sie nicht wussten, wie dreckig es mir ging? Ich drohte nach diesem gescheiterten Abendessen endgültig die Geduld zu verlieren und überlegte mir, mich an mein Bombini zu hängen. Dieses hing als Lampenersatz von der Wohnzimmerdecke.

Ich dachte: Ich brauche doch nur den 6000-Volt-Trafo daran anzuschließen,

einmal anfassen und das ganze Leid wird endlich

ein Ende haben.

Warten auf den ersten Sieg:

Bild zu 1. FC Magdeburg - Arminia BielefeldAktualisiert am 17. September 2018, 23:10 Uhr

Ich bereitete am nächsten Tag alles für einen solchen Schritt vor.

Ich holte den Trafo aus der Ecke und schoss die gelben Kabel daran an. Dann steckte ich sie in die Buchsen des Bombinis. Anschließend stellte ich die Kamera auf. Sollte es ruhig Zeugen für mein Ende geben. Hinter dieser Kamera versteckte sich schließlich nicht nur der KGB sondern auch Christian und Michael.

Sie würden bestimmt zuschauen.

Dass Michael und Christian ebenfalls hinter dieser

Kamera steckten, hatte ich irgendwann im Winter festgestellt.

Da hatte sich nämlich plötzlich das Bild auf dem Display geändert und ich sah Christian, gemeinsam mit Michael, vor einem Tisch mit Bildschirmen sitzen. Sie drehten sich um und winkten mir über die Kamera zu. Sie lachten sich halb schlapp, ihnen schien das Ganze ungeheuren Spaß zu machen. Ich hatte sie auch in einem Traum, oder war es überhaupt ein Traum, ebenfalls so nebeneinander sitzen sehen. Sie schauten sich Filme von mir an, doch als ich diese mir genauer anschaute stellte ich fest, diese Filme konnten unmöglich von mir sein.
Ich trug darauf die hässlichste Jacke, die ich hatte. Überhaupt ich sah ziemlich schlimm auf diesen Aufnahmen aus und zu guter Letzt manipulierten die Zwei die Aufnahmen auch noch und machten mich total dick. Dabei kugelten sie sich vor Lachen. Mir war allerdings in diesem Moment gar nicht zum Lachen zu Mute. Diese Filme waren schließlich magische Filme und sie zeigten die Zukunft. Wollten die Beiden mich also völlig unmöglich aussehen lassen? Was, wenn ich jetzt tatsächlich dick würde? Einfach ungeheuerlich. Die Jungens hatten überhaupt keinen Respekt vor mir und unterschätzten die Auswirkungen ihres Tun gewaltig.

Ich hatte mit solchen Freunden überhaupt keine Chance.

Ich sah ein, ich war auch mit diesem Projekt, meinem Bombini-Projekt völlig gescheitert. Die Welt ließ sich einfach nicht retten, nicht mit solchen Kandidaten in meinem Umfeld.Als dann endlich mit dem ganzen Aufbau fertig war und eigentlich auch gleich zur Tat scheiten wollte, da fiel mein Blick auf ein Foto meines Sohnes. Ich fragte mich: Wir er wohl nach dem Grund für meinen Selbstmord suchen, wird er meine Unterlagen durchsehen und nach Antworten suchen? Würde er durch sie überhaupt verstehen können, was mich zu diesem Schritt gezwungen hatte?

Ich schätzte die Sachlage wohl richtig ein und kam zu dem Schluss, nein,

er wird nicht danach suchen und wenn, er würde nicht schlau daraus.

Wollte ich so einen Abgang also wirklich?

Wollte ich ihm dies Antun, eine Mutter die sich selbst

umgebracht hatte nur weil sie als Designerin

kläglich gescheitert war?

So würde es doch am Ende wahrscheinlich interpretiert. Keiner würde so von dem unheimlichen Kampf hören, den ich mit den Kräften der Finsternis gekämpft hatte. Alles wäre endgültig umsonst gewesen. Mein Scheitern wäre absolut und unwiederbringlich. Das war also nicht der richtige Weg, entschied ich. So schwer es auch für mich war, ich musste weitermachen, ich musste Leben um zu Siegen. Und hatten dies nicht alle immer Vorhergesagt, ich würde einmal weltberühmt. Ich und mein Bombini. Also baute ich den ganzen Kram wieder ab und fügte mich meinem Schicksal.
Mir ging es dabei allerdings total schlecht. Ich war völlig hoffnungslos. Meine Situation war fatal. Jetzt hatte ich sogar meinen letzten mir verbliebenen Freund aus dem Haus vertrieben. Und Geld für den Monat hatte ich auch kaum noch. Es sah alles ziemlich düster um mich herum aus, aber umbringen wollte ich mich deswegen jetzt nicht mehr. Ich musste einfach irgendwie wieder zu Kräften kommen. Ziemlich erschöpft von diesem nervenaufreibenden Tag legte ich mich relativ früh zu Bett.

In der Nacht hatte ich dann einen alles entscheidenden Traum.

Ich träumte von einem jungen Liebespaar. Beide hatten sich gerade umgebracht und ihre Seelen meldeten sich bei mir. Der Junge erklärte: „Monica, das haben wir für Dich gemacht. Für Dich und Dein Bombini. Die Dinge werden sich durch unseren Freitod so entwickeln, dass man endlich auf Dich aufmerksam werden wird. Dein Erfolg wird dadurch nicht weiter zu verhindern sein.“ Als ich noch ganz in diesen Traum gefangen wach wurde, war ich total durcheinander. Ich ging hinunter vor meinen Laptop und schaltete das Fernsehprogramm ein. Dort liefen die Nachrichten des Frühstückmagazins. Der Sprecher berichtete gerade von einem gemeinsamen Selbstmord eines jungen Paares aus dem Sauerland. Jetzt war ich plötzlich hell wachund völlig außer mir. Das konnte doch nicht wahr sein! Was für eine unsinnige Tat! Und das nur wegen mir und meinem Bombini! Einfach unglaublich! Schrecklich! Es war diesmal schlimmer als die Sache mit dem Alkeidakämpfer.

Damals hatte ich auch vor dem Laptop gesessen. Plötzlich war aus dem Nichts neben mir ein Mann aufgetaucht. Er war offensichtlich südländischer Natur. Er trug schwarze Anziehsachen, sah aber ansonsten ganz sympathisch aus. Er setzte sich zu mir und meinte:“ Monica, jetzt wird es aber wirklich so langsam höchste Zeit mit Dir. Wenn Du es nichts schaffst in kürzester Zeit nach Amerika zu fliegen, um dort Dein Bombini an höchster Stelle vorzuführen, dann wird ein großes Blutbad geschehen. Der Attentäter ist schon unterwegs.“

Dann war der Mann so wie er gekommen war auch wieder weg.

Was sollte ich denn davon halten?

Doch als ich wenige Stunden später wieder einmal Nachrichten schaute, da erfuhr ich dort, dass ein Attentäter in einem Stadion in Amerika 33 Menschen mit einer Bombe umgebracht hatte. Es war höchstwahrscheinlich einer dieser schrecklichen Selbstmordanschläge von Alkeida gewesen.

Jetzt war ich aber dann doch geschockt.

Ich hatte doch gar keine ehrliche Chance gehabt diese Sache zu verhindern.

Wie hätte ich denn so schnell nach Amerika kommen sollen, von welchem Geld? Und wer würde mich schon anhören, dass war doch der totale Irrsinn. Offensichtlich wollte man mich durch solche Dinge nur unter Druck setzen. Das wollte ich mir jedoch nicht anziehen. Bei dieser zeitlichen Enge hatte ich schließlich von Anfang an keine echte Chance gehabt. Ich zog mir diesen angebotenen Schuh also nicht an und vergaß die ganze Sache schnell wieder. Jetzt allerdings erinnerte ich mich wieder gut daran und ich fragte mich, was wohl noch alles passieren würde, nur um mein Bombini endlich veröffentlicht zu sehen.

Was glaubten diese Narren eigentlich wie leicht sich dies bewerkstelligen ließ?

Ich hatte zwar meine Internetseite nun schon seit einem halben Jahr fertig, aber wie bekam ich sie ins Netz? Michael, den Einzigen, der von so etwas Ahnung hatte, den hatte ich schließlich auch vergrault. Nein, sagte ich mir, so kann das wirklich nicht mehr weitergehen. Ich beschloss zur Polizei zu fahren. Die würden sich doch sicherlich für den Grund der jungen Leute interessieren, die sich gerade umgebracht hatten. Und das selbst Alkeida mit im Spiel war, nun das war nur ein weiterer Grund mehr.Ich machte mich also auf den Weg nach Büderich, wieder mit dem Fahrrad. Es war noch früh am Tag, gerade mal halb Acht. Ich hatte meinen Drahtaktenkoffer mit einigen DVDs und meinen Laptop dabei. Ich wollte ihnen meine Arbeit zeigen und alles erklären.
Bei der Polizei angekommen wurde ich in die zweite Etage geschickt und dort verlangte ich einen Polizeipsychologen zu sprechen. Man nahm mir darauf hin den Ausweis ab und kontrollierte ihn in einem Nebenraum. Ich wartete. In dem Zimmer waren mehrere Polizisten, in Uniform und in Zivil. Sie gingen ruhig ihrer Arbeit nach und kümmerten sich nicht groß um mich. Da kam ein älterer Polizist aus dem Nebenraum und gab mir meinen Ausweis zurück mit den Worten:

„Fahren sie jetzt am Besten einfach wieder nach Hause.“

Das war allerdings das Letzte was ich tun wollte und ich begann Theater zu machen. Ich knallte meinen Aktenkoffer auf den Tisch, einige DVDs fielen heraus und breiteten sich auf dem Tisch aus. Ich wurde laut und weigerte mich schicht und ergreifend zu gehen, ohne mit einem Psychologen gesprochen zu haben. Da sahen die Polizisten ein, dass ich es wirklich ernst meinte und man versprach, mir umgehend den Kollegen rufen zu lassen. Ich hatte schon mal, viele Jahre war es her, hier auf der Wache mit so einem Mann gesprochen.

Damals ging es um meinen durchgeknallten Nachbarn, den Herrn Bisigo.

Er hatte uns die Fenster des Autos mit schwarzer Farbe besprüht, Kartoffelschalen in den Auspuff gesteckt, die Antenne abgebrochen und er bedrohte uns mit einem Schlagstock, den er immer griffbereit im gemeinsamen Hausflur liegen hatte. Damals hatte ein Mann, er war ein junger Polizeipsychologe, mir und meinem Sohn sehr aufmerksam zugehört und wir hatte besprochen, wie man auf so einen Mann einwirken konnte. Mein Nachbar bekam dann auch Besuch von zwei Polizisten und danach war erst mal wieder Ruhe im Haus. Jetzt erhoffte ich mir einen ähnlich hilfreichen Zuhörer.
Ich wurde in ein anderes Zimmer gebeten, eine Polizistin untersuchte mich nach gefährlichen Gegenständen und dann kam er auch schon. Er war ein sympathisch wirkender, gutaussehender Mann. Ich fasste sogleich Vertrauen zu ihm. Er setzte sich zu mir an den Tisch und fragte mich, was mich denn hergeführt hätte. Da fragte ich mich, wo ich denn bloß anfangen sollte, die ganze Geschichte war schließlich nicht leicht zu erzählen. Ich beschloss als Erstes die Begegnung mitmeinem Großvater anzuschneiden. Doch ich hatte noch nicht eine Minute erzählt, da stand der Mann auf und entschuldigte sich für einen Moment. Ich wartete allein in dem Raum. Dann kam er zurück, setzte sich direkt vor mich und meinte zu mir:

„Frau Kraemer, was halten Sie davon, wenn wir Sie in ein Krankenhaus bringen.“

Ich war ziemlich perplex, damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet. Aber ich überlegte nur kurz. Ja, sollten sie mich in ein Krankenhaus bringen, mir war es Recht. Nach Hause wollte ich jetzt jedenfalls nicht mehr. Mir gingen die ganzen Wanzen und die Überwachung, total auf die Nerven. Ich wollte endlich frei davon sein, nun, und in einem Krankenhaus würde ich sicherlich auch von diesen Herbeigebeamten sicher sein. Außerdem gab es dort ein sauberes Bett und etwas zu Essen. Ich war schließlich total pleite und hätte sowieso nicht gewusst wovon ich die kommenden zwei Wochen leben sollte.

Also, ich war bereit diesen Schritt zu gehen.

Man verfrachtete mich in einen Polizeibus und eine

nette Polizistin nahm vor mir auf

einer Bank Platz.

Sie lächelte mich freundlich an und ich sah die Stadt an mir vorbeiziehen. Die Fahrt dauerte nicht lange und wir hielten vor einem Krankenhaus irgendwo in Neuss. Ich wurde auf die dritte Etage geleitet und auf einer geschlossenen Station eingeliefert. Ich bekam ein Bett und ein Medikament und noch ehe ich viel darüber nachdenken konnte, war ich auch schon eingeschlafen.
Als ich wieder wach wurde, saß meine Mutter an meinem Bett. Sie schaute mich besorgt an und fragte mich: „Monica, was machst Du denn nur für Sachen?“ Ich wusste nicht was ich ihr sagen sollte. Wie sollte ich ihr erklären, was sich in den letzten Monaten, ja, es war fast schon ein ganzes Jahr, bei mir in den eigenen vier  Wänden zugetragen hatte?

Sie würde mir das alles bestimmt nicht glauben können.

Ich sagte also nichts und bald darauf war sie auch schon wieder verschwunden.

Ich durfte mich duschen und da meine Mutter mir etwas zum Anziehen mitgebracht hatte, zog ich mir auch etwas Sauberes an. Ich ging in den Raucherraum und drehte mir eine Zigarette. Mir stand nun ein Gespräch mit den Ärzten bevor. Wie sollte ich denen meine Lage nur erklären? Würde man mir glauben? Ich bekam erste Zweifel, ob die Idee mit dem Krankenhaus wirklich gut gewesen war. Aber immerhin, ich durfte meinen Laptop auf dem Zimmer behalten, zur Not gab es also immer noch meinen Fernsehtherapeuten.Ich wartete im Gang auf einem Stuhl auf das Gespräch. Neben mir saßen noch
andere Patienten. Im Raucherraum hatte ich schon die Ersten kennen gelernt.

Eigentlich waren hier alle ganz nett, auch die Pfleger in ihrem verglasten Büro. Sie hatten mich freundlich aufgenommen und was das Beste war, sie hatten mich in ein Zimmer gelegt, an dem von der Decke Kameras hingen. Endlich konnte ich die Dinger sehen. Ich wurde also von ihnen beobachtet. Mir war das sehr Recht, so hatten die Außerirdischen oder ihre Mitstreiter keine Chance mehr unerkannt bei mir hereinzuschneien. Natürlich würden sich meine allgegenwärtigen Agenten sicherlich fragen, wo ich abgeblieben war, aber wahrscheinlich wussten sie ja auch schon Bescheid. Ich wurde in das Ärztezimmer gerufen. Dort saßen mehrere Personen und schauten mich neugierig an. Ich setzte mich auf den zugewiesenen Sessel und die Befragung begann. Ich kann mich nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern, nur an die Reaktion als ich von Alkeida erzählte und davon, dass meine Wohnung verwanzt sei. Das reichte ihnen und ich wurde endgültig in ihren Kreis aufgenommen. Sechs Wochen sollte ich mindestens bleiben.

Außerdem verschrieben sie mir Medikamente.

Ich wehrte mich nicht dagegen.

Bild zu Paula Lambert

Ich hatte vor ein williger Patient zu sein.

Ich wollte auf keinen Fall noch mal wie bei der Polizei die Beherrschung verlieren.

Ich ging zurück auf mein Zimmer. Neben mir lag eine junge Frau, ihre Arme waren verbunden und sie war ans Bett gefesselt worden. Sie schien zu schlafen und so klappte ich meinen Laptop auf und suchte nach einer Antwort auf meine Situation meines ganz persönlichen Therapeuten. Ich schnitt auch fleißig mit und war bald in meiner Arbeit versunken.
Da meldete sich ein Pfleger bei mir und meinte ich hätte Besuch. Ich ging aus dem Zimmer und da stand Wolfgang. Ich freute mich sehr, dass er vorbeigekommen war. Er hatte mir die Ohrfeige also doch nicht wirklich übel genommen und jetzt sah er bestimmt auch endlich ein, ich war absolut nicht arbeitsfähig.

