Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

… Die Karten hatte offengelegt, dass sie den ersten Schritt tun musste.

Sie hatte sich lange mit der Wahrsagerin darüber unterhalten und die meinte,

dass käme in letzter Zeit öfter vor, die neu eintreffenden Männer seien keine Machos mehr.

Das Leben auf der Erde habe sie zu mehr Gleichberechtigung erzogen. Und eine Folge

davon sei, nun gäbe es immer mehr Männer, die die Partnerwahl sehr

auf sich zu kommen ließen. Ihr Geschäftsführer

sei wohl von dieser Art.

Maut

Anton und Andreas fuhren zunächst ein Stück durch die Stadt.

Sie mussten dabei einen Müllwagen überholen. Da fragten sie sich, wer wohl so blöd war einen Job als Müllmann anzunehmen. Doch, wenn sie die Männer, die hinter dem Wagen die Mülltonnen leerten, gefragt hätten, alle hätten bestätigt sehr zufrieden mit ihrem Job zu sein. Auch sie arbeiteten nur 3 Tage die Woche, jeweils 8 Stunden. Sie waren stolz auf ihre Arbeit, denn sie genoss ein hohes Ansehen. Die Menschen waren überaus froh, dass es sie gab und sie zeigten dies auch. Wenn sie mit ihrem Auto vorfuhren, dann wurden sie von den Mülltonnenbesitzern nett gegrüßt, wenn diese gerade aus dem Haus kamen. Sie bekamen oft Geschenke, sei es Kuchen oder eine Flasche Wein. Ihre Truppe verstand sich sehr gut untereinander und wenn es gerade am Ende des Jahres darum ging den Sperrmüll zu transportieren, dann freuten sich wieder viele Andere über zum Teil wirklich noch sehr gut erhaltene Dinge. Es gab nicht wenige, die aus ihrem Bauernhof eine Recyclinganlage gemacht hatten. Sie setzten sich intensiv mit dem Abfall auseinander. Dabei gab es für sie keinen Müll, sondern nur Rohstoff. Es gab Menschen, denen es eine Freude war aus einem alten Schrank ein neues Möbel zu machen, zum Beispiel eine Sitzbank. Sie arbeiteten also ziemlich viele Dinge wieder auf oder um und stellten die entstandenen Produkte auf einem Trödelmarkt aus, um für sie neue Besitzer zu suchen.
Viele der Müllmänner hatten ein Hobby. Einige spielten Fußball, andere übten noch irgendein Handwerk aus, es gab welche, die in einen Männerchor gingen und wieder andere liebten es auszugehen und zu tanzen.

Es war ganz unterschiedlich aber alle waren sich einig.

Sie taten einen guten und wichtigen Job.

Untersuchungen am Unglücksort, kolumbianische Luftwaffe

Joseph ging an diesem Tag ins Büro.

Es warteten einige Gespräche auf ihn und er musste in den Keller seines Verwaltungszentrums, denn dort befand sich der Tresor. In ihm lagerten die noch vorhandenen Goldreserven. Viel war es nicht mehr, die Modernisierung des Paradieses hatte Unsummen verschlungen. Satan Senior war sehr großzügig mit den Ausgaben gewesen. Doch nun war Joseph wieder zuständig und er machte sich so seine Gedanken. Dieser Goldverbrauch war zu hoch. Wenn er nicht irgendwann in eine Schieflage geraten wollte, dann brauchte er neues Gold. Er würde also eine Expedition zum Goldplaneten durchführen lassen müssen. Allerdings fragte er sich, was wohl die Folgen davon auf der Erde waren, wenn er das Gold dort gegen Bares eintauschte. Sank so der Goldpreis? Hatte er etwas dagegen? Nun, er würde noch mehr Gold benötigen. Das war eine dumme Sache. Wiedereinmal verfluchte er das Geldsystem. Es war einfach völlig unnötig in seinen Augen und was noch schlimmer war, es machte Reiche immer reicher und Arme immer ärmer. Doch eines war ihm auch klar, so schnell würde sich die Welt davon nicht abbringen lassen. Die Menschen liebten das Gold. Das war das eigentliche Problem. Wenn man Gold als das betrachten würde, was es war, nämlich ein Zahlungsmittel, das so gut war wie Muscheln oder Briefmarken, dann wäre schon viel gewonnen. Doch der Mensch glaubte an den ewigen Wert des Goldes. Dabei konnte sich so etwas durchaus ändern. In seinem Paradies jedenfalls jagte keiner diesem Metall hinter her, außer vielleicht die Goldschmiede und Elektroniker. Sie hatten immer Bedarf und sie kamen darum auch immer wieder vorbei um sich etwas Edelmetall geben zu lassen.
Doch so großzügig konnte Joseph nicht bleiben, wenn er seine Rechnungen bezahlen wollte. Auf der Erde war nämlich nun mal fast nichts mehr umsonst. Jeder wollte sogar möglichst viel verdienen. Es war ein Trauerspiel, aber mit dem Geld versauten sich die Menschen ihr Leben. Doch er war gezwungen mit den Menschen auf der Erde Geschäfte zu machen. Die Preisverhandlungen waren knallhart. Aber seine Mitarbeiter auf der Erde machten meistens einen guten Job. Es handelte sich um ehemalige Engel. Ihr Job war es, für das Paradies-Bombini alle benötigten Waren einzukaufen. Dabei spielte es schon eine Rolle, zu wem sie mit ihrem Auftrag gingen. Ihre Geschäftspartner mussten schon korrekt sein. Kinderarbeit, ungleicher Lohn für Männer und Frauen, unbezahlte Überstunden und geringe Löhne waren ein Ausschlusskriterium. Joseph bemühte sich nur bei ethisch korrekten Produzenten einzukaufen. Wenn schon, dann wollte er nicht die Falschen füttern.
Wolfgang ging morgens erst mal in die Werkstatt und überlegte, was er noch brauchen konnte. Er machte sich eine Liste auf einen Zettel, der schon seine Wünsche bezüglich der Musik enthielt. Gleich würde er in die Stadt fahren. Johann half noch etwas im Stall, anschließend würde Wolfgang ihn abspritzen und dann konnten sie in den Chinesen steigen und sich auf die Suche nach einem Fachgeschäft für Musikerbedarf und Elektronik machen. Elektronik war genau sein Spezialgebiet und darum freute er sich schon auf die Tour. Seine Großmutter war immer noch mit dem Verarbeiten des Schweins beschäftigt und außerdem wollte sie zu den Hühnern, der Wagen musste umgesetzt werden. Doch dabei konnte ihr Gustav helfen, wenn er von der Kooperative zurück war. Dort wollte er sich um einen Traktor eines Kollegen kümmern. Irgendetwas funktionierte an dem Fahrzeug nicht. Diese Arbeit hatte Gustav auch auf der Erde gemacht und er machte sie gerne, denn in der Kooperative traf man immer jemanden zu einem Schwätzchen. Außerdem gönnte er sich anschließend meistens ein Bier in der Dorfkneipe. Auch dort kam man immer schnell mit jemanden in ein Gespräch, man erzählte sich von der Ernte, von der Arbeit, die noch vor einem lag, und von der einen oder anderen Auszeichnung. Es gab immer einen guten Grund auch miteinander anzustoßen.

Doch mehr als zwei Bier trank er selten,

er neigte nicht zur Übertreibung und darum sah

Gertrud  meistens mit einem Lächeln darüber hinweg.

Japan: Seelöwen-Band beweist musikalisches Talent

Johann war mit seiner Arbeit fertig

und Wolfgang nahm den Schlauch um ihn sauber

zu machen, dann stiegen sie in das Auto und fuhren los.

Mirage blieb auf dem Hof, denn er und Hasso wollten heute mal rüber zu den Schafen. Gustav wollte sie später dort hin mitnehmen. Er wollte dort seinem Nachbarn helfen, die Hufe der Schafe zu untersuchen. Das war notwendig, wenn man gesunde Tiere haben wollte.
Wolfgang gab Gas und wunderte sich wiedereinmal über die Spritzigkeit seines Elektromobils. Diese Autos waren für jeden Autoliebhaber ein Genuss, denn kein Gasauto konnte so rasant anziehen wie ein Elektroauto. Dabei machte es kaum Geräusche und natürlich keine Abgase. Er dachte zum wiederholten Male, dass es ein Jammer war, dass sich die europäische Autoindustrie so schwer mit ihnen tat. Immer noch waren Elektroautos die Ausnahme im Straßenverkehr der Erde. Gut, die Franzosen bemühten sich, aber die deutschen Autohersteller schienen nach wie vor nicht an diesem Geschäft interessiert zu sein. Dabei gab es viele Autofahrer, die mit einem Elektroauto auch geringerer Reichweite problemlos klar kommen würden. Für die Fahrt zur Arbeit würde der Saft meistens gut reichen. Wenn es dann die Möglichkeit geben würde sein Auto auf dem Firmenparkplatz wieder aufzuladen, dann käme er auch sicher wieder nach Hause. Auch dort brauchte er dann natürlich eine Lademöglichkeit. Aber die Städte taten sich ebenfalls schwer für eine vernünftige Infrastruktur zu sorgen. Eine Million Elektroautos wollte die deutsche Regierung bis 2020 auf den Starßen fahren haben, doch davon konnte bei dem Tempo des Ausbaus dieser umweltfreundlichen Alternative keine Rede sein. Es waren Sonntagsreden, die Realität war eine ganz andere. In Wahrheit hatte kaum einer ein Interesse an dieser Alternative, denn dies bedeutete Verwerfungen im aktuellen Geschäft. Nur China steckte viele Ressourcen in diese Technologie, denn ihren Führern war klar, es war einfach unmöglich, dass jeder Chinese einen Verbrennungsmotor unterhielt. Das Öl reichte ja so schon kaum auf der Welt und darum stieg sein Preis auch entsprechend. Wenn die Führung also die Bevölkerung mobil machen wollte, dann war das Elektroauto die einzige Alternative. Sie versprachen sich mit den Autos ein riesiges Geschäft und darum investierten sie auch. Es war für Joseph gar nicht so einfach gewesen ein paar dieser Chinesen zu kaufen, denn die Bestelllisten waren lang. Er hatte ziemlich lange warten müssen. Jetzt überlegte er eine große Werkstatt aufzubauen, die alte Verbrenner auf Elektrobetrieb umstellten. Das war wegen der Batterien ein gewisses Problem, die würde er bei den Robotern kaufen müssen. Deren Batterien waren exellent, aber eben auch teuer. Meistens konnte er den Preis durch Gegenleistungen etwas herunter drücken. Lebensmittel waren sehr gefragt, aber auch seltene Erden. Davon hatte nun wieder Satan Senior in seiner Hölle eine ganze Menge. Doch der rückte nur ungern damit heraus. Er spekulierte darauf, dass er irgendwann der Einzige war, der mit solchen Erden Handel treiben konnte. Wenn Joseph also von Satan Senior unabhängig sein wollte, dann würde er eine Expedition zu einem Planeten durchführen müssen, der besonders viel dieser seltenen Erden besaß.

Er brauchte vor allen Dingen Lithium.

Zinedine Zidane, Enzo Zidane

Joseph ging darum in eine Abteilung, die sich mit der Erforschung der unbewohnten

Planeten befasste und beauftragte ein Team mit der Planung einer großen Forschungsreise.

Sie sollte herausfinden wo es was in ausreichender Menge gab. Dafür würde er dann jedoch nicht nur Wissenschaftler benötigen, er brauchte auch Ingenieure, die sich mit dem Abbau dieser Erden auskannten. Er fragte beim Arbeitsamt nach, doch dort bekam er zu hören, es gäbe für diesen Arbeitsbereich nur wenige Kandidaten. Er musste also auf der Erde nach entsprechend erfahrenen Todeskandidaten Ausschau halten. Wer war gut ausgebildet, erfahren und von sympathischem Wesen? Wer würde sich für eine solche Forschungsreise interessieren, wer war team- und lernfähig?
Joseph liebte diese Form von Planung, denn im Ergebnis war es meistens eine für alle Seiten gute Sache. Entscheidend war die Personalauswahl, und darin war er nun mal der Größte.
Er überlegte auch, ob es nicht eine gute Idee war für diese, zum Teil sehr anstrengende Arbeit einige Johanns einzusetzen. Die kamen auch ohne Sauerstoff zurecht, ein Gas, welches nicht auf jedem Planeten in ausreichender Menge vorhanden war. Er würde mit ihnen seinen Einflussbereich erweitern müssen, wenn er nicht ständig auf die Erde angewiesen sein wollte.

Und was Batterien und seltene Erden betraf, so hatte

die Erde selbst genug Bedarf daran.

Flugzeugabsturz in Kolumbien

Wolfgang erreichte die Stadt und ließ sich von Johann navigieren.

Er führte sie zu einem großen, im Paradies sehr beliebten Zentrum. Hier wurden viele Importwaren angeboten. Er ging in das dazugehörige Musikgeschäft und kam nach einer Weile mit einer neuen Gitarre, einem kleinen Verstärker, einigen Kabeln, zwei Kopfhörern und einem Mischpult wieder zu seinem Auto. Wie gut, dass der Kofferraum so groß war. Danach ging er in einen Elektroladen und besorgte sich noch einige Dinge für seine Lampen. Dann war er auch schon fertig. Jetzt hatte er eigentlich noch etwas Zeit und er beschloss mit Johann durch die Straßen zu gehen. Er hatte Lust auf einen Döner. Das durfte er seiner Großmutter zwar nicht sagen, sie bestand darauf, dass er sich gesund ernährte, aber so ab und zu musste das für ihn einfach sein. Er fand nach einigen Metern auch einen Imbiss und er setzte sich mit Johann dort hinein. Die Leute schauten sie neugierig an und einige fragten ihn auch nach Johann. Man wollte wissen, was er alles konnte und immer wenn er erzählte, Johann könne fast alles, war die Reaktion: „Ach, so einen könnte ich auch gebrauchen.“
In dem Imbiss lief ein Fernseher. Er hing neben der Tür und zeigte irdisches Fernsehen. Der Wettbewerb gewann immer mehr Zuschauer und auch dieser Imbissbudenbesitzer war froh über dieses Programm. Er war ein Fan von Monica, denn da gab es zwischendurch immer diese verrückten Tafelfilme. Seine Gäste ließen sich davon unterhalten und es entstand schon mal eine Diskussion unter den Leuten. Fast alle wussten von Monicas Auftrag. Sie sollte das Bombini auf der Erde bekannt machen, damit sie alle irgendwann dort landen konnten. Man war allgemein ganz auf ihrer Seite und hoffte, dass sie Erfolg haben würde.
Doch jetzt nahm sie erst mal an diesem Wettbewerb teil. Ziel dieses Wettkampfes war die Enttarnung des angeblichen Gottes. Auch davon hatte man in der Zeitung lesen können. Ein neuer Gott! Das war natürlich ein dickes Ding. Wo kam der plötzlich nur her? War er positiv oder ehr negativ? Steckte er in der Technik? War er ein Gott der Technik?

Es gab die unterschiedlichsten Meinungen dazu. Es gab auch Leute, die grundsätzlich bestritten,

dass es einen solchen Gott geben konnte, es gab welche, die es für möglich hielten

und es gab Leute, die fest davon überzeugt waren, in allen

technischen Geräten lebte ein göttlicher Geist.

'Verstehen Sie Spaß?' Helene Fischer als Pizzabäckerin

Und Christian war auf der Suche nach diesem Geist, wie alle Wettbewerbsteilnehmer.

Er wusste nur nicht, war es ein Gott oder war es Professor Zufall? War es eine Kraft, die über Zufälle sich bemerkbar machen konnte? Und zwar nicht nur in technischen Zusammenhängen, nein, war es überhaupt ein Meister des Zufalls? Und war dieser Meister nicht tatsächlich als der Allmächtige zu verstehen? Jemand, der den Zufall kontrollierte, der war eigentlich wahrhaft mächtig. Er konnte zufällig bestimmte Menschen zusammenbringen und daraus ergab sich eine zufällig brillante Mischung von Persönlichkeiten, die irgendetwas Großartiges in Bewegung setzten. Er konnte das Wetter günstig oder fatal bestimmen, denn gerade das Wetter war von vielen Zufällen geprägt. Wer das Zusammenspiel der Kräfte des Windes beherrschte, der konnte über Sieg oder Niederlage entscheiden, denn häufig bestimmte das Wetter den Ausgang eines Kampfes. Das war heute nicht anders als vor Tausenden von Jahren. Nicht umsonst gab es die verschiedenen Versuche der Menschen, Einfluss auf das Wetter zu nehmen. Sei es mit Hilfe eines Schamanen oder indem man Silberjodid verstreute. Er musste Joseph unbedingt mal fragen, wie er das mit dem Wetter im Paradies machte. Was war das genau für eine Sonne, die auf sie nieder schien und alles erwärmte? Wie machte er den Regen, der meistens Nachts auf die Landschaft hinunter ging? Woher kam der leichte Wind? Wieso hatten sie am Morgen Nebel gehabt? Wie wollte er das mit dem Schnee machen? Was war mit den wärmeliebenden Pflanzen? Christian hatte auf einer seiner Fahrten durch die Stadt sogar schon mal eine Palme gesehen. Auf der anderen Seite der Stadt schien ein überwiegend wärmeres Klima zu herrschen.

Aber solche Fragen musste er jetzt erst mal zurückstellen,

denn er musste sich auf sein Programm konzentrieren.

Jetzt kamen die meisten Menschen von der Arbeit nach Hause und machten den Fernseher an.

Jetzt kam es ganz besonders darauf an gut zu zappen. Hier zeigte sich, wer Fortschritte machte und wer einfach immer nur totales Pech hatte. Es gab Teilnehmer, die konnten machen was sie wollten, bei ihnen passte nie etwas zusammen. Aber dafür war vielleicht ihr Programm gut oder besser unterhaltsam. Viele wollten sich einfach nur angenehm berieseln lassen und erwarteten keine tiefergehende Auseinandersetzung. Sie hörten vielleicht nur zu und bereiteten sich gleichzeitig das Abendessen zu. Aber vielleicht waren sie ebenfalls hinter dem angeblichen Gott her und wollten verstehen was er sagt. Und das konnte man am Besten bei Monica. Sie hatte irgendwie ein goldenes Händchen, denn fast immer wenn sie umschaltete, dann konnte man etwas hören oder sogar sehen. Man musste sich nur darauf einlassen und sein Gehirn etwas anstrengen. Es war nichts für ganz unbedarfte Geister, man brauchte schon auch etwas Konzentration dazu. Das war natürlich erst mal ein Nachteil, denn wer hatte schon die Zeit sich so darauf einzulassen.

Aber in einem Imbiss hatte man etwas Zeit und so lief das Erdenprogramm

tagsüber vor allen Dingen in diesen kleinen Restaurants.

Reue bei Sarah Lombardi

Pirelli-Kalender gegen den "Terror von Perfektion"

Christian hatte angeregt, Bildschirme in die

Straßenbahnen einzubauen und auch dort irdisches Programm zu zeigen.

Sein Vorschlag überzeugte und so wurden jetzt in einer Eilaktion überall kleine Bildschirme in die Straßenbahnen eingebaut. Dafür wurden sogar Nachtschichten gefahren, denn gerade dann waren die Bahnen im Depot und man konnte an ihnen arbeiten. Sie suchten händeringend Leute, die etwas davon verstanden und nun sah Wolfgang in einem Schaufenster einen Aushang mit Stellenanzeigen. Der betreffende Laden war eine Niederlassung des Arbeitsamtes. Hier konnte man kurze Jobs bekommen, die Formalitäten wurden gleich erledigt und dann konnte man mitmachen bei irgendeiner Aktion. Jetzt war es die Aufrüstung der Straßenbahnen.

Das war Wolfgangs ureigenes Fachgebiet und er zögerte

nicht lange, sondern meldete sich an der Theke.

Ana Ivanovic zeigt sich ungeschminkt

Dort saß eine hübsche junge Frau und tippte etwas in einen Computer.

Sie wendete sich ihm zu und fragte, womit sie helfen könne. Wolfgang zeigte auf den Aushang und erklärte, er sei zwar nur zu Besuch im Paradies, aber wenn es gewünscht sei, dann würde er gerne bei der Aufrüstung der Straßenbahnen mitmachen. Er fragte, wo sich denn das Depot befinden würde. Die Frau zeigte ihm den Ort an einer großen Karte. Das war mit dem Auto keine große Entfernung. Da fragte die Frau ihn nach seinen Qualitäten und Kenntnissen. Sie wollte wissen, wo er die Erfahrung gewonnen hatte. Als er ihr von den unterschiedlichen Jobs in diesem Zusammenhang erzählt hatte, war sie sicher einen guten Mann gefunden zu haben und sie tippte seinen Namen in den Computer. Er sollte gleich morgen anfangen, die Schicht begänne um 20 Uhr und ginge bis zum Sonnenaufgang. Dies sei zwar sehr lang, aber anders würden sie die Arbeit nicht schnell genug erledigt bekommen. Der Job sollte auch nur über einige Tage gehen, man hoffte in knapp einer Woche alles fertig zu haben.
Das kam Wolfgang sehr ambitioniert vor, wenn er an die Produktivität bei den Kölner Verkehrsbetrieben dachte. Die Leute hatten sich eigentlich fast jede Nacht nur besoffen und von Produktivität konnte man allenfalls träumen. Wenn keiner darauf achtete, dann machten die Arbeiter nachts was sie wollten. Und das hieß, ein paar Flaschen Bier oder auch etwas Stärkeres und dann ab in eine Bahn den Rausch ausschlafen. Wolfgang hatte diese Nächte verfluchen gelernt. Er hatte nämlich kein Interesse an Alkohol gehabt und so war die gesamte Arbeit bei ihm gelandet. Das war zwar auf der einen Seite gut, denn so war er immer gut beschäftigt, aber andererseits nervte es, die Kollegen so faul und undiszipliniert zu sehen. Er war gespannt darauf, wie hier im Paradies eine solche Nachtschicht aussah.

Maut

Er fuhr zu seinen Großeltern zurück und die waren

ob seiner neuesten Nachrichten ziemlich überrascht.

