26.09.2018 BURGKLINIK II

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Handel mit dem virtuellen Autopiloten um 320 Prozent

gestiegen.” – Georg Kofler

Bayer Leverkusen - Borussia DortmundAktualisiert am 29. September 2018, 20:24 Uhr

Super 6: 6 – 0 – 0 – 4 – 2 – 9

Bild zu Facebook Gary Barlow Bild zu Messerstecherein in RavensburgAktualisiert am 29. September 2018, 11:24 Uhr

ENDLICH WOCHENENDE

Störchen gelingt Befreiungsschlag

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund Bild zu Arminia Bielefeld - 1. FC KölnBild zu Mann auf Oktoberfest tödlich verletzt

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mit dem Leben. Am Samstagnachmittag ist ein 42-jähriger

Mann in Begleitung seines Anwalts bei der Polizei

in München erschienen…

Gift-Tar*M(antel Invasion

Spinne, Tarantel, Invasion, Österreich, Gift-Tarantel Bild zu ZielerVfB Stuttgart vs Werder Bremen

Am sechsten Spieltag der Bundesliga kam es zu einem

brisanten Aufeinandertreffen von 1899 Hoffenheim und dem

RB Leipzig. Der FC Schalke erkämpfte sich seinen lang ersehn/

ten ersten Saisonsieg und Stuttgart fiel ein kurioses Tor…

„Sehe es ganz entspannt…“

Bild zu Herzogin Kate Bild zu Hertha BSC vs FC Bayern Munich Bild zu Kanzlerin Angela MerkelAktualisiert am 29. September 2018, 09:45 Uhr

PROGRAMM f[r den 28.09.2018

Schöpf erlöst Schalke:

Bild zu Türkischer Präsident in Deutschland - Köln Bild zu FC Schalke 04 - FSV Mainz 05

Nach fünf Niederlagen, gelang dem FC Schalke am Sams/

tag der erste Sieg gegen den FSV Mainz 05. Alessandro

Schöpf war es, der die Schalker erlöste…

Rollstuhl aus Lego

Bild zu Michelle Hunziker Bild zu Cem Özdemir, Recep Tayyip Erdogan Oktoberfest Schildkröte Elektrostimulation bringt Gelähmten zum GehenAktualisiert am 25. September 2018, 11:18 Uhr

Elektrostimulation bringt Gelähmten

zum Gehen…

Wildwechsel

NuoViso.TV

Ein Fall wird zum Politikum

Bild zu Brett Kavanaugh Thyssenkrupp Helene Fischer Fall "Susanna"Bild zu Anhörung von Christine Blasey FordAktualisiert am 27. September 2018, 20:54 Uhr

„Es war schwer für mich zu atmen, und ich

dach/te, dass Brett mich versehentlich

töten würde.“

Bild zu Ryanair sagt wegen Streiks weitere Flüge für Freitag abCIMG7429 CIMG7390 CIMG7535 CIMG7436 CIMG7563 CIMG7211

Maischberger: Heikler Nacht-Talk

Meeresforscher filmen bizarre Tiefseekreaturen vor der US-Ostküste Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton Kansas City Chief FansBAP-Musiker Wolfgang Niedecken bei Sandra Maischberger.

Schwer erträgliche persönliche Schicksale, harte

Vorwürfe – und mittendrin ein Kirchenmann, der den

Missbrauchsskandal erklären muss. „Maischberger“

schafft den schwierigen Spagat zwischen Emo/

ti/on/en und Er/kennt-n/is/

ge..win/n…

Bild zu Joachim Löw

Interview mit Jürgen Trittin:

Bild zu Hertha BSC gegen Werder Bremen TrittinAktualisiert am 27. September 2018, 20:39 Uhr

Vor genau zwei Jahrzehnten übernahmen SPD und

Grüne zum ersten Mal auf Bundesebene gemeinsam die

Macht. Der damalige Umweltminister Jürgen Trittin

spricht im Interview über das Erbe von Rot-Grün –

und erklärt, warum diese Koalition heute so

weit von einer Mehrheit entfernt ist…

Bild zu Gwyneth Paltrow

Fehlentscheidung:

VolksparkstadionHugh Jackman

Nicht jeder Streifen trifft jedermanns Geschmack.

Doch zumindest die Hauptdarsteller stehen immer hinter ihren eigenen Filmwerken. Falsch gedacht, denn diese Hollywood-Größen bereuen tatsächlich die ein oder andere Zusage zu einem Filmprojekt. 

© imago/ZUMA Press2008 spielte Mark Wahlberg im Thriller „The Happening“ die Hauptrolle des Biologielehrers Elliot Moore. Doch in einer Pressekonferenz im Jahr 2010 bezeichnete er den Film als sein schlechtestes Projekt und lässt kein gutes Haar an seiner Darstellung. „Es war ein schlechter Film. Aber es ist, was es ist. Blöde Bäume.

Und diese Pflanzen. […] Wenigstens habe ich keinen

Polizisten oder Ganoven gespielt.“

© spot on news

Familie

Ferrari Monza SP1 und SP2:

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Das nächste Sommermärchen kann kommen:

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Die Europameisterschaft 2024 findet in Deutschland

statt. Der DFB hat von der UEFA den Zuschlag

erhalten. Einziger Mitbewerber war

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Steffen HensslerSchwiegertochter-Beate hoffnungsloser Fall? Das sagt VeraFerrari Monza SP1 und SP2: Radikale Retro-Sportwagen feiern PremiereAktualisiert am 27. September 2018, 15:31 Uhr

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Habe ich wirklich zu viel gesündigt?

Ich habe doch wie empfohlen, angefangen zu frühstücken, ich

habe vernünftig zu Mittag gegessen, zugegebener Maßen vielleicht etwas

zu reichhaltig und ich habe die Süßigkeiten und den Orangensaft weggelassen.

Warum nahm ich nun aber schneller zu als in der Zeit davor? Ich habe dafür wirklich keine hinreichende Erklärung. Meine Hausärztin meinte es sei auch eine Folge des fortschreitenden Alters, ich bräuchte nun mit Ende Vierzig 30% weniger Energie zum Leben. Dass hieß dann natürlich auch 30% weniger Essen. Nun, das hatte ich sicherlich nicht getan. Sollte es also tatsächlich ein zu viel des Guten gewesen sein? Muss ich mich völlig umstellen? Kein Kuchen mehr, kein Eis, keine Erdbeeren mit Schlagsahne, keine selbstgemachten Hamburger, keine selbstgemachten Pommes, kein Tropfen Orangensaft, dafür viel Wasser und Vollkornprodukte?

Ich hatte nach meiner Schwangerschaft mir eine ganz eigene Diät verordnet, ich wog 73 Kilo und fühlte mich unendlich dick. Da studierte ich die Kalorientabelle in meinem dicken Kochbuch und stellte mir einen Plan auf, der sicherstellte, dass ich abends fürdas Abendgymnasium genug Energie haben würde. Ich machte eine Steak-Diät.
Morgens aß ich ein Ei zu einem Marmeladenbrot, Mittags einen Joghurt, nachmittags dann ein leckeres Steak mit einer Tomate und etwas Salat, und abends nach der Schule vielleicht etwas Obst oder noch einen Joghurt. Ich nahm 5 Kilo in 2 Wochen ab. Gut, das Ganze war nicht billig, aber Michael kam mit so einem Speiseplan durchaus ebenfalls gut zurecht.

Diese Diät hatte wirklich großes Vergnügen bereitet.

Wie wäre es, eine Neuauflage zu starten?

Was hält man wohl in der Klinik davon?

Ich hatte auch schon mal eine sogenannte Hollywood-

Diat gemacht, da gab es zwei Wochen lang Obst bis zum Abwinken.

Doch diese Diät scheint mir zwar zunächst  erfolgreich zu sein, aber wenn man sein eigentliches Essverhalten nicht korrigierte, dann nahm man danach auch sehr schnell wieder zu und zwar auf Grund des bekannten Jojo-Effektes oft mehr als zuvor.

Was kann ich also tun um zu einer filmtauglichen Figur zurück zu finden?

So, jetzt muss ich bald schon wieder in die Küche. Nach dem vielen Fleisch am Sonntag und Montag wird es heute nur Tomaten mit Mozzarella und ein Giabatta- Brot geben. Für später mache ich noch einen Erdbeerquark, allerdings mit Sahne, das schmeckt mir sonst nicht richtig. Aber ich kann ja das allabendliche Quarkbrot dafür weglassen, ich habe sowieso keinen Kräuterquark mehr.
Für die Fahrt morgen habe ich Käsebrote geplant, eine Flasche Orangensaft habe ich auch gekauft. Außerdem einen Aprikosenjoghurt im Glas. Dann noch ein winziges Fläschchen Sekt. Das wird bestimmt gut ausreichen um mich zufrieden zu machen. In der Kur wird es solche Dinge für mich möglicherweise nicht mehr geben. Ich bin wirklich mal gespannt wie deren Diätplan aussieht und ob ich damit glücklich werde.

Denn, das soll mein Hauptanliegen während der Kur sein.

Ich will endlich wieder motiviert, engagiert und zuversichtlich sein.

Ich will Energie für meine Arbeit sammeln, ich will vielleicht auch eine ganz neue Perspektive entwickeln. Ich will die schizophrene Psychose und ihre depressiven Folgen endlich vollständig hinter mir lassen. Ich will mich mit meiner Zukunft auseinander setzten, denn die Vergangenheit habe ich auch durch dieses Tagebuch schließlich gut aufgearbeitet.
Das ist auch der Grund wieso ich annehme, dass ein Rückfall in meinem Fall unwahrscheinlich ist. Warum sollte mein Unterbewusstsein jetzt noch mal so einTheater veranstalten? Ich stehe nicht unter beruflichen Stress, ich leide nicht unter Existenzangst, ich lebe in einer harmonischen, wenn auch ziemlich platonischen Beziehung, mein unbedingter Druck erfolgreich sein zu wollen, ja gar die Welt retten zu müssen, ist nicht mehr vorhanden und mein Bombini ist nur noch ein künstlerisches Projekt für mich. Gut, die Sache mit meinem Sohn ist ungeklärt und meine Familie ist endgültig auseinander gefallen, aber solche Probleme haben andere auch. Damit kann ich, so denke ich, ganz gut weiterleben. Was mir fehlt ist eine handfeste Perspektive, außer der bevorstehenden Ausstellung und diesem Buchprojekt beschäftigt mich zur Zeit nichts.
Ich habe mir allerdings überlegt vielleicht für ein paar Wochen in die Medienwerkstatt zurück zu kehren. Ich will diesen wunderbaren Jo fragen, ob ich dort etwas an meinen Filmen aus dem Jahr 2006 arbeiten kann. Ich komme einfach mit dem dortigen Schneideprogramm besser zurecht und außerdem haben die einen Labeldrucker.

Ich habe mir nämlich überlegt, ich möchte meine Filme, zumindest eine Teil

davon, GEMA-tauglich machen und die Musik austauschen.

Und dann möchte ich schöne Labels entwerfen

und Cover für die Umhüllung.

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Diese Filme könnet ich dann verkaufen.

Ich stelle mir vor, ich mache eine Ausstellung mit meinen Bildern und zeige wenn möglich den Film „Energie für einen Apfel und ein Ei“. Wer dann Interesse zeigt, dem könnte ich dann zum Beispiel den Film: „Auferstehung in Osterath“ anbieten.
Außerdem gibt es da noch das Blumenprojekt. Ich habe zwei große, rote Blumenbilder gemalt, eines habe ich wie schon erwähnt, an meine liebe Frau Doogs- Herholz verkauft. Die Bilder gefallen gerade Frauen sehr gut, denn sie sind sehr dekorativ. Ich könnte mir vorstellen mehr davon zu malen und diese ebenfalls auszustellen, vielleicht sogar in einem großen Blumenladen. Die Bilder gingen bestimmt über den Ladentisch. Ein Versuch wäre es sicherlich wert.

Aber mehr fällt mir einfach zur Zeit nicht ein.

Mit Bodo habe ich gestern über eine gemeinsame Internetseite gesprochen, ich stelle mir eine Art Galerie vor. Er mit seinen Fotos, ich mit meinen Bildern und dem kurzen Film, ein Freund von ihm hat auch Arbeiten, die er sicher gerne zeigen würde, und vielleicht finden sich ja mit der Zeit auch noch andere Künstler, die auf unserer Seite  mitpräsentieren wollen.Bodo ist wirklich eine Bank für mich, er kennt sich sehr gut mit dem Internet aus, er hat keine Probleme neue Kontakte zu knüpfen und er lässt mich an seinen Fähigkeiten teilhaben. Außerdem ist er ein richtiger Sportsmann. Er läuft regelmäßig,manchmal sogar Marathon, er klettert die Wände hoch und jetzt will er sich auch noch mit Kampfsport auseinander setzte. Er raucht natürlich nicht und lebt auch sonst sehr konsequent. Er isst kein Fleisch und vermeidet auch Zucker und andere ungesunde Sachen. Er könnte mir wahrlich in Vielem ein Vorbild sein, doch noch hänge ich an der Raucherei und Fleisch schmeckt mir meistens einfach zu gut um es wegzulassen. Allem Untergang des Regenwaldes zum Trotz.

Aber vielleicht sollte ich ebenfalls konsequenter sein.

Missbrauch in katholischer Kirche:

Aktualisiert am 25. September 2018, 15:47 Uhr

Ob ich dafür in der Kur Energie bekomme?

Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen in Zukunft mehr Fahrrad zu fahren.

Möglichst jeden Morgen ein mal in den Meerbuscher Wald. Mit meinem neuen MP3- Player dürfte das auch Spaß machen.
Ich will der Vergangenheit vor meiner Erkrankung nicht nachweinen, die Zeiten waren auch nicht immer rosig, aber ich will zumindest in Etwa zu meiner alten Form zurück, figürlich und mental. Das ich psychisch jetzt wieder so stabil bin und dieses Ziel formuliere, dass war wie sie gelesen haben ein langer und steiniger Weg. Aber ich klage nicht wegen dieses Holzweges, ich finde im Nachhinein war es eine super interessante und sehr aufschlussreiche Zeit. Ich habe doch auch etwas dazu gelernt. Heute habe ich eine Vorstellung davon, was Bewusstseinserweiterung bedeuten kann. Ich hatte mich nämlich immer schon gefragt, was das eigentlich ist.
Ich bin dem lieben Gott begegnet und habe übersinnliche Erfahrungen gemacht, seien sie nun schizophrener Natur oder tatsächlich real. Auf jeden Fall hat mich das Ganze sehr in seinen Bann gezogen und zunächst auch gut unterhalten. Leider ist die Geschichte problematisch und am Ende sogar unerträglich geworden. Ich möchte es wirklich nicht noch mal erleben. Aber die ganze Sache hat mich total gefesselt und auch tief bewegt.
Meiner Meinung nach habe ich mit dem Bombini-Projekt wirklich ein ganz fantastisches Ziel verfolgt. Dass es möglicherweise nicht realisierbar ist, nun dass sollte uns ehr dazu veranlassen mit den vorhandenen technischen Entwicklungen in der Energietechnik intensiv weiter zu machen. Sonnenenergie, Windenergie, Biogas und was es noch an tollen Anlagen heute schon gibt. Öl, Kohle, Gas und vor allenDingen die Kernenergie sollten wir jedoch als Holzwege erkennen. Und vielleicht findet ja irgendwann ein anderer Forscher und Tüftler heraus wie Thaunsend Braun seinen asymmetrischen Zweiplattenkondensator zum Fliegen gebracht hat.

So, der Tisch ist gedeckt, der Ofen heizt

schon mal vor und ich warte auf

Wolfgang.

Bild zu Versace - Filiale in Hamburg

Nach dem Essen sollten wir vielleicht

mal wieder einen längeren Spaziergang machen. Es wird

der Letzte für viele Wochen sein, den wir gemeinsam machen können.

Danach wird er alleine für den Hund da sein müssen. Ich denke, Siux wird es gefallen Wolfgang für sich alleine zu haben. Mittlerweile hängt der Hund total an ihm. Aber Wolfgang kümmert sich auch wirklich rührend um den Hund. Vermissen werden sie mich erst mal wohl nicht sehr. Wolfgang kann dann endlich mal so vollkommen sein eigenes Ding machen, vielleicht geht er dann ja auch wieder hinunter ins Gartenhäuschen und arbeitet an seinen Lampen weiter. Von meinem  Essen wird er allerdings träumen müssen, aber das werde ich ja auch tun müssen.
Sein Auto ist gerade vorgefahren und Siux wartet schon ganz aufgeregt. Ich freue mich auch immer wenn er kommt. Er ist wirklich der beste Freund, den ich je gehabt habe, auch wenn die anderen auch sehr nett waren.
Gestern hat Mansur nach längerer Zeit wieder mal angerufen, er hat wegen meines Geburtstages nachgefragt, doch ich musste ihn enttäuschen, ich werde diesmal zum ersten Mal an meinem Geburtstag ganz woanders sein. Vielleicht finde ich in der Kur ja nette Leute, mit denen ich auf meinen 48. anstoßen kann. Es ist kein besonderes Datum, darum ist es mir eigentlich nicht so wichtig was an diesem Tag passiert.
Normalerweise habe ich dann immer einen Erdbeerkuchen gebacken und Freunde zum Kaffee in den Garten eingeladen. Nun, diesmal wird es anders sein. In zwei Jahren, wenn ich 50 werde, würde ich gerne eine Party feiern, dann lade ich alle meine alten und neuen Freunde ein.

Ich denke, bis dahin bin ich wieder voll gesellschaftsfähig

und man hat mir meine Spinnerei vergeben.

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Michael hat mir jedenfalls das „Arschloch“ sofort verziehen, ich hatte

ihm ein Jahr darauf einen Brief geschrieben in dem ich mich dafür entschuldigte.