Wir gingen in das Raucherzimmer. Es war der kleinste

Raum auf der Station, aber er war immer

gut besucht.

Wolfgang und ich sprachen glaube ich nicht wirklich viel miteinander, zumindest kam er auch noch mit anderen ins Gespräch. Irgendwann verabschiedete er sich dann, aber er versprach am nächsten Tag gleich nach der Arbeit wieder zu kommen. Das war wirklich sehr nett von ihm und so ging ich bald schon wieder zufrieden auf mein Zimmer zurück.

Der Fernseher wartete schließlich schon auf mich.

Meine Zimmerngenossin war wach. Sie hieß Claudia und war wegen ihrer Ritzerei auf der Station. Sie wurde von dem Drang, ja der Sucht nach Schmerz dazu getrieben sich die Arme mit Rasierklingen blutig zu schneiden. Sie war auch nicht zum ersten Mal in der Klinik deswegen. Es war offensichtlich nicht so einfach diese Ritzerei in den Griff zu bekommen. Sie sagte mir, sie müsse es tun, nur dann ginge es ihr etwas besser, sonst litt sie einfach zu sehr. Das Scheiden half und darum tat sie es immer wieder. Ich sollte noch erleben, selbst hier im Krankenhaus fand sie die Möglichkeit sich dies anzutun. Die Pfleger durchsuchten zwar regelmäßig nach etwaigen Werkzeugen das Zimmer und auch ihre Sachen, aber verhindern konnten sie es trotzdem nicht. Sie war immer noch ans Bett gefesselt und ein Pfleger kam herein um sie umzuschnallen, damit sie auch mal auf der Seite liegen konnte.

Mein Laptop störte sie nicht und so saß

ich eigentlich den halben Tag im Bett sitzend davor.

Später stellte ich den Rechner auf einen Tisch, der sich im Raum befand und setzte mich davor. Die restliche Zeit saß ich im Raucherzimmer und schaute dort gemeinsam mit den anderen Rauchern in den dort befindlichen Fernseher und qualmte Eine nach der Anderen. Das taten fast alle auf der Station. Rauchen beruhigte die Nerven und verminderte irgendwie auch die Wirkung der starken Medikamente, die jeder hier verabreicht bekam. Regelmäßig wurde man an die Tür des Pflegerbüros gerufen und dort wartete schon ein kleines Plastiktöpfchen mit den entsprechenden Pillen. Und das war im Grunde auch schon die ganze Therapie.

Ausführliche Gespräche mit den Ärzten fanden nicht statt.

Einmal in der Woche war eine sogenannte Visite. Dazu ging man in ein Ärztezimmer und man beantwortete einige Fragen nach dem Befinden, vielleicht wurde die Dosis der Medikamente dabei angepasst, dann noch der Hinweis auf einige Therapieangebote des Hauses, aber die waren freiwillig. Ich hatte darauf überhaupt keine Lust und konnte mich erfolgreich davor drücken. Man hatte mir eine Maltherapie angeboten, doch alleine schon der Gedanke daran schreckte mich ab. Ich wollte vor meinen Fernseher, ab und an eine Zigarette rauchen, mehr nicht. Mit irgendwelchen anderen Therapien konnte man mich nur jagen.

Ich war vielleicht 4-5 Tage auf der Station, da bekam ich Besuch von Barbara

und Leonie. Meine Mutter war auch dabei, soweit ich mich erinnere.

Bild zu Hajo SeppeltAktualisiert am 17. September 2018, 22:45 Uhr

Später war auch Wolfgang zugegen. Wir saßen im großen

Aufenthaltsraum, der von den Pflegern durch eine große Glasscheibe einsehbar war.

Es gab dort eine Tischtennisplatte, einige Sessel vor einem niedrigen Tisch und ein paar Pflanzen. Von diesem Raum aus gingen viele Patientenzimmer ab, auch mein eigenes. Der Raucherraum grenzte ebenfalls daran. Wie hatten es uns auf den Sesseln bequem gemacht und Barbara packte ein Geschenk aus. Es war eine kakigrüne, halblange, coole Hose. Ich war darüber sehr erfreut, Klamotten konnte ich gut gebrauchen. Ich zog sie gleich an und sie saß wunderbar. Ich bedankte mich und es kam ein lebendiges Gespräch in Gang. Meine Mutter saß ein wenig verknittert daneben und hielt sich zurück. Ihr waren meine Freundinnen nicht sonderlich sympathisch.

Die Stimmung war also an sich ganz gut als Wolfgang kam.

Doch ich war plötzlich gar nicht mehr gut drauf. Ich legte mich denn auch gleich mit ihm an und es dauerte nicht lange, da ergriff er die Flucht. Auch meine Freundinnen und meine Mutter wollten jetzt lieber gehen und so saß ich bald schon wieder alleine da. Ich ging eine rauchen und dann in mein Zimmer. Mein Laptop lief mir zum Glück nicht weg. Über Nacht allerdings musste ich ihn bei den Pflegern abgeben, morgens um 10 bekam ich ihn dann wieder zurück. Auch meine Zimmergenossin Claudia durfte nun einen Laptop haben. Ein Freund brachte ihn vorbei und so saßen wir oft gemeinsam vor unseren Kisten.
Claudia verschlang Unmengen an Süßigkeiten und hatte wohl auch deshalb ein paar Kilo zuviel. Noch war sie jung und es sah noch nicht schlimm aus, aber sie litt dennoch ein bisschen unter ihren Speckrollen. Wir verstanden uns gut und erzählten auch ab und zu miteinander. Man hatte ihre Fesseln abgenommen und so konnte sie sich wieder etwas freier bewegen. Rauchen tat sie allerdings nicht, so dass sie eigentlich nie ins Raucherzimmer ging. Sie bekam wie ich regelmäßig Besuch von einem Freund, der wohl gerne ihr Partner werden wollte. Mir schien, sie hatte sich noch nicht recht für ihn entschieden. Sie freute sich zwar wenn er kam und Süßes und andere Nettigkeiten vorbei brachte, aber ich habe sie nie sich küssen gesehen. Ich gab Wolfgang jedes Mal einen Kuss wenn er kam und wenn er wieder ging. Und er kam täglich wie ich ja an anderer Stelle schon mal geschrieben habe.

Er erzählte mir nun auch, dass auch er schon

mal so etwas wie ich erlebt hätte,

zwei mal sogar.

Bild zu Wer wird Millionär, Günther Jauch, Jasmin Capuano

Das konnte ich mir allerdings überhaupt nicht vorstellen.

So einen Wahnsinn wie ich hatte bestimmt noch keiner erlebt.

Aber er blieb dabei, auch er sei mit so einer Psychose vertraut. PsychKG hieß auch der Paragraf nachdem ich eingewiesen worden war. Das betraf Leute, die von der Polizei eingeliefert worden waren. Es waren unter den Patienten einige, die nach dieser sog. PsychKG aufgenommen worden waren. Und für alle galt, mindestens 6 Wochen. Ich hatte mir allerdings fest vorgenommen, keinen Anlass dafür zu verbieten diese KG zu verlängern. Ich würde alles machen, was man von mir verlangte und dann wollte ich wieder nach Hause. Mit Wolfgang an meiner Seite traute ich es mir durchaus wieder zu. Und er würde sich fortan um mich kümmern, das hatte er mir versprochen. Er wolle für mich da sein, denn er wüsste genau, dass ich jetzt Freunde gut gebrauchen konnte. Er hatte sich meinen Telefonkalender geben lassen um einige, oder besser gleich alle Freunde, herbei zu trommeln. Allerdings hatte er damit nur bedingt Erfolg. Heiko kam einmal und meine alte Jugendfreundin Brigitte kam sogar zweimal. Doch das war es dann auch schon. Mit Psychokram wollte eben kaum einer in Berührung kommen.

Zu Essen gab es in einem größeren Raum in der Nähe der Stationsküche.

Man konnte aus zwei Gerichten wählen und sich das Essen an einer Essensausgabe abholen. Meistens gab es dabei keine größeren Probleme. Jeder suchte sich einen freien Platz und aß das zumeist ganz ordentliche Essen. Nur einmal rastete eine Patientin aus und schmiss ihren Teller auf den Boden. Sogleich waren Pfleger zur Stelle, die sich dieser sonderbaren Situation auch gleich annahmen. Es kam zwar etwas Unruhe bei den Patienten auf, aber offensichtlich war man dies von dieser Frau schon gewohnt. Sie wurde auf ihr Zimmer gebracht und ich habe sie danach nie wiedergesehen. Sonst merkte man eigentlich den Patienten nicht an, dass etwas mit ihnen nicht in Ordnung war. Aber natürlich hatten alle ihre ganz besonderen Probleme.

Ich lernte eine Mutter von drei Kindern kennen.

Die Kinder waren schon etwas größer und hatten wohl nur wenig Sinn für ihre Mutter, zumindest habe ich sie nie als Besucher kennen gelernt. Der Frau war an sich nichts besonderes anzumerken, sie war meistens guter Laune und außerdem auch sehr großzügiger Natur. Mir schenkte sie einen schönen Gürtel zu meiner tollen, grünen Hose. Auch Schuhe hattesie für mich, aber die waren mir zu unbequem. Wie saßen oft beieinander und unterhielten uns. Leider weiß ich ihren Namen nicht mehr. Ich habe nämlich ein denkbar schlechtes Namensgedächtnis und seit meinem Gedächtnisverlusst konnte ich mir sowieso nur schwer etwas merken.

Wolfgang und ich kamen auch mit einer

etwas kleingewachsenen Frau in ein tieferes Gespräch.

Sie erzählte, dass sie unter schwerem Missbrauch zu Zeiten ihrer frühen Kindheit leiden würde. Wolfgang war sehr betroffen als er davon hörte. Aber letztendlich verhielt auch diese Frau sich ganz normal. Ich merkte eigentlich nicht, dass ich auf einer geschlossenen Station war, außer dass man nicht einfach so heraus gehen konnte. Aber das wollte ich sowieso nicht. Draußen vermutete ich die Agenten jetzt auf dem Parkplatz, den man vom Raucherzimmer aus gut im Blick hatte. Hier stand ich darum öfter und beobachtete das Treiben dort. War man jetzt enttäuscht von der Wendung, die diese Geschichte genommen hatte? Oder war es ihnen ganz Recht. Jetzt würde schließlich jeder meine Geschichten für Wahnsinn halten und nicht für ein reales Geschehen, und damit waren alle so gut wie aus dem Schneider.

Doch ich dachte nicht daran aufzugeben, irgendwann würde ich mit meiner

Geschichte an die Öffentlichkeit gehen und dann wollten wir sehen,

wem man letztendlich Glauben schenken würde.

Rafinha, Verletzung, FC Bayern,

17. Juni 2012

Es ist Sonntag und ich bin wie immer früh erwacht.

Ich war wohl wie so oft während des Fußballspiels auf dem Sofa eingeschlafen.

Wolfgang hingegen schläft wie meistens in meinem Bett. Auch jetzt schlummert er noch tief und fest. Ich hingegen habe schon die letzte Maschine Wäsche in den Keller gebracht, mein weißer Bademantel soll schließlich frischgewaschen in den wartenden Koffer. Ich habe mich entschieden auch Wolfgangs blaue Tasche mitzunehmen, so habe ich für all meine Sachen genügend Platz. Viel ist es allerdings nicht, was ich mitnehmen werde. Ich habe schlicht kaum etwas anzuziehen, das auch richtig passt. Außerdem ist schließlich Sommer und so ein T-Schirt oder auch eine Legging benötigt nicht viel Raum. Ich trage jetzt meistens Leggings und weite Oberteile, damit sehe ich noch halbwegs schlank aus, finde ich. Ich werde die Koffer heute Abend, wenn wir aus Köln zurück sind packen, denn morgen Nachmittag sollen sie ja schon abgeholt werden. Meine Aufregung nimmt so langsam wirklich zu. Hoffentlich wird es eine schöne Fahrt. Ich werde mir den MP3-Player aufsetzen und die Fahrt musikalisch untermauert erleben. Obwohl ich in solch technischen Dingen irgendwie immer noch sehr unsicher bin, aber ich habe es gestern alleine geschafft auf dieses kleine Gerät Musik aufzuspielen.
Solche Dinge machen mir seit meinem Gedächtnisverlusst große Schwierigkeiten. Ich kann mir einfach nur schlecht merken wie man dabei vorgehen muss. Auch neue Programme sind für mich ein Problem. Ich muss immer sehr viel nachfragen und komme eigentlich nur zurecht, wenn man es mir praktisch zeigt. Ich muss es sehen, eine Bedienungsanleitung ist einfach zu kompliziert für mich. Das war eigentlich schon immer so, nur hatte ich früher eine größere Auffassungsgabe. Dies ist auch der Grund wieso ich meine Filme noch nicht überarbeitet habe. Doch das ist leider notwendig, doch darauf komme ich noch zu sprechen.

Jedenfalls muss ich dazu neue und unbekannte Programme

benutzen und noch schrecke ich davor zurück.

Damals im Krankenhaus hatte ich keine derartigen Probleme, ich kannte die notwendigen Programme mittlerweile im Schaf. Doch so langsam begann ich an meiner Schnibbelei zu zweifeln. Was brachte mir dies jetzt noch? Wolfgang behauptete steif und fest, meine Filme würden in Wahrheit von niemandem gesehen.Es gäbe keine Agenten oder sonstigen Geister, die sich dafür interessierten. Auch an meinen Fernsehtherapeuten glaubte er nicht. Ich jedoch hatte es schließlich erlebt und konnte mir nicht vorstellen, dass ich mir dies alles einfach nur eingebildet hatte.

In der zweiten Woche meines Krankenhausaufenthaltes durfte ich mit Wolfgang die Station für eine Stunde verlassen um in der Parkanlage der Klinik etwas spazieren zu gehen. Die Ärzte und Pfleger sahen es gerne wenn mein Freund kam und vertrauten mich ihm an. Wir gingen meistens immer den selben Weg und auch die Gespräche ähnelten sich. Er wollte mich unbedingt davon überzeugen, dass ich tatsächlich eine Psychose hatte und all meine Erlebnisse nur eine Ausgeburt meines erkrankten Gehirnes waren. War das wirklich möglich? Ich erinnerte mich mittlerweile an so Vieles, dass mir wiederfahren war und ich konnte mir nur schlecht vorstellen, dass das alles eine Krankheit sein sollte. Keine Außerirdischen, keine Geheimgesellschaften, keine Agenten, kein Angriff auf mein Gehirn? Aber ich hatte die Leute doch gesehen, und dass meinem Gehirn etwas ganz Schreckliches passiert war, das war schließlich unbestritten. Und außerdem gab es ja auch einen guten Grund für diese Überwachung und den Angriff auf meine Persönlichkeit. Mein Bombini.

War dieses kleine Ding nicht Grund genug?

In der dritten Woche stellte ich die Anfertigung weiterer Schnibbelfilme fürs Erste ein. Der Fernseher sprach nicht mehr so richtig mit mir, oder ich verstand ihn einfach nicht mehr. Irgendwie war die Geschichte, die ich dort so fleißig verfolgt hatte zu einem stillen Ende gekommen.

Ich ging jetzt dafür öfter in das Raucherzimmer.