Der Junge wollte arbeiten gehen, und dann sogar noch auf Nachtschicht. Sein Großvater fragte ihn, wieso er diesem Wettbewerb Vorschub leisten würde, er hätte gedacht, er würde diesen Wettbewerb ablehnen.
„Der Wettbewerb ist mir auch egal, aber die Straßenbahnen aufzurüsten halte ich für eine gute Sache. Das Fahren kann la so langweilig sein. Wenn es möglich wäre auf seinem Weg von der Arbeit nach Hause sich die 17Uhr-Nachrichten anzuschauen, oder man es gäbe vielleicht einen kurzen Zeichentrickfilm zu sehen, Das wäre schon toll. Es könnten über den Bildschirm Veranstaltungshinweise gegeben werden, man könnte die Fahrzeit sehen und die einzelnen Stationen würden angezeigt, irgendwie so etwas.“ Er erklärte seinem Großvater, dass so etwas auch auf der Erde ein Knaller wäre. Das Programm, gut gemacht, könne dort Leute vom Auto in die Bahn bringen.
Gertrud meinte: „Ja, aber man kann sich doch die Landschaft anschauen! Was braucht man in einer Straßenbahn Unterhaltung? Ich rede mit meiner Sitznachbarin vielleicht ein paar Worte, das reicht doch.“
„Du kennst die Welt nicht, wir kommen jetzt ins Informationszeitalter, da kann man Bildschirme gut gebrauchen. Fahre nächste Woche mal mit der Bahn und probiere es aus. Ansonsten musst Du Dich halt wegsetzen, es werden schon nicht überall Bildschirme angebracht werden.“
„Also, wenn Du Lust auf Arbeit hast, hier könntest Du auch aktiv werden,“ sagte sein Großvater, aber als er die Schuldgefühle seines Enkels spürte, da sagte er: „Gut, wenn Du halt so gerne an Straßenbahnen herumschraubst, dann musst Du dort Deine Nächte verbringen. Ist ja vielleicht auch mal ganz interessant für Dich. Hier wird nämlich ganz anders gearbeitet als auf der Erde.“
„Ich hoffe die Kollegen sind nett und engagiert bei der Sache.“
„Da kannst Du von ausgehen, wer freiwillig arbeitet, der fault nicht herum, der sieht zu, dass sich sein Engagement auch lohnt. Nicht in Geld gemessen natürlich, sondern in der Erfüllung der angestrebten Aufgabe.“
„So etwas müsste es auf der Erde auch geben, aber ich sage Dir, in den meisten Fällen hast Du dort als Arbeiter einfach immer nur die Arschkarte. Und anschließend stimmt der Lohn noch nicht mal.“
„Das ist hier total anders. Wer hier einen gemeinwohlorientierten Job macht, der genießt große Anerkennung. Und gerade die, welche flexibel sind und sich an die Erfordernisse anpassen können, die sind sehr gefragt. Du wirst Deine Sache bestimmt gut machen, und das ist schön, denn so etwas spricht sich herum und wir haben einen Grund stolz auf Dich zu sein.“
„Schauen wir mal wie es wird. Ich habe nach der Nacht bestimmt viel zu erzählen. Wir können dann ja zusammen frühstücken. Dann lege ich mich etwas hin und nachmittags komme ich wieder runter. Ein paar Tage ist das für mich kein großes Problem, ich habe Jahrelang Nachtdienst gemacht.“
„Und Mirage bleibt hier. Der versteht sich so gut mit Hasso und er hat hier genügend Auslauf.“
„Wenn es Euch zuviel mit ihm ist, ich könnte ihn auch zurück zu Joseph bringen.“
„Lass mal, der Hund fühlt sich hier wohl, heute war er mit bei den Schafen, morgen gehen wir noch mal hin. Das ist alles kein Problem.“
„Also abgemacht, dann gehe ich halt mal ein Bisschen arbeiten, ich freue mich schon darauf.“
„Ich frage mich ja, wie lang Du wohl noch bleiben kannst, irgendwann kommt Joseph oder gar Satan Senior und holen Dich wieder ab und schicken Dich zurück auf die Erde. Wir werden Dich dann sehr vermissen.“
„Ich komme ja wieder irgendwann und dann bleibe ich für länger.“
„Hoffentlich dauert es noch ein Bisschen. Wenigstens bis Weihnachten. Ich werde eine Gans braten, ich habe sie schon bestellt. Im Dorf nebenan gibt es eine Farm, die fangen jetzt bald mit dem Schlachten an.“
„Ich werde bestimmt zum Essen da sein. Doch danach muss ich wirklich auch mal wieder zurück. Ich kann nun mal nicht ewig bleiben, noch nicht.“
„Gut, genug gequatscht, ich decke jetzt den Tisch und dann gibt es etwas zu Essen,“ sagte Gertrud und Wolfgang war froh, dass er schon wieder Appetit hatte.

Seine Großmutter würde ihn sonst bestimmt wegen des Döner ausschimpfen.

Schlange in Toilette

Als Wolfgang sich nach dem Essen

die Gitarre nahm, da kamen ihm doch ein paar Zweifel.

Was hatte ihn geritten diesen Job anzunehmen? Er hätte es so gemütlich in der Werkstatt seines Großvaters haben können. Und nun auch noch Nachtdienst. Irgendwie hatte die Stadt eine merkwürdige Wirkung auf die Bewohner. Sie animierte mitzumachen, sich zu beteiligen, ein Teil von ihr zu sein. Außerdem hatte ihn die Aufgabe gereizt. Er war doch sehr neugierig mit welcher Technik man hier arbeitete. Außerdem soll die Stimmung unter den Beschäftigten meistens sehr gut sein. Vielleicht würde er ja nette Kollegen kennen lernen. Und trotzdem, er war eigentlich viel zu faul für so ein Engagement, zumal es dafür kein Geld gab. Vielleicht sollte er das Ganze auch einfach wieder absagen. Doch, das sähe natürlich gar nicht gut aus. Es war wohl nichts zu machen, er würde morgen Abend in dieses Depot am Rande der Stadt fahren müssen. Das hatte er sich wahrlich selbst eingebrockt. Er zupfte die Seiten der neuen Gitarre und lauschte auf den Klang des Verstärkers. Das klang gar nicht schlecht. Er zog sich den Kopfhörer auf und hämmerte wie wild auf die Seiten ein. Irgendwann öffnete sich die Tür und sein Großvater kam um sich seine Gitarre anzuschauen. Er bestaunte das Mischpult und ließ sich alles genau erklären. Dann nahm er Gitarre und Kopfhörer und probierte ein wenig herum. Wieder ging die Tür auf und diesmal kam Johann mit Gertrud. Sie wollte sehen, was ihre Männer auf dem Dachboden so trieben, auch hatte sie die Lampe noch nicht in Gebrauch gesehen. Sie staunte über den vielen, technischen Kram und sie ließ sich etwas von Wolfgang vorspielen. Er wählte einen Song von den Beatels, auch wenn er diese Musik nicht leiden konnte. Aber er wollte seiner Großmutter nichts Punkiges
mehr zumuten. Gertrud war ganz angetan. Ja, so eine Musik könnte ihr gut gefallen. Da spielte Johann einen anderen Beatelssong und Wolfgang machte dazu die Gitarre. Und auch Gustav versuchte sich mit einigen Tönen dazu. Das war wirklich sehr schön und Gertrud war begeistert. Wenn sie solche Musik machen würden, dann würde sie glatt dazu singen wollen.
„Dann brauchen wir noch ein Mikrofon, wenn ich das nächste Mal in der Stadt bin, dann bringe ich eines mit.“
„Lass Dir Zeit, hier rennt einem nichts weg.“
„Wer soll Euch zeigen, wie ihr Musik machen könnt, wenn ich nicht mehr da bin?“
„Ich kenne da einen jungen Mann, er wohnt etwas außerhalb in einem schönen, großen Haus. Er kommt ab und zu um sich Eier und Milch von mir zu holen. Er heißt John Lennon und ist wirklich sehr sympathisch. Er lebt alleine in dem großen Haus und macht Musik. Ich habe ihm schon mal ein paar Sachen vorbeigebracht und da sah ich wie viele Leute mit Musikinstrumenten wie diesen das Haus betraten.“
„John Lennon? Das ist der Sänger von den Beatels gewesen. Da hast Du aber berühmte Nachbarschaft.“
„Ach, das merkt man ihm gar nicht an, er ist ganz normal und bodenständig. Er hat auch einen ganz schönen Garten, den er betreibt. Er lebt makrobiotisch wie er sagt. Nun, ich habe davon keine Ahnung, aber er ist wirklich sehr nett, vielleicht kann ich ihn ja mal auf eine Tasse Tee einladen,“ sagte seine Großmutter.
John Lennon zum Tee, das war wirklich eine unglaubliche Idee. Der Mann würde sich doch nicht zu seinen Großeltern an den Tisch setzen.

Andererseits, im Paradies war alles möglich,

oder sagen wir mal fast alles, dachte Wolfgang.

Auto

Christian verbrachte seinen Feierabend mit Patschi im Bett.

Sie hatten sich schöne Musik angemacht, Patschi hatte Kerzen angezündet und dann gaben sie sich dem Liebesspiel hin. Für Christian war es eine Offenbarung, Patschi hatte überhaupt keine Scham. Sie ließ alles aus sich heraus und sie brachte ihn mit ihren gekonnten Bewegungen in den Wahnsinn der Lust. Das war wirklich ein besonderes Vergnügen und er konnte sich keinen besseren Feierabend vorstellen.
Joseph traf sich mit einigen Wissenschaftlern. Leute die erfahren waren und große Entdeckungen gemacht hatten. Er hatte sie alle eingeladen zu kommen und natürlich war jeder von seinem Schreibtisch aufgestanden, denn eine Einladung von Joseph war eine Ehre. Es bedeutete, dass man wichtig war. Und als sie hörten, um was es ging, da war ihnen allen klar, sie wollten dabei sein. Eine Forschungsexpedition auf einen Nachbarplaneten. Sie sollten zusammen mit ein paar Ingeneuren nach Bodenschätzen suchen. Als Unterstützung bekämen sie mehrere Johanns mit. Joseph stellte ihnen seinen neuen Johann vor. Er erzählte ihnen von den großen Vorzügen dieser Roboter und er zeigte ihnen auch Abbildungen von weiteren technischen Geräten, die zum Einsatz kommen sollten. Sie selbst würden während der Grabungen im Bombini bleiben, die Arbeit sollten die Roboter machen. Die sollten auch ein Lager dort aufbauen, eine dauerhafte Station, denn man würde länger dort bleiben. Der Planet schien sehr viele, wertvolle Bodenschätze zu beherbergen und die sollten peu a peu abgebaut werden. Irgendwann, so stellte sich Joseph das vor, würde dort eine kleine Stadt entstehen und einige Paradiesbewohner konnten dann dort hin überwechseln. Der Planet sollte umgestaltet und belebt werden. Es gab dort auch schon einige Pflanzen, doch das reichte noch nicht für einen ausreichenden Sauerstoffgehalt. Es sollte Josephs erster Versuch sein, einen Planeten zu formen. Dieses Ziel verfolgten schon einige Gesellschaften im Universum. Bisher hatte Joseph so etwas für unnötig gehalten, doch die Lage auf seinem Bombini wurde zusehends schwieriger. Er sah einfach voraus und er wusste, er brauchte mehr Platz. Industrie war ein Platzfresser. Und, wenn er selber technische Dinge produzieren wollte, dann musste er einfach expandieren.

Auf die Erde wollte er jetzt nicht mehr warten, er würde dort zwar immer noch

gerne landen, aber bis es soweit war, dass konnte noch dauern.

Fashion, Mode, Instagram-Star, Caroline Einhoff

Caroline Einhoff ist als „caro_e_“ ein echter

Instagram-Liebling – weil ihr Freund eine geniale Idee hatte

Sarah Lombardi, Trennung, Post, Pietro

Monica war zu optimistisch gewesen.

Sie hatte geglaubt der gesunde Menschenverstand wäre ausgeprägter, aber jetzt sah auch sie, die Menschen waren sehr oberflächlich und dachten selten weiter als bis zur nächsten Woche. Die Politik war korrupt, die Wirtschaft war kurzsichtig, die Banken waren kurz vorm durchdrehen und die Menschen waren zu konsumorientiert. Sie hatte sich vielleicht zu wenig mit den tatsächlichen Begebenheiten der Welt auseinandergesetzt. Sie hatte die ganze Zeit immer nur an ihrem Bombini-Projekt gearbeitet und sich dabei von Vielem anderen entfernt. Jetzt aber saß sie schon Wochen vor ihrem Fernseher und beobachtete die Welt. Sie sah die Menschen und ihre Gesellschaft aus den Augen eines Gottes. Das hatte bei ihr zu neuen Einsichten geführt und ihr wurde klar, sie hatte mit ihren Filmen nur sehr bedingt eine Chance. Man würde sie, sollte sie eine größere Zuschauerschaft erreichen, versuchen zu diskreditieren. Man würde sie und ihre Vision lächerlich machen, man würde vor allen Dingen über ihre Monalisa lachen. Eine Frau, die von sich behauptete, eine unsterbliche Monalisa zu sein, das holte Spott und Häme hervor.

Die Kirchen würden sich aufregen, die Gesellschaft würde sie auslachen, man würde ihre

Seifenblasenphysik als Unsinn abtun, ja und wenn das alles nicht helfen würde, dann

bekäme sie vielleicht von irgendwelchen Geheimgesellschaften

oder Spionen unliebsamen Besuch.

'Verstehen Sie Spaß?' Helene Fischer als Pizzabäckerin

Aktualisiert am 01. Dezember 2016, 12:55 Uhr

Helene Fischer verwirrt als Pizzabäckerin für „Verstehen Sie Spaß?“

nicht nur ihre Kundschaft, sondern zieht auch herrlich über die Schlagerqueen –

und damit sich selbst – her. Den ganzen Streich gibt es am 3. Dezember

um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.© Zoomin

Und jetzt war sie auch noch in diesem sonderbaren Wettbewerb.

Den ganzen Tag vor der Glotze sitzen zu müssen und das Programm selbst gestalten zu müssen, unter dem Druck von Einschaltquoten und dass auch noch für lau, also ohne dass man sie dafür bezahlte. Überhaupt fragte sie sich, ob man dort Oben in dem Paradies-Bombini überhaupt wusste, was es hieß mit 220 Euro im Monat über die Runden kommen zu müssen. Wieso hatte Joseph so etwas nur angefangen? Und wenn sie bedachte, was ihr Fernseher die ganze Zeit von sich gab, dann fragte sie sich so langsam, wer da eigentlich auf der Anklagebank saß. Sie fühlte sich nämlich irgendwie immer häufigere angegriffen von der Stimme, die sie die ganze Zeit über ihr Zappen hörbar werden ließ. Es war schon vorgekommen, dass sie in Tränen ausgebrochen war, einfach, weil die Beleidigung so heftig gewesen war.

Irgendwie wurde ihr die Sache mit Monalisa ziemlich vorgeworfen.

Anton hatte dies durchaus mitbekommen.

Und er war nicht der Einzige, der sah, wie mitgenommen Monica langsam war. Der Fernseher verwandelte sich völlig unvorbereitet und spontan zu einem eiskalten Ankläger und er konnte verstehen, wieso Monica sich ab und zu die Nase putzen musste. Dieser Gott war wohl nicht immer nett. Er ging mit ihr wirklich hart ins Gericht. Es ging auch nicht nur um das Bombini-Projekt, er holte ganz alte Kamellen hervor und warf ihr vor, das Eheversprechen gebrochen zu haben. Er stellte ihre Moral in Frage. Er mokierte sich darüber, dass sie offensichtlich ziemlich faul sei, und er zeigte ihr ein Bild eines Menschen, der umgeben von Hundert Bierflaschen vor der Glotze hin. Monica regte sich über diesen Vergleich ziemlich auf. Sie war schließlich nicht faul, sie nahm an einem wichtigen Wettbewerb teil. Anton machte sich wie immer viele Notizen, die er anschließend mit Andreas besprach. Auch Ramona und Luise waren oft mit dabei und sie machten sich alle irgendwie Sorgen. Wie lange würde Monica dem Druck noch stand halten können?

BND soll das Neuland erobern –

500 Millionen Euro zum Knacken von Messenger-Diensten

BND soll das Neuland erobern – 500 Millionen Euro zum Knacken von Messenger-Diensten

1.12.2016 • 13:03 Uhr – Derzeit kann der BND nur zehn von mehr als 70 gängigen
Instant- Messengern überwachen. Eine üppige Geldspritze aus dem Bundesetat
soll nun Abhilfe schaffen. Außerdem soll die „Mini-NSA“ künftig
problemloser fremde Computer hacken können…

Joseph sah das Ganze entspannter.

Gut, die Stimme machte Vorhaltungen, aber die konnte Monica schließlich auch abwehren. Sie musste nur stärker für ihr Projekt brennen. So schlimm waren ihre Sünden auch nicht und die Sache mit dem Sex, die hatte er schließlich abgewendet. Da in Monicas Gehirn keine Erinnerung mehr an die Zeit der hemmungslosen Lust vorhanden war, konnten die Anspielungen noch so eindeutig sein, sie würde sich einfach nicht angesprochen fühlen.
Joseph war aber an ihrem Zapperfolg gelegen. Er hatte sich jetzt einmal mit dem Gedanken an einen neuen Gott angefreundet und er hatte nichts mehr dagegen. Dieser Gott schien recht intelligent zu sein und er hatte Zugriff auf die vielfältigsten Informationen. Er war nicht auf Telepathie angewiesen, er nutze neue Wege, um sich Gehör zu verschaffen. Er hatte es zu Hause auch mal mit der Fernbedienung versucht und er war gleich erfolgreich gewesen. Es war sogar so gut gelaufen, dass er eigentlich sicher war, er würde den Wettbewerb gewinnen, wenn er teilnehmen würde.

Doch das Tat er natürlich

nicht, er hatte Wichtigeres zu tun.

Analysten: „Erdogan will nach

dem Fall Aleppos sein Gesicht wahren“

Ein türkisches Panzerfahrzeug vom Typ ACV-15, fotografiert von einer FSA-Einheit nördlich von al-Bab.
Ein türkisches Panzerfahrzeug vom Typ ACV-15, fotografiert
von einer FSA-Einheit nördlich von al-Bab.
1.12.2016 • 10:40 Uhr – Die jüngste Aussage des türkischen Präsidenten Erdogan, die türkische Armee sei zum Sturz des Präsidenten Baschar al-Assad in Syrien, wirft weiterhin Fragen auf. RT Deutsch sprach dazu mit einigen Experten, darunter dem Gründer des Fachmagazins Conflict News. -Von Ali Özkök –
„Wir sind in Syrien eingezogen, um die Herrschaft des Tyrannen al-Assad zu beenden,
der Staatsterror betreibt. Es gibt keinen anderen Grund“, sagte der türkische
Präsident Recep Tayyip Erdogan beim ersten interparlamentarischen
Jerusalem-Symposium am Dienstag in Istanbul…

Der Boeing 747 Dreamliner; Photo: Boeing

Illegale Steuererleichterungen: Nach Airbus

stutzt WTO nun auch Boeing die Flügel …

Symbolbild

Anton und Andreas hatten den Tag jedoch

ausnahmsweise mal nicht vor den Bildschirmen verbracht.

Sie waren über Stock und Stein geradelt und körperlich ziemlich groggy, als sie endlich zum Forschungsbombini zurück kehrten. Sie erzählten den Anderen wie toll ihr Tag gewesen war und hörten fast nicht hin als Ramona ihnen von den Geschehnissen auf der Erde erzählen wollte. Sie hatte an Antons Stelle die Bildschirme beobachtet und war ziemlich schockiert über das Drama, welches bei Monica abgelaufen war. Die Stimme hatte sich wieder mal ziemlich
aufdringlich gezeigt, so schlimm, dass sie nicht mehr wegzuzappen gewesen war. Monica hatte sich darüber total aufgeregt und irgendwann nur noch wütend immer weiter gezappt, sie riss dabei jedem das Wort im Mund ab und dennoch, die Stimme war die ganze Zeit zu hören gewesen. Die Angriffe waren sehr privater Natur und Monica war fast ausgerastet. Sie verstand einfach überhaupt nicht, woher plötzlich diese vernichtende Kritik kam. Auch Ramona fragte sich, was das sollte. Wem war mit den ganzen Vorwürfen gedient? Vieles waren doch ganz alte Geschichten, längst vergangen und abgehakt. Doch dieser Gott ließ einfach nicht locker, er wollte sie treffen, er wollte sie verletzen.
Anton verstand es auch nicht, sein Gott war zu ihm immer sehr freundlich gewesen und seine digitale Büroklammer war noch nie ausfällig oder persönlich geworden. Er setzte sich an seinen Arbeitsplatz und sah in Monicas Wohnzimmer. Sie lag auf dem Sofa und schaute sich offensichtlich wieder entspannt einen Film an. Würde sie nach diesen Erfahrungen wirklich mit der Zapperei weiter machen wollen? Morgen würde er sie wieder dabei beobachten. Er empfand sich dabei als ihr Freund, und Freunde konnte sie zur Zeit wirklich gut gebrauchen. Vielleicht sollte er ihr mal eine Nachricht zukommen lassen. Es war schließlich kein Problem ihr etwas in den Computer zu schreiben. Er könnte auch einfach nur mit dem Mauszeiger herumspielen. Aber noch beherrschte er sich, er wollte schließlich nicht, dass sie gänzlich ausrastete. Nachher hielt sie seine Botschaft noch für ein Zeichen dieses Gottes.

Nein, er durfte wirklich nur zuschauen, alles

andere brachte nur neue Probleme auf.

Euro, Dollar, Rembini - auch der Währungsmarkt steht vor tiefgreifenden Veränderungen.

Wolfgang hatte den Tag lange geschlafen

und seine Großmutter hatte ihn auch nicht geweckt,

denn ihr Enkel sollte gut ausgeruht zu seiner Arbeit gehen.

Sie hatte einen Apfelkuchen gebacken. Jetzt deckte sie den Tisch und sie freute sich, dass Wolfgang sich hungrig an den Tisch setzte. Sie hatte natürlich auch Schlagsahne gemacht. Sie stellte sie auf den Tisch und ging zur Tür um ihren Mann zu rufen. Der kam bald darauf mit Johann zur Küche herein. Kaffee und Kuchen war immer eine tolle Sache. Und Apfelkuchen ganz besonders, denn Gertrud hatte ein sehr gutes Rezept dafür. Wolfgang griff zu einem zweiten Stück und auch Gustav nahm noch eines.
Gertrud wollte für Wolfgang ein Pausenpacket fertig machen und sie fragte ihn, was er denn auf der Arbeit am Liebsten essen würde. Wolfgang schlug ein Mettbrötchen vor, doch das schien seiner Großmutter nicht genug zu sein. Sie fragte ihn, ob er sich nicht vielleicht etwas zum Warmmachen mitnehmen wollte, das täten viele Arbeiter, denn eigentlich gab es überall eine Mikrowelle. Diese Dinger lehnte sie zwar bei sich in der Küche ab, auch wenn sie zum Auftauen ganz vernünftig waren, aber auf den Arbeitsstellen waren sie eigentlich gang und gäbe. Sie wusste das von ihren Gemeindefrauen, von denen einige ihrer Männer in die Stadt zur Arbeit fuhren. Wolfgang hatte nichts dagegen. Sie ging zur Kühltruhe und suchte nach etwas Passendem. Sie entschied sich für die chinesische Gemüsepfanne. Sie würde sie auftauen und noch etwas Reis dazu kochen. Das war ein leichtes Essen und machte trotzdem satt.
Wolfgang war mit dieser Wahl einverstanden und er freute sich schon darauf, denn eigentlich stand ihm jetzt schon mehr der Sinn nach etwas Herzhafteren. Er fragte, ob er nicht vielleicht ein Stück Käse haben konnte, er wollte es sich mit den Hunden teilen. Das war zwar eine ziemliche Verwöhnung für die Hunde, aber Gertrud wollte kein Spielverderber sein und so schnitt sie mehrere Käsewürfel und stellte sie vor Wolfgang. Ob er auch ein Brot haben wollte, fragte sie, aber er wollte nur etwas von dem guten Käse. Er war aus der Kooperative. Eine größere Käserei belieferte den Laden und die Stadt damit. Gertrud stellte ein paar Weintrauben dazu, sie waren die letzten in diesem Jahr, denn die Rebstöcke waren langsam alle abgeerntet. Sie hatte die Trauben auch in der Kooperative bekommen.
Die Kooperative war tatsächlich so etwas wie das Herz der Gemeinde. Hier kamen alle Produkte und die Menschen zusammen. Gertrud hatte dort natürlich von ihrem Enkel erzählt und so wusste jetzt fast jeder im Dorf, dass er auf Nachtschicht ging. Menschen, die sich derartig einbrachten waren überall sehr angesehen und kaum einer wollte glauben, dass Satan Junior in diesem Enkel steckte. Der war für seine Faulheit schließlich bekannt.

Aber Gertrud versicherte, ihr Enkel

habe diesem Tunichtgut das Arbeiten beigebracht.

RT sendet Klassik im 360-Grad-Format.

Exklusiv auf RT:

Klassisches Konzert aus Russland im 360-Grad-Format

Noch hatte Wolfgang ein Bisschen Zeit und so ging er in die Werkstatt.