Ich habe ihm erklärt wie es dazu gekommen war und er hatte Verständnis gezeigt. Vielleicht werden ja auch die anderen sich wieder beruhigen. Brigitte hat sich ja leider seit dem Krankenhaus nicht mehr bei mir gemeldet. Unsere Freundschaft war aber auch vor dem Krankenhaus nicht mehr eng. Früher, in unserer Jugend und auch noch viele Jahre danach waren wir einander sehr zugetan. Ich liebe sie und ich glaube auch,dass dies umgekehrt noch der Fall ist, aber unsere Leben haben sich trotzdem auseinander entwickelt. Sie hat sich mit Annette ein gemeinsames Haus gekauft, arbeitet viel und auch Annette ist mit ihrem Job am Theater sehr beschäftigt. Für mein äußerlich zumindest ziemlich erfolgloses Leben haben sie wahrscheinlich nicht viel Verständnis. Auf jeden Fall Annette nicht. Sie verfolgt ein gänzlich anderes Lebensprinzip. Außerdem war sie immer auch ganz schön eifersüchtig auf meine Beziehung zu Brigitte und sie wird gegen den Abstand, der sich entwickelt hat, nicht viel einzuwenden haben. Aber vielleicht kommen sie ja trotzdem, wenn ich sie einlade. Auch HaPe wird bestimmt kommen, ich müsste mich einfach nur mal bei ihm melden. Ob Steini jedoch kommen würde, dass weiß ich nicht. Ich traf ihn vor ein paar Wochen, als ich zufällig, seit langer Zeit mal wieder, in der „Savanne“ war. Wir haben uns sehr lange unterhalten und er hat mir gebeichtet, dass er mit dafür verantwortlich ist, dass mein Sohn sich nicht mehr bei mir meldet, oder gar vorbei kommt. Er hat ihm erst im letzten Winter erzählt, ich sei völlig neben der Spur, habe den Verstand wohl für immer verloren und Felix solle sich besser von mir fern halten.

Ist das nicht der Hammer! Der Mann hat mich 4 Jahre lang nicht gesehen,

ich kann mich nur an ein Gespräch mit ihm kurz nach

meinem Krankenhausaufenthalt

erinnern.

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Da habe ich ihm versucht von meinen Problemen zu erzählen.

Doch seit dem haben wir uns nicht mehr gesprochen. Und dennoch kommt er dazu meinen Sohn derartig abzuschrecken. Ich habe ihn deswegen nicht zur Sau gemacht, aber ich habe ihn gebeten, dies in Ordnung zu bringen, da er ja nun durchaus feststellen konnte, mir geht es wieder ganz gut.
Ich weiß auch nicht warum eine Psychose die Menschen dazu bringt, diesen Kranken so abzustempeln und aus der Gemeinschaft auszuschließen. Schließlich kann es jedem passieren, es ist aber nicht ansteckend.
Auch Barbara und Leonie haben sich vollkommen zurück gezogen, ihnen war das Ganze ebenfalls unheimlich und zuviel.
Heiko wird, wenn er es kann, vielleicht vorbei kommen, doch dann kommt Steini ganz bestimmt nicht. Er hasst Heiko heute total. Er kann ihm den Raub seiner Freundin nicht vergeben.
Mansur kommt natürlich ganz bestimmt, zumindest wenn ihn seine Geschäfte nicht fernhalten. Vielleicht melde ich mich ja auch bei Perse noch mal. Dirk hat mich bestimmt nicht vergessen und vielleicht kann er mir auch noch mal bei einer beruflichen Sache weiterhelfen. Dann, wenn ich den Klappstuhlmechanismus wieder aus der Schublade hole und mich erneut daran begebe, diesen intelligenten Entwurf zu versilbern, dann kann ich diesen liebenswerten Sonderbauer gut gebrauchen. Wolfgangs Familie wird garantiert auch kommen, ich gehöre schließlich jetzt schon länger zu ihnen. Ach ja, und Werner darf ich dann nicht vergessen, er war mir immer noch ganz nah, als ich ihn kürzlich an seiner mittlerweile schon nicht mehr so neuen Arbeitsstelle aufgesucht und gesprochen habe. Er arbeitet jetzt in der Elektroabteilung von Konrad, einem großen Elektronikdiskounter.
Bei meiner Mutter weiß ich es nicht, schließlich ist Ungarn weit weg und meine Schwester hat schließlich auch an dem gleichen Tag Geburtstag. Ansonsten kenne ich nicht mehr Viele, die als Gäste in Frage kommen, ich werde wohl auch neue Freunde wie Bodo finden müssen.

Vielleicht hält seine Beziehung ja und er kommt mit seiner Freundin 

und deren Töchtern. Die sind mir sehr sympathisch.

So jetzt trinke ich noch einen Kaffee, ich habe verbotener Weise Zucker und Milch hineingetan. Dann geht es mit dem Hund nach draußen und ich muss meine restlichen Sachen zusammensuchen. Ich werde auch noch etwas auf meinen MP3- Player aufspielen und dann geht es baden und noch etwas vor den Fernseher, zusammen mit meinem Wolfgang. Das Schreiben hat mich der Kiste schon ganz entfremdet, aber das ist sicherlich ein sehr gutes Zeichen.

Wir, lieber Leser werden und jedoch erst in Thüringen wieder treffen, dann aus

meinem sicherlich schönen Einzelzimmer. Ich freue mich schon darauf.

Bis dahin, liebe Grüße von ihrer Monica.

Bild zu Die Investoren Carsten Maschmeyer (l.), Judith Williams und Frank Thelen

20. Juni 2012

Ich bin angekommen, mein Gepäck leider nicht. Zumindest

ist es nicht vollständig, denn der Koffer mit den Anziehsachen fehlt.

Die Frau an der Rezeption war so freundlich und hat bei dem Service angerufen und man hat ihr gesagt: Es kommt morgen Nachmittag. Nun ja, was soll’s, ich habe ja eine Zahnbürste und  Schlafsachen dabei. Also, es handelt sich nur um ein kleines Problem. Ansonsten ist alles ganz wunderbar gelaufen.
Ich war natürlich wieder vor dem Wecker wach und so konnte ich mich in aller Ruhe fertig machen, den Hund raus lassen und ich habe auch noch etwas aufgeräumt, damit Wolfgang die Wohnung nicht so ungemütlich vorfindet. Wir haben vorhin miteinander telefoniert, er meint Siux sei ganz traurig. Nun, das wird sicherlich bald nachlassen und dann wird er sich freuen sein Herrchen für sich allein zu haben, eine richtige MännerWG, die Beiden.

Ehrlich, ich habe nicht das Gefühl wirklich vermisst zu werden,

aber vielleicht tue ich ihnen ja auch Unrecht.

Die Zugfahrt war eigentlich ganz schön, ich hatte immer einen Sitzplatz an einem Vierertisch und auch ganz nette Mitreisende daran. Unterhalten habe ich mich aber nicht, ich habe Bodos Potcasts über den MP3-Player gehört und später schon mal das Buch von Schätzing: „Tod und Teufel“ angefangen. Den letzten Rest der Reise fuhr ich mit einem Bus und der Fahrer war so freundlich mir, während er durch die Dörfer fuhr, etwas über die Gegend zu erzählen.

Und so bin ich dann um 16 Uhr endlich angekommen.

Man hatte mich schon erwartet, denn eigentlich hatte ich schon um 15 Uhr einen Termin, ein psychotherapeutisches Aufnahmegespräch bei einer Frau Doerfert. Jetzt findet das Gespräch morgen um 10 Uhr statt. Vorher muss ich um kurz nach 7 zum Wiegen, dann Frühstück, um 8.30 Uhr eine medizinische Aufnahmeuntersuchung, 9.20 Uhr muss ich zum EKG und um 10 dann wie gesagt kommt Frau Doerfert dran. Von 12-13Uhr gibt es Mittagessen und um 13.30 soll ich zur Bewegungstherapie in der Turnhalle erscheinen. Um 16 Uhr dann der letzte Termin, Begrüßung und Einführung durch Frau Falkenhahn. Ist das nicht ein ziemlich gestrafftes Programm? Von wegen abhängen und erholen, hier wird gearbeitet!Ich habe mir jetzt endlich die Piccoloflasche aufgemacht und mit dem Laptop angestoßen. Wahrscheinlich ist Alkohol hier genauso wenig erlaubt wie Zigaretten, aber ich finde, ich habe mir das jetzt verdient. Auf der Fahrt hielt ich es dann doch nicht für so klug. Nachher wäre ich vielleicht doch zu angedüddelt gewesen, jetzt ist es ja egal, ich kann gleich in mein schönes Bett gehen, noch etwas lesen und dann feste einschlafen. Geduscht habe ich schon, denn es war heute den ganzen Tag über total schwül und drückend. Die Wolken hingen so tief, dass die mächtigeren Hügel in den Wolken verschwanden. Ich habe Fotos gemacht, aber von der Landschaft wird man nicht viel sehen können, es war die ganze Zeit total trübe und regnerisch.

Aber das ist alles völlig egal, ich bin jetzt hier und hundemüde.

Und deshalb, bis morgen.

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21.Juni 2012

Ich bin wohl doch etwas zu früh eingeschlafen.

Jetzt ist es 3 Uhr morgens und ich kann irgendwie nicht wieder einschlafen.

Fernsehgucken kann ich aber leider auch nicht, das mit dem Fernseher im Rechner funktioniert nicht. Egal was ich tue, es bleibt ein schwarzes Bild, nun ja, dann eben nicht. Vielleicht ist es ja auch wirklich mal ganz gut, von der Berieselung durch die Glotze fort zu kommen, hineingeschaut habe ich jedenfalls für Jahre im Voraus.
Ich habe gerade eine Zigarette auf dem Balkon geraucht. In allen Fenstern ist es dunkel, ich scheine die Einzige zu sein, die nicht schlafen kann. Ich hoffe, dass man meinen Verstoß gegen die Hausordnung nicht bemerkt hat. Aber eigentlich fällt mir das nicht Rauchen gar nicht so schwer. Gestern, nach dem Abendessen bin ich auf einen Platz vor dem Kurgelände gegangen. Dort stehen ein paar Bänke unter ein paar Bäumen. Da habe ich dann eine geraucht. Der Ort scheint winzig zu sein, sobald ich Zeit habe werde ich mal einen Rundgang machen und mich umsehen.
Irgendwo soll ja auch ein Supermarkt sein, dann kaufe ich mir vielleicht etwas löslichen Kaffee, denn hier scheint es nur Tee zu geben. Allerdings soll es eine Art Cafeteria im Haus geben, dort gibt es abends sogar alkoholfreies Bier. Das hat mir eine Tischnachbarin beim Abendessen erzählt. Sie heißt Gudrun und ist schon seit drei Wochen hier. Die andere Tischnachbarin heißt auch Monika, das kann ich mir zum Glück gut merken, mein Namensgedächtnis ist nämlich wie ich schon mal sagte eine Katastrophe.
Gudrun hat mir erzählt sie habe einen Burnout, also eine Depression gehabt. Jetzt nach der Kur glaubt sie jedoch wieder arbeitsfähig zu sein. In ihrer Familie gibt es auch zwei Fälle von Schizophrenie und Beide haben immer wieder versucht die Tabletten wegzulassen, jedes mal mit schlimmen Folgen. Wenn ich das so höre, dann denke ich, ich werde meine Tabletten wohl lieber nehmen, Figur hin oder her.
Die ist allerdings in einem fürchterlichen Zustand. Im Badezimmer gibt es einen gnadenlosen Spiegel. Ich glaube, ich bin in den letzten zwei Wochen noch dicker geworden, wirklich, langsam sieht es echt frustrierend aus. Ich frage mich ernsthaft, wie ich damit klar kommen soll. Nachher muss ich auf die Waage, ich befürchte wirklich das Schlimmste. Aber da muss ich jetzt durch.Zum Abendessen gab es diesmal eine Art kulinarischen Abend. Ich habe zwei
Grünkernbratlinge mit einem Dipp, Salat vom Büffet und zum Schluss noch einen kleinen Teller Gemüsereis gegessen. Ich hatte nämlich wirklich großen Hunger. Auf der Fahrt hatte ich nur die drei Käsebrote, den Joghurt und den Orangensaft.
Ich musste auch angeben, was ich die nächsten Tage zu Mittag haben möchte. Ich habe mich für die reduzierte Kost entschieden. Außer am Sonntag, da gibt es nämlich Rinderrouladen und die mag ich ja nicht so gerne.
Gudrun meinte, das Essen sei hier nicht so toll, nach drei Wochen habe sie es jedenfalls langsam über. Sie kocht normalerweise wie ich jeden Tag frisch und kann sich mit der Großküchenkost nicht recht anfreunden. Nun, ich werde es schon aushalten, das Essen sollte für mich auch besser nicht so lecker sein, sonst komme ich noch runder wieder zu Hause an.
Ob ich mich jetzt noch mal etwas hinlegen sollte? Das wird ein anstrengender Tag mit den ganzen Untersuchungen und Gesprächen. Ich melde mich wieder. So, jetzt sitze ich mit einem Kaffee aus der Cafeteria wieder in meinem Zimmer. Nach den anstrengenden Gesprächen, dem EKG und dem Mittagessen bin ich eine Runde durch den Ort gelaufen. Ich hatte meinen Rucksack und die Kamera dabei.

Ich glaube, ich habe ganz schöne Fotos gemacht.

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Vielleicht stelle ich sie später zu einem filmischen Reisetagebuch zusammen.

Die Bilder von der Fahrt, dem Kurhaus und dem Örtchen, denn mehr ist es wohl nicht, und was da noch so kommen mag. Aber immer hin es gibt einen sehr gut sortierten Edeka-Markt. Dort habe ich mir einen Joghurtdrink und Tabak gekauft. Ganz werde ich die Raucherei bestimmt nicht lassen, dafür finde ich die Momente mit so einer entspannten Zigarette zu angenehm. Aber diese Dauerqualmerei hat hier jedenfalls ein Ende gefunden, ich stelle fest, es geht auch ohne Kette zu rauchen. Außerdem konnte ich mich nicht zurückhalten, als ich am Bäcker vorbei kam. Dort gab es mein Lieblingsspritzgebäck, das gibt es bei uns nur um Silvester herum und da kann ich auch nie nein sagen. So wird das natürlich mit dem Abnehmen nichts, obwohl, heute gab es zu Mittag nur eine Gemüsesuppe und Salat.

Nachher um 16 Uhr muss ich zur Begrüßung mit Frau Falkenhahn. Danach ist wieder Freizeit. An der Bewegungstherapie konnte ich heute wegen fehlender Turnschuhe,das heißt eigentlich fehlen mir nur die Strümpfe dazu, nicht teilnehmen. Ob es morgen klappt ist fraglich, denn mein Koffer ist auch heute nicht angekommen. Bei einer erneuten Rückfrage kam heraus, die Banderole war abgegangen und jetzt musste ich erst einmal den Koffer und Inhalt genau beschreiben. Zum Glück fand man ihn darauf hin und konnte ihn mir zuordnen. Jetzt soll er morgen ankommen.

Wenn ich mir jetzt etwas kaufen müsste, dann würden meine Auslagen bis zu 16 Euro am Tag von dem DB-Service ersetzt. Aber ich denke, ich komme auch so klar. In einem kleinen Schreibwarenladen habe ich zwei Postkarten und einen Briefumschlag, nebst Briefmarken gekauft. Eine Karte schicke ich an Wolfgangs Eltern, die Mutter hatte sich einen Gruß aus Thüringen gewünscht. Die andere Karte kommt neben meinem Briefkastenschlüssel in den Umschlag.

Der ist für Wolfgang, denn ich habe irrtümlicher Weise

den falschen Schlüssel zu Hause gelassen.

Die Karte für ihn ist

sehr passend:

„Tausend Gründe – ich liebe Dich, weil Du da bist.
Weil Du zuhörst und manchmal widersprichst.
Weil Du verstehst, weil Du Schwäche stark nennst.
Weil Du vergibst, weil Du Mut machst,
weil Du an mich glaubst, weil du lachst,
auch unter Tränen. Weil Du nie aufgibst,
weil Du handelst. Weil ich Dich spüre,
auch in der Ferne. Weil ich von Dir träume,
auch am Tag. Weil Du mich annimmst,wie ich bin.“

Gar nicht schlecht getroffen, auch wenn das mit dem Spüren so eine Sache ist. Aber, ich hoffe er freut sich. Ob ich mir jetzt gleich noch einen Kaffee holen soll, er schmeckt gar nicht so schlecht. Ich hatte dieses kritische Urteil vom schlechten Kaffee im Internet gelesen, auf einer Seite mit Beurteilungen und Erfahrungsaustausch über die Burg-Klinik.

Also, alles reine Geschmacksache.

Den Kaffee werde ich mir dann aber auf dem Platz vor der Klinik genehmigen, dort kann ich dazu eine Zigarette rauchen. Ich habe heute auch schon andere Patienten dort stehen sehen, es scheint also ein allgemeiner Raucherplatz zu sein. Ich meldemich später sicherlich noch mal, heute habe ich bestimmt mehr Energie zum Schreiben, gestern war ich einfach zu kaputt.

So, jetzt war ich gerade bei der ersten Begrüßung, morgen

werden weitere dieser Einführungen in die jeweiligen

Therapiebereiche stattfinden.

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Mein Tag wird damit beginnen, dass ich erst mal

eine Urinprobe abgebe und etwas Blut abzapfen lasse.

Nach dem Frühstück kommt dann eine Runde Frühsport in der Turnhalle dran. Problem Turnschuh ist natürlich noch nicht geklärt, vielleicht muss ich mich für diesen Punkt abmelden. Einfach nicht hingehen, dass geht nicht. Fehlt man nämlich, dann machen sich die Schwestern auf die Suche nach einem, und dass sollte man natürlich unbedingt vermeiden, die haben schließlich schon genug zu tun.

Ab 9.30 Uhr trifft sich eine sogenannte Basisgruppe, was das für eine Gruppe ist weiß ich noch nicht, ich werde heute mal meine Tischnachbarinnen danach fragen. Um 10.30 Uhr findet dann die Begrüßung durch Frau Heller zum Thema Physiotherapie statt. Ebenfalls im Musikraum, dort finden wohl fast alle Begrüßungen statt. Dieser Raum ist in der Burg und wirklich sehr schön.

Um 11 Uhr spricht dort der Chefarzt und hält einen Einführungsvortrag zum Thema Reha. Um 13 Uhr, also nach dem Mittagessen, kommt es zur nächsten Begrüßung, Thema: Sporttherapie. Im Vortragsraum A findet dann um 14.30 Uhr die Begrüßung und Einführung in die Sozialtherapie statt. An der soll ich teilnehmen um meine zukünftigen Möglichkeiten zum Wiedereinstieg in die Arbeitswelt auszuloten.

Um 16.10 Uhr bekomme ich dann meine erste Packung von einer Frau Müller. Diese soll der Entspannung meiner Nacken und Schultermuskulatur dienen, wenn ich Frau Doerfert richtig verstanden habe. Dann bin ich endlich fertig mit allem und kann mich auf mein Zimmer oder sonst wo hin zurückziehen.
Samstag erwartet mich dann um 9 Uhr eine Einführung in die Gestaltungstherapie. Danach ist Wochenende. Außerdem bin ich aufgefordert zu Wandern, zu Schwimmen, Freizeitsport zu betreiben, die Sauna zu besuchen und MTT zu machen. Was das jedoch ist weiß ich noch nicht. Dort hin soll ich jedenfalls 2 mal in der Woche gehen. Aber ich denke, morgen werde ich erfahren um was es sich bei diesem Kürzel handelt.