Mittlerweile kannte ich die Meisten gut und da die Stimmung in diesem verqualmten Zimmer selten schlecht war, fühlte ich mich unter den Mitpatienten eigentlich ganz gut aufgehoben. Mir schien, einige hatten wie ich ein besonderes Verhältnis zum Fernseher. Vielleicht nicht so ausgeprägt, aber auch sie bekamen offensichtlich Botschaften darüber. Ich stellte fest, ich hörte auch aus diesem allgemeinen Gerät etwas heraus, es war also gar nicht unbedingt notwendig vor meiner Kiste zu sitzen. Allerdings war das Gerät im Raucherzimmer nur einige Stunden am Tag an und wenn ich mich mit Hilfe des Fernsehers ablenken wollte, dann ging ich in mein Zimmer und schaltete den Laptop an. Aber so richtig befriedigend war es irgendwie alles nicht mehr. Mein Therapeut schien die Sitzungen abgebrochen zu haben. Die Pflegerbekamen mit, dass ich das Interesse an meinem Laptop so langsam verlor und sie freuten sich über diesen Fortschritt. Ich kam daher in ein anderes Zimmer. Auch Claudia durfte nun das Beobachtungszimmer verlassen und weil wir offensichtlich gut miteinander klar kamen, bezogen wir gemeinsam ein normales Krankenzimmer. Sie lag direkt am Fenster, ich nahe bei der Tür. Sie hatte ihren Laptop und ich hatte meinen. Doch auf ihrem konnte man nicht fernsehen und so saßen wir einige Male gemeinsam auf meinem Bett und schauten uns einen Film an. Sie war noch jung, vielleicht 20 Jahre und sie sah in mir so etwas wie eine große Schwester. Wir teilten uns eine Decke unter die wir schlüpften und waren uns dabei eigentlich ziemlich nah. Ich konnte sie gut leiden und wünschte ihr wirklich, dass sie von der Ritzerei loskam. Sie zeigte mir die vielen Narben auf ihren Armen. Es sah wirklich nicht schön aus, aber sie schien das ganz anders zu sehen. Jede Narbe stand für sie für ein gutes Gefühl.

Mir ging es eigentlich täglich besser

und ich wünschte mir so langsam mein Zuhause zurück.

Dass meine Wohnung vielleicht doch nicht verwanzt war, das wollte ich nun auch gerne glauben. Es mochte tatsächlich sein, dass ich mir dies mit den Wanzen eingebildet hatte. Vielleicht. Jedenfalls hier im Krankenhaus gab es keine. Nur die sichtbaren Kameras im Überwachungsraum. Ich konnte im Pflegerbüro die Bildschirme sehen. Das war absolut real. Die Kameras, die ich jedoch überall vermutet hatte waren entweder außerirdischen Ursprungs oder gar nicht vorhanden.

Ja, soweit konnte ich die Situation schon beurteilen. Aber dass die Dinge, die ich all die Jahre, ja Jahrzehnte erfahren hatte, auch auf meinem Mist gewachsen sein sollten, das bezweifelte ich immer noch. So leicht war ich nicht zu überzeugen, schließlich war dies ja das Ziel der Außerirdischen. Sie wollten unerkannt bleiben und taten alles dafür, dass man die Begegnung mit ihnen vergaß oder als Wahnvorstellung abtat. Diesen Gefallen wollte ich ihnen aber nicht tun. Ich hatte vor ihre Tarnung zu durchbrechen, ich wollte, dass die Menschen von ihnen erfuhren. Schließlich war es doch eine sehr faszinierende Sache, Menschen aus der Zukunft hatten die Möglichkeit entdeckt wie sie in die Vergangenheit reisen konnten. Sie hatten Kontakt zu den Toten, zumindest zu einigen von ihnen. Möglicher Weise reisten sie alle im selben Raumschiff. Das war doch eine coole Vorstellung, von ihr würde ich mich sicherlich nicht so leicht verabschieden.In der dritten und vierten Woche wurde ich gefragt, ob ich nicht am Küchenprojekt teilnehmen wolle. Das hieß, man durfte in der Stationsküche etwas kochen oder backen. Ich war dazu bereit und backte für alle Apfelkuchen, zwei große Bleche voll. Dazu durfte ich auch in dem nächstgelegenen Supermarkt einkaufen gehen. Das war schon so etwas wie eine kleine Freiheit. Ich überquerte den Parkplatz und schaute in die Autos. Es saß nirgendwo ein Agent mit Richtmikrofon.

Also waren sie weg oder nie da gewesen.

Entscheiden mochte ich das

noch nicht.

Ich war auch in der Kleiderkammer des Krankenhauses gewesen und hatte mir dort eine Jeans und ein nettes Oberteil ausgesucht. Die Sachen waren für die Patienten umsonst. In einem Büdchen, auch auf dem Gelände, konnte man sich Zigaretten, Süßes und Zeitungen kaufen. Ich kaufte mir natürlich Tabak. Davon brauchte ich eine ganze Menge. Geld hatte ich von Wolfgang bekommen, ich würde es ihm wiedergeben, wenn ich wieder zu Hause war und an mein Konto gehen konnte.

Als ich das zweite Mal den Apfelkuchen gebacken hatte, gerade als ich ihn an meine Mitpatienten verteilte, kam Brigitte zum zweiten Mal zu Besuch. Sie war nicht schlecht überrascht mich so beschäftigt zu sehen. Ich trug eine weiße Schürze und hatte die Haare zu einem Zopf geflochten. Sie schien sich zu freuen, dass es mir offensichtlich sehr viel besser ging. Wir wollten zusammen einen Kaffee trinken gehen, in einem kleinen Restaurant ganz in der Nähe der Klinik, und weil Wolfgang ebenfalls gerade durch die Tür kam, nahmen wir ihn natürlich mit. Er kannte meine Freundin noch nicht persönlich. Wir setzten uns auf die Terrasse des Restaurants und bestellten uns etwas.

Das Gespräch kam nur langsam in Fahrt, aber irgendwann tauschten

sich Wolfgang und Brigitte über ihre Berufe aus.

Wolfgang arbeitete zu dieser Zeit bei einem Unternehmen in Düsseldorf und verkabelte große Platten für automatische Krananlagen. Sie wurden zum Containertransport auf den Kais großer Häfen eingesetzt. Ihm ging es bei dieser Arbeit nicht schlecht, allerdings ärgerte er sich nicht selten über die Planer, die mal wieder Fehler in die Pläne eingezeichnet hatten. Er sah sich selbst gerne als Fehlersucher, das war auch seine Hauptaufgabe bei Siemens gewesen, wo er vorher ein paar Jahre gearbeitet hatte. Dort hatte er geholfen Züge in Betrieb zu setzten.Allerdings hatte er sich dort auch über die Ingeneure geärgert. Sie standen zwar dienstrechtlich über ihm, aber er hatte in Wahrheit die größere Peilung. So sah er das jedenfalls.

Brigitte war wie ich Objekt-Designerin geworden.

Sie hatte mich damals eigentlich erst auf die Idee gebracht. Ich verbrachte nämlich meine Zeit alleine vor der Leinwand und sie meinte dies sei nicht gut für mich. Ich bräuchte den Erfahrungsaustausch mit anderen und auch ein professioneller Zeichenkurs könne bestimmt nicht schaden. Ich meldete mich auf diesen Rat hin an der Fachhochschule an und wurde auch angenommen. Man musste dazu eine Mappe mit Zeichnungen abgeben. Das hatte ich auch schon ein paar mal bei der Kunstakademie versucht, doch die hatten mich nicht gewollt.
Brigitte war auch in dem Jahr fertig geworden, indem Mansur und ich das Diplom gemacht hatten. Sie hatte ein Bühnenbild entworfen, mit Modell und allem Drum und Dran. Jetzt aber arbeitete sie bei einer Firma die Küchen baute. Vorher hatte sie einige Zeit im Ladenbau verbracht.

Sie war tüchtig und bei ihren Kollegen beliebt.

Das wunderte mich nicht, denn so war es schon zu unserer Jugendzeit gewesen, Brigitte wurde von vielen sehr geschätzt. Sie war einfach eine coole Frau. Und jetzt war sie auch tatsächlich mit Annette verheiratet. Es war genau so gekommen, wie sie es damals erzählt hatte, aber natürlich erinnerte sie sich nicht daran, ich brauchte sie danach gar nicht zu fragen. Und ich tat es auch nicht. Mir war klar, jetzt hier im Krankenhaus verlor ich jede Glaubwürdigkeit was meine Erlebnisse anging. Für alle waren es einfach nur Wahnvorstellungen.

Für die Ärzte litt ich an einer drogeninduzierten Psychose.

Sie hatten mich natürlich nach meinem Drogenkonsum gefragt und ich hatte ehrlich geantwortet. Nun, und von da an stand ihre Diagnose fest. Sie wollten gar keine Einzelheiten mehr wissen, mein Fall war ihnen auch so klar. Ich bezweifelte ihre Diagnose natürlich. Gut, ich hatte viel und regelmäßig gekifft, aber meine Erlebnisse reichten bis in meine Kindheit und Jugend zurück, und da hatte ich mit Drogen nichts am Hut gehabt. Aber so weit dies vorzubringen kam ich in den Ärztegesprächen gar nicht. Bei mir geriet auch so schon alles ziemlich durcheinander, wenn ich versuchte über mich zu reden.Selbst mit Wolfgang, der ein guter Zuhörer war, gelang es mir nur selten die Zusammenhänge so wie ich sie sah zu vermitteln. Meine rhetorischen Fähigkeiten waren auf einem Nullpunkt. Früher war ich verbal nicht zu schlagen gewesen, jetzt sprang ich inhaltlich hin und her, konnte mir oft den Anfang meines Satzes nicht merken und verlor ganz allgemein schnell den Faden.

Am Ende der vierten Woche durfte ich über das Wochenende zu mir nach Hause.

Wolfgang sollte natürlich bei mir bleiben, aber so langsam musste ich mich an ein Leben in meinen eigenen Vier Wänden wieder gewöhnen. Ich freute mich über diese Abwechslung. Wolfgang holte mich pünktlich ab und wir fuhren erst einmal zusammen nach Holland Gras kaufen. Ich hatte nicht vor davon zu Rauchen, aber zu zweit konnten wir mehr von dem Zeug besorgen. Jeder durfte 5 Gramm erstehen, so war es in Holland Gesetz. Der deutsche Zoll sah das natürlich ganz anders, aber er erwischte uns nicht.

In Osterath angekommen gingen wir erst mal bei Aldi rein, wir benötigten etwas zu Essen und zu Trinken für das vor uns liegende Wochenende. Doch ich war in dem Laden völlig überfordert. Was sollte ich kaufen? Ich hatte keine Ahnung und fühlte mich auch ziemlich gestresst von den vielen Leuten. Irgendwie bekamen wir das Nötigste zusammen und machten uns dann auf zu mir. Die Wohnung war in einem leidlichen Zustand. Natürlich hatte niemand darin aufgeräumt. Wolfgang hatte auf Bitten der Polizei nur die Fenster und Türen verschlossen, denn zumindest die Fenster hatte ich sperrangelweit aufgelassen als ich vor noch nicht mal 4 Wochen das Haus fast fluchtartig verlassen hatte. War das wirklich erst so kurz her? Mir kam es wie eine Ewigkeit vor. Ich war mittlerweile in einem völlig anderen Zustand.

Das Wochenende wurde ganz schön und als ich Sonntag abends wieder

zurück in die Klink kam wurde mir eröffnet, dass ich

die Station wechseln sollte.

Mein Bett wurde für dringendere Fälle benötigt.

Ich musste einen Pinkeltest machen um zu beweisen dass ich nicht gekifft hatte, dann sollte ich meine Sachen zusammen packen um damit auf die Marienstation überzuwechseln. Dort erwartete mich ein kleines Zimmer mit einer neuen Zimmergenossin. Sie war etwas komisch, denn sie saß die ganze Zeit schweigend und tief in sich versunken auf ihrem Stuhl und sagte nichts. Irgendwann erklärte sie mir, sie litte an Depressionen. Sie wohnte normaler Weise in einem Hausfür betreutes Wohnen, doch sei es ihr einfach zu schlecht gegangen. Sie war etwas übergewichtig und sah ziemlich farblos aus, aber sie war ganz nett. Sie hatte nichts dagegen, dass ich meinen Laptop anmachte und mir Filme ansah.

Diese Station war eine Offene, man konnte so oft hinaus gehen wie man wollte, man brauchte sich dafür auch nicht abzumelden. Nicht wenige gingen sogar in die Stadt oder fuhren zwischendurch mal nach Hause. Es gab einen großen Essensraum. Dieser stand unter dem Regiment eines strengen Pflegerinnenteams. Sie achteten darauf das man bei dem Eindecken der Tische und beim Spülen half. Dafür gab es einen Plan und an diesen hatte man sich pünktlich zu halten. Es gab auch einen großen Aufenthaltsraum mit Büchern und Spielen in einem großen Regal. Der Raum hatte zu drei Seiten viele Fenster und beinhaltete einen Fernseher. Man konnte an mehreren Tischen sitzen und rauchen, doch es fanden sich meinst nur wenige Patienten dort.

Ich jedoch lernte gleich einen netten Typen kennen, er hieß

Amin, sah nett aus und war offensichtlich ein

lebendiger Zeitgenosse.

Wir sollten uns sehr gut miteinander anfreunden.

Auch er hatte seinen Laptop dabei und jede Menge Filme auf DVD. Er lieh mir einige und so hatte ich auf meinem Zimmer ein gutes Programm. Er schenkte mir zwei schöne Kaffeebecher, er hatte vier davon in der Stadt erstanden. Daraus wollten wir unseren Kaffee trinken, denn es gab ansonsten nur die üblichen Krankenhauskaffeetassen. Da passte jedoch nicht viel hinein. Amin war wegen Drogenmissbrauch im Krankenhaus. Er schluckte jede Menge Pillen. Einerseits bekam er welche verschrieben, andererseits besorgte er sich auf dem Schwarzmarkt verschiedene Dinge. Natürlich kiffte er normalerweise auch ganz ordentlich, doch hier im Krankenhaus wurden auch bei ihm Tests gemacht. Er hatte auch Probleme mit der Polizei und es stand eine Verhandlung an. Er erhoffte sich eine gewisse Gnade, wenn er sich im Krankenhaus gut führte.
Er bekam regelmäßig Besuch von einem Freund. Dieser Freund war ein Berg von einem Mann. Er hatte total trainierte Muskeln. Ich mochte auch ihn gern leiden und es kam sogar dazu, dass er mich einmal selbst besuchte. Wir gingen im Park spazieren und saßen lange auf einer Parkbank. Da erzählte er mir auch von seinen eigenen Problemen. Er war seit kurzem arbeitslos und deswegen ziemlich unglücklich. Er hatte einen tollen Job gehabt, irgendwas im Veranstaltungsbereich,aber dann habe das Management gewechselt und man habe ihm bald schon den Stuhl vor die Tür gestellt. Außerdem hatte er keine Freundin mehr. Es sah bei ihm also alles andere als rosig aus. Vielleicht war er sogar ein bisschen depressiv deswegen, aber noch war er nicht krankenhausreif.  Mit den anderen Patienten wurde ich jedoch nicht wirklich warm. Überhaupt gefiel es mir auf dieser Station nur halb so gut wie auf der Geschlossenen. Jetzt wollte ich wirklich so langsam nach Hause.

Hier war es mir auch nicht mehr möglich den Therapien aus dem Weg zu gehen.

Wenn ich entlassen werden wollte, musste ich wenigstens Einige von ihnen besuchen. Ich entschied mich für ein Atemtraining und Joga. Viel bekam ich davon jedoch nicht mit, ich war nicht wirklich bei der Sache. Aber was sein musste, das musste eben sein, die letzten zwei Wochen würden schon vergehen. Und so war es auch, ich verabschiedete mich von Amin und meiner Zimmergenossin und trug meine Tasche nach Unten. Dort wartete schon Wolfgang und wir fuhren schnell zu mir nach Hause. Jetzt war ich endlich wieder frei und ich freute mich auf meinen ersten Joint. Den wollte ich im Bett genießen mit jeder Menge Süßigkeiten daneben. Wolfgang würde erst mal zu sich nach Hause gehen, aber er versprach gleich am nächsten Morgen wieder zu mir zu kommen.

Der Rausch des Grases war ein wunderbarer.

Wenn man nur selten rauchte wirkte das Zeug viel intensiver. Der Arzt im Krankenhaus auf der Marienstation hatte auch nicht geglaubt, dass ich nicht mehr kiffen würde. Spätestes nach drei Monaten würde ich damit wieder anfangen, das war nun mal seine Erfahrung. Nun ich brauchte keinen ganzen Tag dafür. Von wegen drogeninduzierte Psychose, das war nun wirklich noch nicht ausgemacht.

Ich machte mir darum wegen der Kifferei auch keine großen Gedanken,

das Zeug tat mir gut und damit war es entschieden.