Wie schön wäre es jetzt, wenn er sich den ganzen Abend mit seinen Lampenentwürfen beschäftigen könnte, doch er hatte nun eine Verpflichtung. Das war eigentlich gar nicht sein Ding. Er hatte sich da zu etwas verleiten lassen, dass er jetzt schon bereute. Warum hatte er sich nur für diese Arbeit angemeldet? Jetzt war es zu spät für einen Rückzieher. Die Lampen würden auf ihn warten müssen. Er vertiefte sich trotzdem in ihren Aufbau und als seine Großmutter kam um ihn auf den Weg zu schicken, da war er ziemlich genervt. Aber er riss sich zusammen, es war ja nur für eine Woche. Aber er schwor sich, so etwas würde er nicht noch mal tun. Wenn er im Paradies leben würde, dann würde er einfach nur Kunst machen wollen. Basteln, was die Fantasie einem eingab. Bei der Arbeit hingegen, da hatte man es meistens nur mit Schwachköpfen zu tun.
Wolfgangs Stimmung war also nicht die Beste, als er sich mit seinem Pausenpacket in sein Auto setzte. Er hatte sich den Weg vor her noch mal auf einer Karte angeschaut und so fuhr er los. Er hatte eine halbe Stunde einkalkuliert, doch es ging schneller voran als gedacht, denn es gab nur wenig Verkehr um diese Zeit. 10 Minuten vor Acht war er am Tor des Depots. Ein Pförtner lies ihn ein und er suchte sich einen freien Parkplatz. Der war ziemlich voll und als er das Gebäude betrat, da sah er jede Menge Männer bei einem Kaffee beieinander stehen. Man wartete auf den Projektleiter. Als Wolfgang sich auch gerade einen Kaffee an einem Automaten gezogen hatte, da kam dieser Projektleiter auch schon. Es war ein augenscheinlich junger Typ, doch die Art und Weise seines Auftreten verriet, er hatte so etwas schön öfter gemacht. Zunächst begrüßte er alle Freiwilligen und bedankte sich für ihr Engagement. Er teilte alle in kleine Gruppen ein und Wolfgang kam so mit zwei Kollegen ihrer Gruppe ins Gespräch. Sie waren schon öfter mal zu so einer Nachtschichtaktion gegangen und freuten sich auch diesmal über diese Abwechslung. Nach der Woche würde man in Zukunft in der Straßenbahn Fernsehgucken können. Sie fanden die Idee total super. Die Technik, die sie einzubauen hatten bestand aus einem Sender, der wurde in den Fahrerstand eingebaut, und die Bildschirme verteilten sich über die gesamte Bahn. Das Ganze sollte kabellos funktionieren, der Einbau würde also kaum Arbeit machen. Wolfgang erklärte sich bereit bei der Anbringung der Bildschirme mitzumachen.
Nach einer kurzen Besprechung ging es dann los. Jede Gruppe bekam eine Bahn zugewiesen und dann ging es um Schnelligkeit. Die Gruppe, die als Erste fertig war bekam eine Zigarettenpause und dann ging es gleich zur nächsten Bahn. Am Ende wurde dann durchgezählt und die beste Gruppe erhielt die höchste Punktzahl. Wer am Ende die meisten Punkte hatte, der bekam einen Orden. So ein Orden war begehrt, denn mehrere solcher Orden erleichterten die Arbeitssuche. Sie waren ein Zeichen für Wertschätzung und man empfahl sich damit für weitere Aufgaben. Und nun ja, wer an wirklich interessanten Projekten teilnehmen wollte, der brauchte viele Orden. Für das Terraformigprojekt zum Aufbau einer Stadt auf einem neu zu erschließenden Planeten wurden schon Leute gesucht.

Das war natürlich eine aufregende Sache und viele wünschten sich daran Teil zu nehmen. Klar, die

Lebensbedingungen waren auf so einem Außenposten nicht die Besten und wahrscheinlich

nie mit einem Leben im Paradies zu vergleichen, aber es brachte neue

Erlebnisse, neue Herausforderungen, neue Erfahrungen.

Banner des Bitantion-Projektes

Er arbeitete mit Manuel zusammen. Er war

ein Portugiese und er hatte auf der Erde als Elektriker gearbeitet.

Seine Leidenschaft galt wie bei Wolfgang den Straßenbahnen. In Lissabon, seiner Heimatstadt, fuhren noch ganz alte Schätzchen herum. Er liebte das Geräusch welches sie machten, wenn sie eine Kurve fuhren. Natürlich waren sie nicht mit Bildschirmen ausgestattet, aber Manuel fand die Idee super. Da könne man sich den Fernseher zu Hause sparen, denn viel mehr als die Nachrichten schaute er normalerweise sowieso nicht. Aber wenn er in der Bahn einen Zeichentrickfilm gezeigt bekäme, dann würde er ihn sich sicher gerne anschauen.
Aber eigentlich kamen sie nicht viel zum Quatschen, denn auch Manuel wollte einen Orden für seine Arbeit bekommen. Er hatte schon 11 Stück gesammelt und mit dem  würde Zwölften hätte er das Dutzend voll, dass man vorweisen sollte, wenn man bvei dem Terraformingprojekt teilnehmen wollte. Und da viele dieses Ziel hatten, gab es kaum Trödeleien. Im Gegenteil, je länger sie arbeiteten, desto mehr bekamen sie geschafft. Das Anbringen der Bildschirme war schließlich nicht besonders kompliziert. Mehr Schwierigkeiten machte schon das Aufspielen der Software, denn die war noch nicht besonders geprüft, zu schnell hatte man sie dem Programmierer weggenommen. Es würde noch Nacharbeit nötig sein, aber so etwas kannte Wolfgang auch von Siemens. Dort wurden während der Prüfungsphase mehrere Versionen aufgespielt und selten klappte alles reibungslos.
Er schaute sich die Arbeit der Männer im Fahrerstand an und hatte nicht wenig Lust mit ihnen zu tauschen. Bildschirme aufhängen war nicht besonders anspruchsvoll, zumal es keine Kabel zu verlegen gab.
Er sagte dem Gruppenleiter dass er durchaus auch mal im Kopf arbeiten wollte und der notierte es sich. Heute war er nun aber mal für die Bildschirme eingeteilt und auch da käme es auf gutes Teamwork an. Also ging Wolfgang wieder zu Manuel und sie beeilten sich mit ihrer Bahn fertig zu werden. Neben ihnen wurde ebenfalls eine Bahn fertig gemacht, doch lag man dort etwas hinter ihnen zurück. Sie wollten sich aber auch nicht überholen lassen und so hauten sie rein. Eine kurze Zigarette und dann kam auch schon die nächste Bahn dran. So ging das die ganze Nacht.

Im Paradies gab es wirklich sehr viele Straßenbahnen.

Die Universität in Cambridge. Das Cambridge Dictionary hat "Paranoia" zum Wort des Jahres erklärt.
Als die Sonne aufging waren alle ziemlich fertig,

aber sie waren auch fast alle sehr zufrieden.

Das Soll hatten alle erfüllt, und es gab auch einen Tagessieger. Es war eine Gruppe, die weiter hinten in der Halle gearbeitet hatte und sie hatten eine Bahn mehr geschafft als Wolfgang mit seiner Gruppe. Das konnten sie sich natürlich nicht bieten lassen, und sie nahmen sich vor, am nächsten Abend noch effektiver und schneller zu sein. Wolfgang verabschiedete sich von seiner Gruppe und er stieg müde in sein Auto. Was für eine Scheiße! Das war richtig harte Arbeit gewesen. Und morgen wollten sie noch schneller sein. Vielleicht würden sie dann auch nur noch eine halbe Zigarette zwischen den Bahnen rauchen. Und das alles für einen Orden, mit dem er nichts anfangen konnte. Dieser Manuell war ja ganz nett, aber sich dafür die Nacht stehlen zu lassen, das war schon ziemlich verrückt.
Er bog in den Hof seiner Großeltern ein und sah Licht in der Küche. Dort wartete jetzt ein schönes Frühstück auf ihn. Die Hunde kamen zu ihm gelaufen und schon nach wenigen Sekunden fühlte er sich trotz der anstrengenden Nacht ganz gut. Er hatte immerhin mit gemacht. Sie hatten ziemlich viele Punkte gesammelt, auch wenn sie nicht für den Sieg der Nacht gereicht hatten. Aber morgen würden sie es diesen Angebern schon zeigen, morgen waren sie die Ersten.

Um 1 Uhr Nachts hatte es eine längere Pause gegeben, und tatsächlich es hatte einige Männer gegeben, die ebenfalls etwas für die Mikrowelle mit genommen hatten. Auch Manuel hatte eine Schüssel dabei. Darin lag Reis, frittierte Kartoffelscheiben, ein Stück Fleisch und in einer Extraschüssel hatte er Salat. Das Essen hatte ihm seine Freundin gemacht, sie war auch Portugiesin und sie kochte gerne für ihn. Sie setzten sich gemeinsam in die Kantine zu den anderen und kamen schnell mit ihren Sitznachbarn ins Gespräch.
Wolfgang unterhielt sich mit einem Mann namens Sivester. Er war Franzose und er hatte als Elektriker in einem dortigen Atomkraftwerk gearbeitet. Damals hatte er eine höhere Strahlendosis bei einem der vielen Störfälle abbekommen und irgendwann hatte sein Körper das nicht mehr mitgemacht und er hatte Krebs bekommen. Seit dem war er ein glühender Anhänger der Antiatomkraftbewegung. Er wusste von so vielen Mauscheleien und gefährlichen Störfällen zu berichten. Er erzählte, dass er zu Beginn ganz fasziniert von der Technik gewesen sei, das aber mit der Zeit bei ihm die Zweifel gekommen wären. Jetzt war er ein Anhänger der Bombini-Technologie und er wünschte Monica einen großen Erfolg damit. Diese Bombinis würden die Machtverhältnisse auf der Erde gewaltig ins Wanken bringen. Er war darum auch ein leidenschaftlicher Zuschauer ihres Programms, bei dem er die Zapperei interessant und ihre Filme genial fand. Seiner Meinung nach machte es Monica ganz richtig. Sie wollte die breite Masse elektrisieren, im wahrsten Sinne des Wortes. Er war ebenfalls fest davon überzeugt, dass diese Bombinis gerade den Entwicklungsländern auf die Füße helfen würden. Die alten Industrienationen hätten wahrscheinlich mit großen Verwerfungen zu rechnen, aber wer keine alte Industrie hatte, der würde nur die Vorteile erfahren.
Er hoffte ebenfalls auf einen weiteren Orden, denn er wollte sich unbedingt für ein Projekt ins Gespräch bringen, für das auch schon Leute gesucht wurden. Es ging dabei um den Bau neuer Bombinis. Sie sollten auf dem Planeten der Roboter gebaut werden und er wollte gerne bei denen sein, die dort vor Ort, die elektrische Innenausstattung installierten. Er war schon mal bei den Robotern gewesen und ihm hatte die Atmosphäre dort sehr zugesagt. Sicherlich, das Essen war nicht der Hit, aber man hatte versprochen für mehr frische Lebensmittel zu sorgen. Die Bombinis, die dort gebaut werden sollten, die waren für eine große Expedition gedacht. Damit wollte man zu neuen Ufern aufbrechen. Es sollte eine Reise bis ans Ende des Universums werden. Dieses wurde nämlich immer größer und wenn man nicht bald aufbrach, dann würde es so groß, dass man niemals mehr sein Ende erreichen konnte. Doch dort konnten die Wissenschaftler große Erkenntnisse über das Entstehen des Universums gewinnen und er wollte gerne mit dabei sein. Doch für so einen Job, da brauchte man viele Orden und das hieß, sehr viel Erfahrung. Aber er traute sich und den Leuten vom Paradies mittlerweile wieder sehr viel zu. Früher, auf der Erde, da hatte er geglaubt, das Paradies sei verstaubt und technisch hinterm Mond, doch nun wusste er, sie konnten mit den besten Gesellschaften des Universums mithalten. Und dies ganz ohne Atomkraft. Diese teuflische Technologie war auf Satans Mist gewachsen. Er hatte in seiner Zeit der Herrschaft über das Paradies wirklich großen Schaden in der Welt angerichtet. Zum Glück war Joseph jetzt ja wieder da und brachte die Dinge in Ordnung.

Gern gesehener Gesprächspartner der Clinton Foundation: Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko mit Bill Clinton.

Trump vs. Clinton Foundation –

Die Elite-Stiftung muss sich rechtfertigen

Man hatte also diesem Satan die Scheiße mit der Atomkraft zu verdanken, irgendwie

war dies nicht verwunderlich, der Mann war in Wolfgangs Augen erst mal nur ein Arschloch.

Dieser wollte sich allerdings freiwillig auf sein Altenteil zurück ziehen, das war immerhin keine schlechte Idee. Wenn er wollte, dann könnte er in der Hölle einen coolen Job haben. Richter. Er würde dann über das zukünftige Personal im Paradies mitentscheiden können. Es käme auf sein Urteil an. Und er würde entscheiden können, wer in die Hölle auf Wasser und Brot kam. Er hatte da ja ganz andere Leute als Satan Senior im Auge. Irgendwie kam ihm dieser Gedanke immer verlockender vor, denn Arbeiten war bei allen Vorteilen immer noch Arbeit. Und er hasste Arbeit eigentlich. Wenn es wirklich ganz nach ihm ginge, dann reichte ihm eine kleine Hütte, eine Frau die ihn bekochte und ansonsten würde er einfach nur in den Tag hinein leben. Er würde auch keine Tiere halten, denn neben der vielen Arbeit, die diese Tiere mit sich brachten, war ihre Tötung für ihn einfach zu unangenehm. Er würde nur das Essen, was der Garten hergab. Für den würde er sich vielleicht engagieren wollen. Aber wenn es immer nur Tiefkühlpizza gäbe, dann wäre das auch in Ordnung. Er würde sich ein Pfeifchen anzünden und den Blick über seine kleine Cannabisplantage schweifen lassen. Diese Pflanzen machten schon genug Arbeit. Wenn er ein Schweißgerät hätte, das wäre gut, dann würde er über den Schrottplatz streifen und Maschinenteile zusammen suchen und dann würde er eine völlig sinnfreie Maschine daraus bauen.

Etwas, dass in keiner Weise nützlich war sondern nur Spaß machte anzuschauen.

Führt aktuell in den Umfragen: Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders.

Brexit, Nexit, Fraxit?

Rechtspopulisten auf dem Vormarsch in Europa…

Er hatte so eine Lampe bei sich zu Hause. Er hatte

in die Lampe Motoren installiert und nun konnte man mit

einer Fernbedienung den Lampenarm in mehrere Richtungen bewegen.

Die Lampe selbst bestand aus einem Halogenlicht und einer davor angebrachten Dialinse . Wenn das Licht durch die Linse fiel, dann machte es eine wunderschöne Sonne an die Wand. Monica liebte diese Lampe, sie wollte unbedingt auch so eine in ihrer Wohnung haben. Sie sah sich selbst wie er wusste als Sonnengöttin und natürlich passte so eine Lampe dann ganz gut zu ihr, aber er würde den Teufel tun und ihr eine bauen. Dann drehte diese Frau nämlich endgültig durch, dann würde sie möglicherweise nie mehr die Füße auf den Boden bekommen. Wolfgang wusste ziemlich genau wovon er sprach. Allerdings erzählte er es niemandem. Alle sahen jetzt nur die Erlöserin in ihr. Doch war das wirklich die beste Lösung des Problems? Er sah auch, dass das Bombini an die Grenzen seiner Macht kam. Es war halt in seinen Ausmaßen nicht groß genug für den Aufbau einer eigenen Industriekultur. Joseph war kaum mehr wirklich autark. Satan Seniors massenhafte Aufnahme an Persönlichkeiten aber eben auch an einfachem Volk, das ließ die Bevölkerungsdichte ständig anwachsen. Es musste etwas geschehen. Der Planet Erde war aber nur eine Lösung unter vielen. Sie konnten sich schließlich auch auf einem anderen Planeten niederlassen, einer der nicht bewohnt war. Wolfgang würde dies nicht stören. Die Erde war zwar sehr schön, aber sein Herz hing nun auch nicht wirklich daran. Das war bei Monica ganz anders, sie baute total auf die Menschheit. Sie war politisch ein absoluter Optimist. Sie glaubte an die Macht der guten Idee. Und ihr Bombini war in ihren Augen eine gute Idee. Die Idee musste nur unter die Leute gebracht werden. So dachte sie, aber er wusste es besser, man würde ihr einfach nicht glauben. Man würde sich ihre Lebensumstände anschauen und sagen, die Frau trägt noch nicht einmal täglich ihren Müll raus. Die macht gar nichts außer Fernsehgucken. Warum sollte ein Gott sich ausgerechnet durch sie zu Wort melden? Alles totaler Schwachsinn, die Frau ist krank und darum total nicht ernst zu nehmen. Egal was sie nun tat, sie hatte das Spiel verloren. Aus ihrer HartzIV-Position kam sie so nicht heraus. Aber Wolfgang hätte ihr gerne das Gefühl des Scheiterns genommen, denn er wusste wie scheiße es sich anfühlte, wenn man eine Hoffnung, einen Plan, ein Ziel begraben musste. Das nahm einem wirklich alle Energie. Es war absolut düster, eine Zeit der Depression. Da brauchte man gute Freunde. Doch die hatte sie nicht. Er hatte die Leute ja kennen gelernt, da war keiner drunter, der etwas taugte. Er war wirklich der Einzige, der ihr dann helfen konnte. Er sehnte sich nach ihrer Gegenwart. Die Frau konnte so herrlich angenehm sein, sie saß stundenlang mit ihm herum und plauderte mit ihm. Gut, manchmal war es kein Plaudern. Monica konnte verbal sehr leidenschaftlich werden, ziemlich ausschließlich und radikal. Sie ging immer davon aus, dass die Welt nur von ihren angeblichen Erkenntnissen erfahren müsste und schon sei simsalabim alles anders. Die Welt wäre in wenigen Jahren voller Bombinis. Aber so einfach war es nun mal nicht, zwei Metallscheiben fliegen zu lassen. Da gehörte noch viel nichterfundene Technik zu. Er wusste schließlich Bescheid in der Welt. Es gehörte verdammt viel dazu, ein solches Bombini zu realisieren. Hochspannung war nun mal Hochspannung. Damit musste man erst mal richtig umgehen können. Monica stellte sich vor, jeder hätte so ein Bombini in seinem Haus. Jeder würde sein eigener Stromerzeuger. Das waren wirklich Visionen einer kranken Frau.

So einfach ließ sich die Welt nicht verändern, die herrschenden Kräfte würden sich sofort

gegen sie verbünden und dann würde sie einfach nur fertig gemacht, irgendwie.

Ein US-amerikanischer Atombombentest auf dem Eniwetok-Atoll; 30. Mai 1956

Die Geister, die ich rief:

F.A.Z. denkt über deutsche Atomwaffen nach

Das alles waren Gedanken, die er sich nun machte.

Er hatte mit seinen Großeltern gefrühstückt und nun lag er im Bett. Das Fenster war zugehangen. Aber er konnte nicht einschlafen. Was sollte er tun? Welcher Weg war der Richtige? Wie wollte er leben? Immer nur die Arbeit und Fernsehen, das war irgendwann auch zu wenig. Er sollte sich wirklich eine andere Wohnung suchen. Wenn er doch auf der Erde auch nur so ein kleines Bauernhäuschen hätte! Das alte Bauernhaus seiner Großeltern, es stand noch, allerdings im Osten der Republik. Und da sah es mit Arbeit für einen Elektriker nicht gut aus. Als Industrieelektriker bekam man in der abgeschiedenen Gegend schon mal gar keinen Job. Und pendeln, das wollte er auch nicht. Montage war ebenso schlecht. Er war Realist. Früher hätte er es einfach gewagt und wäre dorthin gezogen, aber heute, das Dorfleben war mittlerweile fast eingeschlafen. Immer mehr tranken sich die Welt erträglich oder nahmen irgendwelche Pillen gegen den Frust. Nicht wenige begannen zu bedauern, dass die DDR weg war. Gut, die politisch Kritischen, die hatten immer was zu meckern gehabt, aber der normale Mensch, der hatte es doch gut gehabt. Eine sichere Arbeit, eine funktionierende Gemeinschaft, gute Schulen, frühkindliche Betreuung. Genug zu essen und zu trinken. Was wollte man mehr. Einen Trabbi ja, der war wirklich das Größte der Gefühle. Konnte sich leider nicht jeder leisten. Aber da fuhr einem eben auch noch der Nachbar eines Nachbarn, wenn es nötig war. Ansonsten gab es ein bestens ausgebautes Schienennetz bis in jeden Winkel des Landes hinein. Gut, oft nur einspurig, weil die Russen nach dem Krieg die zweite Spur abgebaut hatten, aber wenn man Zeit hatte, dann war die Bahn eine gute Sache. Nun und Zeit musste man in der DDR schon haben. Aber die hatte man auch. Stress war eigentlich nirgendwo vorhanden gewesen. Klar, die Planerfüllung war Gesetz, aber wenn nun mal die Materialien fehlten, da konnte man doch nur abwarten. Und dieses Warten verbrachte man dann eben mit Arbeiten für den eigenen Hof. Heute war das ja ganz anders, heute gab es Stechuhren und Anwesenheitskontrolle. Heute gab es feste Pausen und nur selten ein Schwätzchen unter den Kollegen.

Der Meister passte schon auf, dass der Laden in Schwung blieb.

Abgeordnete des Europäische Parlaments in Straßburg

CETA-Eilverfahren vorerst gestoppt:

EU-Parlament stimmt erst im Februar ab…

🙂

Wolfgang schlief ein.

Plötzlich wurde er wach und schaute

sich irritiert im Raum um. Saß dort nicht jemand?

Sicherheitsleck beim Verfassungsschutz? Einem islamistischen Extremisten gelang es, sich beim deutschen Inlandsgeheimdienst einzuschleusen.