Es dürfte schon jetzt ziemlich klar sein, die ganze

Sache hier ist Arbeit und kein reines

Vergnügen.

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Die Schwestern kontrollieren mit einer Sichtkontrolle

die Zimmer, unter anderem um verbotenes Rauchen festzustellen.

Ich muss wirklich vorsichtig sein, wenn ich mir Nachts eine anzünde. Ich gehe damit auf jeden Fall auf den Balkon, Ärger möchte ich nämlich hier deswegen nicht bekommen. Bisher waren die Schwestern alle sehr freundlich, doch das könnte sich dann ändern.
Es soll hier auf dem Gelände einen Raucherpavillon geben, den muss ich mal suchen, vielleicht komme ich dann ja auch mit dem einen oder anderen Raucher ins Gespräch. Vorhin in dem Musikraum bin ich schon mit einer Patientin in ein persönliches Gespräch gekommen. Sie ist heute angereist und wegen psychosomatischer Beschwerden für ebenfalls 5 Wochen in dieser Klinik. Ich habe ihr von mir erzählt und dass ich Designerin bin. Das hat sie sehr interessiert und wir haben über die verschiedenen Einsatzgebiete eines Designers gesprochen.
Ich habe auch ihr gesagt, Objekt-Design ist sicherlich einer der schönsten Berufe die es gibt. Dennoch fühle ich mich noch nicht wieder ausreichend motiviert. Design ist ein harter Dienst an anspruchsvollen Kunden. Nur die Wenigsten können einfach machen und entwerfen was sie wollen. Ich bin da natürlich jetzt nach all den Jahren etwas verwöhnt. Ich habe die letzten 10 Jahre fast ausschließlich meine eigenen Ideen und Projekte angetrieben und wenn ich ehrlich bin, ich fände gut, wenn das so bleibt. Nur, als eigenständige Designerin, sei es mit einem Klappstuhl oder einem Film, da lässt sich kein garantiertes Geld verdienen.

Gut, im Moment brauche ich dies auch nicht.

Der Staat kommt für meine Grundkosten auf und den Rest übernimmt Wolfgang, so dass ich nicht am Hungertuch nagen muss. Obwohl, vielleicht täte mir so eine kühlschrankleere Zeit ganz gut, zumindest was meine unmögliche Figur angeht. Manchmal denke ich, es geht mir einfach etwas zu gut.
Soll ich mal nach dem Pavillon schauen und eine Rauchen gehen? In einer 3⁄4 Stunde gibt es Abendessen. Eigentlich habe ich gar keinen richtigen Schmacht, ich rauche auch um die Zeit zwischen den Terminen entspannt zu gestalten. Meistens höre ich dabei schöne Musik. Vorhin, vor der Begrüßung, war ich mit meinem Kaffee an dasFlüsschen gegangen, es fließt nahe an der Burg vorbei. Dort ist es wirklich sehr schön, richtig idyllisch.

Keith Jarreth habe ich dazu gehört. Wirklich ein ziemlicher Genuss.

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Ich denke, ich melde mich später noch mal,

bis dahin einen entspannten Gruß an meine Leser.

Ich hoffe es interessiert sie meine Kurbeschreibung, vielleicht fahren sie ja selbst mal hin. Oder sie waren schon mal da und erinnern sich vielleicht an ihre eigenen Erfahrungen. Vielleicht interessiert es sie aber auch aus professioneller Sicht, möglicher Weise sind sie Therapeut und wollen die Klinkarbeit aus der Sicht eines Patienten kennen lernen. Oder aber sie hat eigentlich mehr die Geschichte meiner Psychose interessiert und hängen jetzt mit mir mitten in der Therapie.

Egal warum, ich hoffe ich unterhalte sie ausreichend. Also, bis später.

Nun bin ich wieder in meinem Zimmer.

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Ich habe den Raucherpavillon gefunden und bin auch gleich

in ein Gespräch gekommen mit einem Mann, der an einem Tinitus leidet.

Dies ist wirklich ein nervtötender Schaden und er soll auch lebenslänglich sein, hat er sich einmal 3 Monate manifestiert. Stefan, so heißt der Tinitusmensch, ist von Beruf Analytiker, also Chemiker. Sein Hobby sind jedoch seine Bienen, er hat 30 Stöcke und investiert viel Zeit darin diese zu pflegen. Er will mir bei Gelegenheit mal seinen Honig zu probieren geben. Aber eigentlich haben wir uns über unsere Erkrankungen und die Gründe für ihr Auftreten unterhalten. Auch bei ihm war es wohl beruflicher Stress. Bei mir ja im Grunde auch, denn ich habe mein Bombini- Projekt als meinen Beruf, ja meine Berufung empfunden. Nun, ich bin dadurch in den Wahnsinn getrieben worden, er hat dafür einen Tinitus und muss lernen ihn auszublenden, denn heilbar ist seine Sache nicht. Da kann ich ja noch froh sein, ich würde wahnsinnig, wenn ich die ganze Zeit ein Pfeifen im Ohr hätte. Er leidet dadurch unter Gleichgewichtsstörungen und Schlaflosigkeit. Auch er war letzte Nacht um 3 Uhr auf und konnte nicht mehr einschlafen. Er hat sich vor seinen Computer gesetzt und sich die Zeit vertrieben. Sein Zimmernachbar war auch ganz umtriebig, er hat wohl sein Zimmer umgeräumt. Überhaupt scheinen einige nicht zu schlafen, ganz gegen meinen Eindruck letzte Nacht. Er hört sie die Treppe rauf und runter gehen, denn sein Zimmer liegt direkt daneben.

Er war mir sofort ziemlich sympathisch, er war gut gekleidet

und rauchte einen wohlriechenden Zigarillo.

Eigentlich sei er Pfeifenraucher, aber dazu hätte er in dieserKur leider nicht die Muße, meinte er. Auch er ist mit Therapien vollgepackt und er sagt, die Termine nähmen von Woche zu Woche zu. Er bleibt 6 Wochen, ich werde ihn also bestimmt noch öfter sehen.
Zum Abendessen gab es ein reichhaltiges Salatbüffet mit Kräuterquark und Erbsenpürree. Ich fand es sehr schmackhaft. Jetzt komme ich endlich mal dazu viel Salat zu essen, Wolfgang ist ja kein großer Freund davon, deshalb habe ich ihn selten gemacht. Das wird sich aber ändern, ich werde, wenn ich wieder zu Hause bin viel öfter Salat und Rohkost zubereiten, das ist lecker, gesund und macht nicht dick. Wer weiß, vielleicht bekomme ich ihn ja umgepolt. Hier gewinne ich jedenfalls einige Anregungen und Rezeptideen.
Allerdings ist es in dem Speisesaal ganz schön laut. Alle scheinen sich angeregt zu unterhalten und relativ guter Laune zu sein. Natürlich sehe ich auch einige, die sehr in sich versunken sind und meistens alleine stehen. Eine Frau ist mir dabei besonders aufgefallen. Sie ist offensichtlich magersüchtig, das führt bei mir zu einem gewissen Neid, aber natürlich weiß ich auch, so dünn zu sein sieht nicht nur sehr schlimm aus, es kann auch tödlich sein. Eine andere Frau scheint auch derartige Gewichtsprobleme zu haben, allerdings ist sie bestimmt schon über Sechzig. Ich wusste gar nicht, dass diese Krankheit auch ältere Menschen belasten kann. Aber vielleicht ist sie ja auch aus einem anderen Grund so dünn.
Dickere Frauen sehe ich nicht wenige, einige sind sogar erschreckend dick, aber ich lästere über diese Menschen bestimmt nicht mehr, schließlich weiß ich nicht wo das eines Tages noch bei mir endet. Ob Wolfgang dann immer noch zu mir hält?

Manchmal denke ich, vielleicht bin ich ihm schon zu füllig, obwohl, als

ich schön schlank war hielt sich sein sexuelles Engagement

auch sehr in Grenzen.

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Nein, ich denke, es muss etwas anderes sein.

Vielleicht sind es die Sterne. Ich habe nämlich, ganz zu Anfang, als wir uns gerade kennen gelernt hatten, ein Horoskop machen lassen. Leonie kann so etwas mit Hilfe eines Computerprogramms erstellen. Danach war unsere Beziehung von vorneherein ehr eine Bruder-Schwester-Beziehung. Damals mochte ich das nicht glauben, aber heute kann ich nur sagen, das Horoskop hat die Zukunft tatsächlich vorweggenommen. Man kann darüber denken wie man will, aber ich war an einer sich selbst erfüllenden Entwicklung nicht interessiert. Ichwerde gerne auch körperlich geliebt, aber nun, ich werde mich wohl irgendwie damit abfinden müssen, gegen die Sterne machst Du nichts.

Vorhin war ich auch bei einer der Schwestern wegen der Sache mit den Turnschuhen, sie meinte jedoch ich solle ruhig so wie ich bin zum Frühsport gehen, er fände bei halbwegs trockenem Wetter draußen statt und da würden es auch meine Sportsandalen tun. Nun, Ausreden gibt es also keine, dann also zum Frühsport nach dem Frühstück. Der Tag morgen ist demnach ziemlich vollgepackt, und es wird wohl auch so weiter gehen. Da bin ich doch froh, dass ich die Zeit heute mit einem Spaziergang durch den Ort verbracht habe. Wer weiß, wann ich noch mal die Zeit haben werde, die Fachwerkhäuser zu fotografieren.
Abends gibt es hier auch eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen. Einige Frauen, aber auch die Monika von meinem Tisch, haben mir erzählt es gibt einen sogenannten Kräuterspaziergang. Da werden einem die vielfältigen Kräuter gezeigt und erklärt, die rund um die Burg wachsen. Die Gegend ist wohl aus botanischer Sicht ganz interessant. Jedenfalls berichteten die Frauen alle, dieser Kräuterspaziergang sei ganz wunderbar.

Nicht wenige verbringen ihren Abend auch in der

Cafeteria und spielen Karten oder

quatschen einfach.

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Doch dazu will ich noch nicht unbedingt

stoßen, ich kenne die Leute schließlich nicht.

Gudrun, meine Tischnachbarin meinte, es sei allerdings überhaupt kein Problem sich dazu zu gesellen, die Meisten seien sehr nett und aufgeschlossen. Aber trotzdem, später vielleicht, jetzt hocke ich lieber noch vor meinem Laptop und erzähle dem was alles so passiert ist und was mir durch den Kopf geht. Ich finde sowieso, ich bin eigentlich sehr offenherzig und erzähle schnell jedem mein halbes Leben, zumindest kommt es mir so vor. Ich muss da vielleicht erst noch die richtige Balance finden. Direkt nach meiner Psychose war es am Schlimmsten, ich hatte bei jedem den ich traf das Bedürfnis von mir und meinen Erlebnissen zu berichten, ob sie es hören wollten oder nicht. Ich wollte mich und meine Lage unbedingt erklären, was die Meisten allerdings ehr abgeschreckt hat.
Heute kann ich ja wenigstens erzählen, dass ich es so gut wie überstanden habe, das klingt dann schon nicht mehr ganz so fatal. Und dennoch, ich muss mich auch etwas zurücknehmen, denke ich.Wolfgang hat gerade angerufen und wie haben etwas miteinander geplaudert. Ich habe ihm von meinem Tag und den anstehenden Therapien erzählt und er berichtete von seinem Tag mit Hund, Arbeit, Einkaufen, Essen machen und aufräumen.

Er meinte er sei durch mich ja ganz schön verwöhnt worden, ich sei

einkaufen gegangen, habe gekocht, aufgeräumt und war

morgens mit dem Hund draußen.

Jetzt muss er das alles alleine machen.

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Er meint, er hätte sich an unsere Zweisamkeit doch sehr gewöhnt,

jetzt habe er nur noch den Hund mit dem er reden könne, doch der

antworte leider nicht, sondern wolle nur gestreichelt werden.

Siux sei dabei gar nicht fröhlich drauf, der Hund freue sich auch gar nicht richtig, wenn er von der Arbeit nach Hause käme. Das Fressen mache ihm wohl auch keinen großen Spaß. Nun ja, vermisst man mich also doch ein bisschen, tut ganz gut, aber ich denke trotzdem, die Herren werden sich schon daran gewöhnen.
Ich jedenfalls bin ganz froh mal aus diesem Haus heraus gekommen zu sein, ich kam da einfach mit mir und meiner Entwicklung nicht mehr richtig weiter. Hier werde ich sicherlich neue Anregungen erhalten und vielleicht eine sogar neue Perspektive entwickeln. Obwohl es natürlich auch sehr schön war so in den Tag hinein zu leben,zu malen, am Tagebuch zu schreiben, oder eben vor dem Fernseher abzuhängen und Phönix zu schauen. Es war einfach niemand da, der mir sagte was ich tun soll. Ich musste mir schon selbst meine Aufgaben stellen. Hier jedoch bekomme ich einen festen Tagesplan und jede Menge zu tun. Das ist schon etwas ganz anderes. Hoffentlich wachse ich da vernünftig hinein und nehme davon etwas Wertvolles mit nach Hause. So, ich denke ich mache jetzt noch mal einen kleinen Raucherspaziergang mit Musik und guten Gedanken. Vorher aber werde ich Wolfgangs Karte mit dem Schlüssel noch abschicken, sonst platzt mein Briefkasten nachher noch.

Nun bin ich kurz geduscht, meine Haare wasche ich dafür morgen, wenn

ich die Packung hinter mir habe und auch endlich

andere, saubere Sachen da sind.

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Hoffentlich klappt das auch, nicht das wieder etwas

dazwischen kommt, so langsam müsste ich mich wirklich auch mal umziehen.

Ich habe einen kleinen Spaziergang gemacht, doch dann habe ich die Kamera vermisst, ist doch zu schade nicht auch Bilder von diesem wirklich schönen Weg entlang dieses Flüsschens, oder ist es noch ein Bach, zu machen. Morgen, wenn das Wetter mitspielt gehe ich noch einmal da lang. Man soll dort an einen See kommen, wenn ich das heute richtig verstanden habe. Ich hatte Linking Park dabei auf den Ohren, einen Begleiter für einen Spaziergang habe ich ja noch nicht gefunden. Obwohl das nicht allzu schwierig sein sollte, denn auch die anderen Patienten gehen meist zu Zweit oder in einer größeren Gruppe.

Weider zurück habe ich noch mal den Pavillon aufgesucht,

obwohl mir der Qualm langsam aus den Ohren

her..aus kommt.

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Ich sollte noch weniger Rauchen. Es gibt hier auch eine Raucher/

entwöhnung, doch so weit will ich es dann vielleicht doch nicht kommen lassen.

Ich habe irgendwie schon immer geraucht, seit ich Vierzehn bin, es gehört einfach zu mir. Wenigstens ab und zu, nach einem Kaffee oder so. Also, Nichtraucher werde ich wahrscheinlich nicht. Wolfgang raucht jetzt auch viel weniger, meinte er vorhin. Klar, wenn man mit so einer Kettenraucherin zusammensitzt, dann dreht man sich selbst auch öfter eine. Nun, ich sage mal, mal sehen wie es kommt.
Ich habe mich kurz mit einer Ursula unterhalten, sie ist auch diese Woche angekommen. Mal sehen, bei welchen Therapien wir uns treffen. Sie sprach mich an, weil sie mich verwechselte mit einer Frau mit der sie sich beim Schwimmen unterhalten hatte. Ohne ihre Brille ist sie wie sie sagt jedoch halb blind. Und so war sie sich unsicher, ob ich nun diese Frau war oder nicht. Irgendwie gibt es immer einen Grund miteinander ins Gespräch zu kommen. Ich denke, ich werde nicht einsam hier.
Jetzt habe ich aber so langsam alles Interessante des Tages aufgeschrieben und ich werde nun ins Bett gehen, vielleicht noch etwas in dem Schätzing lesen und dann bestimmt auch bald einschlafen, schließlich bin ich im Prinzip seit 3 Uhr wach.

Also, bis morgen dann.

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22. Juni 2012

Das mit dem Einschlafen war wohl nichts.

Ich habe die ganze Nacht in einem unruhigen Dämmer verbracht,

richtig eingeschlafen bin ich nicht. Ich bin entsprechend gerädert

heute. Es ist jetzt 5.42 Uhr, ich muss erst in 1 1⁄2 Stunden zur

Blutabnahme, da bin ich doch froh, mein

Tagebuch zu haben.

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Irgendwo muss der Ärger über die letzte Nacht schließlich hin.

Ich habe mich von einer Seite auf die Andere gewälzt und mit meiner Figur gehadert. Obwohl beim Wiegen keine weitere Gewichtszunahme gemessen wurde, ich fühle mich unheimlich dick und der Blick in den Spiegel zeigt, es sind nicht nur Zahlen. Es sieht wirklich total Scheiße aus. In der Nacht kam ich von frustrierten Gedanken darüber nicht herunter. Wenn das so weitergeht, dann muss wirklich etwas Entscheidendes passieren. Ich denke, ich werde dann meiner Therapeutin mein Tagebuch in die Hand drücken und sie auffordern es zu lesen. Danach soll sie überlegen, ob sie nicht vielleicht auch der Meinung ist, dass eine Widerholung der Psychose unwahrscheinlich ist. Ich habe sie wirklich vollständig aufgearbeitet und mein aktuelles Leben bietet kaum den Stress und den Existenzdruck, der wahrscheinlich der Auslöser für den Ausbruch meines Unterbewusstseinstheater war.
Sicher, die Anlage war gegeben, aber ich lebte nun schon so lange mit den möglichen Wahnvorstellungen meiner Jugend, das wäre unter günstigen Bedingungen auch bestimmt so geblieben. Es sei denn, man denkt, an der Sache ist etwas dran und es war tatsächlich ein Spiel des Lebens, welches 2006 sein Finale fand. Aber auch dann gibt es keinen Grund für einen Rückfall. Das Spiel ist schließlich aus.
Man könnte denken, da gab es vielleicht tatsächlich Menschen, die aus der Zukunft zum Beispiel in das Jahr 1982 gereist sind um an dem Schicksal, ihrem Schicksal, zu drehen. Vielleicht wollten sie mit ihrem Eingriff in das Unterbewusstsein meiner Familie und meiner Freunde, etwas am Lauf der Dinge verändern. Warum versteckten sie in den Köpfen dieser Personen den Gedanken, ich würde einmal weltberühmt, so dass sogar der Spiegel mit einem Titelbild darüber berichten wird?

Ja, dass es einen Film über mich geben würde, den sie alle

zum Beweis der Wahrheit anschauen durften.