Die Kifferei ließ mich das Unglück welches ich immer stärker empfand leichter wegstecken. Ich sah meine Situation einfach als ziemlich fatal an. Sollte ich wirklich eine Psychose haben und mir die ganze Geschichte nur ausgedacht haben, dann war das ziemlich deprimierend. Ich konnte irgendwie leichter mit meiner Wahrheit leben und die bestand immer noch aus Außerirdischen und einem Kampfes um mein Bombini. Allerdings stand ich mit dieser Einschätzung ziemlich alleine da.Wolfgang hatte sich drei Wochen Urlaub genommen um besser für mich da sein zu können, jetzt wo ich das Krankenhaus hinter mir hatte. Er wollte in dieser Zeit endlich meine Küche in Angriff nehmen. Wir fuhren daher in den Baumarkt und besorgten weitere Glasmosaikfliesen und was wir sonst noch brauchten. Wolfgang zahlte alles, ich hatte dafür kein Geld übrig. Man hatte mir irgendwann kurz nach Felix Auszug aus der Wohnung das Geld gekürzt. Ich hätte nun eine zu große Wohnung und müsse einen Teil der Miete selber aufbringen.

Dass hieß für mich, ich hatte nur noch 220 Euro im Monat zum Leben.

Das reichte gerade für das Nötigste.

Allerdings hatte mir die Betreuerin, welche der Richter für mich angeordnet hatte, versprochen sich darum zu sorgen. Sie hatte mich in der Klinik, da war ich noch auf der Geschlossenen, angerufen und sie hatte mich auch einmal besucht. Sie war eine nette, flotte Frau und sie versprach sich zukünftig um alles amtliche zu kümmern. Auch wollte sie bei der Wohnungsgenossenschaft wegen des Wassereinbruchs in meinem Wohnzimmer vorstellig werden. Sie versprach, mich in der nächsten Zeit öfter Besuchen zu kommen.

Außerdem meldete sich auch eine Frau Heine bei mir.

Sie war vom Gesundheitsamt und für den begleitenden Kontakt schwer kranker Menschen zuständig. Sie war eine liebe Frau doch ich hielt sie für eine Agentin mit Minikameras in den Ohranhängern. Jedenfalls hatte ich das so gesehen, als sie mich das erste Mal besuchen kam, damals kurz vor meinem Krankenhausaufenthalt.

Auch sie hatte sich nun gemeldet und kündigte einen Besuch an.

Barbara und Leonie hatten sich jedoch nach ihrem Besuch im Krankenhaus nicht mehr gemeldet. Sie erklärten dies Wolfgang damit, dass es ihnen alles einfach zuviel sei. Ich wäre einfach zu durchgeknallt und gehöre wahrscheinlich in eine betreute Wohngemeinschaft. Das sah Wolfgang jedoch überhaupt nicht so. Für ihn war es nur notwendig, dass man jetzt wo das Schlimmste überstanden war, für mich da war um zuzuhören und Trost zu spenden während der unweigerlich auftretenden Depression.Die stand mir nämlich jetzt bevor wie er aus eigener Erfahrung wusste. Doch meine Freundinnen hatten mit sich selbst, wie sie sagten, schon genug zu tun. Sie hätten mir einmal zugehört, damals irgendwann im Frühling und davon wären sie heute noch ganz durcheinander von. Ich hätte dermaßen großen Unsinn erzählt und sei so absolut überzeugt davon gewesen, sie hätten wirklich nicht gewusst was sie dazu noch sagen sollten.

Auch sonst wollte sich keiner meiner Freunde bei mir blicken lassen.

Eine Psychose war halt nicht

besonders sexy.

Mansur hatte Wolfgang zwar versprochen sich

bei mir zu melden, aber auch er hatte genug eigene Sorgen.

Er wusste, ich hatte jemanden, der für mich da war, und damit brauchte er sich nicht um mich zu kümmern. Er kämpfte zu dieser Zeit mächtig um Aufträge und hatte darum wirklich viel zu tun. Heiko kam irgendwann einmal vorbei und trank einen Kaffee mit mir. Er hatte jetzt eine neue Freundin und die erwartete auch schon ein Kind von ihm. Sie war direkt bei ihm eingezogen, da sie bei Steini raus musste. Mit dem war sie eigentlich zusammen gewesen, doch dann hatte sie Heiko auf einer Hollandfahrt näher kennen gelernt, sich verliebt und nach dieser Reise hatte sie Steini verlassen. Sie lebte auch von HartzIV. Sie musste irgendwelche starken Medikamente nehmen, die während einer Schwangerschaft einem Kind schaden konnten. Da sie die Schwangerschaft aber nicht gleich bemerkt hatte, war das Kind nun in Gefahr. Die Ärzte konnten nicht sagen, welcher Art die Schädigung sein würde, sie empfohlen ihnen daher einen Schwangerschaftsabbruch, doch das wolle sie nicht. Sie war schon Mitte Dreißig und wünschte sich ein Kind. So würde Heiko also noch mal Vater werden. Dabei hatte er sich sein Leben gerade wieder anders vorgestellt. Er wollte wieder mehr Kunst machen, doch daraus würde jetzt nichts werden, jetzt musste er für die kommende kleine Familie sorgen.
Mit dem Alkohol hatte er immer noch Probleme, doch seine neue Freundin trank gerne mit. So war er also nicht gezwungen an seinem Problem zu arbeiten. Ich sah das alles ziemlich kritisch, aber es war nicht mehr meine Sache. Nun erst mal kam die Küche dran, doch ich tat dafür keinen Handschlag. Ich saß die ganze Zeit nur auf einem Korbstuhl dabei und schaute Wolfgang bei der Arbeit zu.

Ich hatte einfach überhaupt keine Lust mitzuhelfen.

Ich traute mir die Sache auch nicht

mehr richtig zu.

Irgendwie hatte ich plötzlich zwei linke Hände. Wolfgang versuchte mich ein paar Mal zu motivieren, aber ich blieb stur auf meinem Sessel sitzen. Sollte er die Küche ruhig fertig stellen, denn so hatte ich mir das eigentlich schon als junge Frau immer gewünscht. Mein Partner sollte sich angemessen an der Arbeit beteiligen. Das war leider nie so recht eingetroffen. In meiner Beziehung zu Michael hatte es immer so ausgesehen, ich hatte die Idee, also sollte ich sie auch umsetzten. Er wäre von dem vielen Geld, welches ich in die diversen Renovierungengesteckt hatte, sowieso lieber in Urlaub gefahren. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann wäre unser Dachgeschoss niemals isoliert worden, es hätte auch kein ordentliches Bad gegeben, keine abgeschliffenen Holzdielen, kein Wohnzimmerregal aus Y-Ton, kein isoliertes und neugedecktes Gartenhäuschen und ganz bestimmt nicht diesen Glaspalast. Ich hatte das alles weitestgehend selbst geschultert, jetzt war mal jemand anderes dran. Und Wolfgang machte seine Sache sehr gut. Viel besser als ich es gekonnt hätte. Einzig der Anstrich der Wände, den würde ich übernehmen, da hatte ich auch schon eine gute Idee für. Zwei Wände sollten terracottafarben werden, eine Seite hellgrau und der Rest weiß. Die Decke hatte ich damals schon blau-weiß angemalt. Seit dem hatte ich einen sommerlichen Wolkenhimmel an der Decke und damit war ich immer noch sehr zufrieden.

Wolfgang schlug eine entscheidende Veränderung bei dem Herdblock vor und ich war sogleich einverstanden. Es fehlte eine vernünftige Schneidefläche, die hatte ich nämlich weggelassen um meinen Block möglichst spaceig aussehen zu lassen. Doch das war dann vielleicht doch keine so gute Idee gewesen, zumal er auch das dritte Y-Ton-Element nicht gut fand und wir es daher wieder abbauten. Dieses war jedoch fürs Schneiden und so gedacht gewesen. Ohne aber war es tatsächlich viel besser und dies bestätigte mich nur darin, ihn einfach machen zu lassen.

Ich hing derweil meinen Gedanken nach und davon

gab es schließlich satt und genug.

So, jetzt habe ich die Sachen in den Trockner gegeben und mich hübsch angezogen für unsere Fahrt nach Köln. Es sind die gleichen Anziehsachen, die ich auch auf der Fahrt nach Thüringen anziehen will. Ich habe sie mir neu gekauft. Ein schönes dezent geblümtes, hellbraunes Hängerchen und eine schwarze Legging. Außerdem trage ich heute noch ein weißes, langarmiges T-Schirt darunter. Mit meinen Sandalen zusammen mache ich in den Sachen eine ganz gute Figur, mein Bauch fällt unter dem Oberteil gar nicht groß auf. Ich fühle mich wirklich ganz wohl in diesen Sachen und ich will sie der Mutter von Wolfgang zeigen, da sie mir Geld für meinen Geburtstag geschenkt hatte, eben damit ich mir etwas Schönes zum Anziehen kaufen konnte. Wolfgangs Eltern sind einfache Leute, der Vater war vor seiner Rente Straßenbahn- und Busfahrer gewesen, die Mutter war zeitweise bei reichen Leuten inden Haushalt gegangen. Sie hatten also nicht viel Geld, doch sie waren immer sehrgroßzügig auch mir gegenüber. Wolfgang bekam jeden Sonntag 20 Euro Spritgeld und wenn ich schon mal einen Kuchen mitbrachte, dann erhielt ich ebensoviel.
Ich hoffe jedenfalls, dass die Mutter sich freut, dass ich etwas Schönes für ihr Geld gefunden habe. Meine Mutter war auch ziemlich freigiebig gewesen als sie im Winter bei uns war. Sie wollte uns nichts kosten, sondern ausreichend zur Haushaltskasse mit beitragen. Außerdem brachte sie mir eine Stricklegging aus der Stadt mit und kaufte uns auch jeweils ein schwarzes Sweatshirt. Es hatte leider eine große Applikation auf der Vorderseite, so dass ich es am Ende nicht anzog. Ich habe Wolfgang auch noch nie darin gesehen. Meine Mutter hatte es gut gemeint, aber so richtig hat es nicht funktioniert.

Überhaupt war sie ganz anders als Wolfgangs Mutter.

Gertrud, so hieß sie, war eine richtige Mama. Sie kochte für alle und machte den Haushalt, und dies obwohl sie schon über 80 Jahre alt war. Ihr Mann war ein paar Jahre jünger und immer noch ziemlich fit. Er sammelte Münzen, keine Goldmünzen sondern zum Beispiel Einkaufswaagenchips. Die gab es in Apotheken und auf Trödelmärkten. Er hatte eine große Sammlung und er hielt weltweiten Kontakt zu anderen Sammlern. Dafür war sein Computer und der Internetanschluss ein Segen. Er saß viele Stunden an seinem Schreibtisch im ehemaligen Kinderzimmer und pflegte seine Kontakte. Die Mutter verbrachte die Zeit mit Putzen, Kochen, Backen, Einkaufen und Fernsehen. Sie freute sich, dass ihr Sohn regelmäßig vorbeikam und wenn sie Kontakte haben wollte ging sie zum Seniorentreff der evangelischen Kirche. Mit diesem Club älterer Herrschaften fuhr sie auch einmal im Jahr in eine Freizeit. Danach machte ihr Mann eine Reise mit dem Fahrrad, immer auf der Suche nach Apotheken und ihren Talern. Die Mutter ging meistens früh zu Bett und der Vater setzte sich vor den Fernseher und studierte das Nachtprogramm. Beide liebten es Boxkämpfe zu schauen, aber ansonsten lebten sie mehr oder weniger friedlich ein harmonisches Eheleben.

So war das bei meiner Mutter gar nicht.

Sie hatte sich Ende 2003 von ihrem Mann trennen müssen und dies nach dreißig Jahren Ehe. Das war für sie ein sehr großer Schock gewesen, damit hatte sie einfach nicht gerechnet. Sie hatte Egon all die Jahre ausgehalten und ihn auch wirklich lieben gelernt, trotz seiner Macken. Er war einsehr sportlicher, kleinerer Mann mit kurzrasierten Haaren. Eine Zeitlang trug er sogar mal einen Ohrring. Er liebte Jazzmusik und moderne Möbelklassiker. Er war durchaus gebildet und hatte den Eindruck von sich selbst, als einziger die Welt wirklich zu durchschauen. Wenn er etwas zuviel Wein getrunken hatte wurde er sehr sentimental und sah seine Beziehung selbst zu mir sehr rosig. Er konnte aber auch sehr überheblich werden, dann kanzelte er sogar gute Freunde ab. Meine Mutter hatte unter diesen Situationen immer sehr zu leiden. Sie hatten sich aber auch so oft in der Wolle. Meistens ging es dann um uns, ihre Töchter. Wir taugten einfach nichts. Allein Felix fand vor ihm Gnade. Dieses Kind war sein ein und alles. Da war er auch alles andere als geizig. Diesem Kind hätte er goldene Fahrradketten gekauft, wenn es sie gäbe, so hatte das zumindest Wolfgang beobachtet.

Doch als Felix größer wurde und öfter seine eigenen Wege ging und

Egon dann auch noch mit der Nachbarin was anfing, da verlor

dieser sein ganzes Interesse an seinem Enkel.

Jetzt war Felix plötzlich genauso doof wie sein „lahmarschiger“ Vater. Felix war doch ziemlich erstaunt über diese Wendung, plötzlich fiel für ihn eine wichtige Stütze weg. Vielleicht hat ihn dies zusätzlich bewogen endlich auszuziehen und sein eigenes Ding zu machen. Meine Mutter war natürlich immer noch für ihn da, sie putzte seine zugemüllte Wohnung, bügelte seine Hemden und versuchte ihm eine echte Oma zu sein. Aber richtig zu schätzen wusste er es letztendlich nicht, er besuchte sie zumindest weniger als seine andere Oma, die Ama, Michaels Mutter. Sie war meinem Sohn gegenüber auch immer sehr großzügig. Sie bezahlte den Führerschein, und jetzt auch den Umzug von Hamburg nach Berlin. Dort arbeitet mein Sohn gemeinsam mit seiner Freundin in 5-Sterne-Häusern.

Was meinen Sohn anging konnte ich eigentlich zufrieden sein, er ging fleißig seinen Weg.

Nur dass er den Kontakt zu mir im Prinzip eingestellt hatte, das tat mir doch etwas weh. Meine Familie war um so Vieles komplizierter als Wolfgang seine. Früher, als mein Großvater noch lebte, da war das ganz anders gewesen. Er hielt die ganze Verwandtschaft als mächtiger Patron zusammen. Alle versammelten sich zu den Festtagen in seiner großen Wohnung und aßen was er gekocht und gebacken hatte.

Seine Frau hatte ihn zwar verlassen, aber er schaffte es den Laden dennoch zusammenzuhalten. Für uns Enkel war er der Größte und auch seine Kinder standenvor ihm immer noch stramm. Als meine Eltern sich trennten übernahm er die Erziehung von uns, zumindest an jedem zweiten Wochenende. Dann ging er mit uns in die Kirche, wo er auch im Vorstand saß. Er sammelte das Geld der Gläubigen mit dem Klingelkörbchen ein und war allgemein sehr angesehen. Er hatte einst die Brücken Düsseldorfs gebaut. Nicht er persönlich natürlich, aber er war der leitende Direktor gewesen.

Wir Kinder waren mächtig beeindruckt von seinen Taten und

hörten möglichst immer auf das was er sagte.

CIMG7987

Es kam selten vor, dass wir ihm widersprachen.

So, jetzt habe ich doch glatt ein ganzes Päckchen Tabak in 1 1⁄2 Tagen leer gemacht. Es wird wirklich Zeit, dass ich die Raucherei erheblich einschränkte. Ich kann mir mittlerweile fast Eine nach der Anderen anzünden. Das ist unter Garantie nicht gesund. Aber bald schon werde ich ja in einem große Nichtraucherhaus mein Zimmer beziehen, dann wird sich das Ganze schon ändern. Jetzt rauchte ich wohl auf Vorrat. Ich höre Wolfgang im Badezimmer sich fertig machen, gleich fahren wir nach Köln. Vielleicht melde ich mich später noch mal, jetzt aber soll es erst mal gut sein.

Lieber Leser, ich freue mich wirklich, dass Sie mir bis hierhin schon gefolgt sind.

