3.10.2018

Brandenburger Tor Bild zu Carsten MaschmeyerPaul McCartney

Der Chemie-Nobelpreis geht in diesem Jahr zur Hälfte

an Frances Arnold (USA) und zur anderen Hälfte an George

Smith (USA) und Gregory Winter (Großbritannien) für

ihre Beiträge zur Entwicklung einer grünen

chemischen Industrie…

@525

Oktober, WetterCIMG1541 CIMG1434 CIMG1454 CIMG1502 CIMG1394 CIMG1529

Wie einig ist Deutschland?

Bild zu Wahlplakat der AfD Franz Josef StraußDunja Hayali

Im Osten nichts Neues? Am Jahrestag der deutschen Einheit untersucht

Dunja Hayali in ihrer gleichnamigen Talkshow den Zustand der deutschen

Seele. Wie vereint sind wir? Die Analyse ist ein wilder Ritt durch alles,

was dazu gehört: Heimat, Patriotismus, Osten und Westen.

Das Fazit: Es ist kompliziert…

Bild zu Tim Lobinger

„B*r(av..aria One“

Bild zu Graciano "Rocky" RocchigianiBild zu Fan BingbingAktualisiert am 03. Oktober 2018, 11:37 Uhr

Das Vertrauen „nicht verdient“

Das Rätsel um Chinas Superstar Fan Bingbing ist gelöst.

Sie wurde offenbar monatelang festgehalten. weil sie

Ärger mit Steuerbehörden hatte. Nun soll sie

111 Millionen Euro zahlen…

Bild zu Niko KovacAktualisiert am 04. Oktober 2018, 11:45 Uhr

Halbzeitfazit:

Aktualisiert am 03.10.2018, 22:05 Uhr

 Borussia Dortmund und die AS Monaco

gehen mit einem torlosen Remis

in die Pause…

NahrungsergänzungsmittelLokomotive Moskau - FC Schalke 04 Aktualisiert am 03. Oktober 2018, 21:11 Uhr

Schalke bestätigt Trendwende – McKennie-

Siegtor kurz vor Schluss…

Auf das Ticket kommt es an

Bild zu Bahn sperrt Hauptstrecken monatelang

Die Bahn bleibt wie schon im Vorjahr mit ihrer Preiserhöhung unterhalb

der Inflationsrate. Doch das ist ein Durchschnittswert. Ein Teil der

Reisenden muss spürbar mehr zahlen als bisher…

Torfabrik läuft weiter auf Hochtouren

Bild zu Borussia Dortmund - AS Monaco

Spitzenreiter in der Bundesliga, Tabellenführer in der Champions League.

Der BVB ist unter der Regie von Trainer Favre auf gutem Weg zurück zu

einer Spitzenmannschaft. Dass junge „Straßenfußballer“ zum Auf/

schwung beitragen, verstärkt den Glauben an eine

positive Zukunft…

Tabu-Thema Sex:

Das Weiße Haus in Washington. Bild zu Anja Rubik Bild zu Darf der Vermieter einen Schlüssel für die Wohnung behalten?

Im katholischen Polen bricht sie ein Tabu:

Das Topmodel Anja Rubik spricht offen über Sex

und bringt nun sogar eine Art Lehrbuch heraus.

Die Sexualerziehung in ihrer Heimat habe

große Mängel, kritisiert sie. Erzkon/

servative Polen reagieren

empört…

„Tour..ette-Synd..rom“?

Mit dem Begriff „Tourette-Syndrom“ verbinden

viele Menschen vor allem unkontrolliertes Fluchen.

Aber nicht alle Betroffenen benutzen unent/

weg-t Kraf-/aus..drücke…

„Verräter“ und „Dreckskerl“

Wladimir Putin

Kremlchef Wladimir Putin hat den ehemaligen

russischen Doppelagenten Sergej Skripal als

„Vaterlandsverräter“ und „Dreckskerl“

bezeichnet…

Geiz ist geil?

Manchester United - FC ValenciaBillig

 Eben nicht. Besonders nicht bei

Lebensmitteln…

Freundlichkeit ist

nicht immer die Lösung:

Bild zu PolizeibeamterAktualisiert am 03. Oktober 2018, 14:48 Uhr

Ein Mann in Thüringen hat Polizeibeamte auf sich auf/

merksam gemacht, weil er sie besonders freundlich gegrüßt

hat. Gegen den 38-Jährigen besteht ein Haftbefehl

wegen schweren Diebstahls….

Wackelstart:

Wackeliger Start von FlugzeugAktualisiert am 03. Oktober 2018, 11:55 Uhr

Lok..o..motiv Mosk..va vs. FC Schal..ke 04

Bild zu International Championship of Xtreme SkydiveAktualisiert am 03.10.2018, 20:06 Uhr

Halbzeitfazit:

Noch sind keine Tore gefallen in der RŽD-Arena zu Moskau.

Beide Mannschaften gingen die Begegnung sehr bedächtig an. Vorsicht stand im Vordergrund, die Vermeidung eines Gegentreffers hatte oberste Priorität. Angesichts beiderseits nicht sehr ausgeprägten Selbstvertrauens war diese Herangehensweise verständlich. Nur langsam tauten die Akteure im strömenden Regen auf. Dabei strahlte Lok die etwas größere Zielstrebigkeit aus. Zwei Halbchancen entsprangen den Bemühungen. Schalke wurde noch gar nicht gefährlich.

Zwei der fünf Schussversuche der Knappen wurden abgeblockt, lediglich

einer kam aufs Tor – ohne für Aufregung zu sorgen…

Simone Ballack, Claudia Effenberg

Tag der Deutschen Einheit:

Bild zu Tag der Deutschen Einheit Bild zu SchwarzbärDonald TrumpBild zu Königin Letizia

Im Umgang mit den Angehörigen eines Adelshauses

ist große Vorsicht geboten. Das hat Letizia von Spa/

nien in einem Live-Interview eindrucksvoll

zur Schau gestellt…

Bild zu Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund

PROGRAMM f[r den 4.10.2019

Die Grünen im Höhenflug?

1899 Hoffenheim - Manchester CityBild zu Annalena Baerbock, Robert Habeck,

Der Ergebnis- folgt die Leistungskrise

Der FC Bayern rumpelt sich gegen Ajax zu einem schmeichel/

haften Remis und zeigt dabei einige veritable Probleme. Ein

wenig erinnert der Rekordmeister in diesen Tagen an

die deutsche Nationalmannschaft

bei der WM…

Fußballer fängt Bierbecher im Laufen

Schwupps, da war es weg

Bild zu Otto Waalkes und Frank-Walter Steinmeier

Große Ehre für Otto Waalkes: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

hat den Komiker am Dienstag im Schloss Bellevue mit dem Bundesver/

dienstkreuz ausgezeichnet. Doch die Übergabe lief

für Otto nicht glatt…

Secret Service untersucht den Fall

Aktualisiert am 03. Oktober 2018, 10:45 Uhr

Verdächtige Briefe an Donald Trump

und Pentagon…

Bild zu US-Präsident, Donald Trump

„Hart aber fair“:

Nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Als wäre Sulawesi nicht schon genug gebeutelt:

Nach der Tsunami-Katastrophe ist auf der indone/

sischen Insel nun auch noch ein Vulkan aus/

gebrochen. Die Lage wird immer

cha/o/tischer…

Aktualisiert am 03. Oktober 2018, 11:05 Uhr

Beim Thema „Erdogan“ fliegen die Fetzen

Bild zu "hart aber fair": Cem Özdemir im Studio bei Frank Plasberg.

Ein treuer Fußsoldat Erdogans und Cem Özdemir bringen die Staatsbesuch-

Nachlese bei „Hart aber fair“ sofort auf Hochtouren. Neben mächtig Zoff

serviert Frank Plasberg aber auch nachdenkliche Töne

und ergreifende Geschichten…

Neuer Citroën Berlingo Privatkundenangebot Oktober 2018CIMG0892 CIMG0977 CIMG0997 CIMG1020 CIMG1041 CIMG0966

Nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Harvard-Absolventen wollen

Kavanaugh Lehrauftrag entziehen…

Bild zu Donald Trump Aktualisiert am 02. Oktober 2018, 22:26 Uhr

Trump hat in Missbrauchsdebatte Angst um junge Männer

Bei einem Wahlkampfauftritt in Johnson City im US-Bundesstaat Tennessee warf Trump am Montagabend (Ortszeit) dann den Demokraten vor, sie versuchten, Kavanaugh fertig zu machen.

„Sie versuchen, eine sehr anständige Person zu zerstören“, sagte Trump

vor seinen Anhängern. „Das dürfen wir nicht zulassen.“

Verzögerung der Demokraten?

…Nach heftiger Kritik am Umfang der Untersuchungen beteuerte Trump am Montag, die Ermittler hätten völlig freie Hand. „Ich denke, das FBI sollte tun, was es tun muss, um an die Antworten zu kommen“, sagte Trump. Allerdings sollten die Befragungen in einem „angemessenen Rahmen“ bleiben. „Wir wollen keine Hexenjagd machen.“ Das Weiße Haus folge den Wünschen des US-Senats.

„Die eine Sache, die ich will, ist Schnelligkeit.“…

Kavanaugh wird im Januar 2019 seinen Lehrauftrag an der Elite-Universität Harvard aufgeben, wo er derzeit Jura unterrichtet. Das geht aus einer E-Mail an die Studierenden hervor, die dem Sender CNN nach eigenen Angaben am Montag vorlag. Darin habe die Universität mitgeteilt, Kavanaugh könne sich nicht für den Kurs im kommenden Wintersemester verpflichten. Die Gründe für seinen Rückzug waren zunächst unklar.

Möglich wäre, dass der Rückzug mit seiner möglichen Tätigkeit am

Supreme Court oder aber mit der jüngsten Kritik an seiner

Person zusammenhängt…

Daten gehen unwiederbringlich verloren?

Nobelpreis Physik Bild zu Vanessa Münstermann Bild zu Blick auf USB-Sticks Bild zu Boris BeckerAktualisiert am 02. Oktober 2018, 16:35 Uhr

Wie vertrauenswürdig sind billige

USB-Sticks und SD-Karten?

Dschungelcamp 2019, Daniel Hartwich, Sonja ZietlowAmazon

1.Juli 2012

Bild zu Graciano Rocchigiani CIMG6165Aktualisiert am 02. Oktober 2018, 18:15 Uhr

Ich habe ziemlich schlecht einschlafen können, denn ein

schweres Gewitter tobte die halbe Nacht vor meinem Fenster.

Jetzt bin ich entsprechend müde und ich werde mich gleich noch mal etwas hinlegen, sonst wird das mit meiner Wanderung nichts. Ich habe heute morgen wieder ziemlich wild geträumt, aber ich erinnere mich leider nicht mehr daran. Ich finde es sehr entscheidend zu wissen, was in meinem Unterbewusstsein im Schlaf so los ist.

Andererseits, wenn man sich nicht erinnert, dann war es wahrscheinlich auch nicht

so wichtig. Nun, vielleicht träume ich ja gleich noch mal ein bisschen.

Jochen Brauer gehörte zu den ganz Großen unter

den Unterhaltungsmusikern. Nun verstarb das

beliebte Allroundtalent im Alter von 89

Jahren in Mann.heim…

„Keine Panik, keine Verletzten“

Bild zu Helene Fischer Bild zu LebensmittelBild zu DFDS-Fähre "Regina Seaways"Aktualisiert am 02. Oktober 2018, 16:29 Uhr

Jetzt habe ich den ganzen Vormittag

verschlafen und ich könnte immer noch im Bett bleiben.

Aber ich will die Wanderung nicht schwänzen und darum packe ich meinen Rucksack und gehe mir einen Kaffee am Automaten holen. Ob es das Wetter ist, dass ich so müde bin? Jetzt nach dem Gewitter ist der Sommer nämlich wieder fort, der Himmel ist grauweiß und die Temperaturen sind ziemlich runter gegangen. Eigentlich ganz gut zum Wandern.

Und deshalb kann ich erst später weiter schreiben, ich bitte um etwas Geduld.

So, ich habe mich nun doch entschieden die Wanderung

ohne mich stattfinden zu lassen.

Sachsen:

Bild zu In Sachsen wurde eine mutmaßliche rechte Terrorzelle zerschlagen CIMG4310

Statt seinen freien Tag zu genießen, ist ein Acht/

jähriger zur Schule gegangen und hat so für

einen Polizeieinsatz gesorgt…

Aktualisiert am 02. Oktober 2018, 14:13 Uhr

Mit diesen Produkten wird der

Herbst schön bunt…

Bild zu Dieter BohlenBild zu Polizei Absperrband

Eine 73-jährige Frau hat ihren toten Ehemann (74)

eineinhalb Jahre lang in der gemeinsamen Wohnung auf/

bewahrt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg bestätigte am

Montag den Vorfall. Zunächst hatte die „Bild“-

Zeitung darüber berichtet…

Champions League, TSG Hoffenheim,

PROGRAMM f[r den 3.10.2018

Ich bin einfach zu müde und außerdem regnete es vorhin auch etwas.

Ich habe jedoch keine Kapuze an meiner Regenjacke und mit einem möglicherweise nassen Kopf will ich nicht herum laufen. Marianne geht auch nicht mit, sie hat keine Schuhe, die nass werden dürfen. So bleibe ich den Nachmittag über halt in meinem Zimmer und kann weiter schreiben.
Beim Mittagessen erzählte mir Gudrun, dass sie am Dienstag wieder nach Hause fährt, ihre 5 Wochen sind um. Sie meinte, sie fühle sich nun auch wieder arbeitsfähig. Sie ist Sozialarbeiterin und wird nach der Kur einen neuen Arbeitsbereich bekommen. Sie wird für Kinder die Amtsvormundschaft übernehmen.

Nun, als Sozialarbeiterin brauch man auf jeden Fall gute Nerven, man muss sich

abgrenzen können und sollte nicht mit eigenen Sorgen

und Problemen zu kämpfen haben.

Bild zu Ferkel CIMG4278Bild zu Lindsay Lohan

Sie hatte im letzten Jahr eine Depression und

konnte wegen dieser Erkrankung nicht mehr arbeiten.

Ich habe sie gefragt, welche Therapien ihrbesonders geholfen haben und sie meinte die Tanztherapie und das Joga wären sehr hilfreich gewesen. Sie hat überhaupt viel getanzt hier, immer wieder finden hier Tanzabende statt und sie empfahl mir zum Beispiel mal zu einem Salsaabend zu gehen. Ich weiß nicht ob ich das machen möchte, seit meiner Psychose hatte ich lange Zeit richtige Probleme mit Musik. Ich konnte es einfach nicht ertragen, von der Musik stimmungsmäßig beeinflusst zu werden. Tanzen ging auch überhaupt nicht. Das war auch damals bei meiner Depression in Spanien auch so. Wir gingen natürlich oft mit den anderen Studenten aus, aber auf der Tanzfläche fühlte ich mich ganz fremd und ungelenk. Hier in der Tanztherapie habe ich mich das erste Mal seit langer Zeit wieder zur Musik bewegt. Es ging schon, aber ich musste mich überwinden.

Mal sehen wie es in 2-3 Wochen aussieht, vielleicht ist mir dann

ja auch wieder zum Tanzen zu Mute.

Zwischen Vorwurf und Entschuldigung

Bild zu Herzogin Meghan

Ein Schritt in die richtige Richtung im Familienstreit?

Samantha Markle hat im britischen Fernsehen ein Inter/

view gegeben und sich zu dem Zwist mit ihrer royalen

Halbschwester Meghan geäußert. Dabei schlägt

sie versöhnliche Töne an…

Gerade hat mich Mansur ange/

rufen und er will gleich noch mal zurückrufen.

Ich nehme an, unser Gespräch von gestern hat seine Sexsucht mir gegen über wieder voll aktiviert. Aber weil mein Sohn dieses Buch hier lesen will, halte ich mich mit Einzelheiten lieber zurück. Nur so viel, zumindest er hat große Lust auf mich.

Es kann also nicht an zu geringem Sexepil meiner/

seits liegen, das Wolfgang so gar

nicht will.

Schrittgeschwindigkeit

Die Männer sind halt doch nicht alle gleich

und sie wollen auch nicht immer

nur dasselbe.

Robbe wirft mit Tintenfisch nach KajakfahrerBild zu Felix NeureutherAktualisiert am 02. Oktober 2018, 12:05 Uhr

Mansur würde jetzt gerne von mir eine erotische

Geschichte erzählt bekommen, doch soweit bin ich noch nicht.

Früher habe ich ihm oft eine kleine, erotische Geschichte erzählt, aber im Moment fällt mir nichts dergleichen ein. Dieser erste Blitz hat mir viel Fantasie in diesem Bereich genommen, bis ich das wieder kann, da brauche ich noch etwas Zeit. Ich denke, das Buch welches ich über Cora schreiben will, das wird genügend Stoff in dieser Hinsicht bieten, es wird ganz sicher auch ein sehr erotisches Buch werden.

Da wird Mansur halt doch noch etwas warten müssen.

So sieht es aus. Aber eigentlich wollte ich ja

von der Gerichtsverhandlung

erzählen.