Natürlich ohne sich im Nachhinein an Einzelheiten erinnern zukönnen. Nur mir selbst gingen sie angeblich aus dem Wege um den Lauf der Dinge nicht zu stören, ich sollte auch den Film nicht kennen. Das würde mich aus der Spur bringen, hatten sie Brigitte gesagt. Aber warum dann die Anderen? Was hatte ich am Ende davon? Als es so weit war und das Spiel seinem Ende entgegen ging, da waren all diese Menschen nicht für mich da. Mit den Meisten hatte ich einfach keinen Kontakt mehr, so etwas kommt vor im Laufe von 30 Jahren, man verliert Freundschaften und Angehörige sterben. Das hatte übrigens mein Großvater bei einer der Hypnosesitzungen vorausgesehen. Er meinte, wenn es drauf an käme, wäre ich völlig allein. Damals konnte ich mir das überhaupt nicht vorstellen, ich hatte doch so viele tolle Freunde. Warum sollten sie mich im Stich lassen? Außerdem hatte er mir doch einen Partner vorgestellt, diesen jungen Physikverweigerer. Sollte er mir nicht helfen? Ich machte mir damals jedenfalls keine großen Sorgen. Als ich dann aber tatsächlich ganz allein mit der Sache war, da sah das schon ganz anders aus. Ich habe unter der einsamen Verantwortung für die große Sache ziemlich gelitten.

Nun, und letztendlich war ich ja dann auch grandios gescheitert.

Woher ich weiß, dass das Spiel nun wirklich

vorbei ist?

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Nun, ich habe das Titelbild auf dem Spiegel gesehen.

Er kam zum Jahreswechsel 2006/2007 heraus.

Ich entdeckte die Zeitung in unserem Supermarkt und ich habe sie mir natürlich auch gekauft, irgendwo müsste sie noch herum liegen. Der Spiegel zeigte genau das Titelbi d, welches meine Freundin Sabine aus München angeblich mitgestaltet hatte. Ich habe es sofort erkannt. Nur, dass in dem Spiegel nichts über mich geschrieben wurde, ich habe ihn natürlich Seite für Seite gelesen, denn damals hatte ich das starke Gefühl tatsächlich auf eine sonderbare Weise weltberühmt zu sein. Nur die Menschen in meinem kleinen Osterath wussten anscheinend nichts davon. Ich vermutete eine Bewusstseinsmauer um die Stadt Meerbusch. Alle die innerhalb der Stadtgrenzen wohnten wussten nicht, welches Wissen außerhalb der Mauer existierte. Und all dies nur, um mich zu schützen. Vor den neugierigen Blicken der Menschen und vor ihren Fragen. Für mich wurde ein ganzes Dorf gehirnmanipuliert, nur damit ich so weiter leben konnte wie bisher.
So habe ich zumindest damals die Dinge interpretiert. Nun, und natürlich durfte zumindest in dem Spiegel unseres Supermarktes auch nichts von mir drin stehen.Ich brauchte ein bisschen, bis ich begriff, die Mauer existierte nur in meinem Kopf. Schließlich hörte ich warnende Sirenentöne, wenn ich mit Wolfgang den Ort verließ, um mit dem Fahrrad eine Runde über die Felder zu drehen.
Ich hörte auch ein besonderes Piepen im Ort, wenn ich zum Beispiel den Supermarkt betrat. Offensichtlich wurden alle Menschen dort in diesem Moment manipuliert. Sie sollten sich einfach so verhalten wie immer, auch wenn da gerade die größte Erfinderin aller Zeiten vor ihnen stand, die Bombini-Designerin. Denn natürlich war diese unglaubliche Botschaft nicht wirklich aufzuhalten, auch nicht durch die Mauer, zumal diese, wie ich feststellte, unsichtbar war.

Als die Mauer dann jedoch ganz weg war, da bekam ich es mit der Angst zu tun.

Angst vor den Reaktionen der Menschen. Ich befürchtete jetzt zwar nicht mehr, dass sie mich mit Fragen bombardieren würden, aber dass vielleicht der Eine oder Andere wegen des Bombinis feindlich gesinnt war. Und natürlich die Agenten, für die war ich jetzt vogelfrei. Wer wollte, der konnte mich abknallen, auf offener Straße. Einzig Osterath schien noch sicher für mich zu sein. Wenn ich durch den Ort ging schauten einige zwar etwas komisch, aber alle waren sich offensichtlich einig, ich durfte hier unbehelligt weiterleben. Osterath wurde zur agentenfreien Zone erklärt, zumindest durften keine Kameras und andere Überwachungsgeräte von ihnen aufgestellt werden, hier bekämpften sich die unterschiedlichen Geheimdienste auch nicht.

Osterath wurde so zu einer Insel, und nicht wenige Osterather

aber eben auch Agenten fanden diesen exklusiven

Status auch ganz wunderbar.

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Außerhalb dieser Insel allerdings

herrschte ein Hauen und Stechen unter den Agenten.

Sie beobachteten mich und Wolfgang, wenn wir nach Holland fuhren um Gras zu kaufen. Manchmal sperrten LKWs die Autobahn ab, indem sie auf den Spuren nebeneinander her fuhren. Alles um uns, beziehungsweise mich, zu beschützen oder von Verfolgern zu trennen. Sogar die Polizei machte diese Spielchen mit. Die holländischen Polizisten ließen uns unbehelligt unsere Drogen kaufen, nein, sie lächelten sogar, wenn wir an ihnen vorbei gingen. Und die deutsche Polizei machte keine Kontrollen, wenn wir unterwegs waren.
Wolfgang war in diesem ganzen Theater mein Bodygard. Er passte auf mich auf, er war ein Geheimagent, einer der satanischen Fraktion. Er liebte mich natürlich, aber er durfte es nicht zeigen. Jede Regung wurde bei ihm genau registriert. Kein Kuss,nur wenn ich ausdrücklich danach verlangte, keine Umarmung, es sei denn wir waren in seiner Wohnung, die nämlich frei von irgendwelcher Überwachung war. So jetzt muss ich so langsam zur Blutabnahme. Ich bin ja mal gespannte wie der Frühsport heute bei mir ankommt. Meine Augen sind leider ziemlich müde und mir tun die Knochen weh. Das wird bestimmt ein anstrengender Tag für mich. Aber am Ende lockt ja schließlich die Packung.

Bis dahin werde ich kaum Zeit haben zum Schreiben, darum, bis später.

Es ist jetzt gleich 14 Uhr, die meisten Einführungsvorträge habe ich jetzt endlich hinter mir. Ich war die ganze Zeit über total müde, aber die Begrüßungen sind nicht ganz unwichtig. Dort erfährt man wie die Therapien ablaufen und wie man sich darauf vorbereitet. Der Chefarzt hat ziemlich allgemein über die Psychosomatik gesprochen und was wir uns von dem Aufenthalt hier erwarten können. Er betonte auch noch mal, dass es sich dabei um keinen Kuraufenthalt handle, sondern um eine Rehabilitation, deren wichtigstes Ziel die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit sei.

Die Ausgangslage ist dabei bei den Patienten sehr unterschiedlich, dass

wurde auch in der Basisgruppe am Morgen deutlich.

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In einer solchen Gruppe treffen sich die unterschiedlichsten

Patienten in einer Sitzrunde und der Chefarzt, der die

Gruppe leitete, stellte reihum Fragen nach dem

Befinden der Einzelnen.

Jeder sollte sich dabei vorstellen und den Grund und das Ziel seiner Reha erklären. Im Kreis saßen überwiegend Frauen, und die Männer, die da waren litten zumeist an einem Tinitus. Es gab einige, die wegen einer Depression da waren, andere litten unter körperlichen Schmerzen. Eine Frau war mir schon vorher irgendwie aufgefallen. Ich möchte nicht sagen, dass dies an ihrer wirklich sehr korpulenten Figur lag. Sie stellte sich als Eva vor und berichtete, dass sie an einer Psychose mit anschließender Depression gelitten habe, nun aber wieder relativ stabil sei und in der Reha diesen Prozess stärken wolle, damit sie zukünftig im Job besser zurecht kommt.

Ich habe mich nach dieser Basisgruppe mit ihr näher unterhalten, denn sie setzte sich unter dem Raucherpavillion zufällig direkt neben mich. Ich habe sie angesprochen, da es mich sehr interessierte endlich auch eine Psychotikerinanzutreffen. Wir haben uns gegenseitig unsere Erfahrungen mitgeteilt und mussten feststellen, wir beide fanden die Depression erheblich schlimmer als die Psychose selbst. Sie hatte schon mehrere psychotische Episoden erlebt, doch nach der Letzten sei sie ein halbes Jahr in eine schwere Form der Depression versunken.
Zum Glück hat sie ihren Arbeitsplatz in dieser Zeit nicht verloren, ihre Chefs haben Verständnis für ihre Situation und versuchen ihr so gut es geht zu helfen. Allerdings erwarten sie natürlich trotzdem, dass sie ihrer Arbeit erfolgreich nachkommt. Sie arbeitet im Marketing eines größeren Unternehmens. Sie berät Kunden, bereitet Projekte vor und was es sonst noch alles auf diesem Feld zu tun gibt.
Glücklicherweise kann sie viel von zu Hause aus arbeiten, wobei die überwiegende Arbeit das Telefonieren ist. Sie meint, dass ginge einfach besser von ihrem Zuhause aus, da stört sie nicht das telefonieren Anderer.

Ich habe mich nach dem Gespräch für ihre Offenheit bedankt und ich hoffe, ich kann mit ihr mal Walken, denn sie hat Freude an dem Laufen mit Stöcken. Sie erzählte mir dann auch von einem kleinen See am Ende des Weges, den ich gestern Abend gegangen bin. Dort gibt es ein Restaurant mit Terrasse, wo sie zum Beispiel gestern zur Stärkung des etwas längeren Weges eine Apfelschorle getrunken habe. Das möchte ich auch gerne mal tun. Dann nehme ich aber unbedingt die Kamera mit, ich bin sicher, das gibt sehr schöne Landschaftsaufnahmen. Nur heute wird da wohl nichts draus, ich bin immer noch völlig gerädert.
Gleich hole ich mir wieder einen Kaffee aus der Cafeteria und dann warte ich bei einer begleitenden Zigarette auf die nächste Veranstaltung. Diesmal ist die Sozialtherapie an der Reihe. Dann habe ich es aber geschafft und muss nur noch in die Physiotherapie zur Packung. Bin ja mal gespannt wie die aussieht, denn so etwas habe ich noch nie gemacht.
Mein Koffer ist übrigens endlich angekommen. Viel ist irgendwie nicht drin, aber das ist nicht verwunderlich, so viele Anziehsachen, die mir noch passen, habe ich nun mal nicht. Aber eigentlich brauch man hier auch nicht so viel, denke ich. Eine Modenschau findet hier wie ich das sehe unter den Patienten jedenfalls nicht unbedingt statt.

So, jetzt war ich bei der Sozialtherapie und habe mir anschließend

einen Milchkaffee mit etwas Zucker auf mein

Zimmer geholt.

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Ich bin langsam echt fertig und brauche Nervennahrung.

Zu dieser Sozialtherapie, es werden unterschiedliche Therapien angeboten, werde ich bestimmt gehen. Zum Einen gibt es dort die Möglichkeit Konzentrationstests und Übungen zu machen, zum Anderen kann auch ganz individuell über die zukünftige berufliche Situation gesprochen werden. Außerdem gibt es wie mir die Eva schon erklärte die Möglichkeit einen Schwerbehinderten Ausweis zu beantragen. Für mich war es völlig neu, dass dies auch bei einer Psychose möglich ist. Sie ist zum Beispiel zu 70% schwerbehindert. Das hat wohl steuerliche Vorteile. Sie hat ihrem Arbeitgeber den Besitz dieses Ausweises jedoch nicht preisgegeben, vielleicht befürchtet sie doch auch Nachteile deswegen. Ich werde mich mal beraten lassen, ob dies für mich in Frage kommt und ob dies überhaupt sinnvoll ist. Ich glaube nämlich nicht, dass man damit leichter einen Job bekommt. Im Gegenteil, da man schwerer kündbar ist, wird man möglicherweise gerade deswegen nicht eingestellt.
Oh, der Kaffee tut wirklich gut und ich finde auch er schmeckt. Ich habe jetzt fast noch eine Stunde bis zur Packung, ich bin langsam echt gespannt, was da auf mich zu kommt. Ich denke, danach werde ich erst mal duschen und etwas frisches anziehen. Vielleicht gehe ich noch eine kleine Runde spazieren, aber bis zu diesem Restaurant werde ich es wohl nicht schaffen. Irgendwie stehe ich den ganzen Tag schon etwas neben mir.
Zum Mittagessen gab es für mich Vollwertreis mit Geflügelragout. Vorher habe ich mir einen kleinen Salat vom Büffet geholt und auch eine Suppe gegessen. Die Suppe war irgendwie undefinierbar, vielleicht sollte dies eine Tomatensuppe sein. Aber der Salat ist immer sehr gut. Ihn gibt es mittags und abends. Nun, das eigentliche Hauptgericht mag hier im Hause tatsächlich nicht so der Hit sein, es ist etwas fade im Geschmack. Aber ich werde satt, und dies relativ gesund.

In der Cafeteria gibt es auch Kuchen,

aber der Versuchung habe ich widerstanden.

Borussia Dortmund - 1. FC Nürnberg

Ein anderes mal vielleicht. Ich gehe jetzt eine Zigarette rauchen, und

dann ist es auch schon so weit und ich bekomme die letzte Packung des Tages.

So, jetzt hatte ich meine Vulkansteinpackung und sitze frisch geduscht und bekleidet, mit noch nassen Haaren unterm Handtuch, an meinem Schreibtisch und kann weiter schreiben. So eine Packung ist etwas Feines und sie tat mir gerade heute sehr gut. Ich war fast dabei einzuschlafen, aber der Wecker holte mich nach 15 Minuten aus meinen Gedanken. Jeder bekommt dort sein eigenes Tuch, es wird anschließend in ein mit Namen versehenes Regal gelegt und wartet dort auf die nächste Anwendung. Dass heißt, ich werde so etwas Entspannendes wohl öfter hier erleben.

Ich habe auch das Schwimmbad gesehen, dort soll ich ja zur Wassergymnastik und wenn möglich so oft es geht schwimmen gehen. Aber ich weiß nicht ob das meine Eitelkeit mit macht, ich sehe auch im Badeanzug unmöglich aus. Ich habe das Gefühl jetzt verteilt sich das Fett ganz besonders ungünstig. Mein Hintern ist wirklich eine Katastrophe, so habe ich wirklich noch nicht einmal nach der Schwangerschaft ausgesehen. Und der Bauch ist sowieso ganz schlimm. Ich sehe aus als wäre ich im 8. Monat schwanger. Ich weiß wirklich nicht wie ich damit klar kommen soll. Die Gewichtszunahme muss gerade in den letzten Wochen stattgefunden haben, denn so sah ich vor 5 Monaten noch nicht aus. Und da war ich schon so alarmiert, dass ich eine Nulldiät angefangen habe. Ich wollte unbedingt irgendwie radikal eingreifen.
Aber dann wurde mir klar, so geht es auch nicht. Eine Radikaldiät hat nämlich den Nachteil, dass sie auch den Grundumsatz stark erniedrigt. Der sollte aber gerade steigen, umso leichter nimmt man ab. Dies erreicht man eigentlich nur durch Bewegung. Leider bin ich was das angeht total faul. Es ist einfach sehr anstrengend sich zu bewegen, wenn man soviel Fett dabei hat.
Der Frühsport heute morgen ging so gerade eben noch. Er dauerte ca. 25 Minuten, Bewegung zur Musik. Aber ich war doch ziemlich ungelenk und hatte Koordinationsschwierigkeiten bei den eigentlich einfachen Übungen.

Es ist echt eine Schande, aber meine Sofazeit rächt sich jetzt sehr.

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Doch ich hatte es auch geahnt, dass mir so etwas bevorsteht.

Denn, im Winter 2006 habe ich durchaus häufiger in die Zukunft schauen dürfen. Mich hat diese Zukunft ziemlich fertig gemacht und ich wollte sie nicht wahr haben. Ich weiß nicht wie es möglich war, aber ich sah Christian mit Michael vor einem Computer sitzen und sie schauten, ich erzählte es vielleicht schon, einen Film mit mir als Darsteller. Das Erschreckende war meine Figur. Also ich glaube kaum, dass ich so vor eine Kamera gehen werde und auch damals hielt ich das für eineBildmanipulation. Doch jetzt, ich werde dem Bild immer ähnlicher, und wenn es sich dabei wirklich um eine Vision handelte, dann wird das mit dem Gewicht noch ein gutes Stück so weitergehen. Das halte ich aber bestimmt nicht aus. Ich werde davon unter Garantie Depressionen bekommen. Mir geht es jetzt schon ziemlich schlecht damit.
Ich komme immer stärker dazu, die Tabletten dafür verantwortlich zu machen. Ich muss sie einfach absetzen. Natürlich nicht ohne ärztliche Kontrolle. Die Frage ist nur, ob das meine Therapeutin mit macht. Andererseits kann sie mich bald wegen Depressionen behandeln, wenn das Ganze so weiter geht. Wolfgang hat es auch ohne Tabletten geschafft, warum dann nicht auch ich?

Ich weiß nicht, langweile ich sie mit meinem Gejammer wegen der Figur ?

Oder haben sie vielleicht auch solche Probleme?

Bild zu Gisele Bundchen

Vielleicht haben sie ja auch ein Rezept für mich?

Ich kann jedenfalls nur sagen, dies ist nach all den Problemen, die ich hatte

wirklich das Unangenehmste, weil es nicht von alleine wieder weg gehen wird.

So eine Depression ist natürlich schlimmer auszuhalten, aber irgendwann löst sie sich in Luft auf. Das kann zwar lange dauern, aber es passiert. Gut, einige bringen sich auf dem Weg um und erleben das Ende nicht mehr, aber wer sich damit intensiv auseinandersetzt und nach den Ursachen fahndet, der wird die Depression besiegen. Fettpolster hingegen können wirklich sehr hartnäckig sein, wenn sie sich erst mal an ihren Platz gewöhnt haben. So wie ich zur Zeit aussehe, habe ich jedenfalls nur sehr wenig Lust darauf mit Wolfgang, würde er es denn mal wollen, ins Bett zu gehen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich dabei ein gutes Körpergefühl aufbauen und mich gehen lassen kann. Ich schäme mich einfach viel zu sehr. Es dürfte also wirklich klar sein, so wird es schwierig werden unsere Sexlosigkeit zu überwinden.
Ich denke, ich sollte nun zum Haare trocknen noch etwas in die Sonne gehen, die scheint nämlich endlich mal. Leider bin ich ja zu schlapp um einen großen Spaziergang nach dem Abendessen zu machen und morgen soll es schon wieder schlechter draußen aussehen. Aber ich muss irgendwann auch einfach mal schlafen. Also, wahrscheinlich komme ich nach dem Abendessen ziemlich schnell wieder hoch in mein Zimmer. Bis dahin.Ich bin vor dem Abendessen doch noch mal kurz rauf gekommen. Ich habe meinen Therapieplan für die nächste Woche in meinem Postfach vorgefunden, damit werde ich mich später auseinander setzten und natürlich möchte ich Sie daran teilhaben lassen. Auf den ersten Blick kann ich jedoch schon sagen, es kommt einiges auf mich zu. Das Erste am Montag ist, soviel sei schon mal erwähnt, der Erstkontakt mit der Ernährungsberatung. Da werde ich dann ja hören, was ich verändern muss, wenn ich mein aktuelles Figurproblem in den Griff bekommen möchte. Ich sage es mal so, man lässt mich hier mit meinen Sorgen nicht allein. Das ist doch schon mal etwas, oder?