Ich wünsche auch weiterhin interessante Unterhaltung. Ganz besonders gespannt bin ich ja auch auf meine Beschreibungen der Kur. So ein ganzheitlicher Aufenthalt ist für mich etwas ganz Neues. Ich bin auf die Menschen gespannt, die ich dort kennen lernen werde, und auf die Therapien. Diesmal bin ich offen dafür. Ich wünsche mir, dass sie mir auf meinem Weg wieder ganz die Alte zu werden weiterhelfen. Ich will wieder eine engagierte Designerin sein, eine Frau, die sich auch an größere Aufgaben heran traut. Das ist einfach total notwendig, wenn ich mit meinen Ideen Erfolg haben möchte. Ob dieses Tagebuch ein Schritt in diese Richtung ist, weiß ich nicht, aber immerhin, ich habe Spaß daran. Vielleicht werde ich mich auch in der Zukunft mehr aufs Schreiben verlegen, das macht Freude und kostet nicht soviel.

Und vielleicht kommt dabei sogar irgendwann etwas herum,

sollte ich jemals einen interessierten Verleger

für meine Sachen finden.

Heuballen

18. Juni 2012

Nachdem wir, oder besser Wolfgang die Küche fertig renoviert hatte, saßen wir regelmäßig zusammen im Wohnzimmer und sprachen über mich, meine Gefühle, meine Erlebnisse, meine Vergangenheit und natürlich auch über mein Bombini. Über Letzteres wollte Wolfgang zwar eigentlich nicht so gerne reden, aber ich fing immer wieder davon an.
Ich hatte mir im Winter, nachdem ich den Laptop wieder zurück erhalten hatte, die Sachen, die ich dort abgespeichert hatte, angeschaut, um zu rekonstruieren, was in den letzten Monaten eigentlich geschehen war. Ich war froh über diese Daten, dennsie machten mir erinnerlich, dass ich nicht nur dumm herum gesessen hatte.

Allerdings bereitete mir das Betrachten

meiner Filme aus dem Sommer 2006 große Probleme.

Ich war eigentlich, während ich einen Film nach dem Anderen schaute, nur noch am Heulen. Die Frau in den Filmen war nicht mehr Ich. Ich war nun ein Haufen Elend, im Herzen ganz klein und total verunsichert. Mein Gehirn war leer und meine Sprache war irgendwie futsch. Ich konnte kaum noch einen vernünftigen Satz herausbringen. Jedenfalls kam es mir so vor. Ich denke, HaPe und auch Wolfgang fiel das nicht unbedingt auf, aber ich merkte deutlich, wie schwer mir das Vermitteln fiel. Die Frau, die ich jedoch in meinen Filmen sah, die war lustig, fröhlich und total selbstbewusst. Sie sprach über Gott und die Welt auf eine wie ich fand ungeheuer interessante Art und Weise. Sie sprach über Schwarze Löcher, Kreislaufwirtschaft, Freie Energie aber auch über ägyptische Götter, Maria Magdalena die fantastische Piratenkönigin und Vieles mehr. Ich fand die Filme ziemlich klasse und dennoch, ich war total unglücklich.

Wo war diese Frau nur geblieben?

CIMG9298

Wer hatte sie zerstört?

CIMG6559

Ich wollte gerne, dass Wolfgang sich wenigstens einen

der Filme einmal anschaute, doch er weigerte sich hartnäckig.

Er meinte, er könne sich die Filme schon vorstellen, schließlich habe er die „Auferstehung in Osterath“ gesehen und er wolle nicht noch mehr davon. Meine Filme seien in einem Zustand der totalen Psychose entstanden und daher nicht veröffentlichbar, wollte ich mich nicht lächerlich machen. Wenn ich die Filme mit dem Hintergedanken gemacht hätte, die Zuschauer damit zu verarschen, ja, dann seien sie vielleicht ganz lustig, doch ich hätte all den Unsinngeglaubt, denn ich dort verzapft hätte, und das sei wahrlich ziemlich uncool. Es war nichts zu machen, er wollte nicht und damit war das Thema für ihn erledigt. Ich war über seine Haltung sehr enttäuscht und die ganze Diskussion gab meiner aufziehenden Depression kräftige Nahrung. War wirklich alles was ich getan hatte für die Katz?

War ich wirklich am Ende einfach nur eine Verrückte, die sich eingebildet

hatte, die Welt mit ihren Taten verändern zu können?

War ich schlicht größenwahnsinnig

gew..es/sen?

CIMG9266

Ich schaute mir tagsüber, wenn Wolfgang arbeiten war, stundenlang meine Filme

an und ich fand immer noch, die Filme waren auf ihre ganz besondere Weise wunderbar.

Aber ich fand dafür offensichtlich keine Interessenten. Wolfgang hatte mir vorgeschlagen lieber neue Filme zu machen, doch das kam für mich zumindest vorläufig überhaupt nicht in Frage. Ich konnte es einfach nicht. Ich war so durch den Wind, jetzt, so war ich sicher, jetzt würde jeder Betrachter erkennen können, dass ich eine kranke Frau war. Sehr krank sogar.

Mir fehlten die rhetorischen Fähigkeiten, mir fehlte der Esprit,

mir fehlte völlig das dazu notwendige Selbstbewusstsein.

CIMG7174

Nein, jetzt konnte ich nicht mehr vor die Kamera treten.

Die Außerirdischen hatten mich erfolgreich ausgeschaltet.

Wolfgang behauptete zwar, mein angeblicher Gedächtnisverlusst, von dem er allerdings nichts merken würde, der wäre wahrscheinlich ehr darauf zurückzuführen,dass mein Unterbewusstsein die Reißleine gezogen hatte.

Es hätte einfach gemerkt, dass ich durchgedreht sei und an

meinem Wahnsinn noch zugrunde gehen würde.

Darum hätte es mir die Erinnerung

genom..men.

CIMG4842

Ich sollte neu anfangen und wieder Klarheit gewinnen.

Er hätte ja damals gedacht, wenn ich nicht mehr kiffen würde und mit mir allein sei, dann würde ich merken, all die übersinnlichen Ereignisse seinen nicht real. So sei es ihm jedenfalls damals, vor vielen Jahren ergangen. Er hätte einfach gemerkt, der ganze Scheiß war nur seine Einbildung. Doch leider würde ich immer noch an diesen außerirdischen Quatsch festhalten. Doch das sei einfach nur krank. Ich müsse endlich einsehen, ich sei von meinem Unterbewusstsein genarrt worden. Ich solle über meine Vergangenheit nachdenken und erkennen, wo dort die Ursachen lägen. Er zum Beispiel sei davon überzeugt, ein wichtiger Aspekt meiner Erkrankung sei der Missbrauch, und darüber wolle er gerne ausführlich mit mir reden. Das Bombini jedoch, dass sollte ich am Besten vergessen. Er sei einerfahrener Elektriker und er wisse einfach, mit diesem Projekt sei ich auf einem totalen Holzweg gewesen. Wenn er mich früher kennen gelernt hätte, dann hätte er meine angeblichen Forschungen gleich unterbunden.

Nun, ich war froh, dass er erst nach meinen praktischen

Versuchen in mein Leben getreten war.

Soviel Erinnerung hatte ich nämlich noch. Das Bombini-Projekt war das Größte und Schönste was ich je getan hatte. Es war mein Lebenswerk. Nie wieder würde ich die Kraft haben, so eine Herausforderung anzugehen. Zumindest konnte ich mir das absolut nicht mehr vorstellen. Meine Energie war im Keller und ich dachte immer öfter, dass es mir gar nichts ausmachen würde zu sterben. Nicht gleich und sofort, aber vielleicht in ein paar Jahren. An Krebs womöglich, oder an einer anderen schweren Krankheit. Der Gedanke machte mir gar nichts aus. Im Gegenteil, es war eine tröstliche Vorstellung. Dann hätte alles endlich ein Ende und die Welt würde untergehen. Verdrecken an ihren Abgasen und Schwermetallen.

Die Welt wollte nicht klüger werden, sie wollte das Projekt

„Industrielle Revolution“ an die Wand fahren.

UmzugAktualisiert am 20. September 2018, 10:38 Uhr

Die Mächtigen dieser Welt wollten keine Energie zum Nulltarif,

sie wollten die Menschen lieber an der kurzen Leine des Benzins und Diesels halten.

Sie wollten über den Zugang zu Energie ihre Macht ausspielen. Hatte ich nicht allen Grund, sie, diese gemeinen Hunde, für mein Drama verantwortlich zu machen? Die Bösen in diesem verrückten Spiel des Lebens hatten gewonnen und ich war verloren. Es würde keine Revolution mehr durch mich geben. Ich war nur noch eine Psychotikerin, eine Verrückte und diese Gedanken begleiteten mich immer tiefer hinab in eine depressive Welt.

Ich verbrachte einige Wochen frustriert vor meinem Laptop,

doch irgendwann dachte ich, so kann es

nicht weitergehen.

Ich musste mich mit irgendetwas halbwegs Sinnvollem beschäftigen.

Wolfgang hatte es mir zur Aufgabe gemacht für Essen zu sorgen. Dies sei der angemessene Dank dafür, dass er meine Küche fertig gemacht habe und außerdem sollte ich etwas Vernünftiges zu Tun haben. Ich sah ein, dass eine oder andere Essen hatte er sich wirklich verdient und so begann ich zu kochen. Doch das fiel mir alles andere als leicht. In meinem Kopf befanden sich einfach keine Rezepte mehr. Ich hatte immer mehr aus dem Bauch heraus gekocht. Sogar für meine Kuchen gab es kein Rezept, ich hatte die Zutaten immer nach Gefühlzusammengemixt. Doch das funktionierte überhaupt nicht mehr. Ich versuchte es zunächst mal mit Apfelpfannkuchen, eine Sache, die ich wirklich schon Tausend Mal gemacht hatte, aber ich scheiterte kläglich. Der Teig wurde nichts und der Pfannekuchen verbrannte mir in der Pfanne. Es war zum verzweifeln. Ich konnte nicht mehr kochen, außer vielleicht Spaghetti mit irgendeiner langweiligen Soße. Und darum gab es so etwas bei uns fast jeden Tag. Doch Wolfgang beschwerte sich nicht sondern ermunterte mich es weiter zu versuchen.
Irgendwann nahm ich dann jedoch meinen Laptop und stellte ihn ins Esszimmer neben meine Staffelei. Ich wollte malen, konnte aber ohne dieses Gerät mich nicht darauf einlassen. Der Fernseher sprach zwar nicht mehr mit mir, aber ich hoffte immer darauf. Vielleicht würde er eines Tages die Kommunikation wieder mit mir aufnehmen. Dann stand ich vor der Leinwand und wartete auf irgendeine Eingebung was ich malen konnte. Doch da war nur eine große Leere in meinem Kopf.

Früher hatte ich immer ein Motiv gefunden, an dem ich mich

abarbeiten konnte, doch jetzt fiel mir

einfach nichts ein.

In einem Billigladen fand ich dann aber für ganz kleines Geld kleinere,

bespannte und schon grundierte Leinwände und eine Palette mit recht schönen Farben.

Ich kaufte mir noch ein paar einfache Pinsel und versuchte es erst mal damit. Als Motiv wählte ich Vorlagen aus meinem dicken Leonardo da Vinchi Buch. Ich hatte es von meiner Patentante geschenkt bekommen, es war aus dem Nachlass meines Großvaters. Ich wählte eine Zeichnung aus und versuchte diese nun mit meinen neuen Farben zu kopieren. Das klappte erstaunlich gut. Allerdings war es total anstrengend, denn ich musste mich dabei sehr konzentrieren. Und mit meiner Konzentration haperte es ziemlich. Ich bekam von der Malerei schnell Kopfschmerzen. Aber ich riss mich zusammen und machte weiter, bis ich die Letzte der 5 Leinwände vor mir liegen hatte. Jetzt nahm ich mich der Monalisa da Vinchis an. Dieses Bild war eine ganz schöne Herausforderung und am Ende war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich hängte die 5 Bilder in die Küche an die Wand wo ich zwei Korbstühle und ein kleines Tischchen stehen hatte. Dieser Tisch bestand aus einem Ständer für eine Schlagzeugtrommel und einem Schachbrett als Auflage. Ich hatte Wolfgang diesen Ständer abgeschwatzt und ich fand diesen kleinen Tisch richtig gut. Die Platte war zwar nicht gerade fest darauf montiert, aber wenn man nicht dagegen stieß ließ sichdaran eine Tasse Kaffee trinken und man konnte meine Bilder in Ruhe betrachten.  Sie passten farblich ganz hervorragend in meine schöne Küche.

Die war jetzt, nach dem die Oberflächen alle mit überwiegend hellblauen

und einigen grünen Glasmosaikfliesen beklebt worden waren,

ein wirkliches Schmuckstück geworden.

Einzig das Regal, welches ich aus einem alten, blaulackierten Metallgestell und alten Holzböden zusammengebastelt hatte, das war noch nicht wirklich der große Hit. Aber irgendwann würde ich schon eine andere Lösung dafür finden. Vor dem Fenster hing eine blau-grüne Gardine. Für die nötige Gardinenstange hatte ich große Metallhaken und einen alten Besenstiel verwendet. Ich war auf diese einfache Vorrichtung sehr stolz. Überhaupt, meine Küche war wie ich fand sehr gelungen und auch meine Betreuerin, die Frau Doogs-Herholz, fand diese Küche ebenfalls sehr schön. Sie war eine immer sehr geschmackvoll gekleidete Frau und schien für die schönen Dinge des Lebens ein gutes Auge zu haben. Sie schaute sich auch neugierig meine Bilder an den Wänden an und freute sich, dass ich wieder mit der Malerei angefangen hatte. Für sie war dies ein gutes Zeichen. Auch Frau Heine vom Gesundheitsamt fand meine Wohnung interessant. Die Wohnung einer Künstlerin. Beide Frauen waren zu dieser Zeit jedoch so gut wie mein einziger sozialer Kontakt, Wolfgang einmal ausgenommen.

Nach den da Vinchi Bildern versuchte ich es mit Picasso.

Der ließ sich wie ich feststellte erheblich leichter kopieren. Ich malte vier seiner Köpfe, die ich aus einem dicken Katalog herausgesucht hatte, auf kleinere quadratische Leinwände und ich hängte sie zu einem Viereck angeordnet ins Esszimmer an die Wand, nahe meines alten Kohleofens. Wolfgang freute sich, dass ich neben der ständigen Fernsehguckerei mich auch wieder kreativ betätigte und ich war zwar nicht gerade glücklich mit die Malerei, aber immerhin, es war in gewisser Weise produktiv. Mir fehlte beim Malen die alte Leidenschaft. Warum fielen mir keine eigenen Motive ein, warum vertrieb ich mir die Zeit mit Kopien? Ich nahm nach den Köpfen eine große Leinwand und wählte eines der berühmten Frauenportraits von Picasso und brachte dieses auf die Leinwand. Allerdings veränderte ich das Bild etwas. Meine Frau hatte blonde Haare und keine Schwarzen. Ich fand, sie ähnelte meiner Frau Heine und ich überlegte mir, ihr dieses Bild irgendwann zu schenken. Aber erst mal wollte ich es selber aufhängen.Danach versuchte ich mich an Leonardos Abendmahl. Ich nahm eine längliche Leinwand, 50cmx1m und arbeitete drei Tage daran. So lange brauchte ich normalerweise selten für ein Bild. Meistens waren sie noch am gleichen Tag fertig. Das Ergebnis hängte ich in die Küche neben den Kühlschrank. Da ich jedoch nicht wirklich sehr zufrieden mit diesem Bild war versuchte ich es ein zweites Mal.

Diesmal malte ich eine ganze Woche und das Ergebnis war endlich ein Gutes.