CIMG5714Bild zu Feuerwehr rettet Pony aus dem Pool

Wir hatten uns vor der Verhandlung mehrmals mit

Rechtsanwalt Auler getroffen und uns alle gut vorbereitet.

Ich hatte dabei meine finanziellen Ansprüche an Mansur abgetreten, so dass er als alleiniger Kläger und ich als Zeugin aussagen konnte. Wir hätten es auch umgedreht machen können, doch Herr Auler war der Meinung, ich seibesser drin in der ganzen Materie und auch rhetorisch stärker. Deswegen war gerade er am Ende überrascht, dass ich im Zeugenstand ziemlich versagte. Ich wurde zunächst nach meinen persönlichen Daten gefragt und schon da kam ich mit meinem Alter durcheinander, ich konnte einfach nicht rechnen und habe mich dann tatsächlich auch vertan. Doch das fiel erst mal gar nicht auf. Auch meine Professoren, die ebenfalls als Zeugen da waren, waren so aufgeregt und durcheinander, auch sie hatten Probleme mit ihren persönlichen Daten gehabt.

Groß wurden meine Schwierigleiten jedoch während des Kreuzverhöres.

Der Anwalt der Gegenseite saß direkt neben mir und er hatte eine ganz unangenehme Ausstrahlung. Er machte mich total nervös und als es dann um den Kasus Knacktus der mündlichen Arbeitsvereinbarung ging, da wurde ich plötzlich total unsicher. Ich merkte es allerdings selbst gar nicht so richtig. Ich gab auf eine mir immer wieder gestellte Frage immer wieder die gleiche Antwort. Ich sah zwar, dass unser Rechtsanwalt ziemlich rot im Gesicht wurde, ich sah auch Mansurs fragende Blicke, ich sah auch das fiese Grinsen des Gegenanwalts, und ich merkte durchaus, dass auch der Richter auf diesen speziellen Punkt immer wieder einging, aber ich wurde einfach nicht wach. Ich blieb bei meiner Aussage und als die Verhandlung dann zu Ende war, da war ich total erstaunt, dass Herr Auler und auch Mansur ziemlich enttäuscht, ja fast sogar sauer auf mich waren.

Ich verstand einfach nicht, was ich falsch gemacht hatte und erst nach dem

man mir die Folgen meiner Aussage vor Augen führte, begriff ich,

ich hatte tatsächlich die Sache ziemlich gefährdet.

Hai-Attacke vor Kalifornien

Bild zu Hai-Attacke in Kalifornien CIMG5303

Aktualisiert am 02. Oktober 2018, 12:45 Uhr

Herr Auler meinte, es sei leider auch nicht möglich die Aussage

im Nachhinein, mit der Begründung ich sei zu durcheinander gewesen, zu

relativieren, denn mein äußeres Auftreten sei sehr cool und entspannt gewesen.

Mir würde man eine etwaige Verunsicherung nicht abnehmen. Am Ende gab der Richter uns dennoch zu 70% Recht, doch was nützte es uns, die GFS behauptete pleite zu sein und so konnten wir nichts anderes tun, als unseren Anspruch an die Wand zu nageln. Es wäre für uns ziemlich viel Geld gewesen, aber so hatte Mansur am Ende nur Kosten in der Sache, denn unser Anwalt wollte natürlich wenigstens das bisschen Honorar, dass er in Rechnung stellte. Mansur stotterte das Geld die nächsten 2 Jahre bei ihm ab und danach wollte er nie wieder von dem Musical etwas hören. Für ihn war es eine absolute Scheißaktion, nur für mich war es etwas anders. Ich hatte michin diesem Projekt so richtig austoben können. Danach war ich dann auch endlich so weit mich auch mal auf etwas Kleineres zu konzentrieren und so beschloss ich mich in meinem Diplom mit Möbeln zu beschäftigen. Doch davon erzähle ich später genaueres.

Nach dem zweiten Anruf von Mansur musste ich mir erst mal einen Kaffee

und eine Zigarette gönnen und ging dazu natürlich zum Pavillon.

Dort saß ich dann mit Heiko auf der Bank und wir unterhielten uns über unsere Erfahrungen mit Gruppentherapien. Er hatte während seines Krankenhausaufenthaltes an einer Depressionsgruppe teilgenommen und dort gute Erfahrungen gemacht. Außerdem erzählte er mir, dass er eine Darmkrankheit habe und deswegen auch einen künstlichen Darmausgang. Dies, so meinte ich, sei natürlich auch ziemlich belastend und vielleicht ein Grund für seine Depressionen. Dann fragte ich ihn, ob er verheiratet sei, denn er hat einen 9 jährigen Sohn. Da meinte er, sie seien nicht verheiratet gewesen und lebten nun getrennt, aber ihr Verhältnis zueinander sei immer noch sehr gut.

Nun, dann kann er natürlich Frauen verführen so viel er will, sagte ich mir,

denn ich wollte ihn natürlich nicht wegen seines angeblichen

Abenteuers mit der einen Patientin befragen.

Bild zu Bär

Das ist wirklich seine Sache.

Nach ihm kam Cora im Schlepptau mit Klaus zu mir und

Cora fragte mich, ob ich nicht mit ihr ins „Röhnstübchen“ gehen würde.

Ich hatte zwar eigentlich nicht wirklich große Lust dazu, aber ich wollte ihr trotzdem die Freude machen. Wir sind also durch den sonntäglich verschlafenen Ort gegangen und haben uns in den kleinen Biergarten auf die Veranda eines dort befindlichen Gartenhäuschens gesetzt.
Cora war dort in all den Jahren, die sie schon hier in der Kur war, sehr oft eingekehrt. Am Wochenende ist dort regelmäßig Tanz. Und dort hatte Cora den Namen Tina Turner bekommen, weil sie deren Tanz und den Gesang nachmachen konnte. Heute jedoch sei sie zu alt für solche Vorführungen, sie habe einfach kaum noch Kraft.
Wir kamen in ein Gespräch mit einer Angestellten dieser Gaststätte und die bestätigte Coras Erzählungen von den vielen, ausgelassenen Abenden in der Gaststube. Auch jetzt ist immer noch häufig Disco, aber die Frau erzählte, so lustig und fröhlich wie früher sei es einfach nicht mehr. Alle litten nun 20 Jahre nach derWende in gewisser Weise unter einer diffusen Existenzangst. Angst um den Job, wenn man überhaupt einen habe, Angst um die berufliche Zukunft der Kinder, viele kämen mit der veränderten Welt gar nicht gut zurecht und würden dem Alkohol verfallen. Es sei wirklich alles so viel schwieriger als damals zu DDR-Zeiten. Sie tauschten sich noch eine Weile über die unterschiedlichen Lebensverläufe einiger gemeinsamer Bekannten aus, dann musste die Frau wieder an ihre Arbeit.
Cora und ich sprachen dann noch mal über mein „Paradies der Frauen“ und dabei stellte sie fest, sie kannte den Bert aus dem Fernsehen. Den fände sie toll, meinte sie, bei ihm würde sie selbst auf ihre alten Tage gerne noch mal arbeiten.

Sie erzählte mir wieder einige ihrer vielen, pikanten Geheimnisse

und so wurde dieser kleine Ausflug eigentlich ganz schön.

Cora hat eine Tochter, die legt die Karten und erstellt auch Horoskope und Cora hat ihr meine Geburtsdaten übermittelt. Jetzt habe ich die Telefonnummer dieser Tochter, sie heißt Steffi, und ich werde sie morgen anrufen und nach ihren Erkenntnissen über mich und meine Zukunft befragen können. Ich bin ja mal gespannt, was diese Steffi alles herausfindet und aussagen kann. Ich selbst kann mir wohl nicht wirklich die Zukunft vorhersagen, mir kommen da immer meine eigenen Wünsche in die Quere. Ich hatte damals schon festgestellt, am Besten funktioniert das Ganze mit völlig fremden Personen, da ist man unvoreingenommener.

Ich kann auch nicht sagen wie es funktioniert, aber

an der Wahrsagerei ist schon etwas dran.

Man denke nur an das Beziehungshoroskop von Leonie mit der Bruder-Schwester- Vorhersage. Es ist genau so eingetreten wie es in dem Ausdruck beschrieben ist. Nun, wir werden ja sehen, was Steffi zu mir zu sagen hat.
Gleich gibt es Abendessen. Man gewöhnt sich sehr schnell an diese regelmäßigen Mahlzeiten, ich habe schon richtigen Hunger. Es wird für mich zwei Brote geben mit Aufschnitt und Käse, sowie ein Tellerchen mit Salat und etwas Kräuterquark.

Das gibt es hier immer, außer an den kulinarischen Themenabenden.

Mittwoch ist wieder so ein Tag.

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Aber das dauert noch etwas, bis dahin wird wie jeden Tag noch viel Neues passieren.

Neue Menschen, die unterschiedlichsten Gespräche unter dem Pavillon, Erfahrungen bei den Therapien und, und, und. Aber ich werde Sie gerne an allem ausführlich Teil haben lassen, von da her, bis später.Morgen werde ich wieder zur Tankstelle gehen müssen, mein Tabak geht hier weg wie warme Semmeln. Zu Hause werde ich die Sache mit der Raucherei aber dann wirklich in Angriff nehmen, das geht so einfach nicht weiter. Es kostet zu viel und ist ungesund. Bodo wird sicherlich ziemlich enttäuscht von mir sein, er lehnt die Qualmerei völlig ab und hatte sich Hoffnung gemacht, ich würde womöglich sogar als Nichtraucherin wiederkommen. Ich kann nur sagen, weit gefehlt. Es liegt an dem Pavillon, dort ist einfach immer etwas los, man kommt ins Gespräch, oft sogar in sehr Persönliche, es ist für viele hier ein gemütlicher Treffpunkt und ich bin froh darüber. Sonst würde ich bestimmt nicht so viele Leute kennen lernen und hätte erheblich weniger zu erzählen.
Der morgige Tag beginnt mit Frühsport, dann folgt die Basisgruppe bei einer Frau Johannes. Sie ist, glaube ich, auch meine neue Therapeutin im Einzelgespräch. Ich bin ja mal gespannt, ob die Gespräche mit ihr auch so fruchtbar sind wie mit Frau Doerfert. Danach habe ich erst mal frei bis zum Mittagessen. Um 13 Uhr geht es dann wieder zum Nordic Walking, 14.30Uhr ist Wassergymnastik bei Frau Krause, dass heißt es wird etwas anstrengend und danach gibt es zum Abschluss des Tages wieder eine Packung.

Also eigentlich ein recht sportlicher Tag. Jetzt warte

ich wieder auf Wolfgangs Anruf.

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Er hat nun eine Woche Urlaub und überlegt, das Gartenhäuschen neu zu decken.

Vielleicht nur mit einer neuen Plane, vielleicht macht er es aber auch vernünftig, denn er meinte, auf seinem Konto sähe es ganz gut aus. Das wir nicht mehr kiffen macht sich echt bemerkbar, so bleibt am Ende des Monates auch mal etwas übrig und man kann getrost in den Baumarkt fahren.

Ich muss allerdings sagen, ohne die Kifferei hätte ich die letzten Jahre

und vor allen Dingen die Zeit vor der Psychose

kaum ausgehalten.

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Das Rauchen machte es mir erheblich leichter den Stress zu bewältigen.

Ich konnte so einfach auch mal abschalten und die Sorgen, die ich mir die ganze Zeit um meine Zukunft gemacht habe, die traten in den Hintergrund. Manchmal denke ich, der liebe Gott hat das gewusst und mir immer eine Quelle für diese Droge ermöglicht. Es war manchmal wirklich total verrückt, aber das Zeug ist mir fast zugeflogen.

Auch zur Zeit meiner Depression war es wichtig für mich.

Bekifft sieht die Welt einfach etwas rosiger aus.

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Außerdem ist es bei mir wohl so, ich teile die Drogemeines Partners.

Ist die Droge Sex wie bei Mansur, dann mache ich gerne mit, ist die Droge der Alkohol wie bei Heiko, dann trinke ich auch ziemlich viel. Ist die Droge das Rauchen von Gras wie bei Wolfgang, nun, dann kiffe ich eben auch. Aber all die Drogen konnten mich nicht auf Dauer in ihren Bann ziehen. Irgendwann kam mir der Sex an den Ohren wieder raus, der Alkohol bei Heiko stieß mich irgendwann richtig ab und nun, die Kifferei erledigt sich sowieso von selbst irgendwann, denn das Zeug wirkt nach einiger Zeit des Dauergebrauchs nicht mehr. Ich habe am Ende aus reiner Gewöhnung geraucht, einfach weil es schön war mit Wolfgang zusammen zu sitzen und die Pfeife zu pflegen. Doch damit haben wir beide jetzt abgeschlossen, das Leben funktioniert zum Glück auch ohne all das. Kein Sex, kein Alkohol, kein Gras. Und trotzdem geht es uns gut, und das Beste, dafür haben wir jetzt ein bisschen mehr Geld in der Tasche.
Ich muss immer wieder an mein Gespräch mit Felix denken, denn mir ist da wirklich ein großer Stein vom Herzen gefallen. Ich fand meinen Sohn zwar immer schon toll, aber wie er jetzt sein Leben meistert, das finde ich großartig. Ich finde, ich kann richtig stolz auf ihn sein und ich habe es meinen Frauen hier auch allen erzählt. Gut ist, das Brigitte und mein Onkel Henry sich die ganzen Jahre um ihn gekümmert haben. Sie haben ihn regelmäßig angerufen und an seinem Leben Anteil genommen.
Sonst hätte er sich wirklich ziemlich verloren vorkommen müssen, denn nicht nur ich bin ausgefallen, sein Vater kümmert sich auch nicht. Ich hätte das von ihm nicht gedacht, damals als ich mich in ihn verliebte, da war ich davon überzeugt den richtigen Mann für ein gemeinsames Kind gefunden zu haben. Leider habe ich mich da ziemlich vertan. Ich weiß nicht woran es liegt, vielleicht weil sein eigener Vater auch nicht wirklich präsent war. Gut, die Familie ist nicht auseinandergegangen, aber im Grunde hat die Mutter, eine wirklich tolle Frau, alles in die Hand genommen. Sie hat sich um die Kinder praktisch allein gekümmert, der Mann ging derweil seiner Arbeit nach und wenn er nach Hause kam, dann kümmerte sich seine Frau auch noch rührend um ihn. Aber ein vernünftiges Gespräch, so von Vater zu Sohn, das hat es dort nie gegeben. Die Mutter hat schnell festgestellt, ihr Mann eignet sich nicht als Erzieher und so hat sie ihn aus allem herausgehalten. Das hat natürlich Folgen, Michael fehlt einfach das gute Vorbild. Wenn ich mit ihm zusammen geblieben wäre, gut, dann würde es jetzt nicht so auffallen, ich hätte ihm schon Beine gemacht, aberso, in der neuen Ehe, die Frau kam noch nie gut mit Felix zurecht. Warum sollte sie Michael also dazu bringen sich mehr um seinen Sohn zu kümmern? Ich erinnere mich an ein Telefonat mit Michael, da war Felix gerade 13 Jahre alt und Michael hatte sich schon seit einem Dreivierteljahr nicht mehr bei uns gemeldet.
Michael rief damals heulend an. Ihn quälte ein fürchterliches Gewissen und er meinte, er würde sich total schlecht fühlen. Er wüsste jetzt gar nicht mehr wie er wieder Kontakt mit seinem Sohn aufbauen könne. Da habe ich ihm gesagt, dies ist doch ganz einfach, verabrede Dich mit ihm, geh mal mit ihm segeln oder fahre übers Wochenende mit ihm zelten, dann findest Du schon wieder zu ihm. Ich sagte ihm, es wird dafür sogar höchste Zeit, Felix käme nun in ein Alter, wo er sowieso nicht mehr viel mit seinen Eltern machen will, denn dann sind die eigenen Freunde einfach viel wichtiger. Michael hat dann auch einige Versuche gestartet, aber so richtig gefruchtet hat es wohl nicht. Jedenfalls pflegt er schon länger keinen Kontakt mehr. Mit tut das für Felix leid und ich hoffe, dass zumindest ich die Kurve mit ihm wieder bekommen und ihm eine interessierte, liebende Mutter sein werde. So wie früher eben auch, für mich war ein gutes Verhältnis zu meinem Sohn immer wichtig, auch wenn ich natürlich auch viel Energie auf mein eigenes, berufliches Leben verwendet habe.

Trotzdem hoffe ich, Felix hat unser Zusammenleben

vor allen Dingen in guter Erinnerung.

Graciano Rocchigiani ist tot:

Graciano RocchigianiAktualisiert am 02. Oktober 2018, 18:43 Uhr

So, jetzt habe ich mir meinen abendlichen Milchkaffee in der

Cafeteria geholt und zwei Zigaretten dazu geraucht. Ins Gespräch bin

ich aber mit niemandem gekommen, was ja auch mal ganz erholsam ist.

Nun überlege ich, ob ich von meinem Diplom erzählen soll.

Sind Sie interessiert?

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Gut, dann versuche ich es mal.

Anfangen muss ich dafür aber bei meiner Reise in die Wüste.