Ich bin jetzt total aufgewühlt, denn ich hatte ein

wirklich tolles Gespräch mit meiner Tischnachbarin Monika.

Wir waren heute nur zu Zweit, denn Gudrun hat ihren Mann zu Besuch und kann endlich mal gut essen gehen. Sie ist mit dem hier Dargebotenen am unzufriedensten von uns. Jedenfalls sind Monica und ich in ein sehr intensives Gespräch über meine Erfahrungen mit der Psychose gekommen. Ich habe ihr im Kurzraffer alles Wichtige erzählt und sie war überrascht, aber auch sehr interessiert. Vor allen Dingen meine Frage, was ist psychotische Phantasie und was ist vielleicht doch auf einer gewissen Ebene real? Monika glaubt jedenfalls auch, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als die nackte Naturwissenschaft uns glauben lassen will.
Natürlich habe ich ihr auch von meinen Sorgen wegen meiner rasanten Gewichtszunahme erzählt und sie berichtete mir von einer Bekannten, die auch an einer Psychose erkrankte, anschließend in schwere Depressionen fiel und natürlich auch Medikamente dagegen einnahm. Auch sie ging auf wie ein Hefeklos und litt sehr darunter. Irgendwann ein paar Jahre später traf Monika sie zufällig wieder und hätte sie kaum wiedererkannt. Die Frau sah blendend aus, hatte die Haare kurz und war vor allen Dingen 20 Kilo dünner geworden. Natürlich fragte Monica sie wie sie dies denn geschafft habe und was soll ich sagen, die Frau hatte die Medikamente weggelassen. Nicht von einem Tag auf den Nächsten, aber nach und nach. Und siehe da, ihre Welt war wieder völlig in Ordnung.

Ich komme bei solchen Geschichten immer mehr zu der

Entscheidung, auch ich werde die Medikamente

ausschleichen.

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Ich werde weiterhin zur Therapie gehen und mich auf meinen

Geisteszustand hin abklopfen lassen, und wenn ich dann widererwartend

rückfällig werden sollte, dann kann ich sie ja zeitweise wieder einnehmen.

Aber ich will kein Hefeklos sein, ich will nicht unglücklich werden, nur auf die Gefahr hin eventuell wieder zu phantasievoll zu werden. Ich hoffe sehr, dass meine Therapeutin dies mit mir mit macht. Sie gehört schon zu denen, die großes Vertrauen in die Medikamente steckt. Nur, vielleicht machen es sich die Ärzte auch gerne etwas einfach. Ich will jedenfalls hier in der Klinik das Thema diskutieren und ich hoffe man sieht die Sache mit den Medikamenten etwas entspannter. Ich hatte zumindest diesen Eindruck, als ich heute in der Basisgruppe das Thema ansprach. Ich meinte, ich würde gerne davon runter kommen und die Reaktion des Chefarztes war nicht von vorne herein ablehnend. Mal sehen, was meine Frau Doerfert dazu zu sagen hat. Ich habe am Mittwoch ein therapeutisches Einzelgespräch mit ihr.

Montag habe ich auch eine MTT Einführung, ich weiß jetzt auch was das ist. MTT ist Fitnesstraining. Ich könnte dieses Training, zwei mal die Woche soll ich es absolvieren, nach den anderen Terminen machen, der Fitnessraum ist von 13.30 bis 17 Uhr zugänglich. Dort gibt es dann auch immer jemanden der einem zeigt wie die Geräte eingestellt werden müssen. Ich bin mal gespannt wie sehr mir das gefällt.
Montag habe ich auch das erste mal Freies Gestalten. Da bin ich sehr neugierig, wie ich darauf reagiere. Damals im Krankenhaus hatte sich in mir alles gesträubt nur bei dem Gedanken an Ergotherapie. Dabei müsste mir als Designerin die kreative Betätigung eigentlich doch sehr liegen. Aber es ist so eine Sache, betreibt man die Kreativität professionell oder setzt man sich durch diese mit sich und seinen persönlichen Problemen auseinander.
Außerdem gibt es am gleichen Tag noch einen Ernährungsvortrag und anschließend erwartet mich wieder eine Packung. Und so wird der Tag sicherlich sehr ausgefüllt sein.

Gerade hat Wolfgang angerufen und ich hatte ihm natürlich viel zu erzählen.

Meinen ganzen Frust über meine Figur habe ich an ihn loswerden können und ich habe ihm auch gesagt, dass ich die Medikamente nicht mehr nehmen will. Er sieht die Sache mit den Medikamenten ja sowieso kritisch und meint ich solle dies hier im Haus eingehend besprechen. Natürlich meinte er wie immer: Du bist doch gar nicht so dick! Aber dazu kann ich nur sagen, er schaut nicht genau genug hin. Er sieht michja eigentlich nie nackt und außerdem versuche ich kleidungstechnisch zu machen,
was möglich ist. Ich bringe es einfach nicht fertig meinen dicken Bauch in ein enges T-Shirt zu kleiden, wie es einige Frauen hier tun. Sie haben sich offensichtlich schon damit abgefunden. Ich kann das aber nicht.
Außerdem meint er, er wöge mittlerweile auch zuviel, er schätz 100 Kilo. Das kann ich wiederum nicht ganz glauben, auch wenn er tatsächlich ebenfalls in letzter Zeit zugenommen hat. Natürlich kann man sagen, dann stimmt mit eurer Ernährung etwas nicht. Aber das werde ich ja jetzt bei der Ernährungsberatung feststellen können.
Es hat sicherlich auch mit dem Alter zu tun, Wolfgang ist im Mai Fünfzig geworden, da steckt man das Essen nicht mehr einfach so weg. Jedenfalls will er auch etwas daran machen und fährt viel mit dem Hund im Anhänger Fahrrad, er ist auf der Arbeit ein Käsebrot weniger und versucht abends nicht zu naschen. Er meint, er könne für seinen Bauch keine Medikamente verantwortlich machen. Nun, es kann sein, dass die Medikamente nicht alles sind, aber auf jeden Fall erhöhen sie den Appetit und das kann ich mir bei meiner geschwächten Disziplin einfach nicht leisten. Man denke nur an das Spritzgebäck von Donnerstag.
So, jetzt ist eigentlich Fußball dran, vielleicht läuft hier ja irgendwo ein Fernseher, ich sollte mal nachschauen gehen. Außerdem noch eine Gute-Nacht-Zigarette, dann lege ich mich aber endlich ins Bett.

Ich sage mal, bis morgen. Ich melde

mich doch noch mal.

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Ich habe den Fernsehraum gefunden, dass heißt den Vortragsraum.

Dort hat man für das Fußballspiel eine riesige Leinwand abgehängt und ich würde sagen, fast die gesamte Klinik schaute gebannt das Spiel Deutschland gegen Griechenland. Ich habe ja noch nie an einem public vieuwing teilgenommen, doch ich glaube dort ist man auch nicht weniger mitgerissen. Jetzt höre ich sie sogar bis hier oben schreien. Vielleicht ist ja noch ein Tor gefallen. Ich hatte mich für die letzte Hälfte der ersten Halbzeit dazugesetzt, aber jetzt bin ich einfach zu geschafft. Bevor ich jedoch wieder hoch gegangen bin war ich natürlich noch mal unter dem Pavillon und dort bin ich in ein Gespräch mit der älteren, kleinen, sehr dünnen Frau gekommen. Sie ist doch tatsächlich schon zum 7. Mal in dieser Klinik. Wenn ich es recht verstanden habe wegen Depressionen und Trauerzuständen. Gerade hat sie ihren geliebten Hund verloren und leidet sehr darunter. Außerdem erzählte sie, siefühle sich gemobbt, einige würden schlecht über sie reden. Sie wüsste jetzt auch wer so gesprochen hätte und sie sei darüber sehr gekränkt. Wir aber hatten, denke ich, ein auch für sie nettes Gespräch. Ich finde aber wirklich, es steht hier wirklich niemandem zu in irgendeiner Weise negativ über Mitpatienten zu reden, hier hat schließlich jeder schon genug an seinem persönlichen Päckchen zu tragen.
Das soll es jetzt aber endgültig für heute gewesen sein. Ich habe diesmal nicht vergessen meine Tablette zu nehmen, ich werde also hoffentlich gut schlafen können. Das ist wirklich ein Problem, vergesse ich die Pille, dann finde ich einfach nicht in den Schlaf.

Wenn ich sie ausschleichen will, werde ich sie wohl abends erst mal noch

eine Weile nehmen müssen, bis mein Körper wieder

ohne diesen Kram auskommt.

Bild zu AfD, Juden, AntisemitismusCIMG6287

Also, ich sage mal Gute Nacht.

Bild zu Frank-Walter Steinmeier empfing Recep Tayyip Erdogan

23. Juni 2012

Ich habe gut und lange geschlafen und als der

Wecker um 7.15 Uhr klingelte war ich immer noch ziemlich müde.

Ich bin dann schnell hinunter zum Frühstück und habe ein Brötchen mit Marmelade und Magerquark sowie mit Käse und Marmelade gegessen. Anschließend noch ein kleines Müsli. Das wird hier täglich angeboten, doch leider nur wenig frisches Obst. Ich liebe Müsli, aber für mich gehört da unbedingt eine Banane hinein. Monika saß auch noch am Tisch. Sie bereitete sich Brote für ihren Ausflug vor. Ihr Freund hat sich im Ort für die Zeit der Reha in einer Pension einquartiert und sie trifft sich mit ihm jeden Abend nach dem Abendessen und am Wochenende unternehmen sie etwas miteinander. Heute geht es in ein Salzbergwerkmuseum. Irgendwie wäre es ja doch schön, wenn Wolfgang ebenfalls für ein paar Tage kommen würde, er hat übernächste Woche Urlaub. Andererseits verursacht dies einige Kosten und tagsüber habe ich kaum Zeit für ihn. Mein Wochenplan ist ziemlich voll.

Nun ja, wir sehen uns sonst schließlich jeden Tag, ich sollte diese

Zeit hier daher nutzen neue Menschen kennen zu lernen.

Gleich nach dem Mittagessen schließe ich mich Eva und einer weiteren Patientin, sie heißt Marianne, zu einem Spaziergang an. Ich war mit Marianne heute nach dem Frühstück bei der obligatorischen Kaffee-Zigarette ins Gespräch gekommen. Sie ist wegen einer Depression hier. Sie hat im letzten Jahr großen beruflichen und privaten Stress gehabt und ihre Seele hat das wohl alles nicht richtig verpacken können. Jetzt versucht sie hier ihr inneres Gleichgewicht zurück zu erlangen. So eine Depression ist wirklich eine schlimme Sache, ich erinnere mich noch gut an meine unendliche
Traurigkeit. Nichts macht einem dann mehr Freude, im Gegenteil, dass was zuvor gut und richtig war, dass macht einen nur noch depressiv. Ich hoffe ihr wird der Spaziergang mit uns ehemaligen Psychotikerinnen gut tun. Eva hatte mich gefragt ob ich mich ihnen anschließen will, das fand ich sehr nett. Wir wollen zu diesem See mit dem Restaurant gehen, ich nehme natürlich meine Kamera mit. Das werden bestimmt schöne Bilder für meinen kleinen Kurfilm.
Nach dem Frühstück war ich bei der Gestaltungstherapie-Einführung. Man kann hier mit Ton arbeiten, Seidenmalerei betreiben, mit Farben malen, Speckstein bearbeitenoder einfach nur im Burghof zeichnen. Das werde ich wohl erst mal machen, wenn das Wetter es zulässt.

Heute scheint jedenfalls widererwartend die Sonne

und ich hoffe, es bleibt auch erst mal so.

Nach dem Rundgang durch die Werkräume habe ich Frau Müller, sie ist die leitende Kunsttherapeutin, angesprochen. Ich habe ihr gesagt, dass ich von Beruf Designerin bin und seit meiner Depression Probleme mit der kreativen Arbeit habe. Sie verstand das sogleich und meinte man könne zwar nicht gezielt auf diese Problematik eingehen, aber vielleicht würde es mir helfen an ihrer Depressionsgruppe teilzunehmen. Dort wird den Teilnehmern das Thema vorgegeben, da sie häufig Probleme hätte sich selbst ein Thema zu suchen. Nun, soweit will ich aber dann vielleicht doch nicht gehen. Es ist nicht notwendig, ich werde mich schon an die einzelnen Angebote herantasten. Ich muss mich einfach drauf einlassen und darf mich nicht unter Erfolgsdruck setzen. Das ist mein eigentliches Problem. Ich will mit meiner Arbeit glänzen, doch dafür reicht meine Konzentration und Ausdauer irgendwie nicht. Ich mache es mir schnell zu einfach und gehe künstlerischen Herausforderungen aus dem Wege. Ich will immer möglichst schnell fertig werden und das sieht man bei kritischer Betrachtung meinen Arbeiten auch an. Es steckt nur wenig Liebe drin. Aber ich stelle es mir schön vor im Burghof zu sitzen, vielleicht mit Musik auf den Ohren und zu zeichnen. Die Burg ist sehr schön und es gibt genügend Herausforderungen, auf die ich mich dann konzentrieren kann.

Später mache ich vielleicht ein Namensschild aus Ton.

So etwas könnte ich zu Hause an meine Haustür hängen, so ein Türschild wollte ich immer schon haben. Doch bis ich mich auf einen Entwurf dafür geeinigt habe, da brauche ich noch etwas Zeit um darüber in Ruhe nachzudenken. Es könnte ein buntes, glasiertes Schild sein, einige Arbeiten anderer Patienten habe ich in einem Regal liegen sehen und bewundern können. Auch die Bearbeitung eines Specksteins, das fände ich ebenfalls interessant.

Vielleicht ein Aschenbecher, klingt zwar banal,

aber den könnte ich auf jeden Fall

geb..rauchen.

Mal sehen, welche Ideen ich noch entwickle, ich denke, zumindest ist diese Gestaltungstherapie eine Abwechslung zu den sportlichen und ehr kopflastigen Therapien.So, jetzt muss ich mich langsam schon mal fürs Mittagessen und unseren Spaziergang sammeln und meinen Rucksack packen. Ich freue mich auf diesen kleinen Ausflug, er wird so denke ich, uns allen Dreien gut tun. Schließlich scheint die Sonne und es ist Wochenende.

Wir sind wieder zurück, und ich habe mich bei den Beiden für den

schönen Nachmittag bedankt und gesagt, dass wir dies gerne wiederholen können.

Bild zu Rote Ampel

Der Weg ist nicht wirklich weit bis zu dem Teich. Er führt

an dem Flüsschen und einigen steileren, bewaldeten Hügeln vorbei.

Eine schöne Strecke, die man auch gut abends noch gehen kann, vielleicht um ausnahmsweise mal ein Glas Bier zu trinken. Es soll dort auch leckere Forellen geben. Vielleicht lade ich einige der Frauen an meinem Geburtstag dahin ein. Ein Essen kann ich natürlich nicht für alle bezahlen, aber das ist, denke ich, auch nicht nötig. Aber ein Bier oder ein Glas Wein ist bei meinem Budget durchaus im Rahmen des Möglichen. Mal sehen.
Wir haben uns gut unterhalten, jeder hat von seinem Zuhause erzählt, von seinem Beruf aber auch von den privaten Problemen. Marianne lebt gerade in Scheidung, ihr Mann ist Alkoholiker und er war nicht mehr zum Aushalten. Jetzt macht er eine Therapie, er ist auch gerade in einer Klinik deswegen. Vielleicht, wenn er es schafft von dem Teufelszeug los zu kommen, kommen sie ja auch wieder zusammen. Nach 33 Ehejahren macht man schließlich nur schwer einen endgültigen Strich unter eine Beziehung.

Wir haben auch noch mal über die Psychose und

vor allen Dingen über unsere Therapieerfahrung gesprochen.

Eva hatte ja schon öfter psychotische Episoden und dies obwohl sie seit ihrer ersten Erfahrung Tabletten dagegen nimmt. Sie sagte, sie hätte die Dosis reduziert und dies sei wohl nicht gut gegangen. Das spricht natürlich eigentlich erst mal für eine Dauermedikation. Ich habe sie dann jedoch gefragt, ob ihre Therapeuten sich denn auch mit dem Inhalt ihrer Psychosen beschäftigt hätten, und wie nicht anders zu erwarten, die Inhalte der jeweiligen Psychose war kein Thema. Das wundert mich nicht, bei mir hat sich auch keiner bisher dafür ernsthaft interessiert. Für Psychiater und Therapeuten ist der Inhalt im Prinzip unerheblich, er ist für sie eine Verwirrung des Geistes, ohne tieferen Sinn oder Aussage.Ich sehe das jedoch ganz anders. Ich glaube, die Pychose-Erlebnisse sind mindestens genauso wichtig wie Träume. Und Träume werden ja durchaus von einigen Therapeuten gemeinsam mit dem Patienten analysiert. Sie sagen oft sogar sehr viel über die wahren Befindlichkeiten einer Person aus. Warum sollte dies bei Wahnvorstellungen anders sein? Der Geist tut nichts einfach so, alles hat seinen Sinn. Klar ist die Sache nicht immer sogleich offenbar, aber ich bin der festen Überzeugung, wer seine psychotischen Gedanken versteht und aufarbeitet, der hat auch eine gute Chance die Krankheit in den Griff zu bekommen. Man muss einfach wissen warum das Gehirn, beziehungsweise das Unterbewusstsein, so ein riesiges Theater veranstaltet. Ist es der große berufliche und private Stress, ist es ein Warnsignal, an seinem Leben Entscheidendes zu verändern, ist man auf der Suche nach den tieferen Dingen des Lebens und hat das bisher völlig vernachlässigt, fühlt man sich zu höheren Aufgaben berufen, lebt aber in völliger Unterforderung, ich weiß nicht was es alles für Gründe gibt, warum das Gehirn Alarm schlägt und plötzlich Stimmen erklingen lässt, Halluzinationen auftreten, Verfolgungswahn und Überwachungsphantasien entstehen, scheinbar übernatürliche Dinge passieren und warum man die Welt plötzlich ganz anders wahrnimmt. Die Dinge gleichen sich bei fast allen Psychotikern, und dennoch läuft bei jedem eine eigene Geschichte ab.