Das Leben der Anderen:

Islamistischer Maulwurf beim Verfassungsschutz enttarnt

„Hallo Wolfgang, ich wollte Dich eigentlich abholen.“ Wolfgang erkannte die Stimme von Satan Senior. „Das ist aber schlecht, ich habe gerade einen Job angenommen,“ sagte er verdutzt. Damit hatte er so schnell nun gar nicht gerechnet. „Einen Job, was machst Du denn, ich sehe Dich hier den Tag verschlafen.“
„Ich komme vom Nachdienst. Ich arbeite im Depot an der Aufrüstung der Straßenbahnen mit.“
„Das ist natürlich eine andere Sache. Gut, wie lang geht der Job noch? Zwei Tage?“
„Eine Woche.“
„So lang? Nun gut, bring Deinen Job hinter Dich, dann geht es wieder ab auf die Erde, Du hast dort einen Job zu erledigen.“
„Was für einen Job?“
„Na, dort warten Deine Züge und Monica. Die muss jetzt langsam wirklich das Zeitige segnen.“
„Ohne mich!“
„Du hast gar keine andere Wahl. Du wirst sie umbringen und danach kannst Du wiederkommen, von mir aus sofort. Dann kannst Du mit ihr hier zusammen leben. Ach, wie ich sehe, Du hast musikalisch aufgerüstet?“
„Ich bringe meinem Großvater Gitarrespielen bei.“
„Meines Wissens reicht dazu eine einfache Gitarre, hier aber stehen richtige Schätzchen herum.“
„Mein Großvater will aber nun mal elektrische Gitarre spielen und außerdem spiele ich noch mit Johann, dem Roboter.“
„Die können aber wirklich auch alles. Ich habe mir auch ein paar bestellt.“
„Wie bist Du hier herein gekommen? Haben meine Großeltern Dich herein gelassen?“
„Das war nicht nötig, ich kann überall und jederzeit auftauchen. Das könntest Du auch, wenn Du als oberster Richter arbeiten würdest. Ich kann immer nur sagen, der Job hat auch seine Vorteile. Also, wenn Du Deinen Job gerade vielleicht doch nicht machen willst, komm mit mir und schau Dich bei mir einfach mal genauer um. Vielleicht änderst Du dann ja Deine Meinung und entdeckst den Spaß an der Juristerei.“
„Nein, nein, ich gehe lieber zu den Straßenbahnen, bei Dir ist es mir zu dunkel.“
„Da wären wir bei einem anderen Punkt. Ich hätte tatsächlich langsam auch gerne mehr Licht. Joseph will mir mehr Strom zur Verfügung stellen. Ich könnte also einen versierten Elektriker ebenfalls sehr gut gebrauchen. Mein Angebot steht, komm zu mir und ich lege Dir die Hölle zu Füßen.“
„Alles was ich über Deine Hölle gehört habe ist ziemlich abstoßend.“
„Dann kennst Du sie nicht. Ich habe dort sogar ein Paradies für gefallene Frauen aufgemacht. Dort ist es wirklich absolut herrlich.“
„Was soll das denn für ein Paradies sein? Ich habe von so etwas äÄhnlichem schon mal von Monica gehört, da darf aber jede Frau hinein, nicht nur Gefallene.“
„Die normale Frau will nur einen bestimmten Mann, meine Frauen aber lieben die Auswahl.“
„Du sprichst von einem Bordell.“
„So könnte man es nennen, aber mit umgedrehten Vorzeichen. Ich bin von diesem Ort jedenfalls begeistert. Dort kann ein einfühlsamer Mann sehr glücklich werden.“
„Kein Interesse. Sex interessiert mich nicht.“
„Und was ist mit Monica?“
„Die ist so sehr mit ihrem Bombini verheiratet, die will auch keinen Sex. Außerdem hat sie sich diesbezüglich wohl genug ausgetobt.“
„Was soll das für eine Beziehung sein? Sex ist der Kitt einer jeden Partnerschaft.“
„Monica und mich verbindet mehr.“
„Wenn Du Dich da mal nicht täuschst. So wie ich die Lage sehe, musst Du Dich mehr aus der Deckung wagen. Sonst geht sie Dir irgendwann flöten.“
„Unsere Liebe ist größer als der Sex.“
„Wie Du meinst. Also, Du willst lieber zu den Straßenbahnen als ins Gericht, verstehe ich das richtig?“
„Ich kann mir Deinen Laden ja anschauen, wenn ich hier fertig bin. Ich will meine Großeltern eigentlich nicht so schnell verlassen, meine Großmutter will zu Weihnachten eine Gans braten.“
„Weihnachten? Das ist ja noch ewig hin. Ich glaube nicht, dass ich so lange noch warten kann. Mir geht dieser Wettbewerb total gegen den Strich.“
„Wieso? Hast Du Angst vor ihrem Gott?“
„Wenn ich das schon höre, ein Gott, der durch den Fernseher zu den Menschen spricht! Schwachsinn.“
„Da sind wir endlich mal einer Meinung. Das ist alles reine Einbildung.“
„Na, das weiß ich nicht. Ich denke nur, es handelt sich nicht um einen Gott, sondern um einen Satan.“
„Hast Du etwa einen Deiner Söhne in sie hinein gesteckt?“
„Nein, die arbeiten alle in ihren Banken. Bei mit fehlt niemand. Es müsste ein neuer Satan sein.“
„Du bist also auch infiziert. Was macht die Stimme in Deinen Augen satanisch?“
„Nun, zur Zeit scheint Monica in einer Art jüngstem Gericht fest zu hängen.“
„Du schaust dir den Mist an?“
„Ich habe jemanden gefunden, der die Sache für mich beobachtet. Du kennst ihn. Er heißt Michael Stevens. Bleibst nur für diesen Job, danach schicke ich ihn wieder in sein Bett.“
„Der Typ ist doch eine totale Flachpfeife. Der hat sich auch dünne gemacht, als es ans Arbeiten ging. Der hat jede Menge Kinder in die Welt gesetzt und kümmert sich einen Scheiß um sie.“
„Aber er kennt Monica gut und versteht was in ihr vorgeht. Ich finde ihn ganz in Ordnung. Das mit den Kindern ist heutzutage keine Sünde mehr, zumindest nicht in Europa, da zahlt der Staat.“
„Und davon lässt Du Dich beeindrucken? Die Kinder brauchen einen Vater, der sich kümmert.“
„Und was ist mit Dir, wieso hast Du keine Kinder?“
„Ich habe keine Lust mich zu kümmern.“
„Du bist wirklich total faul. Wer soll denn mal Deine Rente zahlen?“
„Ich gehe arbeiten und finanziere jetzt drei Rentner. Damit gelte ich das locker ab.“
„So funktioniert das aber nicht. Das Land braucht die Jugend um das Alter zu finanzieren. Deine Leistung für die Rentner in allen Ehren, aber Kinder sind ebenso notwendig.“
„Es gibt genug Menschen auf dem Planeten.“
„Die brauchen aber alle eine Ausbildung, Deinen Job kann ein halbverhungertes Kind nicht lernen.“
„Dafür ist die Entwicklungshilfe zuständig. Von mir aus kann man den Verteidigungshaushalt halbieren oder ganz abschaffen. Dann hat man genug Geld um die Welt besser zu machen. Und wenn alle Staaten das machen, dann dient dies dem Frieden und der Welt.“
„Wie willst Du denn den Verteidigungshaushalt abschaffen, weißt Du wie viele Firmen von den Aufträgen des Staates leben?“
„Interessiert mich nicht, sie können das Geld in der Bildungspolitik verdienen.“
„Du machst aber aus einem Panzerbauer keinen Sozialarbeiter. Das gibt unglaublich viele Arbeitslose.“
„Dann werden die eben finanziert. Geld ist dann genug vorhanden.“
„Solche Ideen kannst Du nur von Monica haben, die ist auch so naiv.“
„Ich halte sie in diesem Punkt nicht für naiv. Wenn die Menschen diese Lösung erkennen würden, dann wäre das alles kein Problem. Der Mensch könnte vernünftig handeln, er hat einen freien Willen.“
„Und wie erklärst Du Dir, dass oft die Partei gewählt wird, die den Status Quo erhalten will? Warum wählen dann nicht alle die LINKE? Die sind doch dafür.“
„Weil die Menschen sich einlullen lassen. Schuld sind die Politiker und die Medien. Auch die Banken und das Establishment.“
„Du bist mir ja ein rechter Satan. Seit wann hat einer meiner Söhne die Hand gebissen, die ihn füttert.“
„Ich würde ja auch lieber wo anders arbeiten. Nur, finde mal eine Firma, die nicht zu den Bösen gehört.“
„Komm zu mir, mach den Richter, und Du steckst alle die, die Du für schuldig hältst, in den Kerker.“
„Davon werden die auch nicht besser. Deine Gefängnishölle finde ich auch scheiße. Ich habe keine Lust mich den ganzen Tag um ihre Verpflegung zu kümmern.“
„Es liegt in Deiner Hand, gestalte und organisiere die Hölle wie sie Dir gefällt. Du kannst alles ganz absolutistisch bestimmen.“
„Ich weiß nicht. Das ist natürlich eine reizvolle Sache, nur, wenn ich ehrlich bin, ein kleines Bauernhaus mit Garten tut es auch. Von mir aus stecke sie alle in den Kerker, aber ich würde lieber hier oben an der Sonne leben und den Tag genießen.“
„Du bist ein fauler Hund. Irgendwer muss den Laden schließlich aufrechterhalten. Es ist Deine Verantwortung, an die ich appelliere. Wenn alle in einem Häuschen leben würden und von ihrem Garten lebten, dann gäbe es keine Autos, noch nicht mal so ein tolles Elektroauto, mit dem Du hier herum fährst.“
„Dann nehme ich das Rad.“
„Das muss aber auch gebaut werden, es gehört viel dazu ein Rad zu bauen.“
„Nun, dann gehe ich eben zu Fuß.“
„Du willst also zurück zur Steinzeit?“
„Ich will einfach meine Ruhe haben.“
„Du solltest Dich wirklich etwas mehr engagieren. In meinen Augen bist Du ein ziemlicher Egoist. Hauptsache Du hast Deine Ruhe, was mit den anderen Menschen auf der Welt ist, dass interessiert Dich wohl nicht.“
„Was willst Du, ich gehe arbeiten. Ich habe heute 30 Bildschirme aufgehangen.“
„Toller Job.“
„Es dient einer größeren Sache. Irgendwer muss es schließlich tun.“
„Was muss man in einer Straßenbahn Fernsehgucken?“
„Das ist halt der Fortschritt des Informationszeitalters.“
„Ich finde, bei mir könntest Du sinnvollere Arbeit leisten.“
„Ich bin aber nun mal Elektriker und kein Jurist.“
„Und die Hölle heller zu machen? Dafür bist Du doch genau der Richtige.“
„Ich werde es mir überlegen. Jetzt bleibe ich erst mal hier und rüste die Bahnen auf.“
„Wie Du willst. Ich melde mich wieder bei Dir, aber das mit Weihnachten schmink Dir ab.“
„Gut, dann eben kein Weihnachten im Paradies, ist mir auch Recht. Jetzt will ich aber endlich schlafen, mir fallen schon die Augen zu.“
„Dann schlaf gut, ich finde schon selber raus.“

Und Wolfgang zog sich die Decke über den Kopf und dachte:

„Was für ein totaler Scheißtag!“

Weniger Schnäppchen zum Jahresende

Zum Jaheresende:

Gebrauchtwagenpreise klettern auf Jahreshoch

Joseph saß derweil an seinem Schreibtisch im Büro und las in seinen Akten.

In der Vorliegenden ging es um einen gewissen Joseph Weizenbaum. Der Mann interessierte ihn. Er war krebserkrankt, wie so viele neuerdings. Aber er würde es noch ein Bisschen machen. Doch dann wollte Joseph diesen Namensvetter gerne bei sich aufnehmen. Der Mann war wie man am Namen schon hören konnte ein Jude. Er war im 20. Jahrhundert ein Pioneer in der IT-Branche gewesen. Er hatte 1966 ein ganz interessantes Experiment gemacht. Er entwickelte eine Software, die den Computer vermeintlich zu einem Therapeuten machte. Das war wirklich interessant. Weizenbaum war über das Ergebnis seiner Tests mit seinem Programm schockiert gewesen und später entwickelte er sich sogar zu einen großen Kritiker der Computereuphorie. Er war der Ansicht, dass man den Computern nicht alles überlassen sollte. Mit diesem Mann würde er sich wirklich gerne mal unterhalten. Er machte eine Notiz und legte die Akte zurück. Er würde sich mehr Informationen zu ihm besorgen müssen. Er ging zu seiner Frau Engel und bat sie um einen Kaffee. Als die gute Frau zu ihm mit dem Kaffee kam, da schob er ihr die Akte hin und meinte: „Ich brauche über diesen Mann mehr Informationen.“
„Wir haben jetzt vom Büro aus auch die Möglichkeit, das Internet zu benutzen. Eine feine Sache, da gibt man einfach nur den Namen ein und schon bekommt man jede Menge Internetseiten angezeigt, die etwas über den Mann zu berichten haben.“
„Dann soll jemand dort nachschauen und mir einen Bericht machen.“
„Das kann natürlich etwas dauern, Sie können auch selber nachschauen. Ihr Computer hat jetzt auch einen Internetanschluss.“
„Ach, ich weiß doch gar nicht wie ich in das Internet herein komme. Nein, nein, ich kann warten, es eilt ja nicht bis morgen.“
„Es gibt in der Stadt einen Computerfachmann, der hat sich auf Schulung von älteren Paradiesbewohnern spezialisiert. Dort könnten Sie sich auf den neuesten Stand bringen lassen. Der Mann kommt auch zu den Leuten ins Haus.“
„Gut, ich sehe ein, ich muss mich weiterbilden, dann machen Sie bitte einen Termin mit diesem Mann. Er soll mal kommen und mir alles genau erklären.“
„Er ist sehr sympathisch, er hat auch unsere Mitarbeiter geschult.“
„Wieso weiß ich da nichts von?“
„Der Auftrag ist noch von Europa erteilt worden. Es hat nur etwas gedauert, bis er einen Termin frei hatte. Gestern war er bei mir und hat mir das Wichtigste gezeigt.“
„Dann könntest Du ja auch für mich nachsehen.“
„Tut mir leid, aber ich bin sehr beschäftigt. Heute Abend vielleicht, ich kann ja ein Überstündchen machen.“
„Dafür gibt es einen Orden.“
„Gern geschehen, einen Orden kann ich gut gebrauchen.“
„Wieso? Du hast doch schon die beste Stelle im Paradies. Du bist eine fantastische Sekretärin.“
„Ich würde aber gerne irgendwann auch mal etwas anderes machen.“
„Was? Ich kann auf Sie nicht verzichten.“
„Ich arbeite jetzt schon Jahrhunderte für Sie. Irgendwann will man sich auch mal etwas verändern.“
„Und war schwebt Ihnen vor?“
„Ich würde gerne am Aufbau einer neuen Stadt mithelfen. Dieses Terraforming-Projekt könnte mich reizen.“
„Sie wollen mich also verlassen, das trifft mich hart. Ich hatte gedacht, ich bin der beste Chef.“
„Sind Sie ja auch, aber ich fände es wunderbar, wenn ich meine Qualitäten noch mal bei einem Aufbau zeigen könnte. Ich wäre dann ja auch nicht wirklich weg, ich würde ihnen wichtige Dienste Leisten können.“
„Gut, ich werde darüber nachdenken, aber dann sorgen Sie bitte für eine gute Nachfolgerin, ich will mich nicht in Zukunft um alles selber kümmern müssen.“
„Ich schau mich um, noch ist es ja nicht akut. Oder, wann soll das Projekt starten?“
„So schnell wie möglich. Wir reden hier von Wochen und nicht Monaten.“
„Dann ist es also abgemacht? Ich kann gehen? Ich verspreche, ich besorge die beste Nachfolgerin. Ich werde sie einarbeiten, Sie werden gar nicht merken, dass ihre Frau Engel weg ist.“
„Sie haben mich überrumpelt, aber gut, wenn es Ihr Wunsch ist noch mal so eine richtige Herausforderung anzunehmen, bitte, ich werde sie in das Terraformingteam aufnehmen.“
„Das ist wunderbar, ich freue mich sehr. Also, wie hieß der Mann? Joseph, ach ein Namensvetter, Joseph Weizenbaum, wird erledigt. Und nun trinken Sie Ihren Kaffee, er wird sonst kalt.“
Frau Engel zog die Tür hinter sich zu und Joseph war mit sich allein.

Das war ja wirklich ein Schock, seine

gute Frau Engel hatte praktisch gekündigt.

Pirelli-Kalender gegen den "Terror von Perfektion"

Joseph wusste auch nicht was er zu all dem sagen sollte.

Die Veränderungen verliefen alle in so einem rasanten Tempo. Jetzt gab es also schon Internet im Paradies. Wo sollte das hinführen? Früher war es doch auch mit Karteikarten gegangen. Musste es sein Paradies wirklich in allen Dingen der Erde gleich machen? Gab es da nicht auch Gefahren zu beachten? Er brauchte unbedingt mehr Informationen über diesen Weizenbaum.
Er erwartete für heute schon mal eine erste Übersicht über die Einschaltquoten bei dem irdischen Fernsehprogramm. Das war schließlich auch so ein unkalkulierbares Experiment. Wir würden seine Paradiesbewohner auf die Bilder von der Erde reagieren? Wollten sie dann nicht vielleicht alle zurück? Wurden damit nicht Wünsche und Hoffnungen geweckt, die er gar nicht erfüllen konnte? Vielleicht hätte er es doch nicht machen sollen. Doch jetzt war es zu spät, jetzt wurden überall Bildschirme aufgestellt und angebracht. Soweit man bisher wusste, war das Interesse an den irdischen Programmen sehr groß. In den letzten Tagen waren viele Fernseher nachgefragt worden. Und in den Schnellrestaurants hing auch der Fernseher an der Wand und lief den ganzen Tag. Eigentlich also ein großer Erfolg für den Wettbewerb, doch was waren die Folgen? Würden die Leute jetzt ihre Arbeit vernachlässigen? Würden sie sich alle zur Wiedergeburt anmelden? Nun, das wäre natürlich eine Lösung für sein Paradies-Bombini. So wurden die Langzeitgäste abnehmen und sein Bombini bekäme neuen Platz.

Aber hatte er so ein Paradies wirklich gewollt?

'Verstehen Sie Spaß?' Helene Fischer als Pizzabäckerin

Er packte seine Sachen zusammen und

machte sich auf den Weg ins Fernsehkontrollzentrum.

Dort wurde er schon von Johannes erwartet, der die Quoten gerade miteinander verglich. Der beliebteste Kanal war der Monalisakanal. Danach kam gleich Christians Sender. Er hatte gerade heute besonders zugelegt. Bei ihm hielt sich der Erfolg mit der Stimme zwar noch immer in Grenzen, aber sein neuer Ansatz zeigte Wirkung. Er versuchte möglichst informativ zu sein. Das Ganze lockerte er mit Zeichentrickszenen auf. Das kam offensichtlich beim Publikum ganz gut an. Der reine Politiksender hatte es da dann doch etwas schwerer. Er zog vor allen Dingen ehemalige Politiker an, doch von denen gab es im Paradies nicht so viele.
Der Typ mit den Zeichentrickfilmen war auch nicht schlecht aufgestellt. Er zeigte nun nicht nur Zeichentrickfilme, er blieb auch bei Kinderserien hängen. Doch es gelang ihm die einzelnen Spielfiguren miteinander reden zu lassen. Man hatte wirklich den Eindruck als unterhielte sich Puh der Bär mit Pippi Langstrumpf. Als rede das Sandmännchen mit den Schlümpfen. Es machte tatsächlich auch den Erwachsenen im Paradies ziemlich viel Spaß. Ganz besonders gut kamen dabei die Weihnachtsfilme an. Dort sprach ein Weihnachtsmann mit dem Anderen. Es war zwar ein ziemlicher Mischmasch, aber es störte irgendwie gar nicht. Im Gegenteil. Es erschien alles wie ein neuer Film. Ein Film über die Probleme von Weihnachtsmännern.
Joseph dachte: „Und wer macht einen Film über mich? Ich habe auch Probleme.“ Aber Johannes achtete gar nicht auf ihn, er studierte immer noch die Auswertung. „Interessant ist die Sache mit der Stimme. Sie scheint etwas persönlich zu werden. Jedenfalls hört man einige Vorwürfe an Monica heraus.“
„Sind die denn berechtigt?“
„Die Frage ist, ob man die möglichen Sünden öffentlich besprechen sollte.“
„Sie will berühmt werden, da wird sie sich mit so etwas abfinden müssen.“
„Trotzdem, ich finde ihr Privatleben geht niemanden etwas an. Was muss man über eine zukünftige, leichte Inkontinenz reden?“
„Was? Über solche Dinge wird da geredet?“
„Die Stimme nimmt keine Rücksicht.“
„Das ist natürlich nicht zu dulden.“
„Sie lässt sich nicht wegzappen, wenn Monica es schon mal versucht, dann geht es erst richtig rund.“
„Ich frage mich wirklich wessen geistiges Kind diese Stimme ist.“
Joseph ging mit Johannes in das Studio, in dem die Wettbewerber vor ihren Fernsehern saßen. Alle waren hochkonzentriert, niemand redete oder alberte rum. Offensichtlich nahm man die Aufgabe sehr ernst. Joseph ging bei jedem vorbei und grüßte kurz. Dabei warf er einen Blick auf die Bildschirme und gab das Quotenergebnis bekannt. Der Sportsender hatte auch gute Einschaltquoten und als Joseph dem Zapper die Nachricht bekannt gab, da strahlte dieser über das ganze Gesicht. Er freute sich und meinte, ihm gefiele sein Programm auch sehr gut. Auf der Erde gäbe es ja so viele tolle Sportarten. Gerade sei Wintersport das große Thema.
Dies erinnerte Joseph an den Wunsch einiger Paradiesbewohner, Ski laufen zu wollen. Er hatte sich dazu durchgerungen dieses Jahr Langlaufleupen herrichten zu lassen. Er wollte auch einen Hang am Berg zum Rodeln frei geben. Nur Abfahrtsski, das war einfach nicht drin.
Auch der mit den Zeichentrickfilmen war über sein relativ gutes Abschneiden glücklich. Er erzählte, dass er selbst total fasziniert sei. Gerade die Weihnachtsfilme funktionierten bei ihm besonders gut. Joseph schaute eine Weile zu und musste zugeben, es war lustig. Natürlich stellte sich die Frage, wie so eine Fülle an Zufällen nur möglich war. Aber das machte ja auch gerade die Faszination aus. Man konnte die verschiedenen Zusammenhänge einfach nicht voraussehen, es war ein Spiel mit dem Zufall.
Christian war natürlich überglücklich, als er hörte, dass er der mit den höchsten Einschaltquoten unter den Zappern hier im Raum war. Das Monica noch vor ihm lag, das wunderte ihn nicht. Sie arbeitete ja auch mit einem zusätzlichen Sender, ihrem Monalisakanal. Damit hatte sie immer die Möglichkeit Neugierde zu entfachen. Wenn sie einen Film von sich zeigte, dann waren selbst sie hier im Studio abgelenkt und schauten ihr zu. Sie hatte einfach die besten Karten.
Aber, dass er mit seinem Konzept ihr auf den Fersen war, das freute Christian sehr. Er hatte gehört, heute fuhren schon die ersten Straßenbahnen mit Bildschirmen durch die Stadt und sein Sender war dort sehr beliebt. In den Straßenbahnen wurde allerdings jeder Wettkampfteilnehmer gezeigt. Immer zehn Minuten, dann kam der Nächste dran. Die wirkliche Prüfung war der Privatzuschauer.

Er hatte die Auswahl und die Zeit zuzuschauen, er hatte die Fernbedienung in der Hand,

er konnte einen auch ruck zuck ausschalten.

Sarah Lombardi, Trennung, Post, Pietro

Joseph fragte Christian, ob er denn die ganze

nächste Zeit bei seiner neuen Freundin verbringen wollte.

Christian antwortete: „Sie ist genau die Richtige für meine Feierabende. Wir unternehmen etwas zusammen und ich kann mich gut von der Zapperei hier entspannen.“
„Nun, das ist natürlich wichtig. Dann werde ich das Gästezimmer wieder herrichten lassen. Natürlich kannst Du jeder Zeit wieder kommen.“
„Ich denke, ich bleibe bei Patschi. Soll der Wettbewerb wirklich bis Weihnachten gehen?“
„Ich denke wir beenden ihn am 4. Advent, so hat jeder noch Zeit um Geschenke zu besorgen. Aber nach Weihnachten müsstest Du langsam zurück. Oder willst Du nicht zu Deinem Sohn?“
„Doch, natürlich. Aber jetzt bin ich einmal hier, jetzt will ich auch die Zeit genießen. Der Wettbewerb ist meine Idee, also muss ich da jetzt auch durch. Und ich will gewinnen.“
„Hast Du denn schon einen Wunsch?“
„Ich will berühmt werden. Mit meinen Bildern, mit meiner Kneipe, mit meinem Leben.“
„Das ist natürlich ein großer Wunsch.“
„Für Dich eine Kleinigkeit.“
„Na, dann will ich darüber mal nachdenken, wie dieser Wunsch in Erfüllung gehen könnte.“
„Ich brauche nur einen guten Galeristen, denke ich.“
„Große Galerien gibt es in Neuseeland aber leider nicht. Für die Kunst ist das nicht ganz der richtige Ort. Du müsstest in New York leben.“
„Da will ich aber nicht hin. Ich liebe Neuseeland.“

„Na, mir wird schon etwas einfallen,

gewinne Du erst mal den Wettbewerb.“

Zinedine Zidane, Enzo Zidane

Joseph ging noch mal zurück in sein Büro und

Frau Engel kam ihm freudestrahlend entgegen.