Ich erwähnte schon, dass ich mit Mansur dort hin gefahren bin. Ich bin während der Reise unter dem Namen Aische gereist und galt als Mansurs Ehefrau. Ich hatte mich auch während der ganzen Reise „vernünftig“ gekleidet, denn wir wollten als Muslime wahrgenommen werden. So aufzutreten erleichtert den Zugang zu den Einheimischen sehr. Wir wurden zum Beispiel in einem Berberdorf bei irgendwelchen Leuten sofort herzlich aufgenommen. Man bot uns das Wohnzimmer als Schafstatt an und half uns auch ein Huhn zu kaufen, welches wir dann für uns zubereitenlassen konnten.

Ich wurde von den Frauen des Hauses freundlich aufgenommen und

ich bin mir ziemlich sicher, so etwas wäre uns als typische

Touristen nicht unbedingt passiert.

Unschuldig im Gefängnis:

Bild zu JVA KleveAktualisiert am 01. Oktober 2018, 17:17 Uhr

Als wir an der letzten, kleinen Stadt vor der Wüste ankamen,

da sprach uns dann ein Mann an und fragte, ob wir Lust hätten mit

ihm in das „Hotel zu den Zehntausend Sternen“ zu fahren, er wür/

de uns dort hin begleiten, denn ohne Führer sei es

nur schwer zu finden.

Wir waren neugierig was dies für ein Hotel sein

sollte und fuhren diesem sympathischen Typen hinterher.

Es ging ziemlich lange immer gerade aus ins Nichts. Einmal hielten wir an bei einem Fossilienverkäufer, der Mitten in diesem Nichts ein Häuschen hatte. Es gab dort auch etwas zu trinken und ich kaufte ein paar kleine Fossilien als Andenken. Dann ging es weiter. Wir hofften sehr, dass wir keinen Fehler gemacht hatten diesem Mann in diese Einöde zu folgen und wir wurden nicht enttäuscht. Gerade wo die großen Sanddünen begannen hielt der Mann vor einer gemauerten Umzäunung und als wir durch das Tor fuhren, da sahen wir zwei große Zelte aufgebaut stehen.

In zwei Ecken der Mauer war jeweils ein kleiner Turm gebaut. In dem

einen war eine Küche, in dem andern waren Dusche und WC.

Das war es, aus mehr bestand das Hotel nicht.

Auf dem Platz in der Mitte standen zwei große Tische und mehrere Stühle aus weißem Plastik. Dort saß man zum Essen und Quatschen beieinander. Der Mann, der uns dort hingeführt hatte, stellte sich als der Besitzer dieses verrückten Hotels vor und zeigte uns eines der beiden Zelte. Es war ein Normadenzelt mit geflochtenen Plastikteppichen auf dem Boden. Auf einer Seite des großen Zeltes lagen Teppiche, darauf sollten wir schlafen. Es gab ein paar Kerzen und nachdem wir unsere Sachen ausgebreitet hatten mussten wir feststellen, dies war wirklich ein total romantischer und wunderbarer Ort.
Es war noch hell und so machten wir uns nachdem wir etwas getrunken hatten auf den Weg eine dieser riesigen Dünen zu besteigen. Der Sand war unendlich weich und das gehen ziemlich mühsam, doch oben angekommen konnte man ganz weit in die Wüste hineinsehen. Wir hatten natürlich unsere Fotokameras dabei und ich machte ein paar Aufnahmen. Dann hockte ich mich in den Sand und fragte mich, was denn hier an diesem Ort nur so anders war als überall. Irgendetwas fehlte und bald schon merkte ich, es war die Stille. Er war absolut ruhig, ich hörte nur ein leichtes Rascheln. Es dauerte ein wenig, bis ich bemerkte, es war mein Pulli. Ich trugeinen leichten, langärmeligen, roten Seidenpulli und ich konnte seine Maschen rascheln hören, als hätte mir gerade mein Ohrenarzt die Ohren gründlich ausgespült. Ich war total fasziniert.

Und dann die Dünen, jede hatte eine andere Form und jetzt wo das Licht schon

etwas schräg stand leuchtete die Wüste in den tollsten Farben.

So auf den Abend eingestimmt ging es wieder

hinunter ins Hotel.

CIMG7200

Dort wartete das Essen schon auf uns.

Es gab typische, marokkanische Küche und wir

fühlten uns sehr wohl im Kreise der Menschen an unserem Tisch.

Es gab auch noch ein anderes Pärchen, dass in dem zweiten Zelt wohnte, ein paar Freunde des Hotelwirts waren auch da und so wurde es ein wirklich schöner Abend.

Am nächsten Tag fuhr der Hotelwirt uns zu einem Teppichverkäufer, denn hier am Ende der Welt gab es bei näherem Hinsehen tatsächlich ein paar kleine, ummauerte Häuser. In einem saß dieser Teppichverkäufer auf einem Berg von Ware. Wir ließen uns einige seiner Teppiche zeigen und hätten bestimmt gerne zugeschlagen, doch für eine solche Ausgabe reichte unser Budget nicht. Aber ein Kleid wollte ich gerne haben und so probierte ich ein für diese Gegend typisches schwarzes, besticktes Kleid an. Es war ärmellos und hatte einen Schlitz an der Seite. Darunter schaute nun meine rote, seidene Pluderhose und mein rotes Seidenhemd heraus und alle waren mit meinem Anblick sehr zufrieden. Wir kauften auch noch zwei blaue Turbantücher. Das Kleid und die Tücher kostete nicht viel und so gewandet fuhren wir dann noch auch noch andere Männer dort. Aber wir steckten die Füße hinein und freuten uns an dem Anblick des Wassers. Es wuchsen dort nur sehr wenige Pflanzen, im Grunde gab es nur das Wasser und viel Sand.

Wieder zurück im Hotel bestiegen wir noch einmal die große

Düne um den Sonnenuntergang von dort zu betrachten.

25.September

Da kamen plötzlich eine Horde Kinder zu uns

gelaufen und wollten uns selbstgemachte Handpuppen verkaufen.

Wir ließen uns alles zeigen, erklärten aber, dass wir kein Geld hätten. Ein älterer Junge, der die Mädchen begleitete, sprach ein paar Worte Englisch. Ich fragte ihn ob ich die Kinder fotografieren dürfe und ja, es wurde mir erlaubt. Und so entstand eine richtige Fotosession. Ich habe die Schwarz-Weiß-Fotos später vergrößert und entwickelt. Siewurden zu einem Teil meiner Fotoprüfung. Mansur fotografierte mich, während ich die Kinder fotografierte, es wurden wirklich tolle Bilder. Dann ging es wieder zurück und wir verbrachten erneut einen schönen Abend am Feuer. Diesmal wurde gegrillt.

Am nächsten Tag organisierte Mansur einen Führer,

der uns in die Wüste zu einer Oase

bringen sollte.

Es war schon nach Mittag als der Mann mit zwei

Kamelen ankam und so machten wir uns gleich auf den Weg.

Ich setzte mich auf das Kamel und als es losging kam ich erst mal aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Ich fand das schaukeln einfach nur total lustig. Natürlich hatten wir die Kameras dabei und wir fotografierten uns gegenseitig. Auch diese Fotos sollten für meine Prüfung sein.
Wir waren eine gute Stunde unterwegs, da kamen wir an eine Senke und in ihrer Mitte stand eine einsame, kleine Palme. Das war die Oase und unser Führer begann auch gleich damit Feuer zu machen um für uns Tee zu kochen. Wieder fotografierten wir alles Sehenswerte und dann saßen wir auf dem weichen Sand, tranken Tee und aßen eine Kleinigkeit. Die Stimmung war zauberhaft und wir merkten gar nicht wie die Zeit verging, bis die Schatten schon ziemlich lang wurden. Wir mussten leider zurück, ich hätte nichts dagegen gehabt die Nacht über an diesem wunderbaren Ort zu verbleiben. Aber das Hotel würde sich Sorgen machen, wenn wir nicht wiederkehren würden und so ging es auf den Kamelen die Dünen herauf und herunter. Wir hätten den Weg zurück alleine niemals gefunden. Bald ging denn dann auch die Sonne unter und die Wüste verabschiedete sich in Tausend Farben. Dann war es plötzlich Nacht und wir konnten die Sterne und die Milchstraße sehen. Es war wirklich wunderschön und als wir dann wieder bei dem Hotel waren, da wurden wir von allen freudig begrüßt.

Man hatte sich tatsächlich schon einige Sorgen gemacht, aber auf unseren

Führer war unbedingter Verlass, er kannte sich in der

Wüste eben auch im Dunkeln aus.

Die Gotin Teil 1

Am nächsten Tag schlug dann aber leider das Wetter um,

ein heftiger Sandsturm machte das Leben in der Wüste ziemlich ungemütlich.

Und so beschloss der Hotelwirt, dass es Zeit war in die Stadt zurück zu fahren. Wir packten also alle unsere Sachen und verließen das Hotel zu den Zehntausend Sternen.Für mich wurde gerade dieser Teil unserer Reise zu etwas ganz Besonderem. Mich und auch Mansur hatte die Wüste sehr beeindruckt und ich spürte ganz deutlich, dieser Besuch der unendlichen Weite würde noch lange in mir nachhallen. Und so war es dann auch. Als ich später nach Formen für meine Möbel suchte, da griff ich die Eindrücke wieder auf und versuchte zum Beispiel meinem Sitzufo die Form der Dünen zu verleihen.

Die Form der Dünen wird äolisch genannt, also vom Wind geformt.

Und genau diese äolische Form suchte ich

in meinen Möbeln.

CIMG232304.04.2018 19:32Uhr

Neuartige

Erfindung gibt all denen Hoff/

nung die an chronischem Schnarchen leiden…

Gerade hatte es an meiner Tür geklopft und Cora stand davor.

Sie hatte vorhin mit ihrer Tochter telefoniert und wollte mir unbedingt erzählen, was diese ihr gesagt hat. Ich darf sie aber dennoch auch anrufen, obwohl so eine Auskunft normaler Weise viel Geld kostet. Doch Cora hatte sie gebeten dies für mich umsonst zu tun. Also werde ich diese Steffi morgen mal anrufen um Genaueres zu erfahren. Jetzt aber konnte Cora mir schon mal sagen, dass ich nicht nur einen Aszendenten im Wassermann habe, sondern auch im Löwen. Und dass ich eine starke Verbindung zu Zwillingen hätte, ich sollte mir also am Besten einen Zwilling zum Mann suchen.

Meine Oma war auch Zwilling und mit ihr habe ich mich außerordentlich gut verstanden, auch dies hatte sie festgestellt. Außerdem beschrieb sie mich als sehr fantasievoll, ich hätte immer schon viele verrückte Ideen gehabt, ich würde allerdings auch an Dinge glauben, die es nicht gibt. Ich wäre irgendwie nicht von dieser Welt, sondern ich käme direkt aus dem Himmel. Ich würde an Außerirdische glauben und sei überhaupt etwas verrückt. Aber ich solle bei meinem Projekt bleiben und an meiner Sache festhalten.
Ich finde dafür, dass sie mich gar nicht kennt, hat sie mit dieser kurzen Beschreibung schon gut ins Schwarze getroffen. Aber ich denke, morgen höre ich mehr. Darauf musste ich mir erst mal eine rauchen und nun bin ich bald bettreif.

Ich hoffe, dass ich morgen gut ausgeschlafen bin, damit ich vernünftig

durch den Tag komme. Darum sage ich jetzt mal,

Gute Nacht.

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2. Juli 2012

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Ich habe leider wieder nicht gut geschlafen.

Vielleicht sollte ich den Kaffee abends weglassen oder es lag daran,

dass ich meine Tablette erst kurz vor dem Zubettgehen eingenommen habe.

Jedenfalls bin ich jetzt schon wieder total müde. Beim Frühsport war ich aber dennoch, die kontrollieren zwar nicht die Anwesenheit, aber ich will das Schwänzen gar nicht erst anfangen. Ich habe mir jetzt erst mal einen Automatenkaffee geholt und ich hoffe gleich geht es mir besser.

Ich habe zwar sicherlich wieder viel geträumt,

doch ich habe keine Erinnerung daran.

Das bedeutet meiner Meinung nach, es gibt zur Zeit nichts Wichtiges zu verarbeiten. Auch gut.
Gleich beginnt die Basisgruppe bei der neuen Therapeutin. Ich bin ja mal gespannt. Cora meinte heute morgen noch einmal zu mir: „Bleibe an Deinem Projekt dran, meine Tochter meint, dies sei sehr wichtig und wird sicherlich doch noch mal ein Erfolg.“

Was soll ich dazu sagen? Kann man den Sternen wirklich so weit glauben?

Mir haben die Karten früher auch immer alles Mögliche versprochen, doch was ist passiert? Ich bin volles Rohr mit meinem D-Zug gegen die Wand gefahren und habe mir einen ernsthaften Schaden am Kopf zugezogen. Vor diesem Schicksalsschlag haben die Karten mich nicht gewarnt, zumindest habe ich es nicht verstanden.
Nach dem Krankenhaus, als mir langsam klar wurde, was mir da eigentlich wiederfahren war, da war ich erst mal völlig am Ende und ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen jemals wieder irgendetwas zu tun, geschweige denn mein Bombini- Projekt weiterzuführen.

Ich wollte einfach gar nichts mehr tun. Nichts außer kiffen und fernsehen.

Dass ich gemalt habe war reine Selbstdisziplin. Ich dachte, wie sieht das aus, Du kannst nicht nur dumm rum sitzen. Aber das Malen hat mich ungeheuer angestrengt, ich habe Kopfschmerzen davon bekommen. Ich fühlte mich unendlich ausgebrannt und in Tausend Stücke zerschlagen. Ich war einfach nicht mehr ich selbst. Sogar meine Gedanken waren mir fremd. Ich dachte Sachen, die hatte ich noch nie gedacht. Zum Beispiel lehnte ich die SPD plötzlich ab und fand die CDU viel besser. Doch das hat sich zum Glück bald wieder gegeben. Dann war ich total in Vladimir Putin verliebt. Wenn ich ihn im Fernsehen sah, dann ging mir das Herz auf.

Auch das hat sich glücklicher Weise wieder normalisiert.

Ich wollte auch keine starke, unabhängige Frau mehr sein, nein, plötzlich kam es mir als der Gipfel des Glücks vorfür Wolfgang zu kochen, zu waschen und zu putzen. Ich wollte nur noch eine ganz normale Hausfrau sein. Zum Glück bin ich für einen perfekten Haushalt viel zu bequem, also verschwanden auch diese für mich ungewöhnlichen Gefühle wieder.
Aber all diese merkwürdigen Veränderungen an mir, verstärkten in mir den Eindruck, irgendjemand hatte nicht nur mein Gehirn gelöscht, nein man hatte versucht mich gleichzeitig auch persönlich zu verändern. Ich mochte auch plötzlich keinen schwarzen Kaffee mehr, sondern ich tat Milch und Zucker hinein. Damit hätte man mich früher jagen können. Heute trinke ich immer noch gerne einen süßen Milchkaffee, aber ich trinke auch wieder schwarz. Dann, das nicht mehr baden wollen, das war auch sehr ungewöhnlich für mich.

Mich hat diese Persönlichkeitswandlung ziemlich irritiert

und ich habe dagegen rebelliert.

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Ich wollte wieder die alte Monica sein,

die Fantasievolle, die Starke, die in meinen Augen wirklich liebenswerte.

Ja, ich habe mich vor und während der Psychose sehr geliebt. Ich war absolut zufrieden mit mir. Ich hatte zwar kein Geld und auch kaum noch jemanden, der an mich und mein Projekt glaubte, aber das störte mich nur wenig. Ich wusste einfach was ich wollte, ich wollte ein Wunder wahr werden lassen. Ich fand das schlicht unglaublich cool. Davon hatte ich immer schon geträumt, an einem Projekt zu arbeiten, dass mich voll und ganz in seinen Bann zieht, eines dass die Welt wirklich verändern konnte. Was bewirkt schon ein Messestand und sei er noch so schön? Was war sogar das „Paradies der Frauen“ gegen meinen fliegenden Zweiplattenkondensator? Nichts konnte in meinen Augen wichtiger und größer sein. Doch nach der Psychose fand ich mich auf dem harten Boden der Tatsachen wieder. Ich war nichts weiter als eine verrückt gewordene, arbeitslose Designerin. Ich war auf ganzer Länge total gescheitert. Das kann schon zu eine depressiven Verstimmung führen.

Doch mit dieser Entwicklung der Lage habe nicht nur ich zu kämpfen gehabt.

Ich denke fast alle Psychotiker fallen nach ihrem Trip in ein tiefes, dunkles Loch. Der Absturz ist einfach riesengroß und es dauert oft Jahre bis man da wieder heraus ist. Wolfgang hat fast 4 Jahre in einem dunklen Keller gesessen und die Welt verflucht. Ich habe bestimmt 2 Jahre lang Trübsal geblasen und auch hier höre ich von Eva und Simone, auch für sie endete ihre psychotische Reise in einer Depression.

Glücklicherweise geht diese Phase irgendwann vorbei.