Und diese Geschichte sagt meiner Meinung nach viel über die Person aus.

Bild zu FC Arsenal - Worskla Poltawa

Gut, ich habe noch nicht viele Psychotiker befragen können,

dennoch bin ich auf Grund meiner eigenen Auseinandersetzung

davon überzeugt, die Therapeuten kümmern sich zu wenig darum.

Und da nun auch Eva sich mit ihrem Therapeuten darüber nicht wirklich auseinandergesetzt hat und sie von da her die Ursache ihrer immer wieder auftretenden Psychosen nicht kennt, deshalb kann diese Krankheit auch immer wieder zuschlagen.
Wolfgang hatte die Erlebnisse seiner ersten Psychose auch einfach nur ganz schnell verdrängt, sich also nicht damit auseinandergesetzt und so dauerte es nur ein paar Jahre und sein Unterbewusstsein schlug wieder zu. Diesmal mit einer ganz anderen Geschichte. Er glaubte plötzlich mit Tieren reden zu können, er empfand sich im telepathischen Kontakt mit ihnen. Sie können jetzt vielleicht sagen, so etwas ist reine Einbildung, das stimmt sicherlich auch, doch für den Betroffenen ist es wie eineOffenbarung. Es ist für ihn ein ganz überraschendes und faszinierendes Erlebnis und es verändert seine Sicht auf die Welt und die ungewöhnlichen Ereignisse häufen sich dann auch und irgendwann ist man so irritiert, dass man bald schon wieder alles für möglich hält. Es stellt sich ein Gefühl des beobachtet werden ein und es dauert nicht lange und man sucht nach den versteckten Kameras. Die telepathischen Scheingespräche nehmen zu und schnell ist man nur noch damit beschäftigt mit den verschiedenen Gesprächspartnern zu diskutieren. Dies können Freunde und Bekannte, aber auch völlig Fremde Personen sein.
Wolfgang erwartete auch immer Geld von irgendwem, schließlich kostete die ganze Sache viel Zeit. Er meinte verstanden zu haben, das Geld läge morgen bei ihm vor der Haustüre, doch jedes Mal, wenn er nachschauen ging, war nichts zu finden. Das hat ihn dann irgendwann sehr geärgert und er beschloss diese Gesprächskontakte abzubrechen. Er wollte für seine Mühe entlohnt werden und wenn dies nicht geschah, dann wollte er sich auch nicht weiter an der Nase herumführen lassen.

Irgendwann stellte er sich dann die Frage, ob

dies vielleicht doch alles seine Einbildung gewesen sei.

Es war zwar nicht leicht da eine Entscheidung zu fällen, aber nach ein paar Monaten war er soweit. Doch damit war die Geschichte natürlich nicht wirklich ausgestanden, denn nun folgte eine tiefe Depression. Er hatte wegen der Psychose seinen guten, sicheren Job gekündigt, er hatte sich von seinen Freunden entfernt, er hatte Schulden gemacht, er hatte seine Kraft auf Sinnlosigkeiten verschwendet, er musste einsehen, dass er mal wieder auf sich selbst herein gefallen war. Außerdem lebte er in einem Keller ohne fließend Wasser und Toilette. Er musste sich auf einen Eimer setzten und in Flaschen pinkeln, er hatte nur einen Wasserkocher und einen Toaster, wenn er etwas Warmes zu Essen wollte musste er zum nächsten Türken gehen. Natürlich war der Keller einmal total cool gewesen, dort konnte man unbehelligt Schlagzeug spielen und laute Musik hören, aber jetzt nach seiner zweiten, psychotischen Episode war es nicht mehr der richtige Ort für ihn.

Dennoch dauerte es noch Jahre bis er die Kraft fand diesen Keller zu verlassen

um in eine schöne, saubere Jungeellenwohnung mit einem

wunderbaren Badezimmer zu ziehen.

Zuvor machte er einfach nur irgendwelche Jobs, er hatte sich bei einer Verleihfirma unter Vertrag nehmen lassen, denn die nehmen auch etwas derangierte Gestalten bei sich auf. Die Arbeit fiel im zunächst gar nicht leicht, auch wenn sie nichtbesonders schwierig war. Aber mit der Zeit kam es auch wieder zu kleineren Erfolgserlebnissen und irgendwann sah das Leben schon nicht mehr ganz so trist aus. Heute würde er sagen, die Jobs waren zum Teil sogar sehr interessant gewesen, doch hat er dies damals einfach nicht so empfinden können. Erst als er aus dem Keller ausgezogen war und sich in seiner neuen Wohnung eingelebt hatte, da kam er endlich wieder stimmungsmäßig nach Oben. Er meldete sich für ein halbes Jahr arbeitslos und genoss nun, zum ersten Mal seit Jahren, seine freie Zeit. Er ging mit seinem Freund in den Park Fußball spielen und machte seinen Führerschein. Jetzt war er endlich soweit wieder richtig loszulegen. Und er fand einen neuen Verleiher, der ihm auch gleich einen sehr interessanten Job anbot. Inbetriebsetzer von Zügen auf einem Testring. Das war eine große Herausforderung, aber die nahm er mutig an. Und siehe da, er machte den Job einige Jahre. Zu dieser Zeit lernte ich ihn kennen und lieben und ich kann wirklich froh sein ihn getroffen zu haben. Er hatte die nötige Erfahrung mit psychotischen Zuständen und deren Folgen. Er wollte für mich da sein, sagte er mir erst kürzlich, weil er damals niemanden gehabt hatte. Er wusste wie wichtig ein guter Freund nach einer solchen Wahnsinnsreise ist. Er wollte zudem nicht so sein wie seine Kumpels, die alle nur vorbei gekommen waren, als es ihm gut ging, die jedoch fern blieben, als er sie dringend gebraucht hatte. So hatte ich also ungeheures Glück und ich muss sagen, vielleicht hatte mein Großvater dies damals an seinem Esszimmertisch schon vorhergesehen, denn der Junge, den ich dort hatte sitzen sehen, der könnte ein 15-jähriger Wolfgang gewesen sein.

Und, auch Wolfgang wollte nie studieren, doch wenn er es getan hätte,

dann wäre Physik sicherlich eine gute Wahl für ihn gewesen.

Bild zu Matteo Salvini

So, jetzt ist der Nachmittag vorbei und ich

kann mich langsam fertig machen fürs Abendessen.

Danach gehe ich bestimmt erst mal unter den Pavillon. Heute Abend soll es im Ort ein Mittsommernachtsfeuer geben, um halb Acht macht sich Eva und einige andere dahin auf den Weg. Ich jedoch warte noch auf Wolfgangs Anruf. Ich könnte das Telefon zwar mitnehmen, aber Eva meinte, komm doch einfach nach, das Feuer geht so schnell nicht aus, wenn es so früh überhaupt schon an ist. Ich denke ich werde also den Abend an einem Feuer verbringen, ist doch eine ganz schöne Abwechslung, schreiben kann ich schließlich immer noch. Außerdem habe ich so vielleicht auch etwas Interessantes zu erzählen. Also, bis später.Jetzt bin ich wieder Oben und warte auf Wolfgangs Anruf. Ich kann ja nur sagen, dieser Raucherpavillon ist eine kommunikationsfördernde Einrichtung. Hier finden sich viele Grüppchen zusammen, überwiegend Frauen. Das mag am Frauenüberschuss in der Klinik liegen oder aber auch an dem großen Interesse der Frauen an der Kommunikation. Wenn ich nicht rauchen würde, dann würde ich bisher wohl kaum jemanden näher kennen gelernt haben. So aber bin ich selten allein und Langeweile kommt nicht auf.
Die Eva gefällt mir dabei besonders gut, mag sein, dass dies daran liegt, dass sie auch Rheinländerin ist, oder weil sie auch eine Psychoseerfahrung gemacht hat oder eben weil sie einfach eine ganz patente Frau ist. Trotz ihres Übergewichtes ist sie ziemlich sportlich. Sie erzählte, dass sie früher Leichtathletik gemacht hat, Diskuswurf, soweit ich mich erinnere. Heute ist sie auch nicht einfach mit uns spaziert, nein, sie hatte ihre Stöcke dabei. Sie betreibt schon seit 4 Jahren Nordic Walking und sie meint, es ginge ihrer Kondition trotz ihres Gewichtes immer noch ganz gut. Joggen könne sie zwar nicht, aber das hätte sie auch früher nie machen wollen.

Am Mittwoch soll ich hier ja auch in das Gehen mit den Stöcken eingeführt werden.

Mal sehen, vielleicht macht es mir ja Spaß und ich kaufe mir auch so Dinger. Sie hat mich ein bisschen aufgeklärt worauf man beim Kauf achten sollte, aber für 60-70 Euro sind gute Stöcke schon zu haben. Das kann ich mir als Hartzianerin gerade noch leisten.
Dieses Sommerfest heute Abend soll Eintritt kosten. Na, ich weiß nicht ob ich das dann wirklich machen soll. Nicht, dass ich es mir nicht leisten kann, aber von einem Dorffest, dass Eintritt kostet, habe ich noch nie gehört. Die scheinen die Klinikpatienten ganz schön auszunehmen. Eva will mit Marianne schon mal vor gehen und schauen ob sich die Sache lohnt, wenn nicht, sitzt sie unter dem Pavillon und wartet auf mich, damit ich nicht umsonst hinlaufe und sie vergebens suchen muss. Das finde ich sehr nett von ihr, wie ich schon sagte, eine nette Person.

Mein geliebter Drum ist alle, jetzt habe ich nur

noch ein Päckchen der Lightversion.

Der Tabak ist für mich zum Abgewöhnen geeignet, aber nicht unbedingt zu meinem Genuss. Ich bin schon ganz schön gepolt auf meinen Drum. Doch leider gibt es ihn inden zwei Supermakts des Ortes nicht zu kaufen. Ich habe daher nach einer Tankstelle gefragt und es soll hier tatsächlich eine geben. Dort werde ich morgen mal hinlaufen, vielleicht können die mir ja meine legale Lieblingsdroge verkaufen. Das mit dem Rauchen abgewöhnen, dass wird hier wahrscheinlich nichts werden. Gut, ich qualme nicht mehr wie eine Wahnsinnige, aber dank des kommunikativen Pavillons ist es immer noch satt und genug.
So jetzt habe ich wieder mal ausgiebig mit Wolfgang telefoniert und kann auf das Fest gehen, ich werde mich also später noch mal melden, oder eben morgen früh.

Natürlich kann ich nicht bis Morgen warten, ich muss unbedingt heute noch alles

niederschreiben. Es passiert hier soviel, ich käme sonst

einfach gar nicht mehr hinterher.

Bild zu Schwertwale vor Norwegen

Das Gespräch mit Wolfgang war wieder mal sehr schön.

Ich habe ihm alles Wissenswerte berichtet und ihn auch gebeten mir das Ladegerät für die Kamera nachzuschicken, denn leider ist der Akku der Kamera leergegangen bevor ich Fotos von meinem kleinen Ausflug mit Eva und Marianne machen konnte. Es wären bestimmt schöne Bilder geworden. Hoffentlich kommt das Ladegerät früh genug, so dass ich wenigstens Fotos von meinem Geburtstag machen kann. Ich habe vorhin Eva und Simone, Letztere habe ich heute näher kennen lernen dürfen, gefragt, ob sie mit mir Kaffeeklatsch halten wollen, und sie haben „Ja, gerne“ gesagt. Eva meinte, sie würde Mittwoch Morgen zum Wiegen müssen, danach ginge das dann für sie glücklicherweise mit einem Kuchenstück am Nachmittag.

Simone ist eine sehr sympathische, junge Frau, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, und man höre und staune, sie ist Psychologin. Sie arbeitete bis vor kurzem an einer Tagesklinik. Doch dann hat sie eine Psychose mit anschließender Depression erlebt. Die Sache ist noch sehr frisch, ihr Zusammenbruch ist vielleicht ein Dreivierteljahr her. Wie haben uns gerade unter dem Pavillon darüber unterhalten und ich habe auch ihr gesagt, die Auseinandersetzung mit dem Inhalt ihrer Psychose sei meiner Meinung nach total wichtig, wenn man keine Wiederholung erfahren wolle. Sie bestätigte mir, dass auch in ihrer Tagesklinik auf Inhalte nur wenig Zeit verwendet wird. Dort wird sogar über Psychotiker gelästert. Nun jedoch könne siedaran nicht mehr richtig teilhaben, weil sie jetzt selbst die Erfahrung gemacht habe.

Ich schlug ihr vor ein Buch darüber zu schreiben, eines aus

der Sicht des professionellen Psychologen und der

Sicht eines Erkrankten.

Das könne doch wirklich sehr interessant sein. Außerdem war ich der Meinung, dass sie nun erst Recht als Psychologin geeignet sei, denn jetzt könne sie sich wirklich einfühlen in ihre Patienten. Aber sie weiß nicht ob sie zurück an ihren Arbeitsplatz will, sie schäme sich zu sehr, denn ihre Kollegen hätten ihre Sache natürlich irgendwann mitbekommen. Ihr sei es schlicht peinlich. Ich habe ihr gesagt, dass ich überhaupt keine Scham deswegen empfinden würde, ich sei vielmehr davon überzeugt, dass jeder, der mein Leben gelebt hätte, ebenso auf den ganzen Zauber hereingefallen wäre. Und darum schreiben ich auch dieses Buch, ich will meine Geschichte am liebsten Jedem erzählen. Aber auf jeden Fall ist sie mir sehr sympathisch und ich könnte mir denken, dass wir und noch viel öfter miteinander unterhalten werden.

Simone war auch mit auf dem Mittsommernachtsfest.

Dort brannte ein riesiges Feuer und es kostete auch gar keinen Eintritt. Wir wissen nicht, wer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat, auf jeden Fall ist es wohl so, dass man auch nicht alles glauben darf, was unter dem Pavillon so die Runde macht.
Ich habe mir auf dem Fest ein Bier gegönnt und bin zu Eva und den anderen gestoßen. Und es dauerte auch nicht lange und ich war mit den Anwesenden, ebenfalls Patienten aus der Klinik, im Gespräch. Eva hat dort meinen Spruch des Tages, wie sie es nannte, zum Besten gegeben. Ich hatte ihn nachmittags im Gespräch auf der Terrasse fallen gelassen: „In meiner Beziehung mit Masur war Sex unser Hobby, bis es mir nach 7 Jahren an den Ohren wieder heraus kam.“ Dieser Spruch hat sie total amüsiert und sie musste ihn unbedingt heute noch mal loswerden. Ich habe ihr das nicht übel genommen, schließlich haben die Leute mit Humor darauf reagiert. Außerdem bin ich selber Schuld, wer sein Herz auf der Zunge trägt darf nicht kleinlich sein.
Mein Zugang zu den Frauen wurde dadurch auch gar nicht beeinträchtigt, ehr im Gegenteil, wir wurden alle sehr offen und persönlich. Anita, eine der Frauen, war mit ihrem Mann da, der hatte sie vor 4 Tagen mit seinem Wohnmobil in die Klinik gefahren. Er hat eine Krebserkrankung und klebt ein wenig an ihr, wie sie später meinte. Er sei zwar wirklich ein sehr guter Ehemann, aber siesei froh, wenn er morgen wieder nach  ause führe, sie brauche die Zeit in der Klinik mal ausschließlich für sich selbst.
Ich kann gar nicht alles im Einzelnen wieder geben, nur so viel, es war ein offenes Gespräch, ich habe mal wieder einiges über mich erzählt und die Frauen etwas über sich. Sie alle hoffen, dass der Klinikaufenthalt und die Therapien ihnen bei ihrem jeweils individuellen Päckchen weiter hilft. Es war also ein wirklich schöner Abend und ich bin froh hingegangen zu sein. Jetzt aber bin ich langsam müde und mein Schätzing wartet auf mich.

Ich sage mal, morgen geht es weiter.

Dinosaurier «Ledumahadi mafube»

24. Juni 2012

Jetzt ist es Sonntagmorgen, ich habe

gefrühstückt und auch schon eine Zigarette geraucht.

Gleich werde ich mich mal auf die Suche nach dieser Tankstelle begeben. Geschlafen habe ich übrigens tief und fest bis viertel nach Sieben. Vielleicht gibt sich das ja hier mit dem ewigen, sehr frühen Erwachen. Eva möchte heute nach dem Mittagessen mit Anita und noch einer anderen Frau eine längere Wanderung machen. Mich hat sie nicht dazu aufgefordert mit zu gehen. Vielleicht wird ihr das alles auch schon wieder etwas zu eng. Ich will mich daher nicht aufdrängen, es ist schönes Wetter und vielleicht gehe ich heute Nachmittag mit meinem Buch auf die Liegewiese.

Zu Berichten habe ich jetzt erst mal nichts Neues, ich mache mich also

schon mal auf den Weg, meinen geliebten Drum zu finden, bis später.

So, ich habe meinen Tabak bekommen. Ich habe gleich drei Päckchen gekauft, mehr hatte der Mann an der Tankstelle nicht für mich. Aber immerhin, jetzt bin ich erst mal wieder eingedeckt. Das Wetter ist übrigens immer noch sehr schön, blauer Himmel, ein paar weiße Wolken, nicht zu warm, einfach wunderbar.
Ich habe mir heute auch endlich mal etwas anderes angezogen, mein blaues Kleid mit halblanger Legging darunter. Auch habe ich meine neuen Sandalen angezogen, es ist zwar ziemlich anstrengend darin zu laufen, aber man gewöhnt sich daran. Und sie sollen ja nun mal schöne Beine machen.
Ich habe mir einen Milchkaffee mit etwas Zucker am Automaten gezogen und sitze nun hier in meinem Zimmer und überlege, was ich machen soll. Vielleicht gehe ich wirklich gleich mit meinem Buch in die Sonne.
Aber vorher wollte ich noch mal auf die psychoseerfahrene Psychologin zurückkehren. Ist es nicht erstaunlich, dass selbst eine Psychologin von dieser wahnsinnigen Krankheit überrumpelt werden kann? Man darf schließlich davon ausgehen, dass sie das Krankheitsbild kannte.

Hätte sie nicht merken müssen, was mit ihr los war?

Warum hat sie keinen Kollegen

aufgesucht?

Bild zu Cristiano Ronaldo

Hier wird vielleicht klar, niemand kann sich gegen eine Psychose wehren.

Sie ist immer so gelagert, dass man sie eben nicht bemerkt. Der Psychotiker ist oft der Letzte der es erkennt, und dann ist es meist zu spät.Hier in der Therapie der Psychosegruppe sollen wir lernen die Frühzeichen besser feststellen zu können, denn unter Umständen kann man einen Rückfall vermeiden, indem man rechtzeitig Medikamente nimmt.