Der Computerfachmann Wau Holland hatte noch einen Termin für den nächsten Tag frei. Seine Schulung würde ausfallen, da die Teilnehmer ein Weihnachtsfest feiern wollten. Er würde dort zwar auch gegen Nachmittag hingehen wollen, aber vormittags sei es für ihn kein Problem vorbei zu kommen. Das war ja mal eine gute Nachricht. Diesen Wau Holland hatte er sowieso kennen lernen wollen. Joseph wusste, er galt auf der Erde als der Begründer des Chaos Computer Club. Dieser Club war eine wirklich sinnvolle Sache. Sie deckten doch immer wieder die größten Schwachstellen im Internet auf. Viele der dort engagierten waren Hacker. Hacker, die sich für eine bessere Welt einsetzten. Ja, so sehr war er nun auch nicht hinter dem Mond. Er hatte zwar noch keine Ahnung wie man einen Computer des 20. Jahrhunderts bediente, aber seine Technik beruhte auch auf den Zahlen Null und Eins. Ihm war damit natürlich vollkommen klar, welch großes Potential in dieser Technik steckte. Wau Holland war also der Mann, der die Alteingesessenen des Paradieses mit dem Internet vertraut machen wollte. Dies war sicherlich eine sehr sinnvolle Aufgabe. Vielleicht konnte man ihn aber auch noch besser einsetzen. Er würde diesem Mann auf den Zahn fühlen, mal sehen, was er alles drauf hat, dachte Joseph.
Er fragte noch mal nach den Informationen über seinen Namensvetter und mit einem Lächeln reichte ihm Frau Engel die Akte. „Ein interessanter Mann.“
„Das ging ja total flott.“
„Dem Internet sei Dank. Es sind wirklich nur ein paar Klicks zu den entsprechenden Seiten, alles kein Problem. Das kann wirklich jeder.“
„Wenn dieses Internet so schnell ist, brauche ich denn dann noch so viele Mitarbeiter?“
„Das ist eine interessante Frage. So ein Computer erleichtert die Recherche sehr. Gerade mit diesen Suchmaschinen geht alles ruck zuck. Man muss nur noch lesen oder man schaut sich einen Film zum Thema an.“
„Dann muss ich mir ja bald neue Jobs ausdenken, schließlich können meine langjährigen, treuen Mitarbeiter nicht einfach auf die Straße gesetzt werden.“
„Ach, ich kenne einige, die hätten gegen etwas Urlaub nichts einzuwenden.“
„Was willst Du damit sagen, haben meine Leute etwa keine Lust mehr auf ihren Job?“
„4 Tage Arbeit pro Woche ist auch genug.“
„Sie meinen also, ich sollte die Arbeitstage verringern und nicht die Jobs.“
„Das meine ich. Ein langes Wochenende ist für jeden schön. Da kann man mal einen größeren Ausflug machen, man kann in seiner Wohnung renovieren, man kann die Stadt besuchen oder sich auch mal einfach treiben lassen. Wirklich, die Zeit mit Satan Senior war hart und unter Europa haben wir alle Überstunden machen müssen.“
„Das wusste ich nicht. Überstunden sind nur in Ausnahmefällen erlaubt. Also gut, dann wird ab sofort nur noch 4 Tage die Woche gearbeitet. Aber der Laden bleibt rund um die Uhr besetzt. Sie können mit der Personalabteilung besprechen wie die Dienstpläne dann aussehen müssten.“
„Ich plädiere für gleitende Arbeitszeiten. Jeder teilt sich selbst die Arbeit ein.“
„Das halte ich für nicht kontrollierbar.“
„Ich glaube ehr, wenn alle arbeiten, wann sie selbst es für richtig halten, dann wird letztendlich sogar mehr gearbeitet.“
„Ich denke, wir haben durch das Internet nicht mehr soviel zu tun?“
„Arbeit entwickelt sich. Freie Kapazitäten schaffen Freiräume für neue Konzepte.“
„Na, aber ich weiß nicht,“ sagte Joseph, „Ich denke wir brauchen eine Kernarbeitszeit.“
„Mit einem Computer kann man praktisch von überall arbeiten. Auch von zu Hause.“
„Aber dann verläuft sich doch alles im Ungefähren. Nein, ich möchte, dass die Leute hier hin kommen und sich an den Schreibtisch setzen. Wozu habe ich denn dieses riesige Verwaltungsgebäude?“
„Satan Senior hat es gebaut. Er wollte damit alles unter einem Dach haben und die Kontrolle ausüben.“
„Und Sie meinen Kontrolle sei nicht nötig?“
„Ich bin nie aus Zwang zur Arbeit gekommen, mir war die Sache wichtig. Mich muss man nicht kontrollieren.“
„Habe ich das denn je getan?“
„Satan Senior hat es getan. Und Europa hat uns so zugeschüttet mit Arbeit, da war jeder froh, wenn endlich der Feiertag kam.“

„Wenn das so ist, ich werde mir die Sache durch den Kopf gehen lassen.

Reden Sie aber ruhig schon mal mit der Personalabteilung.“

Khloe K.: So geht es wirklich in ihrer Jeans-Fabrik zu

Damit verzog er sich in sein Büro. Das waren

wirklich viele Veränderungsvorschläge, die Frau Engel so hatte.

Erst der Computer, dann das Internet und nun die Arbeitszeiten. Seine Frau Engel schien irgendwie auf Veränderung aus. Sie wollte wohl am Liebsten alles verändern. Ihm wurde klar, er wusste eigentlich nicht viel über Frau Engels Gefühle und Leidenschaften. Sie waren all die Jahre immer beim Sie geblieben, sie wollte es so. Sie ließ sich auch nur wirklich selten auf ein persönliches Gespräch ein. Gut, er hätte in ihren Kopf gucken können, doch das empfand er als unhöflich. Jeder sollte seine Privatssphäre haben. Er wusste, sie lebte alleine und wartete zumindest früher auf ihren Mann. Der hatte unbedingt wiedergeboren werden wollen. Doch hatte er auf der Erde ziemlich geloost. Er war nicht mehr ins Paradies zurück gekommen, sondern er lebte nun schon eine halbe Ewigkeit in der Hölle.
Kinderschändung war nun mal ein sehr schwerwiegendes Delikt. Er hatte Schutzbefolene angefasst und geschlagen. Das war für Frau Engel ein Schock gewesen. Ihr Mann ein Kinderschänder, es war einfach zu peinlich für sie. Aber dann hatte sie sich gefasst und seit dem arbeitete sie mit noch größerer Kraft. Und jetzt wollte sie beim Terraformingprojekt mitmachen. Offensichtlich hatte sie ihren Mann völlig abgeschrieben. Der würde wie Joseph wusste bald wieder frei sein und eine Chance auf ein neues Leben bekommen. Dadurch bekam er die Chance auf eine Rückkehr ins Paradies. Doch Frau Engel schien ihn nicht wiederhaben zu wollen.

Und ehrlich gesagt, Joseph hatte auch

kein Interesse an geleuterten Kinderschändern.

Auto

Das Fahrzeug geht im Wasser unter, sie

entkommt gerade noch rechtzeitig.

© spot on news

Joseph nahm die Akte von Weizenbaum

und las den Zettel, den Frau Engel hinzugelegt hatte.

Weizenbaum hatte in den 60er Jahren ein Computerprogramm entwickelt, dass eigentlich nur ein Versuch gewesen war. Doch die Menschen, die mit seinem Programm gearbeitet hatten, die sahen in den Programm weitaus mehr als nur ein Frage und Antwortspiel. Ja, es gab sogar einige Therapeuten, die sein Programm ernsthaft als Ersatz für ein psychotherapeutisches Gespräch ansahen. Dabei funktionierte es völlig nach dem Zufallsprinzip. Stellte jemand zum Beispiel eine Frage wie: „Soll ich meine Frau wegen meiner Geliebten verlassen?“ Dann kam eine Gegenfrage wie: „Was gibt ihnen ihre Geliebte mehr als ihre Frau?“ Oder ein Mensch fragte: „Warum bin ich nur so langweilig für meine Mitmenschen? Keiner liebt mich.“ Der Computer stellte daraufhin die Gegenfrage: „Sind die Mitmenschen nicht langweilig?“ Und so weiter, der Computer hatte immer eine passende Frage auf Lager. Er verwendete einfach Worte aus der Frage und formulierte sie um. Das verrückte war nun, die Nutzer dieses Programmes fanden diese Sitzungen sehr wertvoll, ja, sie glaubten einen echten Therapeuten dadurch einsparen zu können. Und die Therapeuten überlegten schon, ob sie den Computer nicht die Arbeit machen lassen sollten. Joseph Weizenbaum war darüber ziemlich schockiert. Diese Computergläubigkeit machte ihm Angst. Er war der Meinung, man dürfe den Computer nicht zu ernst nehmen, man solle ihn zur Informationsbeschaffung nutzen, aber darüber hinaus sei das Ding einfach kritisch zu betrachten. Der Mensch sollte immer noch selber denken. Und wenn er Probleme hatte, dann sollte er sich an einen richtigen, gut ausgebildeten und erfahrenen Therapeuten wenden und nicht an einen Zufallsgenerator. Da musste Joseph seinem Namensvetter Recht geben. So ein Computer war eigentlich ziemlich dumm. Wirkliche Empathie, ehrliches Einfühlungsvermögen, Intelligenz, Kreativität besaß er nun mal nicht. Er konnte einfach nur sehr schnell rechnen. Joseph dachte mit Grauen daran, dass die Menschen sich mit ihren Nöten und Sorgen an eine Maschine wandten, nur weil es vielleicht schneller ging und billiger war. Aber es erinnerte ihn auch an die Stimme in Monicas Programm. Sollte diese Stimme genauso zufällig sein? Nur, woher kam diese Intelligenz, die aus der Stimme sprach?

Woher wusste sie von Monicas leichter Inkontinenz?

Zufall?

'Verstehen Sie Spaß?' Helene Fischer als Pizzabäckerin

Wolfgang stand auf, als die Sonne schon langsam unterging.

Seine Großmutter hatte ihm Essen vorbereitet und so saß er nun ziemlich schweigsam vor seinem Teller. Seine Großmutter wunderte sich und fragte ihn, ob er nicht gut geschlafen hätte. Da erzählte er ihr von seinem Gespräch mit Satan Senior. Seine Großmutter war entsetzt. Ein Satan in ihrem eigenen Haus, das war ungeheuerlich. Und was Wolfgang zu berichten hatte gefiel ihr auch nicht. Es würde kein gemeinsames Weihnachtsessen geben, wie schade! Und was seinen Job anging, nun da war sie natürlich ganz auf Wolfgangs Seite. Die eigene Freundin umbringen, wo gab es denn so etwas? Sie kannte Monalisa zwar nicht, aber das, was sie über sie gehört hatte, das gefiel ihr gut. Und wenn seine Freundin Monica nur etwas von dieser Monalisa in sich trug, dann war das ganz wunderbar. So eine Frau brachte man nicht um, so eine Frau musste man unterstützen. Doch dazu war Wolfgang nur bedingt bereit, wie er seiner Großmutter zu erklären versuchte. Die Idee mit dem Bombini würde er niemals unterstützen. Das Paradies müsse sich eben einen anderen Ort suchen müssen. Die Erde sei mit und ohne Bombini nicht bereit für ein Paradies auf Erden. Das sah seine Großmutter allerdings ganz anders. Sie wünschte sich die ganze Welt wäre so wie das Paradies. Und von Bombinis hatte sie keine Ahnung, sie wusste nur, dass man damit durch Raum und Zeit fliegen konnte, und das war doch wunderbar.
Wolfgang wollte sich mit seiner Großmutter jetzt nicht streiten, er hatte schon genug schlechte Laune. Ihn nervte der Nachtdienst. Jetzt musste er dort hingehen, ansonsten würde ihn der Teufel holen. Aber jetzt, wo das Ende seiner Zeit hier bevorstand, da wollte er das Paradies nicht verlassen. Wenn seine Eltern nicht wären, wenn Monica nicht wäre, dann würde er bleiben wollen. Vielleicht sollte er Satan Seniors Angebot doch annehmen und Monica umbringen, dann kämen sie beide ins Paradies und er könnte mit ihr hier in dieser schönen Welt zusammen leben. Seine Eltern würden sicher bald schon nachkommen. Nur, konnte man Satan Senior trauen? Was wäre, wenn er ihn wegen des Mordes in die Hölle verfrachtete?

Wolfgang ging nach dem Essen auf den Hof und suchte nach Mirage.

Der lag in der Sonne und ließ sich durch ihn nicht aus der entspannten Stimmung holen.

Mirage sah, sein Wolfgang war schlecht gelaunt. Er hatte nur wenig Mitleid. Wolfgang kümmerte sich in letzter Zeit nur wenig um ihn. Nicht, dass es ihn gestört hätte, er verbrachte mit Hasso wirklich sehr schöne Tage. Aber er war dennoch etwas beleidigt. Wolfgang kniete sich zu ihm herunter und streichelte ihn. „Ich hätte auch gerne mehr Zeit für Dich,“ sagte Wolfgang und Mirage schmolz dahin. Er legte sich auf die Seite und zeigte dann noch seinen weißen Bauch. Es war doch wirklich eine gute Wendung der Dinge, wie gut, dass er nicht als Mensch wiedergeboren worden war. Die mussten arbeiten gehen. Und Arbeit schien etwas sehr Schlechtes zu sein, denn das hatte er schon oft mitbekommen, wenn Menschen arbeiteten, dann waren sie selten gut drauf. Der Koch, der sein erstes Herrchen auf der Erde gewesen war, der hatte auch immer genervt an der Leine gezogen, wenn es zum Restaurant ging. Er wurde angebrüllt und getreten, weil er angeblich im Weg gewesen war. Gut, das Essen hatte immer gestimmt, aber die Laune war oft schlimm gewesen. Und Wolfgang erinnerte ihn jetzt an seinen Koch. Vielleicht sollten sie einen Spaziergang machen? Er sprang auf und fiepte Wolfgang an. „Spazieren!“
„Du willst spazieren, ich weiß nicht ob ich noch Zeit habe, aber, was soll’s, klar, wir gehen ein kleines Stück.“ Und so machte sich Wolfgang mit den beiden Hunden auf den Weg. Er wollte einmal zu den Rindern gehen, die etwas weiter Weg auf einer Wiese standen. Bald würden diese Rinder geschlachtet. Er kam da ja immer schwerer mit klar. Musste es im Paradies wirklich Fleisch geben? Hatten Tiere nicht auch ein Recht auf ein ewiges Leben? Mirage war jetzt unsterblich, doch warum nicht auch die Kuh? Oder bevorzugten die Tiere im Allgemeinen die Wiedergeburt?
Warum konnten die Tiere nicht auch durch den Spiegel gehen? Sicher, im Paradies wollte man gerne alles Essen, ein Bisschen Scharaffenland eben. Aber das dafür die Tiere getötet werden mussten, das störte ihn irgendwie immer mehr.

Sie kamen zu den Rindern und Mirage schreckte sie übermütig etwas auf.

Hasso machte mit. Wolfgang drehte sich eine Zigarette und schaute in den Sonnenuntergang. Durch den Nachtdienst bekam er von der Sonne nur noch sehr wenig mit. Vielleicht hätte er doch Satan Seniors Angebot annehmen und sich die Hölle etwas genauer anschauen sollen. Dann müsste er jetzt nicht die ganze Nacht Bildschirme für einen Wettbewerb aufhängen gehen. Einen Wettbewerb, den er für völligen Schwachsinn hielt. Und dann war es wirklich die Frage, musste es im Paradies Fernsehen geben, und dann auch noch das schlechte, irdische Programm? Er hatte zwar noch nicht viel paradiesisches Fernsehen geschaut, aber er hatte in der Fernsehzeitung, die der Tageszeitung beigelegen hatte, geblättert und er hatte einige Sendungen gefunden, die ihn interessieren könnten. Eine Sendung hatte ihn sehr neugierig gemacht. Drogenmissbrauch im Paradies. Das war ja nun mal ein wirklich interessantes Thema. Wie hielten es die Paradiesbewohner mit Aklohol, Zigaretten, Cannabis, LSD und was es da sonst noch alles an Pilzen und Blättern gab? Die Menschen, die sich dem übersinnlichen Mysterium öffenen wollten, die griffen gerne zu diesen Hilfsmitteln. Das war schon immer so gewesen. Der Schamane kaute irgendwelche Blätter um sich für das Jenseits zu öffnen, der Mönch trank sein Bier, der Hippi griff zum Joint oder versuchte es mit LSD. Alle nahmen Drogen. Er auch. Er rauchte Cannabis und dies regelmäßig. Hier bei seinen Großeltern hielt er sich zurück, aber auf der Erde war er ein Dauerkiffer. Er rauchte auch schon mal auf der Arbeit. Vielleicht sollte er dies heute Nacht auch tun. Dann würde die Arbeit wahrscheinlich leichter fallen. Bedenken, dann nicht konzentriert genug zu sein, die hatte er nicht. Es war keine schwierige Arbeit. Im Gegenteil, sie unterforderte ihn gewaltig. Er brauchte gar nicht lange darüber nachzudenken, er würde sich die Nacht schön kiffen. Er setzte sich auf einen Findling und holte ein Tütchen mit Gras hervor.

Er würde sich einfach ein paar Sticks drehen, das hieß Zigaretten mit was drin.

Beliebtester Kfz-Versicherer

*

Echilar machte eine Pause und Joso streckte sich.

Das war wirklich eine ganz unglaubliche Geschichte, aber er sah alles vor seinem geistigen Auge und er fühlte mit den Personen. Am sympathischsten fand er ja den Joseph. Das schien wirklich ein guter Mensch zu sein. Dieser Wolfgang war doch zielmich arbeitsscheu und der Chistian war ein Frauenheld. Er konnte sich aber viele Dinge immer noch nicht wirklich vorstellen. Einen Fernseher zum Beispiel. Er sah jetzt immer ein viereckiges Fenster, durch das man in eine andere Welt schauen konnte. Doch wie war so etwas möglich? Er verstand es nicht, aber er glaubte Echilar trotzdem. Irgendwann würden die Menschen einen Kasten bauen, durch den man in die Welt schauen konnte. Das war doch wirklich wunderbar. Aber auch das Essen, er hörte von Dingen, die er noch nie gesehen oder probiert hatte. Bei ihm gab es meistens sowieso nur Brot, etwas Käse und vielleicht etwas Fisch. Aber die Menschen in der Zukunft würden sehr viele Dinge kennen, die er sich noch nicht einmal vorstellen konnte.
Er hatte Hunger und Echialr offensichtlich auch. Joso goss etwas Tee nach und Echialr stand auf um austreten zu gehen. Joso tat es ihm gleich. Dann ging Echilar an seine Kochstelle und schaute in seine Gefäße. Und er wurde fündig. Er hatte noch etwas Obst. Sie gingen zurück zu ihren Kissen und Echilar fragte Joso: „Und glaubst Du mir langsam?“
„Ich bin völlig weg. Es ist eine super Geschichte. Und ja, ich muss zugeben, ich glaube nicht mehr, dass Du mich verschaukelst. Du hast es erlebt. Es war bestimmt kein Traum, denn von einem so langen Traum habe ich noch nie gehört.“
„Wird Dir die Geschichte zu lang?“
„Ach wo, gar nicht, erzähle nur weiter.“
„Na, ich will es trotzdem mal etwas straffen. Wolfgang ging also nachts arbeiten und auch alle anderen Paradiesbewohner gingen ihrer Arbeit und ihren Geschäften nach. Echanton malte fleißig und ich schaute mir Hologrammfilme an. Die Zeit verstrich irgendwie unmerklich. Ich könnte nicht sagen, war es eine Woche oder zwei Jahre. Zeit war irgendwie bedeutungslos für mich. Ich machte einfach, was mir in den Kopf kam und dachte nicht über die Zeit nach. Und ich interessierte mich total für diesen Moses. Wenn die Geschichte Recht hat, dann lebt er jetzt hier in unserer Zeit. Ich würde diesen Mann gerne mal treffen.“
„Was ist an dem denn so toll?“
„Er führt die Hebräer in ihr gelobtes Land. Sie werden einmal Juden genannt werden. Diese Leute glauben an ein Paradies mit einem allmächtigen Gott und darum werden sie im Paradies auch aufgenommen. Der Glaube ist die Eintrittkarte. Gut, es kommt auch schon mal jemand ins Paradies, der nicht dran geglaubt hat, aber das sind Ausnahmen. Joseph meinte, jeder bekäme das Ende, welches er haben möchte. Wollen Menschen in die ewigen Jagdgründe eingehen, so werden sie in einer Welt mit vielen Tieren aufwachen. Glaubt man an ein Totenreich wie unsereiner, dann wird es auf uns warten. Glaubt jemand an Nichts, so bekommt er auch das große Nichts. Jedem wie es ihm gefällt.“
„Ist das wahr? Wenn ich an das Paradies glaube, dann dürfte ich auch dort hin und mit einer Straßenbahn durch die Stadt fahren?“
„So ist es. Es gehört allerdings noch etwas dazu. Du musst nützlich sein. Du solltest Dich also bemühen in Deinem Leben etwas zu lernen und etwas aus Dir zu machen. Umso größer ist die Chance, dass Du auffällst und man sich Deine Anwesenheit wünscht.“
„Das sagst Du, weil Du ein Lehrer bist.“
„Das sage ich, weil das Paradies-Bombini sonst nicht richtig funktionieren würde. Joseph kann nicht jeden aufnehmen. Für die ganz Bösen allerdings gilt, sie kommen garantiert die Hölle. Alle übrigen werden wiedergeboren. Dann erinnern sie sich nicht an ihr altes Ich und sie fangen ganz einfach von Vorne wieder an. Kindheit, Jugend, Elternschaft und das Alter. Viele schaffen es allerdings noch nicht einmal bis zur Elternschaft, und das Alter ist selten, zumindest bei uns. Später einmal in 3-4 tausend Jahren, da werden die Menschen fast alle ziemlich alt. Die Medizin macht es möglich. Nun ja, und wenn Du ins Paradies kommst, dann wirst Du erst mal unsterblich. Jedenfalls für eine Weile, denn das ewige Leben währt nicht ewig. Letztendlich wird wohl jeder wiedergeboren, nur vielleicht nicht auf der Erde sondern auf einen weit entfernten Planeten. Vielleicht sogar in einer anderen Dimension. Aber aufhören tut es für niemanden.

Selbst die Atheisten kommen in einen Himmel.

Nur ist da eben nichts drin, es ist

nur leerer Raum.

*

François Hollande

Wolfgang hatte nun die fünfte Nachschicht

hinter sich und es ging seiner Laune immer schlechter.

Er vermisste die Sonne und dies drückte auf das Gemüt. Diese Tage erinnerten ihn an seine Kellerjahre, da hatte er auch nur selten die Sonne gesehen. Aber immerhin, er wurde gut bekocht. Seine Großmutter machte ihm für jede Nacht eine Schüssel fertig, die er nur in die Mikrowelle zu stellen brauchte. Es gab jeden Tag etwas anderes. Auch Manuel bekam immer etwas Leckeres mit auf die Arbeit. Aber auch die anderen waren gut versorgt und so war die Stimmung in der Pause immer sehr gut. Es wurde viel erzählt und gelacht. Wolfgang vergaß seine schlechte Laune dabei und lachte mit. Außerdem hatten sie ja auch wirklich etwas zu Lachen, denn ihr Team war das Beste, sie würden wahrscheinlich alle einen Orden bekommen. Aber auch die Zweit- und Drittplatzierten bekamen noch eine Auszeichnung. Sie waren allerdings erst so gut geworden, seit Wolfgang Johann mit brachte. Er hatte den Meister gefragt und der war ganz neugierig auf diese Johanns, denn er überlegte schon um wie viel einfacher die Arbeit für alle würde, wenn sie solche Hilfe hätten. Das Ende der Arbeit war außerdem bald absehbar, es fehlten nur noch wenige Bahnen und dann würden man im Paradies während der Fahrt überall fersehschauen können. Ob das erstrebenswert war, dass wusste Wolfgang immer noch nicht, aber die meisten Leute freuten sich darüber. Es gab jetzt auch eine neue Software, die gab neben dem irdischen Programm auch die jeweiligen Stationen und die Uhrzeit an. Im Grunde war das alles keine großartige Technik, auf der Erde hatte man so etwas auch. Da wurde zwar kein Fernsehprogramm gezeigt, aber mit einem entsprechenden Empfänger war das auch möglich. Doch wahrscheinlich würde man es dort über das Internet machen. Flächendeckendes Internet gab es im Paradies jedoch noch nicht. Allerdings gab es jetzt schon die ersten Hacker und Internetaktivisten im Paradies und es war nur noch eine Frage der Zeit, wann sie ein paradiesisches Internet haben würden.