Aber so richtig aufdrehen willman trotzdem erst mal lieber nicht. Und so habe ich weiterhin viel Zeit vor dem Fernseher verbracht. Ich wollte dadurch mein leergefegtes Gehirn wieder mit Informationen füllen und ich denke, diese Therapie hat auch einigermaßen geklappt. Nur jetzt kann mir der Fernseher auch nicht mehr viel Neues erzählen und ich werde wohl wieder zu den Büchern greifen müssen. Das mit dem Lesen funktioniert zum Glück auch wieder. Während meiner Depression war daran nicht zu denken, ich kam keine halbe Seite weit, da hatte ich den Anfang schon wieder vergessen. Die Konzentrationsprobleme waren bei mir wirklich sehr groß, lange Zeit. Aber auch das ist überstanden. Insofern, sollte einer meiner Leser noch in so einem Loch stecken, ich kann nur sagen, der unangenehme Zustand geht tatsächlich irgendwann vorüber.

So jetzt muss ich aber los zur Basisgruppe,

ich melde mich wieder.

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Nun habe ich einen weiteren Kaffee bei mir stehen und kann über die

Basisgruppe berichten. Die Frau Johannes ist im Gegensatz zu Frau Doerfert

Verhaltenspsychologin. Frau Doerfert arbeitete mit dem Mittel der Tiefenpsychologie.

Ich muss sagen, das lag mir etwas mehr. In den Gesprächen hatte ich den Eindruck es ging tatsächlich und erstmals auch um meine ganz konkreten Erlebnisse auch und gerade in der Kindheit und das habe ich als sehr bereichernd empfunden. Frau Johannis verfolgt da einen anderen Schwerpunkt. Mal sehen, ich will natürlich weiterhin offen auch für Neues sein, aber jetzt bedaure ich doch, das Frau Doerfert in Urlaub gegangen ist.

Die Gruppensitzung bestand wiedereinmal aus

einer Vorstellungsrunde.

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Es sind neue Patienten hinzugekommen, einige reisen morgen schon wieder ab.

Die Abreisenden haben eigentlich durch die Bank weg nur Positives über ihre Reha-Erfahrungen zu berichten gehabt. Die Neuangekommenen konnten dazu natürlich noch nicht so viel sagen. Ich bin jetzt 12 Tage da und kann feststellen, ich bin allem gegenüber positiv eingestellt und freue mich auf die noch kommende Zeit hier im Haus. Allerdings bin ich auch wirklich sehr froh meinen Laptop dabei zu haben.

Die Idee mit dem Tagebuch ist einfach super.

Hier kann ich alles zeitnah festhalten und aufarbeiten.

Ich denke, gerade das Tagebuch hilft mir die Kur intensiv zu nutzen. Jetzt wissen wir langsam auch wer alles in der Psychosegruppe wieder anzutreffen sein wird. Die Erste ist morgen Vormittag. Dr.Süß wird diese Gruppe führen undvieles Wissenswertes über diese spezielle Form der geistigen Erkrankung vermitteln.
Es wird wohl in erster Linie darum gehen, die Frühzeichen einer neuen psychotischen Episode zu erkennen und damit abwenden zu können. Das Verzwickte ist nämlich, keine Psychose ist gleich. Jede beginnt wieder auf eine ganz neue Weise und so schliddert man schnell, ohne dass man es bemerkt, wieder hinein. Wolfgang ist es auch so ergangen und ich denke, Eva ist eigentlich eine sehr kluge Frau und dennoch hat es sie schon vier mal erwischt. Es ist also wirklich sehr wichtig, dass man die ersten Anzeichen bei sich erkennt.

Dann kann man mit Medikamenten gegensteuern oder vielleicht

gibt es auch noch weitere Abwehrmethoden.

Ich werde es ja bald erfahren.

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Die Zeit scheint hier zu verfliegen, jetzt ist es schon Viertel nach Elf, bald ist wieder Essenszeit und danach geht es zum Nordic Walking, dann zur Wassergymnastik und zur Packung, damit ist der Tag schon wieder fast um. Andere, die schon länger hier sind berichten von dem gleichen Phänomen. Die Zeit saust vorbei.
Ich werde also gleich hinunter gehen und mit den anderen noch eine qualmen. Sollte Bodo dies hier mal lesen, sei nicht böse wegen der vielen Raucherei, das unterstützt hier die Therapie.

In der Raucherecke wird viel aufgearbeitet, getröstet, gelacht

und erzählt. Das möchte ich einfach nicht missen.

Also bis später dann.

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Nordic Walkin fällt heute wegen Regen ins Wasser und so kann ich wieder gewärmt durch einen Automatenmilchkaffee in meiner Stube sitzen und schreiben. Vor dem Mittagessen bin ich unter dem Pavillon mit der Frau ins Gespräch gekommen, die angeblich mit dem Heiko in der Kiste war. Also, ich glaube das ja nicht so ganz.

Die Frau ist eigentlich psychisch viel zu sehr belastet für solche Eskapaden.

Ich hatte sie heute morgen schon weinen sehen und jetzt gerade liefen ihr auch sogleich die Tränen. Sie erzählte mir, dass sie am Donnerstag nach Hause fährt, aber jetzt erst, gegen Ende der Kur, sei bei ihr so viel aufgebrochen, sie wäre wirklich total unglücklich. Sie war wohl froh in mir jemanden zu haben, der zuhört und so erzählte sie mir, sie habe eine Zwillingsschwester und mit dieser habe sie eine schwierige Kindheit erlebt. Aber sie wäre immer die Starke gewesen und hätte ihrer Schwester ständig den Vortritt gelassen, denn die habe auf die Schwierigkeiten mit Nägelkauen und Bettnässen reagiert. Auch heute noch würde ihre Schwester immer noch sehr viel Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit von ihr fordern, doch sie selbst könneeinfach nicht mehr. Bei ihr komme jetzt all der verdrängte Kram hoch und sie wüsste gar nicht wie sie das alles verarbeiten soll. Zu Hause lebe sie sehr isoliert, sie habe kaum Freunde in ihrem Leben gefunden. Erst hier in der Kur hätte sie Menschen kennen gelernt, die nett mit ihr waren. Leider seien diese letzte Woche abgereist und nun fühle sie sich wieder sehr allein. Ich fragte sie, ob sie Adressen ausgetauscht habe und ja, sie wollten fast alle Kontakt miteinander halten. Aber jetzt im Moment sei es für sie einfach sehr schwer. Ich tröstete sie und meinte, nur wer den Schmerz zulasse könne ihn auch überwinden und ich versprach ihr, die nervliche Schwäche würde sicherlich schon bald wieder vergehen. Auch ich hätte ständig geheult, doch nun hätte ich zu all den Gefühlen einen gesunden Abstand gewonnen. Es sei einfach notwendig zu trauern und zu weinen, nur so würde man die Dinge auf Dauer bewältigen können. Immer alles zu schlucken und zu verdrängen wäre ja gerade der Grund warum man an der Seele krank würde.
Ich erzählte ihr von meinem Verhältnis zu meiner Zwillingsschwester und zugleich dachte ich, das ist wirklich ein Thema, welches ich in meinem Tagebuch noch gar nicht angeschnitten habe.

Das werde ich nachholen, denn sicherlich spielt

meine Kindheit mit Kati auch eine

große Rolle.

Kathrin und ich wurden per Kaiserschnitt geboren.

Leider vermutete man nur ein Kind und so kam es, dass Kati schon länger unter Sauerstoffmangel gelitten hatte, bis sie endlich nach mir aus dem Bauch geholt wurde. Dieser Sauerstoffmangel führte bei ihr zu einem Hydrocephalus, einem sogenannten Wasserkopf. Das bedeutete für sie nicht nur, dass sie einen etwas größeren Kopf bekam, nein, das Wasser in ihrem Kopf übte immer wieder auch einen starken Druck auf ihr Gehirn aus. Viele dieser davon betroffenen Kinder sterben recht früh, die meisten erreichen gerade mal das 10. Lebensjahr. Meine Schwester ist aber ein echter Sturkopf und sie ließ sich nicht unterkriegen. Sie besuchte wie ich die Schule und machte auch einen Abschluss auf der Realschule. Danach besuchte sie die höhere Handelsschule und bis auf ein paar kleineren Auffälligkeiten entwickelte sie sich überraschend gut.

Trotzdem war unsere Mutter mit ihr oft sehr unzufrieden. Kati war ihr eindeutig zu burschikos. Ihr missfiel ihr Gang, ihre Art sich zu kleiden und zu frisieren. Auch brachte sie keine tollen Freunde mit nach Hause, denn mit Freundschaften tat siesich etwas schwer. Nicht dass sie nicht gewollt hätte, im Gegenteil. Sie klammerte sich aber leider immer sehr an die jeweilige Person und das führte oft zu Ablehnung.
Ich denke, Kati hat häufig gelitten, weil es bei ihr nicht so gut lief wie bei mir. Sie verstand nicht, was sie falsch machte und ich konnte ihr dabei auch nicht helfen. Irgendwann fragte sie mich einmal: „Wie machst Du das mit anderen Menschen?“
Ich spürte, sie wollte am liebsten eine Gebrauchsanweisung von mir, doch die hatte ich nicht. Ich sagte ihr, Du musst Deinen eigenen Weg gehen, nimm mich nicht zum Vorbild, jeder ist ein eigener Mensch. Ich glaube, sie war enttäuscht, dass ich nicht als Vorbild für sie dienen wollte.

Aber sie versuchte von da an ihren eigenen Weg zu gehen

und ich fand, so schlecht machte sie

es gar nicht.

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Aber meine Mutter und Egon waren immer unzufrieden mit ihr.

Ich kann schon verstehen, wenn sie Zweifel hegte, ob sie überhaupt gewollt und vorbehaltlos geliebt wurde. Meine Mutter meinte später einmal, sie sei mit Kati überfordert gewesen. Damals hätte es ja auch keine Selbsthilfegruppen oder ähnliches gegeben. Sie hätte halt versucht sie so normal wie möglich zu fördern und zu fordern. Ich denke, das war nicht ganz anmessen. Meine Schwester musste einfach viel mehr aushalten und leisten als andere. Der Druck in ihrem Kopf zerstörte  oder beeinträchtigte viele ihrer Gehirnzellen, so dass es nach der Pupertät und vor allen Dingen auf der Handelsschule zu Ausfallerscheinungen kam. Sie konnte zum Beispiel plötzlich nicht mehr Schreibmaschine schreiben und erhielt in dem Fach eine Sechs. Da schickte meine Mutter sie zu einem Spezialisten und die stellten eine erschreckende Diagnose. Sie machten Aufnahmen von Katis Gehirn und darauf sah man nicht dicke, weiße Linien und dünne Schwarze, sondern bei ihr war es umgekehrt. Jetzt wurde erst mal allen klar, was Kati die ganze Zeit mitgemacht hatte. Sie wurde operiert und bekam eine Dränage vom Kopf in den Bauchraum gelegt, so dass das überflüssige Wasser endlich abfließen konnte.

Nach der OP dachte Kati sie könne fliegen, so leicht fühlte sie sich auf einmal.

Sie wurde zur weiteren Ausbildung in ein Internat für schwerbehinderte Jugendliche gebracht und dort machte sie eine Ausbildung zur Exportkauffrau. Ich habe sie einmal dort besucht und war ziemlich betroffen wie viele sehr schwer behinderteKinder und Jugendliche dort lebten. Unter diesen Kindern war Kati fast noch die Gesündeste.

Sie lernte auch einen Mann kennen, den Johannes. Nach der Schule heirateten sie und zogen zusammen. Die Ehe verlief aber wohl nicht so gut und irgendwann ging diese wegen einer anderen Frau zu Ende. Danach zog Kati wieder zurück nach Osterath und bezog eine eigene, kleine Wohnung. Ich weiß nicht ob sie in dieser Zeit gearbeitet hat, ich glaube sie hatte große Probleme einen festen Job zu bekommen. Um Anschluss zu finden, ging sie in Kneipen und ließ sich auch auf einige Männergeschichten ein. Doch die endeten enttäuschend, eigentlich wurde ihre Liebessuche nur ausgenutzt. Bis sie eine Frau kennen lernte und sich in diese verliebte. Sie wurden ein Paar und einige Zeit ging das auch ganz gut. Ich weiß nicht genau warum, aber die Freundschaft ging irgendwann in die Brüche.
Kati beschloss zu dieser Zeit nach München zu unserem Onkel Volker und Tante Anne zu ziehen. Sie fand, wie ich meine, auch eine Arbeit und die Zuneigung von Onkel und Tante taten ihr sehr gut. Wieder lernte sie eine Frau kennen, doch auch diese Beziehung hielt nicht ewig. Und dann irgendwann lernte sie Wilma kennen und lieben. Beide wohnten einige Jahre zusammen, dann heirateten sie und jetzt leben sie gemeinsam in einem kleinen Häuschen in Ungarn. Das Leben ist dort für sie einfach billiger, denn Kati findet nur sehr schwer eine Arbeit. Sie kann nicht so viel arbeiten wie andere, sie ist nicht so stark belastbar, auch wenn sie selbst gerne arbeitet und sich auch engagiert. Trotzdem, ihr Behinderung ist für viele ein Problem.

Sie hatte sich auf eigenen Wusch einer weiteren schweren Gehirnoperation

unterzogen, durch diese OP wurde die Dränage überflüssig.

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Das war ihr sehr wichtig.

Sie beantragte die Rente und die wurde ihr auch bewilligt.

Leider hat man sie ihr kürzlich wieder aberkannt. Man ist der Meinung, sie sei nun wieder voll arbeitsfähig. Das ist natürlich totaler Quatsch und sie hat Widerspruch dagegen eingelegt. Die letzte Entscheidung in dieser Sache ist jedoch noch offen.

Ich muss mich jetzt langsam umziehen für die

Wassergymnastik, ich erzähle

später weiter.

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Das Verhältnis zwischen uns ist kompliziert.

Wir lieben uns, das glaube ich ganz fest, aber unsere unterschied/

lichen Erfahrungen in der Jugend haben bei Kati Schmerzenhinterlassen.

Sie äußert diesen Kummer mit ausgedachten Geschichten, an die sie aber fest glaubt. Zum Beispiel warf sie mir mal vor, ich hätte an ihre Mitschüler kleine Zettel verteilt, die diese ihr dann auf den Tisch legten. Auf diesen Zetteln standen Wörter wie „Du Wasserkopf“ und „Du Nussschale“. Es ist klar, Kati hatte es nicht leicht in ihrer Klasse, sie wurde häufig gehänselt und geriet auch in handfeste Auseinandersetzungen, in denen sie nicht nur einmal Grenzen übertrat.

Ihr wurde zum Beispiel vorgeworfen eine Mitschülerin gewürgt zu haben.

Kati war also durchaus etwas verhaltensauffällig.

Sie beschwerte sich später mal bei mir, dass ich ihr

immer vorgezogen worden wäre und damit

hat sie durchaus nicht unrecht.

Man sieht es schon auf unseren Kinderfotos. Ich stehe immer gut sichtbar im Vordergrund, sie dagegen halb versteckt hinter mir. Dabei sah Kati eigentlich sehr süß aus als Kind. Der große Kopf, die großen Augen, die zarte Gestalt. Ich dagegen war immer ein bisschen zu kräftig und hatte leuchtend rote Wangen. Unter einem unserer Bilder stand bei Kati das Wort „Papas Sternchen“, bei mir fand sich so etwas ehr nicht. Leider ist sie nicht Papas Sternchen geblieben, unser Vater hat sich ihr gegenüber später immer sehr ablehnend verhalten. Es gab sogar einen richtigen Eklat auf einer Familienfeier in München bei Volker und Anne. Kati half natürlich mit den Tisch zu decken und Kaffee auszuschenken und irgendwann forderte sie unseren Vater auf, sich doch auch mal mit ihr ein wenig zu unterhalten.

Da reagierte dieser sehr rüde und fragte laut aufbrausend:

„Warum sollte ich mich mit Dir unterhalten?“

Das hat meine Schwester fürchterlich

getroffen und verletzt.

Sie brach in Tränen aus und zog sich völlig gekränkt zurück.

Unser Vater reagierte immer so, wenn ihn sein Gewissen plagte, dann wurde er ausfällig und unverschämt. Das bekam nicht nur meine Schwester zu spüren, auch meine Patentante, seine Schwester, litt unter seinen groben Äußerungen. Ich bin auch mal richtig mit ihm aneinander geraten. Da hatte ich ihn besucht und zuerst war alles auch ganz nett, doch dann kam ich auf meine erschwerten Lebensbedingungen wegen des Missbrauchs zu sprechen. Da war ganz schnell alles aus und ich wurde auf das Übelste beschimpft. Es gipfelte in der Aussage, ich hätte die Beine doch gerne breit gemacht. Da wusste ich mir keinen anderen Rat mehr als ihm eine schallende Ohrfeige zu versetzen und ihn am Schlawittchen zu packen. Ich bin mir sicher, er hatte nachher blaue Flecke an seinemArm, denn ich habe sehr feste zugegriffen. Seine Brille flog ins Gebüsch und er war ziemlich verdattert. Da merkte ich dann, er wollte so eine Reaktion. Sie erleichterte ihn. Das ärgerte mich erst recht und ich ließ ihn auf dem Parkplatz vor seinem Haus einfach stehen. So ein ungehobelter, unverschämter Kerl, dachte ich. Er ist einfach nur ein ganz großes Arschloch. Aber ich hatte eben auch gesehen, er wollte im Grunde Prügel.