Allerdings ist das Unterbewusstsein nicht doof, es

lässt sich jedes mal etwas Neues

einfallen.

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So, ich hatte mich dann doch erst mal etwas

hingelegt und ich war auch etwas eingeschlafen.

Ich habe geträumt, doch jetzt kann ich mich schon nicht mehr daran erinnern. Ich träume übrigens wieder sehr viel. Das war nicht immer so. In der Zeit, in der ich viel gekifft hatte, habe ich eigentlich gar nicht mehr geträumt, zumindest konnte ich mich nie an etwas erinnern. Seit Wolfgang und ich das Rauchen von Cannabis eingestellt haben träumen wir jedoch beide wieder. Wolfgang meint, kiffen unterdrückt das Träumen.

Ich muss sagen, ich träume lieber, als dass ich bekifft bin.

Auch wenn das letzte Mal, als ich ausnahmsweise mal gekifft hatte, damals bei Mansur, wirklich total toll war. Danach war ich völlig tiefenentspannt, was natürlich auch an dem wunderbaren Sex, den ich erlebt hatte, gelegen sein kann. Aber ich weiß, würde ich wieder regelmäßig zur Wasserpfeife greifen, die Wirkung der Droge würde stark nachlassen und die eigentliche Auswirkung läge im erneuten Verlust meiner Träume.
Ich finde meine Träume meistens sehr interessant und auch wenn ich mich nur selten wirklich gut an sie erinnern kann, ich habe den Eindruck, es sind gute Träume.  Keine großen Stresssituationen, keine Ängste, kein Alp aber durchaus aufschlussreiche Erlebnisse.
Ich habe zum Beispiel einmal von der englischen Queen geträumt. Ich sollte mit dem Prinzen Willham verlobt werden und war im Buckingham Palast zu Gast. Ich lief dort durch die vielen Räume und freute mich an allem was ich dort sah, vor allen Dingen war ich aber glücklich so richtig schön schlank zu sein. Leider wurde ich bald schon wieder wach und musste erkennen, die gute Figur, die war leider nur ein Traum gewesen.

Ich habe auch von Angela Merkel geträumt.

Sie saß mit ihrem Bodygard in meinem Schlafzimmer und legte sich dort auf einem Sofa zu meinen Füßen zum Schlafen. Ich war darüber im Traum total überrascht und ich fragte den Bodygard ob er sich nicht lieber ins Fernsehzimmer auf mein Sofa legen wolle, auf dem Stuhl an der Türe zusitzen sei doch viel zu unbequem. Doch er lehnte mein Angebot ab.

Der Traum war so realistisch, dass ich nach dem

Aufwachen noch ganz verwirrt war.

Ich träumte bald danach noch einmal von unserer Kanzlerin, doch dieser Traum war schon eine Ecke heftiger. Sie war wieder in meinem Schlafzimmer aber sie versuchte gerade mich mit einem riesigen, erigierten Penis zu beschlafen. Das fand ich dann doch zu abgedeht und ich wurde schnell wieder wach.
Doch, immerhin, in meinem Kopf spielt sich während des Schlafes wieder etwas ab, das beruhigt mich, denn ich glaube Träume sind sehr wichtig. Man verarbeitet eine Menge in ihnen oder es wird etwas nach Oben gespült, dass sonst tief vergraben bleiben würde.

So ich muss jetzt runter gehen, das Mittagessen wartet auf mich.

Gerade, nach dem Mittagessen, habe ich mich bei einem Kaffee und mehreren Zigaretten mit Cora, der kleinen, dünnen Frau unterhalten. Sie sprach mich wegen des gestrigen Gesprächs mit Simone, der Psychologin, an und meinte es wäre ein sehr gutes Gespräch gewesen, es hätte ihr allerdings auch etwas Angst gemacht. Sie befürchte, dass ihr vielleicht auch einmal so etwas passieren könnte. Darauf hin kamen wir auf ihr Leben, sie erzählte mir von ihren verschiedenen Männer und ihren Kindern. Die Männer waren oft ein großes Problem, der eine war sexsüchtig und ein Alkoholiker, der Nächste war zunächst ein ganz toller Mann, auch zu ihren 3 Kindern, doch als sie dann mit ihm ein weiteres Kind auf die Welt brachte, da veränderte sich der Mann total, er brachte sogar ein Schloss an den Kühlschrank an, weil er nicht wollte, dass ihre Kinder daraus etwas zu Essen bekamen. Außerdem war er bald schon total computersüchtig und Sex hatten sie auch nicht mehr. Der Letzte hat sie leider vor 6 Jahren verlassen, darunter leidet sie noch heute, sie vermisst ihn immer noch. Jetzt wünscht sie sich allerdings einen neuen Partner, einen, der mit ihr spazieren geht und lieb zu ihr ist. So wie ich das sehe, könnte sie gut einen Partner an ihrer Seite gebrauchen und vielleicht hat sie ja Glück und findet noch mal einen. Auf ihre Kinder ist sie sehr stolz, alle haben ihren Weg im Leben gemacht.

Die eine reist in ferne Länder, schreibt Bücher darüber und macht Filme.

Jetzt will sie nach Afrika zu den Gorillas.

Eine andere ist eine überzeugte Esoterikerin, sie legt die Karten, kennt sich sehr gut mit Kräutern aus und lies in den Sternen. Ihr Sohn ist Pfarrer geworden, hat allerdings nur selten Zeit für sie. Wenn er aber alle zwei Jahrefür ein paar Stunden besuchen kommt, dann so meinte sie, wäre es immer sehr schön. Sie hofft, dass er sie hier in der Kur besuchen kommt, aber noch hat er sich leider nicht gemeldet. Ihre älteste Tochter allerdings hat Probleme mit schizophrenen Episoden. Sie kommen immer zum Winter, dann hört sie Stimmen und vermutet die Stasi hinter der Wand. Das hat bei ihr schon als Jugendliche angefangen, damals hatte sie als Mutter das gar nicht begriffen, aber sie glaubt es liegt an den zum Teil wirklich sehr schwierigen Verhältnissen, in denen sie die Kinder groß gezogen habe. Die Männer waren das Problem. Sie erzählte auch, dass sie ein paar mal vergewaltigt worden sei. Es sei in einem Zug und in einem Bus passiert, seitdem kann sie nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren.
Das alles erklärt natürlich die Probleme, die sie hat. Sie war wie gesagt schon öfter in der Burg-Klinik. Heute leidet sie an Putzzwängen und bekommt Alpträume von irgendwelchen Fusseln die herum liegen. Es war ein sehr persönliches Gespräch und ich denke, es hat ihr gut getan, mit mir über sich und ihr Leben zu reden.

Hier hat wirklich jeder einen guten Grund hier zu sein.

Da komme ich mir bald schon wie eine Prinzessin auf der Erbse vor. Mir geht es schließlich schon seit einiger Zeit wieder richtig gut. Ich habe keine Existenzängste mehr, ich bin auch nicht mehr depressiv, meine Psychose hat sich ausgelebt, mit der leichten Schizophrenie meines Lebens kann ich gut leben, ich bin wieder offen für die Welt und andere Menschen, ich finde die Worte um von meinen psychotischen Erfahrungen zu reden, mein Erinnerungsvermögen ist wieder vollständig hergestellt, auch meine Konzentrationsfähigkeit ist gewachsen. Ich werde an einem computergestützten, kognitiven Training teilnehmen und da werde ich ja testen können wie gut ich wieder klar komme.

Für mich bedeutet die Reha einfach erst mal

einen Bruch mit dem Trott meines

Alltaglebens.

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Morgens Kaffee und Zigaretten, dann eine kleine Runde mit

dem Hund, etwas Haushalt, vielleicht einkaufen, dann, als ich noch nicht

an meinem Tagebuch geschrieben habe, Fernsehen um die Zeit tot zu schlagen.

Gut, ich habe auch ein paar Wochen lang regelmäßig gemalt, aber so richtig war ich dafür nicht zu begeistern. Mittags habe ich gekocht und dann auf Wolfgang gewartet. Oft sind wir danach eine größere Runde mit dem Hund spazieren gegangen und anschließend lag ich pünktlich zum Frühabendprogramm wieder auf meinem grünen Sofa imFernsehzimmer. Einmal bin ich dann noch runter um mir ein Brot zu machen, aber im Grunde habe ich nur noch fern geschaut. Oft gemeinsam mit Wolfgang, es sei denn er ging stundenlang mit einem Buch in der Hand baden oder er setzte sich vor den Rechner und schaute sich irgendwas im Internet an. Das war im Grunde jeden Tag das gleiche Schema. Hier schaue ich gar kein Fernsehen. Ich unterhalte mich mit anderen Menschen, ich schreibe an meinem Tagebuch, ich lese meinen Schätzing und ich absolviere mein Therapieprogramm. Das wird mich alles verändern und meinen eingefahrenen Ablauf zu Hause hoffentlich auch. Ich will wieder intensiver leben, das wird sich dann auch auf meine Kunst auswirken.

Jedenfalls habe ich Cora auch zu meinem Geburtstag in die Cafereria eingeladen.

Sie ist sehr knapp mit dem Geld und kann sich dort einen Kaffee nicht leisten. Manchmal gönnt sie sich einen am Automaten. Sie lebt von der Grundsicherung und hatte für die letzten drei Wochen nur noch 50 Euro zu Verfügung. Dies erklärt auch, wieso sie an der Gestaltungstherapie nicht teilnehmen will. Ein bisschen Materialgeld muss man nämlich schon aufbringen. Es ist nicht wirklich viel, aber wenn man nur so wenig hat, dann sind Ausgaben für Ton, den Speckstein oder die Seidenmalfarben einfach nicht drin.

Ich habe mir jetzt jedenfalls wieder einen Milchkaffee mit Zucker aus der Cafeteria gegönnt und auch wegen meines Geburtstages nachgefragt. Ich möchte ja einige zu Kaffee und Kuchen einladen. Das war auch ganz gut so, denn am Mittwoch ist Waffeltag und da haben sie normalerweise nur sehr weinig Kuchen. Ich soll morgen deswegen noch mal vorbei kommen und mit der Kollegin sprechen, die ist am Mittwoch auch da und für die Bestellungen zuständig. Ich will natürlich, dass es meinen Gästen an nichts mangelt und hoffe man legt für uns ein paar Kuchenstücke zurück, denn vor halb Vier wird es nichts mit der Kaffeerunde werden, ich habe um 15.10 Uhr erst noch eine dieser Vulkanstein-Packungen. Mein Geburtstag ist zum Glück nicht so voll mit Therapien. Ich muss zum Frühsport, dann zur Basisgruppe. Dann habe ich erst mal viel Zeit bis ich um halb Drei ein therapeutisches Einzelgespräch habe. Dann noch die Packung und ich kann meinen Geburtstag feiern.Der Dienstag wird etwas hart, mich erwartet dann viel Sport. Frühsport, Wassergymnastik, Nordic Walking und anschließend noch Tanztherapie. Danach werde ich körperlich ziemlich ausgepowert sein.

Aber ich finde es gut, dies alles sind für mich wichtige Termine

um mich aus meiner Faulheit herauszuholen.

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Ich habe gestern mit Wolfgang darüber gesprochen und auch er will gerne zukünftig mehr für sich tun. Wir haben uns vorgenommen möglichst jeden Abend eine große Fahrradrunde zu machen. Der Hund muss dann halt mal ein bisschen alleine bleiben.  Mit ihm kann man solche Dinge einfach nicht mehr machen.

Dann spare ich mir das Fitnessstudio, irgendwie ist es mir auch einfach zu teuer. Wenn ich 50 Euro im Monat dafür ausgeben muss, dann bleibt mir einfach kein Taschengeld mehr. Ich gehe von meinem Geld schließlich in der Woche einkaufen, da komme ich, neben einer Kleinigkeit, die ich mir erlaube, zum Beispiel eine neue Bluse oder Hose, gerade so über den Monat. Mit Fitnessstudio jedoch würde es bei mir sehr eng. Im Winter vielleicht, wenn man draußen nur schlecht Sport machen kann, dann ist das Studio sicher eine gute Wahl. Vielleicht, so meinte Wolfgang käme er dann sogar mit. Das wäre natürlich total toll. Alleine macht es schließlich nur halb soviel Spaß.

Und Spaß sollte einem diese körperlichen Dinge schon

machen, dafür sind sie zu anstrengend.

Ich werde jetzt eine Zigarette rauchen gehen und mich dann ins Bett zu meinem Buch legen. Draußen hat es sich nämlich ziemlich zugezogen. Vielleicht treffe ich ja auch wieder jemandem zum Reden, dass ist jedoch meistens einfach Zufall und wenn der liebe Gott denkt, ich sollte mich lieber mit „Tod und Teufel“ auseinander setzten, dann wird es zu keinem größeren Gespräch kommen. Ich glaube tatsächlich, irgendeine gutgesinnte Kraft wacht über mich und leitet mich durch die Zeit. Das ist noch keine Psychose sondern vielleicht einfach nur Gottvertrauen.

Ich habe mich ein wenig mit meinem Schätzing beschäftigt und mich ausgeruht. Eigentlich würde ich jetzt gerne ein Stück Kuchen essen, aber ich versage es mir. Ich warte damit bis Mittwoch. Aber vielleicht sollte ich mir noch einen Milchkaffee holen, die Cafeteria schließt bald, um erst wieder gegen 19 Uhr zu öffnen.

So, da bin ich wieder.

In der Cafeteria sitzen nicht wenige Leute und spielen etwas oder trinken einfach Kaffee zum wirklich lecker aussehenden Kuchen. Einige scheinen Verwandtenbesuch zu haben, schließlich ist Wochenende. Man kann auch auf einerziemlich großen Terrasse sitzen, doch die finde ich etwas kahl und ungemütlich. Im Cafe selbst ist es sehr schön mit fast antiken Möbeln eingerichtet. Das Personal ist sehr freundlich und so lebt in der Cafeteria eine einladende Atmosphäre. Ich denke es ist ganz schön dort Kaffeeklatsch zu halten. In der Cafeteria gibt es auch abends keine alkoholischen Getränke, dafür alkoholfreies Bier, ebensolchen Wein und Sekt. Mal sehen, vielleicht sollte ich meinen Gästen ein Glas diesen Sektes anbieten.

Ich muss sagen, mir gefällt es hier gut.

Ich denke, ich werde die 5 Wochen Reha durchaus genießen können, auch wenn mich einige der Therapien etwas in diesem Gefühl dämpfen. Der Frühsport zum Beispiel. Ich bin wirklich ziemlich ungelenk und stelle mich nicht gerade geschickt an. Aber es soll sehr gut sein und die leitende Physiotherapeutin hat bei ihrer Einführung am Freitag gerade diesen Punkt besonders herausgehoben. Nun ja, es dauert keine halbe Stunde, die geht schnell vorbei. Aber ich werde in dieser Zeit halt damit konfrontiert, dass meine Fernsehguckerei ernste Folgen nach sich gezogen hat. Ich bin wirklich mal gespannt, ob ich am Dienstag ohne größere Probleme durch das Sportprogramm komme.

Jetzt würde ich mir zu Hause garantiert eine Zigarette

anzünden, nun ja, auf dem Zimmer geht es aber nun mal nicht.

Ich habe seit der ersten Nacht, in der ich eine auf dem Balkon geraucht habe, keine mehr hier oben geraucht. Ich möchte wirklich nicht erwischt werden. Außerdem ist es bestimmt ganz gut wenn ich den typischen Automatismus loswerde beim Schreiben und gerade beim Korrigieren zu rauchen. Hier bedeutet Rauchen, Klamotten und Schuhe anziehen, Tabak einpacken, Schlüssel mitnehmen, zwei Etagen runter laufen, dann noch einen längeren Gang entlang, an der Rezeption vorbei und über den Vorplatz ein paar Stufen zum Pavillon hinauf gehen. Wenn man dann einmal da ist, dann raucht man nicht nur Eine. Wenn ich den Kaffee auf habe, dann gehe ich wohl diesen Weg, aber noch kann ich ruhig noch etwas erzählen.
Ich frage mich zum Beispiel, ob mein Tagebuch für Sie überhaupt interessant ist. Ich weiß nicht wie gut es sich verkaufen lässt, schließlich ist es nicht mit einem spannenden Roman vergleichbar. Es ist die nackte Realität. Darauf lege ich nämlich großen Wert. Ich bemühe mich wirklich bei der Wahrheit auch im Detail zu bleiben.Wolfgang meinte, es sei sicher erfolgreicher, wenn ich meine Geschichte in einen Siencefiktion verwandeln würde. Mit Außerirdischen, die die Welt erobern wollen, mit technischen Geräten, die das Beamen ermöglichen und einen in die Vergangenheit und Zukunft reisen lassen. Mit Agenten und geheimnisvollen Geheimgesellschaften und einer jungen Frau, die sich mit all denen anlegt und dabei nur Gott und seine geistigen Helfer dabei zur Seite stehen hat.

Doch noch traue ich mir so etwas nicht zu. Später vielleicht

einmal, dann, wenn meine alte Erzählkunst

wieder voll da ist.

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Früher konnte ich alle möglichen Geschichten erzählen.

Schon meine Schwester liebte es, wenn ich abends im Bett über ihr im Etagenbett lag und eine Gute-Nacht-Geschichte erzählte. Mansur liebte meine Geschichten ebenso, am liebsten wollte er erotische Geschichten hören. Es war für mich eigentlich nie ein Problem mir spontan etwas auszudenken. Deshalb war es für mich auch so schlimm, als mir diese Fähigkeit abhanden gegangen war.

Nach meinem Krankenhausaufenthalt war

noch nicht einmal an reale Geschichten zu denken.

Ich fand einfach keine Worte, geschweige denn ich konnte damit unterhalten. Mir gelangen die Sätze schon nicht, ich sprach irgendwie wie Wolfgangs Mutter, die bekommt auch nur schlecht etwas flüssig erzählt. Nun, bei ihr ist es sicherlich das Alter, aber bei mir? Ich befürchtete nun auf ewig sprachlich so behindert zu sein. Für eine interessante Erzählung brauch man nicht nur Fantasie, der eigene Kopf muss auch sehr gut funktionieren.

Man darf schließlich nicht vergessen wie man die Geschichte angefangen hat,

wohin sie führen soll, wie man einen Satz spannend aufbaut und so fort.

Das alles war für mich absolut nicht möglich.

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Jetzt beim Schreiben fällt es mir schon leichter,

da kann man korrigieren, wenn eine Formulierung nicht so

gelungen ist, aber live, aus dem Stehgreif, dass ist schon eine wahre Kunst.