Dieses Bild hängte ich ins Esszimmer an die eine Seite des Tisches. Ja, auf dieses Bild konnte ich eigentlich wirklich etwas stolz sein. War ich auch, nur, es störte mich, dass es nicht aus mir selbst gekommen war. Mir fielen irgendwie immer noch keine eigenen Motive ein. Deshalb versuchte ich es noch einmal mit der Monalisa. Diesmal in groß. Ich kopierte das Bild nicht eins zu eins, sondern ich blieb ausschließlich bei der Farbe Blau. Ich mischte die Farben dafür selbst an. Dazu nahm ich Pigmente, Binder und etwas Wasser. Ich mischte ein dunkles Blau und ein Mittleres, das sogenannte Yve Klein-Blau. Außerdem noch zwei verschiedene Weißtöne. Ich kämpfte mit dem Bild, doch am Ende sah es der originalen Monalisa nicht besonders ähnlich. Meine Frau sah ehr aus wie eine Nonne. Ich hängte es zwar erst mal auf, aber dann brachte ich es ins Schlafzimmer zu anderen ausrangierten Bildern. Das Bild war nicht schlecht, aber ich mochte es nicht wirklich leiden.

Nun versuchte ich es mit einer noch größeren Leinwand.

Ich wählte eine Aktzeichnung aus dem Leonardobuch und malte eine Frau, die nackt auf einem Felsvorsprung saß und durch einen Höhlenausgang in die Ferne schaute. Wieder malte ich das ganze Bild in überwiegend blauen Farbtönen. Zum Schluss ging ich noch mal mit verdünnter blauer Farbe darüber. Dieses Bild entsprach damit schon ziemlich meiner eigenen inneren Verfassung. Ich hängte es an die noch freie Wand im Esszimmer und wandte mich dem nächsten Bild zu. Diesmal wählte ich den Engel der Verkündigung von Leonardo und noch ein anderes sehr berühmtes Bild von ihm aus. Es zeigte zwei Frauen und das Jesuskind als Baby. Ich kombinierte die beiden Bilder zu Einem und gab mir viel Mühe die Vorlage möglichst genau um zu setzten.

Am Ende jedoch übermalte ich auch dieses Bild mit transparenter blauer Farbe.

Wolfgang bedauerte dies sehr, er hatte es in bunt schöner gefunden, ich jedoch mochte das Bunte nicht. Mir war Blau uns Herz und so wollte ich es nun auch an meinen Wänden haben. Ich hing den großen Akt und das Engelbild übereinander.Für mich war es so, die Frau dachte an die Situation, die auf dem anderen Bild dargestellt war. Der Engel sah meinem Exmann ähnlich, die Maria meiner Freundin Brigitte, die andere Frau war meine Freundin Natschi und der kleine junge natürlich Felix. Ich konnte diese Menschen in meinem Bild sehr gut wiedererkennen.

Leider bemerkte ich bald schon, ich hatte auf dem Akt einen kapitalen Fehler gemacht, denn ich hatte den einen Fuß der Frau abgeschnitten, er hatte einfach nicht mehr aufs Bild gepasst. Das war jetzt wo ich das Bild betrachtete sehr ärgerlich und so wanderten auch diese beiden Bilder bald schon in mein Schlafzimmer. Ich hängte sie dort auf, denn da passten sie irgendwie ganz gut hin. Dann verlor ich endgültig die Lust an der Malerei. Es war einfach zu anstrengend und die Kopiererei frustrierte mich. Wenn, dann wollte ich eigene Motive malen, aber die fielen mir nicht in den Schoß. Dass was früher immer wie von selbst gekommen war, ließ nun auf sich warten. Also wollte auch ich warten. Ich packte die Farben und Pinsel zusammen und setzte mich wieder vor den Fernseher.

Ich fühlte mich ziemlich einsam, wenn Wolfgang nicht da war.

Er kam zwar jeden Tag nach der Arbeit zu mir, aber tagsüber fiel mir die Decke auf den Kopf. Ich schaute auf die Straße, doch ich lebte in einer ruhigen Wohngegend, da kam nur selten mal ein Fußgänger oder ein Auto vorbei. Ich überlegte mir daher, ob ein Hund nicht vielleicht eine Lösung wäre. Damit konnte man spazieren gehen und ich hätte Gesellschaft. Ich sprach mit Wolfgang darüber und wir schauten im Internet auf die Internetseiten der verschiedenen Tierheime in der näheren Umgebung. So ein Hund war nicht billig, oft wollten die Heime mehr als 200 Euro für ein Tier haben. Die einzige Ausnahme bildete ein Tierheim in Düsseldorf. Dort verlangte man nur 60 Euro. Da ich vor hatte den Hund selbst zu bezahlen entschieden wir uns bei diesem Tierheim vorbeizufahren und uns dort umzuschauen. Und so fanden wir Siux. Er saß ganz allein in seinem Gehege und schaute mich aufmerksam an. Vielleicht ahnte er, dass wir seine Chance waren. Er war schon ein Jahr in dem Tierheim, man hatte ihn seinen Vorbesitzern weggenommen. Die Frau vom Tierheim meinte, er sei eigentlich ein sehr lieber Hund, nur mit seinen Artgenossen käme er nicht immer klar. Wir machten einen Probespaziergang durch den Grafenberger Wald und danach war es entschieden, wir wollten den Hund gleich mitnehmen. Die Frau fragte, ob wir Erfahrung mit großen Hunden hätten und ich erzählte ihr von meinem Biku. Er warein riesiger Mischling gewesen. Ein Labrador- Bouvier-Schäferhund. Er hatte ausgesehen wie ein kräftiger, irischer Schäferhund und er war der liebste Hund aller Zeiten gewesen. Er liebte das Wasser und er war ganz auf mich fixiert. Ich hatte ihn ein Jahr bevor ich schwanger wurde an mich genommen. Er wurde leider nur 11 Jahre alt. Er litt plötzlich an einer merkwürdigen Erkrankung, die sein Blut zu Wasser werden ließ. Wir mussten ihn einschläfern lassen, sonst wäre er innerlich erstickt.

Lange hatte ich unseren Mitbewohner Herrn Bisigo in Verdacht meinen

Hund vergiftet zu haben, aber beweisen ließ sich das nicht.

Danach hatte ich gemeinsam mit Heiko einen Hund. Einen Golden Retriever. Er hieß Mirage und sein Herrchen war plötzlich verstorben. Der Hund hatte drei Tage bei dem Toten in der Wohnung verbracht und war dementsprechend ziemlich traumatisiert. Die Verwandtschaft des Mannes konnte oder wollte sich dieses Hundes nicht annehmen und so nahmen wir ihn zu uns. Mirage taute ganz langsam auf und wurde irgendwann zu einem wirklich tollen Kerl. Leider übertrieb er es mit der Jagerei und dem Herumstreunern und wurde von einem Zug überfahren. Dies war auf einer Radtour passiert, Wolfgang und ich hatten den Hund bei Heiko abgeholt, wo er gerade mal wieder lebte. Wir teilten uns den Hund, doch jetzt musste ich Heiko die traurige Mitteilung machen, dass Mirage nicht mehr lebte. Heiko war ziemlich sauer, doch es war nun mal nicht zu ändern.
Und nun teilte ich mir wieder einen Hund mit meinem Partner. Wolfgang versprach für die finanziellen Kosten, die dieser große Hund verursachen würde, aufzukommen. Er hatte nämlich wie ich die Hoffnung, dass der Hund mir gut tun würde.

Aber erst einmal sollte ich die Entscheidung bereuen.

Nicht, dass der Hund das Problem gewesen wäre, er hörte gut und schien sich über seine neuen Herrchen sehr zu freuen. Ich kam mit der Verantwortung nicht zurecht. Der Hund wollte beschäftigt werden und hasste es, wenn ich immer nur in den Fernseher schaute. Ihm war einfach zu langweilig und so stellte er sich immer direkt vor den Bildschirm und starrte mich an. Ich wusste auch, dass es besser wäre ihn ausgiebig zu streicheln und mit ihm über die Felder zu gehen, aber ich konnte mich nur selten dazu aufraffen. Mir hingen die schwermütigen Gedanken wie Blei im Kopf und außerdem war es mir zu anstrengend. Und so wartete ich meistens auf Wolfgang. Der freutesich schon auf der Arbeit darauf nach dem Essen mit diesem neuen Kollegen spazieren zu gehen. Natürlich musste ich mit, Heulerei hin oder her. Ich musste jetzt wirklich immer ein ganzes Päckchen Taschentücher mitnehmen um mir alle Nase lang die Nase zu putzen. Ich konnte es mir auch nicht erklären, aber ich war ständig unendlich traurig, obwohl ich doch eigentlich ein schönes Leben hatte. Ich konnte tun und lassen was ich immer gewollt hatte. Ich konnte lesen, malen, basteln, spazieren gehen, kochen und mich in den Garten setzten. Aber nichts davon konnte mich jetzt glücklich machen. Im Gegenteil. Der Garten ging mir total auf den Wecker, ich setzte mich allerhöchstens mal eine Viertelstunde dort hin, dann zog es mich auch schon wieder nach Oben. Das mit dem Malen hatte ich ja versucht und lesen wollte ich nicht. Ich konnte mich einfach nicht auf den jeweiligen Inhalt konzentrieren. Ständig vergaß ich was ich gerade erst gelesen hatte. Außerdem brauchte ich nun eine Brille dazu und das war mir lästig.

Meine Kochkünste wollten nicht Recht zurückkehren und

an irgendwelche Renovierungen traute ich

mich auch nicht heran.

Dabei hatte es meine übrige Wohnung wirklich nötig.

Frau Doogs-Herhotz hatte mit meiner Wohnungsgesellschaft geredet und man schickte endlich jemanden vorbei um nach dem Wasserschaden zu sehen. Es stellte sich heraus, dass das Fenster, welches ich zusammen mit Michael im Schlafzimmer ins Dach eingebaut hatte, undicht geworden war. Das Wasser lief in die Decke und dann hinunter in die Wand. Es musste ausgetauscht werden und der Wasserfleck im Wohnzimmer musste überstrichen werden. Für beide Arbeiten schickte man mir Handwerker. Doch nachdem die Wand wieder weiß war, sah man erst den krassen Unterschied zum Rest des Raumes. Doch für eine große Renovieraktion war ich noch nicht bereit. Ich pflegte stattdessen meine Depression.

Meine Betreuerin hatte auch mit der Arge gesprochen und dafür gesorgt, dass ich mein vollständiges Geld bekam. Jetzt hatte ich 320 Euro zur Verfügung. Die Miete und der Strom wurden direkt vom Amt aus bezahlt, damit hatte ich also nichts zu tun. Ich bekam eine Einladung zu einem Gespräch bei der Arge, doch daran war für mich nicht zu denken. Was sollte ich denen schon sagen? Ich konnte in meinem Zustand unmöglich arbeiten und ein Gespräch darüber wollte ich auch nicht führen.

Frau Doogs-Herhotz schrieb einen Brief an das Amt und meldete mich krank.

Ich bekam dafür von meiner Psychiaterin, Frau Mitschuleit eine Krankschreibung. Zu den Terminen fuhr ich regelmäßig mit dem Fahrrad. Jetzt alle 2 Wochen, denn das Gröbste war ihrer Meinung nach überstanden. Gegen die Depression bat ich sie irgendwann um Pillen, ich hoffte die würden mir helfen schneller aus meinem Trübsinn heraus zu kommen. Ich hatte auch den Eindruck, dass sie etwas wirkten, allerdings war ich dennoch nicht plötzlich fröhlich und unbeschwert. Ich nahm die Tabletten vielleicht 3 Monate, danach meinte meine Therapeutin, ich solle es ruhig wieder ohne probieren.

Etwas besser gelaunt wendete ich mich nun wieder meiner Schnibbelei zu.

Ich begann wieder mitzuschneiden, auch wenn der Fernseher nicht mehr so deutlich mit mir sprach. Jetzt wollte ich ihn zum Reden bringen, denn ich fand meine Schnibbelfilme irgendwie immer noch ziemlich interessant. Ganz besonders hatten es mir dabei Ausschnitte aus Zeichentrickserien und Werbeeinlagen angetan. Ich mixte sie mit Nachrichten und Aufnahmen von Fußballspielen, es war zu der Zeit mal wieder eines der großen Tuniere. Ich wählte zufällig aus, denn ich glaubte an die Macht des Zufalls. Meine eigene Fantasie konnte nicht so groß wie der Zufall sein. Ich sah darin immer noch etwas Göttliches und so hatte ich einige Wochen relativ viel Spaß an der ganzen Sache. Natürlich kostete das alles viel Zeit, aber davon hatte ich ja wahrlich genug. Wolfgang sah die ganze Angelegenheit sehr kritisch, aber er war schließlich schon froh, wenn ich nicht die ganze Zeit herumheulte.

Wir sprachen immer noch sehr viel miteinander

und ich fragte mich schon, woher er diese Ausdauer nahm.

Er schien mich wirklich sehr zu lieben, anders ließ es sich nicht erklären.

Er meinte, er wäre froh gewesen, wenn sich mit ihm nach seiner Psychose auch jemand gefunden hätte, der sich mit ihm auseinandersetzt. Doch er habe nur die Kollegen auf den diversen Baustellen gehabt und für die war so etwas kein Thema. Er hatte sich damals nach der heftigen Phase einen Job gesucht um wenigstens seine finanziellen Sorgen los zu werden. Die Arbeit hätte ihm dann aber auch dabei geholfen wieder richtig klar zu werden. Das Ganze habe zwar letztendlich 2-3 Jahre gedauert, aber irgendwann war er wieder so fit, dass er sich auch seiner schwierigen Wohnsituation widmen konnte. Er lebte nämlich in einem Industriekeller mit einem Gewölbetiefkeller dabei. Dort hin zog er sich nach der Arbeit allein zurück.Freunde hätten ihn nicht mehr besucht, als sie merkten, dass er nicht gut drauf war.
Das er zu dieser Zeit an einer Depression litt, hätte er nicht gewusst, doch nun, mit mir an seiner Seite würde er sich selbst wiedererkennen. Er versprach mir immer wieder, irgendwann ginge diese Phase vorüber, irgendwann würde ich wieder so fröhlich und voller Energie sein wie früher. Es wäre einfach alles eine Frage der Zeit und der Geduld.

Er ging in unseren Gesprächen viel auf meine Familie ein.

Meine Mutter hatte er ja mal kennen gelernt, doch er hatte dieser merkwürdigen Frau damals schon gesagt, was er von ihr hielt. Sie sei überhaupt keine richtige Mutter habe er ihr vorgeworfen. Sie sei egoistisch und würde keine emotionale Wärme ausstrahlen. Meine Mutter war dementsprechend nicht sonderlich gut zu sprechen auf meinen neuen Freund, aber andererseits, er kümmerte sich aufopferungsvoll um mich und das konnte man nur anerkennen.

Meine Mutter lud mich irgendwann im

Herbst 2007 zu einem Einkaufsbummel durch IKEA ein.

Sie wollte mit mir dort zu Mittag essen und mir eine Kleinigkeit kaufen. Ich wünschte mir Regale und ich bekam auch zwei Stück. Sie passten gut zu meinem großen weißen Bücherregal, welches ich im Wohnzimmer stehen hatte. Ich wollte die zwei kleineren Schwester dieses Regals jedoch oben in das Mansardenzimmer unter die Schräge aufstellen um meiner vielen Bücher Herr zu werden.

Als wir in dem IKEA-Reataurant saßen redeten wir natürlich über Felix und ich machte ihr endlich einmal Vorwürfe wegen der Sache damals bei seinem Auszug. Sie hatte mich nämlich bei der ganzen Angelegenheit im Regen stehen lassen. Sie hatte nur an sich dabei gedacht. Sie wollte die liebe Oma sein, ob es nun gut war was Felix
tat oder nicht.

Meine Beziehung zu meinem Sohn hatte

sich seit dieser Aktion nicht mehr vernünftig entwickelt.

Er war mir verloren gegangen und stand nun selbst ohne eine liebende Mutter da, die einem freundlich aufnahm, Fragen nach seinem Befinden stellte, ihn bei den wichtigen Entscheidungen des Lebens begleitete und beriet. Ich wurde immer ungehaltener und auch lauter. Doch mir machte es gar nichts aus, dass die Leute an den Nachbartischen schon neugierig herüberschauten. Sollten alle nur hören, was ich meiner Mutter vorzuwerfen hatte. Sollte es ihr peinlich sein, sollte sie endlich begreifen wie enttäuscht ich von ihr war.Meine Mutter riss sich ziemlich zusammen. Sie schob alles auf meinen angegriffenen Zustand. Sie meinte, so ein Schoppintag sei dann vielleicht doch noch etwas zu früh für mich gewesen. Ich müsse mich erst noch richtig von meiner Krankheit erholen.