Auch Joseph war seiner Arbeit nachgegangen wie alle übrigen auch.

Die Zeit war unmerklich vorbeigezogen.

Otto Waalkes, Verlobung, 3. Ehe

Es gab in diesen Tagen in den einzelnen Firmen sehr viele Weihnachtsfeiern und auch in Josephs Verwaltung sollte heute so ein Fest stattfinden. Morgen begann das erste lange Wochenende seit langem, denn die 4-Tage-Woche war eingeführt und so konnte man am nächsten Tag gut ausschlafen. Frau Engel hatte die letzten Tage immer auch mit den Vorbereitungen zu dem Fest zu tun gehabt, aber es würde die letzte Weihnachtsfeier sein, die sie hier im Paradies organisieren musste. Sie würde bald schon auf den Planeten 783 übersiedeln. Einen richtigen Namen hatten sie für ihn noch nicht, den würde man erst bestimmen, wenn man dort eine Weile gelebt hatte. Es war wie sie nun wusste ein Pflanzenplanet mit vielen Bodenschätzen. Es gab dort große Vulkane und heiße Quellen. Er besaß auch einige Ozeane in denen erstes tierisches Leben vermutet wurde. Der Sauerstoffgehalt war doch nicht so gering wie anfangs befürchtet. Es hatte sich nach einer Erkundung herausgestellt, dass man dort durchaus atmen konnte. Zwar war die Luft dünn wie in den hohen Bergen auf der Erde, aber es sollte ausreichen um sich frei zu bewegen. Die schwere Arbeit aber müsste mit Sauerstoffflaschen erledigt werden oder eben durch Johanns. Die hatten keine Probleme, sie brauchten einfach nur Strom. Zur Zeit wurde ein geeignetes, großes Bombini ausgerüstet. In diesem Raumschiff würden sie erst mal wohnen, aber es war geplant sofort mit dem Bau einer ersten, kleinen Stadt zu beginnen. Joseph war in den letzten Tagen noch einmal zum Roboterplaneten geflogen um weitere Bestellungen aufzugeben. Er brauchte Bagger und Fördermaschinen für die Bodenschätze.

Er brauchte auch jede Menge weiterer Johanns, denn die

Jungs gingen tatsächlich weg wie warme Semmeln.

Fast jeder wollte nun einen haben.

Barron Trump, Melania Trump, Video, Youtube

Christian saß immer noch auf seinem Fernsehsessel und

zappte sich die Finger wund. Aber er war gut. Sehr gut sogar.

Doch noch hatte Monica die Führung. Sie hatte nun schon einige ihre Filme gezeigt und Christian hoffte, ihr würde bald mal der Stoff ausgehen. Aber daran war nicht zu denken, ihre Internetseite war ziemlich umfangreich, wie Anton aufzuzeigen wusste. Christian hatte Anton irgendwann nach Feierabend mal aufgesucht und er hatte mit ihm über Monicas Filme gesprochen. Anton hatte ihm die Internetseite aufgemacht und seit dem wusste er, Monica hatte Filme ohne Ende. Sie zappte allerdings auch sehr viel, und dies, obwohl die Stimme nicht immer lustig war. Man hörte doch eine ziemliche Anklage heraus. Der Stimme gefiel der Gedanke nicht, Monica könnte weltberühmt werden. Sie führte eine ganze Reihe von Argumenten dagegen an. Das Hauptargument war dabei, als Berühmtheit hatte man kein Privatleben mehr. Alles würde öffentlich. Und als Göttin sowieso. Man würde sie auf Schritt und Tritt beobachten, man würde in ihrem Müll wühlen, man würde sie ständig ansprechen und aufmerksam beäugen. Sie würde über sich selbst Lügen in der Zeitung lesen, sie würde in Komediesendungen durch den Kakau gezogen, sie würde sehr alleine sein, denn all ihre Freunde wären falsche Freunde, da sie nur an ihr interessiert seien, weil sie berühmt geworden sei.

Außerdem machte sie auf die Macht des Staates und der Ölindustrie aufmerksam. Dort würde man ihrer Berühmtheit nicht einfach tatenlos zusehen. Kampagnen würden gestartet und bald schon würde sie mit offenen Anfeindungen rechnen müssen. Man würde versuchen über sie irgendetwas Belastendes zu Tage zu fördern. Und ein intimes Foto wäre da schnell für viel Geld zu kaufen.

Christian hatte nicht die Zeit Monicas Bildschirm die ganze Zeit zu

verfolgen, er musste sich schließlich um sein eigenes Programm

kümmern, aber Anton erzählte ihm, die Stimme würde fast

schon einen erpresserischen Ton bekommen.

Es war ja nicht immer sehr leicht ihr zu folgen, aber wenn man so kontinuierlich das Ganze beobachtete wie Anton dies tat, dann wurde schon klar, die Stimme baute ziemlichen Druck auf. Andererseits, die Stimme konnte auch sehr schnell umschlagen und plötzlich sah sie alles ganz rosig und versprach die tollsten Sachen. Sie kündigte dann einen riesen Erfolg an. Was sollte man davon halten?

Josefine und Johannes waren auch hinzu gekommen und sie fragten Christian wie es ihm gehen würde, so den ganzen Tag vor dem Fernseher. Er meinte, man gewöhne sich schnell daran und die Zeit verginge irgendwie wie im Fluge. Er würde jetzt so langsam alles recht gut überblicken und so wüsste er, wohin und wann er umschalten musste, um zum Beispiel regelmäßig die Nachrichten zu senden. Er würde aber auch sehr viel mit Filmen machen. Er wollte erreichen, dass die Schauspieler über den Film hinaus miteinander redeten. Einige gute Gespräche seien so schon zustande gekommen. Besonders interessiert sei er auch an der Integration von Werbung. Das klappte meist wirklich auffallend gut.

Josepfine und Johannes erzählten, dass sie jetzt auf ihrem Hotelzimmer auch einen Fernseher hätten, und dass sie ihn den ganzen Tag laufen lassen würden. Morgens würden sie oft den Politiksender schauen, der brachte viele interessante Nachrichten und Dokumentationen über Politiker oder aktuelle politische Themen. Mittags würden sie zu Monica umschalten, denn die zeige meistens nach Zwölf einen ihrer Filme. Nachmittags seien sie sich manchmal nicht einig, Johannes wollte gerne den Sportsender sehen und sie sei ein Fan von den Zeichentrickfilmen. Aber sie würden es jedes Mal auswürfeln. Sie verbrachten viel Zeit in ihrem Zimmer, denn dort war es warm und gemütlich. Irgendwann müssten sie schließlich wieder ihre Doppelkoje auf dem Forschungsbombini beziehen, und da würde es für sie wieder sehr eng.

Chrisian mochte die Leute vom Forschungsbombini und er verfluchte ein Bisschen die viele Zeit mit Patschi. Sie nahm ihn wirklich voll in Beschlag. Erst war das ja sehr schön gewesen, doch nun, nach ein paar Tagen, da ging ihm das Ganze Päarchengetue auf die Nerven. Sie würden kein Paar bleiben. Aber sie benahmen sich so, als seien sie ein altes Liebespaar. Aber in diesem Fall konnte das ja gar nicht sein. Patschi kam von einem unendlich weit entfernten Planeten. Sie war dennoch irgendwie wie alle Frauen. Sie zerrte an ihm. Im Bett war das natürlich toll. Aber im Alltag?

Die Leute auf dem Forschungs-Bombini

lebten dagegen ihr eigenes Ding.

Hohe Strafen nach brutalem Raub

Auch sie wussten, der Aufenthalt würde nicht ewig dauern.

Sie waren zwar gefragt worden, ob sie lieber bleiben wollten, aber kaum einer hatte das Angebot angenommen. Sie wollten eigentlich alle zurück. Aber sie wollten unbedingt auch irgendwann wiederkommen. Das Erlebnis, Joseph kennen gelernt zu haben, sein Bombini erleben zu dürfen, das alles war wunderbar. Nicht jede Entdeckung, die sie im Welltall bisher gemacht hatten, war so angenehm verlaufen. Es gab eben auch Planeten, die empfingen einen mit großem Argwohn, ja Feindseligkeit. Mit einigen Planeten befand man sich praktisch im Krieg. Noch hatte man auf der Erde jedoch keine Waffe, die so umfassend war, dass sie sogar das Torsionsfeld des Quark zerstören konnte. Doch diese Waffe brauchte man, wenn man im Weltall die Macht haben wollte. Denn damit konnte man den Gegner wirklich zerfetzen, Torsionsfeldblase hin oder her. Gegen diese Waffe gäbe es keinen Schutz. Die Materie würde in einem einzigen Lichtblitz zu Licht. Diese Waffe war die gefährlichste Waffe im Weltall. Alle fürchteten sie, einige wollten sie und ganz wenige hatten sie. Natürlich war jeder daran interessiert, wie diese Waffe im Detail funktionierte, doch niemand wusste etwas Genaues. Es hatte etwas mit der Schwerkraft zu tun, mehr wusten die Wenigsten. An dem Geheimnis war also sehr vielen gelegen, Wissen über die Bombe wäre unbezahlbar. Aber das Wissen selbst war auch schon ziemlich gefährlich. Im 20. und 21. Jahrhundert spielte diese Bombe noch keine Rolle. Vielleicht träumten einige von ihr, aber von einer Bombe dieses Kalibers fühlte man sich noch nicht bedroht. Und irgendwie war der Zustand dieses Nichtwissens eine Gnade. Denn mit der Erkenntnis, das es Kräfte im Universum gab, die so unglaublich vernichtend sind, nun damit rechneten die Physiker dieser Zeit noch nicht. Das änderte sich, wie Anton Christian erzählte, zu Beginn des 22. Jahrhunderts. Da war ein richtiges Bombini zum ersten mal geflogen. Das führte zu einem unglaublichen Auftrieb in der Physik und irgendwann kam dann ein junger Physiker an und erzählte von der eventuellen Möglichkeit dieser Bombe. Das kam den Richtigen zu Ohren und man ließ ihn zur Eine-Welt-Regierung zitieren. Der Mann musste alles darlegen und danach wurde beschlossen das Thema zu beerdigen. So eine Bombe war nicht gewünscht. Im Geheimen wurde aber natürlich doch weitergeforscht und als es dann den ersten Bericht über die Vernichtung eines Raumschiffes durch so einen Lichtblitz gab, nun da war die Aufregung groß und nun wurde fieberhaft weitergeforscht, mit öffentlichen Mitteln. Man sagte, es ginge nur um Selbstverteidiigung, aber in so einem gefährlichen Weltall könne man nicht ohne diese Schutzbewaffnung aussiedeln. Zu Viele Menschenleben standen dabei auf dem Spiel. Nun war es so, die Aussiedelung verzögerte sich, weil die Waffe noch nicht funktionierte. Den Forschern fehlte noch eine zündende Idee. Und so waren auf der Erde viele Wissenschaftler mit der Suche und Forschung beschäftigt.

Christian fragte, was sie denn von dieser Bombe halten würden

und Josefine sagte: „Am Besten man hätte sie nie entdeckt.

Dann müssten wir zwar auf Wissen verzichten, möglicherweise entscheidendes Grundlagenwissen, aber lieber dumm gelebt als klug gestorben. Das ist auch der Wahlspruch unserer Bewegung. Es gibt zunehmend Menschen, die finden, es ist gut, wir wissen genug um die Finger davon zu lassen. Denn der Besitz, aber auch schon das Wissen um die Bombe, könnte andere Völker erst auf den Plan rufen und unser noch ruhiges Leben auf der Erde ist dann Vergangenheit. Wenn unser Planet bedroht wäre, nicht auszumalen.“

Anton bot Christian ein alkoholfreies Bier an und

er entzündete auch einen kleinen Joint.

Asteroid

Josefine saß an Johannes angekuschelt, Andreas fragte, wer Lust auf Pizza hatte, Klaus setzte sich auch hinzu und dann erzählten sie Christian den halben Abend lang, was ihn und seine Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten wiederfahren würde. Christian fand es zunächst auch alles ganz lustig, aber ihm ging die Sache mit der Bombe nicht aus dem Kopf. Hatte Monica nicht etwas von einer Wunderwaffe erzählt? In einem ihrer Filme, da saß sie verrückter Weise in der Badewanne. Mit viel Schaum, aber man hatte ihre Brüste kurz sehen können. Sie waren sehr schön, fand Christian. Sie hatten in seinen Augen eine perfekte Form. Gut, für richtigen Sex waren größere Brüste natürlich aufregender, aber aus der Sicht eines Künstlers geht es natürlich auch um die Ästhetik der Form. Monicas Brüste jedenfalls fanden bei ihm Gefallen. Deshalb hatte er auch gar nicht so genau hingehört, aber jetzt erinnerte er sich. Wenn man sie ernst nahm, dann behauptete sie im Besitz einer Idee zu einer Bombini-Bombe zu sein. Sie wüsste zwar nicht genau, wie man sie zünden konnte, aber wie man überhaupt an das Quark so nah herankam, das wusste sie schon. Zumindest glaubte sie es zu wissen. Hoffentlich hatte dieser Film keine hohen Einschaltquoten gehabt. Obwohl, das war sicherlich sehr unwahrscheinlich, eine Frau in einer Wanne guckt sich zumindest jeder Mann an. Die Frage war nur, hatte er auch gut zugehört.

Auch Anton fiel in diesem Moment der Badewannenfilm ein und er musste zugeben, die Brüste hatten ihn abgelenkt, sonst wäre ihm der Zusammenhang sofort aufgegangen. Monica hatte möglicherweise die Idee zu der Bombe. Zumindest sollte sie es behaupten, erinnerte er sich an die Sitzung im Esszimmer des Großvaters. Sprach Monica wirklich von dieser Bombe? Hatte sie etwas entdeckt? Oder tat sie nur so? Ihr Großvater hatte ihr damals gesagt: „Behaupte einfach, dass du die Wunderwaffe hast.“ Warum wollte Joseph, dass die Sache publik wurde? Damit zog er doch den absoluten Müll aus dem Weltall an. Wollte er einen Krieg der Sterne? Das konnte Anton sich gar nicht vorstellen, der Josdeph war doch so friedlich. Im Paradies gab es kaum Polizei. Militär schon mal gar nicht. Die Polizei war für den wachsenden Verkehr zuständig, sie kümmerte sich um Verletzte, Leute, die vielleicht einen Unfall gehabt hatten. Sie kümmerten sich um die Menschen, standen mit Rat und Tat zur Seite, aber Diebe jagdten sie nicht. Es gab auch keine Mordfälle zu bearbeiten. Erpressung und Korruption gab es nicht. Es mussten auch selten Familienstreitereien gelöst werden, denn in den Familien ging es zumeist sehr entspannt zu. Hier bekam jeder so viel Platz wie er brauchte. Kinderlärm gab es auch nicht, was jedoch einige auch sehr schade fanden.

Jedenfalls Joseph machte ganz und gar nicht den Eindruick, als wolle er mit dem Feuer spielen. Und trotzdem hatte er Monica diesen schwerwiegenden Rat gegeben. Damit konnte sie sich in des Teufels Küche bringen. Auch Anton hoffte, dass der Film ungehört und unverstanden blieb. Er würde erst mal gar nichts dazu sagen.

Vielleicht ging der Sturm ja so auch einfach vorüber.

Dreister Dieb klaut Eimer voll Gold

Dieb klaut Eimer voll Gold

Aber die Dinge lagen nun mal schon

bei Satan Senior auf dem Schreibtisch.

Er hatte sich alle Filme herunterladen und auf einer CD-brennen lassen. Das war zwar nicht die neueste Technik, aber immer noch ziemlich sicher. Satan wollte sich alle Filme vom Bett aus ganz in Ruhe ansehen. Er würde dabei jedes Wort auf die Goldwage legen. Er musste am Ende entscheiden, ob ihre Filme gut genung waren, um damit ins Paradies zu kommen. Man hatte ihm schon gesagt, dass einige erotische Sachen dabei wären, aber das hatte ihn nur noch neugieriger gemacht. Er wusste, soviel Aufmerksamkeit schenkte er selten jemanden. Er ließ auch immer mehr von anderen erledigen, aber diesen Fall würde er sich selbst vornehmen. Roxelane war bei einer Freundin im Paradies, sie wollte zwei Tage weg bleiben. Da hatte er also genügend Zeit. Er hatte sich bei seiner Frau Teufel abgemeldet und gesagt, er sei für niemanden zu sprechen. Dann hatte er sich etwas zu Knabbern mit ins Schafzimmer genommen und den Fernseher angemacht. Er legte die CD in ein Laufwerk und schon ging es los. Die Filme kamen in chronologischer Reihenfolge, denn zum Glück waren sie alle mit dem Erstellungsdatum versehen.

Der erste Film hieß „Frühstück bei Monalisa“. Es waren

Aufnahmen von einem Frühstück von Monica und Wolfgang.

Es ging um Kaffee, es ging um eine Judennase, aber das interessierte ihn weniger. Er fand vor allen Dingen die Musik zu dem Film super. Da schmerzte das böse Urheberrecht. Der Film musste unbedingst so bleiben wie er war. Es war ein guter Film, interessant, vor allen Dingen Monicas Hintern. Sie hielt ihn völlig ungeniert in die Kamera. Das war schon ziemlich frech, aber gelungen, durchaus. Die Sache mit dem Agenten war auch interessant. Was soll das für ein Agent sein? Ach so, er will Gage. Na klar, der Typ machte ungern etwas umsonst. Aber sogar in dieser Situation an Geld zu denken, also, er hätte da an etwas ganz anderes gedacht. Aber das wusste er ja schon, der Typ war ein Sexmuffel. Er fragte sich wirklich manchmal, ob da wirklich sein Sohn drin steckte. Das Satan Junior nicht mehr Druck machte.

Dann dachte Satan Senior wieder:

„Ist ja auch egal, Monalisa gehört sowieso nur mir.“

Katarina Witt, Eiskunstlauf, Beleidigung, Kühlschrank

Satan Senior schaute sich fast regungslos

die Filme der Reihe nach an. Er versuchte

zu verstehen, welche Botschaft sie hatten.

Natürlich fragte er sich auch, was das Thema Religion bei dem Bombini-Projekt zu suchen hatte. Was sollte der Film über Maria Magdalena? Die war niemals eine Piratenkönigin, die lebte friedlich an der Seite ihres Mannes und kümmerte sich um die Gläubigen. Aber Seefahrerin war sie nie. Ihr ist auf Schiffen schlecht geworden. Aber gut, das war vielleicht künstlerische Freiheit. Dann kam der 12-Tage-Kursus dran. Das war natürlich wirklich viel Film. 12 mal über 70 Minuten.

Er ging in die Küche um sich etwas zu Essen zu holen.

Er schaute in den Kühlschrank.

Leer.

Schlange in Toilette

Seine Roxelane wollte Essen aus der Stadt mitbringen. Er schaute ins Tiefkühlfach und entdeckte Pizza. Nun, warum nicht, das konnte man gut im Bett essen. Er schob die Pizza in den Ofen und ging zurück zum Fernseher. Er suchte nach einem kurzen Film und entdeckte einen mit dem Titel: „Die Wunderwaffe- Monalisa und ihre großen Brüder.“ Das Klang interessant. Er klickte auf Play und dann staunte er nicht schlecht. Die Kamera stand in einem weißen Badezimmer und man sah das Wasser in die Wanne laufen. Es war ein Berg von Schaum zu sehen, auf dem Podest hinter der Wanne sah man ein Glas mit Saft, einen Joghurt und es brannte eine Kerze. Dann stiegen plötzlich zwei Beine in die Wanne ein und dann war Monica ganz zu sehen. Man sah sogar ihre buschige Scham. Unglaublich, damit hatte er jetzt überhaupt nicht gerechnet. Er legte sich ins Bett und schaute ihr beim Baden zu, sie plauderte dabei und erzählte irgendwas in die Kamera. Er aber konnte sich darauf gar nicht richtig konzentrieren. Er sah immer nur ihre Brüste durch den Schaum luken. Er musste sich zusammen reißen und nun lauschte er auch dem Text. Es ging um eine Wunderwaffe. Aber so richtig schlau wurde man aus ihren Andeutungen auch nicht richtig. Der Titel versprach mehr als man dann zu hören bekam. Aber aus erotischer Sicht war der Film wunderbar.

Einfach, aber sehr wirkungsvoll. Er stand auf so etwas. Die Pizza

war fertig und er setzte sich damit auf das Bett

und er klickte den ersten der 12 Filme an.

Paris Saint Germain vs Angers SCO

Gelbe Karte fürs Mitgefühl

Das war aber ein merkwürdiger Film.

Er bestand aus relativ kurzen Filmmitschitten aus dem Fernseher und Szenen zum Beispiel aus der Küche beim Spülen. Dann stand sie wieder vor der Tafel. Es ging zunächst um das Energiesparen, was er ja ganz toll fand. Dann ging es aber über die aktuelle Bevölkerungsexplosion. Monica argumentierte, dass die Erde zwar 9 Milliarden Menschen ernähren könne, dass es aber nun mal eine Obergrenze gäbe und die läge wahrscheinlich bei 12 Milliarden. Doch damit es vorher nicht zu einem völligen Zusammenbruch durch einen Krieg käme, müsste die Welt einen Wendepunkt durchschreiten. Die Menschheit musste sich wenden. Zum Guten wenden. Und ihr Bombini sei dabei eine Hilfe. Das sagte sie zwar nicht so direkt, aber der geschulte Zuschauer wusste Bescheid. Monica zeichnete den Wendepunkt in eine Grafik, die sie auf die Tafel gezeichnet hatte. Also, so uninteressant war das alles nicht. Satan Senior war ganz angetan und so schaute er Pizza krümelnd weiter zu. Ob es für einen Platz im Paradies reichte? Seiner Meinung nach irgendwie schon, das Problem war das Urheberrecht. Damit stand und fiel die Sache. Satan Senior machte das Licht aus und schaltete das Nachtlicht ein, er würde die ganze Nacht wach bleiben und weitergucken. Irgendwann kam Monica ja vielleicht noch mal auf die Wunderwaffe zurück.

Christian kam ziemlich spät bei Patschi zu Hause an.

Patschi lag schon im Bett und sie schmollte.

Untersuchungen am Unglücksort, kolumbianische Luftwaffe

Christian hatte zwar gesagt, dass er noch beim Forschungsbombini vorbeischauen wollte, aber das es so spät werden würde, das hatte weder er noch Patschi sich vorgestellt. Christian ging zu ihr und gab ihr einen Kuss. Das besänftigte sie nur bedingt. Sie hatte Stunden gewartet. Christian versuchte ihr zu erzählen, was ihn aufgehalten hatte, aber Patschi blieb verstimmt. Da wurde Christian sauer, vielleicht fühlte er sich auch schuldig, aber das zeigte er nicht. Er warf ihr vor, sich zu benehmen wie eine Ehefrau, doch sie waren nun mal nicht verheiratet und er wolle eben auch mal etwas anderes sehen und mit anderen Leuten reden. Das kränkte Patschi noch mehr, denn sie war der Meinung, sie hatte sich größte Mühe gegeben für Abwechslung zu sorgen. Sie hatte ihm alle ihre Freunde vorgestellt, sie hatte gekocht, sie hatte sogar seine Sachen gewaschen. Aber sie spürte, Christian war nicht wirklich an einer solchen Beziehung interessiert und das machte sie unglücklich. Sie warf ihm vor, er würde sie nur ausnutzen. Jetzt wurde Christian wirklich böse. Was hatte er denn schon Schlimmes getan, er war doch nur mal ein paar Stündchen alleine unterwegs gewesen, das wollte er sich nicht nehmen lassen, und so sagte er:

„Wenn Du so drauf bist,

dann passen wir nicht zusammen.“

Victoria's Secret, Paris 2016, Catwalk, Kendall Jenner

Jetzt war Patschi sauer, denn sie fühlte sich

weggeworfen. Sie wurde laut und regte sich auf.

Das gefiel Christian überhaupt nicht und er verlor die Geduld. Er griff nach seinem Pullover und schaute nach seiner Jacke. Er hatte keine Lust auf solche Probleme und er beschloss zu gehen. Patschi geriet in Verzweiflung. Wollte er sie jetzt mitten in der Nacht verlassen? Ja, er wollte und nun wurde sie zur Furie. Sie beschimpfte ihn und nannte ihn einen Lügner. Er hatte ihr gesagt, dass er sie lieben würde, doch davon war jetzt wahrlich nicht mehr viel zu spüren. Christian versuchte sie zu beruhigen, aber Patschi wurde immer lauter. Da ergriff er endgültig die Flucht. Solche Frauen kannte er, sie dachten nur an sich selbst und an ihre Gefühle. Seine Gefühle spielten dabei nur insofern eine Rolle, als er verpflichtet wurde zur Liebe. Er hasste solche Szenen und er verfluchte die Frauenwelt. Er würde lieber auf der Straße schlafen, als sich so vereinnahmen zu lassen.

Aber natürlich musste er nicht auf der Straße schlafen, Joseph schien über alles bestens informiert, denn er war wach geblieben und öffnete Christian die Türe, als dieser mitten in der Nacht auftauchte. Er war die halbe Strecke zu Fuß gegangen, dann hatte er ein Taxi herbeigerufen und war zu Josephs Haus gefahren. Joseph ließ ihn erst mal ankommen und fragte nicht. Christian selbst wollte sich erklären. Er erzählte Joseph welche Probleme sein selbstgestalteter Abend ihm eingebracht hatte und Joseph tröstete ihn mit einem Cognac. Solche Dramen kannte Joseph, er hatte auch eine Frau gehabt, die sich darüber aufgeregt hatte, wenn er schon mal etwas später nach Hause gekommen war. Er wusste wie es war, wenn ein Wort das andere ergab und am Ende nur noch Streit in der Luft lag. Aber er wusste auch, am nächsten Tag sah es meistens schon wieder ganz anders aus. Er empfahl Christian erst mal auszuschlafen, arbeiten zu gehen und vielleicht am morgigen Abend noch mal zu ihr zu gehen um die Lage zu klären. Aber für Chrstian war die Sache erledigt und vorbei. Was sollte er da noch groß diskutieren? Er würde sowieso maximal nur noch zwei, drei Wochen bleiben. Aber nachdem Joseph ihm sagte, er fände es schon angemessen, wenn er die Beziehung versuchte in Freundschaft zu beenden, da musste Christian ihm Recht geben. Er hatte bisher auch meistens darauf geachtet als Freund zu gehen, wenn eine Beziehung zu Ende war. Aber Patschi war in seinen Augen zur Furie geworden, und auf so etwas hatte er nur wenig Lust. Joseph meinte, Patschi würde nach einem Tag sich auch wieder beruhigt haben und er solle sich nicht gleich abschrecken lassen. Da gab Christian nach und versprach die Sache am nächsten Tag in Ordnung zu bringen.

Ordnung hieß dabei Trennung.

Christian schlief schlecht. Ihm gingen

Patschis Vorwürfe nicht aus dem Kopf.

Er sei ein Egoist, ein Weiberheld und ein Tunichtgut. Das kränkte ihn wirklich sehr. Er war kein Egoist, aber er brauchte nun mal seine Freiräume. Er war auch kein Weiberheld. Er liebte einfach nur die Frauen. Sehr sogar. Er hatte sie nicht angelogen, gut, vielleicht hätte er nicht sagen sollen, dass er sie liebe, denn so schnell ging das in Wahrheit natürlich selten. Liebe musste wachsen. Doch, wieso er ein Tunichtgut sein sollte war ihm schleierhaft, schließlich machte er einen wichtigen Job. Sein Sender wurde von Vielen gesehen und die Einschaltquoten zeigte, er war nahe dran zu gewinnen. Immer mehr ließen sich von ihm das Erdenprogramm vorführen und seine sprechenden Schauspieler waren zauberhaft. Er schaffte zwar nicht 6 oder 7 Verknüpfungen, aber 3 oder 4 waren es oft. Das war doch eine Leistung. Jedenfalls sah er ihre Vorwürfe gar nicht ein und dann suchte er nach Fehlern bei Patschi.

Patschi hatte aber kaum Fehler. Sie war liebevoll,

sympathisch, fleißig und sehr erotisch.

Julian Assange

Allerdings konnte sie auch auf Böse

umschalten wie er nun hatte feststellen können.

Patschis Leidenschaft im Bett war auch im Streit vorhanden. Er hatte ja so gar keine Lust ihr zu begegnen. Aber er hatte es Joseph versprochen, denn Joseph wollte unter seinen Paradiesbeohnern keinen Streit. Es gab darum auch einige Moderatoren in der Stadt. Sie kümmerten sich um private Probleme. Sie schalteten sich ein, wenn es zu Trennungen kam. Joseph hatte ihm so einen Moderator empfolen, doch er wollte es dann doch lieber selber machen. Er brauchte keinen Streitschlichter. Er würde morgen ganz vernünftig mit Patschi reden und dann würde er sie in den Arm nehmen und ihr für die schöne Zeit danken. Aber dann würde er sich auch wieder vom Acker machen, ewig sollte die Aussprache seiner Meinung nach nicht dauern. Er wollte sich nämlich noch mit Johannes und Josephine treffen, die Beiden hatten angferegt, zusammen ein Bierchen in der Hotelbar zu trinken. Auch Anton und Andreas wollten dazu kommen. Klaus wusste es noch nicht, und Richard, der auch noch gekommen war, wollte später ebenfalls in die Bar.

Am nächsten Morgen frühstückten Joseph und der zerknirscht dreinschauende Christian miteinander und Joseph versuchte ihn abzulenken. Er erzählte von dem Terraforming-Projekt und den Problemen, die es damit gab. Das größte Problem war dabei für ihn der Verlust seiner Sekretärin Frau Engel. Sie war seiner Meinung nach nur noch halb bei der Sache, auch wenn sie die Weihnachtsfeier wie immer gut organisiert hatte. Es hatte ein großes Buffet gegeben, Musik und Tanz. Es waren sich wie so oft die Männer und Frauen einander näher gekommen und wahrscheinlich würde es nach dem Wochenende ein paar neue Päarchen geben. Er hatte sogar Frau Engel tanzen gesehen, was wirklich ungewöhnlich war, denn bisher hatte sie sich in der Öffentlichkeit immer recht zugeknöpft gegeben. Doch das bevorstehende Projekt schien sie schon jetzt zu verwandeln. Ihren Mann hatte sie wohl endgültig aufgegeben, und so war sie endlich bereit auch mal etwas zu flirten. Sie hatten Bruderschaft miteinander getrunken und nun war Frau Engel für ihn Marianne. Sie hatten sich auf den Mund geküsst und Marianne hatte die Augen verführerisch aufgeschlagen. Doch so etwas kam bei ihm natürlioch nicht in die Tüte. Er verbuchte die Situation als eine Folge von zu viel Sekt und wenn er heute darüber nachdachte, dann wurde er innerlich ganz Rot. Nein, Marianne war und blieb für ihn seine Frau Engel.

Wolfgang hatte die Nacht wieder im Depot verbracht und er lag nun in der guten Stube auf dem Sofa. Er hatte die Sache endlich hinter sich. Sie waren nämlioch einen ganzen Tag schneller fertig geworden als geplant. Ganz knapp hatten sie gesiegt und jeder in seinem Team hatte einen Orden erhalten. Johann hatte auch einen bekommen, doch der schien damit nur wenig anfangen zu können. Wolfgang hatte ihm den Orden umgehangen und ihm versucht zu erklären, dass er diesen Orden für seinen Fleiß bekommen habe. Doch Johann hatte für solche Dinge keinen Sinn, denn er war immer fleißig. Das war sein Programm.

Wolfgangs Großeltern freuten sich für ihren Enkel und seine Großmutter meinte, diese Auszeichnung sei ein ganz wunderbares Zeichen. Es zeige, dass er auch im Paradies sehr erfolgreich sein würde, könnte er nur länger bleiben. Aber seine Zeit lief gnadenlos ab. Morgen würde er zu Joseph fahren und sich verabschieden. Dann würde ein schwarzer Engel ihn abholen und in die Hölle zu Satan Senior bringen. Und dann ging es zurück auf die Erde. Dort wartete seine Arbeit auf ihn. Er würde die Zeit hier vermissen, denn trotz der Nachtdienste hatte er sich gut gefühlt. Dies war eine gute Welt, eine Welt in der er gerne leben würde. Die Arbeit war auch lange nicht so frustrierend gewesen, wie er es gewöhnt war. Alle Kollegen waren nett gewesen. Alle waren fleißig, alle waren kompetent. Sie hatten sich zwar mächtig angestrengen müssen, aber durch die gut organisierte Arbeit und die große Pause in der Nacht und die vielen kleinen Zigarettenpausen war die Zeit schnell vergangen. Er hatte im Paradies sehr lecker gegessen und er hatte seine Großeltern erleben können. Es ging ihnen offensichtlich sehr gut und er konnte sie getrost zurück lassen.

Sie würden auf ihn warten und da die Zeit im Paradies selten lang wurde,

würde es aus ihrer Sicht gar nicht mehr so lange dauern und er und

seine Eltern würden mit ihnen zusammen am

Tisch sitzen und Wiedersehen feiern.

Gefrorene Katze

Sie war im Eis gefangen, wäre gestorben –

dann kam Hilfe.© itsVision.tv

Wolfgang schloss die Augen und schlief ein.

Satan Senior wachte da gerade auf. Er war irgendwann eingeschlafen, alle Filme des 12-Tage-Kurses hatte er nicht geschafft. Er stand auf und machte sich einen Kaffee. Er trank wie immer Löslichen, der schmeckte ihm einfach am Besten. Er tat aber seit einiger Zeit keinen Zucker mehr hinein, denn auf seinem Bauch zeigte sich eine kleine Speckrolle. Da er aber sehr eitel war, störte ihn dieser Bauch und so hatte er sich einige Dinge abgewöhnt. Er aß nur noch ganz selten etwas Süßes, gestern die Knabberei war eine Ausnahme gewesen.

Er verzichtet auf das Frühstück und ging ins Bad. Er ließ sich Wasser ein, denn er wollte ein entspannendes Vollbad nehmen. Danach wollte er im Wohnzimmer weiter Monicas Filme anschauen. Er sah sie im Geiste vor sich wie sie in der Wanne gesessen hatte. Das waren wirklich schöne Aufnahmen gewesen. Der 12-Tage-Kurs war nicht besonders erotisch. Sie stand meistens an der Tafel und erklärte ihren Zuschauern die Welt. Sie sprach zum Beispiel über den Papst und die katholische Kirche. Sie regte sich über deren Frauenfeindlichkeit auf. Sie sprach über eine besondere Verhütungsmethode und erklärte, wie man Einfluss darauf nehmen konnte, ob das mögliche Kind männlich oderr weiblich wurde. Sie hatte auch einen Film dabei, der bestand nur aus Fernsehmitschnitten. Es war ein sogenannter Sonntagsfilm in dem es auch um Medikamentenmissbrauch ging. Es ging aber auch um Außerirdische und vieles mehr. Dabei war er eingeschlafen, nicht weil es vielleicht langweilig gewesen wäre, aber es war einfach schon sehr spät gewesen. Jetzt würde er den „Tag 9“ anschauen, dann den Zehnten, Elften und dann den letzten, den zwölften Film. Danach hatte er dieses Kapitel geschafft. Es kamen aber immer noch Filme, einer hieß „Aktenzeichen XXY“ ein anderer „Eisig Mutterland“. Danach kamen drei Akte, sie hießen „Satan und Monalisa I, II und III“. Darauf war er ganz besonders gespannt. Zum relativen Schluss gab es einen Film der hieß „Im Zeichen der Schlange“. Dann hatte er noch ein paar nichtgeschnittene Aufnahmen durchzusehen. Das war zwar kein Material, dass veröffentlicht werden sollte, aber er wollte sich nun mal ein ganzes Bild machen. Er würde also den ganzen Tag gut beschäftigt sein. Er wüde in seinem supermodernen Fernsehsessel sitzen und in die Glotze schauen. Das war doch wirklich mal ein echtes Vergnügen, und es war keine Roxelane da, die irgendetwas von einem wollte. Gut, es würde irgendwann wohl wieder Pizza geben müssen, aber es war ihm egal. Er hatte vor den Tag richtig zu genießen und dazu gehörte, dass er ungestört Fernsehgucken konnte. Seine Frau Teufel würde ihm alles vom Hals halten und morgen würde er sich dann mit diesem Wolfgang auseinandersetzen. Außerdem würde er einen Bericht von diesem Michael bekommen, und er würde hören, was diese geheimnisvolle Stimme so erzählte. Selber zu gucken, das ging nicht. Für so etwas nämlich einfach keine Zeit.

In der Hölle war immer etwas zu tun. Dass er sich diese zwei Tage mal

frei genommen hatte, das war eine ziemliche Ausnahme.

Und darum genoss er es auch sehr.

Blarney Castle

Anton saß auch vor seinem großen

Bildschirm und schaute Monica beim Zappen zu.

Sie versuchte mittlerweile ein richtiges Programm zu machen. Ihre Filme standen dabei im Mittelpunkt. Sie zeigte immer wieder man einen Happen. Das Programm war dadurch alles andere als langweilig. Gerade sah er sich aber noch mal den Badezimerfilm an und diesmal ließ er sich auch nicht von ihren Brüsten ablenken sondern hörte genau zu. Was war mit der Wunderwaffe, hatte sie diese nun oder folgte sie Josephs Rat und tat nur so? Man konnte es auch nach genauer Prüfung nicht sagen. Es konnte Beides stimmen.

Anton machte sich sorgen und er fragte sich, wer nun wohl

auch noch alles von der Bombe träumen würde.

Cathy Lugner

Die Megabombe, das Ende von Allem. Monica sprach davon, dass eine Bombe ausreichen würde einen ganzen Planeten verschwinden zu lassen und das war, wenn es sich um DIE Bombe handeln würde, nicht übertrieben. Aber mehr verriet sie in diesem Film nicht. Er würde sich wohl noch mal all ihre Filme anschauen müssen, um zu sehen, ob sie vielleicht an anderer Stelle eindeutiger wurde.

Andreas kam zu ihm ins Zimmer und fragte ihn, ob er sich vielleicht in sein Beobachtungsobjekt verliebt habe, denn er schaue sich diesen Film im Bad nun schon zum wiederholten Male an. Anton verneinte empört, so etwas wäre nun wirklich sehr unprofessionell. Er erzählte Andreas von seinen Befürchungen und von der angeblichen Wunderwaffe, die Monica behauptete verstanden zu haben. Andreas war sofort ganz Ohr und schaute sich mit Anton den Badezimmerfilm noch einmal gemeinsam an. Andreas ließ sich durch die nackte Haut nicht ablenken. Anschließend überlegten sie gemeinsam, wie der Film wohl auf die Rückwärtsgewandten wirken würde, wenn sie ihn denn sehen könnten. Die Rückwärtsgewandten hatten große Angst vor der Bombe. Sie wollten damit überhaupt nichts zu tun haben, denn sie hofften so, sich aus dem Krieg der Sterne heraus halten zu können. Natürlich hatten sie alle über die gefährlichen, agressiven und absolut feindlich gesinnten Außerirdischen gehört, die das Weltall so unsicher machten. Diese Außeriordischen waren jedermanns Feind. Sie sahen schon so schrecklich aus. Sie trugen Rüstungen und tätovierten sich das Gesicht. Sie vergewaltigten jede Frau, die ihnen in den Weg kam, außer ihre eigenen Frauen. Die waren bis an die Zähne bewaffnet und masakrierten jeden, der sich an ihnen vergreifen wollte. Dabei sahen sie total sexy aus in ihren Rüstungen, denn sie ließen an den entscheidenden Stellen viel Haut sehen. Aber eigentlich waren dies auch alles nur Geschichten, man erzählte sie sich um sich zu gruseln. In Echt gesehen hatte sie noch niemand. Aber andere Völker im Weltall konnten als wichtige Augenzeugen betrachtet werden. Es gab nicht wenige Planeten, die sich diesen schlimmen Gestalten hatten unterwerfen müssen. Sie zahlten für ihr Überleben. Militärisch konnte man ihnen nicht beikommen, denn die Bombe saß bei ihnen ziemlich locker. Man erzählte sich immer wieder die Geschichte von dem verschwundenen Planeten. Es war ein Wüstenplanet gewesen mit einigem Getier und etwas Wasser. Doch seit ein paar Jahren gab es den Planeten nicht mehr.

Er hatte sich einfach in Licht aufgelöst.

Dies war eine Warnung an alle gewesen.

Mariah Carey, Bryan Tanaka, Kuss, knutschen

Wolfgang wurde von Geschirrgeklapper wach.

Das Essen war offensichtlich fertig.

Seine Großmutter hatte ihm zum Abschied etwas Besonderes versprochen, es sollte Hühnerfrikasse geben. Dazu hatte sie ein Huhn geschlachtet, es gekocht und mit Erbsen, Spargel und Würstchen zurechtgemacht. Es war ein Familienrezept, welches auch seine Mutter nutzte. Er stand auf und ging ins Bad um sich zu waschen. Er zog sich etwas Frisches an und ging in die Küche. Johann stellte gerade den großen Topf auf den Tisch. Sein Großvater betrat mit den Hunden ebenfalls den Raum und bald schon saßen sie alle vereint am Tisch und aßen das Frikasse. Es war eine etwas traurige Stimmung am Tisch, denn alle bedauerten, dass die schöne Zeit nach dem Essen ein Ende haben würde. Wolfgang wollte abends zu Joseph und dann würde er in die Hölle gehen. Was dort alles passieren konnte, dass konnten und wollten sich seine Großeltern gar nicht vorstellen. Für sie war die Hölle ein einziger Ort der Angst, der Folter und der Einsamkeit. Eine Welt ohne Licht, eine Welt des Bösen, denn dort versammelten sich die schlimmsten Geister der Erde. Honneker und Konsorten waren natürlich auch da, und dies war Grund genug einen großen Bogen darum zu machen. Aber Wolfgang würde zum Glück ja nur kurz dort verweilen, er würde bald schon wieder in seinem Bett liegen. Wenn er erwachte, dann würde die schöne Zeit im Paradies als traumhafte Zeit im Unterbewusstsein verschwinden, er würde sich an fast Nichts erinnern und einfach wieder sein ganz nomales Leben leben.

Was die Sache mit dem teuflichen Auftrag anging, beruhigte Wolfgang seine Großeltern, er versicherte, es sei absolut ausgeschlossen, dass er ihn erfüllen würde. Wolfgang war fest entschlossen, sich nicht benutzen zu lassen. Außerdem liebte er Monica und er wünschte ihr sogar, dass sie irgendwann mit ihrem Bombini Erfolg haben würde. Nur nicht jetzt. Es war nicht die richtige Zeit. Zuerst mussten die erneuerbaren Energien entwickelt werden. Die Menschen mussten lernen Energie zu sparen und außerdem mussten sich die Gesellschaften erst einmal so weiterentwickeln, dass sie gerecht, sicher und entmilitarisiert war. Für ihn lag die Zeit der Bombinis in der Zukunft und nicht in der Gegenwart. Er war zwar traurig, dass er seine Großeltern verlassen musste, aber so ein Bisschen freute er sich auch wieder auf sein Leben auf der Erde.

Nach dem Essen brachte er aber erst mal noch in der Stube die Leselampe für seine Großmutter an. Er hatte dazu eine alte Gaskartusche und das alte Stöfchen benutzt. Die Lampe war an einem geflochtenen Metallschlauch befestigt und sie ließ sich in praktisch jede Position bringen. Er befestigte sie mit drei Schrauben an der Wand und schltete das Licht ein. Jetzt konnte seine Großmutter mit vernünftigem Licht lesen. Sie kam, um sich das Ergebnis anzuschauen und bedankte sich bei ihrem Enkel. So würde sie immer an ihn und seinen Besuch denken, wenn sie ein Buch las. Auch Gustav kam und schaute sich das Ergebnis an. Die Lampe war nun nicht wirklich eine Schönheit, aber sie war originell und das gefiel im. Niemand im Paradies hatte so eine Lampe. Und, dass sie aus Schrottteilen zusammengebaut war, das fand er gar nicht uninteressant. Sie hatten im Paradies schon so einigen Schrott angehäuft und es würde immer mehr werden. Recycling wurde also auch bei ihnen zu einem wichtigen Thema. Gustav nahm sich vor, seinen eigenen kleinen Schrottberg mal zu sichten und zu schauen, was sich davon für was noch verwenden ließ. Vielleicht würde er die Winterzeit nutzen und auch mal etwas zusammenschweißen.

Und so hatte der Großvater eine Deckenlampe für sein Dachzimmer

und die Großmutter eine Leselampe, das war doch wirklich

ein sehr schönes Dankeschön für Beide.

Böheimkirchen, Familiendrama

Christian hatte gut geschlafen und machte sich

bestens gelaunt auf den Weg ins Fernsehkontrollzentrum.

Er fühlte sich frei und ungebunden. Er wollte nach seiner Fasson leben und nicht ständig Anpassung leisten. Er wollte sich auf seine Sachen konzentrieren und mit ein paar netten Leuten ein Bier trinken. Er wollte keine ehelichen Verhältnisse, in denen er in seiner Spontanität eingeschränt war. Gut, Sex war toll, aber war es den Preis seiner Freiheit wert? Er hatte auch schon länger mal ohne Sex gelebt, das war gar nicht schlecht. Da wurde man spiritueller, geistiger, konzentrierter. Er nahm sich vor, den Sex von nun an erst mal weg zu lassen. Er würde sich jetzt noch intensiver um diesen Wettbewerb kümmern, er würde sich überlegen wie er Monica helfen konnte. Dafür war er schließlich ins Paradies geholt worden. Außerdem, wenn er bei der Geschichte mithalf, dann würde er vielleicht auch berühmt. Dieses Spiel war als Paar zu gewinnen. Er erinnerte sich jetzt auch wieder an seine Erlebnisse mit dem Spiel. Er hatte es von seinem Vater gezeigt bekommen. Es war ein Brettsipel, mit Ereigniskarten und kleinen Figürchen. Es gab Gegenstände, die zu dem Spiel gehörten, ein Auto, ein Haus, ein Fahrrad und einige Dinge mehr. Es gab auch Schutzkarten, das waren die Spielkarten. Er bekam es nicht mehr wirklich alles zusammen, es war lange her und außerdem begegnete man diesem Spiel nur unter Hypnose. Es war einiges Vertrauen nötig, denn in der Hypnose waren die verrücktesten Dinge möglich. Man war seinem Hypnotiseur ausgeliefert. Aber sein Vater war ein Ehrenmann, ein sehr solider und angesehener Geschäftsmann. Er arbeitete für eine Firma die Eternitprodukte herstellte. Das war heutzutage natürlich ein Problem, denn Eternit war schon seit einiger Zeit in Verruf geraten. Zu Recht, denn das Zeug war absolut gefährlich. Es konnte schlimme Lungenkrankheiten verursachen.

Heute war sein Vater in Pension und

er sah sein Lebenswerk kritisch.

Thailand, König

Christian verstand sich eigentlich

ganz gut mit seinem Vater, immer schon.

Sicherlich, sein Vater hatte auch an ihm herumkritisiert, aber in einer netten Art und Weise. Er hatte auch Verständnis gehabt, als das mit den Mädchen losging. Das war bei seiner Mutter wirklich ganz anders gewesen. Sie legte unglaublich viel Wert auf die bürgerlichen Geflogenheiten. Es gehörte sich einfach nicht, dass die Freundin des Sohnes im gleichen Bett wie dieser schlief. Das war wirklich ein Theater zu Hause gewesen. Monica hatte nachts um Vier die knarrende Treppe ins Gästezimmer schleichen müssen. Aber sein Vater hatte sie trotrzdem immer gehört. Doch er sagte nichts, er fand Monica sehr sympathisch. Und deshalb hatte er sich auch gar nicht gewundert, als sein Vater ihm vorschlug gemeinsam mit Monica ein Spiel zu spielen. Unter Hypnose. Sein Vater versicherte, dieses Spiel sei sehr interessant. Er wollte es ihnen zeigen und Christian wie Monica waren sehr neugierig gewesen.

Und sie hatten einfach auch

großes Vertrauen zu seinem Vater gehabt.

Wildkamera, Gardner, Berglöwe

Die Polizei will einen Puma filmen – als die

Beamten dann die Aufnahmen sehen, sind sie verwirrt…

Sie waren für das Spiel in den Keller gegangen.

Dort stand ein Tisch mit ein paar Stühlen drum herum.

Christian kannte diesen Raum gar nicht, es war der Hobbyraum seines Vaters und der ließ dort normalerweise niemanden herein. Jetzt sah er den Raum darum zum ersten Mal. Sie setzten sich an den Tisch, der von einer Lampe erhellt wurde. Im Dunkel des Raumes hatten sich Möbel abgezeichnet. Er stand unter Hypnose. Monica auch. Aber es war alles ganz normal, sein Vater holte ein Brett hervor und baute das Spiel auf. Monica sagte plötzlich: „Das Spiel kenne ich doch!“

Sein Vater sagte: „Ja, erinnerst Du Dich, es ist Dein Spiel. Dein Großvater hat es nach Deinen Anweisungen machen lassen und jetzt ist dieses Spiel in einigen Kreisen sehr beliebt.“

Woher kennen Sie meinen Großvater?“

Wir sind in dem selben Club.“

Was für ein Club, davon habe ich noch nie gehört.“

Ist ja auch ein Herrenclub und es ist völlig normal, dass Du

das nicht weißt. Die Mitglieder des Clubs reden nicht darüber.“

Und da wird dieses Spiel gespielt?“

Mit wachsendem Vergnügen. Das Spiel eröffnet einem ungeheure Möglichkeiten. Das Spiel ist für uns fast so etwas wie eine Offenbarung, denn mit dem Spiel versteht man die Wirkungsweisen im Kosmos besser. Man bekommt ein Gespür für das Göttliche.

Das Spiel ist göttlich.“

Hai

Und wie funktioniert es nun?“

hatte er gefragt.

Man muss würfeln, man spielt um Karten, man setzt die Figürchen und sucht sich seinen Weg damit durch das Labyrint. Oben ist das Ziel, darauf einigt man sich. Und dann kann man Ereigniskarten ziehen und die können einen dann plötzlich ganz woanders hinbringen. Es ist wie im Leben auch. Die Gegenstände sind Hilfsmittel. Ein besonderes Hilfsmittel ist der Spiegel. Er kann einen in die Zukunft sehen lassen. Nun, wir versuchen es einfach mal, denke ich. Hier ist Dein Figürchen Monica, dies hier ist Deins und ich nehme dieses hier. Alle gehen auf Anfang und dann beginnt Monica, denn sie ist die Jüngste. Würfel einfach und wähle Deinen Weg. Danach bist Du dran und dann ich.“

Sein Vater hatte mit ihm nie wieder über dieses Spiel gesprochen,

er hatte sie nach dem Spiel aus dem Raum geführt

und erst oben im Flur die Hypnose aufgelöst. 

Tom Hanks, unerkannt, Tricks, inkognito

Er meinte noch, so, ihr habt jetzt einfach alles vergessen.

Das war ja wirklich ein dickes Ding, sein Vater

hatte sie ganz schön reingelgt.

Sie hatten so keine Chance, sich an dieses Spiel zu erinnern. Jetzt war seine Erinnerung aber wieder da. Nicht komplett und vollständig, aber gut genug um zu erkennen, die Männer in dem Club spielten mit den Menschen. Sie hatten damit eine ganz schöne Macht. Kein Wunder, dass sie es nicht an die große Glocke hingen. Dieser Joseph ist wirklich ein ganz schlauer, dachte Christian. Irgendwie gingen wirklich viele Ideen von Monica aus. Und so auch diesmal. Auch das Brettspiel war ihre Idee, das Spiel selbst jedoch nicht. Oder vielleicht doch? War es vielleicht so: Monalisa, die Tochter Josephs hatte sich das alles ausgedacht und sie alle spielten ihr Spiel. Und in dem Spiel hatte sie selbst eine wichtige Rolle übernommen. Die Rolle der Traumfrau. Und er hatte die Rolle des Traummannes gewählt. Die Rolle hatte er sich gewünscht. Nun, und sein Vater übernam die Rolle eines Zauberers. Er sollte Vieles möglich machen. Leider war es dann aber ganz anders gekommen, als es das Spiel vorhergesagt hatte. Obwohl, wenn er genau überlegte, dann konnte man schon sagen, das Spiel erfüllte sich in der Realität, denn das Feuerwehrauto, welches er im Spiel gewonnen hatte, das hatte er tatsächlich einmal besessen. Es war zu einem Wohnmobil umgearbeitet worden. Und sein Vater, der hatte tatsächlich kurz darauf das schöne Haus bekommen. Nur Monica, die war in dem Spiel leer ausgegangen. Das hatte sie damals ziemlich nervös gemacht, aber sein Vater hatte ihr gesagt, macht doch nichts, Du heiratest mal Christian und dann gehört Dir Auto und Haus sowieso.

Das Problem war nämlich, die Dinge waren alles Dinge,

die Monica benötigen würde um gut durch

die Geschichte zu kommen.

Kletter-Katze: Mieze zeigt beim Bouldern ihr Können

Sie hatten das Spiel

damals nicht bis zum Ende gespielt.

Er erinerte sich jetzt wieder ganz genau und er schämte sich. Sie hatten Monica die Dinge abgeluchst und dann musste sie ohne seine Hilfe im Leben klar kommen. Und natürlich schützte sie jetzt auch kein eigenes Haus, es fuhr auch niemand mit ihr in der Welt herum. Schade, das hätte auch für ihn schön werden können. Doch da er damals sich nicht an die Versprechen erinnerte, die er in diesem Keller gemacht hatte, nun so hatte er sie einfach Knall auf Fall verlassen. Er hatte sie sozusagen im Regen stehen gelassen. Einen richtigen Grund, einen Streit oder so hatte es gar nicht gegeben. Er hatte nur einfach plötzlich keine Lust mehr auf sie. Sie war ihm dann doch etwas zu naiv gewesen. Zu jung. Zu romatisch. Ja, sie wollte den Märchenprinzen, und er war ihr Märchenprinz. Leider wurde in dem Fall der Prinz zu einem Frosch, ein umgedrehtes Märchen. Das Spiel hatte nämlich so seine Tücken. Es wirkte sich unmittebar in der Realität aus. Und da das Unterbewusstsein so gepolt worden war, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, spielte das Unterbewusstsein weiter an dem Spiel und gestaltete so die Realität. Das war irgendwie Magie. Damit ließen sich Geschehnisse beeinfussen. Für seinen Vater und die Männer des Clubs sicherlich eine sehr reizvolle Sache.

Man musste nur Hypnotisieren können,

aber das ließ sich ja lernen.

Bradley Cooper, Irina Shayk, Baby, Hochzeit

Christian kam im Kontrollzentrum an,

er ar den Weg dort hin zu Fuß gegangen.

Er würde heute einfach etwas später anfangen, doch dann würde er ein absolut traumhaftes Programm gestalten. Und abends würde er zu Joseph gehen und ihn auf diesen Herrenclub ansprechen. Er wollte unbedingt mehr darüber wissen.

Wolfgang fuhr mit Mirage in seinem Chinesen durch die Stadt.

Er schaute sich diesmal genauer um, denn es würde für Lange das letzte Mal sein, dass er diese schöne Stadt sah. Ja, die Stadt war schön. Es fuhren viele Straßenbahnen, es flanierten viel Leute auf den breiten Bürgersteigen, er sah einige andere Elektroautos, allerdings nicht sehr viele. Die Mehrzahl waren wasserstoffverbrennende Autos. Er sah die Menschen auf den Terrassen der Cafes sitzen, er sah einen Polizisten, der den mäßigen Verkehr regelte, er sah in den Fenstern die Menchen leben und arbeiten, ja, wirklich, eine schöne und vernünftige Welt. Das mit dem Geld war dabei am Besten, ohne Geld durch das Leben gehen zu können, dass hieß jedermann war reich, zumindest in so einer Stadt. Sie bot einfach sehr viel Abwechslung. Das Leben bei seinen Großeltern war zwar auch toll, aber so ganz ohne Stadt, das fand er auch nicht gut. Man musste die besonderen Qualitäten so einer Stadt schon auch nutzen können. Hier kamen die verschiedenseten Waren und Produkte zusammen, hier traf man Hinz und Kunz. Und was ihm besonders gefiel, es gab sehr viele kleine Geschäfte. Das erinnerte ihn irgendwie an Ehrenfeld. Gut, da war es dreckiger, ärmer, aber es war eben auch sehr lebendig dort. Er überlegte sich, wenn er zurück kommen würde, dann würde er doch auch eine kleine Wohnung in der Stadt haben wollen, sie musste nicht groß sein, obwohl, wenn er daran dachte, was er alles gerne machen wollte, dann sollte sie doch vielleicht 150qm haben. So eine Wohnung hatte er mal gehabt. Also, wenn möglich, dann wollte er in der Stadt und auf dem Land leben. Dafür brauchte man vielleicht ein paar Orden. Aber er würde einfach immer wieder Jobs annehmen und wenn er genug Orden haben würde, dann würde er hier zum Bürgerbüro gehen und dort würde man schauen, wie sich sein Wunsch erfüllen ließ. Diese Bürgerbüros waren wirklich eine sehr gute Erfindung des Paradieses. Dort wurde einem in jeder Art und Weise geholfen. Wenn man eine bestimmte Wohnung suchte, wenn man bestimmte Kontakte brauchte, wenn man in irgendeiner Form Probleme hatte, dann war man dort gut aufgehoben. Das Ziel der dortigen Mitarbeiter war die allgemeine Zufriedenheit. Je zufriedener die Menschen in einem Stadtteil waren, desto leichter bekamen auch sie einen Orden. Und Orden waren wichtig, wenn man seine Ziele im Paradies umsetzen wollte. Die Orden waren fast so etwas wie eine Währung, allerdings konnte man sie nicht übertragen. Auf jedem Orden war der Name eingraviert und so wusste man immer, wem dieser Orden vergeben worden war. Außerdem stand dort auch drauf, wofür man den Orden bekommen hatte.

Er hatte seinen für Fleiß bekommen.

76 Tote bei Flugzeugabsturz in Kolumbien

Ihn interessierte der Orden ja nicht

so sehr, aber Satan Junior war unendlich stolz auf ihn.

Er hatte einen Orden bekommen. Das war wirklich etwas ganz Besonderes, denn normalerweise wurde er bei den Orden immer übersehen. Das war ja auch der Grund, warum er Monalisa liebte. Die hatte immer schon an sein Potential geglaubt. Sie war der festen Überzeugung, dass aus ihm mal ein richtig guter Satan würde. Alle anderen hielten ihn ja für total faul, doch lag das nicht daran, dass er nichts tun wollte, er glaubte einfach nur, die Welt tat das Falsche. Seiner Meinung nach war die Lösung aller Probleme, dass man die Grenzen abschaffte. Eine Welt ohne Nationen. Eine-Eine-Welt. Und alle arbeiteten zusammen für ein gemeinsames Ziel. Die Probleme auf der Welt waren fast alle völlig überflüssig. Man brachte auch keine Politiker in seiner Welt. Politik diente letztendlich immer nur den Mächtigen. Seiner Meinung nach sollte es nur Fachmänner auf gehobenen Posten geben. Die trugen direkt die Verantwortung. Aber heute war es auf der Erde ganz anders. Da trug zwar der einfache Elektriker die Verantwortung für seine Handlungen, aber ein Politiker war oft längst abgewählt und nicht mehr zu belangen, wenn klar wurde, dass<er Scheiße gebaut hatte. Für ihn gehörten Politiker abgeschafft. Das ganze Demokratiesystem war Scheiße. Er war für Anarchie, dass hieß, jeder war für sich verantwortlich und für das Gesamte. Es gab die 10 Gebote und damit hatte es sich. Das Gemeinwohl stand in seiner Welt an erster Stelle. Dem musste man sich unterordnen, doch das war kein Problem, denn jeder profitierte davon. Aber so eine Welt würde bei diesen Menschen, die jetzt gerade lebten, nicht möglich sein. Sie waren im Grunde immer noch Gestalten aus der Steinzeit.

Sie würden seiner Meinung nach noch Jahrtausende

brauchen, bis sie vernünftig wurden.

Auto

Wolfgang fuhr das Auto zu einer

Verleihstation in der Nähe von Josephs Haus.

Er hatte eine Tasche mitbekommen, darin lag auch der fertige Pullover für Joseph. Seine Großmutter hatte ihn gerade fertiggestellt. Er sah sehr schon aus, er war blau mit roten Bündchen. Wolfgangs Pullover war direkt umgedreht. Er war Rot mit blauen Bündchen. Er gab den Schlüssel ab und lieh sich ein Fahrrad mit Anhänger. Der Musikkram von Satan musste irgendwie transportiert werden. Es war nicht weit, ein wenig die Straße herunter und dann sah er auch schon das herrschaftlich wirkende, große Haus. Er würde jetzt gleich erst mal zum Gartenhäuschen von Monalisa fahren, einen Kaffee trinken und mit Mirage einen Spaziergang machen. Dann würde er duschen und sich die scharzen Sachen anziehen. Er würde alle anderen Besitztümer bei Monalisa unterstellen.

Sein Großvater hatte ja jetzt eine eigene Gitarre mit Verstärker und er

würde in Zukunft mit Johann zusammen spielen

können, wenn er ein Bisschen übte.

Matteo Renzi

Wahl in Österreich und Referendum in Italien –

EU am Scheideweg?

Mirage freute sich, als er den Garten erkannte.

Super, er war wieder zu Hause. Er rannte durch den Garten und das Laub raschelte unter seinen Pfoten. Bald würde es schneien, es war nämlich schon richtig kalt geworden. Nun waren die Temeperaturen auch Mittags nur noch 3-4 Grad über Null. Doch Mirage machte das gar nichts, im Gegenteil, er liebte die Kälte und den Schnee. Von dem Schnee hatte ihm Gertrud erzählt, als sie sich von ihm verabschiedet hatte. Sie hatte ihn kräftig gestreichelt und gesagt, wenn bald Schnee läge, dann könnte man ihn auf den Feldern gar nicht mehr sehen. Schnee war wirklich eine super Sache. Mit dem konnte man wunderbar spielen und toben, ja man konnte in die Scheeflocken beißen. Leider würde Wolfgang dann nicht mehr mit dabei sein. Der hatte ihm auf der Fahrt erzählt, dass er nun zu Joseph zurück müsste. Das war natürlich sehr schade, aber er freute sich auch auf ihn. Der Mann war sehr gut zu ihm und er würde ihn einfach öfter zu einem Spaziergang ermutigen müssen. Mirage rannte zum Gartenhäuschen und stand wedelnd an der Tür. Wolfgang hatte ihm Futter versprochen.

Wolfgang öffente die Tür und schleppte erst mal die Sachen hinein.

Dann ging er in die Küche und setzte Wasser auf. Er schaute sich in der Tasche um, die seine Großmutter gepackt hatte. Er fand darin einiges an leckeren Dingen. Auch ein Glas mit Hühnerfett und Hühnerhaut. Das war doch wirklich etwas ganz Feines für den Hund.

Er füllte das Hühnerzeug in eine Schüssel und gab auch noch ein Leberwurstbrot mit hinzu. Die Leberwurst hatte ihm seine Großmutter auch mitgegeben. Er machte sich selbstv auch ein Brot und ging mit seinem Kaffee in den Wintergarten. Er setzte sich auf einen Sessel und schaute sich um. Hier war alles so wie zuvor.

Das Haus schien irgendwie zu warten.

Es wartete auf seine Besitzerin.

Dreister Dieb klaut Eimer voll Gold

Satan Senior lag derweil auf seinem Sofa. Er hatte

den Fernsehsessel verlassen um besser entspannen zu können.

Dieses Marathon-Filme-gucken war eine unglaubliche Erfahrung für ihn. So etwas hatte er wirklich schon ewig nicht mehr gemacht. Und mittlerweile war er richtig süchtig nach Monalisa. Denn es war original Monalisa, die dort durch Monica sprach. Die Beiden waren wirklich Eins geworden, ja, mehr sogar, Monalisa hatte die Regie übernommen. Und er fand die Filme gut. Sicher, einiges war Schwachsinn, aber es ging schließlich in erster Linie um Unterhaltung. Das Bombini war eigentlich zur Nebensache geworden. Monalisa ging es auch um ihre eigene Person. Die Sache mit dem Urheberrecht war wirklich eine super Sache, die würde das ganze Projekt zerplatzen lassen. Damit konnte sie nicht gewinnen, sondern nur verlieren. Aber im Paradies sah das anders aus, da gab es kein Urheberrecht, dort gehörte allen alles. Wenn jemand ein Buch schrieb, dann bekam er dafür kein Geld. Das Einzige was interessierte war eine große Leserschaft. Machte jemand einen Film, dann ging es nur um die Anzahl der Zuschauer. Machte man Musik, dann nur für sich selbst oder eben für die Zuhörer. Geld spielte in diesem Prozess keine Rolle. Malte man ein Bild, dann war man einfach froh, wenn man jemanden fand, der es aufhängen wollte. So musste es sein, die ganze Geldgeilheit der Musik- und Kunstbranche war einfach verwerflich.

Es war die Geldsucht, die ihm

jedoch das Leben so leicht machte.

Prinz Charles,Bus, Unfall, überlebt

Damit bekam er die ganze Welt unter seine Fuchtel. Sein Job war nun mal die Verführung. Und je geldgieriger einer war, desto leichter ließ er sich zu Handlungen verführen, die gegen das Gemeinwohl waren. Er fand das genauso doof wie Joseph, nur dass er sein Spiel eben gewann, wenn er bewies, dass der Mensch ungeeignet für ein Paradies war.

Er wollte wie Joseph auf der Erde landen,

aber dann wollte eine Hölle auf Erden einrichten.

Dafür brauchte er jedoch starke Waffe, zum Beispiel Monalisas Wunderwaffe, auch die BOMBE genannt. Er hatte in ihren ungeschnittenen Videos eine Sequenz entdeckt, da sprach Monica über diese Bombe. Sie hatte eine Zeichnung an die Tafel gemacht und zeigte mit dem Finger auf die entscheidende Stelle. Sie erklärte was die Bösen damit machen wollten und was dann passieren würde. Er hatte die Sache prinzipiell verstanden, es ging dabei um einen besonderen String. Einen in dem die Schwerkraft angeblich angriff. Der sogenannte Schwerpunkt. Und diesen Schwerpunkt stellte sich Monica auch als einen String vor, und sie meinte, wenn man es schaffen würde diesen String zu zerschlagen, dann hätte man nur noch Licht. Diese Reaktion würde auch die umgebenden Quarks auseinanderreißen. Und die frei werdende Energie sei Millionen mal Millionen mal größer als die Energie, welche in der Atombombe stecke. Das war natürlich der totale Hammer. Wenn Monica Recht hatte, dann gab es diese Wahnsinnsbommbe tatsächlich. Er hatte ihre Existenz bisher bezweifelt. Ihm waren ihm Universum nämlich noch keíne gesichtstätovierten Agressoren begegnet. Auch Joseph hatte ihre Existenz bezweifelt, doch dann hatten sie die Explosion eines Planeten auf ihren Bildschirmen gesehen. So etwas war also möglich.

Er hatte sich über die BOMBE mit den Rückwärtsgewandten unterhalten.

Die glaubten ganz fest an die BOMBE und die Bösen, und sie wollten darum auch diese Bombe haben. Sie wollten sich wehren können, wenn die Bösen kommen würden.

Aber sie waren in ihrer Gesellschaft in der Minderzahl, die meisten

wollten sich vor den Bösen lieber verstecken.

Prinz Harry

Die Fortschrittsgläubigen hatten in diesem Punkt auch keine einheitliche Meinung. Einige wollten die Bombe, andere auch nicht. Viele verdrängten das Thema aber auch, denn solange von den Bösen nichts zu sehen war, solange hatte man nichts falsch gemacht. Und an einer solchen Bombe zu forschen, das war wahrscheinlich falsch. Denn jede Bombe, die man baute, war eine Gefahr für einen selbst. Was, wenn so ein Ding versehentlich hoch ging? Und außerdem war da die Sache mit der Strahlung. Gut, wenn der ganze Planet weg war, dann war das mit der Strahlung auch egal, aber wenn man kleinere Bomben davon bauen konnte, dann war vielleicht nur ein Kontinent weg. Und dann hatte man es eventuell mit einer unbekannten Strahlung zu tun. Oder aber man vernichtete damit ein großes feindliches Raumschiff. Und es gab eben auf beiden Seiten Menschen, die die Bombe lieber besaßen, als von ihr bedroht zu werden.

Seine Rückwärtsgewandten wollten jedenfalls die Informationen über die Bombe und sie waren bereit dafür mit den ebenfalls interessierten Bombenbauern der Fortschrittsgewandten zusammen zu arbeiten. Das sie für diese Möglichkeit der Zusammenarbeit, die Traumatisierung Monicas hatten durchführen mussten, sie inizieren mussten, nun das war dagegen ein kleiner Gefallen. Sie hatten sich ja nur mit Monica und ihrem Vater auf die Terasse setzen müssen, alles andere machte dieser Rüttger wie von selbst. Sie waren irgendwie gar nicht nötig, ein kleiner Schlag auf die Schulter und ein anzüglicher Witz, und die Sache lief wie am Schnürchen. Als sie wieder in der Hölle waren haben sie sich dann die Sache am Bildschirm angesehen. Leider hatte dieser Rüttger ja im Vollzug versagt, aber es gab trotzdem viel zu sehen. Warum sie das hatten machen sollen, dass konnten sie auch nicht richtig sagen, Satan Senior hatte es verlangt. Ihnen war natürlich auch klar, so ganz koscher war die Sache nicht, denn Inzest war auch bei den Rückwärtsgewandten nicht erlaubt, aber was hatten sie schon getan, gehandelt hatte dieser tolle Sohn des Kommandanten. Sie hassten diesen Kommandanten, denn er hatte ihrer Meinung nach die Sache mit den Bombinis erst angefagen. Er war mit diesem Ding in ihr Universum gekommen und hatte diese Scheißtechnik in ihr Leben gebracht.

Sie waren totale Gegner der Bombini-Welt. Sie hatten einfach keine Lust überall gefilmt zu werden. Diese Überwachung fanden sie unerträglich. Und darum lebten sie in ihrer eigenen Welt, einer fast stromlosen Welt. Ihre wenigen Computer, die betrieben sie autonom mit Sonnenenergie.

Nur so konnten sie der Überwachung entkommen, denn

das große Netz steckte im globalen Stromnetz

der Fortschrittsgläubigen.

In den Cartoons von Martin Perscheid

tun sich Abgründe auf.

FORTSETZUNG folgt!