Zur Zeit habe ich aber das Gefühl, ich mache Fortschritte. Eigentlich hören mir die Menschen in der Klink ganz interessiert zu. Natürlich ist es hier auch eine Sondersituation, aber trotzdem, es macht mich mutiger daran zu glauben, dass meine rhetorischen Fähigkeiten sich ebenso erholen wie ich selbst.

Für meinen Beruf ist die Sprache sehr wichtig, denn nur eine gut und

überzeugend vorgetragene Präsentation eines Entwurfes

wird erfolgreich sein.

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Das habe ich bei meiner ersten professionellen Präsentation gemerkt.

Ich bin ziemlich sicher, Bildwerkhatte damals den Zuschlag bekommen, weil meine Präsentation wirklich sehr gelungen war. Eigentlich hatte die zuständige Geschäftsführerin dies übernehmen wollen, aber es war schon nach wenigen Sätzen klar, sie konnte es nicht. Nicht bei meinem Entwurf. Es handelte sich um ein Modell für den Reha-Messestand. Ich übernahm daher etwas frech und mutig die Aufgabe und erzählte lebendig über das Leben auf meinem Stand, ich ließ eine Vorstellung entstehen, die offensichtlich sehr überzeugend war. Angelika, so hieß die Geschäftsführerin, war anschließend auch gar nicht böse auf mich, sondern lobte mich für meinen Einsatz. Doch, seit diesem Tag war sie auch etwas eifersüchtig auf mich und ich denke, sie war nicht unbedingt unglücklich als ich nicht mehr mit Bildwerk zusammen arbeitete.
Auf jeden Fall bedeutet mir meine Sprache sehr viel. Sie ist wie Brot und Wasser für mich. Apropos Brot und Wasser, gleich gibt es Abendbrot, ich muss mich langsam auf den Weg machen, wenn ich vorher noch mal unter den Pavillon möchte.

Und ich denke, eine Zigarette habe ich mir dann jetzt doch verdient.

Bild zu Palu

Das Abendessen ist verspeist, die Zigaretten sind geraucht, außerdem

ist es kalt und regnerisch draußen und ich erwarte Wolfgangs abendlichen Anruf.

Ich könnte heute auch mit den anderen unten ein Spiel spielen, aber ich denke ich bleibe vor meinem Laptop und lese später noch etwas in meinem Buch. Was ich vorhin über die Sprache sagte, ist wirklich ein wichtiger Punkt für mich. Allerdings habe ich mittlerweile ja auch schon wieder Hoffnung. Insofern will ich mich bemühen auch hier in meinem Tagebuch mein Bestes zu geben.

Vor dem Abendessen unter dem Pavillon

bin ich mal wieder in ein zufälliges Gespräch gekommen.

Die Frau ist etwas älter wie ich und wegen psychosomatischer Beschwerden und einer Depression hier. Auffällig ist, meistens lassen sich die Erkrankungen auf persönlichen und beruflichen Stress zurückführen. In diesem Fall arbeitete sie, ihr Name ist Karla, als Altenpflegerin für Demenzerkrankte. Sie lebt im Osten Deutschlands und fährt jeweils für 2-3 Wochen nach München und wohnt dann bei den Kranken im Haus. Ein 24-Stunden-Job. Außerdem hatte sie einen Todesfall und die schwere Erkrankung ihrer Tochter zu verkraften. Hinzu kamen noch Probleme mit der Chefin. Solange sie auch zusätzlichen Dienst tat war alles o.k. aber jetzt versucht man sie über unberechtigte Abmahnungen zu kündigen. Das alles sind durchaus genug Gründe um krank zu werden. Im normalen Leben würde ich mit ihrwahrscheinlich nicht ins Gespräch gekommen sein, vor allen Dingen nicht in so ein
Persönliches, aber hier in der Klinik öffnet man sich sehr leicht auch fremden Personen gegenüber. Manchmal denke ich, der liebe Gott schickt mich zu diesen Menschen, damit ich mit ihnen rede. Er hat mich mit einer Gabe gesegnet, die dafür sorgt, dass die Menschen sich mir öffnen. Das war auch früher schon so, doch während der Psychose und in der depressiven Zeit danach, da konnte ich diesen Dienst am Menschen einfach nicht mehr erfüllen. Ich sehe es wirklich auch als meine Aufgabe an. Es fällt mir mittlerweile zum Glück nicht mehr schwer. Ich interessiere mich wirklich für diese ganzen Lebensgeschichten. Wenn ich meine Karten mit hätte und jemand den Wunsch äußern würde, ich würde sogar für sie die Karten legen. Oft bietet so eine Sitzung eine wunderbare Grundlage für ein tiefergehendes Gespräch.

Aber hier funktioniert es auch ganz ohne das Hilfsmittel der Karten.

Ich hatte mir ja überlegt vielleicht tatsächlich die

Kartenlegerei professionell zu betreiben.

Ich könnte eine Annonce in die Zeitung setzten und gegen einen Obolus von 50 Euro pro Sitzung die Karten legen. Bei mir dauert das durchaus 1 bis 2 Stunden. Ich lege ein großes Bild mit den Skatkarten, dann ein kleineres, welches noch mal genauer in die Zukunft schaut. Dann lasse ich auch gerne einen oder drei Runensteine ziehen. Danach vielleicht noch eine Tarotkarte, vielleicht sogar mehrere, und zum Schluss gibt es noch die Möglichkeit ein I-Ging zu werfen. Danach hat man genug Input bekommen und kann sich noch ausgiebig über die einzelnen Aussagen unterhalten. Ich finde 50 Euro dafür durchaus angemessen. Doch ich denke, bevor ich mich auf diese Arbeit einlasse, versuche ich es erst noch mal als Designerin. Da ist der Stundenlohn am Ende zwar auch nicht viel höher, aber für mein Selbstwertgefühl wird es gut sein. Doch immerhin, wenn es damit nicht klappen sollte, dann kann ich auf die Kartenlegerei zurück kommen. Meine Oma hatte es mir beigebracht und ich habe es dann für mich ausgebaut. Sicherlich, Kartenlegen kann auch leicht psychotisch machen. Die Esoterik ist nicht ohne, denn wenn sie zutreffende Aussagen in großer Zahl macht, dann fragt man sich schon:

„Wo kommt das alles nur her? Wer lenkt die Geschicke?

Was für Mächte sind das?“

Bild zu Christine Blasey Ford

Simone, die Psychologin hat sich wohl auch für besondere

Praktiken interessiert und einige esoterisch angehauchte Workshops besucht.

Dabei ist es dann zu einem sehr starkes Erlebnis gekommen, wenn ich sie richtig verstanden habe. Dieses Erlebnishat dann in der Folge ihre Psychose eingeleitet. So etwas ist durchaus möglich und darum sollte man diese ganzen Sachen auch mit Vorsicht betrachten.

In der Zeit vor der Psychose hatte ich auch öfter

für Petra, die Schwester von Roland, die Karten gelegt.

Sie gab mir meistens etwas Geld dafür, denn sie hatte genug davon und ich konnte es immer gut gebrauchen. Petra ging auch noch zu einer anderen Kartenlegerin, eine ältere Dame mit der sie bei Kaffee und Kuchen zusammensaß und der Frau ebenfalls einen Obolus entrichtete. Sie vertraute sehr auf die Aussagekraft der Karten und sie hatte immer viele Fragen. Doch es ist so eine Sache die Karten richtig zu deuten, wenn starke Wünsche dabei im Spiel sind. Das hatte ich dann ja auch bei mir selbst zu spüren bekommen. Die Karten können einen auch ganz schön narren. Sie lügen sicher nicht, aber sie werden dann häufig in die gewünschte Richtung interpretiert. In Petras Leben sind jedenfalls dann Dinge passiert, die nicht vorhergesehen wurden. Heute besitzt sie ein Restaurant, hat einen neuen Mann und ist nicht unbedingt glücklich damit. Vielleicht weil all ihre Träume nicht wahr geworden sind kommt sie nicht mehr bei mir vorbei, obwohl sie dies angekündigt hatte, als ich sie mal zufällig auf der Straße traf.

Es gibt keine Garantie für die Zukunft, der

Mensch trifft nicht immer die richtige Entscheidung.

Dafür können die Karten jedoch nichts. Ich glaube sie liegen schon richtig, nur ihre Deutung ist das Problem. Ich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, am Besten funktionieren sie bei möglichst fremden Personen, welche, von denen man nicht viel weiß und wo es auch keine persönlichen Interessen gibt, die einem die Sinne vernebeln. Denn natürlich wünscht man einer Freundin möglichst viel Glück und dies färbt dann die Aussage.
Ich hatte zum Beispiel auch immer den Eindruck, dass meine Oma bei mir versagte. Meinen Freundinnen konnte sie immer genau das Entscheidende vorhersagen, bei mir blieb das Ganze unklar und ich hatte eigentlich sogleich schon wieder vergessen was sie mir gesagt hatte.

Ich weiß also letztendlich nicht ob ihre Karten zugetroffen haben, denn ich konnte

mir die Dinge einfach nicht merken und damit auch nicht überprüfen.

So, jetzt habe ich gerade mit Wolfgang telefoniert, war eine Zigarette rauchen und habe mir noch etwas heißen Früchtetee geholt. Den Tee gibt es unten neben demSpeisesaal. Dort sitzen in dem Vortragsraum schon wieder die Fußballinteressierten. Doch ich spare mir dieses Vergnügen, ich kann Fernsehen irgendwie nicht mehr ertragen. Das ist wie mit anderen Süchten, ist man erst mal davon weg, dann geht man der Versuchung besser aus dem Weg. Ich habe allerdings auch wirklich keine Lust mehr darauf, zumindest hier in der Klinik nicht. Ich schreibe lieber an meinem Tagebuch oder lese etwas. Um genüsslich zu rauchen ist das Wetter auch nicht geeignet. Es regnet und ist richtig üselig. Da ist es im eigenen Zimmer doch wirklich viel gemütlicher. Trotzdem hoffe ich, dass das Wetter bald schon wieder besser wird denn meine Regenjacke hat keine Kapuze, die bräuchte ich sonst eigentlich aber am Dienstag beim Walken mit den Stöcken.

Das Gespräch mit Wolfgang war wieder mal sehr schön.

Zu Hause hatten wir uns ja irgendwie nicht mehr viel zu sagen, aber jetzt sprechen wir immer ganz intensiv. Ich habe ihm von Simone erzählt und auch er findet, ich sollte das Gespräch durchaus mit ihr suchen. Er findet es ebenfalls sehr interessant mit einem Profi zu sprechen, der wie wir eine Psychose erlebt hat. Der normale Therapeut hat einfach letztendlich keine wirkliche Ahnung, was das Wesen einer Psychose ist. Deshalb interessieren sie sich auch nicht besonders für die einzelne Geschichte.

Für sie ist das alles ehr ein Schema. Größenwahn, Verfolgungswahn,

Wahnvorstellungen, Krise, Depression.

Bild zu Türkischer Präsident in Deutschland

Was im Einzelnen dahinter steckt und was vor allen Dingen die

tiefer liegenden Ursachen sind, darüber machen sie sich nur wenige Gedanken.

Sie fordern die Leute auch nicht unbedingt dazu auf sich intensiv mit den Erlebnissen auseinander zu setzten. Im Gegenteil. Lieber soll man das ganze Geschehen vergessen und in die Zukunft schauen. Es war halt eine Verirrung des Geistes, der am Besten mit Medikamenten entgegengewirkt wird. Wolfgang sieht das aus eigener Erfahrung ganz anders. Er sagt, auch er habe natürlich zunächst verdrängt und sich mehr vor sich selbst geschämt, denn viele haben seinen Trip gar nicht mitbekommen. Doch dann sei es eben noch mal passiert und da hätte er gemerkt, etwas stimmt mit seinem eigenen Schädel nicht. Und da kam er einfach nicht mehr umhin sich mit sich selbst auseinander zu setzten. Auch die Gespräche mit mir haben noch mal einen großen Schub in dieser Auseinandersetzung bewirkt. Heute glaubt er nicht mehr gefährdet zu sein. Natürlich kann man das nicht wirklich wissen, aber er bemüht sich eben sozu leben, dass sein Unterbewusstsein nicht auf dieses verrückte Mittel zurück greifen muss, um ihn vom falschen Weg abzubringen.
Ich glaube bei Vielen ist es genau das. In ihrem Leben läuft etwas schief und sie bemerken es nicht. Vielleicht versucht es das Unterbewusstsein zunächst auf dem Weg des Traumes, dann über Eingebungen, aber wenn man nicht auf diese Botschaften hört, dann zieht es eben andere Register, bis das Leben so aus den Fugen gerät, dass ein neuer Weg bestritten werden muss.

Welches wird mein neuer Weg sein? Was hatte ich nicht richtig gemacht?

Oder ist es in meinem Fall etwas anders?

Schließlich habe ich ja versucht die Vorhersehung zu erfüllen, das Spiel zu spielen.

Sollte ich also schon als Kind auf den verrückten Weg geschickt worden sein? Ich denke heute, die Psychose war bei mir ehr eine Folge der Schizophrenie, wenn man die Teilnahme an diesem wahnsinnigen Spiel des Lebens als solche klassifizieren will. Obwohl es für mich nur schwer einzusehen ist, dass meine Erlebnisse mit meinem Großvater, damals bei ihm zu Hause, in Wirklichkeit nicht stattgefunden haben sollen. Ich erinnere mich einfach zu klar daran, es ist in mir als reale Erfahrung abgespeichert und eben nicht als Traum oder Einbildung.

Ich erinnere mich zum Beispiel an einen ganz besonderen Tag.

Ich war vielleicht 17 Jahre alt und wie so oft bei ihm zu Besuch. Da bat er mich, ein Buch unter Hypnose zu lesen. Gesagt, getan, ich legte mich hypnotisiert zu ihm in die Bibliothek und nahm das relativ dicke Buch, welches er mir gab und las es in gefühlten 2 Stunden komplett durch. Danach öffnete ich die Tür und gab meinem Großvater das Buch zurück. Er fragte mich ob ich es ganz ausgelesen hätte und als ich dies bejahte, da sagte er zu mir: „Dieses Buch wirst Du irgendwann in der Zukunft einmal schreiben.“

Ich versuchte mich an das Gelesene zu erinnern,

doch ich kannte im Prinzip nur noch

das Ende.

Es hatte sich um einen Roman gehandelt, der zur Zeit der Pharaonen spielte und ganz zum Schluss sprach ein alter Schreiber zu seinem Schüler und meinte: „Merke Dir sehr gut, was ich Dir erzählt habe und schreibe es auf. Der neue Pharao wird bald schon die Vergangenheit ausradieren, nirgendwo wird etwas über diese Geschichte geschrieben stehen, alles wird einfach weggekratzt. Du aber kennst jetzt die Wahrheit, bewahre sie also gut.“ Damit endete das Buch und der Leser durfte annehmen, das der Schreiber dieser Aufforderung gefolgt war und man seineaufgeschriebene Geschichte gerade in Händen hielt. Doch wie immer, dieses Erlebnis geriet bei mir in Vergessenheit wie alle anderen Erlebnisse dieser Art auch. Bis zu diesem denkwürdigen Tag im Spätsommer 2006. Da kam die Erinnerung auf einen Schlag zurück und ich glaubte an diesen Erinnerungen verzweifeln zu müssen. Wie hatte mein Großvater nur so verantwortungslos sein und mein Gehirn mit solchen Hypnosen belasten können?

Jetzt frage ich mich natürlich immer, werde ich vielleicht

wirklich mal ein solches Buch schreiben?

Doch, müsste ich dafür nicht eigentlich Ägyptologie studieren? Wie soll ich ein gutes Buch über eine Zeit schreiben, von der ich nur oberflächliche Kenntnisse habe? Aber natürlich steckt die Idee jetzt in mir und sollte ich mich irgendwann tatsächlich hinsetzen und dieses Buch beginnen, dann hoffe ich, dass mein Unterbewusstsein sich den Inhalt gut gemerkt hat. Aber auf jeden Fall würde ich mir keine großen Gedanken wegen des Verlegers machen, denn ich hatte das Buch schließlich in den Händen gehalten, also wird es irgendwann auch veröffentlicht.

Ich frage mich, was würde ein Psychiater, ein Psychologe dazu sagen?

Doch leider interessieren sie sich nicht für diese Geschichten.

Für sie sind das alles Hirngespinste, Wahnvorstellungen, schizophrene Episoden einer Jugendlichen. Ich hoffe sie denken nicht, ich sei immer noch psychotisch, aber ich kann diese Erklärung nur sehr schwer annehmen. Ich kann mir zwar auf der einen Seite nicht wirklich vorstellen, dass mein grundsolider Opa so etwas Verrücktes mit mir gemacht hat, aber andererseits fällt es mir auch schwer dieses einfach als Wahn abzutun. Die Dinge ergeben zusammen betrachtet einfach einen Sinn, sie erzählen eine komplette Geschichte. Ich hatte mir dagegen eine Geistesstörung doch erheblich unsinniger und undurchsichtiger vorgestellt, wahnsinnig halt. Ich denke, es geht ihnen auch ein bisschen so, es gehört nicht viel Verrücktheit dazu sich vorzustellen, dass an meiner Geschichte vielleicht doch etwas dran ist, oder?

So jetzt war ich noch mal zwei Zigaretten rauchen.

Unterhalten habe ich mich mit niemandem, allerdings konnte ich einem Gespräch zuhören, in dem sich drei Frauen über ihre Erfahrungen in der Klinik austauschten. Es scheint demnach nicht allen gut zu gefallen. Eine wollte in den ersten zwei Wochen täglich die Reha abbrechen, siepackte deswegen immer wieder ihre Koffer, doch nun, zum Ende ihrer Zeit hier hätte sie gerne noch eine Woche drangehangen, was leider aus familiären Gründen nicht geht. Die Anderen sind seit zwei Wochen da und fühlen sich immer noch nicht wohl hier. Eine hatte gerade heute erst großes Heimweh nach ihren Kindern gehabt. Doch die, welche jetzt bald nach Hause fährt, meinte, nach den ersten zwei Wochen verflöge die Zeit ungeheuer schnell und sie könne für sich sagen, die Reha habe ihr schon eine Menge gebracht. Nun, ich habe noch kein Heimweh und ich denke nur selten an das Ende der Kur. Es ist noch lange hin, im Grunde beginnt der ganze Kram ja auch erst morgen, wenn die erste Therapie beginnt. Das freie Gestalten. Und vorher die Basisgruppe. Die anderen Sachen sind Einführungen und ein Vortrag zum Thema Ernährung.

Doch damit ich dafür auch fit bin, sollte ich langsam ins Bett gehen, noch ein

paar Seien lesen und dann hoffentlich gut und fest schlafen.

Also, bis morgen.

Türkischer Präsident in Deutschland

FORTSETYUNG folgt!

 

monalisatv

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