Meine Vorwürfe ließ sie nicht an sich heran.

Sie war nun mal die Oma und eine Oma liebte

ihren Enkel bedingungslos.

Die Schule beendete Felix allerdings nicht mit dem Abitur, er ging nach der 10. Klasse ab. Er war 18 Jahre alt und wollte lieber eine Lehre machen. Und er fand auch eine. Er hatte sie sich selbst gesucht und war unter vielen Hundert Bewerbern angenommen worden. Er wollte eine Ausbildung zum Hotelfachmann in einem 5- Sterne-Haus machen. Das Hotel befand sich direkt am Münchener Flughafen und es entsprach ganz seinen Vorstellungen von einer edlen Umgebung. Er wollte die Wohnverhältnisse seines Elternhauses schnellst möglich in diesem Ambiente von sich abstreifen. In dem Hotel war zwar nicht alles Gold was glänzte, aber es war schon eine sehr beeindruckende Ausstattung, die ihn nun umgab.

Meine Mutter meinte zu mir, ich könne stolz auf ihn sein, er würde sich dort gut anstellen und sei sehr fleißig. Das war ich natürlich auch, nur hätte ich mich gefreut all dies von ihm selbst berichtet zu bekommen. Aber er rief nicht an, noch schrieb er einen Brief. Er hatte mich zwar damals, als ich im Krankenhaus war, besuchen kommen wollen, doch meine Mutter hatte ihm dies ausgeredet.

Es sei nicht notwendig, er solle lieber arbeiten, ich käme schon alleine klar.

Das ließ sich mein Sohn nicht zweimal sagen, er wollte mit dem ganzen Psychokram sowieso lieber nichts zu tun haben und so war unsere Beziehung endgültig, zumindest aber vorläufig, auf einem Nullpunkt angekommen. Er meldete sich nicht und ich tat es auch nicht. Was hätte ich ihm sagen sollen? Wie die richtigen Worte finden? Ich war nicht mehr seine alte Mutter, die Starke, immer Engagierte und auf das Große Konzentrierte.

Ich war die Gescheiterte, Kranke, ja Verrückte.

Weihnachten verbrachte ich mit Wolfgang bei seinen Eltern und anschließend trafen wir uns mit der ganzen Familie bei seiner Schwester. Sie lebte mit Mann und Kind in einem schön eingerichteten Haus und machte wie immer ein köstliches Essen.

Allerdings ohne Fleisch, denn davon hatten sie sich vor einiger Zeit verabschiedet.

Das war eine richtige Familie, auch wenn ich merkte, dass auch WolfgangsSchwester nicht besonders gut mit ihrer Mutter klar kam. Sie war wohl ehr das Papakind gewesen. Man nahm mich relativ freundlich in diesen Kreis auf, auch wenn man nur wenig mit mir sprach. Niemand stellte irgendwelche neugierigen Fragen, ein größeres Interesse an meiner Person bestand wohl nicht. Ich war Wolfgangs Freundin und damit war alles Wichtige gesagt. Seine Schwester wollte gerne wieder an die Uni gehen und auch ihre Tochter wollte sich zum Sommersemester dort einschreiben. Sie wollte Philosophie studieren. Ich stellte mir eine Philosophiestudentin zwar ganz anders vor, aber immerhin, sie hatte solche Pläne. Die Schwester interessierte sich für Altgriechisch. Der Mann war in einer größeren Werbeagentur in Düsseldorf als Texter beschäftigt und verdiente gutes Geld. Das waren genau die Verhältnisse, die sich meine Mutter für mich gewünscht hätte, neben dem Putzfimmel, der in diesem Hause herrschte.

Bei mir kam der Haushalt ganz zu Letzt, gerade jetzt.

Ich kümmerte mich zwar darum, dass in meiner Küche

möglichst Ordnung herrschte, aber der Rest

war mir ziemlich egal.

Die Wäsche musste sich Wolfgang schon selber waschen und

wenn er es hätte geputzt haben wollen, nun er wusste ja wo der Eimer stand.

Ich konnte mich dafür jedenfalls gar nicht begeistern, ich tat wirklich nur das absolut Nötigste Wolfgang hatte eine breite Matratze und ein passendes Lattenrost gekauft, da ich mein großes Bett irgendwann auf den Sperrmüll geworfen hatte. Ich wollte darin nicht mehr schlafen, es war mir einfach zu siffig. Es erinnerte doch zu sehr an meine Eskapaden mit Mansur.

Ich hätte zwar jetzt so langsam gerne wieder mal etwas Sexuelles erlebt, doch Wolfgang schien daran gar kein Interesse zu haben. Mich machte das durchaus ziemlich unglücklich, aber daran aktiv etwas ändern wollte ich auch nicht. Ich konnte es einfach nicht. Ich wusste seit meinem ersten Blitz einfach nicht mehr wie man das machte. Jetzt hätte ich einen aktiven Partner gebraucht, doch so musste ich einsehen, man konnte eben wohl doch nicht alles haben.

Wolfgang und ich kifften dafür um so regelmäßiger.

Ich hatte zwar den Eindruck nicht besonders viel davon zu merken, aber es tat mir trotzdem gut. So ließ sich meine trübe Stimmung leichter ertragen. Ich rauchte deshalb auch tagsüber, was Wolfgang allerdings nicht so gerne sah. Er hätte es auch aus finanziellen Gründen fürbesser gehalten, wenn ich erst mit ihm zusammen an der Pfeife gezogen hätte. Doch darauf lies ich mich nicht ein, nüchtern war mein Alltag einfach kaum zu ertragen.

Und so kam es wie es kommen musste, wir

wurden an der Grenze erwischt.

Es gab eine Anzeige und ich musste 150 Euro Strafe zahlen. Wolfgang kam mit einer Verwarnung davon. Die Fahrten nach Holland waren daraufhin für mich der reinste Stress. Aber was sein musste, das musste eben sein.

Dann hatte ich wieder eine Einladung

zu einem Gespräch bei der Arge im Briefkasten.

Diesmal war ich bereit dort hin zu gehen und mit dem Mann zu sprechen. Ich kannte ihn nicht, aber sein Büro war in Osterath und so machte ich mich zum entsprechenden Termin auf den Weg dort hin. Der Mann, er hieß Stach, war ganz nett und schien für meine Situation Verständnis aufzubringen. Er war nur  froh, dass ich endlich mal gekommen war. Er hörte sich an was ich zu sagen hatte und entschied, ich solle erst mal wegen meiner Arbeitsunfähigkeit mich von einem Fachmann im Gesundheitsamt untersuchen lassen. Ich bekam einen Termin irgendwann im Mai 2008 und fuhr dort gemeinsam mit meiner Betreuerin hin. Sie wollte mich auf diesem Weg gerne begleiten. Das Gespräch mit dem Arzt führte ich jedoch allein. Ich erzählte ihm von meiner Erkrankung und meiner nicht enden wollenden Depression. Daraufhin wurde ich von ihm für die nächsten fünf Monate offiziell krank geschrieben. Im Gesundheitsamt ging ich auch bei Frau Heine vorbei und trank einen Kaffee mit ihr. Sie war erfreut mich zu sehen und versprach bei Gelegenheit noch mal bei mir vorbeizuschauen.

Jetzt war ich also erst einmal für einige Monate vor der Arge sicher und konnte mir in Ruhe überlegen wie es mit mir weiter gehen konnte. Was hatte ich für Möglichkeiten? Sollte ich meinen Designerberuf aufgeben und mir irgendeinen kleinen Job suchen? Wolfgang hatte die Arbeit schließlich damals auch relativ gut getan. Doch wer nahm eine Frau wie mich? Was konnte ich leisten?

Das mit dem Lesen war etwas besser geworden, die ganz dunklen Wolken schienen

sich ebenfalls aufzulösen und auch die Kocherei fiel

mir nicht mehr ganz so schwer.

Aber konnte ich Geld verdienen?

Wann würde ich dazu wirklich wieder in der Lage sein?

Mit meiner Schnibbelei hatte ich allerdings endgültig aufgehört, es brachte nichts. Es waren zwar ein paar ganz lustige Zufälligkeiten entstanden, aber ich sah langsamein, so wunderbar verrückt wie es während meiner Psychose gewesen war, so gelang es mir nicht. Der Fernseher sprach nur noch ganz selten mit mir und wenn, dann musste ich schon sehr gut zuhören. Das tat ich immer noch durchaus, und ich aß dazu jede Menge Süßigkeiten, was sich auch schon etwas bemerkbar zu machen schien. Aber noch hielt sich das Ganze in vertretbaren Grenzen. Ich war nach dem Krankenhaus schließlich sehr dünn gewesen, da konnten ein paar Kilo mehr nicht wirklich schaden, so dachte ich und naschte weiter.

Süßigkeiten sind auch so etwas wie eine Droge, sie hellen das Gemüt

auf, machen kurzfristig ganz zufrieden, ja sogar

etwas glücklich.

CIMG9508

Dann kam die Sache mit dem Kalender, ich erwähnte es glaube ich schon.

Ich hatte meine Mappen durchforstet und Wolfgang meine Drucke gezeigt. Er fand die Arbeit sehr interessant und forderte mich auf an dieser Sache dranzubleiben, vielmehr damit wieder zu beginnen. Ich kaufte mir so motiviert auch die nötige Abbeize und ich fand auch noch etwas geeignetes Papier, doch die Sache klappte nicht mehr. Ich hatte es den Prospekten schon angesehen, solche, die sich dafür eigneten, gab es einfach nicht mehr. Wolfgangs Vater sammelte für mich die Werbebeilagen, die er in seiner Tageszeitung vorfand, aber es war bei bestem Willen mit den Klatschkopien kein Staat zu machen. Wolfgang wollte nicht das ich so schnell aufgab und meinte ich müsse vielleicht ein anderes Lösungsmittel suchen, aber dazu hatte ich keine Energie. Ich nahm daher alte Drucke, die, welche ich damals aussortiert aber nicht weggeschmissen hatte. Ich hatte eine große Kiste voll davon und suchte sie nach möglichen Vorlagen für ein neues Bild aus. Wie ich schon sagte, aus den daraus entstehenden Bildern machte ich dann einen Kalender für das Jahr 2009.

Meine Betreuerin kam zu dieser Zeit bei mir

vorbei und ich zeigte ihr meine Drucke

von früher.

25.September

Sie fand die Bilder sehr interessant und sie wollte mir gerne Eines abkaufen.

Ich war darüber hoch erfreut und ließ sie alle Bilder eingehend durchsuchen. Sie entschied sich für ein tatsächlich sehr gelungenes Exemplar. Es zeigte eine blaue Figur, die einem den Rücken zuwandte und durch das Papier zu gehen schien. Die Bewegung der Beine war deutlich zu erkennen. Frau Doogs- Herhotz war mit dem Motiv glücklich und ich erhielt 200 Euro. Das war ein angemessener Preis, auch wenn ich die Drucke früher dafür nur ungern weggegebenhätte. Doch was sollten sie in meiner Kiste versauern? Das Geld konnte ich schließlich gut gebrauchen, ich musste unbedingt mal in die Stadt, mir etwas zum Anziehen kaufen. Vom meinem Hartzgeld blieb am Ende des Monats einfach dafür nichts übrig, auch wenn Wolfgang den großen Einkauf übernahm. Außerdem machte mich der Verkaufserfolg ganz glücklich, ich freute mich noch Tage später daran.

Auch Frau Heine zeigte ich meine Drucke, als sie das nächste Mal vorbeikam. Sie war ebenfalls ganz angetan und so schlug sie mir vor ich solle im Gesundheitsamt eine Ausstellung mit diesen Bildern zu machen. Sie hatte eine Kollegin, die für so etwas zuständig war. Wir vereinbarten, dass ich mit einer Auswahl an Bildern mal im Gesundheitsamt vorbeikommen sollte um sie dieser Frau zu zeigen. Als ich abends Wolfgang davon erzählte war der gleich total begeistert.

Er hatte es ja immer schon gesagt, die Drucke waren

wirklich eine gute Arbeit von mir.

CIMG4787

Gesagt, getan wir fuhren zusammen nach Neuss und ich zeigte meine Bilder.

Ich erklärte wie ich sie gemacht hatte und die Frau war beeindruckt. Sie wollte eine Ausstellung von möglichst vielen Bildern möglich machen. Dafür stand der ganze Flur im Wartebereich zur Verfügung. Gut, hier kamen natürlich nicht so viele Menschen vorbei wie man sich vielleicht wünschen könnte, aber immerhin, es war ein gewisser Anfang.

Außerdem hatte ich wieder einen Termin bei der Arge,

doch als ich dort ankam war Herr

Stach nicht da.

Er war plötzlich erkrankt, aber seine Kollegin hatte Zeit. Sie hieß Frau Reiss und war ebenfalls sehr nett. Ich erzählte ihr von meiner Lage und der möglichen Ausstellung und meinte, mir fiele dennoch so langsam aber sicher die Decke auf den Kopf. Da hatte sie plötzlich eine Idee. Sie fragte mich, ob ich nicht Interesse an einer Maßnahme in einer Medienwerkstatt hätte. Dort würden HartzIV- Empfänger mit kreativer Ader gebraucht. Die Leute würden Filme machen über gemeinnützige Vereine und Organisationen. Das klang wahrlich nicht uninteressant, an der Filmerei hatte ich schließlich durchaus Interesse. Meine Kamera hatte ja leider im Winter 2007 ihren Geist aufgegeben und die kleine Digitalkamera, die mir Amin im Krankenhaus geschenkt hatte, war irgendwie nicht ganz das Richtige für mich. Das Display war zu klein und die Qualität war auch nicht so toll. Außerdem musste ich die dazugehörige Bedienungsanleitung lesen und das war nun mal für mich ziemlichabschreckend. Aber in der Medienwerkstatt gab es wie sie erzählte professionelle  Kameras und so machte Frau Reiss mir dort einen Termin. Ich sollte mich möglichst bald dort vorstellen, denn die Medienwerkstatt führte eine längere Warteliste.

Und so kam es, dass ich bald schon Jo kennen lernte.

Er war der Leiter dieser Medienwerkstatt. Sie lag nicht gerade verkehrsgünstig, wenn ich dort regelmäßig hin wollte, dann würde ich dafür wohl ein Auto brauchen, denn mit dem Fahrrad war es etwas zu weit. Es fuhr zwar auch ein Bus dorthin, doch nur vom Neusser Bahnhof aus, das wäre also eine Himmelstour gewesen. Aber Wolfgang wollte mir für diesen Job gerne ein kleines, altes Auto finanzieren. Mit dem Geld, was ich dort verdienen würde, konnte ich den Sprit dafür dann aufbringen. Jetzt aber hatte er mir erst einmal sein Auto geliehen, damit ich mich dort vorstellen konnte.

Das mit dem Autofahren fiel mir nicht gerade leicht, denn dies war auch so eine Sache, die mit dem Blitz als Erfahrung nicht mehr abrufbar für mich war. Ich kam mir bei den ersten Malen, in denen ich das Auto selber steuerte, wirklich wie eine absolute Anfängerin vor. Dabei hatte ich einmal den Taxischein gemacht und war immer gerne und auch sehr gut gefahren. Aber, das war irgendwie alles Schnee von Gestern. Ich kam aber heil dort an und stellte mich vor. Ich erzählte Jo, während wir im Garten unter einer Pergola saßen von meinen Schwierigkeiten, doch er sah keine Probleme dabei, es mit mir zu versuchen. Er erzählte, dass es öfter vor kam, dass die Arge ihm Menschen schickte, die Probleme hatten. Die Werkstatt wäre gut geeignet auch solchen Leuten eine Abwechslung und Herausforderung zu bieten. Nicht wenige würden sich in dieser Maßnahme wieder finden und hätten anschließend auch wieder eine Idee wie es in ihrem Leben weiter gehen konnte. Einige entschieden sich dafür endlich eine Ausbildung zu machen, andere wollten studieren, wieder andere fanden vielleicht sogar endlich einen Job. Ich solle es einfach mal versuchen, er glaube, dass ich mit meiner Ausbildung sicherlich eine Bereicherung für die Medienwerkstatt sein könne.