Heute geht es meiner Schwester an sich wohl ganz gut.

Sie ist in einer stabilen Beziehung und Wilma verteidigt sie eigentlich immer. Das bekommt dann meine Mutter auch zu spüren, sie sitz in Ungarn nun zwei Frauen gegenüber, die sie mit Vorwürfen gemeinsam angreifen. Kati behauptet zum Beispiel sie sei mehrfach als Kind und junges Mädchen vergewaltigt worden, aber man habe ihr nie geglaubt. Nun, auch ich frage mich, kann das wirklich sein, oder sagt sie dies nur um zum Ausdruck zu bringen wie schlecht es ihr damals gegangen ist.

Man kann bei Kati einfach nicht wirklich sicher sein.

Was aber sicher ist, Kati hat eindeutig zu wenig bedingungslose Liebe erfahren und dies tut mir für sie wirklich sehr leid. Ich denke heute, dies ist der Grund für ihre Verhaltensauffälligkeit, die auch heute noch besteht. Ein falsches Wort von meiner Mutter und sie rastet mitten auf der Straße aus. Meiner Mutter ist dies dann sehr unangenehm und sie weiß überhaupt nicht wie sie Kati wieder beruhigen kann.

Aber ich denke, da muss meine Mutter jetzt wirklich durch,

es ist ihr Kind und sie hat einiges an ihr gut zu machen.

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So, ich gehe jetzt mal wieder hinunter und rauche mir eine.

Vielleicht treffe ich ja Heiko, er sollte vorhin von Cora die Erkenntnisse von ihrer Tochter, der Kartenlegerin, vermittelt bekommen. Ich bin ja mal gespannt ob die Dinge bei ihm auch so gut zutreffen wie bei mir.
Jetzt wollte ich mir nach dem Abendessen einen Kaffee in der Caferteia kaufen, da ist die Kaffeemaschine kaputt. Nun, vielleicht ist das ein göttlicher Wink mit dem Zaunpfahl, dass ich den abendlichen Kaffee besser weglasse. Nun gut, dann gibt es halt erst mal keinen Kaffee.
Ich habe Heiko kurz getroffen und ihn nach den Erkenntnissen der Wahrsagerin gefragt. Er war nicht so beeindruckt, doch die etwas dünnen Aussagen liegenvielleicht daran, dass Steffi der Computer abgestürzt ist, meinte er.

Ich werde sie ja nachher anrufen, mal sehen

was dabei heraus kommt.

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Das Telefonat mit Wolfgang war relativ kurz, bei ihm ist es

den ganzen Tag total heiß gewesen und er hat etwas Holz gesägt,

etwas gefaulenzt und den Besuch im Baumarkt hat er verschoben.

Er meint der Hund wäre etwas depressiv drauf, weil ich nicht da bin, er frisst seinen Napf nicht leer und hängt bedröppelt herum. Und er freue sich wohl jeden Abend, wenn Wolfgang mich anruft, denn dann kommt er herbei und legt sich zu seinen Füßen. Wolfgang meint, der Hund würde meine Stimme über den Lautsprecher wahrnehmen und fühle sich dann offensichtlich besser.

Ich bin ja noch nicht ganz überzeugt, ich war eigentlich der Meinung, der

Hund hängt vor allen Dingen an Wolfgang, aber vielleicht vermisst

er mich ja tatsächlich ein bisschen.

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Nun ja, in gut 3 Wochen bin ich ja wieder zu Hause. Heute Abend waren

Gudrun und Monila zum Abendessen anwesend und wir haben uns nett unterhalten.

Gudrun fährt morgen ja wieder nach Hause und freut sich schon auf das leckere Essen, dass sie dort erwartet. Wir sprachen über die unterschiedliche Arbeitsweise von Therapeuten und wir alle kamen zu dem Schluss, dass ich mir besser einen anderen Therapeuten zu Hause suchen solle. Einen Tiefenpsychologen, so wie die Frau Doerfert. Ich will einfach auch die Hintergründe meiner Erkrankung verstehen, ich will wissen welche Faktoren in meinem Leben dabei eine Rolle spielten und ich will vor allen Dingen auch über die Inhalte meiner Psychose und meiner Schizophrenie reden.

Ich bin immer mehr davon überzeugt, ohne eine gewissenhafte Aufarbeitung

ist die Gefahr viel größer, das so etwas noch mal passiert.

Ich habe auch mit Eva anschließend draußen auf

der Bank darüber gesprochen.

Der Mietservice von Tchibo

Sie geht zu Hause auch zu einem Therapeuten, einen Verhaltenspsychologen.

Auch der interessiert sich nicht für die Inhalte ihrer Psychosen und sie meinte, sie wäre völlig überrascht gewesen, als Frau Doerfert sie danach gefragt hätte. Sie wäre gar nicht in der Lage gewesen darüber zu reden, weil sie dies noch nie getan hätte. Nun denkt sie aber auch, so eine Tiefenpsychologie, die könnte wirklich sehr hilfreich sein.

Ich werde dieses Thema jedenfalls bei meinem Einzelgespräch am Donnerstag

ansprechen und fragen, wie man an einen neuen Therapeuten kommt.

Tchibo Gut Gemacht

Wie findet man den Richtigen?

Jetzt habe ich gerade versucht diese Steffi

anzurufen, doch dort ging nur die Mailbox dran.

Ich werde es später noch mal versuchen. Am meisten hat mich bei ihren Aussagen die Aufforderung interessiert, bei meinen Projekten am Ball zu bleiben. Soll ich das wirklich tun? Im Grunde spricht sie mir damit aus der Seele. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das alles Unsinn war, was ich mir so ausgedacht habe Ich weiß ja nicht wie Sie es sehen, aber an mein Elektron, da glaube ich wirklich dran. Gut, es kann sein, dass ich noch nicht alles genau richtig sehe, aber dass ein Elektron diese Torsionsfelder hat und sich durch diese im Raum bewegt, das kommt mir einfach logisch vor. Und warum sollte es uns nicht möglich sein so etwas in Groß nachzubauen um damit ebenfalls durch den Raum zu fliegen?

Und sollte dies die einzige wahrhaftige Erkenntnis sein,

die ich gemacht habe, dann war sie alle

Mühen wert.

Also, ich komme gerade von Unten und habe es jetzt noch mal bei dieser Steffi versucht, aber sie hat immer noch nur die Mailbox an. Egal, dann morgen vielleicht. Cora meinte sie würde gerne mit mir und Heiko ihre Tochter in Erfurt besuchen und Heiko schlug vor, dass wir uns einen Mietwagen dafür nehmen. Er will morgen an der Rezeption fragen wo, wie und wie viel es kostet. Wenn es nicht zu teuer ist, dann habe ich nichts dagegen. So sehe ich etwas von der Umgebung und Cora sagt, Erfurt sei eine schöne Stadt.

Das wäre natürlich wirklich sehr interessant, denn dann könnte diese

Steffi uns noch viel ausführlicher erzählen was Sterne

und Karten über uns aussagen.

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Cora hat übrigens Heiko ebenfalls von ihrem Lebensgeheimnis erzählt

und meinte ich bräuchte keine Scheu haben vor ihm mit ihr darüber zu reden.

Ich finde es erstaunlich wie schnell sie Vertrauen zu Heiko gefasst hat, aber ich finde es gut. Sie kann durchaus auch sehr stolz auf sich und ihr Leben sein. So gesehen bräuchte ich auch kaum noch ein Geheimnis daraus machen, aber ich will die Spannung aufrecht erhalten bis zu dem Buch, dass ich über sie schreiben werde. Ich finde die Idee immer besser und ich bin überzeugt, dafür interessiert sich bestimmt auch ein Verleger.Nachdem Cora und Heiko auf ihr Zimmer gegangen waren, habe ich mich noch ein bisschen mit Simone unterhalten. Sie ist seit gestern nicht wirklich gut drauf. Sie meint ihr Kopf sei irgendwie ganz leer. Sie wüsste auch gar nicht was sie erzählen könnte. Da meinte ich zu ihr, ich würde mich gerne trotzdem gerne mit ihr unterhalten, auch wenn sie schlecht drauf sei. Ich erzählte ihr dann von meinen Überlegungen, zu Hause einen anderen Therapeuten zu suchen, am Besten einen Arzt der sich mit Tiefenpsychologie auskennt. Einen, der auch nach den Ursachen der Erkrankung in der Vergangenheit sucht. Dann fragte ich sie, wie sie es jetzt empfinden würde auf der anderen Seite zu stehen, als Patient und nicht als Verhaltenspsychologin. Sie meinte, sie könne sich zur Zeit gar nicht mehr vorstellen, andere zu beraten und zu behandeln. Da sagte ich noch einmal zu ihr, dass ich für sie eine große Chance sähe in Zukunft, mit der eigenen Erfahrung und Überwindung einer durchlebten Psychose und Depression, ihre zukünftigen Patienten noch viel besser unterstützen zu können. Nun hätte sie am eigenen Leibe erfahren was eine Psychose ist und ihr Einfühlungsvermögen sei daher um vieles größer. Vielleicht würde sie dann auch nicht mehr über ihre Patienten lästern, obwohl ich meinte, dieses Lästern auch irgendwie nachvollziehen zu können. Es sei vielleicht wie bei den Chirurgen, die machten auch die übelsten Witze während einer OP, einfach zum Spannungsabbau und zur Abgrenzung.

Als wir dann zusammen nach oben gingen, wünschte ich ihr eine

gute Nacht und bald schon wieder bessere Laune.

Sie muss etwas mehr Geduld mit sich haben, ihre Psychose ist erst ein knappes Jahr her, also im Grunde noch ganz frisch. Um aus dem Stimmungstief, welches sich an die Psychose anschließt, heraus zu kommen, braucht man etwas mehr Zeit. Aber ich bin davon überzeugt, beruflich kann sie diese Erfahrung am Ende gut gebrauchen. Jetzt fehlt ihr halt noch die Lösung, wie man aus dem Schlamassel wieder herauskommt. Wenn sie diesen Weg aber gefunden hat, dann kann sie anderen Menschen, die in einer solchen Krise stecken, bestimmt viel besser helfen.

So sah mein Tag heute also aus, ich denke, ich habe nun genug darüber berichtet.

Vielleicht komme ich ja heute Abend endlich dazu ein paar Seiten in meinem „Tod und Teufel“ zu lesen und hoffentlich schlafe ich gut ein, denn ich habe mir vorhindoch noch mal einen süßen Milchkaffee gegönnt.

Irgendwie schmeckt er mir abends besonders gut.

Ich sage mal, bis morgen.

3. Juli 2012

Phoenix Embroidered Old peking Vintage Flat Shoes

Die Basisgruppe fällt heute aus und das Atemtraining habe ich verpasst.

Ich hatte vor der Turnhalle gewartet, aber da hatte ich mich vertan, das Atemtraining findet in einem Gymnastikraum im Neubau statt. Ich bin zu den Schwestern gegangen um mich bei ihnen für mein Fehlen bei dieser Übung zu entschuldigen. Das ist notwendig, denn sonst sind die Schwestern gezwungen nach einem zu suchen. Es könnte ja auch etwas Schlimmes passiert sein, wenn man nicht erscheint.
Dann bin ich zu den Klängen von Corelli zur Tankstelle gelaufen, doch mein Tabak war nicht mehr vorrätig, denn der Tabaklieferant war noch nicht wieder da. Heute Nachmittag soll ich es noch mal versuchen. Ob ich das jedoch schaffe weiß ich nicht.

Um 13.30 Uhr beginnt das Freie Gestalten, danach habe ich dieses kognitive

Computertraining und anschließend gibt es einen Vortrag.

Das Thema kenne ich noch nicht.

Ich weiß nicht ob ich heute wieder zeichnen kann, das Wetter ist nicht besonders schön, es hängen tiefe Wolken und es kann jederzeit anfangen zu regnen. Vielleicht beginne ich darum mit meinem Türschild. Ich möchte ein Oval machen auf dem mein Künstlername steht. Monalisa. Und dazu vielleicht die Kartensymbole. Denn, vielleicht mache ich das wirklich und verdiene mir eine Kleinigkeit durch Kartenlegen hinzu. Als ich dies meinem Herrn Stach von der Arge erzählt habe, fand der die Idee gar nicht so schlecht. Ich müsste nur meine Einnahmen beim Amt angeben und abzüglich eines Freibetrages würde das Geld dann von meinem Hartzgeld abgezogen. Ich denke ich werde einfach mal eine Annonce schalten und abwarten ob überhaupt Interesse an so einer Dienstleistung besteht.

Ich habe heute morgen verschlafen, um 7.50 Uhr schaute ich völlig verpennt auf meine Uhr und dann hieß es Beeilung, denn um 8.30 Uhr sollte schließlich das Atemtraining beginnen. Aber so traf ich noch mal Gudrun an und konnte mich vernünftig von ihr verabschieden. Sie ist jetzt schon auf dem Weg an die Ostsee, von dort kommt sie nämlich her.
Da ich so schnell aus dem Bett gesprungen bin, hatte ich keine Muße mich an meine Träume zu erinnern, ich weiß nur, ich habe intensiv geträumt bevor ich wach wurde. Monika bestätigte auch, hier im Haus träumt man viel.Soll ich noch ein bisschen von meinem Diplom erzählen? Ich versuche es mal.

Wie schon gesagt, die äolische Form war das Grundthema meiner Arbeit:

„Entwurfsreihe zu einem Sitzmöbel“.

Die erste Inspiration dazu bekam ich beim Fernsehgucken. Es war ein Sonntag und ich schaute zur Entspannung einen dieser typischen Sonntagnachmittagfilme. Irgendein Kostüm- und Historienfilm. Soweit ich weiß ging es um eine russische Zarin. Sie war auf dem Feld, denn sie führte irgendeinen Krieg. Aber sie kämpfte nicht aktiv mit, sondern ließ es sich mit ihrem Geliebten auf einem Heubett gut gehen. Die Beiden lagen aneinandergekuschelt auf einer herrlichen Decke, die auf einem Heustapel ausgebreitet war. Da dachte ich, so ein Möbel müsste man haben, eines worauf man zu Zweit kuscheln und zum Beispiel fernsehen kann.

Ich nahm mir Zettel und Stift und skizzierte ein ovales, großes Kissen.

Doch dann erinnerte ich mich an ein Möbel auf der Möbelmesse. Es war ein Sitzei aus Polyurethanschaumstoff. Dieses Ei war nicht einfach nur ein schlichtes Schaumstoffei, der PUR-Schaum war in unterschiedlicher Dichte so geformt, dass man auf dem Ei wirklich sehr bequem sitzen konnte. Dieses Ei hatte ein Herr Baleri aus Italien entworfen und produziert. Es war bei den Kunden sehr gut angekommen und eines seiner Verkaufshits. Ich wollte nun mein Kuschelmöbel ebenfalls aus diesem PUR-Schaum produziert wissen.
Dann überlegte ich welche Formen noch interessant sein könnten und ich kam auf ein UFO. Danach entwarf ich eine Liege, ebenfalls aus PUR-Schaum, die aus drei faltbaren Elementen bestand.

Sie sollte an eine faltbare Luftmatratze erinnern.

Stabilisiert wurden die Sitzposition

durch Lederbänder.

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Als Nächstes dachte ich an „Die Zeit“, diese großformatige Wochenzeitung.

Ich las sie sehr gerne, ich hatte sie sogar abonniert. Doch ihr Nachteil war ihre Größe. Am Tisch sitzend ließ sie sich nicht bequem lesen und so ging ich meistens mit ihr auf den Boden. Darum zeichnete ich nun ein riesiges, quadratisches Sitzkissen mit einer Seitenlänge von 1,60 m. Die eine Seite war flach, die andere hatte große noppenartige Füße. Man sollte das Ding aber auch umdrehen können, denn ich konnte mir vorstellen, dass die Noppen auch als Arm- und Rückenstütze dienen konnten. Außerdem entwarf ich auch noch sogenannte Sitzlinsen, dies waren runde Sitzkissen von einen MeterDurchmesser. Auch sie waren auf einer Seite mit Noppen versehen und auf der anderen Seite leicht gewölbt.

Zum Schluss zeichnete ich noch eine besondere Bank,

die ebenfalls aus diesem speziellen Schaum bestehen sollte.

Ich gab der Bank die Form eines großen schwarzen Kreuzes. Die Füße sollten aus Edelstahlzylindern bestehen. Von der Anmutung her stand dieses Kreuz natürlich im totalen Gegensatz zur „Big Mama“, dem Kuschelsofa. Ich wollte dadurch meiner Entwurfreihe eine gewisse Spannung verleihen. Mit diesen ersten Entwürfen ging ich dann zu Professor Dohr und er war sofort einverstanden, dass ich diese Skizzen als Grundlage für mein Diplom verwendete. Gesagt, getan, ich meldete mich also mit meiner „Entwurfsreihe zu einem Sitzmöbel“ zum Diplom an und hatte nun 3 Monate Zeit vernünftige Zeichnungen und Modelle davon zu machen. Außerdem musste eine schriftliche Ausarbeitung der Arbeit abgegeben werden. 3 Monate war natürlich ziemlich wenig Zeit, doch man konnte noch einmal um 8 Wochen verlängern, was ich dann auch tat. Jetzt war ich erst man unten eine Zigarette rauchen und ich habe mir noch mal einen Kaffee am Automaten gezogen. Ich nehme eigentlich immer einen gesüßten Milchkaffee. Ich hoffe nicht, dass diese vielen Kaffees mein Gewicht ansteigen lassen. Am Donnerstag muss ich morgens früh wieder zu wiegen, dann werde ich es ja sehen. Ich hoffe trotz der Sünden ein paar Gramm abzunehmen, denn außer dem Kaffee und einem gelegentlichen Joghurtdrink nehme ich nichts weiter zu mir neben dem hier angebotenen Essen. Allerdings belege ich die Brote ziemlich üppig. Sollte das Gewicht nicht zu meiner Zufriedenheit gesunken sein, dann werde ich den Brotbelag und den Kaffee reduzieren müssen.

Aber abwarten, Donnerstag weiß ich mehr.

Heiko hat jetzt die Telefonnummer einer Autovermietung aus der Gegend. Die bringen das Auto freundlicherweise sogar hier hin, so dass wir nicht mit dem Bus nach Bad Salzungen zur Niederlassung fahren müssten.

Jetzt ist es nur noch eine Frage der Kosten.

Er will dort gleich mal anrufen. Also,

ebenfalls abwarten.

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Nun aber zurück zu meinem Diplom.

Ich wollte natürlich am liebsten einen Prototyp von zumindest einem Sitzmöbel meiner Entwurfsreihe herstellen, doch als ich nach Osnabrück in ein Institut für PUR-Technik fuhr um mich eingehend beraten undinformieren zu lassen, da war klar, ich hatte nicht die technischen Voraussetzungen für so eine Arbeit. Aber Modelle konnte ich sehr wohl aus diesem Material herstellen. Man gab mir die dazu benötigten Komponenten mit nach Hause.

In einem ihrer Labore hatte einer der Ingeneure mir

gezeigt wie ich damit umgehen musste.

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Es war eigentlich ganz einfach.

Man schüttete zwei Chemikalien penibel abgemessen

zusammen und verrührte sie mit einem elektrischen Quirl.

Dann musste es ziemlich schnell gehen und das Zeug konnte in eine Form geschüttet werden, dann Deckel zu und abwarten. Nach ca. 5 Minuten war der Schaum aufgegangen und fest. Dabei entstand Wärme, aber wenn das Objekt abgekühlt war, dann war es eigentlich schon fertig. Es musste nur noch ein bisschen ausdünsten, danach war es wasserfest und chemisch inert. So ein PUR-Objekt konnte locker über 100 Jahre alt werden ohne dass es sich veränderte. Das war natürlich auch ein Umweltproblem, deswegen arbeiteten die Leute in dem Institut auch an ökologisch abbaubaren Materialien zum Beispiel aus Stärke.

Diesen Aspekt wollte ich in meiner Diplomarbeit auf jeden Fall erwähnen.

Für meine Modelle brauchte ich jetzt erst mal Formen. Nach einigem hin und her entschied ich mich dafür diese Formen aus Gips herzustellen. Dazu musste ich zu den Keramikern in die Schetthalle. Ich hatte dort schon mal im Rahmen meines Grundstudiums ein Praktikum gemacht und kannte mich mit der Gipsverarbeitung soweit ganz gut aus. Dennoch war es gar nicht so einfach. Ich musste erst einmal ein Positiv machen und dann die Form gießen. Dies funktionierte zumindest bei der „Big Mama“ und dem UFO gut. Die Noppen der Sitzlinsen und des großen Feldes konnte ich jedoch nicht so einfach formen. Doch, in der Werkstatt gab es auch einen Glasschmelzofen und so nahm ich Glasplatten, die ich auf Edelstahlmuttern legte.
Dann erhitzte ich den Ofen auf fast 800° C und die Glasscheibe schmolz und senkte sich über die Muttern. Damit bekam ich genau die Form, die ich für meine Noppenseiten brauchte. Für das Kreuz baute ich eine Form aus Holz und nach wochenlanger, täglicher Arbeit hatte ich alles soweit fertig.

Zu dieser Zeit waren gerade Sommerferien und ich fuhr öfter

mit meinem Sohn in die Keramikwerkstatt.

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Er konnte dort mit Ton arbeiten und auch das Gipsgießen zeigte ich ihm.

Ich glaube, ihm hat es gefallen mit seiner Mama mal etwas zu unternehmenund zu sehen, wo ich mich eigentlich die ganze Zeit aufhielt, wenn ich nicht zu Hause war. Ich war stolz auf meinen jungen Mann und froh ihn auch einmal dabei zu haben. Ich fand es wichtig, dass er seine Mutter auch bei der Arbeit kennen lernen konnte.
Nachdem die Formen fertig waren gab man mir einen Arbeitsraum im Keller der Schetthalle und ich begann mit dem PUR-Zeug zu experimentieren. Ich musste jetzt erst mal die richtige Rezeptur, also das geeignete Mischungsverhältnis herausfinden.

Dabei entstanden viele verschiedene Proben in den

unterschiedlichsten Farben, denn ich mischte Pigmente hinzu.

Einige waren von ihrer Struktur her für mich zwar nicht zu gebrauchen, aber eine Kommolitonin war an ihnen interessiert. Sie schnitt den Schaum in ganz feine Scheiben und da der Schaum zum Teil große Locher hatte, sahen die Scheiben ziemlich interessant aus. Sie machte aus ihnen ein filigranes Mobile, als Teil ihrer Abschlussarbeit.
Als ich dann endlich die richtige Rezeptur erarbeitet hatte, denn der Schaum sollte angenehm weich und trotzdem Formstabil sein, ging ich mit meinen Utensilien in die Holzwerkstatt. Michael, mit dem ich gerade die Scheidung anstrebte, hatte mir Rührstangen aus Edelstahl anfertigen lassen und so konnte ich mit Hilfe einer Standbohrmaschine meine Komponenten vernünftig zusammenmischen.

Trotzdem war die ganze Sache auch eine ziemliche Sauerei

und bald schon gab es die ersten Beschwerden.

Überall klebte jetzt bunter PUR-

Schaum herum.

Mit diesem Material hatte einfach noch nie jemand an der Schule gearbeitet und wir mussten erst noch lernen wie man damit am besten umging. Aber irgendwann waren alle meine Formen gegossen und ich machte Fotos von den bunten Objekten. Ich hatte natürlich nicht nur ein UFO gegossen, das war ja das schöne an dieser Technik, wenn man einmal eine Form hatte, dann konnte man schnell eine ganze Reihe von ihnen herstellen.

Jetzt ging es dann um die Oberfläche, die sollte natürlich textil sein.

Ich suchte in der Stadt also nach einem gut sortierte Stoffladen und ließ mich beraten. Damit der Stoff sich auch schön an die Form und vor allen Dingen an die Noppen schmiegte brauchte ich einen speziellen in alle Richtungen dehnbaren Stoff. Glücklicherweise wurde ichauch fündig. Ein schönes  70er-Jahre-Grün, ein ebensolches Orange und ein Weiß für die UFOs, Rot für die Linsen, Blau für die „Luftmatratze“ und Schwarz für das Kreuz.

Und dann hieß es sauber nähen. Ich ließ mir einen geeigneten Stich von Annette zeigen und dann saß ich stundenlang zu Hause und beklebte und nähte die Stoffe auf die PUR-Formen. Dann brauchte ich noch Metallumrandungen und ging dazu zu einem Goldschmied. Der zeigte mir eine einfache Möglichkeit die schmalen Aluminiumbänder an meine Objekte zu befestigen. Damit waren meine Modelle endlich fertig und ich war richtig stolz auf mein Werk. Die Dinger sahen wirklich sehr schön aus. Jetzt sah man auch die äolischen Formen der Noppen, der „Big Mama“ und des UFOs. Ich war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Nun musste ich nur noch eine schriftliche Arbeit dazu anfertigen und meine Diplom-Präsentation konnte stattfinden.

So, ich war jetzt gerade beim Mittagessen und anschließend

obligatorisch eine Rauchen.

Cora war da und ich habe ihr von den Kosten für das Auto erzählt, 45 Euro  die wir uns zu dritt teilen könnten. Doch ihr ist das zuviel, sie hat einfach nur sehr wenig Geld zur Verfügung. Vielleicht aber, so meinte sie, schickt ihr Freund Obstchen ihr etwas Geld, dann will sie mit uns auf jeden Fall nach Erfuhrt fahren. Also warten wir erst mal auf die erwartete Post und entscheiden dann ob es geht. Ich würde ja ihren Anteil übernehmen, doch bei mir ist auch langsam Ebbe in der Kasse. Die vielen Kaffee und der Tabak, den ich mir leiste, da rinnt mir mein Geld auch durch die Finger. Ich muss mal zur Sparkasse gehen und schauen ob ich dort etwas abheben kann.

Dann kam Simone und sie konnte schon wieder lächeln.

Sie hatte wohl ein kurzes aber gutes

Einzelgespräch.

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Dabei ging es um ihre Verhaltenstherapiespezialisierung und sie

kamen darauf, dass dieser Zweig für sie wohl doch nicht ganz der Richtige ist.

Jetzt denkt sie über eine Spezialisierung in systemischer Therapie nach. Dabei wird vor allen Dingen Wert auf die persönliche Lebensgeschichte des Patienten gelegt. Das, so meinte sie und die Therapeutin, läge ihr möglicherweise viel mehr. Dieser Ansatz hat sie motiviert, vielleicht doch wieder als Psychologin zu arbeiten, zumindest kann sie es sich jetzt nach dem Gespräch wieder besser vorstellen. Ich habe sie in diesen Überlegungen bestärkt, ich fände es einfach gut, wenn sie trotz,oder eben gerade wegen ihrer nun gemachten eigenen Erfahrung mit einer psychischen Erkrankung, weitermacht. Sie wird dadurch bestimmt eine gute Psychologin werden. Die Einzelgespräche hier im Haus sind wirklich sehr effektiv, das höre ich immer wieder.

Aber jetzt muss ich zur Freien Gestaltung, also bis später.

Ich komme gerade vom Abendessen. Irgendwie bin ich ganz schön geschafft. Das Freie Gestalten war wieder sehr schön, diesmal habe ich im Burghof gesessen und eine Stunde mit angenehmer Musik auf den Ohren gezeichnet. Das Ergebnis ist ganz schön geworden, so ganz habe ich es wohl doch noch nicht verlernt. Ich sollte auch zu Hause den Bleistift öfter in die Hand nehmen und mich darin üben.

Zeichnen ist vor allen Dingen Übungssache und ein

bisschen Talent braucht man natürlich auch.

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Danach war dieses kognitive Training dran, eine

knappe Stunde, doch sie verging eigentlich ziemlich schnell.

Diesmal musste ich mir zum Beispiel ein Muster merken und anschließend relativ einfache Rechenaufgaben lösen, und danach musste ich das jeweilige Muster aus einer großen Anzahl verschiedenster Beispiel wieder heraussuchen. Das war gar nicht so einfach, aber es hat relativ gut geklappt. Man kann nach seinem Ergebnis dieses mit den Ergebnissen anderer Vergleichen und schauen ob man über dem Durchschnitt liegt. Meistens liege ich drüber.

Also ist mein Gedächtnis doch nicht so schlecht wie ich immer meine.

Es war halt mal ganz schlimm, doch wie all die anderen

Dinge auch, es wird stetig besser.

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Nach dem Gedächtnisverlusst war meine Gedächtnisleistung

einfach nur eine Katastrophe und ich habe gedacht, wenn das so bleibt,

dann bist Du behindert, dann kommst Du einfach nicht mehr klar in dieser Welt.

Aber zum Glück, es besserte sich, täglich ein bisschen und heute würde ich sagen, alles ist wieder im grünen Bereich. Nach dem Computertraining war ich an der Tankstelle und habe 4 Päckchen gekauft, mehr hatten sie nicht. Ich habe der Frau gesagt, ich bleibe noch ein paar Wochen und kaufe ihnen so gut wie alles ab. Sie will also das nächste Mal mehr bei ihrem Lieferanten bestellen.
Danach bin ich zum Vortrag gegangen. Der Vortragende war wieder Dr. Süß und sein Thema war die Fortsetzung von letzter Woche. Diesmal ging es um die kindliche Entwicklung und wann sich welche Probleme einstellen können, die auch im späterenVerlauf dann zu Krankheiten führen können.

Es war ganz interessant und unterhaltsam,

denn Dr. Süß kann auch ganz

witzig sein.

Dann war auch schon Abendessenszeit.

Monika und ich haben unserer neuen Tischnachbarin so ein bisschen erzählt was sie hier erwartet. Ich habe ihren Namen schon wieder vergessen, er ist etwas ungewöhnlich. Sie hat es da mit zwei Monikas natürlich etwas leichter. Ich denke, sie ist ganz sympathisch und wir werden auch weiterhin nette und interessante Gespräche führen können.
Nach dem Essen war ich natürlich erst mal zum Pavillon gegangen und habe mit Heiko und Cora in der Sonne auf der Bank gesessen. Cora würde gerne noch mal irgendwo hin in den Ort gehen und vielleicht irgendwo etwas trinken, aber ich erwarte ja wie immer einen Anruf von Wolfgang. Dem würde es zwar sicherlich nichts ausmachen diesen auch mal ausfallen zu lassen, aber ich bin zumindest heute einfach zu kaputt für solche Sachen. Gleich hole ich mir erst mal wieder meinen abendlichen Milchkaffee und setzte mich noch etwas in die Sonne.

Ich habe nun mit Wolfgang telefoniert.

In Osterath ist es drückend warm und er war den ganzen Tag im Garten und hat dort rumgeräumt. Im Baumarkt war er auch wegen des Daches vom Gartenhäuschen. 4,50 Euro kostet der Quadratmeter und 22 sind es bestimmt. Aber es wäre wirklich eine sinnvolle Ausgabe, denn jetzt ist im Grunde nur die Hälfte des Häuschens zu nutzen. Aber er muss es wissen, es ist ja mittlerweile praktisch sein Haus. Morgen will er sich entscheiden.
Der Hund frisst nicht richtig, Wolfgang glaubt ihm wird die Zeit ohne mich langsam lang. Vielleicht ist es aber auch nur das Wetter oder er versucht auf diese Weise an besseres Futter zu kommen. Wie auch immer, die Zeit ist jetzt ja schon fast halb herum.
Für mich ist dieser Aufenthalt hier aber wirklich sehr wichtig. Zu Hause habe ich mich irgendwie im Kreis gedreht und hier kommt doch einiges in Bewegung.

Und deshalb werde ich mich jetzt auch auf den Weg zu meinem abendlichen

Milchkaffee machen und später sollte ich vielleicht mal duschen.

Ich melde mich wieder.

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Das mit dem Duschen wird wohl nichts mehr, es ist doch etwas spät geworden.

Ich habe draußen mit Cora und Heiko auf der Bank gesessen, meinen Kaffee getrunken und natürlich geraucht. Dabei haben wir uns Renovierungsgeschichten erzählt undjetzt weiß ich auch, worüber ich schreiben werde, wenn ich den Bericht über meine Diplomprüfung hinter mir habe.

Aber ich will mich inhaltlich nicht allzu sehr verzetteln und

Sie auch nicht durcheinander bringen.

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Deshalb erst noch etwas über die Prüfung.

Es ist üblich, das zu den Prüfungen Verwandte, Bekannte und Kommolitonen erscheinen und so war es auch bei mir. Ich hatte für ein bisschen Kuchen und jede Menge Sekt gesorgt und den Prüfungsraum mit meinen Sachen schön hergerichtet.

Die meisten Prüfungen fanden in der alten Post mitten in Krefeld statt.

Es handelte sich dabei um einen schönen, großen Raum mit großen, alten Fenstern und ein paar Säulen. Ich präsentierte die Big Mama mit dem schwarzen Kreuz in der Mitte des Raumes auf einem großen, niedrigen, weißen Podest. Die anderen Modelle standen auf quadratischen Säulen. Natürlich alles schön beleuchtet. An den Wänden hingen meine Zeichnungen sowie Fotos aus der Wüste und auf einem großen Tisch befanden sich die unterschiedlichen Arbeitsproben.

Meine Präsentation war gut besucht und ich begann mit einem 10-minütigem

Vortrag, den ich zuvor schriftlich vorbereitet hatte.

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Danach sprach ich frei und ging von einem Modell zum Nächsten.

Dann stellten meine prüfenden Professoren, Professor Dohr und Professor Sachse, noch ein paar Fragen und schon war die Sache vorbei. Wir mussten dann alle den Raum verlassen, und warteten auf der Straße vor dem Haus auf das Prüfungsergebnis. Ich wurde nach ein paar Minuten hereingerufen und dann gab es die von mir ersehnte Eins. Professor Dohr meinte zu mir, die Arbeit sei sehr schön geworden, doch leider lebte ich nicht in Italien. Dort, so vermutete er, hätte ich mit meiner Entwurfreihe vielleicht das Glück einen Möbelhersteller zu finden, der die Sachen auch produzieren würde. Die Unternehmen in Deutschland seien leider einfach zu konservativ für solch zukunftsweisenden Ideen. Außerdem lobte er meine schriftliche Arbeit, es sei ihm ein Vergnügen gewesen sie zu lesen, was nicht bei jeder schriftlichen Arbeit der Fall sei.

Und dann wurde der Sekt aufgemacht und auf mich und meine Arbeit angestoßen.

Mansur war mächtig stolz auf mich, Brigitte freute sich ebenfalls sehr für mich und selbst Egon war gekommen und äußerte sich lobend. Nur meine Mutter fehlte malwieder. Sie ließ sich entschuldigen, sie habe von so etwas keine Ahnung und hätte auch kein Interesse. Das war natürlich schon etwas verwunderlich, denn in ihrer eigenen Wohnung standen nur Designklassiker herum. Es war mal wieder typisch, wenn ich nicht tat was sie wollte, dann interessierte sie sich nicht für mich. Wenn es nach ihr gegangen wäre, dann hätte ich Kindergärtnerin, Lehrerin oder eben Biologin werden sollen. Aber von meinem Designstudium hielt sie im Grunde gar nichts.

Ich fand es schade, aber ich freute mich dafür über

die, welche gekommen waren.

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Ich war sehr zufrieden mit mir, denn nun hatte ich mein Studium in Regelstudienzeit hinter mich gebracht und ich war sicher, jetzt endlich hatte ich die Chance Karriere zu machen und viel Geld zu verdienen. Das dieser Traum jedoch nicht in Erfüllung gehen sollte, dass habe ich ja schon erzählt.

So, jetzt ist es halb Elf und Zeit den Computer auszumachen.

Vielleicht lese ich ja heute noch etwas, gestern konnte ich mich nicht auf das Buch einlassen, mir gingen immer noch die ganzen Dinge im Kopf herum über die ich geschrieben hatte. Ich bin aber dennoch sehr froh dieses Tagebuch zu schreiben. Es ermöglicht mir, mich mit allem was mein Leben betrifft noch einmal intensiv auseinander zu setzen.

Ich hoffe Sie sind dadurch gut unterhalten und freuen sich auch auf

morgen, denn dann geht es wie immer weiter im Text.

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4. Juli 2012

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Ich komme gerade vom Frühsport.

Heute wurde er mir richtig lang, denn ich bin nicht richtig ausgeschlafen.

Ich habe zwar bestimmt vor Zwölf meine Augen zu gemacht, aber als der Wecker um Sieben klingelte, hätte ich locker noch ein Stündchen weiter schlafen können. Gleich habe ich wieder die Basisgruppe und anschließend gehe ich zu einem Interessenstrukturtest. Ich bin ja wirklich mal gespannt was dabei herauskommt.
Nach dem Mittag ist wieder Freies Gestalten an der Reihe, ich denke, bei dem schönen Wetter, es soll heute 30° heiß werden, gehe ich wieder irgendwo auf eine Bank und zeichne die Burg. Dann habe ich insgesamt drei ganz schöne Zeichnungen, das dürfte genügen. Nächste Woche kommt darum dann das Türschild dran.
Heute nach dem Zeichnen bekomme ich um 15.50Uhr eine Packung und dann ist schon wieder Feierabend.

Jetzt aber werde ich, solange es noch etwas kühler ist, erst mal

in Ruhe mit meinem Kaffee nach draußen gehen.

Deshalb, bis später.

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Ich komme gerade aus der Basisgruppe.

Diesmal war es ganz anders als bisher. Frau Johannes hat

an einer Flipschart das Schema einer Verhaltensanalyse aufgezeigt.

Als Beispiel diente die Situation: Ankunft in der Burg-Klinik. Dabei wurden zuerst die unterschiedlichen Gefühle, die jeder beim Betreten des Foyers hatte, gesammelt. Danach wurden die körperlichen Symptome und zum Schluss die Gedanken eines Jeden notiert. Daran schließt sich in der Verhaltensanalyse eine positive und negative Betrachtung der Konsequenzen an. Frau Johannis meint, wenn man seine Empfindungen und Gedanken in einer kritischen und belastenden Situation gründlich untersucht, dann kann man auch Veränderungen herbeiführen. Zum Beispiel in dem man sich Fragen stellt wie: „Was würde sich ändern, wenn ich jemanden fände mit dem ich über meine negativen Gefühle reden kann?“.
Danach machte sie mit uns einen kleinen Test. Sie ließ uns die Augen schließen und forderte uns auf uns eine Zitrone vorzustellen, diese durchzuschneiden und an ihr zu lecken. Ich muss sagen, ich hatte den Geschmack der Zitrone deutlich auf der Zunge. Bei anderen zog sich der Mund zusammen oder es lief ihnen das Wasser im Mund zusammen. Ich fand es interessant, dass sie mit solchen „Innenweltreisen“ arbeitet,das macht sie mir doch sehr sympathisch.

Nun, morgen habe ich ja mein Einzelgespräch

mit ihr und ich bin gespannt was dabei herauskommt.

Als ich in die Gesprächsrunde den Gedanken einbrachte, das Gefühle sich in der Rückschau positiver darstellen und die negativen Empfindungen verblassen, da meinte sie, dies sei sicherlich eine sehr gute Reaktion, doch könne dies auch auf eine starke Verdrängung hinweisen, die sich dann wieder in problematischen psychischen und körperlichen Erkrankungen Bahn bricht.

Meine Skepsis hat sich etwas gelegt, vielleicht ist ihr

verhaltensanalytischer Ansatz ja  doch

nicht so uninteressant.

So, jetzt muss ich zu diesem Interessensstrukturtest, daher bis gleich. Ich habe den Test nun hinter mir, es ging eigentlich ganz schnell und ich glaube, bei der Auswertung dürfte vor allen Dingen eine kreative, kommunikative und lehrende Tätigkeit herauskommen. Auf jeden Fall keine Gärtnerin, kein Computerfachmann, keine Reinigungskraft, kein Techniker, aber Experimente machen, wissenschaftlich Arbeiten das schon ehr. Ich bin ja mal gespannt was Frau Krech von der Sozialberatung für Vorschläge macht.
Aber jetzt gehe ich erst mal mit meinem Automatenkaffee in die Sonne, bald gibt es schon wieder Mittagessen und dann gehe ich Zeichnen. Danach melde ich mich wieder.

Ich melde mich doch vor dem Zeichnen noch mal,

ich habe genügend Zeit und möchte von Kim erzählen.

Sie ist mit ihren zwei Kindern seit zwei Tagen hier und raucht eben auch. Sie erzählte, dass sie wegen Depressionen, die sie immer wieder mal hat, hier ist. Ihre letzte Depression war wohl schlimmer als alle vorherigen. Sie konnte nicht mehr das Haus verlassen und wenn sie doch mal zum Supermarkt ging, dann drehte sie an der Tür gleich wieder um. Die vielen Menschen und die vielen bunten Produkte machten sie ganz fertig. Sie ist deswegen auch seit einiger Zeit in psychotherapeutischer Behandlung. Sie meinte, zu Anfang hätte sie mit der Therapie gar nichts anfangen können, erst nach einem Dreivierteljahr hätte sie sich überhaupt öffnen können. Sie meint, das läge wohl an ihrem Zuhause. Da würde nie über Probleme oder Konflikte geredet. Man würde bei Schwierigkeiten einfach eine Woche nicht mehr miteinander reden und danach sei alles wieder normal. Sie glaubt ihreDepressionen rühren auch daher. Hier, so meinte ich, könne sie im Grunde den ganzen Tag über Probleme reden, es fände sich eigentlich immer ein Gesprächspartner. Ich finde sie ganz sympathisch, offen und auch ein bisschen cool.
Einer ihrer Elternteile muss ein Schwarzer sein, und auch ihre Kinder sind schokoladenfarben. Damit hat Cora ja ein bisschen Probleme. Wie einige Ostdeutsche ist sie gegenüber ausländisch Aussehenden voller Vorurteile. Mich befremdet dies ein wenig, aber ich kann darüber hinweg sehen. Hier im Osten scheint es einfach noch eine Weile zu dauern, bis das multikulturelle Lebensbild richtig verinnerlicht ist.

Ich hole mir jetzt einen Automatenkaffee und gehe noch ein bisschen

unter den Pavillon bis das freie Gestalten anfängt.

Bis später.

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Heute bin ich zum Zeichnen in die Raucherecke

gegangen und habe mich dort auf eine Bank gesetzt.

Zuerst habe ich mich mit dem Pavillon selbst beschäftigt, doch dann habe ich mich an den dort Sitzenden versucht. Mann, es ist wirklich lange her, das ich so etwas gemacht habe und leider sieht man es den Zeichnungen auch an. Gebäude und Bäume sind doch erheblich leichter zu zeichnen, die bewegen sich nicht ständig. Aber ich habe auch viel vergessen, die Anatomie, das Gesicht, es ist mir wirklich nicht leicht von der Hand gegangen. Ich werde mir zu Hause ein schönes Zeichenbuch kaufen und mich einfach öfter mal hinsetzten und zeichnen. Nur so kann es besser werden. Wenn ich Ergotherapeutin werden möchte, dann ist es schon wichtig auch selbst firm in den Dingen zu sein, die man vermitteln will. Wie soll ich einem Patienten zeigen wie es geht und wie er zu besseren Ergebnissen kommt, wenn ich selbst völlig raus aus der Sache bin.

Gerade habe ich in dem Atelier hier

beobachten können, was so eine Ergotherapeutin macht.

Sie leitet völlige Laien an und gibt gute Tipps, wie die Leute an ihr Bild herangehen können. Ich weiß ja nicht wie das bei einer Umschulung so läuft, was dort vermittelt wird, aber auf jeden Fall kann es nicht schaden, wenn ich mich wieder etwas mehr damit beschäftige.
Bevor ich zum Zeichnen ging, habe ich mich kurz mit Cora unterhalten. Sie hat Post von ihrer weltreisenden Lieblingstochter bekommen. Diese hat ihr ganz viele Fotos von sich selbst geschickt. Es sind alles sehr schöne Aufnahmen gewesen. Cora meint,die hat sie selbst gemacht, doch wie sie dies bewerkstelligt haben soll ist mir etwas schleierhaft, denn auch mit Hilfe eines Selbstauslösers ist das nicht ganz so einfach.

Danach haben wir uns über ihr Verhältnis zu Ausländern unterhalten.

Cora hatte mich mit Kim unter dem Pavillon sitzen und unterhalten sehen. Da ist sie schnell wieder gegangen, sie hat wirklich ziemliche Berührungsängste. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Gestern war sie zum Beispiel hinter Kim und ihrer Tochter zum Haupteingang gegangen, doch als sie sah, dass das Mädchen die Tür berührte, da konnte sie dort nicht mehr lang gehen und ist stattdessen um das halbe Haus gelaufen um einen anderen Eingang zu nehmen. Das ist wirklich ziemlich krank. Sie sagt, die Ausländer gehören hier nicht hin und all die Morde und Überfälle, das wären immer die Ausländer. Ihre große Abneigung rührt wohl daher, dass sie zwei mal von Ausländern vergewaltigt worden ist.
Ich habe versucht ihr zu erklären, das nicht alle so wären, doch sie meint, zu DDR- Zeiten hätte es all dies nicht gegeben. Ich sagte zu ihr, das hätte nur nicht in der Zeitung gestanden, aber auch damals habe es Morde und ähnliches im Land gegeben. Es ist wohl wirklich so, die Ostdeutschen haben den Eindruck erst mit den Ausländern sei das große Übel gekommen. Cora ist damit auch nicht allein. Viele haben Probleme sich mit dem Fremden anzufreunden. Ich werde mir jetzt auf all dies einen leckeren Milchkaffee gönnen und mich noch mal unter den Pavillon setzten, bis ich meine Packung bekomme, habe ich fast noch eine ganze Stunde Zeit.

Jetzt ist endlich Feierabend.

Ich hatte wieder diese wunderbar wohltuende Packung und jetzt sitze ich mit einem erneuten Milchkaffee in meinem kühlen Zimmer. Draußen ist es ziemlich warm und außerdem ist ein Akordeonspieler zum Pavillon gekommen und unterhält die älteren Damen dort. Das ist jetzt wirklich nichts für mich.

Außerdem wollte ich ja ein paar Renovierungsgeschichten erzählen.

Angefangen mit der Handwerkerei hat es in meiner Beziehung mit Michael. Ich wollte gerne, dass die Wohnungstür etwas nach innen versetzt wird, doch Michael hatte dazu keine rechte Lust. Für ihn waren solche Dinge einfach unangenehme Arbeit. Und so zeigte er mir lieber wie ich mit der Bohrmaschine Löcher in den Steinfußboden bohren konnte.

Man könnte auch sagen, er lebte nach dem Motto: Selbst ist die Frau.

Nach dieser Einweisung dachte ich, so etwas ist dochgar nicht so kompliziert.

Etwas später saß ich dann mal wieder in unserem Badezimmer, dass heißt in dem kleinen Speicherraum, indem unser Vormieter mal eine Dusche, Toilette und Waschbecken eingebaut hatte. Die Dusche funktionierte mit einem 15-Liter-Heißwaserbeuler und ich hatte echte Schwierigkeiten damit meine langen Haare gewaschen zu bekommen, denn ich verwende immer auch noch eine Spülung. Außerdem war das Bad irgendwie siffig. Es gab hinter dem Klo eine Gardine und dahinter verbarg sich ein Kabuff für Koffer und ähnlichem Kram. Ich fand das ziemlich ekelig. Also setzte ich mich hin und zeichnete mir mein Traumbad, mit einer Wanne in einem gemauerten Podest. Die Toilette kam auf eine andere Seite und auch für das Waschbecken wählte ich einen anderen Platz. Ich stellte es mir komplett weiß vor und nachdem ich die Zeichnungen fertig hatte ging ich damit zu unserem Nachbarn. Er hieß Helmut und war Gas-Wasser-Heizungs-Installateur. Er fand meine Zeichnungen sehr gelungen und meinte: „So etwas kann man durchaus realisieren. Ich habe sogar gerade eine extra große Wanne im Hof stehen. Da ist am oberen Rand etwas Emaille abgeplatzt, deshalb kann ich sie nicht mehr irgendwo einbauen, aber wenn Du damit klar kommst, dann verkaufe ich sie Dir für 100 DM.“

Das war natürlich ein gutes Angebot. Außerdem sagte er mir zu, die Wasserinstallation für mich zu machen, den Rest, so meinte er, würde ich schon hinkriegen. Ich lief ein paar Tage mit dem Gedanken herum, dieses Projekt tatsächlich anzugehen. An Michael war dabei nur sehr bedingt zu denken, der hatte gleich gesagt:

„Das musst Du dann alleine machen,

ich habe mit meinem Studium schon genug Arbeit.“

Also ging ich irgendwann mit einem Brecheisen ins Bad und eigentlich wollte ich nur mal kurz ein bisschen hinter die Rigipsplatten schauen, ich wollte wissen, ob das Bad überhaupt richtig isoliert war. Ich setzte also mit der Brechstange an und schaute nach. Ich konnte irgendwie nichts richtig erkennen und so wurde das Loch in der Schräge immer größer. Ich erkannte, es war nicht isoliert und so legte ich ohne groß zu überlegen los und riss einfach alles ab. Ich hatte das Bad zuvor natürlich nicht leergeräumt und irgendwann fiel mein teures Haarshampoo in den Dreck. Ich räumte den Kram nur kurz zur Seite und machte wie im Rausch einfach weiter. Ich nahm eine Stichsäge zu Hilfe um die kleinen, blauen Fliesen gleich mit der Trennwand zu entfernen. Es staubte fürchterlich in dem kleinen Raum, aber ich kam gut voran.

Beinahe hätte es zwar ein ziemliches Malheur mit dem Wasserzufluss für dasWaschbecken gegeben, aber eigentlich, so dachte ich, alles kein Problem. Ich war richtig in Fahrt gekommen, als plötzlich die Tür einen Spalt aufging und Michael mit Brigitte in den Raum schauten und ehrlich sehr große Augen machten. „Was machst Du denn hier?“, kam es aus beiden Mündern gleichzeitig. „Ich baue uns ein neues Bad, gut dass ihr kommt, ihr könnt mir helfen den Bauschutt hier herunter zu tragen.“

Und so kam es, dass ich die nächsten 7 Wochen sehr gut beschäftigt war.

Ich fragte Helmut wie man isoliert und mit Y-Ton arbeitet, ich fuhr in die Baumärkte und erkundigte mich dort eingehend und verglich die Preise, ich sprach mit jedem, der Ahnung von Renovierung hatte und Schritt für Schritt lernte ich täglich dazu. Herr Bisigo, der unter uns wohnte, zeigte mir wie man richtig verputzt und bald schon konnte man sehen wohin die Reise in meinem Badezimmer ging. Am schönsten sah das Bad dann aus, als ich alles sauber verputzt hatte, denn ich hatte auch mein Wannenpodest mit den Stufen schön verputzt. Am liebsten hätte ich es auch so gelassen und es nur mit irgendetwas Flüssigem versiegelt. Doch da meinte man einhellig zu mir, dass das auf Dauer nicht richtig gegen Nässe schützt. Und so fuhr ich Fliesen kaufen. Es sollten natürlich Weiße sein. Da mein Budget schon längst überschritten war musste ich daran allerdings etwas sparen. Heute würde ich das nicht mehr tun, die gute Qualität lässt sich einfach besser schneiden.

Und ich musste viele Fliesen zurecht schneiden.

Ich brauchte unterschiedlich geformte Dreiecke und schmale Streifen.

Das war eine Arbeit, die lag mir irgendwie überhaupt nicht und so bat ich Michael mir dabei zur Hand zu gehen. Er sollte sich im Bad auf den Boden setzten und die Scheidemaschine benutzen. Er konnte sowieso nicht mehr richtig laufen, denn er hatte sich im Hof einen rostigen Nagel in den Fuß getreten. So nahm mein Bad langsam Gestalt an und ich konnte ein paar Tage später anfangen zu streichen. Ich sehnte mich total danach endlich in diese wunderbare Wanne zu steigen und so rief ich Michael, nachdem ich ungefähr die Hälfte des Bades gestrichen hatte, und sagte zu ihm: „So, ich bin jetzt fertig, den Rest streichst Du. Ich lasse mir derweil das Wasser ein und nehme endlich mein verdientes Bad. Und eines sage ich Dir auch jetzt, wenn wir zusammen baden,“ und wir badeten fast immer zusammen, „dann wirst Du auf der Stöpselseite sitzen.“ Und so war es dann auch, denn es war jetzt mein Bad.Mir gefiel mein Bad ungemein, nur eine Sache hatte ich nicht richtig hinbekommen.
Die Fliesen hinter der Toilette. Auch hier verfügte ich: „Michael, das ist jetzt Deine Arbeit.“ Er hat sich dann auch daran begeben, doch auch er kam nicht richtig zurecht und so lehnten die zugeschnittenen Fliesen die nächsten Jahre an der Wand hinter dem Klo. Erst Wolfgang hat jetzt vor ein paar Wochen diese Ecke endlich fertiggestellt.

Und er hat sich total über meinen Michael aufgeregt.

Überhaupt findet er es ziemlich arm von meinem Exmann, dass er sich nicht an der Renovierung beteiligt hatte. Auch mein Vater war alles andere als positiv überrascht, als ich ihm mein neues Bad zeigte. Im Gegenteil, er regte sich ziemlich darüber auf, dass ich das hatte selber machen müssen. Ich hätte mir den völlig falschen Mann ausgesucht. Er könne daher auch gar nicht stolz auf mich sein. Er wäre einfach viel glücklicher, wenn ich einen Mann an meiner Seite hätte, der mir ein schönes Bad gebaut hätte.

Ich verstand das überhaupt nicht.

Ich war gar nicht unglücklich, dass ich es hatte selbst machen müssen. Ich hatte total viel gelernt, ich hatte sehr viel Spaß bei der Arbeit gehabt und nun hatte ich auch allen Grund richtig stolz auf mich zu sein.

Ich war total happy.

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Endlich konnte ich es mir in der Wanne so richtig gut gehen lassen, die Toilette befand sich nicht mehr unter der Schräge und am Waschbecken hatte man jetzt auch zu Zweit Platz zum Zähneputzen. Außerdem besaß das Bad nun einen ordentliche Durchlauferhitzer. In meinen Augen war das alles Grund genug sehr zufrieden zu sein. Und das Michael nicht mit gemacht hatte, nun, das war nun mal so, er brauchte all seine Energie für sein Studium.

Nach dem Bad ging es dann in den anderen Räumen weiter, denn die Dachisolierung war wirklich eine Katastrophe. Zuerst machte ich unser Schafzimmer und da ein Freund von uns auf einer Baustelle ausrangierte, aber noch brauchbare große Dachfenster gefunden hatte, bauten wir, diesmal half Michael dabei, uns ein großes, schönes, doppeltverglastes Fenster ein. Isolieren und verputzen war für mich jetzt kein Problem mehr und bald schon konnte ich den frischgestrichenen Raum wieder einrichten.

Dann kam Felix Zimmer dran.

Sein Zimmer bestand eigentlich aus zwei Räumen,

einem alten Speicherraum und einem Mansardenzimmer.

Das war schon erheblich mehr Arbeit, denn die Böden mussten auch geschliffen werden. Dazu lieh ich mir einen Parkettschleifer und legte los. Ich isolierte, verputzte und strich alles ruck zuck,was man dann leider an der nicht so glatten Oberfläche der Wände sehen konnte.
Außerdem hatte ich den Schwamm zum Glätten horizontal geführt, das sah irgendwie nicht so gut aus. Aber mein Sohn freute sich trotzdem. Jetzt hatte er richtig viel Platz, er konnte auf dem schönen Holzboden spielen und es war erheblich wärmer in dem Zimmer.

Nach dem ich oben alles fertig hatte, liebäugelte ich mit den unteren Räumen.

Doch das war wirklich viel Arbeit. Der Boden musste geschliffen werden, die Wände wollte ich auch verputzen, diesmal allerdings um einiges ordentlicher, auch wenn ich die raue Struktur ganz schön fand. Ich wollte ein Regal aus Y-Ton-Steinen im hinteren Wohnzimmer haben, alles musste natürlich lackiert und gestrichen werden. Zum Glück schenkte mir mein Vater zur bevorstehenden Hochzeit von Michael und mir 5000 DM, damit war nicht nur die Renovierung zu bezahlen, ich konnte auch einige neue Möbel und Teppiche kaufen. Es war Herbst und zu Silvester wollten wir heiraten, ich hatte also fast 3 Monate um die Sache zu realisieren.

Ich verschwendete darum auch keine Zeit und legte wieder los.

Diesmal war es logistisch alles gar nicht so einfach, denn wir lebten schließlich in dieser Wohnung. Um den Boden jedoch abzuschleifen und zu lackieren musste alles heraus, ich wollte schließlich nicht mehrmals den Parkettschleifer ausleihen. Aber ich schaffte alles in der vorgegebenen Zeit und als wir unsere Feier in unserer Wohnung abhielten, da war alles schön und neu gemacht. Das Regal war toll geworden, der Boden wirkte ungemein wohnlich mit den schönen blauen Teppichen, meine Tante hatte mir Teile ihrer grünen Wohnlandschaft abgetreten und an den Wänden hingen von mir selbst gemalte, große Leinwandbilder. Eines zeigte eine hochschwangere Frau, die sich gerade mit Farbe den Körper bemalte, während ihr Mann hinter ihr im Bett schlief. Ein anderes Bild zeigte eine Frau deren Mann sie gerade im Gesicht streichelte oder ihr eine herunter haute, das war nicht eindeutig zu bestimmen. Das Bild war völlig in Blautönen gehalten.

An andere Bilder aus der Zeit erinnere ich mich jetzt nicht mehr,

ich habe sie meistens irgendwann verschenkt

oder auch übermalt.

Jedenfalls machte unsere Wohnung jetzt einen wirklich

guten Eindruck und ich fühlte mich in den Räumlichkeiten sehr Zuhause.

Jetzt war es endgültig mein Reich geworden und natürlich war klar, wer ausziehen würde, wenn es zu einer Trennung kommen würde. Und die kam 1 1⁄2 Jahre später dann ja auch.Vorher baute ich aber erst noch das Gartenhäuschen aus. Der eine Teil wurde isoliert und mit alten Fenstern versehen. Es kam ein blaulasierter Holzboden hinein und eine Heizung, ein Gaskatalytofen, damit ich in diesem Raum auch während des Winters malen und klönen konnte. Der andere Teil wurde komplett mit den alten Fenstern der Fachhochschule und ebenfalls mit einem blauen Holzboden versehen und so wurde dieser Ort zu einem Wintergarten, in dem man auch bei schlechterem Wetter schön sitzen konnte.

So, jetzt war ich gerade beim kulinarischen Abendessen.

Diese Abwechslung gibt es alle zwei Wochen Mittwochs um halb Sieben. Heute war italienisches Essen dran. Es gab eine wirklich ganz leckere Pizza und zwei Nudelgerichte. Die Schinken-Sahne- Soße-Nudeln habe ich probiert, aber da war weder leckerer Schinken dran noch Sahne. Aber immer hin, es war mal etwas anderes.

Zuvor war ich natürlich erst noch mal beim Pavillon.

Dort saßen wieder Heiko und Cora. Cora wäre gerne heute mit uns ausgegangen, doch Heiko ist zu kaputt und so haben wir es auf ein anderes Mal verschoben. Ich hatte eigentlich den Vorschlag gemacht zusammen noch mal in das „Feldertal“ zu gehen, dort kann man so schön vor diesem Gartenhäuschen sitzen. Aber das läuft uns ja nicht weg. Ich bin eigentlich auch zu fertig, obwohl es seit den zwei Milchkaffee eigentlich geht. Jetzt habe ich mich jedenfalls erst mal ordentlich geduscht und die Haare gewaschen. Letzteres war zwar noch nicht nötig, aber der Rest schien mir langsam zu stinken. Es war heute wirklich ziemlich warm draußen. Nachher, wenn Wolfgang mich angerufen hat, dann setze ich mich noch mal etwas in die Abendsonne auf die Raucherbank.
Cora erzählte mir, dass sie sich heute total bemüht habe sogar Kinder anzufassen und ein bisschen mit ihnen zu plaudern und sie habe sich heute auch noch nicht einmal umgezogen, geduscht habe sie auch nicht, obwohl der Mann mit dem Rasenmäher so viel Gras und Dreck aufgewirbelt habe und sie sogar Grashalme in ihren Schuhen gefunden habe. Diese Zurückhaltung ihres Wasch- und Putzzwangs habe sie der Post ihrer Lieblingstochter zu verdanken, das habe sie sehr gestärkt.

Heiko erzählte mir dann, dass sich bei ihm seine Depression in Kopfsausen ausdrücken würde, dies könne so schlimm werden, dass er fast ohnmächtig würde.Hier jedoch ginge es ihm eigentlich ganz gut, zu Hause sei es aber ein ernstes Problem für ihn. Ja, so hat hier jeder seine kleinen Erfolge zu verzeichnen. Mein kleiner Erfolg von heute war das Zeichnen. Ich habe zwar kleine große Leistung vollbracht, aber ich habe wieder Lust dazu mich in dieser Disziplin zu üben. Das ist doch auch schon ein schöner Schritt nach vorn, oder?

Ich weiß nicht, aber können Sie sich das Leben und

die Sorgen und Nöte hier in der Burg-Klinik so langsam vorstellen?

Die Dinge sind wirklich sehr vielfältig. Manche haben vor allen Dingen körperliche Probleme, viele leiden an Burnout, also Depressionen, einige Psychotiker sind hier, manche leiden an Erschöpfung wie unsere neue Tischnachbarin, es gibt die Menschen mit Tinitus im Ohr, Magersüchtige, stark Übergewichtige und was weiß ich nicht alles. Einige leiden akut, viele bringen sich hier jedoch auch wieder so auf Trapp, dass sie anschließend wieder arbeiten gehen können. Einige wechseln den Arbeitsplatz, andere gehen auf eine halbe Stelle, manche wie ich planen eine Umschulung und so weiter.

Eine sehr häufige Ursache der Erkrankungen ist Stress auf der Arbeit.

Wenn man das hier alles so hört, dann fragt man sich schon, ob das in der Arbeitswelt wirklich alles so richtig läuft. Ich denke, immer mehr Menschen werden durch den Druck, den Stress und die Überlastung heutzutage arbeitsunfähig und krank. Nun, und das man aber auch durch Arbeitslosigkeit krank werden kann, das sieht man ja an mir.

So, ich war jetzt den ganzen verbliebenen Abend

unten auf der Raucherbank.

Zuerst habe ich ein bisschen mit Cora geplaudert doch die ging dann, weil ihr die Frauen, die sich unter dem Pavillon nach dem Tanzen trafen und ziemlich laut miteinander auch etwas schlüpfrige Reden führten, sehr unangenehm waren. Ich wollte jedoch noch gemütlich eine Zigarette rauchen und da kam Simone und setzte sich zu mir  Wir tauschten uns erst über die gemachten Erfahrungen des Tages aus und dann erzählte ich ihr von meiner ersten großen Innenweltreise mit Arno, meinem Unternehmensberater von damals. Ich erzählte ihr, dass ich glaube, dass dieses sehr bewegende Erlebnis mich auch irgendwie auf den psychotischen Weg gebracht habe und das ich es heute für notwendig halten würde, dass eine solche Innenweltreise von therapeutisch gut geschulten Menschen begleitet wird. Denn, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Unterbewusstsein so ganz allein, wie ich siemit mir geführt hätte sei dann vielleicht doch nicht so gut gewesen.

Daraufhin kamen wir auf das Thema:

Was macht sie aus den Erfahrungen ihrer Psychose?

Auf welche Therapieform sollte sie sich konzentrieren? Ich vertrat wiedereinmal die Überzeugung, dass sie mit ihrer nun gewonnenen Erfahrung die Chance hätte eine wirklich gute und vor allen Dingen die Besonderheit der psychotischen Weltsicht nachvollziehende Therapeutin werden könne. Dann erzählte ich ihr von meinen schizophrenen Geschichten und ich erzählte ihr, wie lange ich gebraucht hatte, überhaupt den Gedanken nur zuzulassen, dass all dies eine verrückte Geschichte meines Unterbewusstseins ist. Das ich selbst heute mich oft noch nicht entscheiden kann: Wahrheit oder Wahn? Auch sie fand meine Erlebnisse sehr komplex, und dass sie für den Betroffenen tatsächlich nicht als Einbildung zu erkennen sind.

Dann erzählte sie mir von ihrer Psychose.

Es war im Grunde nur eine sehr kurze Episode, aber sie war schnell so unerträglich für sie geworden, dass sie gemeinsam mit ihrer Schwester und einer befreundeten Ärztin zu der Einsicht kam in ein Krankenhaus zu gehen. Dort bekam sie starke Medikamente und fand so überraschend schnell zu einer normalen Weltsicht zurück. Trotzdem kam danach natürlich die Depression, aber auch aus ihr wächst sie nun wieder heraus.

Heute kann sie sich schon wieder mit ihrer Zukunft beschäftigen.

Es war ein schönes offenes Gespräch und wir konnten beide über unsere damalige Sicht der Dinge lachen. Eigentlich, so musste sie zugeben, war der Zustand auch sehr schön. Sie konnte zum Beispiel zaubern und sie erkannte andere Zauberer an den Farben, die sie trugen. Und sie hatte auch den starken Eindruck, auch die anderen Zauberer erkannten in ihr eine Zauberin. Sie versuchte über magische Rituale böse Kräfte zu bändigen und heilte zum Beispiel negative Energien eines Flusses indem sie ein Geldstück, welches sie geschenkt bekommen hatte, in den Fluss warf. Sie verstand sich in dieser Zeit auch ganz wunderbar mit ihren Kindern.

Doch Nachts wurde diese ganze Sache zu einem Alptraum.

Sie wurde von sehr starken Todesängsten heimgesucht und sie war überzeugt, dass sie nur noch ein Jahr zu leben haben würde. Irgendeine schwerwiegende Erkrankung steckte noch unerkannt tief in ihr. Sie kannte sogar das Datum ihres Todes. Irgendwann jetzt im August. Diese Ängste wurden für sie innerhalb kürzester Zeit einfach absolut unerträglich und sie ließ sich einweisen.

So war es mal wieder ein interessanter Abend da unten auf der Bank.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Simone so offen darüber mit mir gesprochen hat. Da ist das mit Eva schon eine ganz andere Sache. Sie will sich nicht erklären, sie ist es nicht gewohnt darüber zu reden. Hier bei Frau Doerfert war es das erste Mal, dass sie ein Therapeut überhaupt danach fragte. Ich finde das wirklich unmöglich. Es ist meiner Meinung nach von großer Bedeutung sich mit den eigenen, psychotischen Gedanken auseinander zu setzen. Man muss herausfinden was das Unterbewusstsein einem da in den Weg gelegt hat, es erschafft die psychotische Welt nicht ohne Grund. Ich denke, die mangelnde Auseinandersetzung führt über kurz oder lang in die nächste Störung.

So, jetzt ist es wieder halb Elf, ich sollte so langsam ins Bett gehen.

Hoffentlich bin ich morgen etwas ausgeschlafener als heute, denn der morgige Vormittag dürfte interessant werden. Erst habe ich Atemgymnastik, dann um halb Zehn das therapeutische Einzelgespräch und danach die erste Psychosegruppe mit Dr. Süß.
Dann habe ich eigentlich frei, doch ich werde wohl in den Fitnessraum gehen und meine Trainingseinheit dort absolvieren. Außerdem werde ich mir morgen etwas Waschpulver kaufen, damit ich mir hier oben mal ein paar Sachen durchwaschen kann. Für eine ganze Maschine habe ich einfach nicht genug Anziehsachen.

Also, schön dass Sie mir auch heute durch den Tag

gefolgt sind, morgen geht es weiter.

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FORTSETYUNG folgt!

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