Außerdem erzählte er mir auch, dass auch er mal an einer schweren Depression

gelitten habe, aber die hätte er bewältigt und das wünsche er mir auch.

Wenn die Medienwerkstatt dabei helfen könne, dann wäre schon viel erreicht. Ich müsse nur etwas Geduld haben, es wären zur Zeit keine Plätze frei, aber wahrscheinlich im Sommer, da sähe er eine Möglichkeit.Er beschrieb auch die Arbeit in der Medienwerkstatt. Ich würde einen eigenen Computerarbeitsplatz erhalten und mit zu den Aufnahmen nach draußen in den näheren Umkreis fahren. Seine „Kunden“, es waren keine wirklichen Kunden, denn die Filme waren für die Leute kostenlos, seien gemeinnützige Vereine und Organisationen. Sie wären jetzt zum Beispiel gerade bei einem kleinen Zirkus gewesen. Dort arbeiteten die Leute mit Schulkindern zusammen und hatten eine Vorführung für die Eltern erprobt. Das hätten sie alles filmisch festgehalten und anschließend zu einem schönen Film zusammengeschnitten. Das Schneiden mit Hilfe eines vernünftigen, professionellen Programms würde ich sicherlich leicht erlernen können und wenn ich auch noch eigenen Ideen hätte, nun er wäre immer offen dafür.

Das war doch mal wirklich eine tolle Maßnahme.

Eigentlich hatte ich ja die üblichen Vorurteile bezüglich dieser HartzIV-Maßnahmen, aber dieses hier klang doch wirklich sehr interessant. Wie verabschiedeten uns nach einer weiteren Zigarette und ich freute mich schon etwas auf die Zeit in der Medienwerkstatt.

Es war jedoch noch einige Monate bis dahin und

ich überlegte wie ich Zeit nutzen konnte.

CIMG0557

Ich musste einfach irgendetwas tun.

Und so kam ich auf die Idee meine Krankengeschichte aufzuschreiben.

Ich wollte versuchen mich an möglichst viel zu erinnern, um es niederzuschreiben und festzuhalten. In meinem Kopf ging zwar, was diese unglaubliche Zeit anging, noch einiges ziemlich durcheinander, aber das Schreiben würde bestimmt helfen, etwas mehr Ordnung in mein Chaos zu bringen.

Ich fing bei der Sache mit meinem Großvater an und arbeitete mich langsam vor.

Das Schreiben lief nicht so locker wie es mir bei diesem Tagbuch ergeht. Ich musste mich sehr anstrengen aber ich war bald schon täglich fleißig dabei. Es verminderte meine Fernsehkonsum erheblich und die Auseinandersetzung tat mir irgendwie gut. Schließlich hatte ich nicht vergessen, dass ich meine Widersacher enttarnen wollte. Vielleicht gelang es mir mit diesem Schriftstück ja auch ein bisschen. Ich war also ausreichend motiviert und Wolfgang war erleichtert, dass ich nun nicht mehr den ganzen Tag vor der Glotze hing. Leider habe ich die Datei irgendwann verloren, vielleicht habe ich sie irrtümlich gelöscht, aber ich habe sie als ich in der Medienwerkstatt anfing, Jo zur Lektüre als Datei gegeben. Seine Freundin hatte meine Geschichte dann sogar komplett gelesen.Jo war jedoch über die ersten Dreißig Seiten nicht hinaus gekommen. Aber er wusste nun in etwa was mich ereilt hatte und so zeigte er für mich immer viel Verständnis.

Der Beginn der Medienwerkstatt fiel mit meiner Ausstellung zusammen

und ich fragte Jo ob ich eine der zwei Kameras

dafür ausleihen dürfe.

CIMG6485

Ich wollte die Bilder an den Wänden

abfilmen und einen kleinen Film daraus machen.

Das war auch seiner Meinung nach eine schöne Aufgabe und würde mir den Umgang mit Kamera und Schneideprogramm näher bringen. Gesagt, getan, ich fuhr mit der Kamera nach Neuss ins Gesundheitsamt und versuchte mein Glück. Doch als ich dann die Aufnahmen am Computer sah war ich entsetzt. Es war alles grün. Ich musste irgendetwas an der Einstellung falsch gemacht haben. Mit Hilfe eines Medienwerkstattteilnehmers, der schon länger dabei war, korrigierte ich die Aufnahmen am Rechner und irgendwann war mein kleiner Film fertig.

Das Schneiden bereitete mir kaum Probleme,

schließlich hatte ich monatelang nichts

anderes getan.

CIMG7711CIMG2322

Natürlich war mein Programm nicht so umfangreich gewesen, aber

die eigentliche Sache, das Schneiden selbst war kaum ein Unterschied.

Es ging dabei schließlich nicht nur um die Bedienung des Programms, es kam auch auf die eigene Kreativität an. Heute muss ich sagen, der Film ist nicht besonders aufregend geworden, aber er zeigt meine Bilder in großen Rahmen an der Wand. Das war zumindest für mich ein Vergnügen. Ich hatte die Aufnahmen mit Musik unterlegt. Diese durfte, wie ich nun erfuhr, nicht einfach so ausgewählt werden, denn bei den meisten Musikstücken achtete die GEMA auf die Urheberrechte. Das konnte im Zweifelsfall eine teure Anklage mit sich bringen, wenn man diese Rechte nicht beachtete.

Nun und damit wurde mir klar, ich würde meine Filme so wie sie waren nicht veröffentlichen können. Ich hatte überall nicht GEMA freie Titel ausgewählt. Ich hatte davon einfach nichts gewusst und mich völlig ungehemmt in Wolfgangs Musikordner bedient. Das war nun wirklich eine große Scheiße. Ich ärgerte mich total, weil mir klar war wie viel Arbeit es werden würde diese Musik wieder zu entfernen und möglicherweise durch andere freie Musikstücke zu ersetzten.

Jetzt war ich zum ersten Mal wirklich froh, dass ich im

Winter 2006/2007 ausgebremst worden war.

Hätte ich den Weg ins Netz gefunden, ich hätte mir wahrlich einen riesigen Ärger dadurch eingehandelt. Jetzt kam mir auch das ersteMal der Gedanke, dass es vielleicht doch nicht die bösen Außerirdischen waren, die mich geblitzt hatten. Möglicherweise war es der liebe Gott selbst gewesen. Er hatte mich vor einem großen Fehler bewahren wollen.

Diesen Gedanken zu fassen war nicht ganz leicht,

aber er war durchaus naheliegend.

Ich brauchte nicht den ganzen Tag in der Medienwerkstatt zu verbringen, denn meine Ärztin schrieb mich nur für 3-4 Stunden am Tag arbeitsfähig. Ich fuhr kurz nach 8 Uhr dort hin und war um halb Eins wieder zu Hause, und das war an sich auch sehr gut so. Mich strengte zwar die Arbeit selbst nicht sehr an, aber der Umgang mit den Kollegen war so eine Sache. Ich fühlte mich gerade am Anfang überhaupt nicht wohl in meiner Haut. Ich war total unsicher und ich staunte selbst darüber wie klein mein Selbstbewusstsein war. So kannte ich mich nun gar nicht. Ich hatte mich immer sicher auch unter mir fremden Personen gefühlt. Doch auch das war Schnee von Gestern. Die Psychose hatte mich den Menschen gegenüber unsicher gemacht. Ich wusste nicht was ich sagen sollte und glaubte jeder sähe mir meine Verunsicherung an der Nase an. Das war wahrscheinlich gar nicht so, wahrscheinlich hielt man mich für vorsichtig und zurückhaltend. Nur, dass war ich ganz bestimmt zuvor in meinem Leben noch nie gewesen. Ich hatte immer schnell Kontakt gefunden und war auch nie um ein Gespräch verlegen. Ich wusste immer etwas zu erzählen und dies wie ich glaube auch eigentlich sehr unterhaltsam. Jetzt aber brachte ich kaum etwas heraus. Ich ging zwar zur Pause mit den anderen Rauchern nach draußen unter die Pergola, aber oft stand ich nur ziemlich schweigsam dabei und beteiligte mich nicht an den Gesprächen. Nur wenn Jo mit nach Unten gekommen war taute ich etwas auf. Dieser Mann war mir auf Anhieb sehr sympathisch gewesen und ich hatte keine Scheu gezeigt mehr von mir Preis zu geben. Doch bei meinen Kollegen wurde ich zu einer Zuhörerin. Ich hörte mir ihre Witze und Kommentare an, und so lernte ich einige näher kennen, da nicht alle Raucher waren und ihre Pause draußen verbrachten.

Nicht wenige vergruben sich vor ihren Rechnern und schienen

keinen Kontakt zu den anderen zu suchen.

Mit der Zeit lernte ich, nicht alle arbeiteten an Filmen, einige waren auch mehr für die Pflege der Hartware zuständig oder machten etwas mit dem Powerpointprogramm. Ich lernte ebenfalls damit umzugehen. Es war nicht ganz soeinfach für mich, denn man musste sich schon einige Dinge dafür merken, aber ich bekam eine Präsentation meines Bombinis hin. Jo hatte mir das Thema, welches ich daran bearbeiten wollte, freigestellt und natürlich konnte ich gar nicht anders. Mein Bombini kreiste schließlich die ganze Zeit in meinem Kopf herum. Ich zeigte die Arbeit anschließend Jo und einigen anderen im Raum, doch verstand keiner um was es sich bei meinem Bombini tatsächlich handelte. Es fehlte einfach an dem nötigen Grundwissen in Physik. Aber, dass ich mit diesem Bombini eine verrückte Idee verfolgte, dass merkte man schon. Ein Spielzeug-UFO, ja, wenn es so etwas gäbe, dass wäre schon der Hammer, aber ob ich mit meinem Ding dort die Lösung für ein solch umfassendes Problem in Händen hielt, dass mochte keiner entscheiden. Aber zumindest war das Eis jetzt schon mal zwischen mir und einigen meiner Kollegen gebrochen. Ich hatte offensichtlich lustige Ideen und war doch nicht so unnahbar wie es vielleicht zuerst den Anschein gehabt hatte.
So, ich habe mir meine xte Zigarette angemacht und das Essen zum warm machen in den Ofen gestellt. Es gibt wie immer Montags das Essen von Wolfgangs Mutter. Nicht immer schmeckte es vorzüglich so aufgewärmt, diesmal gab es Spargel mit Kartoffeln und Rinderrouladen.

Ich war von denen zwar kein Freund, aber es tat mir schließlich

ganz gut, wenn ich nicht soviel Fleisch aß.

Außerdem warte ich jetzt auf den Abholservice, der meine Koffer schon mal auf die Reise schickt. Ich habe sie gestern Abend gepackt, die blaue Tasche war tatsächlich dringend nötig, denn Badetücher und Bademantel nehmen viel Platz weg. Ich habe auch meine neuen Sandalen dazugepackt. Ich habe sie bei Aldi für 13 Euro gefunden. Sie haben einen Klettverschluss, was ich sehr bevorzuge. Allerdings haben sie auch eine merkwürdige Sohle. Man geht auf den Schuhen wie auf Eiern, doch gerade dies soll schöne Beine machen. Ich bin gestern damit die Hunderunde gelaufen. Zu Anfang taten die Beine dabei ganz schön weh, aber mit der Zeit verging der unangenehme Schmerz. Vielleicht taten sie ja tatsächlich ihre Wirkung. Ich werde sie allerdings bestimmt nicht auf einer Wanderung tragen, dafür nehme ich dann doch lieber meine festen Turnschuhe. Sie sind zwar nicht mehr neu, aber ich kann gut in ihnen laufen. Nun, Hauptsache ist jetzt jedoch erst mal, dass der Service mich und meinen Kram nicht vergisst.Morgen kann ich meinen Rucksack packen und abends muss ich dann den Laptop zu machen und in seine Tasche tun. Also habe ich noch einen ganzen Tag zum Weiterschreiben. Ich müsste es fast schaffen die Schleife bis zur Kur zusammen zu ziehen. Ich war wirklich sehr fleißig in den letzten 12 Tagen. Ich habe jeden Tag jeweils über 12 Seiten getippt und eigentlich einen umfassenden Rückblick zu Stande gebracht. Ich denke, Sie haben jetzt schon einen ziemlich guten Einblick in meine Geschichte bekommen. Ich jedenfalls habe diesen für mich noch mal gewonnen und ich denke ich bin bereit für eine intensive Therapie. Ich hoffe, Sie werden sich auch dafür interessieren, was ich davon berichten kann.

Ich bin zumindest ziemlich gespannt darauf, was so eine Kur leisten kann.

Morgen früh muss ich aber erst mal dringend in die Apotheke, ich brauche noch welche von meinen Psychopillen, die die ich habe reichen nicht für die ganze Zeit. Ich muss sie immer erst bestellen, aber ich denke es wird kein Problem sein sie rechtzeitig zu erhalten. Dann muss ich mir auch noch etwas Proviant besorgen. Ich habe mir überlegt, mir ein kleines Fläschchen Sekt mit zu nehmen, dann kann ich meine Reise auf der Fahrt begießen. Betrunken wird man von so einem Piccolo ja schließlich nicht, aber er hebt die Stimmung ein bisschen. Wolfgang hat zwar die Stirn kraus gezogen, als ich ihm davon erzählte, aber er hat halt nichts übrig für Alkohol.

Ich selber trinke schon gerne ab und zu mal ein Glas Sekt oder guten Wein.

Nur alleine ist das so eine Sache und wenn ich Wolfgang doch mal dazu bekomme mit mir anzustoßen, dann schläft er eigentlich nur schnell ein und klagt am folgenden Tag über Kopfschmerzen. Bei dem Bisschen was er trinkt dürfte das psychosomatisch sein. Aber im Prinzip bin ich ganz froh keinen Alkoholiker mehr an meiner Seite zu wissen. Es war zwar schön mit Heiko durch die Kneipen von Osertath zu ziehen und jede Gelegenheit zum Feiern zu nutzen, aber die Folgen von diesem Missbrauch dieser erlaubten Droge sind wirklich ziemlich fatal. Ich verstehe den Staat nicht, will er dass seine Bürger sich stumpf saufen? Die permanente Bewusstseinseintrübung ist mit diesem teuflischen Zeug wirklich eine echte Katastrophe. Das passiert einem mit Cannabis jedenfalls nicht. Das Zeug macht zwar auch irgendwann ziemlich abhängig, doch diese Abhängigkeit ist ehr psychisch und geht schnell vorbei, wenn man das Rauchen sein lässt. Manchmal denken wir, es wäre schön, wenn wir eine eigenen Pflanze hätten. Nur, wahrscheinlich würden wir uns dann nur schlecht beherrschenkönnen und bald schon wieder täglich zur Pfeife greifen. Trotzdem bin ich der Meinung, Gras ist gegenüber harten Drogen wie Alkohol echt harmlos.

Natürlich kann es auch sein, dass dieses Zeug eine Psychose auslöst,

aber dann war sie sowieso schon in einem angelegt.

Bei mir ist es jedenfalls, wenn überhaupt,

so gewesen.

CIMG4107

Meine Geschichte ist schon uralt und hätte

wahrscheinlich auch so irgendwann bei mir einen Schock ausgelöst.

Mein Drogenkonsum hat das Ganze vielleicht beschleunigt und von mir aus auch vertieft, aber es ist nicht die eigentliche Ursache. Ich bin mir ehrlich gesagt auch noch nicht ganz sicher ob wirklich alles auf schizophrene Wahnvorstellungen zurück zu führen ist. Vielleicht waren die Menschen aus der Zukunft ja auch wirklich da. Ich kann da die Realität von meinen Wahrnehmungen einfach nicht sauber trennen. Aber mittlerweile stresst mich dieses Problem nicht mehr. Dann waren sie eben da, oder auch nicht.

Ich will sie auch nicht mehr vor ein Gericht zerren. Am Ende haben

sie mir ja nur geholfen nicht in ein GEMA-

Unglück zu rennen.

Bomben oder Bombinis?

Monalisa TV – Bomben oder Bombinis? – 24.März 2015

Gabriel / Thank you for the good writeup. It in fact was a

amusement account it. Look advanced to far added

agreeable from you! By the way, how

can we communicate?

OzonlochCIMG0992

FORTSETYUNG folgt!

monalisatv

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *