Das PARADIES der GOTEN – 1.November 2016(2005)

 Donald Trump

Umfrage: Trump überholt Clinton…

Sternschnuppen über FehmarnSchwedenBrandenburger Tor am Pariser Platz

Rainer Rupp: „Werbung

der Bundeswehr ein Schlag ins Wasser“

Published on Nov 1, 2016

Rainer Rupp spricht mit RT Deutsch über die Bemühungen der Bundeswehr

neue Rekruten zu werben und erläutert dabei auch , was hinter der aktuellen

YouTube-Offensive der Truppe steckt. Die Bundeswehr, ein attraktiver

Arbeitgeber? Rupp ist da anderer Meinung…

Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

∞ Von der Ungleichheit der „Art“

Published on Nov 1, 2016

Noch nicht genug geillnert?

Maybrit Illner - Einseitige Meinungsmache im ZDF

451° legt nach!

Hellboy Winston

Published on May 10, 2016

Published on Nov 1, 2016 –  ZERBERSTER UNTERSTÜTZEN: https://goo.gl/f7ZdUu

Madonnas dreckiges Geheimnis #WDW

Published on Nov 1, 2016 – http://www.charleskrueger.de

They are close to us

Published on Sep 13, 2016

Findings

Published on Oct 31, 2016

Präsident Putin:

„Wer sein Kinder nicht schützt

hat keine Zukunft“ – Rapefugees AFD PEGIDA

Published on Oct 31, 2016

Honigmann – Nachrichten vom 1. November 2016 – Nr. 957

Published on Nov 1, 2016


Aus dem Tagebuch der Sonnengöttin Monalisa

Das Paradies der Goten

Erster Teil:

Die Göttin hat sich ausgekotzt.

Der pinke Jet der Israeli Air Force

Tödliche Ernte: Entenmuschel-Sammler riskieren Leben

Die sogenannten ‚Percebeiros‘ riskieren täglich an der spanischen Küste ihr Leben.

Und das für eine teure und seltene Delikatesse. Entenmuscheln sind nämlich

schwer zu kriegen und ihre Ernte ist nicht selten tödlich…

Sophia Thiel

Versprechen nicht gehalten: Amnesty kritisiert

Merkel wegen mangelnder NSU-Aufklärung

Bundeskanzlerin Angela Merkel; Berlin, Deutschland, 24. Juni 2016

Bundeskanzlerin Angela Merkel; Berlin, Deutschland, 24. Juni 2016

27. Oktober 2005:

Doch noch immer ist ihr schlecht:

Nein, was war der Neid doch ungerecht.

Ihr Magen hat darauf rebelliert:

Was war die Welt doch schlecht regiert.

Ihr kommt auch noch die Galle hoch:

Was war das für ein schlechter Koch.

Die Scheißerei macht IHR zu schaffen:

Was sind die Kerle doch für Affen.

Sie krümmt sich und sie geht zu Boden:

Was die da tun, das ist verboten!

Sie fasst sich an den eigenen Schopf:

Ja sind die Typen den bekloppt!

Das Schwein in IHR hat sich gerächt:

Zu lange gelagert, wird es schlecht.

Dem Zucker geschieht ein Ungerecht:

Die Welt wird regiert von SEINEM Knecht.

Sebastian Vettel

Youtube

München (dpa) – Tausende Musikvideos, die bei YouTube in Deutschland

wegen des Streits zwischen der Videoplattform und der Gema gesperrt

waren, sind wieder frei verfügbar. Die Google-Tochter und die

Verwertungsgesellschaft schlossen nach einem sieben Jahre

langen Konflikt einen Lizenzvertrag ab.

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Ferien

Minister sagen Auftritt bei

Sigmar Gabriels China-Reise ab…

Ankunft in Peking

Aktualisiert am 01. November 2016, 09:49 Uhr

Allem Anschein nach hat der chinesische Handelsminister

Gao Hucheng den deutschen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel

bei dessen China-Reise nicht wie geplant empfangen…

Die chinesische Regierung hatte sich zuvor bereits verärgert darüber gezeigt, dass Deutschland mit Restriktionen verhindern möchte, dass chinesische Unternehmen in Deutschland Hochtechnologiefirmen kaufen und damit auch das Know-how in den wichtigen Schlüsseltechnologien übernehmen….

Die Göttin war erkrankt. Nichts Ernstes, aber ihr war übel. Ihr war schlecht. Das war ein gutes Zeichen. Ihre Abwehr hatte funktioniert. Nur, es war wohl doch noch nicht alles heraus. Ihr Darm grummelte und ihr Bauch fühlte sich wund an. Zu allem Übel blutete sie auch noch.

Monalisas Vermenschlichung wurde immer deutlicher. Ihre Haare waren verknotet und spröde, ihre Hände trocken und des nachts schwitzte sie. Das war alles sehr ungewöhnlich für sie. Es war neu. Sie wurde empfindlicher. Stiller. Trauriger. Komisch, dachte sie, das hatte ich ganz vergessen. Ich bin ja eine Frau. Ich blute. Stimmt ja! Ach … das finde ich ja wirklich prima! Endlich! Ich habe es tatsächlich geschafft! Ich bin in meinem eigenen Körper. Wie witzig! Das fühlt sich toll an. Und die Bauchschmerzen, also, die machen mir jetzt schon nur noch halb soviel Kopfweh.

Die Göttin schaute in den Spiegel. Sie hatte eine kleine

Entzündung im Gesicht. Sie befühlte die Stelle mit

ihren Fingern und dachte: Der geht

von selbst wieder weg.

Prinz Harry

Entlassung

BP

London (dpa) – Die niedrigen Preise für Rohöl machen

den großen Ölkonzernen zu schaffen. Der britische Ölmulti

BP musste im dritten Quartal eine Halbierung

seines Gewinns hinnehmen, wie er am

Dienstag in London mitteilte…

Sie hatte Durst. Auch neu. Und Appetit. Sie schaute in ihre Vorratskammer. Ziemlich armselig, der Bestand, dachte sie. Alles ist verstaubt und schmierig. Hier müsste mal gründlich geputzt werden. Sie nahm den roten Eimer und rief nach ihren anderen Haushaltshilfen. Es kam aber keiner. Das war auch neu. Na, dann halt nur das Nötigste, dachte die Göttin. Es ging nun mal kein Weg daran vorbei. Schließlich erwartete sie Besuch. Anastasia und ihre vier Kinder. Die Mutter und der Onkel kamen auch mit, und alle sollten bei ihr ein schönes eigenes Zimmer vorfinden. Die Fenster putzte sie nicht. Sie wollte nicht noch mehr Besuch anlocken. Sie freute sich auf diese Menschen. Es waren ihre ersten richtigen Gäste, seit langer Zeit schon.

Sie war gerne eine gute Gastgeberin. Immer schon. Auch wenn Hummeln an sich relative Einzelgänger sind, sie lieben die Familie und Pflegen regelmäßigen Kontakt zu Freunden und zu ihrer Nachbarschaft.

Und auch die Spinnen lebten gern in einer großen Gemeinschaft. Nur waren die Einzelgänger unter ihnen doch weit mehr verbreitet. Und in ihren Brutstätten, da war förmlich die Hölle los. Dort erhielten alle Spinnen ihre Sozialisation. Sie bewegen sich zielsicher, auch in der Dunkelheit. Langsam und blitzschnell, je nach Lage. Satan war so eine Spinne. Oder besser, er würde wieder eine werden. Eine große, schwarze Sonnenspinne. Und Monalisa freute sich.

Und Anastasia? Sie war eine schöne Frau.

Und das war eigentlich immer schon

ihr größtes Problem gewesen.

Beeindruckende Abfahrt

*

Anastasia

Und die Göttin erinnerte sich: Anastasia hatte es schon als kleines Kind nicht einfach. Alle fanden sie reizend. Alle fanden sie wunderschön. Und sie war auch schön. Das sah sie, wenn sie durch die großen Palastsäle schritt und sich in den vielen tausend Spiegeln beobachtete. Ihr langes leicht gelocktes blondes Haar, ihre traumhafte Taille, ihr Dekoltee, alles stimmte einfach, alles war perfekt. Doch nachts konnte sie nicht schlafen.

Ihr Oheim kam regelmäßig. Meistes kurz nach Mitternacht. Und dann musste sie still sein. Sie durfte sich nicht bewegen. Er durfte nicht wissen, das sie wach war. Oder zumindest sollte sie so tun als ob. Er nahm sie immer von hinten. Er spreizte ihre Beine und stieß in sie hinein. Oft kam er sofort, aber manchmal blieb er auch länger. Dann spielte er an ihr herum. Es tat nicht alles weh. Manchmal fühlte es sich sogar ganz schön an. Doch wenn seine Laune schlecht war, dann konnte es auch schon mal Schläge geben. Direkt auf den nackten Hintern. Dann konnte sie am nächsten Tag nicht mehr ohne Schmerzen sitzen, nur zeigen durfte sie es natürlich nicht. Ihr Oheim schaute ihr an solchen Tagen beim gemeinsamen Frühstück in die Augen. Ohne Regung. Aber es war klar, was geschehen würde, wenn sie auch nur einen Ton von sich geben würde. Und sie hatte noch Glück. Bei ihr traute er sich nicht zu mehr. Aber in seinem Club, da ging es oft hoch her. Er wollte sie dahin mitnehmen, hatte er einem seiner Bekannten erzählt. Bald, wenn sie 14 geworden ist.

Ihr Oheim kam immer durch die Nebentür in ihr Zimmer. Obwohl alle wussten, das er kam. Aber keiner sagte etwas. Niemand. Auch ihre Zofe nicht.

Ihre Eltern waren irgendwo. Ihre Schwester hatte sie am Bahnhof aus den Augen verloren. Sie war allein und sie war schön. Und über sexuellen Missbrauch sprach man einfach nicht.

Ein Privatlehrer unterrichtete sie im Nötigsten. Mehr war für ein Mädchen nicht vorgesehen, aber sticken und nähen, das konnte sie schon sehr gut.

Man war durchaus nett zu ihr. Höflich. Solange sie nichts sagte. Ihr Akzent war nicht sonderlich beliebt. Und außerdem, was hätte sie wem erzählen sollen? Das sie nachts nicht schlafen kann?

Anastasia war mit 4 Jahren in dieses Haus gekommen. Anfangs war es schwer für sie gewesen. Diese vielen Gänge, die Türen, die Menschen, sie verstand ihre Sprache nicht und sie verstand auch nicht, warum sie überhaupt hier war. Sie konnte sich an nicht viel erinnern. Nur an den Bahnhof und an ihre Schwester. Aber nur ganz schemenhaft.

Es war als käme sie aus einer ganz anderen Welt,

aber sie erinnerte sich nicht.

Truth will Out

Published on Sep 18, 2016

Flache Erde 4D Hyper Würfel – Parallele FE Realms –

FE Sonne – Hologramme – Schwarze Löcher

Published on Oct 31, 2016

Soooo, nachdem wir zuerst die englische Fassung hochgeladen haben, folgt nun die deutsche. Hier schauen wir uns insbesondere den 4D Hyper WÜrfel mit seinen Realm-Fraktalen etwas genauer an und erklären anhand des Modells/der Modell-Bausteine anschaulich, wie das funktioniert…

Doch immer häufiger kamen Bilder,

Fetzen, immer mal wieder ein neues Detail.

Und Anastasia begann nachzufragen. Sehr vorsichtig natürlich. Sie erfuhr, das ein gewisser Graf Stossanek sie als kleines Kind an diesen Hof gebracht hätte. Sie sei sehr krank gewesen und hätte lange Zeit im Bett gelegen. Aber daran erinnerte sie sich nicht.

Sie hatte eine beste Freundin, mit ihr war es anders als mit alle anderen. Sie kam sie ab und zu besuchen. Sie war sehr temperamentvoll und auch sehr schön. Wenn sie kam, dann riss sie die Gardienen zur Seite, öffnete die hohen Fenster und dann gingen sie zusammen im Park spazieren. Sie hieß Isamaria und war eine entfernte Verwandte ihres Oheims und alle paar Monate kam sie für mehrere Wochen zu Besuch. Auch Isamaria hatte Angst vor dem Oheim, aber auch sie sprach nur ungern über das heikle Thema. Es war verboten darüber zu reden. Und wenn sie jemand hören würde, so hatte ihr Isamaria gesagt, dann würde der Ärger nur noch größer. Nein, ganz bestimmt sogar. Sie müssten einen anderen Weg finden. Nur wie? Das war die große Frage. Isamaria war auch noch nicht viel Älter als Sechzehn.

Später fand sie eine Möglichkeit. Sie empfand Lust. So ließen sich die nächtlichen Besuche des Onkels und all der anderen Kerle leichter ertragen.

Die Göttin war geschockt.

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Nicht so sehr über Anastasias Geschichte, als vielmehr darüber,

das sie dabei Lust empfand. So etwas durfte

nicht sein. Nicht als Göttin.

Aber sie war eben auch ein Mensch, überlegte Monalisa, und der Mensch in ihr griff wie Anastasia zum Mittel der Lust, um die schreckliche Grausamkeit, das unfassbare Verbrechen das ihr angetan wurde abzumildern. Der Verlust der zarten Liebe. Der Verlust der Unschuld. Frauenschicksale.

Die Göttin sah aus dem Fenster ihres Arbeitszimmers. Das Licht der Sonne lies das Laub golden aufleuchten. Ein kräftiger Wind hatte die Schlechtwetterfront weggeblasen und der Himmel strahlte, nur von wenigen weißen Wolken bedeckt, in einem königlichen Blau. Mächtige Tannen und Kiefern thronten über den bunten Apfelbäumen.

IHRE Welt war so schön. Überall sah sie nur Schönheit. Aber sie wusste das dies eine Illusion war. Ihr Paradies war immer noch sehr klein. Ihr Universum musste wachsen. Und das brauchte Zeit.

Die Zeit war auch so eine Neuerung. Obwohl sie damit bisher nur wenig Probleme gehabt hatte. Die Wabereungen mal ausgenommen. Doch als Mensch spielte die Zeit natürlich auch für sie eine große Rolle. Zeit war schließlich der Trick. Denn nur durch die Zeit konnten die Dinge in ihrer Welt Gestalt annehmen. Und darum ging es schließlich. Zaubern war die hohe Kunst der Materialisierung.

Und Zaubern benötigte Zeit, wenn die Dinge dauerhaft in Erscheinung treten sollten. Für einen Augenblick ließ sich schon von kleineren Magiern viel zeigen, aber die Dinge so zu erschaffen, das sie dauerten, das war die große Kunst.

Die Kunst der Goten…

Geldbeutel

Das dunkle Geheimnis der Clinton-E-Mails

Published on Nov 1, 2016

Hier findet ihr für ab einem Euro im Monat exklusiven Content:

Der Hund schlug an und rannte die Treppe

herunter. Vor der Tür stand Satan.

  • Ich wollte Mirage zu einer Rundfahrt mitnehmen.

  • Oh, das kommt mir sehr gelegen.

  • Was ist? Geht es Dir nicht gut, Du siehst so grün aus im Gesicht.

  • Mir ist etwas übel.

  • Nicht das Du Dir einen Virus eingefangen hast. Dir war doch schon vor zwei Tagen nicht wohl.

  • Ich muss mich etwas ausruhen.

  • Bekommst Du nicht heute Besuch?

  • Heute Abend. Jetzt werde ich erst einmal ein Bad nehmen.

  • Nun gut, ich bringe Dir Mirage später wieder vorbei.

  • Danke Satan.

Sie hatten sich ausgesprochen und den großen

Streit beigelegt. Und die Göttin freute sich.

Nachdem sie gebadet hatte legte sie sich auf ihr grünes Sofa. Ihr war immer noch ziemlich übel, aber immerhin fühlte sie sich zumindest äußerlich wieder sauber.

Sie sah sich zwar immer noch kotzen, aber das würde vorbeigehen. Sie schloss für einen Moment die Augen. Und da hörte sie schon wieder jemanden an der Tür. Es war der Kapitän.

  • Hallo, na, wie siehst Du denn aus? Liegst Du etwa im Bett?

  • Ich fühle mich nicht ganz wohl.

  • Ich denke Du hast Besuch?

  • Sie kommen heute Abend.

Sie ging auf ihn zu und sie nahmen sich in die Arme. Auch sie hatten sich ausgesprochen und den offenen Streit beigelegt.

  • Hm … Du riechst gut.

  • Stinke ich nicht mehr?

  • Nein, ist alles weg. Ich rieche nichts mehr. Im Gegenteil. Du duftest. Nach Rosmarin oder so etwas ähnliches.

Sie gingen in das Kaminzimmer, und Monalisa öffnete eine Flasche Weiswein.

  • Möchtest Du ein Glas?

  • Oh, Du hast Wein für mich? Da sage ich nicht nein.

Sie setzte sich zu ihm und er erzählte von seiner neuen Truppe. Alles Alkoholiker. Zum Teil sehr schwierige Fälle. Und nicht wirklich jeder hatte das Zeug zu einem Zauberer. Aber er konnte immerhin noch lachen. Oder besser, schon wieder. Die Göttin hatte sich auf seinen Schoß gesetzt und er fletzte sich gut gelaunt in die weichen Sofakissen.

Sie plauderten fröhlich und lachten gerade über einen seiner vielen Witze, da hörte die Göttin Schritte hinter sich. Sie drehte sich um und war überrascht das Schwarze Schein mit einem Teller Reibekuchen in der Hand auf sich zu kommen zu sehen. Auch der Kapitän war sprachlos. Das Schwein schien ebenfalls überrascht, und etwas verlegen überreichte es die duftenden Reibekuchen. Sie wechselten ein paar höfliche Worte des Dankes, dann ging das Schwein wieder.

  • Was hast Du denn mit dem Scheißkerl gemacht? Der ist ja wie verwandelt?

  • Ich habe versprochen ihn nicht zu schlachten. Nur annehmen soll er, mit der Zeit.

  • Du verzeihst aber auch jedem, Monalisa.

  • Ja. Da hast Du Recht. In meinem Wertekatalog gibt es kein lebenslänglich. Für niemanden. Noch nicht mal für die krankhaften Meuchelmörder. Keiner sollte glauben, das der Kelch der Abrechnung an ihm vorbei geht. Irgendwann ist für jeden Zahltag. Und danach ist wieder alles bei Null.

  • Und Du wunderst Dich darüber, das Dir jeder auf die Füße tritt?

  • Es ist noch die Frage, wer hier wen tritt, mein geliebter Kapitän.

Kurz nach dem er sich wieder auf den Weg zu seinem Schiff gemacht hatte und sie sich gerade wieder auf ihr Sofa gelegt hatte, klopfte es erneut an der Tür. Es war Satan und Mirage. Satan hatte einen alten Zweiplattenherd unter seinen Arm geklemmt:

  • Das ist der erste Elektroherd meiner Mutter. Leider funktioniert nur noch eine Platte. Doch, ich dachte, wenn Du doch jetzt Besuch hast, dann kannst Du ihn vielleicht gebrauchen. Schließlich, die Kinder, die müssen doch irgendwas essen.

  • Das ist lieb von Dir. Danke, Satan.

  • Ja, und hier, die versprochene Strickjacke. Ich hoffe sie gefällt Dir.

  • Oh, ja, danke Satan, hellblau, die ist wirklich sehr schön und … oh so kuschelig. Vielen Dank.

Und dann war auch er schon wieder weg, nicht jedoch ohne ihr vorher noch einen Kuss und eine Zaubertüte mit ihrem Lieblingszauberkraut zu überreichen.

Ein richtig guter Bruder schenkt seiner Schwester eine Strickjacke. Die Göttin freute sich. So einen Bruder hatte sie sich schon immer gewünscht. Und die Jacke war wirklich schön. Schlicht und kuschelig, mit Reisverschluss. Genau das richtige für diese wunderschönen Herbsttage. Der Oktober zeigte sich noch einmal von seiner absoluten Sonnenseite. Es herrschte richtiges Kaiserwetter. Der Wind war mild, die Sonne wärmte immer noch spürbar.

Die Schönheit verabschiedete sich.

Und die Göttin freute sich. 

Abschlusstraining

Dr. Daniele Ganser im Gespräch (31.10.2016)

Published on Nov 1, 2016

Goldener Oktober

30. Oktober 2005:

Es ist geschafft, das Jahr ist rum.

Die Äpfel liegen faul herum.

Die Früchte hängen reif am Baum,

zum Glück wurde er nicht umgehauen.

Rot leuchten sie im goldenen Licht.

Sie rufen laut: Komm pflücke mich.

Die Göttin ging und sammelt einige auf:

Ich werde Euch schenken einer guten Frau.

Satan nimmt einen Apfel aus ihrer Hand.

Dann wollen wir mal sehen was der kann.

Er beißt fest in ihn hinein.

Oh ja, die schmecken wirklich fein.

Satan, nimm sie Deiner Mutter mit,

ich gebe Dir auch noch Minze mit.

Und richte ihr liebe Grüße aus,

ich finde, sie ist eine gute Frau.

Denn, Satan ist ein guter Sohn,

und das ist einer Mutter größter Lohn.

Ihr Sohn ist zwar ab und zu ein Bösewicht,

aber schlecht meint er es darum trotzdem nicht.

Sein Job ist es nun mal den Dummen zu strafen,

und schnell zurückzutreiben zu den Schafen.

Der Mensch ist auch ein Herdentier,

der Schäfer nimmt den Hund dafür.

Und der muss das Schaf in die Seite zwicken,

soll dieses nicht in den Abgrund blicken.

Jeder Bauer braucht einen zupackenden Knecht,

sonst wird er seiner Aufgabe nicht gerecht.

Gemeinsam schmeißen sie den Hof,

alles andere hält die Göttin für doof.

Standesunterschiede gibt es für SIE nicht.

In IHREM Paradies tut einfach jeder seine Pflicht.

Milchstraße

Zu viele Schafe, zuwenig Hirten? Wer hatte das noch mal gesagt? Robinson. Hm … dachte die Göttin. Robinson hat sich mal wieder kräftig in die Scheiße geritten. Ich bin ja mal gespannt, ob er tatsächlich vorhat sein weiteres Dasein als Wurm fortzusetzen. Ihm hat offensichtlich ein Hund gefehlt, der ihn vor dem Abgrund hätte retten können. Eine Warnung, ein rechtzeitiger Zwick in die Seite.

Zu viele Schafe, zuwenig Hunde. Die Göttin brauchte Hunde. Viele Hunde. Und Anastasia hatte eine Hündin. Eine Kollidame. Sehr wachsam, ein guter Hirtenhund. So eine Verbindung wäre nicht von schlechten Eltern, überlegte Monalisa. Ob Mirage die Dame wohl herum bekommt?

Die Göttin hatte die Beiden zusammen beobachtet. Sie schlichen umeinander herum, sie duldeten sich. Sie vertrugen sich. Aber die meiste Zeit ignorierten sie sich. Das war ein guter Anfang für eine fruchtbare Freundschaft. Aber die Zeit war noch nicht soweit. Und Anastasia hatte auch keine Einwände. Sie würde ihre Hündin von Mirage decken lassen, denn ihr gefiel der weiße Hund als Vater. Sie mochte sein friedliches, freundliches Wesen, sein helles, weiches Fell. Das würde schöne Hunde geben. Und Mirage mochte Anastasia auch. Er folgte ihr gehorsam, wenn sie sich mit ihm beschäftigte. Er genoss ihre angenehme Art, ihre freundliche Stimme und ihre sanften Bewegungen.

Die Göttin wünschte sich auch aus diesem Grund, das Anastasia mit ihren Kindern in das Bauernhaus einzog. Sie brauchte Hunde und sie wollte in ihrem Paradies nicht alleine Leben. Und gerade Anastasia erschien der Göttin als eine vollkommene Bereicherung.

Und zudem, Anastasia liebte es zu singen. Und Monalisa brauchte eine Sängerin. Immer noch, denn die Elfe leider immer noch in den unendlichen Weiten des Alls unterwegs.

Die Göttin fragte sich, wann die Elfe wohl das Knäule an ihrem Fuß entfernen würde. Mit solch einem Ballast konnte niemand auf Dauer die Flugbahn halten. Das war einfach zu anstrengend. Die Elfe würde sich die Sache wohl oder übel ansehen müssen. Denn Eines wusste die Göttin natürlich auch ganz genau. Sie hatte dieses Knäule zwar sichtbar werden lassen, und gut, das war vielleicht nicht gerade eine ihrer besten Ideen gewesen, aber das, was sich da materialisiert hatte, das hatte sich die Elfe selbst ans Bein gebunden. Und darum konnte auch nur sie selbst es wieder entfernen.

Und, so dachte die Göttin, Knoten, die man sehen

kann, die kann man einfach leichter lösen. 

Frau nackt

*

31. Oktober 2005:

Montag. Eigentlich war dies ja ihr persönlicher Feiertag, aber die Göttin verwandelte ihn kurzerhand in einen Putztag. Und Monalisa spülte einen riesigen Berg Kaffeetassen in einer kleinen Schüssel sauber. Als sie sich gerade an das Besteck begeben wollte, hörte sie ein Geräusch an der Tür und der Hund bellte laut auf.

Monalisa legte den Spüllappen weg und ging die Treppe hinunter. Wer mochte das sein? Sie öffnete die Tür. Und ihre Mutter, die alte Hexe Nimmersatt, stand mit Kuchen in der Hand vor ihr.

  • Hallo Monalisa.

  • Hallo Mutter.

  • Ich habe uns Teilchen mitgebracht. Hast Du Kaffee?

  • Die Tassen sind gespült. Ich wollte gerade heißes Wasser aufsetzen.

  • Du hast mich erwartet? Ach, ja, ich vergaß, Du weißt ja immer alles. Ach es ist schon wirklich ein Kreuz mit einer Göttin als Tochter. Aber ich will nicht immer nur klagen. Ich komme, um, nun ja, also, der Junge, also, ich weiß gar nicht ob ich es Dir überhaupt sagen darf. Aber ich tue es trotzdem, also, dem Jungen geht es nicht gut.

  • Ach, ist das so.

  • Monalisa, ich weiß, aber er kann doch überhaupt nichts dafür. Wir, die Erwachsenen, wir machen die Fehler. Wir zerstören alles. Ich habe das auch dem Specht gesagt.

  • Und was sagt der?

  • Der Wurm muss raus.

Nun, wo der werte Herr Specht Recht hatte, da hatte er nun mal Recht. Und die Göttin entschied: Ja, der Wurm muss raus.

An alle Hexen dieser Welt:

Christine Lösch-Schleier, Miss 50plus Germany

Wahrheit kostet kein Geld.

Nur die Lüge verlangt Honorar,

denn Geld und Lüge sind ein Paar.

War of Lies

Published on Oct 2, 2016

  • Du willst die Wahrsagerei doch wohl nicht auch noch verbieten?

  • Wieso auch?

  • Na, das mit dem Fußballspiel, damit hat die ganze Geschichte doch angefangen. Und hören tut auf Dich sowieso niemand.

  • Wenn kein Geld im Spiel ist, dann habe ich auch nichts gegen ein Fußballspiel. Das Problem beginnt mit dem Geld. Sie locken die Falschspieler an. Und die bedienen sich wiederum der Wahrsagerei, wo auch wieder Geld im Spiel ist. Spiel und Geld schließen sich einfach aus. Das gehört nicht zusammen.

  • Und wovon soll ich dann bitte schön in Zukunft leben?

  • Geschenke sind in meinem Paradies nicht verboten.

  • Geschenke? Almosen?

  • Spenden. Punkte. Warum nicht?

  • Du willst das Punktesystem wieder einführen?

  • Die Schalen liegen schon auf der Waagschale.

  • Und? Funktioniert das alte Ding noch?

  • Ich hatte noch keine Zeit es auszuprobieren.

  • Dann fang mit mir an.

Die Göttin überlegte.

Nan Madol

Die Hexe war ein schwerer Brocken. Würden ihre Gegengewichte überhaupt ausreichen? Monalisa sah sich die Frau genauer an. Viel zuviel Last. Überlastung. Auch die Hexe musste abnehmen.

  • Am 21. Dezember. Komme zur Wintersonnenwende. Bis dahin solltest Du jedoch etwas abnehmen. Je weniger Du bei Dir trägst, desto besser. Und ich weiß nicht, wie viele Punkte Du bisher gesammelt hast.

  • Ich denke, Du weißt alles.

  • Dann befürchte ich, sie reichen nicht.

  • Du verlangst also tatsächlich eine Entschuldigung?

  • Was nützt es zu verzeihen, wenn keiner darum bittet?

  • Hm, da hast Du natürlich auch wieder Recht.

Die Göttin verkniff sich eine Bemerkung. Die Hexe tat ihr Leid. Prinzessin Silberblick war nun mal am Ende auch nur ein Mensch. Auch wenn die berühmtesten Häupter sich über ihr Bettchen gebeugt hatten.

*

Die Prinzessin mit dem Silberblick.

Die Welt glitzerte und strahlte sie an.

Um sie herum wogte ein Sternenmeer.

Ihre Wiege war ein großer Bär.

Ihre Zukunft leuchtete hell,

doch leider, die Erde drehte sich zu schnell.

Sie fiel herunter von dem kosmischen Rad.

Und was dann kam, war nicht geplant.

Sie wollte in Zukunft alles besser machen,

darum fing sie an schmutzige Wäsche zu waschen.

Die Kinder sperrte sie im Hause ein,

zu groß war ihre Angst vor dem schwarzen Schwein.

Ja, der Alkohol verwandelte einfach jeden in ein Schwein,

und drum konnte auch niemand vor ihm sicher sein.

Davon gewusst hatte nur der Knecht,

doch dem war diese Folge durchaus recht.

Denn, Alkohol verwandelte

selbst den König in ein Schwein,

und so konnte der Knecht der Herr über alle sein.

Interview zu Domian Anrufer Manuel – Flache Erde

Streamed live 3 hours ago

Was steckt hinter dem Anruf von Manuel bei Domian? Warum wurden „Reptiloide Wesen“

mit der flachen Erde in Verbindung gebracht? Wie wird der morgige Auftritt

bei Sat 1 verlaufen?  Diese und viele weitere Fragen

werden in diesem Interview behandelt.

German New Swabia

Published on Oct 18, 2016

*

2. November 2005:

Alkohol ist ein Nervengift,

und er gibt der Lüge den letzten Schliff.

Die Sinne fahren Karussell,

alles dreht sich viel zu schnell.

Selbst die Zeit wird mitgerissen,

mit Alkohol wird man selbst um sie beschissen.

Wer hatte Noha das Geheimrezept verraten?

Wer hatte gesagt: Tue das hier an den Braten.

Wer hat Gott den magischen Gewürzwein gestohlen?

War es vielleicht der Kerl mit dem Nematoden?

Wie war das damals eigentlich genau?

Wie war die Welt als SIE noch keine Frau?

Den Alkohol, den gab es im Grunde nicht.

Frisches Wasser wurde gereicht zum Gericht.

Kaffee und Tee trank man hinterher.

Schlank zu bleiben fiel nicht schwer.

Der Zucker durfte natürlich nirgendwo fehlen.

In Äpfeln, Birnen und süßen Beeren,

im Getreide und im Bratenfond,

Zucker ist nun mal gesund.

Nur Bewegung, die ist natürlich Pflicht,

der Zucker sonst verwandelt sich.

Als Fett sitzt er auf den Hüften,

es ist sehr schwer damit auch nur zu hüpfen.

Zum Fliegen ist man schnell zu schwer,

und bald schon fällt das Gehen schwer.

Und der Alkohol verspricht:

Mit mir wirst Du zum Fliegengewicht.

Doch Zucker und Alkohol,

davon wird die Birne hohl.

So ein Cocktail verklebt die Nerven,

da Lügen darin keine Schatten werfen.

Die Welt glitzert plötzlich im Zauberkleid,

ganz besonders, wenn man ist zu Zweit.

Alles wird auf einmal wunderschön,

selbst ein Hocker wird bequem.

Stunden sitzt man darauf aus,

man möchte einfach nicht nach Haus.

Drum darf’ s auch noch ein Gläschen sein,

bis es dann kommt, das Schwarze Schwein.

Und dann wird nicht lang rumgefackelt,

dann wird sich kräftig angestachelt.

Die Schlampe rechst, die tut es nicht,

doch dahinten ist ein schönes Gesicht.

Das Mädchen geht gerade raus,

es hat es nicht weit, bis zu sich nach Haus.

Doch in der kleinen Schildergasse,

wartet eine schwarze Katze.

Denn das ist auch noch so ein Trick,

auch das Schwein verwandelt sich.

Ein schwarzer Kater wurde draus,

und der zieht nun das Mädchen aus.

Das Mädchen wehrt sich nicht,

denn der Alkohol bekommt ihm nicht.

Bis sie plötzlich laut aufschreit,

und der Kater denkt, sie ist bereit.

Doch diese Geschichte gar nicht harmlos ist,

auch Mord und Totschlag stehen vor Gericht.

Denn, Alkohol ist nun mal ein Nervengift,

er gibt der Gewalt den letzten Schliff.

Als Getränk war Alkohol verboten,

bei den guten, alten Goten.

Als Medikament war er anerkannt,

als Reinigungsmittel wohl auch bekannt.

Nur der alte Gotenkoch,

der hat mit Gewürzwein auch gekocht.

Der Alkohol darin verflüchtigte sich,

und damit gab er den Soßen den letzten Schliff.

Der alte Gote gab sein Wissen weiter,

an seinen Sohn, der als Koch ein wahrer Meister.

Und dieser hatte schnell erkannt:

Oh, Gewürzwein aus dem Gotenland!

Damit werde ich ein Superstar,

damit besiege ich den schwarzen Zar.

Den schwarzen Zauberer im Gegenlicht,

den schwarzen Zar mit Schweinsgesicht.

Nun, der Sohn gewann den ersten Preis,

und dem schwarzen Zaren wurde heiß.

Neid und Wut vermischten sich:

Was hatte GOTT getan in sein Gericht?

Tja, und damit beginnt die ganze Geschicht,

denn ein Streit kam auf, durch den Gewürzwein im Göttergericht.

Sicherlich, der Alkohol war beim Kochen verflogen,

aber trotzdem, so sah es der Zar, er war nun mal verboten.

Er fechtete das Urteil an,

und er bekam Recht, der schwarze Mann.

Daraufhin änderten die Goten das Gesetz.

Alkohol im Essen war auf einmal Recht.

Und da sagte sich der schwarze Mann,

dann man ihn auch dazu trinken kann.

Und so schenkte er den Weizen aus,

schnell füllte sich sein großes Haus.

Überall war er bekannt,

er war der Star im Gotenland.

Der alte Gote trug an der Entwicklung schwer,

SEIN Paradies erkannte er bald nicht mehr.

Seine Schweine bekamen plötzlich eiserne Krallen,

mit denen sie des Nachts über kleine Mädchen herfallen.

Der Alkohol verwandelte die Leute,

und der schwarze Zar empfing seine Beute.

*

Der Schmetterling des Zaren

Und die Hexe sprach:

  • Den Alkohol willst Du also auch noch verbieten. Na, Prost Mahlzeit.

  • Nein, ich werde ihn natürlich nicht verbieten. So dumm bin ich nicht. Nein, ich werde ihn ersetzen.

  • Etwa durch Dein verdammtes Zauberkraut?

  • Nein, Mutter, durch Wasser.

  • Wasser? Wen interessiert schon das Wasser?

  • Den Durstigen.

Elefanten

Die Mutter schaute ihrer Tochter in die Augen.

  • Du meinst es also wirklich ernst?

  • Ja. Kein Fußball, kein Wahrsagerei und kein Alkohol, und kein Geld. Wer jemanden Alkohol geben will, der soll ihn verschenken. Eine Flasche Sekt zum Geburtstag oder zu einer bestandenen Prüfung. Auch im Winter, wenn es draußen kalt ist, tut ein Schnäpschen seine gute Wirkung, im Hustensaft und zur äußerlichen Anwendung, alles kein Problem. Aber Alkohol in Getränken, nein. Die gibt es für kein Geld der Welt.

  • Und der Winzer, der den Wein anbaut, bekommt der für seine Arbeit keinen Lohn?

  • Er punktet mit Traubensaft und verschenkt den Wein.

  • Das machen die Leute bestimmt nicht mit. In so einem Paradies will keiner leben. Die Menschen brauchen den Alkohol. Sie sind süchtig danach.

  • Eben, und das soll sich ändern.

  • Du willst immer gleich so hoch hinaus.

  • Das Paradies liegt nun mal weit oben, Mutter. Aber nur, weil es zur Hölle bergab geht, deswegen gehe ich noch lange nicht dahin.

  • Die Hölle ist überall.

  • Dann wird es wirklich Zeit das dazugehörige Paradies zu erschaffen.

  • Immer musst Du das letzte Wort haben. Aber, wo Du recht hast, da hast Du Recht. Dein Vater und ich, wir wollten es damals ja auch versuchen. Aber der Alkohol machte alles kaputt. Ein Schweinestall war nichts dagegen. Aber Dein Vater kriegte davon in der Küche ja nichts mit. Er zauberte und rief immer nur: Bring mir mal dies, hast Du noch das? Wo ist meine Kelle? Hast Du schon die Toiletten geputzt? Und das alles nur, weil er es dem schwarzen Zaren zeigen wollte. Sein Haus sollte größer und noch viel schöner sein. Und die Gäste kamen. In Herrschaaren. Und alle wollten seine Soßen probieren, und dazu ein kühles Bier trinken. Und dann die Kasse. Wir wussten zunächst gar nicht, wohin mit dem vielen Geld. Schließlich waren wir Zauberer, wir brauchten kein Geld. Nun, und was hat Dein Vater gemacht? Er hat Leute eingestellt. Sie sollten uns helfen. Gute Leute. Aber das war gar nicht so einfach. Die meisten tranken einfach zuviel. Und dann die vielen Kuchen und süßen Köstlichkeiten, die Dein Vater täglich zauberte. Zusammen mit dem Alkohol, den er mittlerweile an fast alle seine Kreationen tat, nun, ja, Du hast es schon gesagt, die Leute wurden dumm. Unsensibel. Träge, faul. Und einige wurden davon aggressiv. Aber Dein Vater merkte in der Küche nichts. Wenn ich ihn darauf ansprach, dann meinte er nur, ich wäre hysterisch. Und, ich solle meine nervöse Energie lieber in die Arbeit stecken.

  • Er hat das Problem nicht erkannt.

  • Nicht erkennen wollen, meine Liebe. Ich weiß ja, das Du Deinen Vater verehrst und sehr liebst, aber in diesem Punkte hat er tatsächlich die Augen zu gemacht. Alkohol wurde für ihn zu einem Wundermittel. Ein Zauberzaubersaft, mit dem Willen zur absoluten Übermacht. Er selbst war davon infiziert. Der Alkohol hat ihn regiert.

  • Willst Du etwa damit sagen, Gott war ein Alkoholiker?

  • War? Ist. Gott ist ein Alkoholiker. Was glaubst Du, woher er sonst den Blasenkrebs bekommen hat?

  • Tja, auch die Gotengötter unterliegen offensichtlich dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Er sollte viel Wasser trinken.

Die Hexe beugte sich zu ihr herüber:

  • Willst Du ihm nicht erlösen, Monalisa?

  • Wo ist seine Entschuldigung, Mutter?

  • Aber wofür soll er sich denn noch alles entschuldigen? Er ist ein alter, gebrochener Mann.

  • Das sehe ich nicht so. Ich finde, ihm geht es gut genug für einen Besuch hier bei mir.

  • Vielleicht wartet er auf eine förmliche Einladung.

  • Dann wird er noch etwas Geduld haben müssen. Ich renoviere gerade die Küche.

  • Wenn er das mit dem Saftladen hört, er wird toben.

  • Du meinst, er hat etwas dagegen, wenn ich den alten Gotenpalast wieder auf Vordermann bringe?

  • Begrabene Träume lassen einen nur schlecht schlafen. Aber wenn sie wiederbelebt werden, dann kann das zu tiefen Erschütterungen führen. Da bleibt selten ein Stein auf dem anderen.

  • Dann sollten wir den Steinen rechtzeitig Bescheid sagen, wo sie sich hinzubegeben haben. Jede Umwandlung muss durch das Nadelöhr des Chaos. Aber dahinter kann sich die Welt neu entfalten. Du wirst sehen, Mutter, die Neugestaltung wird leicht sein. Viel leichter, als Du Dir heute vielleicht vorstellen kannst. Du vergisst die Begeisterung. Ist sie erst mal vorhanden, dann läuft der Rest fast von alleine.

  • Du bist ein unverbesserlicher Optimist.

  • Musst Du einem Schmetterling sagen, wie er schön wird, Mutter?

  • Das vielleicht nicht, Monalisa, aber wie er vermeidet gefressen zu werden, das könnte ich ihm schon erzählen.

  • Und was wäre das für eine Welt, in der sich die Schönheit hinter ihren Flügeln versteckt? Nein, Mutter, ein bisschen Zuversicht gehört schon dazu, wenn man in einem wirklichen Paradies leben will.

  • Monalisa, warum kannst Du nicht wie wir alle sein?

  • Warum bist Du nicht wie ich?

Die Hexe schwieg und der Zar schlug auf den Schmetterling.

Verdammt noch mal! Wo ist mein Ring?

Geliebter Mann, ich habe ihn bestimmt hier hin getan.

Du dummes Stück, Du hast Dich ganz bestimmt vertan!

Wo ist der Ring? Verdammt noch mal!

Wer ihn hat, der ist der Zar!

Doch, wer ihn gestohlen, der ist ein Narr!

Geliebter Mann, ich habe ihn nicht,

aber der Prinzessin traue ich nicht.

Da erschrak der Schmetterling,

denn er nahm ihn mit, den goldenen Ring.

Und seither blieb das Tor verschlossen,

der Zar hatte sich tatsächlich selber ausgeschlossen.

Das Paradies war plötzlich seltsam leer,

zurück blieb nur das Sonnenmeer.

Die Hexe verabschiedete sich, nicht ohne die Göttin zum Essen einzuladen. Und die Tochter der Gotin freute sich.

Monalisa ging in ihre Küche. Hier war leider etwas zuviel passiert. Anastasias Onkel und Satan hatten hier gemeinsam gezaubert. Und dabei hatten sie es wohl ein bisschen zu gut gemeint. Die Ergebnisse wollten noch nicht Recht zueinander passen. Die Göttin runzelte die Stirn. Das magische Zusammenspiel konnte ruhig etwas besser werden. Aber es ging voran, das war unbestreitbar. So langsam würde sie sich um die Einbauten kümmern können. Aber Morgen, dachte die Göttin, morgen ist auch noch ein Zaubertag.

Sie schaute aus dem Fenster. Es hatte angefangen zu regnen. Der goldene Oktober war mal wieder vorbei. Der Skorpion stand vor ihrem Haus. Und der große Wagen schien um die Ecke zu fahren.

Die Zeit, sie ist ein rundes Ding.

Was sich dreht, hat einen Spin.

Die Zeit, sie setzt in Relation.

Bewegung ist die Reaktion.

*

3. November 2005:

Die Göttin machte sich einen Becher Kaffee. Gefiltert. Heiß und schwarz. So mochte sie ihn am liebsten. Sie probierte vorsichtig. Ha … ja, der ist heiß. Und bitter, mit etwas Säure. Nun ja, dachte sie, ich habe schon besseren getrunken. Aber er geht. Immerhin. Satan machte es sich ja mittlerweile noch bequemer, als ohnehin schon, dachte sie. Er kochte das Wasser nicht mehr, er nahm es direkt aus der Leitung. Er meinte, als sie ihn darauf ansprach:

  • Das Wasser aus meinem Heißwassergerät ist heiß genug. Außerdem trinke ich ja schnell. Da hat der Kaffee, wie ich finde, die absolut richtige Temperatur.

Bequemlichkeit und Trinktemperatur hingegen spielten für die Göttin keine große Rolle. In ihren Augen war ein Kaffee nur dann gut, wenn er auch kalt schmeckte. Und sie schmeckte einen Unterschied zwischen ihren Bohnen und seiner Höllenbrühe. Und so richtig gut bekam ihr sein Höllenkaffee auf die Dauer auch nicht, stellte sie fest.

Damit sie ihn überhaupt herunter bekam, musste sie zwei Löffel Zucker in einen Becher tun. Und am besten noch Milch dazu. Und, Kaffee mit Milch und Zucker, das hätte sie früher nur bei Kopfschmerzen angerührt.

Am Kaffeegenuss erkennst Du die jeweilige Kultur eines Landes, hatte einer ihrer Lehrer einmal behauptet. Was sagte dann dieser Höllenkaffee über die Kultur der Hölle aus?

Die Göttin nahm sich etwas von der Schokolade, die Satan ihr bei ihrer letzten Begegnung zugesteckt hatte. Für Dich und Mirage, hatte er gesagt. Und Mirage musste das gehört und verstanden haben, denn als sie das Schokoladenpapier auseinander faltete, hob er seinen Kopf und schaute sie eindringlich und zugleich fordernd an.

Sie gab ihm seinen Anteil und streichelte den zufrieden kauenden Hund.

Er sprach nicht mehr mit ihr. Nur seine Augen, die ließen sie, seit sie von ihrer letzten Reise zurück gekommen waren, ihre nicht mehr aus den Augen. Er schlief in ihrem Bett und wenn sie mit der Küche oder mit anderen Dingen beschäftigt war, wartete er geduldig, meistens zu ihren Füßen eingerollt oder mitten auf ihrem Lieblingssofa.

  • Du verwöhnst den Hund zu sehr.

Sagte eine Stimme in ihr.

  • Ich weiß.

Antwortete sie in die Stille des Raumes. Sie nahm sich ein zweites Stück Schokolade, und wieder hob Mirage den Kopf. Und wieder bekam er seinen Anteil. Jetzt saß er direkt neben ihrem Stuhl und stupste sie mit der Schnauze an. Etwa noch ein Stück? Die Göttin brach auch noch das letzte Schokoladenstück entzwei und gab ihm das kleinere Stück. Dann streichelte sie ihn. So, jetzt habe ich nichts mehr. Jetzt ist Schluss. Zuviel Zucker ist schließlich auch nicht gut. Sie trank den Kaffee aus. Fast kalt, aber er schmeckte noch. Und zusammen mit der Schokolade … hm, ein Gedicht, dachte die Göttin. Sie schaute aus dem Fenster. Die Sonne schien. Ob wir vielleicht einen kleinen Spaziergang machen sollten?

Zucker verlangt nach Bewegung,

sonst verwandelt er sich in Hüftspeck.

Die Göttin schlenderte durch den Ort. Der Kastanienplatz war wieder mal vollbesetzt. Auf allen Bänken saßen die Träumer und gingen ihren Gedanken nach. Auch der Zeichner war wieder mal da. Er schlief tief und fest. Er war unrasiert und auf seiner Brust sah sie kleinere Blutflecken. Sie waren nicht mehr ganz frisch. Thomas, Thomas, dachte die Göttin, wo treibst Du Dich nur herum? Sie ging weiter. An der Ecke hatte eine Eisdiele Tische und Stühle in die Sonne gestellt. Verkehrte Welt, dachte die Göttin. Aber sie hatte auch Lust auf ein Eis und setzte sich an einen der Tische.

  • Hallo mein Junge. Na, wie geht es Dir?

  • Mutter. Hallo. Wie es mir geht? Beschissen.

  • Ist es immer noch so schlimm?

  • Es geht einfach nicht ab das Zeug.

  • Das tut mir leid, mein Sohn. Ich habe gehört, Du warst bei Äskula deswegen. Das finde ich gut.

  • Sie meint, das kann Jahre dauern.

  • So lange? Nun, dann ist es ja gut, das Du jetzt schon damit anfängst.

  • Es ist wirklich ganz schlimm gewesen, Mutter. Ich hätte das ja vorher nicht für möglich gehalten. Aber wenn man selbst davon betroffen ist, dann merkt man erst mal, was so ein Depri alles zu bewältigen hat. Schrecklich. Ich wollte so nicht weiterleben.

  • Viele können sich das nicht aussuchen. Für manche wird das Leben zur Hölle.

  • Schrecklich. Wirklich schrecklich.

  • Und was hat die Depression bei Dir ausgelöst?

  • Es war wohl eine Gehirnerschütterung, durch den Stoß bei der Landung. Nun ja, erst habe ich die Sache, wie Du ja weißt nicht so ernst genommen. Aber irgendwann war mir einfach nur noch schlecht.

Die Göttin verkniff sich ihren Kommentar. Dazu würde sie später einmal Stellung nehmen. Die Sonne kitzelte ihre Haut und sie schaute ihrem Sohn tief in die Augen. Er schaute zurück. Seine Augen schauten klar. Etwas mehr Tiefe, vielleicht. Etwas mehr Erkennen? Vielleicht. Monalisa bestellte sich eine Erdbeermilch. Hm … Köstlich. Und das im November. Verkehrte Welt. Aber wunderbar. Ihr Sohn zeigte ihr seine neueste technische Errungenschaft. Das großzügige Geschenk eines neuen Freundes. Ein Handy der Extraklasse. Superchic. Und was das Ding alles konnte. Die Göttin war ehrlich beeindruckt. Ob sie auch so etwas gebrauchen konnte? Ein Handy, damit die Menschen die Göttin anrufen konnten?

*

Und der Sohn ging seinen Weg.

Sie hört sein helles Kinderlachen.

Ich werde alles besser machen!

Ich werde mal der Größte sein!

Und dann töte ich das Schwarze Schwein!

Und die Göttin freute sich.

Sie sah sein Leuchten im Gesicht.

Ich werde immer Deine Mutter sein.

Aber ich liebe auch das Schwarze Schwein.

*

Die Göttin und ihre Brüder

Die Göttin hatte sich Kaffee gemacht,

und dabei an einen ihrer Brüder gedacht.

Das Got gebar die Gotin,

und diese einen Sohn.

Sie gab ihn ihrer Tochter,

kümmere Du Dich bitte um ihn.

Sie saß mit ihn im Wüstensand,

sie lief mit ihm durchs weite Land.

Sie baute mit ihm Hütten und Paläste,

sie zeigte ihm all ihre Schätze.

Sie liebte diesen Muttersohn,

seine Liebe war ihr Lohn.

Ihr kleiner Prinz aus dem Morgenland,

sie gab ihm gerne ihre Hand.

Seine dunklen Augen glühten licht,

stets war ein Lachen in seinem Gesicht.

Doch dann kamen sie in Bedrängnis,

erste Schwarze Löcher zeigten sich.

Sie fielen mehrfach fast hinein,

und überall lauerte das Schwarze Schwein.

Sie hielten sich aneinander fest:

Komm, gemeinsam schaffen wir es!

Doch ein Loch hatten sie übersehen,

seine Größe ließ sie es zunächst nicht sehen.

Die Göttin spürte als erste die Gefahr,

Dies war der Weg zum Schwarzen Zar.

Mein Lieber, siehst Du es nicht auch?

Dies ist der Weg zur Schwarzen Sau.

Doch der Bruder sah es nicht.

Nein, meine Liebe, ich sehe nur Dich.

Er war von allem fasziniert,

er hat es einfach nicht kapiert.

Halt, mein Bruder, bleibe stehen,

ich will nicht immer tiefer gehen.

Aber alle gehen doch hier lang,

Schwester, schau, welch herrliches Land!

Und des Schwarzen Zaren eiserne Hand,

riss ihn fort und zeigte ihm sein riesiges Land.

Zunächst spielte er mit ihm nur Katz und Maus,

doch, dann lieferte er ihn den Wölfen aus.

Und die verwandelten den Prinzen in einen Despoten,

die bedrängten ihn, zu kämpfen gegen die Goten.

Die Gier war ihm zu Kopf gestiegen,

auf einmal wollte er die Welt bekriegen.

Des Feindes Kinder wurden sein Leibgericht,

unbändige Gier gebärdete sich.

Doch, was er suchte, fand er nicht,

und was er fand, das reichte nicht.

Er wollte einfach immer nur mehr,

und darum wurde er zu schwer.

Der Raum um ihn, der krümmte sich,

große Angst zeichnete sein Gesicht.

Schwester, Schwester, ich sehe kein Licht!

Bruder, Bruder, ich sehe Dich nicht!

Der Göttin wurde er leider zu schwer,

darum fiel er in das Schwarze Meer.

Die Wellen schlugen Meterhoch.

In Anatolien hinterließ er ein riesiges Loch.

Da lag er nun im Wüstensand,

um ihn herum nur fremdes Land.

Und damit begann die Macht der schwarzen Zaren,

die sich verbreiteten in den kommenden Jahren.

Die Erde wurde ihr Entfaltungsgebiet,

und sie überzogen sie mit ihrem Krieg.

In Waffen wurde als Erstes investiert,

dann wurde die Bevölkerung massakriert.

Der überlebende Teil wurde zwangsversklavt,

schließlich, sie brauchten Hüter für die Schaf.

Auch Töpfern oder die Weberei,

ja, die gesamte Haushalterei,

nichts konnten die Zaren selber erschaffen,

ja, im Grunde waren sie bewaffnete Affen.

Und, natürlich, die Völker im Norden hörten viel davon.

Flüchtende Menschen hatten berichtetet schon.

Angst und Schrecken machte sich breit.

Es war alles nur noch eine Frage der Zeit.

Über die Donau war es nicht weit.

Und der Schwarze Zar genoss das Leid.

Die Menschen im Norden suchten den Zusammenhalt,

was konnten sie nur tun gegen diese Gewalt?

Frauen und Kinder schickten sie in den Wald,

obwohl es war sehr bitterkalt.

In der Nacht erst hatte es geschneit,

und bis zur Hexe war es weit.

Die Gewalt wurde zum Flächenbrand.

Brutale Mörder verwüsteten das Land.

Nicht wenige hatten die Gefahr verkannt.

So ein Krieg war einfach unbekannt.

Selbst das Getreide wurde verbrannt.

Hunger und Elend wild entbrannt.

Das Grauen wurde über die Erde getragen,

überall herrschte die Macht des Zaren.

Nur im Norden hielt sich ein Volk,

es war weithin bekannt für seinen perfekten Dolch.

Germanen wurden sie genannt,

als Goten waren sie bekannt.

Sie kämpften für das Überleben aller Völker,

ihre Gegner waren zum Kampf versklavte Söldner.

Sie wurden gezwungen für die Zaren zu morden,

sie wurden selbst geschlagen und geschoren.

Niemand von ihnen war zum Töten geboren,

und dennoch, wütete der Krieg vor den Toren.

Den Frauen der Welt erging es nicht besser,

es sei denn, sie hatten ein gutes Messer.

Jede Gotin hatte mindestens eines davon in Besitz,

der Umgang damit ihr tägliche Pflicht.

Sie war zwar auch nicht zum Kampf geboren,

doch so leicht gab sie sich nicht verloren.

Die Frauen standen an der Front,

untätig zu warten, das hätten sie nicht gekonnt.

Ihre Kinder schickten sie in den Wald.

bis zur nächsten Hexe war’ s nicht weit.

Mann und Frau verteidigten sich,

Sklaven sein, nein, das wollten sie nicht.

Ihr Wiederstand bewahrte das Reich,

für ihren großen Mut gibt es keinen Vergleich.

Alle taten sich zusammen,

nur eine ist mal eben zur Toilette gegangen.

Und dort fuhr ihr der Schrecken in die Glieder,

und auch am nächsten Tag kam sie nicht wieder.

*

7. November 2005:

Sie handelte plötzlich nach einem anderen Plan,

denn sie hatte gesehen den Schwarzen Mann.

Ein Kämpfer mit langen, glatten, schwarzen Haaren,

sie kannte ihn aus Kindertagen.

Ihr kleiner Prinz aus dem Morgenland,

ja hatte er denn tatsächlich verloren den gesamten Verstand?

Sie schaute zu dem Schlachtfeld raus,

da saß ihr Bruder und rief sie heraus.

Geliebte komm aus Deinem Haus!

Jetzt ziehe ich Dir die Schuhe aus!

Komm ich zeige Dir meine riesigen Paläste,

geliebte Schwester, auf Dich warten dort sehr viele Gäste!

Ja, hatte der Kerl denn einen Knall?

Und dann nahm sie ihren Schal.

Der Bruder zog sie auf sein Pferd.

Immer nur Dich, Dich habe ich begehrt!

Geliebte Schwester, was ist daran verkehrt?

Du hast mir doch zu Lieben gelehrt!

Du hast das Tier in mir entfacht!

Du hast mir geschenkt die Zauberkraft!

Und nun sieh, was ich vollbracht!

Ich bin der Größte, ich bin der Zar!

Was sind wir für ein schönes Paar!

Gemeinsam sind wir Superstar!

Und er legte ihr die Welt zu Füßen.

Er wollte ihr den Verrat versüßen,

und danach ganz lange Küssen.

Sei die Königin in meinem Reich,

in meinem Land sind alle gleich.

Und dabei werden wir auch noch superreich!

Und sie ging mit ihm auf das große Fest,

alle Goten waren zutiefst entsetzt!

Die Göttin hat sich neben den Feind gesetzt!

Und als die Gäste aus dem Haus,

zog sie ihm die Schuhe aus.

Dann holte sie das Messer raus.

Die eine kleine Sollbruchstelle,

die eine kleine freie Stelle.

Sie erkannte ihn als dunklen Fleck,

als sie ihren Bruder aufgedeckt.

Sie stieß das Messer tief hinein,

und tötete das Schwarze Schwein.

Die Göttin hatte einen Mord begangen,

sie war den falschen Weg gegangen.

Der Fehler steckte im Detail,

sie hörte nicht den lauten Knall.

Falsch berechnete sie den Widerhall,

und so folgte der Frauen tiefster Fall.

Die Göttin hatte die Wahl,

sie hatte gewählt den falschen Schal.

Das Gute zu wollen, oder das Schlechte zuzulassen,

oder sich auf die eigene Berechnung zu verlassen.

Sie hatte es zwar Gut gemeint,

Mann und Frau nicht mehr vereint.

Die Männer bekamen Angst vor IHR.

Lieber kämpften sie gegen einen wilden Stier.

Und der Frau im eigenen Bett,

der ging es plötzlich ziemlich schlecht.

Das Messer nahm man ihr aus der Hand,

und steckte sie in ein Gewand.

Zur liebenden Mutter wurde sie gemacht,

die die meiste Zeit mit ihren Kindern verbracht.

Die jungen Frauen sperrte man gemeinsam ein,

sie sollten alle Engel sein.

Der Geist des Zaren war verletzt,

und in den Köpfen der Männer tief versteckt.

Das Leben der Frauen wurde schwer.

bald verstanden sie die Welt nicht mehr.

Ihr eigener Mann wollte sein ihr Herr.

Keiner wollte zwar ein Sklave sein,

nur die eigene Frau, die sollte es auch noch gerne sein.

Liebe wurde plötzlich Pflicht und Pein.

Gesiegt hatte am Ende das Schwarze Schein.

Und die Göttin war allein,

denn niemand durfte bei ihr sein.

Sie hatte sich verschätzt.

Sie hatte sich selbst verletzt,

und sah sich gefangen in des Feindes Netz.

Und der sperrte sie dann in seinem Hause ein.

Sie sollte nie mehr eine Göttin sein,

zu groß war ihre Angst vor ihrem Schwein,

auch wenn sie es machte ganz, ganz klein:

Nein, so eine Frau konnte kein Engel sein.

Zu groß war ihre Macht, wenn SIE ein Schwein.

Monalisa machte sich einen Höllenkaffee. Satan hatte Spätschicht. Und sie fragte sich, was ihr Bruder dort eigentlich machte. Wieso war er lieber freiwillig ein, wie er es nannte, Mietsklave als mit ihr an der Erschaffung einer neuen, besseren Welt zu arbeiten? Das dies viel Arbeit war, gut, das war klar. Aber Vollbeschäftigung, die war doch optimal. Das sah er doch ganz genauso wie sie. Das sich dazu niemand versklaven lassen musste, das war do besser als sich zu versklaven. Und das auch noch freiwillig. Damals hatte der Mann die Frau mit roher Gewalt dazu gezwungen, er hatte sie geschlagen, vergewaltigt und erniedrigt. Er hatte ihre Seele verstört. Doch Satan war tatsächlich gerne Knecht. Zumindest, wenn er lag im warmen Bett. Dann war das Leben richtig nett. Und eine Frau mit einem Messer in der Hand fand auch er nicht schön.

Da würde er lieber mit den Schweinen ziehen,

sollten auch sie auf die Erde ziehen.

Einfach lustig: So werden Pferde für Werbung trainiert

*

Satan ist ein faules Tier.

Tief schläft er hinter seiner Tür.

Fäulnis macht sich breit.

Zum Handeln ist er nicht bereit.

Die Göttin ist verletzt.

Sie hat sich wohl doch arg verschätzt.

Die Nebenwirkung trat nicht ein.

Er wollte lieber faul und Sklave sein,

und auch nicht schauen nach dem einen Schwein.

Solange ich das Tier nicht sehe,

ich aus dem Bett nicht gehe.

Es reicht, wenn ich auf Spätschicht muss,

gib mir lieber einen Kuss.

Die Göttin glaubt sie hört nicht Recht,

sie findet Faulheit einfach frech.

Doch reißt sie nicht die Wurzeln aus,

sie stellt die Pflanzen einfach raus.

Wer die Kälte überlebt,

der auch frische Luft verträgt.

Kunstvolle Baummonster: Dieser Mann steckt dahinter

Die Göttin machte einen kleinen Spaziergang

und kam an einem Rebstock vorbei.

Dick und süß hingen die Beeren in Trauben beieinander. Sie pflückte sich eine Traube und probierte. Die Trauben schmeckte herrlich süß und erfrischend. Mirage schnupperte an einer, und drehte verständnislos den Kopf weg. Nein Danke. Warum mochten er keine Trauben? Fragte sie sich gerade, als ein Mann um die Ecke kam. Er trug einen dunklen Mantel und schwarze Schuhe. Er wirkte etwas gehetzt. Er schien vor irgend etwas zu flüchten.

  • Hallo, hallo, wissen sie hier irgendwo einen Ort, wo ich mich für eine Weile verstecken könnte?

  • Hallo, wovor laufen sie denn davon?

  • Das Tier. Es kommt immer näher.

  • Dann sollten wir es endlich einfangen.

  • Einfangen? Dieses Monster? Das kann niemand. Es ist so unglaublich groß und zu allem Übel auch noch unsichtbar.

  • Dann sollten wir es sichtbar werden lassen.

  • Sehen? Dieses Ungetüm? Das will niemand sehen. Es ist so hässlich, so gemein. Und zu allem Übel auch noch gefährlich.

  • Dann sollten wir es kleiner werden lassen.

  • Kleiner werden lassen? Dieses Krebsgeschwür? Das geht nicht. Hackst Du einen Kopf ab wachsen gleich drei neue nach.

Die Göttin legte ihre Hand

auf die Schulter dieses erschöpften Mannes.

  • Du musst es ja nicht alleine machen. Und außerdem bin ich auf die Jagd gut vorbereitet. Komm nur erst mal rein, in meinem Haus da wohnt kein Schwein.

Monalisas erster richtiger Flüchtling. Und die Göttin freute sich.

Sie führte den Mann in eines der vielen freien Zimmer.

  • Bitte, hier kannst Du Dich erst einmal etwas ausruhen.

  • Danke, Danke, vielen Dank.

Der Mann legte sich mit dem Mantel auf das Bett und war sogleich tief und fest eingeschlafen. Die Göttin legte eine Wolldecke über ihn. Ihr erster Flüchtling. Und die Küche war immer noch nicht fertig. Sie ging in ihr Arbeitszimmer. Überall türmte sich die Akten. Briefe, Anfragen, Bitten und Erinnerungen. Und auch die Erbschuldfrage. Auch sie lag immer noch unabgeschlossen auf ihrem Schreibtisch. Und das Zimmer des Administrators war auch immer noch unbesetzt.

*

Der Flüchtling

Der kleine Kater hatte nicht nur einen Schwanz.

Der kleine Kater lag auf einem Tisch.

Eine Mutation, mehr war es nicht.

Und trotzdem, diese Art war unbekannt.

Und darum wurde er zum Krüppel ernannt,

und dann ganz schnell mit Müll verbrannt.

Seine Asche, die verstreute sich,

und sein Geist beeilte sich.

Er fand auch einen geeigneten Sohn,

einen Zaren auf seinem Königsthron.

Rache hatte er geschworen,

man hatte ihm das Fell geschoren,

und ihn um sein Recht betrogen.

Er wollte Leben, und sei es als Knecht!

Seine Tötung war einfach ungerecht.

Er verwandelte den Prinzen in ein Tier,

und sich selbst zum Krebsgeschwür.

Monalisa nahm ein Entspannungsbad und durchsuchte ihre spärlichen Vorräte. Nudeln mit Tomaten-Käsesauce. Sie hatte auch noch etwas Basilikum. Sie beschloss sich eine Kleinigkeit zu kochen. Vielleicht würde der Flüchtling ja auch etwas zu Essen haben wollen. Die Göttin drehte den rechten Schalter des Zweiplattenherdes auf die höchste Stufe und setzte einen Topf mit gesalzenem Wasser auf. Dann würfelte sie die Tomaten.

Die ganze Situation erinnerte sie an einen Urlaub.

Er war schon sehr, sehr lange vorbei. Zu einer

Zeit, als die Welt noch in Ordnung war

und Rosen nur Stacheln und noch

keine Dornen hatten.

Liebster, Liebster hörst Du mich?

Jetzt koche ich Dein Leibgericht.

Nudeln in Tomatensauce,

die gehen niemals in die Hose.

Gerade wenn die Sonne untergeht,

die Liebe durch den Magen geht.

Geliebter, Geliebter siehst Du mich?

Jetzt gibt es gleich Dein Leibgericht.

Ich habe auch noch Sahnesauce,

und vermische diese Chause.

Gerade wenn die Lust am Größten ist,

das Essen auch schon fertig ist.

Die Göttin schmeckt die Sauce ab. Ja, die hatte sie gut gemacht.

Sie drehte den Schalter auf Zwei herunter. Die Sauce musste sich noch etwas konzentrieren und auf das wesentliche reduzieren. Dann ging sie an ihren Arbeitsplatz. Ein schönes Feuer wäre jetzt nicht schlecht, dachte sie und gab sich Recht.

*

8. November 2005:

Die Göttin sah die Unterlagen auf ihrem Schreibtisch durch. Ja, es wurde langsam Zeit. Die Notrufe und dringenden Anfragen stapelten sich zu hohen Türmen. Viel wurde berichtet von ungewöhnlich starken Stürmen. Erdbeben, Feuersbrünste und großflächige Überschwemmungen. Und immer mehr Menschen ahnten zu Recht: Ein Zunami kommt selten allein. Das wusste sie aus eigener und sehr persönlicher Erfahrung.

Besonders schlimm war es in Afrika. Die lebensfeindlichen Wüsten wuchsen immer schneller, Trockenheit und Dürre wurde zum Normalzustand, wo zuvor fruchtbare Täler und ausgedehnte Savannen Mensch und Tier Jahrtausende lang ein gedeihliches Auskommen garantiert hatten. Und im südlichen Amiland gab ein Hurrikan dem nächsten die Klinke in die Hand.

Aber es gab auch positive Meldungen.

Nordeuropa erfreute sich eines sehr milden Klimas. Aber auch in China und der russischen Republik schaute man den wenigen weißen Wolken hoffnungsvoll entgegen.

Einige befürchteten einen Klimawandel, andere machten den bevorstehenden Polsprung für das sich verändernde Wetter verantwortlich. Aber es ging den Meisten nicht nur ums Wetter. Viele Menschen hatten vor allen Dingen Hunger. Hunger nach Essen, Liebe, Sex, Anerkennung, Bestätigung. Und noch viel mehr hatten Durst. Der größte Teil der Menschheit sehnte sich nach sauberem Wasser, frisch und belebend, am Besten geradewegs aus einer kühlen Quelle. Nicht wenige jedoch hatten Durst auf Alkohol. Egal in welchem Getränk. Nur nicht mit Wasser verdünnt. Im Gegenteil, mit einem Glas kaltem Quellwasser konnte man diese Kandidaten regelrecht in die nächste Kneipe jagen.

Monalisa schaute in den Topf mit den Nudeln von gestern. Der Topf war leer. Ob der Flüchtling sich wohl daran gütlich getan hatte? Sie ging nach oben in sein Zimmer. Es war so leer wie der Nudeltopf. Ob der Mann etwa ohne ein Abschiedswort wieder gegangen war? Das wäre aber sehr unhöflich von ihm, dachte die Göttin.

Gastfreundschaft war unter den Goten eine Selbstverständlichkeit. Undank war ihnen jedoch gleichermaßen unverständlich. Die Göttin schaute sich in dem Zimmer um. Die Wolldecke hatte der Typ offensichtlich auch mitgenommen. Nun ja, er würde sie auf seinem Weg sicherlich gut gebrauchen können, und die Göttin hatte genügend davon. Sie schaute aus dem Fenster. Und zu ihrer Überraschung sah sie den Flüchtling unter der Wolldecke, auf einem der Liegstühle sitzen. Ein leerer Teller lag neben ihm in Gras. Er rauchte eine Zigarette und genoss die Aussicht. Der Himmel zeigte sich heute von seiner makellosen Seite und die Sonne spielte mit dem trockenen Herbstlaub. Monalisa beschloss für sich und ihren Gast einen Kaffee zu kochen und sich zu ihm in den Garten zu setzen.

  • Hallo Fremder.

Der Mann schreckte auf und drehte sich zu ihr um.

  • Oh, ich muss wohl etwas eingenickt sein. Hallo … ja … also, ich heiße Anton.

Er reichte ihr seine Hand zum Gruß.

  • Ich habe mir erlaubt, das heißt, meine Nase hat mich zu dem Topf geführt, und ich fand niemanden, den ich fragen konnte.

  • Die Nudeln haben dort auf einen Hungrigen gewartet. Kein Problem. Ich hoffe es hat geschmeckt.

  • Oh ja, danke, sehr sogar. Ich weiß gar nicht wie lange es her ist, das ich … also gerade Nudeln mit Tomatensauce, die sind mein Leibgericht.

  • Ich habe uns einen Kaffee gemacht.

Und die Göttin reichte ihm einen Becher schwarzen Kaffees.

  • Milch und Zucker? Oder schwarz.

  • Schwarz. Danke. Oh ja, der ist schön heiß.

  • Ich heiße Monalisa.

  • Ein schöner Name für eine schöne Frau.

  • Vielen Dank für das Kompliment.

Die Göttin nahm einen Schluck aus ihrem Becher.

  • Wie haben Sie … oder sollen wir uns duzen? … Ja? Gut, was ich Dich fragen wollte, wie hast Du den Weg hierhin gefunden?

  • Spinnen. Winzig kleine, weiße Spinnen. Sie leuchteten sogar in der größten Dunkelheit. Ich entdeckte sie ganz tief Unten. Ich wusste nicht mehr ein noch aus, nun, und in meiner Verzweiflung bin ich einfach ihren Zeichen gefolgt.

  • Elkos, die Spinnenkinder. Interessant. Dann haben sie sich offensichtlich gut vermehrt und sogar Intelligenz entwickelt. Das freut mich zu hören.

  • Elkos?

  • Elkos, so nenne ich sie. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die Göttin nahm einen weiteren Schluck aus ihrem Becher und schloss die Augen. Sie lauschten beide dem Wind, der durch das Laub strich. Anton sprach als erster wieder.

  • Es ist so ruhig und friedlich hier, da kann man sich die ganze Scheiße gar nicht mehr vorstellen. In der Hölle ist wirklich die Kacke am Brodeln. Und hier? Alles ist so friedlich. Hunger, Kälte, Nässe, Trockenheit, Dürre … und Scheiße, überall. Hier sind es nur Worte, hier kann man vergessen. Alles vergessen. Selbst die Zeit ist hier vergesslich.

  • Wo kommst Du denn ursprünglich her?

  • Deutschland. Oder das, was davon noch übrig ist. Wir haben zwar keine Katharina die Große, aber dafür eine andere Katastrophe, und die heißt Angela Merkel und die ist des Schwarzen Zaren kleines, aber williges Ferkel. Den Schröder hat sie ausgetrickst, und jetzt bricht sie uns allen das Genick.

  • Hat sie Kinder?

  • Nein.

  • Dann wird sie sich nicht lange halten.

  • Weil sie keine Kinder hat?

  • Sie hat keine Übung in langfristigen Angelegenheiten entwickelt. Ein Kind braucht zwanzig Jahre um halbwegs erwachsen zu werden. Da muss man durch viele verschiedene Stadien, sowie vorhersehbare und unvorhersehbare Schwierigkeiten bewältigen. Und die eigenen Fehler müssen selbst ausgelöffelt werden. Nun, und das prägt. Kein Gote und keine Gotin würde je eine Frau zur Königin wählen, wenn sie nicht durch ihre erfolgreiche Mutterschaft bewiesen hätte, das sie in der Lage ist, Leben nicht nur auf die Welt zu bringen, sondern das durch ihre Führung, sich aus ihnen auch etwas Gutes entwickelt.

  • Interessanter Gedanke. Wirklich. Von der Warte aus habe ich das noch nie betrachtet. Mutterschaft als Vorraussetzung zur Kanzlerschaft. Und die Männer, wie beweisen sie ihre Befähigung?

  • Können Männer Kinder bekommen?

  • Nein, natürlich nicht.

  • Nun, Anton, damit beantwortet sich die Frage doch, oder nicht?

  • Du meinst, bei den Goten gibt es keinen König oder Kanzler?

  • Es gab sie. Aber das ist den Goten nicht gerade gut bekommen. Leider.

  • Ach.

Anton war sprachlos.

Dann räusperte er sich und fragte:

  • Der große Alptraum des Mannes. Das Matriarchat. Die Vorstellung alleine ist schon eine Zumutung. Die große Mutter, die Überfrau, die Unerreichbare. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei. Dann lieber eine Angela Ferkel. Sie ist im Grunde eine Königin ohne Macht. Das stand sogar im Stern.

  • Wovor bist Du dann geflohen, Anton?

Die Göttin stand auf und hob den Teller auf:

  • Ich muss noch etwas in der Küche machen. Wenn Du Lust hast, wir können später gerne weiter quatschen. In der Bibliothek ist es ganz gemütlich. Wir müssen nur den Kamin anmachen.

  • Sag mir, wo ich Holz finde, dann mache ich das. Ich liebe das Feuer. Zumindest solange es unter Kontrolle ist.

  • Holz findest Du da hinten, gleich neben der Scheune.

Monalisa trug den Teller und die Becher ins Haus und betrat die Küche. Die Wände waren endlich getrocknet. Sie schaute nach oben. Die Decke. Sie hatte sie entfernt, doch wie früher, so direkt unter freiem Himmel wollte sie in Zukunft nicht arbeiten. Es regnete einfach zu oft. Eine Glaskuppel musste her. Kurzentschlossen nahm sie ihren Stab in die rechte Hand und simsalabim … zauberte sie eine Glaskuppel über die Küche. Sommerlich weiße Wolken zogen über sie hinweg. Ja, das sah sehr schön aus. Und die Göttin freute sich.

Sie hörte Schritte auf der Treppe:

  • Hallo, ich hoffe ich störe nicht, aber wo ist der Kamin? … Ah, was für ein herrlicher Raum. Und diese Kuppel …

  • Das wird die neue Küche.

  • Die ist ja riesig. Werden hier etwa die Weihnachtskekse gebacken?

  • Goten haben mit Weihnachten nicht viel am Hut. Aber Kekse werden hier natürlich auch ab und an gebacken werden.

  • Kein Weihnachten? Keine Geschenke? Keine Krippe mit Jesuskind?

  • Wie schon gesagt, Goten kennen keinen König. Weder mit Gold- noch mit Dornenkrone. Sie feiern stattdessen zur Wintersonnenwende die Geburt des Lichtes. Das große Lichterfest. Gerade Kinder lieben dieses Fest. Natürlich gibt es auch das eine oder andere kleinere Geschenk. Aber das Wichtigste sind die Lichter. Jedes Kind hat an den langen dunklen Abenden zuvor mindestens eine Leuchte gebastelt. Mit welchem Licht, das ist egal, Hauptsache die Idee ist originell.

  • Ach, Du verwechselst das mit St. Martin, glaube ich.

  • Wer hier was verwechselt ist noch die Frage. Aber das können wir besser gemütlich am Kamin klären.

  • Ach ja, genau, wo ist denn das Zimmer?

  • Hier, gleich um die Ecke und dann immer gerade aus. Durch die große Tür, Du kannst es gar nicht verfehlen. Ich komme gleich. Möchtest Du ein Glas Wein trinken, oder kiffst Du lieber?

  • Kiffen? Hier? … ja, also, wenn Du mich so fragst? Ich ziehe ganz gerne mal an einem Joint.

Und die Göttin freute sich. Anton war ein netter und sehr sympathischer, und trotz seines Alters, immer noch jugendlich wirkender Mann. Ein Deutscher, wie er sagte, und damit höchstwahrscheinlich ein Gote.

Nur wusste er nichts davon. Wie die Meisten. Fast alle hatten es vergessen. Was hatte er im Garten noch gesagt: Hier wird selbst die Zeit vergesslich? Die Göttin fragte sich ernsthaft, wer oder was hier wen vergessen hatte. Aber sie hatte es schließlich vorher gewusst. Sie würde wohl tatsächlich bei Null anfangen müssen, keine Frage.

Die alten Götter hatten sich verpisst,

und ihre Gemeinde hat sie nicht vermisst.

Ja, so einfach ist das, wenn man vergisst.

Und der Schwarze Zar verteilte ne Schrift:

Leute! Hört! Euer Gott ist tot.

Jetzt bekommt ihr von mir das Gnadenbrot.

Ich stell Euch alle bei mir ein,

in Zukunft werde ich der Hirte sein.

Doch, da das Got nicht sterben kann,

machte er ES zum Weihnachtsmann,

mit ner Mütze und nem Bömmel dran.

Und der Zar zieht einen Mantel an:

Ich bin sein erster Stellvertreter,

schaut, auch ich bin etwas älter.

Außerdem bin ich gescheiter,

mit mir kommt ihr sehr viel weiter.

Ich leihe Euch auch etwas Geld,

das regiert ab jetzt die Welt.

Und der absolute Oberhit:

Selbst Sünden rechnen sich damit.

Geht ruhig mal richtig einen Saufen,

nur, bitte, lasst Euch von mir Taufen.

Baden ist jedoch verboten,

so was tun nur böse Goten.

Anton schaute sie überrascht an:

  • Und Du meinst ich bin ein Gote?

  • Fast alle sind Goten. Ostgoten, Westgoten, Süd- oder Nordgoten. Je nach dem. Aber im Grunde sind alle Goten. Nur ein paar sind anders. Sie sind Zugezogene, sozusagen.

  • Zugezogene? Ah ha. Und wo kommen die her?

  • Unterschiedlich.

  • Aha. Interessant.

  • Nun ja, selbst die Goten sind am Ende ja zugezogen. Zugezogen auf die Erde, meine ich. Natürlich gibt es noch viel mehr Goten auf der Welt. Das Universum ist voll davon.

  • Ach so, Du meinst Menschen. Der Mensch, ein Gote.

  • Menschen sind nur eine Form von Goten. Es gibt alle möglichen Formen. Tiere und Pflanzen sollte man auch nicht vergessen.

  • Aber, was ist denn dann ein Gote? Ich meine, was bin ich?

  • Du bist Licht. Verlangsamtes Licht, sozusagen. Du schwingst in einer ganz bestimmten Frequenz.

  • Ich bin Licht. Das klingt schön.

  • Man kann es auch anders ausdrücken. Du bist ein Schaumhaufen.

  • Das klingt nun wieder gar nicht schön.

  • Ist aber physikalisch betrachtet korrekter.

  • Der Mensch ein Schaumhaufen?

  • Wie Alles in der Welt der Erscheinungen. Alles besteht in seinem innersten Kern aus Seifenbläschen, die wieder in größeren Bläschen eingeschlossen sind. So vielgestaltig wie Atome eben nun mal sind. Schaumhaufen eben.

  • So habe ich das ja noch nie gesehen!

  • Badest Du nicht mit Schaum?

  • Einmal die Woche vielleicht. Ich dusche lieber.

  • Ich bade täglich.

  • Echt! Das ist aber nicht gut für die Haut.

  • Wer sagt denn so etwas?

  • Na, das wissen doch alle. Baden laugt die Haut zu sehr aus. Und dann muss man sich eincremen und all den Scheiß. Nein, das ist mir zu umständlich.

  • Ich creme mich nie ein. Höchstens mal die Hände und das Gesicht. Und das auch nur, wenn es unumgänglich ist.

  • Dafür siehst Du aber ziemlich gut aus.

  • Das kommt vom Baden. Die Vorfahren der Goten waren nämlich Wale. Die Haut muss nur täglich daran erinnert werden. Dann produziert sie ein ganz besonderes Fett. Und dieses Fett schützt die Haut optimal vor dem Austrocknen. Goten sind sozusagen Wale auf Landgang.

  • Du erzählst Sachen!

  • Gefällt Dir nicht, was ich sage?

  • Doch, doch natürlich, aber es ist so neu. Deine Gedanken. Schaumhaufen, Wale und Licht. Und die Goten. Ich habe mir noch nie darüber Gedanken gemacht, wer meine Vorfahren gewesen sind. Es war mir schlichtweg egal, wenn ich ehrlich bin.

  • Suchst Du Dir Deine Freunde auch so gleichgültig aus?

  • Nein, natürlich nicht! Freunde sind mir sogar sehr wichtig. Aber Verwandte kann man sich ja leider nicht aussuchen.

  • Aber man kann von ihnen Lernen.

  • Das stimmt natürlich. Aus ihren Fehlern.

  • Und aus ihren Stärken.

  • Und was kann ich von meinen gotischen Vorfahren lernen?

  • Wie man erfolgreich gegen den Schwarzen Zaren kämpft, zum Beispiel.

  • Die? Diese Barbaren? Die liefen doch noch, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, mit der Keule herum, als Cäsar bei ihnen angeklopft hat.

  • Mit der Keule? Du meinst vielleicht den Ger. Und das ist keine Keule, das ist ein Dolch. Und zwar ein ziemlich gefährlicher. Der macht mit so einem gepanzerten Römer kurzen Prozess. Man muss nur wissen, wo man hinstechen muss. Cäsar wusste schon, warum er hinter den Bergen blieb.

  • Und dennoch hat er die halbe Welt beherrscht.

  • Er? Der hat gar nichts. Der hat auf dem Sofa herumgelegen und sich zwischen die Schenkel von Kleopatra gewünscht.

  • Er war doch gerade für sie ein großer Feldherr, denke ich.

  • Er konnte den Hals nicht voll kriegen, das war er. Und wenn er nicht ficken konnte, dann wollte er Blut sehen. Das Geschrei der Sterbenden war für ihn ein Chorgesang. Zirkus maximus, ist nicht seine perverseste Freizeitbeschäftigung, nur seine Öffentlichste. Cäsar war ein Schwarzer Zar. Und leider auch noch ein besonders Schlimmer.

  • So siehst Du diesen Mann? Da habe ich in der Schule aber etwas ganz anderes gehört.

  • Ach. Auf welcher Schule warst Du denn?

  • Römisch katholisches Jungeninternat.

  • Ach Du lieber Himmel, tatsächlich.

  • Es war die Hölle auf Erden für mich. Damals.

  • Heimweh?

  • Weniger.

  • Was war es dann?

  • In meinem Leben lief wohl nicht alles so wie es sein sollte.

Die Göttin drang nicht weiter in ihn.

  • Möchtest Du vielleicht noch etwas rauchen?

  • Oh, nein, danke, ich würde vielleicht lieber zu Bett gehen. Ich bin doch immer noch ganz schön fertig. Ich hoffe nicht unhöflich zu wirken. Ich bin wirklich müde.

  • Aber natürlich. Ich hätte daran denken müssen. Vergiss nicht Deine Decke mit hoch zu nehmen. Es wird Nachts ziemlich kühl. So langsam.

  • Danke. Danke für die nette Unterhaltung. Ich werde darüber nachdenken. Ganz bestimmt.

  • Gute Nacht, Anton.

  • Gute Nacht, Monalisa. Vielen Dank für alles.

  • Schlaf gut, Anton.

Plötzlich ging die Tür noch einmal auf:

  • Du meinst die Goten sind die Guten?

  • Und die Anderen die Bösen? Nein. Auch unter den Goten gibt es böse. Nicht alle sind gut.

  • Ach so. Und wer sind dann die anderen?

  • Das erzähle ich Dir morgen. Ich gehe jetzt auch schlafen.

  • Na, dann, nochmals gute Nacht, Monalisa. Sag mal, wer bist Du eigentlich?

  • Ich bin die Göttin des Lichts. Und deswegen gehe ich jetzt auch ins Bett.

*

Das Ferkelchen

9. November 2005:

Das Ferkel ging alleine aus.

Zu Hause blieb die kleine Maus.

Es ging in eine Hafenkneipe,

und stopfte seine kleine Pfeife.

Es bestellte sich ein kühles Bier,

da kam ein Esel durch die Tür.

Und der Esel setzte sich,

zum Ferkel, an den gleichen Tisch.

Ich wünscht, ich könnt ein Ferkel sein,

dann würde aus mir auch mal ein Schwein.

Du kannst Dich suhlen in Schlamm und Dreck,

und Du kannst sitzen im eigenen Speck.

Wirklich, ich beneide Dich!

Das Bier von Dir, das geht auf mich!

Darf ich mich vorstellen:

Ich bin Esel Doppelschicht.

Ich lade Dich ganz herzlich ein,

wenn Du mir sagst, wie’ s ist als Schwein.

Och, ich würde lieber Esel sein,

so schön ist es nicht, als kleines Schwein.

So richtig gut geht es nur dem Boss,

und dem Mann mit dem Geschoss.

Wir Ferkel werden zwar gemästet,

aber jeder weiß ja, wo und wie das endet.

Wir gehen nicht im Park spazieren,

wir werden auch niemals Kinder gebären.

Wir leben um gefressen zu werden,

ich sage Dir, das ist die Hölle auf Erden.

Und der Esel war total betroffen.

Worauf sollte er dann noch hoffen?

Das nächste Bier ging auch auf ihn,

am liebsten hätte er laut aufgeschrieen.

Was ist das für eine Sauerei!

Wann ist das Leben endlich vorbei!

Das Ferkel legt den Arm um ihn:

Komm lass uns durch die Kneipen ziehen.

Die Beiden kamen an ein Tor,

davor stand einer, dem es fror.

Habt ihr vielleicht ne Mark für mich?

Ich bin der Arme der Geschicht.

Der Esel wollte schon was geben,

doch das Ferkel riet ihm ruhig zu gehen.

Was schmeißt er auch sein Geld aus dem Fenster,

hat wohl geglaubt mit dem Euro wird’ s besser!

Der Typ ist wirklich selber Schuld,

er hat es am Ende doch selbst gewollt.

Steck Deine Börse lieber ein,

Du willst doch wissen, wie es ist als Schwein.

Sie kehrten in die nächste Schenke,

und der Esel bestellte die Getränke.

Er dachte an den armen Mann,

und wie man nur so dumm sein kann.

Der Esel gibt noch einen aus,

dann geht er besoffen nach Haus.

Wieder begegnet er dem Armen,

der immer noch bittet um Erbarmen.

Und der Esel leert die Börse aus,

ein einziger Pfennig kommt heraus.

Der ist für Dich Du armer Kerl,

tut mir Leid, mehr hab ich nicht mehr.

Der Mann steckte den Pfennig ein.

Der kann von einem Engel sein.

Er nimmt den Pfennig in die Hand:

Er kam aus seinem Heimatland!

Geh, zu Hause wartet auf Dich das Glück!

Heute noch geht ein Schiff zurück!

Der Mann suchte den Hafen auf.

Da fuhr ein Schiff gerade aus.

Er sprang auf einen der Container,

sicherlich, früher, da reiste er bequemer.

Da hätte er gesagt: Das hier, das ist meiner!

Doch was soll’ s, das Leben ging halt weiter.

Und so sprang er und fasste die schwankende Leiter,

auf ihr ging es dann nach Oben weiter.

Die Dunkelheit, sie schützte ihn,

überall roch’ s nach Benzin.

Es war noch weit bis nach Berlin,

doch dieses Schiff fuhr fast dort hin.

Und als er ein Versteck gefunden,

hat er geschlafen viele Stunden.

Dann holte er den Pfennig raus:

Bitte bring mich heil nach Haus.

Ich verspreche auch Dich zu vermehren,

ich werde selbst die Straße kehren.

Mann und Pfennig hatten Glück,

beide kamen heil zurück.

Und der Mann begann zu kehren,

und das Geld fing an sich zu vermehren.

Und das Geld, das auf der Straße liegt,

hatte den Hunger und das Elend schnell besiegt.

  • Also geht es doch nicht ohne! Ohne Geld, meine ich.

Fasste der Flüchtling ihr Gespräch zusammen. Sie saßen in der Küche und rauchten eine Zigarette. Monalisa hatte die Einrichtung noch in der Nacht herbeigezaubert. Allerdings in 100 gleich großen Bauelementen, die nun auf dem Boden neben- und übereinander gestapelt, auf ihre geschickte Zusammenfügung warteten. Anton schaute auf die Elemente:

  • Baust Du noch, oder wohnst Du schon, kennst Du den Spruch?

  • Ich baue gern.

  • Der Satz heißt: Ich rauche gern, und gehört übrigens zu den erfolgreichsten Werbesprüchen der Neuzeit

  • Vielleicht weil er so zutreffend ist. Ich rauche auch gern.

  • Das gehört sich für eine Göttin aber nicht.

  • Ach? Und wie soll das dann mit der Friedenspfeife funktionieren? Soll ich sie etwa nur paffen? Oder nein, was habe ich Letztens gehört? Man zieht zwar dran, aber inhaliert nicht. Also das ich halte das für Betrug.

  • Aber rauchen ist ungesund.

  • Wer sagt das?

  • Na das weiß doch jeder!

  • Ich halte das für Quatsch. Es kommt schließlich doch ganz entscheidend darauf an, was, wann, wo und mit wem man raucht.

Anton musste Husten.

  • Du solltest diese Filter weglassen. In denen steckt das pure Gift.

  • In den Filtern?

  • Ja, und dieses Gift ist weitaus gefährlicher als der Tabak. Ganz davon abgesehen, filtert Dir dieser Chemiecoktail den Grossteil der Heilstoffe aus dem Rauch.

  • Heilstoffe? In einer Zigarette? Wenn das meine Mutter hört!

  • Meine Mutter ist da ganz anders. Als ich ihr einmal sagte, ich wolle das rauchen aufhören, da hat sie mich ganz entsetzt angeschaut und gesagt: Das ist aber schade, mein Kind. Und mit wem rauche ich dann in Zukunft?

  • Du kommst aus einer komischen Welt, Monalisa.

  • Das Paradies ist komisch. Alles andere wäre doch ziemlich langweilig, findest Du nicht?

Monalisa stapelte die Elemente, während sie sich weiter unterhielten. So langsam wurde sichtbar, wie sie sich die neue Küche vorstellte. Wo blieb nur Kleopatra? Die Göttin brauchte die Maße für den Herd und die Spülmaschine.

Ein Versprechen bricht man nicht.

Ein Geschenk vergisst man nicht.

Einen Freund versetzt man nicht.

Für jeden Goten ist dies Pflicht.

Die Göttin schaute auf das Meer hinaus. Kalt und Schwarz rauschten die Wellen ans Ufer heran. Ein frischer bis stürmischer Wind jagte hinter weiß aufleuchtenden Schaumhaufen her. Tiefe Nacht hatte sich über das große Sonnenmeer gelegt. Da sah sie ein Bötchen, eine Frau schleppte sich an Land, die Bootleine fest umwickelt, in der rechten Hand. Ihr langes Kleid war nass geworden. Sie kämpfte sich durch die auslaufende Brandung. Monalisa hörte ein Rufen wie einen Schrei.

Monalisa, gib mir Kraft!

Ich hab’ s gerade noch geschafft!

Mensch, was bin ich nass geworden,

beinahe wäre ich gestorben!

*

Die Göttin drehte sich zu Anton um.

Was bist Du eigentlich von Beruf?

  • Archeologe.

  • Ach, das ist ja interessant.

    *

Die Baumeister

Sie zogen einst durchs ganze Land.

Ihre Kunst war weit bekannt.

Sie zauberten ein Riesenreich,

in denen waren alle gleich.

Und jeder Gote mit Verstand,

war ein Herr in seinem Land.

Zusammen mit der Frau,

hüteten sie die fette Sau.

Und jedes ihrer Ferkelchen,

bekam auch kleine Kinderchen.

Sie war der Bauer, er der Knecht,

und alle fanden das Gerecht.

Sie hatten eine Königin,

sie war Hummel und auch Spinn.

Und diese hatte einen Mann,

der ganz besonders zaubern kann.

Sie war die Mutter vieler Kinder,

und alle Jahre wählte man sie wieder.

Selbst der größte Zauberer war ihr Knecht,

und auch der fand das gerecht.

Alle Meister in dem weiten Gotenland,

waren mit ihr gut bekannt.

Königin des Lichts wurde Sie genannt,

mit der Göttin war sie eng verwandt.

Doch SIE hatte einen großen Sohn,

und der wollte auf den Thron.

Sie fand es dafür viel zu früh,

und schlug erbost die Türe zu.

Sie ging sehr hart mit ihm ins Gericht,

den Aufstand des Jungen verstand sie nicht.

Und dieser Junge war verletzt,

nackt und bloß hatte sie ihn vor die Tür gesetzt.

Und er flüchtete in den tiefen Wald,

in der Nacht hat es geschneit.

Er fand ein kleines Hexenhaus,

darin wohnte eine Maus.

Sie zeigte ihm das Löffelspiel:

Mit ihm kommst Du an Dein Ziel!

Zeige der Frau was in Dir steckt,

was anderes hat keinen Zweck.

Und damit schickte sie ihn raus:

Nun werde ein Herr im eigenen Haus!

Der Junge jedoch bekam große Angst:

Hinter jeder Ecke der Teufel tanzt.

Er traute sich nicht mehr nach Haus,

drum suchte er eine andere Maus.

Und mit dem kleinen Löffeltrick,

hatte er dabei auch schnell Glück.

Auch ihre Freunde waren begeistert,

obwohl er sie nur hat verscheißert.

Schnell wurde er dadurch bekannt,

zum großen Zauberer wurde er ernannt.

Doch die Königin kannte den Trick,

drum hatte er bei ihr kein Glück.

Sie warf ihn aus dem Gotenland,

drum flüchtete er ins Nachbarland.

Dort wohnte jedoch der schwarze Zar,

und der erkannte ihn als Narr.

Genau solche Typen konnte er gebrauchen,

drum ging er mit dem Jungen saufen.

Er flößte ihm die Scheiße ein,

durch die der Junge wurde zum Schwein.

Und wenn Du jetzt marschierst mein Sohn,

dann bekommst Du auch den Lohn.

Erkämpfe Dir Dein Königsrecht,

ansonsten bleibst Du halt ein Knecht.

*

10. November 2005:

Der Junge hatte durchaus Skrupel,

ihm war dabei nicht wohl zu Mute.

Doch der Schwarze Zar war sehr geschickt,

und hat die Wölfe mitgeschickt.

Und die verstanden wie es geht,

das der Wind von hinten weht.

Sie verteilten hochprozentig aus,

und stürmten plündernd jedes Haus.

Sie mordeten ohne Scham,

und machten alle schrecklich arm.

Sie änderten das Reichsgesetz,

und die Mutter wurde abgesetzt.

Gegen das Matriarchat wurde schwer gehetzt,

dann wurde der Sohn auf den Thron gesetzt.

Die Goten sahen darin auch kein Problem,

das Leben würde schließlich weitergehen.

Macht von Oben war halt unbekannt,

drum wurden die Folgen arg verkannt.

Ein übler Faschismus blühte auf,

und dessen Leid erfuhr die Frau.

Sie wurde von den Horden brutal vergewaltigt,

und anschließend auch noch grob beleidigt.

Man sperrte sie in ihr kleines Haus:

Und komm nur ja nicht mehr da raus!

Den Männern gab man Alkohol,

und ihre Birnen wurden hohl.

Sie sahen nur das viele Geld,

das nun zählte in der neuen Welt.

Und sie rechneten sich damit aus:

Nun sind wir die Herren im großen Haus.

Die Frauen verstanden die Welt nicht mehr:

Warum gab es keine Gegenwehr?

Selbst ihr eigener, geliebter Mann,

bändelte mit den Wölfen an.

Alles wurde umgedreht,

die Macht der Frauen war verweht.

Die Scheiterhafen glühten noch,

da rief der Sohn nach seinem Koch:

Mache mir daraus einen Braten,

des Menschen Fleisch ist wohlgeraten.

Ich bin ein Wolf und frage nicht:

Ist es richtig oder nicht?

Ich beiße mir zwar die Zähne aus,

aber ich gehe satt nach Haus.

Der Koch, der tat wie ihm befohlen,

und ließ das Fleisch vom Haufen holen.

Er machte ein Gericht daraus,

und verteilte dies im ganzen Haus.

Doch zu groß war des Fleisches Wut,

und die Mahlzeit kam nicht gut.

Nicht nur dem Sohne wurde schlecht,

das Fleisch hatte sich rundum gerächt.

Und die Götter nahmen ihren Hut,

sie hatte von der Welt genug.

Die Baumeister jedoch blieben zurück,

doch das brachte ihnen kein Glück.

Sie wurden versklavt wie alle anderen,

und so begannen auch sie einen Lohn zu verlangen.

Sie bauten dem Sohn ein großes Haus,

etwas später machte man eine Kirche daraus.

Hier knieten nun die alten Frauen,

und lernten auf den Boden zu schauen.

Sie hatten die Männer falsch eingeschätzt,

ihr Ego war zutiefst verletzt.

Jetzt waren sie plötzlich das schwache Geschlecht,

doch im Grunde fanden sie das nicht nur schlecht.

Sie blieben bei den Kindern zu Haus,

und der Mann, der ging als Bauer hinaus.

Sie wurden zu seinem Haushaltsknecht,

doch Geld dafür zu verlangen schien ihnen nicht Recht.

Sie wollten es aus Liebe tun,

drum akzeptierten sie den Mann auf dem Thron.

Und dieser Mann bekam seinen Lohn,

die Macht ging über auf seinen Sohn.

Und so entstand ein Königsgeschlecht,

das fand diese Welt gar nicht so schlecht.

Sie lebten laut und ungestüm,

sie hatten halt etwas mehr Fortune.

Doch dann kam die gähnende Langeweile,

und auch das Geld reichte nur eine Weile.

Der Schwarze Zar nutzte die Situation,

und versammelte alle im Stadion.

Jetzt ziehen wir in den großen Krieg,

ich verspreche, es wird ein leichter Sieg.

Die Männer schrien laut: Hurra!

Unser Hirte ist ein Megastar!

Wir ziehen mit dem schwarzen Zar!

Wer zu Hause bleibt ist ein Narr!

Reich und berühmt kehren wir zurück!

Doch ist dies leider nur wenigen geglückt.

Die Meisten begrub der Wüstensand,

als Kreuzritter wurden sie weithin bekannt.

Zu Hause lag der Acker brach,

Hunger und Elend kamen nach.

Und dann kam noch die Pest ins Haus,

der Teufelskreis war aufgebaut.

Die Städte versanken im eigenen Dreck,

die Straße zu kehren hatte gar keinen Zweck.

Die Scheiße flog aus allen Fenstern,

darin weinten Kinder ohne Eltern.

Allen war das Leben so nicht Recht,

doch wo war die Mutter, die das hätte gerächt?

Die Baumeister versteckten SIE bei sich,

doch den anderen sagten sie es nicht.

Es war ihnen einfach zu gefährlich,

und das glaubten sie auch, ganz, ganz ehrlich.

Sie gaben die Mutter zwar nicht verloren,

schließlich wurden immer neue geboren.

Doch auch sie fürchteten ihren Zorn:

Was, wenn SIE sah, was aus ihnen geworden?

Was, wenn SIE hörte, wer nun der Richter ist?

Was, wenn SIE kam zum jüngsten Gericht?

Die Ohren der Baumeister glühen heiß:

Oh wie gut, das SIE es nicht weiß.

Doch die Baumeister haben kein Glück.

Jetzt ist die Mutter wieder zurück.

Die Wale hatten ihr alles erzählt,

und dann haben sie SIE auserwählt.

SIE soll die Sache wieder in Ordnung bringen,

damit ihre Gesänge wieder fröhlich klingen.

  • Und wo ist diese Mutter jetzt?

Fragte Anton die Göttin.

  • In Deutschland.

  • Ach, das ist ja interessant.

Antwortete Anton. Doch eigentlich war er viel zu sprachlos, um überhaupt nur zu ahnen, was das eigentlich hieß.

Monalisa stellte sich an den Zweiplattenherd und setzte ein paar dicke Kartoffeln auf. Sie rieb ein paar Möhren in einen gequollenen Getreidebrei. Dann schlug sie ein Ei hinein und rührte dieses mit ein paar kräftigen Handgriffen zu einem Teig. Möhrenbratlinge schnell gemacht. Sie nahm etwas frischen Quark, tat Sahne und Kräuter hinzu, rührte auch dieses ein paar mal gut durch. Ein Schuss Olivenöl noch. Fertig. Sie stellte den Quark kalt und schaute nach den Kartoffeln. Manche Dinge brauchten jedoch einfach ihre Zeit. Und darum machte SIE sich und Anton einen Höllenkaffee:

  • Isst Du kein Fleisch?

Fragte Anton die Göttin.

  • Ich esse im Grunde alles. Ich passe nur auf, wo, wann, was und wie etwas auf meinen Tisch gekommen ist. Nun, und bei Fleisch sehe ich das zugegebenermaßen lieber etwas zu streng. Aus gutem Grunde, wenn man an den Sohn denkt. Man ist halt was man isst. Wer Wut isst, wird wütend. Wer Gutes zu sich nimmt, fühlt sich nicht nur gut, er isst auch gut. Ist und isst. Der sprachliche Gleichklang besteht nicht. zufällig. Essen kommt von Sein. Darum beneiden die vergeistigten Götter den Menschen regelrecht. Sie brauchen nichts zu essen, und das hat sicherlich Vorteile, aber sie schmecken auch nichts. Das kann nur der Mensch. Die sinnliche Erfahrung ist seine ureigene Eigenschaft. Schmecken, das kann wirklich nicht jeder. Denke nur, wie viele Tiere das Essen mit Haut und Haaren verspeisen müssen. Da hat der Mensch wirklich sehr dazugelernt. Leben wie Gott in Frankreich, der Spruch kommt auch nicht von Ungefähr, sage ich immer.
  • So siehst Du das? Die Götter beneiden uns um unseren guten Geschmack?
  • Nicht alle verfallen gleich dem Neid, aber es freut sie schon, wenn man ihnen Früchte und Blumen in den Tempel bringt. Dann können sie sich wenigstens satt sehen. Und wenn diese Gaben dann an Arme und Bedürftige ausgeteilt werden, dann freuen sie sich an den zufriedenen Gesichtern der beschenkten. Sie genießen sozusagen mit. Oder anders ausgedrückt: Sie lassen Essen.
  • Aha. Und wenn die Götter sauer sind, dann geht es ohne Abendbrot ins Bett?
  • So ist es.
  • Aha. Dann sollte man dafür Sorge tragen, das die Götter immer gut versorgt sind.
  • Wie Du mir, so ich Dir. Alles fällt auf sich zurück. Nur wer sät wird ernten. Und so weiter, und so weiter. Sprüche gibt es genug. Aber im Grunde ist alles nur eine Frage des Geschmacks. Nur auf eines sollte man aufpassen: Nicht alles was gut schmeckt, ist auch gut.
  • Und wie nennt man diese Küche? Ich meine, es gibt doch vegetarische, asiatische, makrobiotische und ich weiß nicht wie Küche.
  • Lichtarier, vielleicht? Wir essen Licht. Nenn es wie Du willst. Hauptsache es schmeckt Dir.

Und mit diesen Worten reichte sie ihm seinen Teller. Pellkartoffeln mit Kräuterquark und Möhrenbratlingen. Ihr absolutes Lieblingsgericht.

  • Hm … ja, schmeckt ausgezeichnet. Ja, köstlich. Ich mag diese einfache Art. Alles schmeckt nach sich selbst. Ich möchte jetzt gar nicht wissen, wie ein Braten schmeckt. Der würde alles zerstören.
  • Fisch. Fisch geht ganz gut dazu. In einer Weißweinsauce. Habe ich schon öfter gemacht.
  • Aber, wenn Du doch eine Göttin bist, wieso schmeckst Du dann etwas?
  • Ich vermenschliche zur Zeit.
  • Was tust Du?
  • Ich vermenschliche.
  • Und das geht?
  • Wenn ein Mensch zu einem Gott werden kann, dann sollte ein Gott doch wohl ein Mensch werden können. Wie Du mir, so ich Dir, sozusagen.
  • Wenn ich das meiner Mutter erzähle! Die fällt glatt vom Glauben ab.
  • Von welchem Glauben denn?
  • Römisch katholisch natürlich. Bei uns sind alle Katholisch. Die paar Evangelen, die zählen nicht viel.

Die Göttin verzog einen Spur das Gesicht.

Nein, nein, die Frau konnte dafür ja schließlich nichts.

  • Möchtest Du noch einen Nachschlag?
  • Oh gerne. Und von den Bratlingen gerne auch mehr. Die sind wirklich klasse.
  • Kann man auch gut auf einer Scheibe Brot essen. Später. Soll ich welche aufheben?
  • Ja, gute Idee. Man muss ja nicht immer gleich alles aufessen. Aber einen Bratling klaue ich mir noch.

Und Anton griff unter ihrem Arm durch und schnappte sich einen der Bratlinge. Und Mirage knurrte.

  • Oh, wer ist denn das? Den Hund habe ich doch schon mal irgendwo gesehen!
  • Das ist Mirage, mein engster Begleiter. Und der sieht das nicht gerne, wenn man mir zu Nahe kommt.
  • Entschuldige bitte. Ich habe mich vergessen. Die Bratlinge machen mich vielleicht etwas übermütig? Kann das sein?
  • Mut machen sie auf jeden Fall. Sie geben Kraft, fördern die Intelligenz und aktivieren die Bewegungsfreude. Alles in allem sind sie richtige Zauberlinge.
  • Zauberling, das ist doch ein sehr schöner Name für sie. Zauberling. Klingt doch wunderbar!
  • Einen Punkt für Dich. Der Name ist gefunden. Der Bratling ist ein Zauberling. Dafür gibt es noch einen für Dich. So, und den Rest, den stelle ich jetzt kalt.
  • Du bist überhaupt nicht, wie ich mir eine Göttin vorgestellt habe.
  • So so, wie hast Du sie Dir denn vorgestellt?
  • Na, ehrbarer, verehrbarer meine ich. Du bist so normal. Fast wie meine Mutter.
  • Ehrst Du deine Mutter nicht?
  • Da gibt es ehrlich gesagt nicht besonders viel zu verehren. Sie ist ein ziemlicher Drachen und alles andere als ein angenehmer Mitmensch. Ich habe ihr nun schon das eine oder andere mal den Hintern versohlen müssen. So arg hat sie es getrieben.
  • Du hast Deiner Mutter den Hintern versohlt? Das ist aber grenzwertig.
  • Den nackten Hintern. Ich habe sie mir über das Knie gelegt, den Rock hoch gezogen, die Hose runter, und dann draufgehauen. Glaube mir, sie hat es verdient, ehrlich. Und es hat Wunder bewirkt. Wirklich wahre Wunder. Sie ist einfach wieder auf dem Teppich. Und freut sich selbst wohl noch am meisten darüber. Natürlich hat sie es niemandem erzählt. Wie würde das sich auch anhören? Mein Sohn hat mir den nackten Hintern versohlt!
  • Darin liegt ja der Grenzwert gerade. Heikle Sache.
  • Ich tue es ja auch nicht mehr. Ich habe es ihr versprochen. Aber es hat geholfen. Manchmal ist so eine klare Handlung, und ich war ganz klar dabei, völlig emotionslos, nicht etwa aggressiv oder so, jedenfalls, ich finde, so ist es besser, als wenn man sich gar nicht mehr sieht. So wie meine Schwester, die bleibt halt einfach weg. Ich kann es ja verstehen, unsere Mutter ist nicht leicht zu ertragen, aber die Scheiße bleibt dadurch im wahrsten Sinne des Wortes an mir hängen.

Die Göttin drehte eine Zaubertüte.

  • Hier, schenke ich Dir. Und wenn Du das nächste mal Deine Mutter meinst über das Knie legen zu müssen , dann rauch Dir vorher einen.
  • Greifen Sie lieber zur HB, so heißt es richtig. Auch ein sehr erfolgreicher Werbeslogan.
  • Nun, wo die Werbung Recht hat, da hat sie auch Erfolg.
  • Die Zeiten sind leider auch vorbei. Heute wird nicht mehr mit Ideen oder Argumenten geworben, heute wird glatt gelogen. Geiz ist geil, zum Beispiel. Ich finge Geiz überhaupt nicht geil. Im Gegenteil.
  • Geilheit an sich ist auch nicht geil.
  • Findest Du?
  • Hättest Du von einer Göttin etwa etwas anderes erwartet?
  • Nun ja, eine richtige Göttin, die wird natürlich nicht geil. Das passt natürlich überhaupt nicht zu IHR.
  • Und geizig?
  • Geizig sollte sie natürlich auch nicht sein.
  • Dann ist ja gut, dass das eine, das andere ausschließt. Wer nicht geizig ist, der wird auch nicht geil.
  • Das werden einige natürlich auch wieder nicht so gut finden, denke ich. Geilheit ist für Viele das Nonplusultra.
  • Etwas haben zu wollen, was man nicht bekommt? Das soll erstrebenswert sein?
  • Wieso, die bekommen doch etwas dafür?
  • Was denn?
  • Einen Orgasmus.
  • Na und? Der ist doch sofort verflogen. Und dann ist aus die Maus. Erst mal. Schlimmstenfalls steht man mit beschmierten Händen da.
  • Aber das Gefühl ist doch das Ziel. Der absolute Höhepunkt. Am Besten sogar viele Orgasmen hintereinander.
  • So so. Und dann? Welch ein Absturz!
  • Wenn man so richtig besoffen ist, merkt man den Aufprall nicht.
  • Aber sich am nächsten Tag über den Kater wundern! Ich halte von dieser Form der Verschwendung nicht viel. Man sollte ja alles mal erlebt haben, aber nicht einen Absturz nach dem anderen. Das geht nicht nur zu sehr auf die Knochen, es ist auch reine Zeitverschwendung. Wenn man alles erleben will, dann sollte man nichts zu oft wiederholen. Langeweile ist dann noch die geringste Folge. Schlimm ist die Leere im Kopf. Der Verlust an Tatkraft, Mut und Lebensfreude. Womit wir wieder bei den Zauberlingen angekommen sind. Was ist? Möchtest Du noch einen?

Jeder nahm einen auf die Hand.

Dann stellte sie den Teller endgültig weg.

*

Die Botschaft

Mutter, hörst Du unseren Gesang?

Mutter, bitte gehe auf Empfang.

Mutter, wir rufen Dich an!

Mutter, hilf! Da kommt der Mann!

Mutter, bitte, wir flehen Dich an!

Da draußen steht der Schwarze Mann!

Vor der Türe droht Dein Sohn!

Er verweigert uns den Lohn.

Er hat uns alle bös versklavt,

er hat gesagt wir seien Schaf.

Ein Hirte wollte er uns sein,

in Wahrheit ist er nur ein Schwein.

Und die Mutter kannte ihre Gotenpflicht,

Freunde, die vergisst man nicht.

Sie suchte nur noch nach dem richtigen Licht,

eines, dass den Schatten des Zaren bricht.

Das schwarze Licht warf helle Schatten,

vielleicht war da ja etwas daraus zu machen?

Sie ging in die Versuchsstation,

und dachte an ihren Sohn.

Er brauchte nur sein Spiegelbild,

dann war er gar nicht mehr so wild.

Er konnte durchaus folgsam sein,

er konnte sogar ein Engel sein.

Er hatte Vieles nicht verstanden,

ihm war auch einiges entgangen,

hatte nur gedacht an sein Verlangen,

und hat Orden umgehangen.

Er wollte wie ein König leben,

dafür jedoch gar nichts geben.

Ihm gehörte der Zahn gezogen,

der Junge war einfach nur ungezogen.

Sicherlich, er hat auch dreist gelogen,

und die Menschen schwer betrogen.

Er hat den großen Kampf entfesselt,

und dem Zaren zugelächelt.

Aber auch sie hatte ihre Fehler,

sie erkannte es nur nicht früher.

Sie hatte ihn wohl doch verzogen,

und ihm auch zuviel verboten.

Sie wollte ihn zum König machen,

stattdessen wurde er zum Drachen.

Er wollte alles und das zu früh,

nein, sie hatte mit ihm wirklich Müh.

Und dann wurde der Junge unverschämt,

das hat sie wirklich sehr gegrämt.

Sie warf ihn grob zur Tür hinaus,

für Sie war damit alles aus.

Die Sache mit dem Löffeltrick,

die hatte sie leider nicht im Blick.

Und als der Junge damit kam,

brach für sie aus der höchste Alarm.

Die Welt war noch nicht reif dafür,

das Unglück stand vor aller Tür.

Drum verbannte sie ihren eigenen Sohn,

es brach ihr das Herz, Mütter wissen davon.

In der Ferne, so hoffte sie,

fände er vielleicht sein Ziel.

Doch es kam dann wie so oft,

plötzlich und sehr unverhofft.

Aus heiterem Himmel kamen sie nieder,

es waren wirklich sehr ungewöhnliche Krieger.

Sie übergaben ihr eine Information:

Mit freundlichen Grüßen von ihrem Sohn.

Dann waren sie auch schon wieder weg,

Nach ihnen zu suchen hatte keinen Zweck.

Mehr als ein Ultimatum war es nicht.

Was ihr nur blieb war der Verzicht.

Die Bedrohung, sie war sehr real,

denn sie kam direkt aus dem All.

Die Wölfe waren zurückgekehrt,

der Schwarze Zar hatte sie genährt.

Sie lies die größten Meister kommen,

aus ihrem Munde haben sie es vernommen:

Die schwarzen Wölfe waren zurück gekehrt.

Die Meisten hatte von ihnen noch nie gehört.

Nur einer hatte noch Aufzeichnungen besessen:

Und die berichteten von einem großen Fressen.

Kleine Kinder waren ihr Leibgericht,

Blutverschmiert war ihr Gesicht.

Sie fraßen sich bald selber auf,

die hielt nicht mal der Teufel auf.

Sie suchten nicht den Dialog,

denn ihnen gefiel des anderen Not.

Der Angriff erfolgte direkt von Oben,

die Königin hatte nicht gelogen.

Doch solche Waffen kannte man nicht,

denn, sie verbrannten alles mit Licht.

Riesige Krater entstanden,

wo zuvor noch Häuser standen.

Alles wurde vernichtet,

auf kein Haus wurde verzichtet.

Sie machten einfach alles platt,

und das alles in nur einer Nacht.

Danach war die Welt ganz still.

Und der Sohn kam an sein Ziel.

Er setzte sich die Krone auf,

endlich war er wieder zu Haus.

Er richtete sich prächtig ein,

er lebte gut, als schwarzes Schwein.

Und als der Zar kam zu dem Sohn,

verlangte dieser seinen Lohn.

So, wo ist denn nun mein Geld?

Hast Du es auch schon zusammengezählt?

Wie? Geld? Hier, mehr hab ich nicht.

Oh, ich sehe, das reicht aber nicht.

Mehr hast Du mir doch nicht gegeben!

Ja denkst Du denn, ich würde keine Zinsen nehmen?

  • Und dann fing die Geschichte erst richtig an.

Die Göttin nickte. Anton war betroffen.

  • Wer sind denn bloß die Schwarzen Wölfe?

Die Göttin schwieg zunächst und ging in die kleine Notküche, die sie sich eingerichtet hatte, und machte sich und Anton einen Höllenkaffee. Dazu gab es ein Brot mit Marmelade. Die Marmelade hatte sie bei ihrem ersten Besuch bei der satanische Familie von Satans Mutter geschenkt bekommen. Ein ziemlich höllisches Abendbrot, dachte die Göttin gerade, als Mirage sie anstubste.

Oh je, den hatte sie ja total vergessen. Auch er veränderte sich ja. Natürlich, der Hund hatte Hunger.

Sie tat ihm etwas von dem Futter, welches Satan so hilfreich spendiert hatte, in eine Schüssel. Sie legte noch eine zerkleinerte Kartoffel und etwas von dem Quark dazu, rührte alles einmal durch und stellte es dem Hund vor die Füße. Mirage schaute sie verständnislos an.

Sie bückte sich zu ihm hinunter und reichte ihm etwas von der Kartoffel. Die schmeckte offensichtlich. Sie zeigte auf den Napf und ging mit dem Kaffee und den Broten wieder zu Anton zurück.

  • Die Hunde des Stiers.

  • Wie bitte?

  • Die schwarzen Wölfe sind die Hunde des roten Stieres.

  • Ach. Und wer ist der rote Stier?

  • Der Vater des Schwarzen Zaren.

  • Jetzt verstehe ich gar nichts mehr.

  • Der Vater war vor dem Sohn da.

  • Klar. Das verstehe ich schon.

  • Der Sohn suchte den Vater, drum kam er in diese Welt.

  • Aber wer ist der Schwarze Zar?

  • Der verlorene Sohn.

  • Und die Mutter?

  • Die sucht nach ihm.

  • Aha. Und wo sucht sie?

  • In Deutschland, und auch anderswo.

  • Ich verstehe das alles nicht.

  • Dann versuche ich es mit einem Gedicht.

*

Das Leben verläuft parallel,

die Zeit ist etwas das sich dreht.

Alles ist total vermischt,

eine Linie gibt es nicht.

Damit das Ganze nicht zerbricht,

gibt es auch das dunkle Licht.

Ihre Frequenzen erkennen wir nicht.

Darum selbst die Götter diese Welt nicht sehen,

da müssten sie schon in den Spiegel gehen.

Und diese Parallele Welt,

in der zählt man halt alles in Geld.

Liebe ist dort unbekannt,

es ist halt ein ganz, ganz anderes Land.

Und trotzdem ist man dort zufrieden,

selbst Schweine dort noch Kinder kriegen.

Es ist halt unsere Spiegelwelt,

drüber oft nur das Gerücht erzählt.

Wir sehen ihre Lichter nicht,

es sei denn, wir haben das richtige Licht.

Eines das ihren Schatten zerbricht.

Eines das mit ihnen spricht.

Wir könnten durchaus kommunizieren,

wir könnten dort sogar herumspazieren,

wir könnten uns als Freunde betrachten,

wenn wir uns nicht weiter verachten.

Der Mensch im Spiegel schaut Dich an.

Was hast Du uns nur angetan!

Du bist es also, Du Bösewicht!

Ich knall Dir gleich ins blöde Gesicht!

Du bist also an allem Schuld!

Ich verliere bald die Geduld!

Doch schlägt der Typ dann wirklich zu,

dann ist die Welt zerstört im Nu.

*

  • Und der rote Stier kommt aus dieser gespiegelten Welt?

  • Zumindest wird es unter den Göttern so erzählt.

    *

11.November 2005:

Er war der Führer einer Expedition,

seine Frau blieb zu Hause mit ihrem Sohn.

Er machte Sie zur Zarin:

Führe die Geschäfte, bis ich wieder da bin.

Dann betrat das Sternentor,

wohinter sich dann seine Spur verlor.

Für unsere Welt war dies eine Katastrophe,

denn er hielt uns alle für Doofe.

Geld war uns völlig unbekannt,

und Gold raubte niemanden den Verstand.

Wir hatten halt ein Punktesystem,

das war sinnvoll und sehr bequem.

Hinzu kam das Problem mit dem Licht,

diesen Typen sahen wir nicht.

Doch, wenn einer mit dem entsprechenden Licht schaute,

dann sah er etwas, so dass ihn graute.

Der Typ schien wahrlich hässlich wie die Nacht:

Rote Augen, tot wie ein Schacht.

Blutrote Haut,

Gedärm das verdaut.

Niemals hatte man etwas Schrecklicheres geschaut,

und dann hat das Tier auch noch geraucht.

Menschen und Götter reagierten entsetzt.

Und das hat den Zaren zutiefst verletzt.

Die Zurückweisung war nicht in Ordnung,

in diesem Punkt waren wir tatsächlich dumm.

Die Götter sperrten ihn ins ewige Eis,

das nicht ewig hält, wie man weiß.

26 000 Jahre ist das jetzt her,

und bald schon ist an der Stelle wieder offenes Meer.

Der Pol der springt ganz plötzlich um,

und dann schauen die Menschen wirklich dumm.

Denn dann ist der Zar wieder frei,

dann ist seine Qual endlich vorbei.

26 000 Jahre war er im Eis gefangen,

nur einer war noch zu ihm gegangen.

Ein alter Mönch, er kam einmal die Woche,

und wechselte mit ihm ein paar freundliche Worte.

Und der beschrieb in seinem Tagebuch,

wie er erlebte seinen ersten Besuch:

Er hatte wie alle große Furcht,

doch der Typ hatte im Grunde nur Durst.

Und nachdem der Kerl getrunken hatte,

verspeiste er noch eine Ratte.

Danach kotzte der Zar sich aus,

er wollte einfach nur noch nach Haus.

Der Mönch konnte ihm da leider nicht helfen,

er verstand nur was von Engeln und Elfen.

Aber er fand den Typen nicht unsympathisch,

wenn er auch war etwas phlegmatisch.

Aber so fest im Eis gefangen,

wäre es ihm wohl genauso gegangen.

  • Ich kenne jemanden, dem ist es fast genauso gegangen. Rudolf Hess, 50 Jahre Einzelhaft, keiner durfte mit ihm reden, nur ein Mönch kam einmal die Woche zur Gebetsstunde vorbei.

  • Da kannst Du mal sehen, wie sich alles wiederholt. Das ist ja das große Problem mit dem Schicksal. Die Weichen für Dein eigenes Leben, die hat ein anderer schon vorher gestellt.

  • Du meinst, wir fangen nicht bei Null an?

  • Bei Null schon, die Fahrkarte wird vor Antritt der Fahrt gelöst.

  • Jetzt verstehe ich schon wieder nur Bahnhof.

  • Und damit liegst Du diesmal auch gar nicht so falsch, Anton.

*

Das Schicksal klopft an deine Tür:

Bist du dagegen oder dafür?

Doch Du kennst die Frage nicht,

aber leider, die Antwort wartet nicht.

Du entscheidest mitzugehen,

willst Dir die Sache selbst ansehen.

Und Du triffst auf viele andere Leute,

alle fragt das Schicksal heute.

Wollt ihr auf die Erde gehen?

Ich hab 10 Leben noch hier stehen.

Der Zug fährt ab um halb Drei heut Nacht,

damit werdet ihr zum Flughafen gebracht.

Du gehst an seinen kleinen Stand:

Ich ginge gern nach Engelland.

Der Flug ist leider schon besetzt,

ich brauche jemanden, der auf Deutschland setzt.

Dort ist doch die Hölle los!

Da bleib ich lieber in Mutters Schoß?

Doch vielleicht denkst Du ja auch anders:

Super, dann werde ich ein Star, wie Christian Anders!

Es kommt halt wirklich sehr drauf an,

was er anbietet, dieser alte Mann.

Du rechnest Dir Deine Chancen aus,

vielleicht komme ich ja in ein gutes Haus.

Mit Vorgarten, Hund und Garage,

und mit schönem Ausblick aus der ersten Etage.

Mit Eltern, die sehr freundlich sind,

mit Eltern, die sich wünschen, ein Kind.

Du weißt, das Schicksal klopft nicht oft.

Wie oft hast Du schon vergeblich gehofft?

Du schaust auf Deinen Punktestand,

und legst das Schicksal in des alten Hand.

Der rechnet Dir das Ganze aus,

und sagt, geh lieber in ein anderes Haus.

Hier, ich habe einen ganz besonderen Platz,

dort wächst Du auf als großer Schatz.

Dir wird es dort nie langweilig sein,

nur, Du musst aufpassen, dort lebt auch ein Schwein.

Ein Bauernhof, nein, wie schön,

natürlich, dort würde ich gerne hingehen.

Der Alte grinst in sich hinein,

vielleicht war auch er ja mal ein Schwein.

Selbst im Paradies kann man da nicht sicher sein.

Jedenfalls, Du sagst nicht Nein.

Dann steigst Du in den Geisterzug,

der Dich dann bringt zu Deinem Flug.

Du schaust nur einmal kurz zurück,

denn vor Dir liegt Dein Lebensglück.

  • Was sind das für Punkte, von denen Du immer sprichst?

  • Nun, Anton, Du kommst und gehst zwar ins Leben ohne Geld in den Taschen, aber Dein Punktekonto, das nimmst Du immer mit. Es ist die Summe all Deiner Taten, Deiner Talente, Deiner Charaktereigenschaften, Deiner Gedanken, Deiner Erfahrungen und Worte. Jeder kleine Atemzug wird gezählt, und es ist doch sehr sinnvoll, wenn man selbst auch mitzählt. Nicht, das man befürchten müsste, dass das Schicksal sich verzählt, nein, es ist einfach besser, dass, wenn man sein Leben erwählt, man auch weiß, wie viele Punkte man zählt. Denn am Ende wird alles wieder ausgeglichen, und wenn man sich verrechnet hat, dann geht es einem beschissen.

  • Gibt es bei den Punkten denn auch so etwas wie Kredit?

  • Selbstverständlich, ohne Kredit geht es nicht immer. Aber Zinsen, die gibt es natürlich nicht. Die brächten nur das ganze System durcheinander.

  • Aber wie wird denn dann der Mehrwert erschaffen? Ich meine, wenn es keine Zinsen gibt, dann bleibt die Summe doch immer gleich.

  • Und das ist ja auch gut so. Denke doch mal an den Sohn. Er hat sich beim Schwarzen Zaren Geld für seinen Feldzug geliehen. Sagen wir mal, er lieh sich 100 Taler. Dann bringt er sie in Umlauf, und die Taler wandern von einem zum andern, und alle sind soweit zufrieden. Doch wenn nun der Zar nicht nur 100 Taler zurück verlangt, sondern zum Beispiel 110. 10% ist ja heutzutage nicht besonders viel. Nun, wo soll er diese 10 Taler hernehmen? Es gibt sie ja schließlich gar nicht. Sie existieren nicht.

  • Dann konnte der Sohn die Schulden ja gar nicht zurück zahlen.

  • So ist es. Er hatte das mit den Zinsen nicht wirklich bis zu Ende gedacht. Und so ist er ihm auf den Leim gegangen, diesem besonderen Zaren.

  • Und dann? Was hat der Sohn dann gemacht?

  • Er bat darum nicht alles auf einmal zurück zahlen zu müssen. Und in der Zwischenzeit führte er ebenfalls das Zinssystem ein.

  • Ja, aber die Summe bleibt doch gleich. 100 sind 100.

  • Das stimmt. Und deshalb hat der Sohn sich beim Zaren noch mehr Geld geliehen. Damit konnte er dann die immer weiter ansteigenden Raten bezahlen.

  • Aber auf das geliehene Geld entfielen doch bestimmt auch wieder Zinsen.

  • So ist es. Aus 100 Talern wurden 200, dann 2000, 20 000 … 200 Millionen, dann 2000 Billionen, und so weiter und so weiter.

  • Ein echter Teufelskreis.

  • Und dieser Kreis, lieber Anton, der dreht mittlerweile durch. Die Menschen haben es zwar noch nicht alle gemerkt, aber der große Zahltag steht vor der Tür. Der Schwarze Zar will, bevor er die Erde verlässt sein Geld zurück. Und zwar alles, auf Heller und Pfennig.

  • Er will alle Kredite auf einmal zurück? Aber das geht doch gar nicht. Wie viel Geld ist das denn?

  • Unvorstellbar viel. Wenn Du nur mal überlegst, wie viel Zinsen ein einziger Pfennig nach 2000 Jahren gebildet hat. In Gold aufgewogen, würde die Menge des Edelmetall die Masse der Erde bei Weitem überwiegen.

  • Dann wird der Schwarze Zar eben ohne seine Zinsen klar kommen müssen. Was nicht da ist, ist nicht da.

  • So einfach wird sich der Mensch das nicht machen können. Der Zar hat nicht vergessen, die Wölfe zu füttern. Und die warten nur auf das versprochene Kinderfleisch.

  • Das klingt ja fürchterlich. Beängstigend.

Die Göttin schaute Anton an:

  • Vor was bist Du eigentlich geflohen?

  • Vor meinen Gläubigern und ihren scharfen Hunden.

*

Das Milchmädchen

Der Zar hatte sie zuerst gesehen.

Er sah sie auf der Wiese gehen.

Er beobachtete das singende Kind,

dessen Zöpfe wehten frech im Wind.

Doch als das Mädchen sah den Mann,

da hielt es kurz den Atem an:

Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?

Niemand!

Und wenn er kommt?

Dann laufen wir!

Das Mädchen, jedoch, das blieb stehen.

Es wollte sich den Mann ansehen.

Sie hatte keine Lust zu spielen,

schließlich musste sie die Milch nach Hause kriegen.

Doch dieser Mann war sonderbar,

er hatte goldenes Efeu im Haar.

Er trug ein langes, weißes Kleid,

mit den Sandalen kam er nicht weit.

Sie hatte keine Angst vor ihm,

er war ein Römer, wie ihr schien.

Die Griechen waren ähnlich drauf,

sie setzten sich lieber auf Männer drauf.

Ihr war das damals ziemlich egal,

schließlich, so dachte sie, der Mensch hat die Wahl.

Ich habe Durst, ich würd gern was Trinken!

Rief der Mann, und fing an zu winken.

Da ging sie zu dem Römer hin,

wegzulaufen kam ihr nicht in den Sinn.

Sie reichte dem Mann eine Schale mit Milch.

Das ist nett, das Du mir hilfst.

Er gab ihr einen Pfennig dafür:

Leg ihn am Besten unter die Tür.

Möchtest Du vielleicht noch einen haben?

Du könntest mich dafür nach Hause tragen.

Doch der Mann war viel zu schwer:

Tut mir Leid, ich mag nicht mehr.

Der Römer fand das gar nicht nett,

auch wenn sein Ansinnen war nicht recht.

Er war es gewohnt zu kommandieren,

bei Widerstand drohte er die Nerven zu verlieren.

Er packte das Mädchen an seinem Zopf,

und drückte zusammen den Kinderkopf.

Das Mädchen trat ihm in die Eier:

Such Dir einen anderen Freier!

Sie nahm die Milch und lief nach Haus:

Das zieht mir doch die Schuhe aus!

Der Mann hat ja wohl einen Knall,

den trete ich noch zum Gummiball!

Doch so einfach war das nicht,

einen Cäsaren tritt man nicht.

Er schickte denn auch bald Soldaten,

sie sollten an der Grenze warten.

Das Mädchen sah die Männer kommen,

es hatte ihre Stimmen schon vernommen.

Und die Menschen in dem kleinen Dorf,

machten ihre Dolche scharf.

Und die Mutter ging an den Schrank,

und bereitete zu den Zaubertrank.

Jeder bekam ein paar von den Zauberlingen,

dann ließ man die Kinder zur Hexe bringen.

Das Mädchen jedoch, das ging mit den Männern,

es begann schon bald zu dämmern.

Sie zeigte auf ein kleines Tal:

Dadurch werden sie kommen, sie haben keine Wahl.

Die Männer versteckten sich hinter den Bäumen,

keiner von ihnen wagte wegzuträumen.

Und als die Römer marschierten am Morgen,

da hatten auch die ganz andere Sorgen.

Denn gegen den Dolch schützte sie nichts,

für ihn war ihre Rüstung ein Fliegenschiss.

Darum kesselten sie sich selber ein,

und keiner wollte der Äußere sein.

Die Knie schlotterten ihnen heftig,

die Goten galten als sehr kräftig.

Sie hatten einen Zaubertrank,

und kämpften zudem mit viel Verstand.

Und als sie kamen durch das Tal,

endete die Sache für sie fatal.

Als Cäsar dann endlich an die Grenze kam,

war er an Soldaten ziemlich arm.

Und die erzählten von dem scharfen Ger,

und das der Panzer nutzlos wär.

Und immer wieder erzählten sie die eine Geschicht:

Von dem Mädchen mit dem Milchgesicht.

Überall sah man ihr rundes Gesicht,

der volle Mond, er gab das Licht.

Sie stand auf vielen starken Schultern,

und begann von dort aus laut zu poltern:

Cäsar, Cäsar, mach Dich frei,

sonst nehme ich Dir auch noch das andere Ei!

Und die Soldaten konnten nicht mehr an sich halten,

sie hatten selbst gute Sprüche auf den Alten.

Aber das ein Mädchen derartig frech,

das fanden sie dann doch nicht schlecht.

Sie mussten einfach schrecklich lachen,

sie konnten wirklich nichts dagegen machen.

Und denen, welche den Kampf überlebt,

immer noch das Zwerchfell bebt.

Cäsar stieg die Hitze ins Gesicht.

Dieser Schlampe brech ich das Genick!

Diese Rechnung geht nicht auf!

Denn ich nehme auch Verlust in Kauf!

  • Des Milchmädchen Rechnung geht nicht auf, wenn der andere nimmt Verlust in Kauf?

  • So sehe ich die Sache.

  • Du bist wirklich außergewöhnlich.

  • Findest Du wirklich?

  • Nein, Du hast schon Recht, ich wünschte mehr Götter wären wie Du. So normal, so klar, so unkompliziert.

  • Da hat der Mensch durchaus Einfluss drauf.

  • Wie meinst Du das?

  • Ich denke ihn mir, also ist er.

  • Das heiß anders: Ich denke, also bin ich.

  • Eben, sage ich doch.

Die Göttin brachte die Kaffeebecher in die Küche. Da fiel ihr Blick auf die Schüssel, in der Mirages Hundefutter unberührt zurück geblieben war.

Du hast ihn zu sehr verwöhnt, hörte sie ihre innere Stimme. Stimmt schon, dachte sie, aber dieses Höllenzeug würde ich auch nicht anrühren wollen. Sie schaute zu ihrem Hund, der traurig in der Tür stand.

  • Also gut. Ich mache Dir auch ein Brot.

*

Der Wahrheitstrank

Die Göttin machte ihre abendliche Runde durch das alte Gotendorf.

Na, so etwas, da hatte doch ein neuer Laden aufgemacht! Sie ging näher heran und sah das schöne weiße Fahrrad des Kapitäns davor stehen. Sie betrat das Lokal. Helles Holz, warmes Licht, an der langen Theke saßen viele Menschen und ganz hinten sah sie den Kapitän im Gespräch mit einem Engel stehen.

Aber ganz besonders überrascht war sie, den Sohn der großen Indianerin zu sehen, der hinter der Theke die Gläser polierte. Er musste ihr Sohn sein, die Ähnlichkeit war einfach unübersehbar. Sie grüßte ihn freundlich, und er gab ihr einen erfreuten Blick des Erkennens zurück.

Sie ging an einigen Gästen vorbei. Viele der Gesichter kannte sie wieder. Der eine oder die andere grüßte freundlich, ein Nicken, ein Hallo. Dann ging sie auf den Kapitän zu:

  • Hallo Kapitän.

  • Na, Du Zuckermaus! Was machst Du denn hier?

  • Das wollte ich Dich gerade fragen. Ich dachte Du wolltest …

  • Was? Trinken? Ich trinke soviel wie ich will!

Die Göttin setzte sich neben ihn, und wechselte das Thema:

  • Bitte, mein Freund, ich brauche Deinen Rat. Ich habe die Zaubersteine jetzt zwar in meiner Küche soweit aufgebaut, aber mir fehlt noch das eine oder andere Detail. Eventuell müsste ich auch etwas improvisieren.

  • Ich habe keine Zeit. Ich habe meine eigene Baustelle. Aber rede nur, ich höre Dir zu.

Die Göttin bestellte sich ein Glas Wein.

Dann erklärte sie ihr Problem.

  • Was? Du willst die Zaubersteine lackieren? So einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört! Eh, Acht, eh, Acht, hör Dir die Frau an, sie will Zaubersteine lackieren!

  • Was? Zaubersteine lackieren? Davon habe ich auch noch nie gehört. Aber interessant.

  • Interessant? Schwachsinn ist das! Wenn ich es sage! Ich bin der größte Zauberer im ganzen Gotenland! Und wenn ich sage, das ist Schwachsinn, dann ist das auch so!

Die Göttin war verletzt und entsetzt. Was der Alkohol doch aus ihrem Kapitän immer wieder machen konnte. So ein richtiges Arschloch.

Und sie nahm selbst einen kräftigen Schluck.

  • Ich habe übrigen heute, nein gestern war’s, Deinen Sohn gesehen. Der lief völlig verpennt über das offene Meer. Ich habe ihn an Bord genommen und erst mal ordentlich durchgeschüttelt. Der braucht eine Kopfdusche. Aber das ist ja schließlich auch kein Wunder. Du hast halt versagt. Komplett versagt.

  • So. Findest Du?

  • Ja, Du große Übermutter, Du gehörst nun mal abgesägt. Und das mit der Göttin, das schmink Dir ab. Ich werde das jedenfalls nicht mitmachen, das sage ich Dir. Und Dein Sohn auch nicht.

  • Da bin ich aber froh, das weder er, noch Du ein Mitspracherecht hat. Die große Mutter ist in diesem Punkte, zum Glück, unabhängig genug, das alleine zu entscheiden.

Und die Göttin wandte sich an den Sohn der Indianerin:

  • Ich würde gerne bezahlen.

  • Ach Geld hast Du jetzt auch schon?

Zischte der Kapitän dazwischen. Er war heute eindeutig nicht die richtige Gesellschaft für sie. Sie verabschiedete sich kurz, aber immer noch freundlich. Dann rief sie den Hund und verließ das Lokal.

Sie schaute auf das Schild, welches am Eingang hing. Depesche. Ein anderer Name für alte Post. Du kannst eine ganze Stadt verlegen, aber seine Quelle nicht. Und aus der Quelle sprudelte nun mal leider der Alkohol. Und Monalisa wischte sich eine Träne aus den Augen.

Auf dem Weg zurück zum alten Gotenpalast kam sie bei Satan vorbei. Er war nicht da. Zumindest öffnete er wieder mal nicht. Gut. Wahrscheinlich war auch er heute keine gute Gesellschaft für sie, und so beschloss sie endgültig, nach Hause zu gehen.

Ihr Flüchtling hatte sich hingelegt und schief. Er würde noch etwas Zeit brauchen, ehe er sich von seiner Höllentour ganz erholt haben würde, dachte die Göttin, als sie die Tür zu ihrem Arbeitszimmer öffnete und sich an den Schreibtisch setzte. Sie schlug ihr Tagebuch auf. Anton hatte der Göttin seine ziemlich abgefahrene Geschichte erzählt, und die wollte sie unbedingt festhalten:

*

12. November 2005:

Anton war ein sehr kleines Kind,

als die Schwarzen in sein Dorf gekommen sind.

Sie schlugen alles kurz und klein,

denn alle sollten Sklaven sein.

Das halbe Dorf wurde umgebracht,

und das alles in nur einer Nacht.

Seine Mutter hat man vergewaltigt,

und auch noch anders arg gepeinigt.

Er sah das alles durch die Ritzen,

er sah die Männer auf ihr schwitzen.

Er hockte in dem Zwischenboden,

und was er sah, das war verboten.

Seine Mutter verlor darüber nie ein Wort,

denn ihre Stimme, die war fort.

Sie überlebte zwar die Folterei,

aber ihr Leben war trotzdem vorbei.

Alle schwiegen auch viel später noch dazu,

die Sache selbst, sie wurde zum Tabu.

Die Schwarzen besetzten stolz das Land,

und alles wurde umbenannt.

Niemand kannte sich mehr aus,

kaum einer ging darum noch raus.

Die Sieger machten kurzen Prozess,

dann wurden die Strafen festgesetzt.

Von nun an sollten sie für sie schuften,

und die Not, die machte, das sie mussten.

Sie hatten einfach keine andere Wahl,

das Leben wurde darum zu einer Qual.

Und der Junge kam in ein großes Haus,

hoch ragte stolz ein Kreuz heraus.

Er kam mit vielen anderen Jungen,

alle wurden sie dazu gezwungen.

Und des nachts, als sie im Bette lagen,

wollten sie die Zeit verjagen.

Sie wollten einfach nur nach Haus,

denn hier zu Leben war ein Graus.

Sie mussten sich in Röcke kleiden,

wer nicht parierte, musste leiden.

Zu essen gab es nur genug,

wenn jemand kam auch auf Besuch.

Doch all dies wäre noch gegangen,

quälte den Rektor nicht das Verlangen.

Er sah die Buben in den Röcken,

er sah sie kämpfen mit den Stöcken.

Das war ein klarer Regelverstoß,

und jetzt kam er in den Genuss.

Er holte seine Rute raus,

und suchte sich dann einen aus.

Der hatte ihn dann zu bedienen,

mit nacktem Hintern und auf Knien.

Sie bekamen davon zwar keine Striemen,

aber manche waren nicht mal Sieben.

Anton hatte zum Glück, Glück,

denn, sein Vater holte ihn zurück.

Der hatte einen Job bekommen,

bei den Feinden, ganz genau genommen.

Chemieprofessor war er vor dem Krieg,

ein Gefangener war er nach dem Sieg.

Die Geheimpolizei hatte für ihn Verwendung,

und so kam es zu der glücklichen Wendung.

Er arbeitete in einem Geheimlabor,

Militär bewachte streng das Tor.

Mit ihm kamen viele andere Leute,

und es waren nicht wenige, die das Glück bald reute.

Denn, sie waren Sklaven, wenn auch auf sehr hohem Niveau,

fast jeder von ihnen hatte sein eigenes Büro.

Sie forschten unter Bestbedingungen,

und es gab kaum Kündigungen.

Aber was sie taten war verboten,

zumindest früher, bei den Goten.

Sie suchten nach dem Wahrheitstrank,

sie hatten viele schon davon im Schrank.

Anton kam auf eine Schule,

und die Mutter bekam neue Schuhe.

Und der Vater machte Karriere,

er tat es auch für ihre Ehre.

Bald schon wohnten sie in einem schönen Haus,

alles sah sehr glücklich aus.

Anton ging zur Universität,

er wurde groß, wenn auch sehr spät.

Die Welt der Erwachsenen hatte ihn geschockt,

er träumte oft von einem Mann mit Stock.

Seine Mutter half er gerne und aus Pflicht,

aber berühren mochte er sie nicht.

Er hatte Angst ihr weh zu tun,

da war er ganz, der kleine Sohn.

Seinen Vater sah er nur sehr selten,

sie lebten in verschiedenen Welten.

Meistens kam er erst sehr spät nach Haus,

und war schon früh auch wieder raus.

Doch eines Tages war es anders:

Die Mutter saß auf ihrem Bett,

er dachte schon es sei ihr schlecht:

Dein Vater hat sich umgebracht.

Man rief mich an die letzte Nacht.

Er stürzte sich aus einem Fenster,

und zwar mit ziemlich viel Gelächter.

Der Vater sprang aus dem 10. Stock.

Alle waren zutiefst geschockt.

Das kann doch gar nicht möglich sein?

Der wollte wohl ein Engel sein.

Es fand sich denn auch keine andere Erklärung,

und so hieß es: Der Mann trieb es wohl zu bunt.

Die Mutter verkroch sich immer mehr,

der Sohn verstand die Welt nicht mehr.

Er fragte sich: Was hatte unser Vater bloß?

Man geht doch nicht, so ohne Gruß.

Die Mutter wusste nichts zu sagen,

und er begann sich durchzufragen.

So kam er zu dem Geheimlabor,

wo das Millitär bewachte fest das Tor.

Er suchte dort einen anderen Mann,

der ihm etwas sagen kann.

Doch auch der war kürzlich erst verstorben,

er hatte sich den Magen schwer verdorben.

Die Mauer des Schweigens war undurchdringlich,

und ein Dedektiv war unerschwinglich.

Dreißig Jahre musste er warten,

doch dann konnte er erneut die Suche starten.

Ein anderer Fall trug mit zur Klärung bei,

auch dort ging es um einen Selbstmord, sogar um Drei.

Auch hier hatten Männer zuvor laut aufgelacht,

und sich dann geworfen in nen Schacht.

Alle hatten LSD genommen,

das ihnen wohl nicht gut bekommen.

Denn, der Rausch mit diesem Wahrheitstrank,

der machte offensichtlich krank.

Was der Sohn dann noch herausgefunden,

das war, das sein Vater dieses Mittel hatte erfunden.

Und dann hörte er aus ungenannter Quelle,

das es auch gab noch ein paar ähnliche Fälle.

Und so begann er erneut zu recherchieren,

er kroch über Dokumente und auf allen Vieren.

Er entdeckte eine heiße Spur,

und die führte zurück in des Vaters Labor.

Er war wohl ein Mitglied der Vereinigung:

Wahrheitsdrogen dienen der Verteidigung.

Und LSD, das war der Superkitt,

den man durch die Blutbahn schickt.

Denn der besetzte die Synapsen so geschickt,

das es machte Klickeklick.

Man sah es auf den ersten Blick,

der ist erst mal weggeschickt.

Der sieht jetzt eine andere Welt,

die ihn gut gefangen hält.

Und wenn Du einen solchen Menschen etwas fragst,

er dir glatt die Wahrheit sagt.

Lügen ist zu kompliziert,

und die Wahrheit dominiert.

Doch wenn einer in einer Lebenslüge steckt,

er sie dadurch auch entdeckt.

Das Verborgene wird aufgedeckt,

das Gewissen aufgeschreckt.

Nicht jeder kann die Wahrheit gut verkraften,

Vergangenes kann auch sehr belasten.

Die Lüge schützt auch vor dem Schock,

denn die Wahrheit ist ein harter Stock.

Gelächter ist ihr Wutgeschrei.

Schmerzen sind ihr einerlei.

Wahrheit kann zutiefst verletzen,

die Lüge ist da oft zum Besten.

Die Lüge ist ein Schutzverband,

und sie schützt durchaus auch den Verstand.

Was hatte mein Vater nur gesehen?

Könnt ich ihn doch nur verstehen.

Ich würde selbst noch durch die Hölle gehen,

könnt ich ihn nur wiedersehen.

Nun, und dieses hätte er nicht sagen sollen,

denn, so was kann man schnell bereuen.

Er ging zu einem Drogendealer,

und danach ging es immer tiefer.

Der Trip ging ab wie eine Rakete,

und überall lagen Pakete.

Und er packte alle aus,

und in Vielen sah es sehr schön aus.

Doch dann kam er in eine Ecke,

da stand ein Stapel bis zur Decke.

Und in diesem Stapel fand er Sachen,

die überhaupt nicht lustig waren.

Und der Kleine lag im Zwischenboden,

und was er sah, das war verboten.

Terminator 2

*

14. November 2005:

Die Göttin legte ihren Stift zur Seite. Sie schaute aus dem Fenster. Es war wieder hell geworden, doch nun lag das ganze Land unter einer dichten Wolkendecke. Nebel hüllte die hohen Tannen ein:

Da sah sie Satan mit einem Stock,

er jagte einen Mann mit langem Rock:

Was bist Du für ein mieses Schwein,

lass das mit der Folter sein!

Wenn hier einer Böses tut,

dann bin ich das, mit der Rut!

Und die Göttin freute sich:

Satan war wohl doch noch aufgewacht,

und hatte entdeckt die große Macht!

Denn die Wahrheit ist ein harter Stock,

mit ihm fängt er ein, den Mann im Rock.

Nun hatte Satan wirklich viel zu tun,

denn, nun wird er nicht mehr ruhen.

Sie nannten ihn: Die harte Keule,

wenn er kommt, dann gibt es eine Beule!

Er war der Retter in der Not,

wenn’s nicht ging mit Zuckerbrot.

Was will der Kerl in einem Rock?

Versteckt er darunter seinen Stock?

Wen will er damit nur verarschen?

Und, was klimpert da in seinen Taschen?

Dieser Typ im Frauenkleid,

ist wohl nicht mehr ganz gescheit.

Satans Job, den kriegt er nicht,

Faulheit bedeutete schließlich kein Verzicht!

Und Satan jagte die falsche Frau:

Unterm ihrem Kleid steckt eine Sau!

Ich hau den Typen grün und blau!

Er hat vergewaltigt nicht nur meine Frau!

Er greift sogar nach meinen Kindern!

Nichts kann meine Schmerzen lindern!

Ich schlag den Typen noch zu Brei!

Jetzt ist Schluss mit der Sauerei!

Es mag sein, ich hab verpennt,

doch nun schaut, wie der Typ rennt!

Ich heiße nicht umsonst die Keule,

ich schlag ihm heraus die geile Beule!

Police Academy

Die Göttin ließ den Hund in den Garten. Der große Spaziergang, der musste noch etwas warten. Sie spülte die Tassen weg und den Inhalt der Schüssel mit dem Hundefutter, den warf sie weg. Wenn der Hund es nicht wollte, dann hatte es keinen Zweck. Mirage sah sie erleichtert an.

Dann ging sie in ihre große Küche. Dort stand ein alter Elektroherd. Ein Zettel lag darauf: Mit lieben Grüßen von meiner Mutter, Dein Satan.

Hm, dachte die Göttin das war ein gutes und ein schlechtes Zeichen. Das Gute: Ihre Küche würde nicht mehr lange kalt bleiben. Die Schlechte: Kleopatra musste etwas zugestoßen sein.

Monalisa schwang sich auf ihr Fahrrad und radelte hinaus zum Sonnenmeer. Das Boot lag verlassen am Strand. Es lag verkehrt herum. Wie eine halbe Nussschale im Wüstensand, dachte die Göttin, und sie ging um die Schale herum. Auf einer Seite lag das Boot auf einen alten Balken gestützt. Sie bückte sich, so dass sie darunter schauen konnte. Mirage drängelte sich neben sie und schnüffelte. Dann fing er an, aufgeregt zu graben. Er bekam etwas zu fassen. Ein Fetzen Stoff, dann einen Arm. Die Göttin half dem Hund ziehen, und gemeinsam holten sie ein Kind hervor. Es war nicht viel älter als Sieben.

Die Göttin legte das Kind in den Sand. Es schlief tief und fest. Ihr zweiter Flüchtling. Sie nahm ihn auf ihre Arme und trug ihn nach Hause.

Das Kind merkte von all dem nichts. Es hatte Schürfwunden im Gesicht, sein zarter Körper war voller blauer Flecken und an seiner Stirn klebte angetrocknetes Blut. Sie wusch ihn mit einem weichen Schwamm und zog ihm frische Sachen an. Dann legte sie das Kind in ein Bett. Sie schaute in das schlafende Gesicht, und strich ihm eine Haarsträhne aus der Stirn. Dann schloss sie die Tür des Zimmers.

  • Hallo Monalisa.

  • Hallo Anton.

  • Haben wir Besuch bekommen?

  • Ein Mädchen. Ich fand es unten am Strand. Es schläft. Würdest Du auf sie achten, falls sie aufwacht? Ich müsste noch mal weg.

  • Selbstverständlich.

  • Zu Essen und zu Trinken findest Du in der Notküche.

  • Bleibst Du länger fort?

  • Ein paar Tage vielleicht.

  • Was hast Du denn vor?

Fragte Anton, während er beobachtete, wie die Göttin nach einem Messer griff und es sich in ihre Hosentasche steckte.

  • Operation Zuckerbrot ist beendet. Jetzt beginnt der zweite Akt.

Und dann waren Sie und der Hund

auch schon wieder zur Tür hinaus.

Full Show – Hillary’s Plans To Rig Election Leaked – 10/31/2016

„Schockierende neue Beweise…Hillary Clinton Kopf der Mafia!“

Published on Nov 1, 2016

Der Himmel über Clintons Kopf zieht sich immer mehr zu. In den letzten

Wochen kommen fast täglich neue verbrecherische Handlungen der, von deutschen

Pressehuren und Politikmarionetten hofierten, US Präsidentschaftskandidatin

ans Tageslicht. Jeder normale Mensch wäre dafür schon mehrfach

lebenslänglich hinter Gitter gewandert.

Übersetzter Beitrag von NEXTNEWS

Raus aus der kontrollierten Welt –

Macht euch frei! Wake News Radio/TV

raus-aus-der-kontrollierten-welt-macht-euch-frei

Die Wunderwaffe

Zweiter Teil:

Selbst Satan ist davon geschockt.

Was versteckt der Mann da unter seinem Rock?

Ist es eine Schlange oder ist es ein Stock?

Und Satan bekommt die Kutte zu fassen,

doch was er findet, sind immer nur Affen.

Wer hält die Sau unter sich versteckt?

Ist er Oben oder etwa unter Deck?

Und Satan bekommt die Leiter zu fassen:

Ich reise gern wie die unteren Klassen.

Und so findet er den armen Mann,

der einen Pfennig vermehren kann.

Ich fahre nach Berlin, da bin ich zu Haus.

Darf ich mich vorstellen, mein Name ist Klaus.

Dann haben wir ja den gleichen Weg,

und Du kannst mir erklären wie das geht,

mit dem Geld und den Finanzen,

ich werde mich auch bei Dir bedanken.

Ach, da gibt es gar nicht viel zu erklären,

Du musst eigentlich nur die Straße kehren.

Du musst die Gelder nur dazu kriegen,

das sie aus dem Fenster fliegen.

Und das heißt:

Gib den Leuten genügend Taler in die Hand,

dann lebst Du im Schlaraffenland.

Oder: Wenn der Taler wandern kann,

dann gibt es Eis für Jedermann.

Was, so einfach soll die Sache sein?

Und wieso bist Du dann so ein armes Schwein?

Nun, es bildeten sich plötzlich dunkle Löcher,

die saugten das Geld auf, in große Köcher.

Und als ich kam mit meinem Besen,

habe ich nur noch Krümel aufgelesen.

Die Schwarzen Löcher hatten alles weggefressen,

und dann haben sie angefangen mich auszupressen.

Alle waren von heut auf morgen ruiniert,

selbst die, welche das Geldwesen gut studiert.

Seifenblasen sind halt sehr fragil,

wann sie platzen, weiß man nie.

Und Klaus holt seinen Pfennig heraus:

Doch dies ist der Grundstock für mein neues Haus.

Ich habe ihn von einem Engel bekommen,

ich bin vor Freude noch ganz benommen.

Denn, dieser Pfennig ist Millionen wert,

wenn man weiß, wie man ihn mehrt.

Und wie willst Du die gefräßigen Löcher austricksen?

Willst Du sie vielleicht stopfen mit ein paar Kissen?

Zinsen, die Zinsen sind das entscheidende Wort,

sie saugen in Wahrheit alles fort.

Zinsen gehören daher strengstens verboten,

auch Aktien und all die anderen Schoten.

Das ist ja wirklich sehr interessant,

und jetzt gehst Du zurück in Dein Heimatland?

Ich weiß, ich weiß, dort ist der Teufel los,

wenn ich dran denke, krieg ich nen Klos.

Doch es ist ein schönes Land,

und dort Leben Menschen mit Verstand.

Ich werde ihnen das System erklären,

und dann werden wieder alle die Straße kehren.

Du bist ja ein ziemlicher Optimist,

Du weißt wohl nicht, wer heute Kanzler ist?

Was soll mir denn noch groß passieren?

Ich habe nur noch meine Ehre zu verlieren.

Und diese gönne ich den Schweinen nicht.

Und das sage ich denen auch mitten ins Gesicht.

Nein, ich lass mich nicht noch mal verarschen,

nicht mit mir, da ist nichts zu machen.

15. November 2005:

Satan und Klaus versteckten sich in einem Container,

sicherlich, auch Satan reiste schon bequemer.

Aber sie freundeten sich an in der Not,

und teilten unter sich sogar das letzte Stück Brot.

Und als sie dann in Hamburg ankamen,

knurrte Beiden gehörig der Magen.

Klaus kannte eine Kneipe direkt am Hafen,

unter der Brücke, gleich daneben, wollten sie schlafen.

Und in der Kneipe haben sie dann einen Esel gefunden,

auf dessen Kosten sie sich satt getrunken.

Später nahm der Esel sie mit und bot ihnen ein Bett.

Der Typ war einfach, ehrlich und sehr nett.

Am nächsten Morgen trennten sie sich,

denn jeden rief woanders die Pflicht.

Dem Esel sagten sie vielen Dank:

Sehr gastfreundlich ist das Gotenland.

Klaus stellte sich an die Autobahn,

und streckte aus den rechten Arm.

Da hielt ein LKW und Klaus stieg ein:

Wunderbar! Bald schon werde ich zu Hause sein!

Satan zog es nicht nach Berlin,

er wollte in Köln seine Kreise ziehen.

Er ging zum Bahnhof und suchte einen passenden Zug:

Sicherlich, Schwarzfahren, das war Betrug.

Die Preise jedoch schienen ihm ziemlich verflucht.

Da stubpste ihn eine alte Frau an: Sie! Sie habe ich gesucht!

Wenn Sie mir diese Koffer hier tragen,

dann können sie mit mir und auf meiner Karte fahren.

*

Das traf sich ja wunderbar!

Und so wurde die Beiden ein Reisepaar.

Später packte die Frau dann auch noch Brote aus,

und dann stand er auch schon vor seinem Haus.

Er hatte es lange nicht mehr betreten,

er war überhaupt nur einmal erst darin gewesen.

Schwarz wie die Nacht trotzte der kaltfeuchte Stein:

Hier würde er in Zukunft wieder der Hausherr sein.

*

"Symphonie der Liebe"

Und auch Monalisa sprang durch das göttliche Sternentor.

Mirrage zerrte sie dabei hinter sich her.

Ihm war das Ganze nicht geheuer,

denn er sah vor sich nur eine dicke Mauer.

Doch noch ehe er sich noch versah,

waren sie in Papua Neuginea.

Die Göttin hatte sich nur leicht verschätzt,

und hatte deshalb etwas zu tief aufgesetzt.

Und so hatte auch sie zunächst keine andere Wahl,

und sie betrat eine kleine Bar:

Ihre Augen mussten sich an die Dunkelheit gewöhnen,

doch dann sah sie jemanden in der Ecke stöhnen:

Entschuldigen Sie bitte guter Mann,

wenn ich vielleicht etwas für Sie tun kann?

Lieber Gott, so lass mich doch in Ruh!

So bekomme ich ja nie ein Auge zu!

Verzeih, ich dachte, ich hörte Sie stöhnen.

Ach, sagte der Mann, das liegt doch alles nur an meinen Söhnen!

Sie haben verlassen den fruchtbaren Wald,

sie wollten hoch hinaus, in die weite Welt.

Zu verlockend erschien das dort zu verdienende Geld,

und so zog jeder aus, wollte werden ein Held.

Die Göttin setzte sich zu dem alten Mann,

der nicht viel größer als einen Meter gewesen sein kann.

Ein weiterer Gast saß noch an der Theke,

und Mirrage bettelte beim Wirt um einen der Kekse.

Der Gast wurde auf sie aufmerksam,

und schaute Monalisa immer wieder an.

Er kam zu ihnen an den Tisch,

entschuldigen Sie bitte, aber kennen wir uns nicht?

Mein Name ist Jochen, ich bin Biologe,

ich bin hier auf der Suche nach einer Droge.

Morgen fliege ich wieder nach Deutschland zurück,

denn, was ich hier fand, bringt vielen das Glück.

Und Jochen bestellte für sie alle ein Bier,

er dachte dabei sogar an das Hundetier.

Er ließ Mirrage etwas Wasser bringen,

dann ließen sie die Gläser klingen.

Und der kleine Mann erzählte seine Geschicht,

und die Göttin machte daraus ein Gedicht:

Wir waren einst die Ersten hier,

und bezogen, schon damals, tief im Wald Quartier.

Wir passten uns als Gäste an,

höflich und bescheiden, Frau und Mann.

Wir lebten dort im Paradies,

wir wussten gar nicht, was Elend ist.

Zigtausend Jahre ging das auch sehr gut,

doch jetzt verlässt uns langsam doch der Mut.

Die Jugend zieht vom Wald in die Städte,

und träumt davon, was jeder gern hätte.

Reichtum, Bildung und ein warmes Zuhause,

und dazu eine gezuckerte Brause.

Im Fernsehen haben sie all dies für sich entdeckt,

und sie sind ganz sicher, das die Limo auch schmeckt.

Sie zogen sich darum an wie die Großen,

und gewöhnten sich an Essen in Dosen.

Ich habe es vorhin erst selbst mal probiert,

doch ich denke, ich wäre fast daran krepiert.

Ich gehe morgen wieder in meinen Wald zurück,

mir bringt das Leben hier kein Glück.

Im Wald bin ich ein freier Mann,

dort ich ganz ich selbst sein kann.

Die Jugend mag es mir verzeihen,

aber so eine Dose macht mich speien.

Und Jochen gab dem Alten Recht.

Gerade dieser Wald ein wahrer Speicher ist.

Tausende unbekannte Pflanzen lebten darin versteckt,

und diesmal hatte er auch etwas ganz besonderes entdeckt.

Hier waren Genies am Werk:

You had one job, fail

Er packte eine Schachtel aus:

Oh, das kenne ich, das verwendet meine Frau!

Sie macht sich daraus täglich einen Tee,

den Trick weiß sie von einer Fee.

Dieser Tee verschließt den Mund,

wenn sie nicht will ein weiteres Kind.

Die Pflanze wächst eigentlich überall,

im Wald ist sie kein Sonderfall.

Der Wirt brachte etwas zu Essen herbei,

eine Spende des Hauses, er war so frei.

Und dann fragte er den Alten nach dem Tee,

und ob er denn das gute Geschäft nicht sehe.

Auch er wäre an dem Kraut durchaus interessiert,

denn, bei seiner Frau wäre es schon wieder mal passiert.

Er würde der Kinder bald nicht mehr Herr,

er gäbe dafür durchaus auch etwas mehr.

Ach, Dein Geld interessiert mich wirklich nicht,

koche mir lieber ein gutes Fischgericht.

Dafür bringe ich Dir gern den Tee,

doch Dich am Ende bedanken, das tue bei der Fee.

Später gingen sie gemeinsam hinunter ans Meer,

und der Abschied fiel selbst dem Alten sehr schwer.

Gerade hier am Strand war es wunderschön,

sie hatten sogar eine Sternschnuppe gesehen.

*

Für Satan sah der Abend anders aus.

Erst schmiss man ihn aus einem Beichtstuhl raus,

und nachdem er erklärte wer er sei,

kamen auch schon Männer in Weiß herbei.

Er musste sich schon wirklich sputen,

hier würde er es nicht noch mal versuchen.

Er entwischte den Kerlen durch die Hintertür,

für letzte Auswege hatte er ein Gespür.

Er mischte sich unter die Leute,

was er auch sogleich bereute.

Das Weihnachtsgeschäft hatte gerade erst begonnen,

der ganze Trubel machte ihn schlicht benommen.

Er war müde von der langen Fahrt,

das war nun wirklich kein guter Start.

Außerdem war ihn doch auch ziemlich kalt,

ihn hätte es nicht gewundert, hätte es geschneit.

Er ging frustriert zum Bahnhof zurück,

vielleicht hatte er ja dort mehr Glück.

Es gab dort einen Männerstrich,

vielleicht erkannte er ja ein Gesicht.

Er fand die Tunte Mariaborn,

sie war berühmt für ihren Dorn.

Sie hatte gerade Kasse gemacht bei einem Schwein,

drum lud sie ihn auf einen Kaffee ein.

Die Typen sind wirklich total pervers,

stehen immer öfter nur noch auf Schmerz.

Früher waren sie echte Freier mit Herz,

da hüllten sie mich noch in noblen Nerz!

Doch jetzt Zocken uns sogar schon die Pfaffen ab,

ich verstehe Dich gut, ich bin auch oft knapp.

Aber ich weiß einen Platz für dich,

und ich verspreche, da verjagt man Dich nicht.

Sie brachte ihn zur holden Berte,

die sogleich heulte, als sie von ihm hörte.

Ich habe ein Herz für arme Männer,

zwinkerte sie, die schaffen es länger.

Oh je, und Satan drehte sogleich ab,

und auch hier, war es mal wieder sehr, sehr knapp.

Er kam in einen Park und verlangsamte den Schritt:

Ja, wusste die Göttin eigentlich, wie sehr er litt?

Zu Hause war es so bequem,

da könnte er jetzt unter eine Dusche gehen.

Er tastete sich durch ein Brennesselfeld,

hier konnte er schlafen ohne Geld.

Er legte sich unter eine alte Tanne,

ihre Nadeln piekten seine Wange.

Sie versprach ihm Schutz und endlich Ruh,

und so machte er denn seine Augen zu.

*

16. November 2005:

Satan stand noch vor der Sonne auf,

er wärmte sich mit Dauerlauf.

Er suchte und fand ein großes Haus,

von ihm erzählt hatte der Klaus.

Alle seine Vorgänger hatten hier gewohnt,

und hatten auf dem Stuhl gethront.

Der Letzte hatte wohl zu schwer gedrückt an einem Braten,

mehr jedoch wollte die Haushälterin ihm noch nicht verraten.

Er hatte einfach angeklopft,

sie hatte geöffnet, in der Hand einen Topf.

Tut mir Leid, der ist nicht mehr hier,

ich füttere jetzt ein anderes Tier.

Ich bin sein Engel, ich wollte ihn holen.

Oder ihm zumindest den Hintern versohlen.

Oh wei, was hat der Mann den verbrochen?

Er hatte mir meinen Stuhl zerbrochen!

Der Stuhl, nein, der ist noch hier!

Doch darauf sitzt jetzt ein anderes Tier.

Wollen Sie vielleicht mit ihm sprechen?

Natürlich, ich kann es nicht versprechen.

Der Mann ist ziemlich schwer beschäftigt,

und fühlt sich auch sehr schnell belästigt.

Er ist zwar gerade erst aufgestanden,

aber, vielleicht können Sie das mit ihm verhandeln.

Die Frau ließ Satan in das Haus:

Bitte, ziehen sie sich die Schuhe aus.

Ich habe gerade alles geputzt,

auch wenn es nicht sehr viel hat genutzt.

Die Schweinerei ist festgebrannt,

sie schrubbt sich nur mit eiserner Hand.

Oh, ich bin in diesen Dingen versiert,

haben Sie es schon mal mit Essig probiert?

Das nützt gar nichts, ich bin selbst vom Fach,

die Scheiße quillt hinauf bis zum Dach.

Ach, das ist ja interessant,

sagte Satan, und nahm den Schrubber in die Hand.

Die Frau ging zurück in die große Küche,

von Oben her hörte sie laute Flüche.

Sie nahm die Treppe und klopfte an eine Tür:

Auch sie hatte immer noch Angst vor dem Tier.

Und Satan legte den Schrubber zur Seite,

schnell war er Oben, was die Frau freute.

Gemeinsam betraten sie das Zimmer,

hier war es mit der Scheiße noch viel Schlimmer.

Er ist ein Messi, haben sie mir gesagt,

was das jedoch ist, habe ich nicht gefragt.

Ich will mich ja nicht nur beschweren,

aber ich weigere mich, ihn zu verehren.

Da war der Vorgänger wirklich besser,

der aß wenigstens mit Gabel und Messer.

Nur ein schmaler Durchgang war noch frei,

sie gingen an riesigen Stapeln vorbei.

Und ganz hinten, an einem Tisch,

da saß ein Mann, er bewegte sich nicht.

Er starrte nur auf seinen Teller:

Dumme Frau, geht das nicht schneller!

Satan war doch etwas geschockt.

Dort saß ja der Mann mit dem langen Rock.

Er holte seine Keule hervor,

und knallte sie dem Mann ans Ohr.

Dem flog auch gleich der Kopf zur Seite,

und seine Füße suchten schnell das Weite.

Die Frau war nun doch etwas erstaunt,

soviel Kraft hatte sie ihm gar nicht zugetraut.

Der Kopf des Messis fiel zu Boden:

So, der hat genug gelogen!

Und Satan gab ihm einen Tritt,

solche Typen mag ich nicht.

Dann ging er um den Tisch herum,

setzte sich auf den Stuhl und schaute stumm.

Wie wäre es mit etwas zu Essen?

Ich habe schon lange nichts mehr gegessen.

Na, klar, mein Engel, ich laufe schon,

ich koche für Sie, als wären sie mein Sohn.

Und Satan zog den Mantel an:

Wie einfach das Leben doch sein kann!

Und als die Frau mit der Suppe kam,

war sie ganz begeistert von dem Mann.

Er sah zwar wie ein Satan aus,

aber vielleicht würde ja noch ein Engel daraus.

*

Jochen ging mit der Göttin in den nächsten Ort.

Auf ihrem Weg sprachen sie kein einziges Wort.

Erst als sie an den Ortsrand kamen,

sagte Jochen: Du, ich will Dich mal was fragen.

Kann es sein, das wir zusammen in der Kiste lagen?

Ich meine, so vor gut zwei Tagen?

Oh, Katharina hatte wohl mal wieder zugeschlagen:

Nun, ich denke, das war meine Schwester vor zwei Tagen.

Du hast eine Zwillingsschwester?

Und er verfiel in ein lautes Gelächter:

Zwei von Euch! Du meine Güte!

Da drauf brauche ich ne Tüte!

Als sie beide dran gezogen,

fragte Jochen: Und das ist auch nicht gelogen?

Und ich dachte schon Du spielst Theater,

ich meine, Du weißt wegen dem Kater?

Doch der Göttin sagte das nichts.

Tut mir Leid, von einem Kater weiß ich nichts.

Du, oder SIE, hat sich geschämt,

weil ich war wohl unverschämt.

Ich hab sie Muschikätzchen genannt,

doch da ist sie fortgerannt.

Sie hat mich angespuckt und sehr laut geschrieen,

und hat gemeint, dass würde nie verziehen.

Und Jochen schaute die Göttin an:

Verzeihst DU denn einem reuigen Mann?

Lebenslänglich gibt es bei mir nicht,

ich glaube an das Gute im Licht.

Nun, und ich verzeih mir selbst ja täglich auch,

so dass sich bei mir die Wut sehr schnell verbraucht.

Nur wenn jemand Wiederholungstäter ist,

dann gehe auch ich mit ihm hart ins Gericht.

Und Jochen lud die Göttin ein:

Komm, wir trinken noch ein Glas Wein.

Der Hund lief zurück ans ruhige Meer,

ihm war im Ort zuviel Verkehr.

Und Jochen führte die Göttin in ein Lokal.

Spiegel und Kerzen hingen überall,

dieser Laden war sicher erste Wahl.

Ein Ober führte Beide durch den Saal.

Der Blick ging zur Terrasse raus.

Es war ein wirklich wunderschönes Haus.

Ich kann Dir hier ein Zimmer mieten,

jedoch ich glaube, sie haben nur Suiten.

Bitte, Jochen, häng Dich nicht zum Fenster raus,

und bitte nenn mich hier nicht Muschimaus.

Entschuldige, ich dachte nur, es sieht einfach besser aus,

wenn man hier denkt, Du seiest meine Frau.

Sie setzten sich an einen runden Tisch.

Einzelne Stühle gab es nicht.

Ein anderer Ober brachte die Karte,

und machte einen Diener, das es scharrte.

Der Göttin wurde ziemlich ungemütlich.

Was ist, Du schaust nicht glücklich?

Fragte Jochen leicht besorgt.

Ich weiß es auch nicht, hier riecht es nach Mord.

Entschuldige, aber ich will an einen anderen Ort.

Und sage nie wieder das eine Wort!

Und der Ober schaut geschockt.

Wer hat denn hier nur was verbockt?

Und nimm vor allen Dingen die Finger von meinem Knie!

Sonst werd ich zu Katharina, ich weiß nicht wie!

Aber Muschimäuschen, was regst Du dich auf!

So geht es doch nun mal jeder Frau!

Da gab es plötzlich einen lauten Knall!

Der Angriff kam wohl direkt aus dem All.

Von dem Laden blieb nicht viel übrig,

und nach Resten zu suchen war sehr müßig.

Und die Göttin stand wieder am Meer,

und ihr Hund, der freute sich sehr.

Ich sage ja, da ist zuviel Verkehr.

Da treibe ich lieber im offenen Meer.

Doch das hätte der Hund nicht sagen dürfen,

und die Göttin begann sogleich zu schürfen.

Sie saßen zu Zweit in einem Boot,

und das Loch in ihm, das war kein Trost.

Ein Schiff das längs zur Seite kam,

gab sogleich auch laut Alarm.

Beinahe hätte es sie überfahren,

doch es nam sie mit, mit Ziel Balearen.

Man fragte die Göttin nach Papieren,

doch sie schien nicht zu kapieren.

Ich bin Monalisa Silberwind,

ich muss nach Hause, und zwar geschwind.

Wir sind ein schweres Tankerschiff,

das macht so ein Tempo leider nicht mit.

Der Kapitän schüttelte mit dem Kopf.

Dann schickte er sie zu dem Koch.

Mirrage jedoch, musste an Deck verbleiben,

und sollte sich die Zeit vertreiben.

Er schnupperte sich so richtig ein:

Hier irgendwo, da ist ein Schwein.

Die Göttin ging in die Kombüse,

und schnibbelte Gemüse.

Der Koch war ein Vietnamese,

er kannte das, die Not auf der See.

Du viel Glück, viel Glück,

Kapitän sonst hauen in Stück!

Kapitän sehr schlechter Mann.

Kapitän nicht fahren kann.

Die Göttin war erstaunt.

Was hatte der Koch ihr zugeraunt?

Und Mirrage trieb sich herum,

zum Glück, er war nicht dumm.

Die Göttin ließ das Gemüse liegen,

sie stieg hinauf, sie nahm die Stiegen.

Sie sah den Hund weit unter sich,

von hier aus hatte sie die beste Sicht.

Der Tanker fuhr stur geradeaus,

das bisschen Seegang machte ihm nichts aus.

Da erkannte die Göttin plötzlich ein tödliches Riff,

es würde zerreißen das ganze Schiff.

Die Göttin kletterte zum Kapitän herunter,

sie klopfte ihm auf die Schulter:

Da ist ein Riff, geradeaus,

mach sofort den Motor aus!

Ich glaube Du spinnst!

Schafft mir fort das dumme Kind!

Ich glaube es kommt auf ein Wind!

Bringt die Frau weg, und zwar geschwind!

Da gab es einen lauten Knall!

Es war ein wahrer Sonderfall.

Der Tanker war plötzlich explodiert,

niemand wusste, wie so was passiert.

Doch das Riff, das war gerettet.

Zigtausend Korallen hatten darauf gewettet.

Drum nahmen sie die Göttin auf,

und auch Mirrage kletterte herauf.

Der Hund schaute sie verärgert an:

Ich war doch gerade so nah dran!

Ich habe das Schein gesehen,

es hat gerade gepinkelt und zwar im Stehen.

Ist das für dich denn ein Problem?

Du pinkelst doch auch meist sehr bequem.

Aber ich verwische nicht meine Spur,

und ich schau dabei auch nicht auf die Uhr.

Und das findest Du suspekt?

Zumindest wenn sein Urin voller Krankheiten steckt.

Nun, dann waren die Erreger wohl zu aggressiv.

Dann war es richtig, wie es lief.

Später kam ein Schiff vorbei,

das brachte sie zur Polizei.

Man fragte sie nach den Papieren,

und wieder einmal schien sie nichts zu kapieren.

Ich bin Monalisa Silberwind,

ich muss nach Hause, ganz geschwind.

So einfach ist das aber leider nicht.

Sich auszuweisen, das ist Pflicht.

Die Göttin kam in einen Bau,

und dort kam es zur Nabelschau,

die nicht nur entwürdigend für eine Frau.

Und der Wärter, der war eine Sau.

Der Göttin verschlug es fast die Sprache:

Pass nur auf was ich jetzt mache!

Und dann gab es einen Knall,

er wurde gehört weit bis ins All.

Und der Göttin wurde schlecht:

Was war der Typ doch für ein Knecht!

Die Bevölkerung war fassungslos:

Was machen diese Wärter bloß?

Und die Göttin ging hinauf in die Berge:

Vielleicht wohnten dort ja noch ein paar Zwerge.

Der Hund lief frei neben ihr her,

nicht selten fiel das Gehen schwer.

Sie erreichten dann ein kleines Kloster,

und man ließ sie ein, als Schwester.

Der Hund, der musste draußen bleiben,

er sollte sich die Zeit vertreiben.

Er begann auch gleich zu schnüffeln,

an seinem Ziel war nicht zu rütteln.

Die Göttin betrat ein kleines Büro:

Bitte, darf ich mal auf Klo?

Pinkeln tun wir nur nach Plan,

mit solchen Freiheiten fangen wir gar nicht erst an.

Hier, unterschreibe das Papier,

all Deine Habe ist jetzt mir.

Die Göttin wurde ziemlich rot.

Ich hätte gerne ein Stück Brot.

Das gibt es auch erst spät nach Sechs,

es sei denn es gibt Gruppensex.

Und die Göttin hörte einen Knall,

oder war es Donnerschall?

Sie schaute auf den roten Fleck,

doch das Kloster, das war weg.

Sie hatte sich etwas verletzt,

und sich erst mal hingesetzt.

Der Hund kam zu ihr angelaufen,

auch er schien sehr zu schnaufen.

Jetzt hätte ich ihn doch fast gehabt!

Was ist das heut nur für ein Tag!

Und die Göttin legte sich unter eine Tanne:

Und jetzt ein Stück Kuchen aus der Pfanne!

*

Wenn die Götter auf der Erde waren,

dann lauerten plötzlich überall Gefahren.

Dann hieß es wirklich: Aufgepasst!

In ein paar Punkten verstanden sie keinen Spaß.

Und für einen Multiwiederholungstäter,

gab es auch bestimmt kein: Später!

Denn die Götter wussten ganz genau,

wie man sie erkennt, die faule Sau.

Und da ein Gott selten nur alleine kommt,

sollte Vieles sich bessern, und zwar prompt.

Und wer das nun mal nicht kapiert,

der soll nicht jammern, wenn’ s passiert.

*

Und warum ist SIE dann nicht geflogen?

Wenn SIE doch ein Engel ist!

Was treibt SIE auf dem offenen Meer?

Es fällt ihr wohl das Gehen schwer!

Wenn ich es Dir doch sage!

Und ich wirklich was vertrage!

Nein, lass mich mit Deinem Buch in Ruh!

So krieg ich nie die Augen zu.

Und der Mann drehte sich auf die Seite:

Pass nur auf, der Teufel sucht noch das Weite.

Ich sage Dir, die Götter verstehen keinen Spaß.

Auf ihren Plan, da ist Verlass!

Ja, ja, vielleicht, wenn’s gut für die Kasse ist.

Aber auf Erden gibt es kein Göttergericht.

Sag das nicht, etwas wird bestimmt geschehen.

Selbst der Satan pinkelt nicht mehr im Stehen.

Ach, lass mich damit doch in Ruh!

Da höre ich doch gar nicht zu!

Das ist ja gerade das Problem.

Sonst könntet ihr schon längst wieder stehen.

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht.

ImStehenPinkler kommen vor Gericht!

So ein Gesetz begreif ich nicht!

Wen geht es etwas an, wann und wie ich piss?

Die Göttin hat es nun mal verboten,

so war das eben früher, bei den Goten.

Sünder mussten in die Hocke gehen,

nur der Gute, der durfte stehen.

Und wer kontrollierte das?

Nun ja, der Sünder wurde nass.

Die Götter haben den Sündern

den Schniedel halt ans Bein gebunden.

Die haben sich selbst bepinkelt?

Das machst Du auch, wenn Du im Stehen machst.

Ich? Niemals! Höchstens mal ein Tropfen.

Na, dann lässt Dein Sündenkonto ja noch hoffen.

Du solltest das Buch wirklich mal lesen,

ich finde es klasse, wie es damals gewesen.

Das Buch setzt Dir noch lauter Flausen ins Ohr.

Hast Du etwa Angst davor?

Komm, leg das Buch weg, hier spielt die Musik.

Lass mich, sie spricht auch über die Physik.

Und die Frau will ein Engel sein?

Komm, mach das Licht aus, ich bin ganz allein.

Also gut, dann lass uns schlafen.

Die Frau macht das Licht aus.

Und? Liebst Du mich?

Liebste, Du bist eine wahre Göttin für mich.

Und Kleopatra trägt den Topf.

*

17. November 2005:

Kleopatra lief am Strand entlang,

da sah sie an ihrer Seite einen Mann.

Wer bist Du? Und was machst Du hier?

Und Du? Du suchst wohl einen Stier?

Er zeigte auf ein großes, rotes Tuch,

und auf ein ziemlich dickes Buch.

Sie trug Beides auf ihrem Kopf,

denn in der Hand hielt sie einen großen Topf.

Ach, magst Du mir vielleicht tragen helfen?

Ich will den hier bringen zu den Elfen.

Der Mann nahm einen der Henkel,

und dabei erblickte er die Schenkel.

Ihh, was hast Du denn da drin?

Sind die etwa von einem Kind?

Schrecklich, nicht wahr?

Ich finde das Ganze auch untragbar.

Und Kleopatra erzählte Anton eine Geschichte,

sie hatte zu tun mit ihrer Nichte:

Das junge Mädchen war gerade erst zur Frau geworden,

sie wurde vergewaltigt und wäre fast daran gestorben.

Doch sie überlebte die Geschichte, leider nicht allein,

denn jetzt trug sie auch noch ein Kind von dem Schwein.

Kleopatra war ziemlich geschockt, als sie davon erfuhr,

und fragte sich: Wie helfe ich dem Kind jetzt nur?

Welche Mutter kann lieben ein Kind,

wenn die Väter Vergewaltiger sind?

Du meinst, es war nicht nur einer?

Es waren mehrere, es geschah auf einer Feier.

Es ist tatsächlich unfassbar,

aber leider, leider, es ist wahr.

Es gibt wirklich Männer, die sind Schweine,

wenn Du verstehst, was ich meine.

Mir brauchst Du das nicht zu sagen,

da kannst Du meine Mutter fragen.

Sie hat etwas ähnliches erlebt,

und sie hat das Kind in den Müll gelegt.

Sie hatte es niemanden gesagt,

erst als ich sie sehr genau dazu befragt.

Und dennoch hat sie es nie verwunden,

auch wenn das Kind entstand in ihren schrecklichsten Stunden.

Genau, das ist ja grade mein großes Problem,

wie soll es mit meiner Nichte nur weitergehen?

Da kamen sie an einen großen Wald,

seine Bäume waren schon Jahrtausende alt.

Sie trugen den Topf über einen schmalen Weg,

dann kamen sie an einen alten Steg.

Hallo Elfen hört ihr mich?

Ich habe hier ein Kind, das gehört mir nicht.

Da kam eine Frau aus einer kleinen Hütte:

Dann stellt den Topf auf des Steges Mitte.

Anton und Kleopatra taten wie befohlen,

dann entfernten sie sich wieder auf sehr leisen Sohlen.

Und sie hatten wirklich Glück,

denn die Elfen nahmen das Kind zurück.

Sie würden ihm diesmal noch keinen Namen geben.

Es würde wiedergeboren in einem anderen Leben.

Allerdings, so stellten diese Elfen fest,

diese Tat, sie gehört gerächt.

Und so wurde der Schniedel den Männern an ihr Bein gebunden,

und das nicht nur für ein paar Stunden.

Und jeder Mann gehe dabei mit sich ins Gericht,

wie viel Anteil habe ich wohl selbst an dieser wirklich bösen Geschicht.

Als Anton und Kleopatra wieder erreichten den weiten Strand,

da gingen sie schon Hand in Hand.

Und danach betraten sie in ein neues Land,

das sich nannte: Gesunder Menschenverstand.

Anton half ihr den schweren Karren ziehen,

den sich Kleopatra bei Satan ausgeliehen.

Darauf stand ein Herd und eine Spüle,

und sie hatten damit wirkliche Mühe

Der Boden unter ihnen gab beständig nach,

denn es hatte viel geregnet in der Nacht.

Die Göttin, die ist jedoch ausgeflogen,

ich denke, sie hat die Renovierung der Küche wohl verschoben.

Erklärte Anton der Göttin plötzliches Verschwinden.

Aber Dir einen Kaffee zu kochen, das wird mir gelingen,

ja, und das Kind hat sie mir auch in Obhut gegeben,

obwohl, ich weiß nicht: Ist es noch am Leben?

Kleopatra betrat das Zimmer des Kindes.

Das ist doch das Kind des Windes!

Sie fühlte seine zarte Stirn.

Keine Sorge Anton, der lebt, dieser Stern.

Sie hatte das Kind mitgenommen,

doch dann war sie in die Brandung gekommen.

Das Boot, es wurde umgeworfen,

und sie hatte gedacht, das Kind, es sei verloren.

Ach wie gut, das die Göttin es fand,

und Du sagst es lag am Strand?

Der Hund, er hat es wohl entdeckt,

es hatte tief im Sand gesteckt.

Da machte das Kind seine Augen auf.

Da war sie ja wieder, diese gute Frau.

Guten Morgen mein verlorenes Kind,

und wie schön, das wir zusammen sind.

Dann ging Kleopatra in die Küche.

Die Beiden hörten von Oben ihre Flüche.

Oh je, oh je, wie sieht es hier denn aus!

Und das in einem Gotenhaus!

Tablette

Und Satan packte all die Akten aus,

die er fand versteckt im Haus.

Mit der Haushälterin war er zufrieden,

Hauptsache war, er musste sie nicht lieben.

*

Die Göttin hatte halbwegs gut geschlafen,

sie stand auf und ging zurück an den Hafen.

Und dort sah es ziemlich übel aus,

denn eine Bombe hatte gesprengt das Gefängnishaus.

Es war wohl ein Selbstmordattentäterin,

schrieben die Zeitungen nicht viel später.

Man fragte sich: Wo hatte die Frau die Bombe nur versteckt?

Und, warum hatte man sie zuvor nicht entdeckt?

Und die Göttin betrat eine kleine Hafenkneipe,

der Hund ging ganz nah an ihrer Seite.

Ein Mann saß allein an einem Tisch:

Warum fang ich keine Fisch?

Er fragte sich zum X-ten mal,

Warum sind plötzlich keine mehr da?

All die Jahre hab ich gut gefangen,

all die Jahre ist es gut gegangen.

Die Göttin bestellte sich ein Bier,

und etwas Wasser für ihr Tier.

Dann setzte sie sich zu dem Mann:

Vielleicht kann ich es Dir verraten.

Ich zahle Dir Dein Bier, wenn du es mir sagst.

Nun, den Fischen schmeckt es nicht mehr, wenn Du mich fragst.

Sie kotzen von der üblen Brühe,

und dafür machen sie sich nun nicht mehr die Mühe.

Früher schwammen sie Dir freiwillig ins Netz,

heute wird ihnen im großen Stile nachgehetzt.

Früher erkannten sie Deine Not,

darum legten sie sich auch gern in Dein Boot.

Doch viele enden noch auf hoher See als Hundefutter,

sag selbst, welcher Fisch begegnet heute noch einem einfachen Kutter?

Sie das Ganze auch mal von ihrer Seite,

Du an ihrer Stelle suchtest bestimmt auch das Weite.

Der Mann schaute sie mit roten Augen an.

Ob denn so etwas wahr sein kann?

Fahre mich hinaus aufs Meer,

dann hole ich Dir die Fische her.

Dann kannst Du sie gleich selber fragen,

ich bin sicher, sie werden es Dir sagen.

Der Mann setzte sich die Mütze auf:

Dann fahren wir aber sofort hinaus.

Die Ebbe hat grad eingesetzt,

fertig geknüpft ist mein Netz.

Er schaute auf den großen Hund.

Wenn der mich anpinkelt, dann geht’s aber rund.

Alle Drei kletterten auf seinen Kutter,

und der Göttin fiel auf: Der Fischer ist ja ganz schön im Futter.

So schlimm konnte das mit den Fischen dann doch gar nicht sein,

und der Mann schenkte sich und ihr ein Schnäpschen ein:

Na, und wie gefällt es Dir hier auf der Insel?

Bist Du allein oder hast Du einen Pinsel?

Die Lampen der Göttin sprangen alle an:

Ich würde sagen, das geht Dich nichts an.

Fragen ist doch wohl noch nicht verboten,

ich lass sie schon bei mir, meine Pfoten.

Das will ich Dir auch geraten haben,

sonst werde ich es den Fischen sagen.

Und der Fischer warf den Diesel an,

im Grunde war er gar kein schlechter Mann.

Entschuldige, ich dachte, vielleicht ist es Deine Masche,

willst vielleicht arbeiten auf eigene Kasse.

Die meisten Mädchen haben ja ihren Luden,

und nicht alle sind auch welche von den Guten.

Da kann ich es schon verstehen,

wenn Mädchen lieber mit einem Hund auf Suche gehen.

Ach, so hast Du mich eingeschätzt.

Ich hoffe ich habe Dich damit nicht verletzt.

Schwamm drüber, es ist geklärt,

und schließlich, Fragen ist ja nicht verkehrt.

Er fuhr sie hinaus aufs offene Meer,

denn in Küstennähe sammelte sich schon der Teer.

Hier habe ich immer volle Netzte gehabt,

doch wenn das so weitergeht, häng ich am Bettelstab.

Seit Jahren wird es immer schwerer mit der Fischerei,

die guten Zeiten sind vorbei.

Und die Göttin ging hinaus an Deck,

hier zu rufen hatte gar keinen Zweck.

Fahr doch noch etwas weiter raus,

und dann werfe Deine Netze aus.

Der Fischer tat wie sie befohlen,

und nach einer Weile ließ sie ihn die Netzte holen.

Siehst Du, sie sind alle leer,

es ist wirklich kein Fisch mehr im Meer.

Da nahm die Göttin einen meergrünen Stein,

und warf ihn ins tosende Meer hinein.

Sie hatte ihn am Strand gefunden,

und ihn durchaus für gut befunden.

Er würde das Meer wiederbeleben,

nur müsste man ihm auch eine Chance dazu geben.

Fahre ruhig täglich hier hinaus,

und werfe Deine Netze aus.

Ab jetzt wird es jeden Tag ein Fisch mehr,

wenn Du pflegst Dein krankes Meer.

Da sah sie plötzlich in der Ferne sehr helle Lichter:

Ja, diese Kerle gehören vor den Richter!

Lass uns lieber wieder fahren,

diese Armada, sie gehört dem Zaren.

Der Fischer schaute mit besorgtem Blick:

Die schrecken auch nicht vor Mord zurück.

Und schon kam auch ein Schiff zur Seite,

ein Schnellboot mit geringer Breite.

Scheinwerfer wurden auf sie gerichtet:

Wer sich bewegt, der wird vernichtet!

Mehrere Männer sprangen auf das Boot,

und die Göttin, sie wurde mal wieder rot.

Sie schaute auf ein Maschinengewehr,

ziemlich neu und nicht sehr schwer.

Na, Deine Waffe ist ja interessant.

Da ist es ja kein Wunder, wenn ihr nichts fangt.

Wir fangen hier genug, mein Mausekätzchen.

Und Du bist noch nicht mal eine von den Schlechten.

Und der Mann kam näher,

die anderen machten die Steher.

Und die Göttin klappte auf das Messer,

gewappnet war Frau einfach besser.

Mirrage war direkt hinter ihr,

doch niemand anders sah das Tier.

Nur den alten Fischermann,

den pinkelte er gerade an.

Was wollt Ihr von dieser Frau!

Willst Du wohl kehrt machen, komm, mach kein Radau!

An was willst Du uns schon hindern,

wenn Du nicht spurst, gibt’s was auf den Hintern!

Die Frau ist unser, ist das klar!

Los, die kommt mit, so eine Frau, die genießt der Zar!

Die Göttin gab dem Hund ein Zeichen,

am nächsten Strand würde er sie wieder erreichen.

Und dann ging sie mit den Männern:

Sie wusste, die Meinung des Zaren, die würde sich ändern.

Man brachte sie auf ein großes Schiff,

ein Flugzeugträger klein dagegen ist.

Hier wurden die Fänge verarbeitet und registriert,

hier wurde richtig abkassiert.

Alles stand hier voller Dosen,

und jedem klebten die Schuppen an den Hosen.

Die Göttin versuchte den Sinn zu erfassen,

doch, so etwas konnte ein Fisch nur hassen.

Und der Gestank von verärgertem Fisch,

nun, der beschreibt sich wirklich nicht.

Ihr taten all die Tiere leid:

Der Zar ist wohl nicht ganz gescheit!

Sie wurde in die Messe geführt,

hier wurde gerade Hai diniert.

Und der Zar war so galant,

er bot ihr Platz auf seiner Bank.

Er legte ihr die Hand aufs Knie:

Und, wer sind denn Sie?

Die Göttin legte seine Hand zur Seite:

Wenn Sie so weitermachen, sind Sie bald pleite.

Der Zar war doch etwas überrascht,

normalerweise wurden die Frauen bei ihm blas.

Wirklich, Sie überspannen das Fass.

So etwas macht den Fischen keinen Spaß.

Der Zar war nun doch irritiert,

normalerweise wurde ihm die Frau flambiert.

So, sagen Sie den Fischen jetzt Adieu,

machen Sie es von mir aus wie Miereille Mathieu!

Aber die Überfischung, die hört jetzt auf.

Und wenn Du deine Schiffe verkaufst.

Ich habe dem Fischer seine Fische versprochen,

und außerdem den Gestank gerochen.

Da brach der Zar in schallendes Gelächter aus.

Die ist ja süß, die kleine Maus!

Das ist doch grad das Geile hier!

Andre zahlen Geld dafür!

Und die anderen Herren an dem Tisch, lachten erst mal kräftig mit.

Da gab die Göttin dem Tisch einen Tritt!

Was seid ihr nur für miese Kerle,

Was macht ihr hier auf dieser Erde?

Und die Welt um sie herum begann zu beben.

Tiefe Nacht herrschte, wo gerade noch eine Fabrik gewesen.

Einfach wie vom Erdboden verschluckt,

so haben es die Zeitungen am nächsten Tag gedruckt.

Und die Göttin stand am Strand,

mit dem geöffneten Messer in der Hand.

Dann klappte sie es wieder zu,

und auf dem Meer war endlich Ruh.

Und der Hund, der kam gelaufen:

Gott, ich brauche was zu saufen!

Wieder ist er mir entwischt!

Also, ich versteh das nicht!

So konnte das nicht weitergehen,

das war ja langsamer als zu stehen.

So kamen sie nie nach Düsseldorf,

und in den kleinen, netten Ort.

Immer wieder sah sie rot,

an allen Ecken tat es Not.

Die Erde brauchte dringend ein Butterbrot,

und der Mensch, der brauchte das Got.

Und die Göttin schwamm hinaus,

der Hund und sie, immer geradeaus.

Die Sonne ließen sie nicht untergehen,

sie wollten sich schließlich die Welt ansehen.

*

18. November 2005:

Und die Göttin schwamm durchs Meer,

sie zog dabei Wellen wie ein Speer.

Ein Wal wurde auf sie aufmerksam,

und schob sich sehr behutsam heran.

Hallo große Königin,

ich hoffe Du weißt noch, wer ich bin?

Hallo mein geliebter Wal,

Du bist geworden ganz schön kahl.

Das liegt an den dummen Putzerfischen,

sie lassen nicht mal eine Pocke mehr sitzen.

Viele wurden wundrasiert,

es ist eine Krankheit die grassiert.

Das Gleichgewicht ist schwer gestört,

kein Fisch der heut noch richtig hört.

Selbst in der Tiefsee wird es eng,

überall verstört das Peng.

Das Peng? Was ist denn das?

Ein Ton, er durchdringt das ganze Fass.

Erst hört man einen lauten Knall,

er durchdringt alles und ist überall.

Danach kommt ein Donnerhall,

und der erschüttert den großen Saal.

Von allen Seiten kommt der Krach,

die meisten legen sich nur flach.

Die Orientierung wird sehr schwer,

kaum einer will noch bleiben im Meer.

Und dann auch noch der ätzende Teer,

durch ihn fällt uns das Atmen schwer.

Und der Gestank, ich sage Dir,

das ist kein Leben für ein Tier.

Des Lebens Sicherung ist durchgebrannt,

wo, so frage ich, bleibt der Verstand?

Vorsicht, da vorne kommt ein Netz,

nicht das Du Dich daran verletzt.

Viele Delfine verendeten schon darin.

Warnt der Wal die Königin.

Und die Göttin tauchte unter die Oberfläche,

und sie schnitt große Löcher in die riesigen Netze.

Und es war ihr durchaus klar, das Sie das Netz einer Spinne verletzte,

und, dass diese das nun gar nicht schätzte.

Der Wal und die Göttin schwammen auf die andere Seite,

und der Hund entschied: Ich werde reiten.

Er schwamm auf den Rücken des alten Wals,

und klopfte ihm beruhigend den Hals.

Ruhig Brauner, ich bin doch auch noch da.

Ich sage Dir, ich werde einmal Superstar!

Ich finde das Schwein, ich habe es versprochen,

ich habe nicht umsonst soviel gerochen!

Na, Deinen Optimismus in allen Ehren,

ich will Dich auch nicht dumm belehren.

Aber das Schwein ist ein Verwandlungskünstler,

mal ist er Hai, mal Umweltschützer!

Der Feind an sich ist unsichtbar,

und darum ist er eine so große Gefahr.

Er ist so flüchtig wie der Wind,

und er steckt in jedem Kind.

Kinder sind doch nicht gefährlich,

ich mag sie, sie sind frech und ehrlich.

Mit ihnen lässt sich super spielen,

nur selten, das sie mich mal kriegen.

Hat Dir denn noch nie eins von ihnen weh getan?

Dich getreten oder gezogen an den Haaren?

Ich sage Dir: Ihre Väter haben uns erbärmlich abgeschlachtet,

sie haben uns nur noch als Ware betrachtet.

Das liegt an dem Wal in ihrem Kinderbuch,

denn, der erzählt ihnen nichts von diesem schrecklichen Mordversuch.

Ich bin sicher, die Kinder würden Dich beschützen,

die wahre Geschichte würde sie ehrlich bestürzen.

Wenn ich erst bin ein großer Star,

dann stell ich das bei denen klar.

Ich bin nun mal ein Optimist,

für mich die Zukunft, Hoffen ist.

Die Göttin tauchte plötzlich ab,

und Wal und Hund folgten ihr nach.

Es wurde ziemlich dunkel um sie herum,

und viele Fische schauten stumm.

In der Tiefe erschien plötzlich ein Licht,

und die Umgebung trübte sich.

Es weitete sich zu einem ganzen Lichterheer:

Dies war ja eine Stadt im Meer!

Das Zentrum dieses großen Netzes, das war hier,

und in seiner Mitte saß das Tier.

Eine giftige Wasserspinne im tiefsten Mittelmeer,

und um sie herum sehr viel Verkehr.

Ein U-Boot hatte sie sogleich entdeckt,

und sich hinter einem Felsen versteckt.

Jetzt kamen es vorsichtig hervor,

vor sich herschiebend ein großes Rohr:

Und daraus kam ein Netz geschossen,

die Göttin wurde darin eingeschlossen.

Der Hund sprang sogleich auf das Netz,

Mein Gott, hast Du Dich verletzt?

Dann wurde das Netz auch schon eingezogen.

Und das Wasser wurde herausgesogen,

dann wurde das Netz auseinandergeschoben,

und die Göttin wurde aufgehoben.

Du meine Güte, was machen Sie denn hier?

Ich dachte schon, Sie seien ein Tier!

Und der Hund kam angelaufen,

Ja, ja, das ist mein geliebtes Frauchen!

Wer sind Sie? Und was wollen sie hier?

Fragte ein anderer Mann, er stand in der Tür.

Hier war man offensichtlich sehr überrascht,

so einen Fang hatte man noch nie gemacht.

Sie muss eine von den Roboterschwimmern sein,

die fallen hier immer öfter ein.

Mein Name ist Monalisa Silberwind,

und ich wollte Fragen wann der Test beginnt.

Von einem Test hier wissen wir nichts,

wir sind hier auf Patrollienschicht.

Und dann fragte er nach ihren Papieren,

und die Göttin schien endlich zu kapieren:

Tut mir Leid, sie sind wohl etwas verdorben,

ich denke, sie sind nass geworden.

Und die Göttin reichte dem Mann ein Papier,

darauf steht, ich sollte mich melden hier.

Das Blatt ist leer, es steht nichts drauf.

Da haben sie jetzt aber ein Problem, gute Frau.

Nein, ich denke, Sie haben das Problem,

warten sie, kann man denn nicht mal die Anweisung sehen?

Was für eine Anweisung? Von wem soll die sein?

Na, vom Männergesangsverein!

Weißt Du was, diese Roboterin ist bescheuert,

ich denke ihre Festplatte, sie gehört erneuert.

Das Beste wird sein, wir bringen sie zum Labor,

die haben da Ersatzteile für.

Gut, wir fahren sie zur Zentrale zurück,

obwohl ich oft denke, die sind genauso verrückt.

Sie fuhren in eines der Gebäude hinein,

und der Hund wollte ganz nah an ihrer Seite sein.

Wo sind wir hier nur hingekommen?

Die Antwort, mein Guter, die werden wir bekommen.

Die Göttin kletterte aus dem Boot,

um sie herum roch es nach Tod.

Bleib Du schön in dem U-Boot hier,

ich komme gleich schon wieder zu Dir.

Man brachte sie zu einem Offizier:

Das ist sie, und im Boot ist das Tier.

Solche Roboter hat nur der Boss,

sie gehören zu dessen eigenem Tross.

Ich bringe sie am Besten in ein Labor,

dort macht man ihr nen neuen Chip ins Ohr.

Du, sie sprach von einem Test vorhin,

meinst Du, das da ist was dran?

Ich kann Dir dazu gar nichts sagen,

nur das alle nervös sind, und das schon seit Tagen.

Irgendetwas steht bevor,

und es wird viel getuschelt im Labor.

Ich verstehe das nicht.

Warum steht davon nichts im Bericht?

Hier wimmelt es von Geheimdienstleuten,

und das hat selten etwas Gutes zu bedeuten.

Mir wird es hier auch langsam viel zu heiß,

es ist schrecklich, wenn man nichts weiß.

Ich könnte es Euch vielleicht sagen,

aber da müsstet ihr mich schon fragen.

Genau, der Roboter von dem Boss,

er ist doch von dem geheimen Tross!

Und der Offizier zog sie zur Seite.

Sag uns, was geschieht hier heute?

Ein Test. Er ist gefährlich.

Ich bin ganz ehrlich.

Ich wollte fliehen,

mit dem U-Boot in die Ferne ziehen.

Denn hier wird es bald sehr ungemütlich,

ich wäre gerne etwas weiter südlich.

Denn, wenn der Test gelingt,

dann ein Zunami den Tod in den Norden bringt.

Und wenn der Test nicht gelingt?

Dann das Wasser hier eindringt.

Ach Du lieber Himmel, ist das wahr?

Willst Du darauf warten? Ich bin kein Narr!

Dann sollten wir die Flucht ergreifen.

Uns zumindest darauf vorbereiten.

In diesem Moment kam ein anderer Mann angelaufen,

er schien ziemlich arg zu schnaufen.

Los, fort von hier! Ich habe es gerade erfahren,

die haben die Motoren nun doch hoch gefahren,

sie setzen tatsächlich alles auf eine Karte!

Ich rate Dir, steig ein und starte!

In diesem Moment hörten sie ein Grollen,

und dann war leider schon nichts mehr zu wollen.

Und die Göttin wurde Puterrot!

Ihr stieg in den Kopf die kalte Wut!

Die eigenen Leute so zu verraten!

Was waren das für Satansbraten?

Und sie schoss wie der Blitz durch das Meer,

den Hund und die Männer zog sie hinter sich her.

Später fand man sie schlafend an einem Strand,

ihr nacktes Leben gerettet, doch, wo sie herkamen blieb unbekannt.

Denn, sie erzählten eine so kruse Geschichte,

das sie erschien unter der Rubrik: Kuriose Berichte.

*

Und auch Satan fand eine Akte darüber,

die erzählte viel von Früher.

Und wie das anfing mit den großen Wasserspinnen,

und warum sie in die Tiefe gingen.

Doch dafür hatte er jetzt gar keine Zeit,

vor der Tür stand die Polizei bereit.

Der Gärtner hatte sie gerufen,

denn er hatte gefunden, den Kopf eines Toten.

Er hatte nicht sehr tief gegraben,

doch er ahnte, das noch mehr da lagen.

Und Satan hatte genug gesehen,

ihm blieb nicht mehr viel Zeit, um zu gehen.

Er packte ein paar der vielen Akten ein,

und warf noch kurz einen Blick in die Küche hinein.

Die gute Frau, sie war am kochen,

er sah sie eine Gans voll stopfen.

Ich bin nur mal kurz weg,

und bitte, denken Sie an den Speck.

Und dann war er schon hinaus zur Hintertür,

denn für geheime Wege hatte er ein Gespür.

Er suchte einen anderen Ort,

und er dachte nur noch an ein einziges Wort:

Keller! Keller! Keller!

Und Satan lief immer schneller.

Hier um die Ecke musste es sein,

hoffentlich komm ich da auch herein!

Er rüttelte an einer Eisentür,

und es verließ ihn nicht, sein geniales Gespür.

Sein bester Freund hatte ihm von diesem Ort erzählt,

und gesagt, er sei der sicherste in der ganzen Welt.

Nur bei einem Wasserschaden,

ginge man auch in diesem Keller leider baden.

Und die Göttin lief durch Afrika.

Was ist das nur für ein Skandal!

All die Kranken! Überall!

Waffen gibt es, aber kein Brot!

Ich frage: Wer bedient sich an der Not?

Und was sind das für Elektrozäune?

Und wem gehört das Zeug da in der Scheune?

Was ist das hier für ein Betrieb?

Sind das etwa Waffen für den Krieg?

Da kamen 2 Soldaten in einem Millitärfahrzeug,

die Göttin lief ihnen entgegen, überaus erfreut:

Wie gut das Sie hier vorbeigekommen,

mir ist doch glatt die Zeit zerronnen!

Was gehen Sie denn hier spazieren?

Sie haben hier nun wirklich nichts zu verlieren!

Ich bin halt immer geradeaus gelaufen,

und, ich denke, der Hund braucht was zu saufen.

Hier ist aber Sperrgebiet,

und Spaziergänger sind nicht beliebt.

Ich habe mich dann wohl verlaufen.

Ich würde nur gerne etwas verschnaufen.

Das ist hier aber verboten,

und jetzt ist Schluss mit diesen Schoten!

Der Soldat befahl ihr einzusteigen,

den Hund jedoch, den wollte er vertreiben.

Das hat gar keinen Zweck,

ohne mich geht er nicht weg.

Dann knall die Töle einfach ab,

sagte darauf ein anderer Soldat.

Und dann schaute er auf seine Armbanduhr:

Wir werden niemals mehr fertig mit der Tour.

Die Göttin wollte eigentlich keinen Streit anfangen,

aber jetzt hatte der Mann einen Fehler begangen.

Er richtete sein Maschinengewehr auf den Hund:

Na, wie viel läuft er wohl die Stund?

Und die Göttin sah mal wieder rot,

und auch der Hund erkannte seine Not.

Das war nun wirklich ein sinnloser Tod,

drum lag auf ihm ein schweres Verbot.

Dem Soldaten war das offensichtlich egal,

drum schoss sie ihn hinaus ins All.

Und auch der Zweite flog hinterher,

danach hatte sie keine Puste mehr.

Von diesem Vorfall wurde weiter nichts bekannt,

er wurde geführt als Kollateralschaden im eigenen Verband.

Doch die Göttin verlor so langsam die Lust,

ständig nur rot sehen, ergab nur Frust.

Sie stieg in das Fahrzeug der beiden Soldaten,

dann ließ sie den Motor starten.

Der Hund sprang auf den Beifahrersitz,

und aus der Hand der Göttin zuckte ein Blitz.

Das ganze Gelände wurde durch ihn gesprengt,

und weite Teile des Umlandes durch sein Licht versengt.

Manch einer sprach von einem Angriff aus dem All,

doch, das war diesmal nicht der Fall.

Und die Göttin war zutiefst frustriert:

Was muss ich denn noch machen, damit ihr es kapiert?

Wo Sie auch hinkam, trat Sie in Scheiße.

Es war wirklich keine schöne Reise.

Und so beschloss Sie durch die Wüste zu fahren,

da war die Chance größer, dass sie alleine waren.

Der Sprit ging dann schon nach wenigen Kilometern aus,

nein, so kam sie nie nach Haus.

Ihr Frust, der wurde immer größer

und auch der Hund wurde immer nervöser.

Da kamen sie an eine Palme,

unglücklich schlossen sie sich in die Arme:

Dann schliefen Beide unter ihr ein,

die Palme würde in der Nacht ihr Wächter sein.

*

19. November 2005:

Und auch Satan saß im tiefen Keller,

bei ihm ging es auch nicht gerade sehr viel schneller.

Er saß zwar mitten in seiner Lieblingsstadt,

die Frage war nur, was er draus macht.

In dem Keller war es feucht und kalt,

da schlief er doch viel lieber im Wald.

Doch, andererseits, hier war er sehr gut versteckt,

hier war er sicher, dass man ihn nicht entdeckt.

Und so packte er die Akten aus,

und sagte sich: Ich bleib im Haus.

Und als er alles darin kapiert,

war er doch ziemlich frustriert.

Das Schwarze Schwein war vor Kurzem umgezogen,

und Satan fühlte sich betrogen.

Er hatte geköpft das falsche Schwein,

und so konnte auch er nicht wirklich glücklich sein.

*

Und auch dem Klaus aus Berlin ging es nicht besser,

in seinem Rücken steckte ein Messer.

Jemand hatte sich über ihn beschwert,

er hatte wohl zu laut gekehrt.

*

Die Göttin musste sich entscheiden:

Wollte sie Mensch werden, oder Göttin bleiben?

Beides zugleich macht zu viele Probleme,

sagte ihr die Wüstenpalme.

Die Palme wusste von vielen solcher Geschichten,

denn, sie hatte des öfteren entnervte Götter unter ihr sitzen.

Alle erzählten von den gleichen Sorgen,

die Menschheit war halt schwer verdorben.

Kaum einer nahm die Götter noch ernst,

und das war noch nicht einmal der größte Schmerz.

Auch das fehlende Geld war an sich nur ein Ärgernis,

ein wirkliches Unheil war es nicht.

Denn Geld lies sich jederzeit neu erfinden,

viel schlimmer war, das die Menschen erblinden.

Sie konnten gut und böse nicht mehr unterscheiden,

wahrlich, die Götter waren nicht zu beneiden.

Nur der Hund, er war zufrieden,

Hauptsache war, er konnte fliegen.

Denn im Morgenlicht sah er sie liegen,

unter einer dünnen Sandschicht versteckten sich Mienen.

Und damit war es für die Göttin entschieden.

Sie würde sich ändern, je nach belieben.

Sie konnte durchaus Beides sein,

nur halt eben kein Schwarzes Schwein.

Die Göttin pflückte ein paar Datteln vom Baum,

und dachte an ihren letzten Traum:

Sie ging mal wieder durch Afrika,

ihr Hund war natürlich schon längst ein Star.

Überall fragten die Trommeln im Busch:

Wann kommt endlich der nächste Bus?

Denn alle waren sehr gespannt,

die Göttin war mal wieder im Land.

Sie hatte alle eingeladen,

zu ihr zu kommen, mit ihren Fragen.

Sie saß entspannt auf ihrem Sonnenthron,

um den Rest kümmerte sich ihr gestresster Sohn.

Und der hatte tatsächlich viel zu tun,

so viele Menschen kamen in der Frühe schon.

Sie wollten alle mit ihr sprechen,

mit der Göttin, dieser Superfrechen.

Sie hatte das Schwarze Schein wieder eingefangen,

und so war es ihnen endlich wieder besser ergangen.

Auf den Feldern wuchs das Korn,

und auch in der Technik, ging es nach vorn.

Sie hatte ihre Bombinis mitgebracht,

und ihnen gezeigt, wie man sie selber macht.

Sie schöpften Energie zum Nulltarif,

und das vertrieb den korrupten Chief.

Er konnte keine Geschäfte mehr machen,

und auch sonst hatte er nicht viel zu lachen.

Die Göttin hatte alle Korrupten eingestellt,

sie fegten jetzt die halbe Welt.

Auch die Sahara wurde zum größten Teil hinweg gefegt,

sie war einfach viel zu groß angelegt.

Überall standen Meerwasserentsalzungsanlagen,

sie gaben das Frischwasser in den ersten Tagen.

Doch schon bald kam auch der Regen wieder,

und all die Menschen freuten sich darüber.

Es könnte wirklich so einfach sein,

regierte nicht das Schwarze Schwein.

Der fürchtete Bombinis nämlich mehr als die Pest,

denn diese Dinger warfen ihn schon einmal aus dem Nest.

So lange war das noch gar nicht her,

da erfand so ein Ding, ein an sich sehr netter Herr.

Thomas Taunsend Brown hieß dieser Mann,

er war ein Physiker, mit aufrechtem Gang.

Er präsentierte seine Erfindung dem Millitär,

und danach wurde sein Leben wirklich sehr schwer.

Alles nahmen sie ihm weg,

sich dagegen zu wehren hatte keinen Zweck.

Sie kauften ihm ein Haus auf Hawai,

und mit seiner Forschung war es vorbei.

Mit niemandem durfte er mehr darüber reden,

sonst nähme man ihm auch noch sein bescheidenes Leben.

Die Göttin hatte es in den letzten Jahren mehrfach versucht,

und immer wieder einen mutigen Physiker gesucht.

Doch kaum einer wollte es sich mit dem Schwein verscherzen,

zu groß war die Angst vor den Folterschmerzen.

Denn das Schwein machte diesbezüglich kurzen Prozess,

es war eben zu gemütlich im warmen Nest.

Drum hatte sie sich letztlich dazu entschieden,

die ganze Sache selbst anzuschieben.

Die Bombinis gehörten nun mal auf die Welt,

auch wenn das Schwein nichts davon hält.

Sie musste nur einen einzigen Menschen finden,

dem sie konnte das Bombini an die Beine binden.

Sie fand auch eine solche Person,

es war eine Frau, mit einem Sohn.

Sie lebte in Deutschland, dem Reich der Dichter und Denker,

und sie fuhr Fahrrad, wenn auch mit schlenkerndem Lenker.

Von theoretischer Physik hatte diese Frau zum Glück keine Ahnung,

denn die Erfindung eines Bombinis war nun mal eine Sache der Erfahrung.

Und diese Erfahrung ließ die Göttin die Frau gleich mehrmals machen,

damit sie sich stärkte, für den Kampf mit dem Drachen.

Denn eines wusste die Göttin eben auch sehr genau,

gegen so ein Ungeheuer gewann nur eine Frau.

Die Männer neigten halt zu schnell zur Gewalt,

und meistens verlangten sie auch noch Gehalt.

Und darum wollte Sie auch nach Düsseldorf,

und anschließend in den kleinen Nachbarort.

Dort wohnte die Frau schon seit vielen Jahren,

und sie erwartete Sie, nun schon seit mehreren Tagen.

*

Kleopatra ging es eigentlich ganz gut,

das sie das Kind wieder hatte, machte ihr Mut.

Es war ein Mädchen, an sich ein sehr liebes Kind,

auch wenn ihr Vater bewegt den eisigen Wind.

Er hatte Kleopatra das Kind anvertraut,

und ihr auch das Boot gebaut.

Er wollte das sie das Mädchen rettet,

und in seidene Laken bettet.

Es war sein Liebstes, ein echtes Winterkind,

doch es hatte seine Mutter sehr verstimmt.

Denn, das Mädchen hatte diese nicht mehr lieb,

und zur Mutter gesagt: Du bist ein Dieb!

Du hast einer Frau den Mann gestohlen,

Dir sollte der Wind den Arsch versohlen!

Doch das hörte die Mutter gar nicht gern,

und schoss ihr Kind auf einen anderen Stern.

Dort hatte der Wind Kleopatra hingeblasen,

zusammen mit ein paar Langohrhasen.

Denn, die hatte das Mädchen auch sehr gern,

sie halfen ihr zu überleben, auf dem einsamen Stern.

Sie hoppelten gemeinsam durch den Schnee,

als sie Sie sah, diese gute Fee.

Mein Name ist Kleopatra,

und ich bin in Zukunft für Dich da!

Sie packte das Kind mit den Hasen ins Boot,

und gab ihr erst einmal ein Butterbrot.

Teile es Dir jedoch bitte gut ein,

und friss nicht wie ein altes Schwein.

Aber, ich habe doch so großen Hunger!

Und dennoch, vom Fressen wird man dümmer!

Das sah das Mädchen sofort ein,

denn, ihre Mutter aß auch wie ein Schwein.

Doch die Fahrt, sie sollte dauern,

denn, überall stießen sie auf wogende Mauern.

Der Vater half ihnen wo und wie er konnte,

doch der Wind blieb kalt, auch wenn er sich sonnte.

Kleopatra riet: Kuschel Dich gut in die Hasen ein,

dann wird es Dir gleich wärmer sein.

Warum muss der Vati immer so eisig sein?

Und warum ließ auch er mich ganz allein?

Der Wind, mein Kind, ist ein lebendiges Spiel,

er verfolgt halt ein besonderes Ziel.

Dein Vati hat Dich wirklich ganz doll lieb,

doch im Moment verfolgt er einen Dieb!

Das Mädchen sagte lieber nichts.

Es hatte nicht vergessen wie es ist,

geschossen zu werden auf einen Stern,

und der Mutter zu winken aus der Fern.

*

Und Robinson wurde so langsam klar,

er hatte sich benommen wie ein Narr.

Er war fluchtartig weggerannt,

denn, die Göttin, so schien es ihm, hatte verloren den Verstand.

Sie hatte schlicht auf Sand gebaut,

wie konnte es anders sein, SIE hatte ihm vertraut.

Doch Sand hing ihm zum Halse raus,

zulange hatte er auf ihn geschaut.

Jahrtausende hatte er auf ihm gesessen,

und nicht selten hatte er nur ihn zu Fressen.

Zwischen den Zähnen knirschte er,

während er starrte hinaus aufs Meer.

Jetzt saß er wieder auf seiner Insel,

Mammomann, ich bin ein Esel!

Schön warm und gemütlich könnte ich es jetzt haben,

und mich an ihrer guten Küche laben.

Der kalte Wind strich um seine Füße,

von der Göttin jedoch kamen keine Grüße.

Er wusste, sein Warten hatte keinen Zweck,

sie ließ ihn hier sitzen, im eigenen Dreck.

Nicht das er den Weg nicht fand,

dafür kannte er zu gut das Land.

Auch wusste er, wie er wieder nach Oben kam,

doch, noch hielt ihn zurück die glühende Scham.

Was würde Sie ihm nicht alles vorwerfen können?

Doch es nützte nichts, davor weg zu rennen.

Schließlich nahm er sich selbst überall mit hin,

und die Vorwürfe, die steckten tief in ihm drin.

Das wurmte ihn doch ganz gewaltig,

auch wenn Kleopatra ihn verteidigt.

Diesmal hatte er keine Chance,

er hatte zerstört die eigene Balance.

Er wusste, er konnte nur wieder schweben,

wenn Sie ihm würde voll vergeben.

Ohne Ihre befreiende Entlastung,

saß er in seiner eigenen Festung.

Das Dasein als Wurm war zwar nicht so schlimm,

aber ihm zuckte trotzdem das Kinn.

Er könnte sich die Augen ausheulen,

so sehr begann er seine Flucht zu bereuen.

Was würde Sie wohl mit ihm machen?

Er dachte an Satan und all die anderen Sachen.

Die Göttin hätte den Blödmann fast umgebracht,

damals in der großen, entscheidenden Schlacht.

Allerdings, selbst dem hatte die Göttin ganz offensichtlich verziehen,

denn, er sah die Beiden mal wieder vereint über den Himmel ziehen.

Er wusste, bei ihr gab es kein Lebenslänglich,

es sei denn, jemand vergab sich selber nicht.

So packte er denn seine Sachen,

es war halt nicht anders zu machen.

Er würde einfach zu IHR gehen,

und ihr seine Dummheit eingestehen.

Er klopfte bei der Göttin an,

doch es öffnete ihm ein Mann.

Hallo, ist die Göttin vielleicht da?

Ich bin Robinson, der gefallene Narr.

Tut mir Leid, die Frau ist verreist.

Oh Mann, was für ein Scheiß!

Nun, SIE wird sicher wiederkommen,

dann wird die Audienz bestimmt wieder aufgenommen.

Wer ist denn an der Tür?

Ein gewisser Robinson, antwortete Anton.

Ist das nicht meine Schwester?

Doch da kam sie auch schon angelaufen und rief: Da ist ja mein Bester!

Und Kleopatra nahm ihn in ihre Arme,

Na, mein Lieber, alles Banane?

Ich wollte mich bei Monalisa entschuldigen.

Wenn’s sein muss, werde ich ihr auch huldigen.

Ach, so einen Unsinn lass mal schön sein,

sonst wird SIE nachher doch noch zu einem Schwein.

Wichtig ist, das Du Dir selbst vergibst,

Du weißt doch, gerade Dich hat sie besonders lieb.

Aber gerade ich habe sie total verraten,

ich wollte doch mit ihr die Küche starten.

In der ist für Dich auch noch genug zu tun,

und pass auf, Du hast immer noch Dreck an den Schuhen.

Jetzt komm doch erst einmal herein,

der kalte Wind zieht sonst noch rein.

Willst Du vielleicht einen heißen Tee?

Danke, aber ich hätte lieber einen Kaffee.

Na, wenn Du schon wieder Ansprüche stellst,

dann ist sie ja wieder in Ordnung, Deine Welt.

Und Kleopatra ging zurück in die Küche,

und schon wieder hörte man ihre Flüche:

Wer war schon wieder an dem Kuchen dran?

Das man Dich auch nicht einen Moment alleine lassen kann!

Aber, wenn ich doch so einen Hunger hab!

Oh, Du bringst mich mit der Esserei noch an den Bettelstab!

Wer ist denn dieses schöne Kind?

Das ist die Tochter vom eisigen Wind.

Na, dann ist das doch klar, mit dem ewigen Hunger,

verwandelt gerade dieser Wind ihn doch in Kummer.

Dieser Robinson ist aber wirklich sehr nett,

sagte das Kind, als es später als üblich, ging zu Bett.

Kleopatra deckte die Kleine zu:

Das ist er. So, und jetzt mach bitte beide Augen zu.

Kleopatra?

Ja?

Darf ich Mami zu Dir sagen?

Da musst Du erst den Vati fragen.

Aber, der ist doch nie da!

Habe noch etwas Geduld, spätestens im Winter ist er uns wieder nah.

Und … spielt der Robi morgen wieder mit mir?

Mein Kind, ein Mensch ist kein Kuscheltier.

Und jetzt wird geschlafen,

sonst verdummen Deine Hasen.

Und sie rieben sich die Nasen,

damit er auch gut wuchs, der grüne Rasen.

Robinson war in seine Pension zurückgekehrt,

Anton und Kleopatra hatten ihn nochmals belehrt.

Er sollte in Zukunft vorsichtiger mit seinen Versprechen sein,

sonst würde aus ihm womöglich doch noch mal ein Schwein.

Dann ging jeder in sein eigenes Bett,

und dachte, was ist der andere doch nett.

Und Kleopatra wickelte sich in ihre Decke ein:

Wie schön könnte es zu Zweit hier sein?

Und auch Anton lag noch lange wach,

Mensch, was war das für ein Tag!

Und wie gut, das sie nicht weiß,

das ich eigentlich Mark Antonius heiß.

*

Und die Göttin fasst sich an den Kopf.

Die Göttin flog nach Israel.

Sie suchte eine Frau mit dem Namen Rachel.

Sie fand sie in ihrem kleinen Zimmer,

sie wollte sie mitnehmen, und zwar für immer.

Diese Frau hatte wahrlich genug gelitten,

drum sollte sie nicht länger mehr darum bitten.

Zu viele Söhne hatte sie nun schon verloren,

auch wenn es waren, unglaubliche Toren.

Jeden einzelnen hatte sie groß gezogen,

doch immer wieder verließen sie den Heimatboden.

Es zog sie in die weite Ferne,

sehnsüchtig schauten sie in die Sterne.

Jeder suchte sein eigenes Königreich,

wo es lag, war ihnen gleich.

Weder Bauern noch Knechte wollten sie sein,

zu groß war ihre Angst vor dem eigenen Schwein.

Doch so viele Länder gab es nun mal mitnichten,

und außerdem, auch ein König hatte seine Pflichten.

Ihre Söhne waren harte Arbeit jedoch nicht gewöhnt,

und darum war auch immer noch keiner von ihnen gekrönt.

Doch so viele Möchtegernkönige konnte sich kein Stern leisten,

und so durften sie auch nicht mit Bombinis reisen.

Der ganze Kosmos war sich einig,

sollte es einer wagen, dann wird er gesteinigt.

21. November 2005:

Und weil Bombinifahren ihnen nicht war erlaubt,

haben sie sich eines geklaut.

Und weil sie nicht wussten wie man es fliegt,

haben sie die Wut gekriegt.

Und dieser Ärger machte sie dann krank,

drum griff einer von ihnen in den Schrank.

Dort stand ein kleines Fläschchen:

Ein Tropfen davon lässt jeden wieder lächeln.

Und bald schon waren sie süchtig von dem Zeug,

doch kaum einer von ihnen hat es bereut.

Sie lächelten breit den ganzen Tag,

dann schlossen sie untereinander einen Vertrag:

Wir machen uns alle unsichtbar,

und dann suchen wir uns einen Narr.

Dieser wird für uns dann das Bombini fliegen,

und den ganzen Kosmos bekriegen.

Und wenn dann alle Könige sind besiegt,

und die Welt am Boden liegt,

dann kommen wir wieder zurück ins Licht,

und dann endlich erfüllt es sich.

Dann sind wir die Könige der Welt,

niemand sich dann mehr gegen uns stellt.

Und ihr Lächeln wurde bei diesen Gedanken ganz breit:

Mannomann, was sind wir doch gescheit.

Wir sind nun mal die Auserwählten,

für uns ganz besondere Bedingungen gelten.

Und so machten sie sich unsichtbar,

und suchten sich dann einen Narr.

Den haben sie auch schnell gefunden,

und sich an sein Bein gebunden.

Dieser merkte davon nichts,

denn, Unsichtbare sieht man nicht.

Und Rachel saß allein in ihrem Zimmer,

ihre Einsamkeit, sie wurde immer schlimmer.

Wo nur waren ihre geliebten Söhne?

Doch das Einzige was sie noch hörte war ihr Gestöhne:

Denn der Narr, an den sie sich gebunden,

hatte den Schlüssel zum Bombini nicht gefunden.

Er wusste leider auch nicht, wie man es fliegt,

und dann hat er es an die Nerven gekriegt.

Er begann wie wild um sich zu schlagen,

auch für die Unsichtbaren war es kaum noch zu ertragen.

Er trampelte ständig auf ihnen herum,

und das nahmen sie ihm mächtig krumm.

Bis einer ihm von den Tropfen gab,

da war Ruhe, zumindest für einen Tag.

Der Narr lächelte und war zufrieden,

endlich, endlich konnte er wieder fliegen.

Sein Geist hob ganz begeistert ab,

doch dann stieß er an ein Dach.

Und dort holte er sich eine dicke Beule,

denn dort saß Satan mit der Keule.

Wirst Du wohl von hier verschwinden,

und Dir die Unsichtbaren vom Beine binden!

Ich lass mich doch nicht von Dir verarschen,

und außerdem, was hast Du da in Deinen Taschen?

Der Narr verstand den Ärger nicht,

er tat doch immer nur seine Pflicht.

Und von Unsichtbaren wusste er nichts,

an seinem Bein sah er sie jedenfalls nicht.

Dann griff er in seine Taschen,

und was er fand, das waren Flaschen.

Er probierte von dem Zeug,

doch das hat er schnell bereut.

Denn er wurde davon sofort süchtig,

doch der Inhalt der Flaschen, hatte sich sogleich verflüchtigt.

Drum begann er aufs neue zu toben,

und hat seine Not auf Satan geschoben.

Er hatte ihn auf die Flaschen aufmerksam gemacht,

ihm aber nichts von den schrecklichen Folgen gesagt.

Die Unsichtbaren litten schwer unter seinen Tritten,

selten nur hatten sie so gelitten.

Drum gaben sie ihm was er wollte,

und das machen sie bis heute.

Doch so besoffen wie der Narr jetzt täglich war,

konnte er erst recht nicht fliegen, das war klar.

Und so schloss sich dann der Teufelskreis,

und der verlangte dafür einen Preis.

Er wollte nämlich auch gerne mal ein Bombini fliegen,

und so ist der Narr mit ihm in das Fahrzeug eingestiegen.

Doch selbst der Teufel verstand die Technik nicht,

und so brüllte er dem Narren ins Gesicht:

Dieses Scheißding tut es einfach nicht,

ich will nie wieder etwas hören, von dieser dummen Geschicht.

Die Unsichtbaren waren erschrocken:

Worauf sollten sie denn jetzt noch hoffen?

Ohne Bombinis hingen sie auf der Erde fest,

und bei dieser Aussicht wurde ihnen ganz schlecht.

Denn eines war damit auch ganz klar,

sie würden auf ewig bleiben unsichtbar.

Und Rachel saß verzweifelt in ihrem Zimmer,

denn ihre Einsamkeit würde nun ebenfalls bleiben für immer.

In ihrer Not hatte sie sich an die Göttin gewand:

Große Mutter, ich verliere noch den Verstand!

Bitte hole mich hier raus,

ich halte die Einsamkeit einfach nicht mehr aus.

Und die Göttin hatte erbarmen,

und sie nahm die Frau in ihre Arme.

Liebste Rachel, nun weine nicht mehr,

ich weiß, Du hattest es sehr schwer.

Doch ich denke, ich habe eine Lösung gefunden,

wie wir kriegen Deine Söhne wieder vom Bein gebunden.

Komm, setze Dich erst mal wieder hin,

Du weißt doch, das ich fantasievoll bin.

Und die Göttin sprach zu ihr:

Sicherlich, ich könnte Dich mit mir nehmen,

doch, dann würde es auch keine Söhne mehr geben.

Und, vor allen Dingen, Deine jetzigen Söhne blieben weiter unsichtbar,

und auch gebunden an den Narr.

Ich biete Dir etwas anderes an,

und das wirkt, was ich Dir versprechen kann.

Es hat schon mehrmals sehr gut funktioniert,

und auch die Deutschen haben es erfolgreich ausprobiert.

Um monarchistischen Sehnsüchten zu begegnen,

feiern sie Karneval, statt sich zu bekriegen.

Dann kann jeder einmal im Jahr ein König sein,

oder auch ein Narr mit einer unsichtbaren Last am Bein.

Jeder der will, kann sich mal ordentlich die Kante geben,

und mit den Mächtigen Tacheless reden.

Und auch die Frauen können Königin oder Hexe sein,

auf Wunsch allein, oder auch organisiert im Verein.

Der Karneval selbst dauert nur ein paar Tage,

am Aschermittwoch ist Schluss damit, das ist keine Frage.

Dann wird wieder brav zur Arbeit gegangen,

bis zum 11.11. 11Uhr11, dann wird von vorne angefangen.

Rachel schaute die Göttin zunächst sprachlos an,

doch dann fing sie heftig zu weinen an:

Ich glaube nicht, dass das jetzt noch geht,

für einen solchen Vorschlag ist es zu spät.

Meine Söhne haben sich so viele Waffen gekauft,

und auch schon die großen Bomben getauft.

Sie setzten schon vor Jahren alles auf Krieg,

denn sie sind sauer, weil der Narr sie nicht sieht.

Überhaupt, niemand, so meinen sie, nimmt sie noch ernst,

denn, alle Menschen glauben, sie machten nur Scherz.

Sie drohten sogar schon mit ihrer neuesten Wunderwaffe,

und immer noch denken die Leute, das sei eine witzige Sache.

Und hinzu kommt, dass der Narr überall herum erzählt,

in Wahrheit sei er der mächtigste König der Welt.

Sie haben die Nase gestrichen voll von den seinen ständigen Tritten,

sie haben darunter einfach zu viel gelitten.

Die Göttin hörte sich das Ganze in Ruhe an,

und fragte sich, wie man nur so blöd sein kann.

Dann sagte sie: Tut mir Leid, meine geliebte Rachel,

aber Deine Söhne sind dämliche Engel.

Sie sollten doch langsam wirklich klüger sein.

Warum binden sie sich nicht einfach wieder los von dem Narrenbein?

Da schaute Rachel sie traurig an:

Na, das fragst Du am Besten mal meinem Mann.

Er hatte ihnen einst den genialen Tipp gegeben,

sich mit Sekundenkleber an das Bein zu kleben.

Und die Göttin fasste sich an den Kopf:

Ja sind die Jungen denn total bekloppt?

Die Göttin dachte an das Zaubermittel, welches Gottvater ihr mitgegeben.

Ob die Söhne ihr die Behandlung damit würden vergeben?

Die Schmerzen waren zuerst wohl ziemlich heftig,

anschließend jedoch, fühlte man sich auch schnell wieder prächtig.

Denn die Bewegungsfreiheit ist ein wichtiges Lebenselixier,

das gilt für alle, ob Mensch oder Tier.

Und Schmerzen, nun, die können durchaus heilsam sein,

und das gilt gerade für das eigene Schwein.

Der Schweinebraten auf dem Tisch,

hörte dies, und er beschwerte sich:

Schmerzen sollen heilsam sein?

Das glaubst Du nur ganz allein!

Welches Tier auf dieser Welt,

wird wohl noch wie wir gequält?

Wir ernähren fast die halbe Welt.

Wie viele verdienen mit uns ihr Geld?

Millionen Ferkel sehen nie der Sonne Licht,

sie kennen nur des Schlachters Gesicht.

Von einem Spaziergang träumt die Muttersau,

doch auch sie kommt nie heraus aus ihrem Schlagverhau.

Bewegung ist nicht angesagt,

denn zähes Fleisch ist nicht gefragt.

Auch wenn uns verfault das komplette Bein,

zart und rosa soll es trotzdem sein.

Drum werden wir mit Medikamenten vollgestopft,

und nicht wenige werden davon bekloppt.

Beruhigungsmittel lassen uns verstummen,

und unsere Gehirne, die verdummen.

Und wenn es dann zum Schlachthof geht,

der Wind erst Recht von Vorne weht.

Die Angst fährt uns in alle Knochen,

denn was dann kommt, haben wir gerochen.

Ein Tritt in den Hintern ist noch das geringste Übel,

die Meisten kriegen richtig Prügel.

Wir hören die Schmerzensschreie unserer Freunde,

Leid und Elend erfüllt das Gebäude.

Niemand ist da, der mit uns fühlt,

unser vergossenes Blut wird einfach weggespült.

Und dann ist auch schon der Nächste dran,

der Tod kommt mit dem Menschenmann.

In zwei Hälften werden wir gesägt,

ohne das noch Zeit vergeht.

Und unsere Seelen schreien noch,

da fällt unser Herz schon in den Topf.

Unsere Innereien werden grob herausgerissen,

die Wurst daraus, sie schmeckt beschissen.

Und wenn dem Fleisch fehlt das Gewicht,

dann wird’s mit Wasser aufgespritzt.

Ein guter Braten wird da niemals draus,

es rebelliert der Magen, der das verdaut.

Und soviel Elend auf einem Haufen,

gibt es heute überall zu kaufen.

Göttin, ich halte das im Grunde nur aus,

weil ich weiß, der Mensch isst alles auf.

Wer ist hier das wahre Schwein?

So stellt sich für mich die Frage.

Und, Du bist was Du isst, das ist es, was ich dazu sage.

Und die Göttin sagte dazu nichts,

grün stand es in ihrem Kummergesicht:

Ich will kein Schwein sein in dieser Welt,

doch bin ich erschrocken, das dies selbst für Schweine gilt.

Und Rachel stellte den Braten weg,

ihn noch anzubieten hatte keinen Zweck.

Auch ihr war der Appetit gründlich vergangen,

seine Geschichte reduzierte das Verlangen.

Und säßen ihre Söhne jetzt am Tisch,

sie würde sie erinnern an ihre erste Hirtenpflicht:

Die Schweine müssen schnellstens wieder hinaus ans Licht,

so hat es entschieden das Müttergericht.

Und wenn ihr dazu seid zu faul,

dann stopfe ich Euch das große Maul,

Sekundenkleber habe ich noch,

und wie der wirkt, das wisst ihr doch!

Dann bat Rachel um das Gottvatermittel,

und steckte es in ihren Kittel.

Ich werde sie vom Bein befreien,

und wenn sie noch so schrecklich schreien.

Und ich verspreche:

Sie werden in Zukunft Schuhsohlen kauen,

wenn sie noch einmal ein Schwein verhauen.

Und nächstes Jahr gibt es Karneval,

und dann wird auch wieder getanzt im Stall!

Satan saß in seinem Kellerloch.

Und Satan schaute auf die große Karte.

Weiß SIE denn nicht, das ich hier warte?

Wo nur steckte diese Frau?

Sie sprang doch nach, ich weiß es ganz genau.

Doch nun waren schon so viele Tage vergangen.

Hatte man SIE etwa eingefangen?

Die Ungewissheit machte ihn nervös.

Oder war SIE ihm noch immer bös?

Sicher, er war ohne SIE gesprungen,

und SIE hatte auf gemeinsames Tun gedrungen.

Sicher, er hatte ihre Wünsche nicht beachtet,

und das Schwein ruckzuck geschlachtet.

Sicher, es war das falsche Schwein gewesen,

und er könnte sich dafür auch selber treten.

Aber seit wann kam SIE nicht, um sich darüber zu beschweren?

Und, warum versuchte SIE nicht ihn zu belehren?

Jetzt saß er hier in diesem Kellerloch,

und das er auf SIE wartete, das wusste SIE doch.

Ob er sie etwa suchen sollte?

Wenn er doch nur wüsste, ob SIE ihn noch grollte!

Denn IHR zu begegnen, wenn SIE schmollte,

nun, das war das Letzte, was er wollte.

SIE war selbst ihm dann schlicht und ergreifend zu gefährlich,

er hatte Schiss vor IHR, da war er ganz ehrlich.

Und wieder schaute er auf seine große Karte.

Mein Gott, Du weißt doch, das ich warte!

Vielleicht hatte Sie sich ja verschätzt,

und hatte im falschen Orte aufgesetzt?

*

Der weiße General

Die Göttin ging immer geradeaus,

bis sie kam zu einem kleinen Haus,

Ein alter Bär saß dort auf einer Bank,

und sie spürte es gleich, er war sehr krank.

Guten Abend, alter Bär,

oh je, oh je, Du hustest aber sehr!

Nun ja, ich warte auf den Teufel hier,

er hat versprochen, er bringt mich ans Meer.

Die Seeluft, so sagte er, tut mir gut,

und sie lindert die Schmerzen meiner brennenden Wut.

Worüber ärgerst Du Dich denn so sehr?

Nun ja, ich habe mich wohl duelliert mit einem Bär.

Die Göttin war nun doch ein wenig überrascht:

Ach, ich wusste gar nicht, das ein Bär so etwas macht.

Ich auch nicht, aber es kann nicht anders gewesen sein,

sonst wäre ich jetzt schließlich immer noch ein Schwein.

Das war ja wirklich interessant!

Und die Göttin setzte sich zu ihm auf die kleine Bank.

Magst Du mir die Geschichte nicht genauer erklären?

Ich wusste gar nichts von sich duellierenden Tieren.

Der Bär sah die Göttin von der Seite an:

Und ich dachte immer, der liebe Gott ist ein Mann.

Nun ja, das habe ich auch gedacht,

bis man mich zur Göttin gemacht hat.

Ach, warst Du zuvor etwa auch ein Schwein?

Nein. Ich wollte durchaus alles, nur nicht dieses sein.

Was hast Du an einem Schwein denn auszusetzen?

Ich finde, gerade die Schweine gehören doch zu den Besten.

Und die Göttin sah ihren Hund im Wald verschwinden:

Na, der würde schon wieder zu ihr zurück finden.

Und diese Unterhaltung würde sicher noch etwas länger dauern,

denn, vor ihnen lagen offensichtlich die Urteile sehr alter Mauern.

Nun ja, vielleicht sollten wir jetzt doch lieber ins Haus gehen.

Ich habe noch etwas heißen Tee auf dem Ofen stehen.

Gute Idee, mir ist auch schon ziemlich kalt geworden.

Dann komm herein, dann zeige ich Dir auch meine Orden.

Und die Göttin ging mit dem Bär ins warme Haus.

Oh, das sieht hier ja richtig gemütlich aus!

Nun ja, ich habe das Haus von meinem Vorgänger übernommen,

ich denke, hier ist er auch über den strengsten Winter gekommen.

Der Bär half der Göttin aus ihrem Mantel heraus:

Wenn Du magst, zieh ruhig auch Deine Schuhe aus.

Ich mache uns gleich den Kamin noch an,

ich denke, das man so doch besser miteinander reden kann.

Da hast Du vollkommen Recht,

ja, und ein kleines Feuer, das kommt jetzt wirklich nicht schlecht.

Und der Bär reichte ihr einen Becher mit dampfendem Tee:

Hier, den habe ich von einer guten Fee.

Sie meinte, er vertreibt das Eis aus meinem Herzen,

und es würde lindern meine argen Schmerzen.

Wo tut es Dir denn am stärksten weh?

Überall, vom Kopf bis zum Zeh.

Oh je, das klingt aber gar nicht gut.

Ich sagte es ja schon, es liegt an meiner Wut.

Ich hätte nicht auf ihn schießen dürfen,

dann würde ich jetzt immer noch Champagner schlürfen.

Ich würde tanzen auf den feisten Festen,

ich würde Frauen haben, und zwar nur die Besten.

Ich würde in Kaviar gebettet sein,

ich würde eben Leben wie ein echtes Schwein.

Schau, dies sind meine schönsten Orden,

und den hier, den bekam ich, als ich General geworden.

Ich war wirklich einer der Größten im ganzen Zarenreich,

und wahrlich, ich war unglaublich reich.

Ich war ein Held, ein echter Macher, ich war genial,

ich war unbeugsam, unnachgiebig und brutal.

Ich habe so viele getötet, so viele besiegt,

ich war ein Mann, ich liebte den Krieg.

Doch dann kam dieser eine, dieser Typ,

er zeigte mir einen Revolver und sagte: Üb!

Der Kerl war einfach unverschämt und dreist,

und ich weiß leider immer noch nicht wie er heißt.

Es war ein Gast auf der Geburtstagsfeier meiner Nichte,

und, da fing sie an diese böse Geschichte:

Ich weiß nicht wer ihn eingelassen hatte,

doch ich erkannte es sofort, der Typ war eine Ratte.

Seine Augen blickten verschlagen,

sein Gang alleine schon, er war nicht zu ertragen.

Er war arrogant und provozierend,

doch die Frauen fanden das imponierend.

Sie lagen ihm ohnmächtig zu Füßen,

jede ließ ihn mit rosa Kärtchen grüßen.

Und dann sah ich ihn mit meiner Nichte tanzen,

und ich dachte: Jetzt beißen mich aber gleich die Wanzen.

Und als er dann mit ihr auch noch auf die Terrasse ging,

da fiel nicht nur mir herunter das Kinn.

Ich bin ihnen hinterher gegangen,

doch da hielt er sie auch schon umfangen.

Und da begann mein Schwein zu pfeifen,

ich konnte es einfach nicht begreifen.

Ich habe ihn aus dem Haus gewiesen,

und ein Duell gefordert auf den Wiesen.

Er hatte die Wahl der Waffen,

doch der Typ fing nur an zu lachen.

Er ließ mir seine Revolver bringen.

Damit wollte er mich umbringen.

Und auf seinem Kärtchen stand nur ein einziges Wort:

Üb! Sein Sekundant nannte Zeit und Ort.

Ein Revolver war damals noch sehr unbekannt,

kam er doch aus einem weit entfernten Land.

Ich hatte selbst auch noch nie einen gesehen,

und ich war neugierig, ich muss es gestehen.

Ich ging mit dem Ding in den Garten,

ich konnte es überhaupt nicht erwarten.

Die halbe Nacht habe ich damit herumgeschossen,

ich wollte ihn töten, ich war entschlossen.

Im Morgengrauen war es dann endlich soweit,

ich war zum Töten mehr als bereit.

Ich war eiskalt und innerlich absolut am kochen.

Es schneite heftig, und der Frost kroch in meine Knochen.

Wir trafen uns an der alten Kastanie direkt unten am Fluss,

10 Schritte hatte jeder, dann kam es zum Schuss.

Ich bin sicher, ich habe ihn getroffen,

doch leider, auch mein Herz war offen.

Und als ich wieder zu mir kam,

da sah ich ihn mit meiner Nichte am Arm.

Sie gingen plaudernd im Zoo spazieren,

und ich hockte da, auf allen Vieren.

Es war nicht leicht für mich von dort zu entkommen,

aber irgendwann bin ich hier angekommen.

Und seitdem plagt mich diese brennende Wut.

Diese Ratte zu sehen, mit Spazierstock und Hut.

Und wie kommst Du darauf, der Typ sei ein Bär gewesen?

Nun, eine Ratte hätte ich unter Garantie tödlich getroffen.

Aber ein Bär ist einfach nicht tot zu kriegen,

sonst würde ich schon längst im Grabe liegen.

Ich habe wirklich alles ausprobiert,

und ich weiß sehr wohl, wie man krepiert.

Aber ich lebe leider immer noch,

und das sogar mit einem Herzen mit Loch.

Doch die Göttin schüttelte mit dem Kopf:

Den endgültigen Tod, mein Lieber, den gibt es nicht,

solange ein Wesen trägt in sich das Licht.

Der Tod ist nur ein Übergang,

mit ihm fängt es für jeden immer wieder von Neuem an.

Du wurdest zum Bären, weil Deine Energie diese Form angenommen,

nun, und die Ratte war offensichtlich noch einmal davon gekommen.

Doch wenn auch für sie die letzte Stunde schlägt,

dann wird sich zeigen, wohin ihr Licht sie trägt.

Vielleicht wird sie als Wurm wiedergeboren,

vielleicht auch als Elefant mit großen Ohren.

Es hängt ab von ihrer inneren Energie,

denn sie bestimmt das nächste Ziel.

Der Bär runzelte die breite Stirn,

es arbeitete heftig in seinem Gehirn.

Und wie bist Du zur Göttin geworden?

Ich meine, als was bist Du gestorben?

Nun, wenn man alles durchgemacht,

und man auch die letzte Hürde schafft,

dann kann man wählen was man werden will,

dann ist zu Leben, das einzige Ziel.

Nun, und ich wollte eine kleine Hummel sein,

doch dann kam die Sache mit dem Schwarzen Schwein.

Und als Hummel konnte ich dieses Tier nicht besiegen,

und so entschloss ich mich zu den Göttern zu fliegen.

Doch dort hat man mir erst nicht zugehört,

und deren Gelassenheit hat mich auch gestört.

Sie saßen den ganzen Tag nur faul herum,

und meine Kritik daran nahmen sie mir krumm.

Sie meinten, ich hätte ja gar keine Ahnung,

und außerdem, sie bräuchten keine Warnung.

Alles sei schon so wie es ist in Ordnung,

und außerdem, ich würde stören ihre Tagung.

Tagung! Von wegen! Ein Saufgelage, mehr war das nicht!

In meinen Augen vergaßen die Götter schlicht ihre Pflicht!

Sie waren nur mit sich selbst beschäftigt,

und ich rastete aus, und zwar ziemlich heftig.

Ich habe ihnen alles mögliche vorgehalten,

und ganz besonders dem dicken Alten.

Und als ich mit meiner Anklage zum Ende kam,

da packte er mich fest an meinem Arm.

Gut, meinte er, dann mach es besser,

hier, ich gebe Dir mein magisches Messer.

Und dann warfen sie mich aus dem Haus,

und riefen noch: Mach das Beste daraus!

Du hast Dich mit den Göttern angelegt?

Ich wusste gar nicht, dass das geht.

Und Du hast sie offensichtlich schwer provoziert,

ich muss schon sagen, das mir das imponiert.

Der Bär goss noch etwas Tee in ihre Tasse:

Also, das finde ich so richtig Klasse!

Ich würde den Göttern auch gerne mal die Leviten lesen,

ja ich finde, es ist wirklich an der Zeit gewesen.

Der Bär schaute die Göttin mit feuchten Augen an.

Gut, der liebe Gott ist also eine Frau und kein Mann.

Nun ja, damit kann ich durchaus leben.

Und Du bist auf die Erde gekommen,

um ein mieses Schwein zu töten?

Ich sagte ja bereits, es gibt keinen Tod.

Und ein Mord, nun ja, ich denke,

der würde die Not nur vergrößern.

28. November 2005:

Der Bär legte auf das Feuer weitere Scheite,

und die Göttin schaute aus dem Fenster. Es schneite.

Hell leuchtete auf eine stürmische Nacht.

Blitze entluden ihre Kraft.

Ja, das Häuschen war tatsächlich sehr stabil gebaut.

Da hörte die Göttin plötzlich einen ihr bekannten Laut.

Mirage! Die Göttin öffnete die schwere Tür,

und ließ herein das weiß verschneite Tier.

Doch da drängte sich noch eine weitere, verschneite Gestalt herein:

Guten Abend die Herrschaften! Ich bin’s das miese Schwein.

Der Bär wandte sich langsam um:

Mannomann, Du hast aber Mumm!

Wollten wir nicht zum Meer?

Sag, Du Schwein, wie lang ist Dein Versprechen her?

Ich bitte vielmals um Verzeihung alter Bär,

doch der Weg hier ihn war schwer.

Draußen ist der wilde Teufel los,

und ein Ferkel tanzt auf seinem Schoß.

Mit Sekundenkleber festgebacken,

ich sage Dir, der Teufel wird noch zum Drachen.

Mirage schüttelte sich den Schnee vom Fell:

Ich brauche etwas zu trinken, und zwar schnell!

Mann, was bin ich weit gelaufen,

Mensch, ich muss erst mal verschnaufen!

Aber diesmal habe ich es geschafft!

Ich habe gefangen, ein Schwein in der Nacht!

Und auch das Schwein befreite sich von dem Schnee:

Ach ja, und ich hätte auch gerne eine Tasse Tee.

Einen Satz bunte Ohren kannst Du bekommen!

Was!? Heißt man etwa so einen Freund willkommen!

Ach Du! Mach erst mal vor der Dame einen Knicks,

wahrlich, solche Freunde wie Dich, die brauche ich nicht!

Die Göttin streichelte ihren Hund,

und steckte ihm einen Keks in den Mund.

Schön, das Du wieder hier hin gefunden,

denn, auch ich habe gewartet auf Dich, viele Stunden.

Dann kam das Schwein und setzte sich auf den anderes Sessel:

Ach ja, genau, und ehe ich es vergesse,

in Deutschland regiert jetzt eine Frau,

und die kennt die Spielregeln ganz genau.

Sie hat es sich gleich erst mal mit allen verscherzt,

ich sage Dir, sie ist ein Schwein mit Herz.

Die hat es faustdick hinter den Ohren,

die gibt dem Esel jetzt erst mal kräftig die Sporen.

Dann schaute das Schwein die Göttin aufmerksam an:

Und ich dachte immer Gott sei ein Mann.

Hallo Göttin, wenn ich es so sagen darf,

doch in solchen Dingen bin ich wohl ein Schaf.

Der Bär kam mit einer Kanne Tee in der Hand:

Also, das bringt mich doch um den Verstand!

Wirst Du wohl von meinem Sessel aufstehen!

Du kannst ruhig wieder nach Hause gehen!

Was bist Du denn nur so sauer auf mich?

Das es jetzt schneit, dafür kann ich doch nichts.

Ich glaube Du hast wirklich eine Schraube locker!

Los, steh jetzt auf, hol Dir den Hocker.

Und der Bär drohte ihm mit der Macht des Gewichts,

und das Schwein verzog das Gesicht:

Mann, Du bist doch sonst nicht so kleinlich,

dieses eine mal, das ist doch verzeihlich.

Du hast mich nicht nur einmal belogen,

Du hast mich sogar um den Himmel betrogen!

Ich verstehe wirklich nicht, was in Dich gefahren,

gestern warst Du noch bereit gewesen mich zu bezahlen!

Das Schwein trollte sich und nahm sich den Hocker:

An dem ist aber eines der Beine locker.

Dann setz Dich eben auf den Boden,

die anderen Stühle habe ich oben.

Ich habe sie auf den Speicher getragen,

ich konnte ihre Leere einfach nicht mehr ertragen.

Ständig habe ich mich an ihnen gestoßen,

oder ich zerriss mir die Hosen.

Das Schwein hockte sich zwischen den Bär und die Göttin,

dann schaute es von einem zum anderen hin:

Habt ihr Euch etwa ineinander verliebt?

Oh je, wenn das mal nicht die Weltlage verschiebt.

Der Bär sah auf das Schwein herunter:

Also, Du bist mir einfach immer noch viel zu munter!

Und seine Riesenpranke landete auf der Schulter des Schweins:

Ich würde sagen, Du bist jetzt meins.

Dann packte er das Schwein im Nacken:

Aus Dir werde ich noch mal Hackfleisch machen!

Er trug das quiekende Bündel aus dem Haus,

und im Stall wartete auch schon die Maus:

Kannst Du mir vielleicht mal sagen, wo Du so lang gewesen bist?

Und komme mir nicht schon wieder mit einer Lügengeschicht!

Der Bär gab dem Schwein noch einen Tritt:

Auf so miese Typen steh ich wirklich nicht!

Und die Göttin hörte das Schwein kläglich jammern:

Ich war doch nur mal eben etwas wandern!

Doch die Maus hatte dafür offenbar nur sehr wenig Verständnis,

und auf das Schwein brach herein sein wahres Verhängnis.

Die Göttin zog sich ihren Mantel an.

Guter Bär, ich muss noch zu einem anderen Mann.

Wie? Du willst wirklich schon gehen?

Aber was wird nun mit mir geschehen?

Ich werde Dich rufen zur rechten Zeit,

und dann werden auch wieder Champagnerkorken geknallt.

Bis dahin sammle die nötige Energie,

dann bringt Dich der Tod auch an das richtige Ziel.

Ach ja, und das Schwein, das setze am Besten auf Stroh,

und wenn’s nicht spurt, ein Klaps auf den Po.

Und lass Dir von ihm nichts mehr von einem Meer erzählen,

im Grunde musst Du nur den richtigen Fluss erwählen.

Und die Göttin ging mit dem Hund hinaus,

ja, der Sturm würde sie bringen schnell nach Haus.

Der Bär gab ihr zum Abschied noch einen Kuss:

Wirklich schade, dass Du schon gehen musst.

Und die Göttin legte ihre Hand auf seine Brust,

ich denke, auch das kommt wieder richtig in Schuss.

Trinke ruhig täglich von dem Tee,

ach ja, und liebe Grüße an die kleine Fee.

Dann drehte die Göttin sich auf einer Stelle,

um sie herum wurde die Dunkelheit helle.

Den Hund hielt sie dabei fest im Arm,

und beide lösten sich auf in einem Schneeflockenschwarm.

Und der weiße General ging zurück in seinen Bau,

da fiel sein Blick auf eine kleine, weiße Sau.

Ein rosa Zettel schaute aus ihrem Maul heraus:

Darauf stand: Alles Liebe! Und, mach was draus!

*

Die weißen Schwestern

Und die Göttin tanzte mit dem eisigen Wind:

Wie schön, das auch wir mal wieder zusammen sind!

Ich hörte, Du hast aufgenommen mein kleines Kind?

Mein Guter, ich heiße nicht umsonst Prinzessin Silberwind.

Sie zogen gemeinsam eine große Schleife,

und schon wurden sie zu Wasser und Seife.

Millionen Schneeflocken fielen dabei aus ihren Taschen,

mit Schnee ließ sich einfach wunderbar waschen.

Aller Staub und aller Dreck,

mit einem Wisch war alles weg.

Nicht ein Fitzelchen sollte jetzt noch ihre Aussicht trüben,

denn sie wollte die Wahrheit und keine Lügen.

Sie setzte in einem Städtchen, das hieß Velbert, auf.

Sie stand auf einem Parkplatz, direkt vor einem Haus.

Sie schellte an der einzigen Klingel,

sie hörte Schritte, und dann eine Stimme.

Ja, bitte, wer ist da? Wer sind Sie?

Ich brauche Hilfe, ich habe mir wohl verletzt mein Knie.

Sie hörte Flüstern und das klappern einer Kette.

Das ist ein Trick, da mache ich jede Wette!

Dann rief eine andere Stimme durch die geschlossene Tür:

Tut uns Leid, aber wir haben Angst vor Dir!

Mit Gastfreundschaft hat Euer Verhalten aber wenig gemein.

Tut uns Leid, doch Du könntest der Teufel sein.

Die Göttin schaute durch die Wand,

dahinter sie drei verängstigte Frauen fand.

Sie hatten weiße Nachthemden an,

und hinter ihnen stand ein Mann.

Der Mann trug einen schwarzen Mantel,

in jeder Hand hielt er eine Hantel.

Haltet die Tür nur gut verschlossen,

nicht wenige Frauen wurden so schon erschossen!

Ein Zittern durchzog die Frauen,

und dennoch, sie wollten die Göttin gern schauen.

Drum drängten sie sich um das Schlüsselloch.

Was soll das nur? Ich sehe Euch doch!

Ohhhh … die Frauen sprangen zurück!

Aua, ja seid ihr denn verrückt!?

Sie hätten den Mann beinahe umgerannt,

so sehr war ihre Furcht entbrannt.

Der Mann schüttelte verständnislos den Kopf.

Solch dumme Hühner gehörten schon längst in den Topf!

Das hätte er jedoch besser nicht so laut gedacht,

denn nun keimte in den Frauen auf der Verdacht.

Welchen faulen Zauber beherrschte er denn schon?

Und außerdem, wie unverschämt hoch war sein Lohn?

Die Göttin jedoch, die war umsonst,

und hoch gelobt für ihre Zauberkunst.

Die Frauen schauten sich kurz an,

und warfen hinaus den Schwarzen Mann.

Dann luden sie die Göttin ein:

Sei herzlich willkommen in unserem Verein!

Der Hund blieb lieber draußen vor der Tür,

für Diskretion hatte er ein Gespür.

Er ging lieber Hundezeitung lesen,

da erfuhr er garantiert, was wirklich gewesen.

Die Frauen führten die Göttin in eines der vielen Zimmer:

Hier versammeln wir uns, hier meditieren wir immer.

Und hier in der Ecke haben wir unseren Altar,

wir wechseln die Kerze einmal im Jahr.

29. November 2005:

Blumen und ein paar grausame Bilder,

zum Beispiel: Eine Mutter mit einem ihrer Kinder.

Sie hatte seinen Leichnam auf ihren Knien,

und schien ihm gerade etwas überzuziehen.

Oder auch ein blutender Mann,

an einem Kreuz mit einem Schilde dran.

Darunter weinte seine Mutter und seine Frau,

und im Hintergrund rannte fort die feige Sau.

Eine der Frauen trat auf sie zu:

Sollen wir Siezen, oder sagen wir Du?

Ich heiße Monalisa, und ich wähle meistens das Du.

Es sei denn, mein Gegenüber trägt die falschen Schuh.

Der Blick der Dreien ging zu Boden.

Sie trugen Sandalen, und das war durchaus zu loben.

Allerdings hatten sie sich schwarze Mäntel übergezogen,

und ihre Haare unter einen Schleier verborgen.

Sie hielten allen lebendigen Schmuck verborgen,

und das war so gut, wie sich selbst zu ermorden.

Weisheit, Fruchtbarkeit und Schönheit sahen wahrlich anders aus,

ihr Anblick trieb die Göttin fast aus dem Haus.

Warum verunstaltet ihr Euch so?

Unser Heiland will das so.

Meint ihr denn, er findet Euch schön?

Er will nur in unsere Herzen sehen.

Was ist das denn für ein Mann?

Schönheit doch innen und außen sein kann.

Wir zeigen uns ihm nur allein,

zu groß ist unsere Angst vor dem Schwein.

Das Schwein läuft draußen frei herum.

Glaubt ihr denn, es kehrt von selber um?

Zieht Euch besser ein paar Hosen an,

und dann macht ihr Jagd auf den feigen Mann.

Holt ihn aus den Kneipen heraus,

zieht ihm wenn nötig die Schuhe aus.

Und dann schickt ihn in den Stall,

ausmisten kann er auf jeden Fall.

Bereitet einem Schwein ein sauberes Heim,

dann werden es bald schon viele sein.

Aber wir wollen doch keine Schweinezucht betreiben!

Nun, dann werdet ihr wohl Vogelscheuchen bleiben.

Die Göttin riss sich wirklich zusammen,

sie wollte die Scheuchen auch nicht gleich verdammen.

Sie dachte vielmehr an einen Wettbewerb:

Slogan: Eine gute Scheuche ist nie verkehrt!

Wer hat die schönste Vogelscheuche auf seinem Feld?

Teilnehmer sind erwünscht aus der ganzen Welt.

Jeder, der mag, schicke ein Foto ein,

gefeiert soll dann das Schönste sein.

Die Frauen schauten ziemlich entsetzt.

Sie fühlten sich doch arg verletzt.

Die Göttin jedoch schaute auf die schrecklichen Bilder,

und dann dachte sie an die vielen ermordeten Kinder.

Hier musste einfach wieder mehr Leben hinein,

und sollte es auch durch eine Scheuche sein.

Außerdem mussten die Frauen zurück in die Hosen,

sonst gab es bald wirklich nur noch Essen in Dosen.

Der Gebete waren jetzt wirklich genug gesprochen,

denn schließlich, die Göttin hatte längst zu Helfen versprochen.

Die Jüngste der drei Frauen fiel auf die Knie und begann zu weinen:

Das will mir alles so ungerecht erscheinen!

Da nahm die Göttin ihre Hand und zog die Frau zu sich heran:

Warum hast Du Angst vor dem feigen Mann?

Die Frau senkte beschämt ihr Haupt:

Nun ja, er schlägt zu, wenn man nicht an ihn glaubt.

Was ist das denn nur für ein Mann,

der nur mit Gewalt die Menschen führen kann?

Die Göttin setzte sich auf eine Bank,

da fiel ihr Blick auf einen Schrank.

Und die Göttin fühlte einen Schmerz.

Hier irgendwo schlug doch ein Herz.

Sie stand auf und öffnete den Schrank:

Nein, das war doch wirklich krank!

Die Göttin war nun doch geschockt:

Da saß er wieder, der schöne Mann im Rock!

Hinter Gittern war er eingesperrt,

Und das war der Mann, den man hier verehrt?

Ist das etwa Euer Heiland hier?

Warum haltet ihr ihn wie ein Tier?

Eine Schweinezucht, die wollt ihr nicht betreiben,

aber diesen Mann hier, den wollt ihr verspeisen?

Er hat seinen Leib für uns hingegeben,

er sagte, durch ihn könnten auch wir ewig leben.

Sein Blut ist unser aller Lebenselixier,

aber wir sehen in ihm kein Schweinetier.

Aber, ihr behandelt ihn so.

Und ihr glaubt tatsächlich, dieses Dasein macht ihn froh?

Er hat die Schmerzen gerne auf sich genommen,

damit wir in den Himmel kommen.

Die Göttin fand das alles ziemlich pervers.

Seit wann Liebte man durch Schmerz?

Ich denke, ihr habt da etwas missverstanden,

dieser Mann hier wird sich für diese Haltung niemals bedanken.

Ihr betreibt hier im Grunde ein ziemlich grausames Ritual.

Glaubt ihr denn wirklich, das sei egal?

Einen Gott auf diese Weise zu verehren,

also, ich würde mich darüber zutiefst beschweren!

Und Liebe, Licht und Leben,

würde ich dafür bestimmt nicht geben.

Der Anblick schwarzer Mäntel täte mir zudem ziemlich weh,

erinnert er mich doch an ein schwarzes Schwein im Schnee.

Die Frauen begannen laut zu weinen:

Aber wir haben doch nur diesen Einen!

Wenn wir ihn nicht mehr verehren sollen,

dann wird uns die große Gottlosigkeit überkommen.

Ihr dürft von mir aus sehr wohl weiter um ihn trauern,

aber besser wäre es, ihr würdet ihn befreien aus diesen Mauern.

Bringt ihn wenigstens mal hinaus in Euren schönen Garten,

das wirkt wahre Wunder, soviel kann ich verraten.

Der Mann hier ist jedenfalls ziemlich krank,

und das ist kein Wunder, wenn man so lang sitzt im Schrank.

Er hat doch seit Jahren keine Sonne mehr gesehen,

also, ich kann seine Kraftlosigkeit sehr gut verstehen.

Ich würde sagen: Pflegt den Mann erst mal gesund,

und steckt ihm vielleicht auch mal was in den Mund.

Ein Gott kann zwar durchaus nur von Licht und Liebe leben,

aber im Dunkeln allein gelassen, da hilft selbst ihm kein beten.

Ein Mord wird nun mal nicht dadurch gut,

weil man trinkt des Opfers Blut.

Gebt dem guten Mann Wasser zu trinken,

statt selbst durstig vor ihm nieder zu sinken.

Und zieht vor allen Dingen diese Mäntel aus,

es sieht einfach zu schrecklich aus.

Und dann zeigt dem Mann wie schön das Leben ist,

und das Schmerz zum Glück nicht Liebe ist.

Und die Göttin ging zur Tür hinaus.

Wie? Verlässt Du jetzt schon unser Haus?

Die jüngste der Frauen eilte hinter ihr her:

Sag, liebst Du uns jetzt nicht mehr?

Ich liebe Euch wie eine Schwester,

aber frische Luft, finde ich jetzt einfach besser.

Und bringt den Mann zurück ans Licht,

eine bessere Lösung weiß ich nicht.

Ihr habt um meinen Rat gebeten,

nun, und ich bin da gewesen.

Die junge Frau verfiel ins Sie:

Und was ist mit Ihrem verletzten Knie?

Bitte, hier, ich möchte gerne helfen,

ich habe eine Salbe, ein Geschenk meiner Elfen.

Sie heilte bisher alle Wunden,

und das meist schon in wenigen Sekunden.

Die Göttin sah der Frau ins offene Gesicht,

auch einen Mantel trug sie nicht.

Blonde Locken schimmerten im Kerzenlicht:

Du bist eine Schönheit, vergiss das nicht.

Die Frau gab der Göttin eine kleine Dose,

und diese steckte sie sich dann in die Hose:

Liebe Schwester, ich danke Dir,

und wenn Du mich brauchst, dann ruf ruhig wieder nach mir.

Und als sie vor die Türe trat,

war es schon wieder heller Tag.

Der Hund kam freudig angelaufen:

Nein, nein, diesmal brauche ich nichts zu saufen!

Diesmal habe ich die Schweine mehrfach eingekreist,

ich sage Dir, das hält so gut wie fest verschweißt.

Sie halten sich zwar noch hinter ihren Schilden versteckt,

aber ich habe sie trotzdem entdeckt!

Die Göttin klopfte dem Hund auf die Schulter:

Ja, ja, ich weiß, Du bist ein Guter!

Aber wir müssen jetzt wirklich weiter gehen,

nach Deinen Schweinen kannst Du später noch mal sehen.

Der Sandkasten

Und die Göttin kam nach Ratingen.

Hinter einem großen Fenster sah sie Kinder singen.

Es war ein riesiges, ja, fast herrschaftliches Haus,

und viele Kinder gingen dort offensichtlich täglich ein und aus.

Sie klingelte an einer großen, gläsernen Pforte:

Hoffentlich fand sie diesmal die richtigen Worte.

Guten Tag, ich bräuchte Hilfe, ich habe mir mein Knie verletzt.

Doch auch diesmal hatte sie sich wohl verschätzt.

Tut mir Leid, wir sind kein Krankenhaus,

was Sie suchen, finden sie dort hinten, immer geradeaus.

Ich würde mich dennoch gerne etwas setzen,

und mir meinen Zopf neu flechten.

Bitte, bitte, aber ich hoffe auch, Sie bluten nicht,

denn, solche Flecken, die schätzen wir hier nicht.

Jetzt war die Göttin doch überrascht,

was wurde denn hier bei Verletzungen gemacht?

Kinder bluteten doch immer mal wieder,

gerade, wenn sie werden wollten richtige Sieger.

Und die Göttin setzte sich auf eine Bank,

sie stand im Foyer, gleich rechts an der Wand.

Dann sah sie eine Gruppe kleiner Mädchen kommen,

jeweils zu Zweit und einander an die Hand genommen.

Die Kinder wurden auf sie aufmerksam,

und kamen vorsichtig zu ihr heran.

Bist Du unsere neue Lehrerin?

Kann schon sein, das ich das bin.

Die Göttin sah die Mädchen an:

Wie man nur so hübsch sein kann.

Was wollt ihr denn gerne lernen?

Oh, bitte, erzähle uns etwas von den Sternen!

Wir wollen alle Astronauten werden,

dann brauchen wir vielleicht nicht zu sterben.

Die Göttin war nun doch etwas überrascht:

Was hatte den Kindern denn nur solche Angst gemacht?

Wir haben gehört, es gibt bald Krieg.

Und, nun ja, Kinder erleben selten den Sieg.

Die Göttin sah die Kinder an:

Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?

Niemand!

Und wenn er kommt?

Dann laufen wir!

Und wohin?

Ja, das ist es ja gerade!

Wir wissen es nicht!

Habt ihr vielleicht einen Sandkasten hier?

Einen Sandkasten? Ja, gleich hinter der Tür.

Und die Kinder führten die Göttin auf einen großen Hof.

Unterricht in Räumen fanden alle doof.

Der Hund schnüffelte schon wieder überall herum,

doch als er die Göttin sah, drehte er sich nach ihr um.

Und als er die vielen Kinder sah,

da wusste er: Jetzt bin ich der Star!

Und er kam mit wehenden Ohren angerannt:

Jetzt werde ich stadtbekannt!

Die meisten Kinder schauten ihm gespannt entgegen,

doch einige wagten sich nicht mehr zu bewegen.

Habt ihr etwa Angst vor mir?

Sprachen die Augen in dem Hundetier.

Und er zog vorsichtshalber einen eleganten Bogen:

Ich komme in Frieden, ungelogen!

Das ist Mirage, mein treuer Zauberhund,

er tut Euch nichts, ist er doch selbst noch wie ein Kind.

Ein, zwei Mädchen gingen mutig auf den Hund zu,

und die andern folgten nach im Nu.

Und bald schon konnte der Hund sich kaum noch retten,

die Kinder hatten schnell erkannt: Der gehört zu den Netten!

Jede wollte ihn mal streicheln,

und besonders eine, sie schien nicht mehr von ihm zu weichen.

Und als sie zu dem Sandkasten kamen,

lagen das Mädchen und der Hund sich auch schon in den Armen.

Und die Göttin hockte sich in den Sand,

sie begann ihn zu formen mit der Hand.

Einige Kinder taten es ihr gleich,

der feuchte Sand, er war ganz weich.

Auch der Hund kam freudig angelaufen,

und das Mädchen begann mit ihm zu raufen.

Dann begann die Göttin mit ihrer Unterrichtung:

Unser Thema: Die Sterne. Was sind Sterne?

Und warum hat man sie so gerne?

Der ganze Himmel glitzert und funkelt,

denn sie leuchten auf, sobald es dunkelt.

Millionen Sonnen verteilt im All.

Sie sind Gottes Widerhall.

Sie verschenken ihr Licht und ihre Wärme,

die Energie des Himmels, ja, das sind die Sterne.

Und um sie herum kreisen viele Planeten,

auf ihnen leben Menschen, wie hier, in großen Städten.

Und überall gibt es Kinder wie ihr,

auch Hunde, und vieles andere Getier.

Und die meisten Menschen verstehen sich untereinander auch ganz gut,

und deshalb sage ich Euch: Habt Mut!

Denn, diese Erde hat im Grunde nur ein kleines Problem,

ja, es ist wirklich winzig, für Viele ist es kaum zu sehen.

Und wenn dieses eine, kleine Problem beseitigt ist,

dann auf der Erde auch wieder Frieden ist.

Eines der Mädchen kratzte sich am Kopf:

Aber noch besteht das Problem doch, oder?

Und ein anderes Kind warf ein:

Müssen wir denn dann alle Engel sein?

Der Hund kam mit einem Stock herbei,

er knackte darauf und brach ihn entzwei.

Die Göttin nahm einen der Teile:

Leih mir den mal für eine Weile.

Dann nahm sie etwas trockenen Sand,

und lies ihn fließen von Hand zu Hand.

30. November 2005:

Dann ging sie damit zu einem flachen Stein:

Schaut, dies hier soll jetzt mal die Erde sein.

So, und ich bin der liebe Gott, ich lasse jetzt Menschen regnen,

und jetzt sagt mir, wie kann ich die Menschen dazu bringen zu leben,

das heißt sich auf der Erde umherzubewegen?

Die Kinder schauten die Göttin fragend an:

Ach! sagte eine, das ist doch etwas, das jeder kann!

Und sie nahm ihre kleine Hand,

und bewegte damit hin und her den trockenen Sand.

Gut, sagte die Göttin, das ist natürlich eine Möglichkeit.

Aber Du musst die Bewegung machen, die ganze Zeit.

Besser wäre es doch, die Körner würden sich von selbst bewegen,

denn, dann könnte der liebe Gott sich auch mal schlafen legen.

Das könnte der Wind doch für ihn machen!

sagte eines der Mädchen und begann zu lachen.

Dann blies es sich die Wangen auf,

und pustete die Körnchen zu einem Häufchen auf.

Auch das ist sicher keine schlechte Idee,

nur tut dies den Menschen ganz unten bestimmt ziemlich weh.

Da zog ein anderes an dem Ärmel der Göttin:

Vielleicht muss man den Sand einfach nur ganz lieb bitten.

Die Göttin schaute das Mädchen an:

Wie man nur so klug sein kann!

Doch ein anderes warf grob dazu ein:

Das funktioniert nicht, und da kannst Du noch so sehr schreien.

Sand hat nun mal keine Ohren,

darum kann er auch nicht auf Dich hören.

Da drehte sich die Göttin um:

Wer hat denn hier gesprochen so dumm?

Dann nahm sie den flachen Stein mit dem Sand,

und hielt das Ganze in ihrer Hand.

Mit der anderen Hand nahm sie den Stock:

Und ich sage, der Sand hört doch!

Die Kinder versammelten sich neugierig um sie:

Jetzt seid bitte so ruhig wie noch nie.

Alle Augen schauten gespannt,

und die Göttin führte den Stock mit der Hand.

Sie streichelte den Stein damit an seiner Seite,

und die Körnchen hüpften zur anderen Seite.

Diese Bewegung wiederholte sie mehrmals hintereinander,

die Kinder sahen die Körnchen wandern.

Und plötzlich wurde ein Muster sichtbar,

es bestand aus vielen Lienen, fein und klar.

Die Göttin veränderte nun die Bewegung,

und die Steinchen suchten daraufhin eine neue Ordnung.

Die Körnchen tanzten im Takt hin und her,

und aus ihnen Bilder zu machen war plötzlich gar nicht mehr schwer.

Und die Kinder klatschten in die Hände:

Wenn das doch nie ein Ende fände!

Und? Wer möchte es als Erster versuchen?

Und sofort machten die Kinder sich auf die Suche.

Jedes holte sich einen Stock und einen Stein,

und jeder wollte der Erste sein.

Und die Göttin ging von einem zum anderen,

und zeigte ihnen, wie die Steinchen wandern.

Dann riss sie sich ein paar Haare aus,

und machte kleine Bogen daraus.

Jedem gab sie solch einen Stab:

Damit solltet ihr üben, Tag für Tag.

Der Hund war nun doch ein wenig enttäuscht,

er hatte sich doch so auf Rummel gefreut.

Doch die Kinder waren auf einmal viel zu beschäftigt,

und der Hund wurde ihnen auf einmal lästig.

Irgendwann nahm er sich darum auch einen Stock!

Ich denke mir einfach, dies sei der Mann mit dem Rock.

Nicht jedes Kind zeigte die gleichen Erfolge,

und in einer Ecke gab es sogar Geheule.

Denn um den Bogen in der rechten Weise zu führen,

musste man in sich auch den Ehrgeiz verspüren.

Die Göttin ging daher zu dem weinenden Kind:

Sag mir, was Dich traurig stimmt.

Ach, immer können alle alles besser,

und außerdem, mich stört das Wetter.

Ich habe auf all das keine Lust!

Und überhaupt: Ich finde es doof, das ich in die Schule muss!

Und der Göttin fiel die Frage ein:

Müssen wir dann auch alle Engel sein?

Nun, Du kannst gerne hinein gehen zum Alternativunterricht,

doch, da ist mitmachen allerdings Pflicht.

Das Mädchen schaute ziemlich verwundert drein:

Nein, da wollte sie dann doch lieber ein Engel sein.

Und als es dann ganz plötzlich schellte,

klagte keines der Kinder mehr über die Kälte.

Und so entließ sie die Göttin mit den Worten nach Hause:

Gut gemacht! Und ab morgen trefft ihr Euch zum üben in der Pause.

*

Und die Zeitungen meldeten:

Eltern besorgt: Lehrerin unterrichtet Grundschüler im Freien,

Wollen die Behörden etwa Energie sparen?

Götter in Weiß

Und die Göttin ging zum Krankenhaus,

ihr Knie sah tatsächlich nicht gut aus.

Sie hatte sich mal wieder bei der Landung verschätzt,

und sich dabei das Knie verletzt.

Außerdem bekam sie Schnupfen,

und schon ein paar mal musste sie husten.

Die Füße waren ihr wohl doch etwas zu kalt geworden,

na ja, dachte sie, davon ist, zum Glück, noch niemand gestorben.

Vor dem Krankenhaus sah sie einen Bettler sitzen,

er schien zu frieren und zu schwitzen.

Er hatte seine Mütze auf dem Boden abgesetzt,

ein Zettel lag darin und 2-3 Euro, grob geschätzt.

Die Göttin betrachtete eine Weile diesen Mann,

und sprach ihn dann ganz offen an:

Warum gehst Du nicht in das warme Haus?

Und vor allen Dingen, setzte Deine Mütze auf.

Du holst Dir hier ja noch den Tod.

Bettruhe ist’s, die tut jetzt Not.

Sag mal, willst Du mich verarschen?

Ich habe nicht mal einen Cent in den Taschen.

Die Götter in Weiß haben mich doch längst um Hab und Gut bestohlen,

von mir aus kann mich auch der Teufel holen!

Und der Mann krümmte sich, er musste heftig husten.

dann begann er in seine Hände zu pusten.

Die Göttin schaute sich nach Hilfe um,

doch die wenigen Passanten blickten stumm.

Was für eine Sauerei!

Die Leute gingen tatsächlich an ihm vorbei.

Entschuldigen Sie bitte, aber dem Mann hier geht es nicht gut.

Sagte die Göttin zu einem Herrn mit Hut.

Und, was geht mich das an?

Sollen andere sich drum kümmern, ich bin da der falsche Mann.

Dann beschleunigte er seine Schritte.

Peinlich berührt durch ihre einfache Bitte.

Er zog seinen Hut tief in die Stirn,

und ein unangenehmes Klopfen durchzuckte sein Gehirn.

Das schlechte Gewissen bekam ihm schlecht,

er wusste es auch: Die Welt war nicht gerecht.

Er hatte zwar etwas Geld auf der Bank,

aber seine Frau, die war sehr krank.

Doch was nützte ihm sein schönes Haus,

wenn er verlor seine süße Maus?

Seit Tagen schon wartete er auf den Arzt,

und das er ihm die Wahrheit sagt.

Alle Haare waren ihr schon ausgefallen,

und faustgroß gewachsen der linke Tumorballen.

Der Arzt, er wollte schnellstmöglich operieren,

doch dann müsste er weit mehr riskieren.

20 000 war Minimum.

Doch, wofür leg ich mich krumm?

Was ist, wenn sie trotzdem stirbt?

Oder ihre Brust verliert?

Kann ich sie dann trotzdem lieben,

wenn wir zu Zweit im Bette liegen?

Und wie sieht sie dann wohl aus?

Ist sie dann noch meine Supermaus?

Warum lässt der liebe Gott das zu?

Warum schaut er hier nur zu?

Warum muss ich das erleiden?

Aber, vielleicht lasse ich mich auch scheiden.

Der Müller hat das auch getan,

mit einer kranken Frau, so sagte er, würde ein Mann schnell arm.

Und am Ende bliebe einem Nichts,

und das wär noch nicht mal das Schlimmste an der Geschicht.

Tragischer sei für ihn das ewige Gejammer.

Und dann die gähnend leere Speisekammer.

Er hätte sich deshalb erst grad wieder neu verheiratet,

und auch beruflich sei er endlich durchgestartet.

Das Leben war einfach ungerecht,

der eine hatte Glück, der andere Pech.

Doch das diese Frau ihn so direkt angesprochen,

das machte ihn dann doch betroffen.

Er blieb abrupt stehen:

Vielleicht sollte ich zurück zu ihr gehen?

Doch dann ließ er sich von den Passanten weitertreiben:

Ach, ich kann mir auch anders die kalte Zeit vertreiben.

Und die Göttin dachte: Das hättest Du besser nicht getan.

Denn, jetzt wirst Du richtig arm.

Und dann hob sie die Mütze auf:

So komm, wir gehen hinein ins Haus.

Nein, das will ich lieber nicht,

da ist bestimmt immer noch dieselbe Schicht.

Sie haben mich erst kürzlich hinauskomplimentiert,

sie sagten, ich hätte ihnen die Sitze beschmiert.

Ach, das war ja interessant.

Hippokrates ist hier wohl unbekannt!

Die Göttin wurde etwas ungehalten.

Wie nur sollte sie sich jetzt verhalten?

Wenn die Menschen sich nicht untereinander halfen,

dann konnte auch ein Gott nicht eingreifen.

Sollte er etwa alles alleine machen?

Nein, das ist für keinen Gott zu schaffen.

Und dann gab sie dem Mann einen Ring in die Hand.

Hier, mehr habe ich nicht. Betrachte ihn als Pfand.

Und dann ging sie in das Krankenhaus,

und dort suchte sie nach einem Mann, mit Namen Klaus.

Zimmer 148, hinten durch die Glastür und dann rechts.

Aber ich sage es ihnen gleich, dem Mann geht es schlecht.

Ach, dann war es ja gut das sie die Salbe hatte,

auch wenn der Typ einst war eine echte Ratte.

Und die Göttin drückte auf die Klinke,

doch da machte auch schon jemand Winkewinke:

Da können sie jetzt leider nicht hinein,

der hat Besuch vom Oberschwein.

Das ist unser neuer Chefarzt jetzt,

er wurde uns erst gestern vorgesetzt.

Und dann war die Frau auch schon verschwunden,

sie schob Schicht, und das schon seit Stunden.

Ihr letzter Patient war grade erst gestorben,

nein, sie hatte wirklich andere Sorgen.

Im Schwesternzimmer roch es nach frischem Kaffee,

und die Göttin dachte, vielleicht sitzt dort ja die Fee.

Doch dort stand nur eine Kaffeemaschine,

und ein Zettel, das man sich doch bitte selbst bediene.

Die Göttin goss sich also einen Kaffee ein,

und dann wollte sie ihn sprechen, den Herrn Oberschwein.

Was ist das denn hier nur für ein Verein?

Fragte hier denn niemand mal nach ihrem Bein!

Madam, wir sind hier in der Chirougie,

um so etwas kümmern wir uns nie.

Da müssen sie schon runter in die Ambulanz,

dort macht man wegen so etwas vielleicht einen Affentanz.

Hier geht es dagegen um Leben und Tod,

hier ist der Mensch noch wirklich in Not.

Ja, wir retten selbst das dünnste Leben,

hier wird wirklich alles gegeben.

Die Göttin sah sich diesen Chefarzt genauer an:

Was war das nur für ein arroganter Mann!

Und schon stolzierte der Typ auch schon wieder hinaus:

Er war jetzt endlich einer der Chefs im Haus.

Die Schwestern waren deswegen richtig sauer,

und sie hielten zusammen wie eine Mauer.

Nur eine, die ging mit ihm schon mal aus,

obwohl, er Frau und Kinder zu Haus.

Na, dem Mann wahr wohl nicht ganz klar,

dass der liebe Gott wirklich alles sah.

Und die Göttin betrat das abgedunkelte Zimmer,

und aus dem Bett, da hörte sie Gewimmer.

Hallo, hallo Klaus! Reg Dich nicht auf,

wenn Du willst, dann bring ich Dich hier raus.

Was? Wie? Wer? Warum?

Glaubst Du wirklich ich bin dumm?

Außerdem habe ich sehr große Schmerzen,

und jetzt habe ich auch noch was am Herzen.

Ich bin schon fast tot, hat er mir gerade gesagt,

er weiß nicht wie viel, vielleicht noch 10 Tag.

Na, Klaus, dann hast Du es ja bald überstanden.

obwohl ich finde:

Du solltest mit Deiner verbleibenden Zeit etwas besseres anfangen.

Schau, ich habe hier eine Zaubersalbe,

ich würde sagen, wir machen Halbe Halbe.

Ich bekomme etwas für mein Knie,

und Du, ich weiß nicht, was brauchst Du, wie viel?

Hier schmier Dich damit gründlich ein,

und dann werden wir es zeigen diesem Oberschwein.

Und wenn Du in 10 Tagen dann immer noch lebst,

dann wirst Du sehen, das es dennoch weitergeht.

Da schlug der Klaus die Decke auf,

und setzte sich auf die Bettkante drauf:

Du bist wirklich total verrückt,

aber trotzdem, ich bin entzückt.

Die Schmerzen sind wie weggeblasen,

ja, so gut ging es mir nicht mehr, seit vielen Jahren.

Na, das ist ja wunderbar,

ich brauch Dich nämlich noch ein paar Jahr.

Was! So lange muss ich mich verpflichten?

Tut mir Leid, auf Straßenkehrer kann ich nicht verzichten.

Ich brauche einfach jemanden der weiß wie das geht,

das man nie mehr pleite geht.

Denn, ich weiß zwar, wie das Leben sich vermehrt,

aber bei Geld mache ich schnell was verkehrt.

Ich brauche einen guten Finanzminister,

und, nun ja, Du bist ein Rechter.

Ich bin doch grade erst bankrott gegangen!

Ich mußte von ganz unten und von vorne angefangen.

Doch als ich dann endlich die Lösung hatte,

da ist das passiert, mit dieser dummen Ratte.

Sie hat mir in die Arme gebissen,

ich hab mir vor Angst fast in die Hose geschissen.

Und dann kam plötzlich dieses Wahnsinnsmesser,

Herr Oberschwein war damals wirklich mein Retter.

Und er hat mich auch sofort operiert,

und mich hier hin überführt.

Denn mein Herz sei leider völlig ruiniert,

er befürchte fast, das es den Kampf verliert.

Es sei ein Loch in meinem Herzen,

obwohl, ich fühl dort gar keine Schmerzen.

Es sei eine Folge der letzten OP.

Ein vergessener Tampon, wenn er das richtig sehe.

Und der müsse jetzt auf jeden Fall raus,

und er sei dafür der Spezialist im Haus.

Doch, Deine Salbe wirkt anscheinend tatsächliche Wunder,

ich fühle mich plötzlich gut, ich fühle mich munter.

Das freut mich. Darauf sollten wir einen Kaffee trinken,

und dem Herrn Oberschwein zum Abschied winken.

Der hat hier heute nämlich seinen letzten Tag,

ihm ist gekündigt der Chefarztvertrag.

Er weiß es zwar vielleicht noch nicht,

aber so ein Arzt bricht sich schnell das Genick.

Und als sie grad zur Tür raus kamen,

da hob man ihn auch schon auf einen Wagen.

Doch die OP hatte ihn nicht gerettet,

er blieb gelähmt und an das Bett gefesselt.

Glück und Pech ist eben nicht nur eine Frage der Zeit,

die Frage ist halt nur, wann man das begreift.

Und die Göttin verließ mit Klaus das aufgeschreckte Haus,

den Kaffee tranken sie erst gar nicht aus.

Und als die Göttin nach dem Bettler sah,

stellte sie fest, auch er war nicht mehr da.

Plötzlich wurde sie von einem Passanten beinah umgeworfen:

Schnell, schnell, ich habe eine Niere zu verkaufen.

Sie ist erst eine Stunde alt,

die Operateure sind schon bereit.

Und die Göttin schüttelte mit dem Kopf,

so etwas gehörte doch höchstens in einen Topf.

Der Handel mit Organen war ihr höchst zuwider,

nein, so entschied sie, hierhin will ich niemals mehr wieder.

Die Götter in Weiß hatten offensichtlich nichts verstanden,

hier wurden wahrlich eklatante Fehler begangen.

Wie viel Leid befand sich nur hinter diesen Fenstern,

und der Einzige Lichtblick, waren die Schwestern.

Doch auch ihnen ging so langsam die Puste aus,

sie verloren schlicht die Nerven in diesem Haus.

Und so entschied sie: Ein Gesundheitshaus muss her,

und das war zum Glück ja auch gar nicht so schwer.

Die Matrix

Und Klaus erzählte ihr von einem Film,

den er vor Kurzem im Kino gesehen.

Die Matrix und die Revolution,

sie ließen ihn seither kein ein Auge zu tun.

Was nur, wenn wirklich alles nur geträumt?

Was, wenn wir die Realität versäumt?

Was, wenn am Ende lebt nur das grausame Tier?

Und des Menschen Leben? Ein bedrucktes Blatt Papier?

Die Göttin verstand nicht sein Problem.

Wie sollte es denn anders gehen?

Natürlich ist in Wahrheit alles nur ein Traum.

Die Realität ist nichts als Badeschaum.

Du bist ein schwingendes Bläschen im kosmischen Meer,

Du bist mal eine Ratte, mal ein Bär.

Du befindest Dich in ewiger Verwandlung,

es kommt nur an, auf Deine Handlung.

Aber, zwischen Traum und Realität muss doch ein Unterschied sein?

Das Leben kann doch nur etwas Reales sein!

Mein Lieber, in Wahrheit ist es genau umgekehrt,

ohne Traum ist das Reale gar nichts Wert.

Das sogenannte Reale ist nichts als ein Bild,

erst Geist und Seele machen daraus das Wild.

Ach, ohne Geist geht selbst die Pflanze ein,

und ohne Seele wird man schnell zum Schwein.

Du hältst ein Schwein für unbeseelt?

Nun ja, das kommt drauf an, in wessen Stall es steht.

Wenn Du Dein eigenes Schwein nicht gut behandelst,

es auch schon mal mit dem Teufel verhandelt.

Nun, und der kauft ihm gerne seine Seele ab,

er bietet dafür ein Paradies bis zum Grab.

Danach, so glaubt das Schwein, sei sowieso alles zu Ende,

und so reibt es sich freudig die Hände.

Lieber ein einziges aber ein dekadentes Leben,

als immer nur das eigene Gute zu geben.

Und wenn es dann auch noch geschlagen wird,

dann kommt es schon vor, das es die Nerven verliert.

Und es reißt sich die Seele aus seinem Leib,

und sein Geist fühlt sich dadurch zunächst auch sehr befreit.

Dann sucht er sich ein vermeintlich besseres Los,

und setzt sich bei einem anderen auf den Schoß.

Dort hofft er dann so richtig glücklich zu werden,

jetzt will er genießen das Leben auf Erden.

Jetzt zählt für ihn plötzlich jede Sekunde,

denn, irgendwann schlägt seine letzte Stunde.

Körper, Geist und Seele leben nur im Verband.

Nur gemeinsam bilden sie den gesunden Verstand.

Und der erzählt Dir dann: Das hier ist real!

Der verbleibende Rest tritt in den Hintergrund, er ist ihm egal.

Deine Sinne bestimmen was Du siehst.

Ihr Bild bestimmt wie und was es ist.

Die reale Welt ist eine Illusion,

und das hat mit der Zeit zu tun.

Moment, Moment, mir platzt der Kopf!

Was Du da sagst, ist für mich ein Schock!

Die Materie ist doch real zu empfinden,

ich stoße dagegen, auch im Blinden.

7. Dezember 2005:

Das ist ja gerade das besondere an der Welt der Erscheinungen.

Der Traum ist fühlbar, er ist kollektives Erleben.

Das Ich erkennt sich selbst als lebend,

und nicht nur das Du auf festem Boden stehend.

Die Cyberwelt wäre angetan,

würde sie von dieser Kunst erfahren.

Doch Selbstbewusstsein funktioniert nur im Dreierverbund,

alles andere ist ungesund.

Und wer seine Seele hat verkauft,

am Ende in die Röhre schaut.

Der Weg in die nächste Dimension ist ihm versperrt,

und seine Güter sind dort gar nichts Wert.

Doch nicht nur durch den Tod öffnet sich der Kanal,

im Grunde geht das immer und überall.

Man benötigt halt ein Sternentor,

oder man hat einen Knopf im Ohr.

Es gibt auch noch andere technische Geräte,

schön wäre es, wenn auch der Erdling sie hätte.

Doch befinden sie sich in den Händen der falschen Leute,

sie haben sie versteckt und betrachten sie als Beute.

8. Dezember 2005:

Aber wenn ich den Film richtig verstanden habe,

dann sind wir in Wahrheit des Bösen Sklaven.

Die schöne, weite Welt existiert nur in unserem Kopf,

stattdessen saugt uns aus ein grässliches Geschöpf.

Es ernährt sich von unserer ureigenen Lebenskraft,

und es beherrscht uns mit dem Geist der Macht.

Und wieder ist es genau anders herum.

Der Film dreht die Wahrheit völlig um.

Du wirst genährt durch das ewige Licht,

das im Hyperraum gefrorenen ist.

Denn dieses Licht ist überall.

In allen Dimensionen erklingt sein Schall.

Es ist überall und dadurch nirgendwo,

es dingt selbst in des Teufels Klo.

Und auf diesem Thron hat der sich diesen Film ausgedacht,

denn er weiß um dessen Bilderkraft.

Er weiß, allein der Gedanke hat die Macht,

die aus dem Nichts ein Etwas erschafft.

Doch, das Thema zu diesem Matrixfilm,

ist noch nicht mal selbst von ihm.

Er hat es dem Werner Fassbender geklaut,

und dann auch noch den Sinn verbaut.

Er hat an einer kleinen, unscheinbaren Stelle die Geschichte gedreht,

darin hat er Erfahrung, er weiß wie das geht.

Es ist sein allerwichtigster Trick,

mit ihm bricht er selbst der Wahrheit das Genick.

Doch auch diesen Trick hat er bei Gott nur abgekupfert,

und sich dessen Idee, unter die Sohlen geschustert.

Und mit diese Schuhen machte er sich auf den Weg,

hinaus aus dem Paradies, über einen kleinen Steg.

Er floh in den Wald, bei Regen und Sturm,

und verschanzte sich in einem Turm.

Dort zog er sich dann die Schuhe aus,

dann hat er sich das Zeichen angeschaut.

Einmal links und einmal rechts herum,

aha, damit drehte Gott also alles um.

Und dann schmiedete er sich einen passenden Schlüssel,

und legte ihn in eine einfache Schüssel.

Dann legte er sich auf einen Haufen Stroh,

er war tatsächlich, zum ersten mal, so richtig froh.

Selten hatte er sich so gut gefühlt,

jetzt hätte er sogar gespült.

Das war sein Job, er war zwar recht schwer,

doch mit Fleiß wurde man damit auch schnell Millionär.

Fleiß war seine Sache jedoch nicht,

er empfand alle Arbeit ehr als Pflicht.

Warum gerade ER? Das fragte er sich.

Nein, vom Spülen hielt er nichts.

Er wollte lieber selbst ein König sein,

und sei es nur von einem Schwein.

Und dieses Schwein war dann auch schnell gefunden,

es leckte verletzt an seinen vielen Wunden.

Sein Knecht hatte es mal wieder brutal geschlagen,

mehrmals und immer besonders feste in den Magen.

Da zog der Teufel schnell den Schlüssel hervor,

und beugte sich über das Schweineohr:

Hiermit hole ich Dich hier heraus,

und dann nehme ich Dich mit in mein Haus.

Dort prasselt ein Feuer und auf der Erde liegt Stroh,

besser findest Du es nirgendwo.

Das Schwein schaute aus seinen tränenden Augen:

Konnte es dem Teufel wirklich vertrauen?

Da hörte es die Schritte des Knechts,

und der hatte wohl mal wieder schwer gezecht.

Das Schwein überlegte darum nicht lang:

Nimm mich mit! Ich bin Dein Mann!

Nicht so hastig! Gib mir zuerst Dein Lebenslicht,

denn, ohne dies, nun ja, geht es leider nicht.

Und das Schwein riss sich schnell die Seele heraus,

und händigte diese dem Teufel aus.

Und der benutzte seinen Umkehrschlüssel,

und der Knecht kotzte in die hingehaltene Schüssel.

Dann sperrte er das Gatter auf,

und ließ dem Schwein seinen Lauf.

Und dieses rannte sofort in den Wald,

bis zum Teufelsturm war es zum Glück nicht so weit.

Dort hatte es sich dann erst mal versteckt,

bis ihn etwas aufgeweckt.

Und als das Schwein zu Bewusstsein kam,

fand er sich liegend in einem Frauenarm.

Er hätte vor Schreck fast zugebissen,

von Menschen wollte er nie mehr etwas wissen.

Was hatte sie ihn nur gequält,

nicht ohne Grund hatte er den Teufel gewählt.

Aber hier war es tatsächlich sehr schön warm,

und er hatte eine Frau im Arm.

Dies war zwar des Teufels Wohnquartier,

aber wen interessierte das noch hier?

Hier lag selbst der Herr auf dem Stroh,

und zu Essen gab es bestimmt auch irgendwo.

Er stand auf und inspizierte den Turm,

doch, was er fand, war nicht mehr als ein Wurm.

Er sah sich getäuscht,

und fast hätte er die Entscheidung bereut.

Doch der Teufel machte ihm Mut:

Hier, ernähre Dich von der kalten Wut.

Dann bist Du frei und brauchst nicht mehr darben,

dann kannst Du wirklich alles haben.

Und das Schwein nahm die angebotene Pille,

er nahm sie jedoch ein, in sehr großer Stille.

Denn seinen Geist musste er dem Teufel gegeben,

jetzt hatte er nur noch einen Ring zum Leben.

Sein Körper war ihm zwar geblieben,

doch er spürte es gleich, das war kein Leben.

Das Schwein fühlte sich auf einmal seltsam leer,

und dabei trotzdem unendlich schwer.

Es konnte sich plötzlich nicht mehr bewegen,

um ihn herum begann sich die Welt zu drehen.

Er fiel durch einen langen Tunnel,

er wurde mitgerissen von dessen Strudel.

Dann ging es einmal links herum,

und gleich auch wieder anders herum.

Da Unten kannst Du jetzt von mir aus verrecken,

es sei denn, Du machst mir ab sofort die Betten.

Und das Schwein überlegte auch jetzt nicht lang:

Ab sofort war er des Teufels Mann.

Und als dieser des Nachts an seinen Hintern wollte,

tat er so, als ob er schmollte.

Dem Teufel schien das zu gefallen,

doch dann ließ er die Peitsche knallen.

Ich sehe wohl, es mach Dir Spaß.

Doch jetzt gebe ich erst richtig Gas.

Das Schwein gab sich sehr bald geschlagen,

und bald schon wollte es das Gefühl immer wieder haben.

Und so flehte es den Teufel an:

Schlag mich, schlag mich, ich bin Dein Mann!

Der Teufel ließ sich jedoch immer länger bitten,

er vermisste an dem Schwein nun mal die Titten.

Drum holte er die Frau herbei,

der war schon lange alles einerlei.

Und als die Nacht zu Ende ging,

befand sich in der Nase Beider ein Ring.

Der Teufel hatte sie markiert:

Damit ihr mir auch gut pariert.

Und so hatten sie am Ende sogar ihren Körper gegeben,

und damit verloren ihr ganzes Leben.

Und der Teufel hatte wieder mal Frust,

schließlich war er nun allein mit der Lust.

Er brauchte neues Fleisch zum ficken,

drum ließ er nach der Hexe schicken.

Und die half ihm heraus aus der Not,

sie hatte grade zwei Kinder im Angebot.

Das Mädchen würde sie am Abend bringen,

den Jungen jedoch wollte sie selber vertrimmen.

Und Beide kühlten an den Kindern die Wut,

die Göttin kannte solche Geschichten schon genug.

Der Teufel war schlicht und ergreifend durchgebrannt,

er gehörte gebändigt, und das mit Verstand.

Er war ein klarer Fall für die Psychatrie,

und, herauslassen sollte man ihn dort besser nie.

Zur Not hielt man die Tür zunächst etwas fester zu.

Nicht ohne Grund gab es selbst im Paradies, das eine oder andere Tabu.

9. Dezember 2005:

Und gewaltätiger Sex, nun, der gehörte dazu.

Sodomie, ob nun mit einem Schwein oder einer Kuh,

war im Paradies streng verboten.

Zumindest hielten es so die Goten.

Natürlich ging es auch bei ihnen ziemlich hoch her,

doch hielt man sich zurück mit dem Analverkehr.

Er war zwar nicht direkt verboten,

aber auch er konnte lösen den Knoten.

Gewalt und Sex, das waren zwei Dinge,

sie konnten sprengen die göttlichen Ringe,

die Seele, Geist und Körper zusammenhielten.

Und das war auch der Grund, warum sich alle daran hielten.

Kein Gote wollte im Teufelsturm verrecken.

Schließlich gab es noch Anderes zu entdecken.

Im Paradies war ein jeder letztendlich so beschäftigt,

da wurde der Sex sowieso schnell lästig.

Nicht wenige verzichteten ganz darauf,

zumindest, wenn man nicht genau hinschaut.

Masturbation war für einige die tägliche Lösung,

für andere war dies jedoch nur eine Tröstung.

Und darum gab es im Paradies auch die Badeanstalten,

hier konnte ein jeder frei schalten und walten.

Hier wurde Erotik ziemlich groß geschrieben,

hier wurde es auch gerne gemeinsam getrieben.

Dort bekam auch ein Engel schon mal den Hintern versohlt,

doch keinem geschah dabei wirkliche Not.

Denn auch der Schmerz war eine beliebte Erfahrung,

gab er doch die Würze bei der geschlechtlichen Paarung.

Es gab für den Teufel also keinen Grund,

das Badehaus hatte geöffnet jede Stund.

Allerdings brauchte man Punkte dafür,

sonst öffnete sich nicht die Tür.

Punkte bekam man jedoch nur für Fleiß,

schließlich wusch man sich dort ab den frischen Schweiß.

Ohne Fleiß kein Preis lautet eine alte Gotenregel,

und diese galt selbst für die größten Engel.

Faulheit hingegen wurde mit Punktabzug bedacht,

es war einfach zu wichtig, das jeder mitmacht.

Denn Faulheit ist selbst im Paradies ein Problem,

durch sie konnte ein ganzes Reich schnell untergehen.

Im Paradies gibt es Sex? Bist Du Dir da sicher?

Nun, lieber Klaus, Vermehrung funktioniert so einfach besser.

Wie Oben so Unten, kennst Du nicht diesen berühmten Spruch?

Er steht auch auf der Erde in fast jedem guten Buch.

Nun, und diesen Spruch kennt auch der Teufel sehr gut,

für ihn war der Film darum auch nicht sein erster Versuch.

Er weiß sehr wohl, seine Macht ist gewaltig,

wenn niemand mehr das Paradies verteidigt.

Er weiß, wenn er das Unten geschickt manipuliert,

kein Mensch mehr die Wahrheit kapiert.

Und wenn er das Paradies dann auch noch zur Hölle erklärt,

dann macht selbst der Gute alles verkehrt.

Sein Hass auf alles Gute ist sehr alt,

denn, schließlich, er hockt schon lange im Wald.

Die Hexe war lange sein einziger Freund,

doch jetzt verkehrt er mit anderen Leut.

Und die haben auch den Film finanziert,

denn, die Idee der Matrix hat sie sehr fasziniert.

Die Matrix soll den Menschen vom Himmel ablenken,

sie sollen nur noch an die Hölle denken.

Sie sollen sich vor der Zukunft fürchten,

um die Keime des Hasses zu züchten.

Denn nur durch diese negative Gedankenkraft,

wird dem Teufel verliehen seine wahre Macht.

Die weiße Revolution

11. Dezember 2005:

Und so schickte die Göttin Klaus zurück nach Berlin:

Am 21. 12. werden wir uns wiedersehen.

Dann setzte sie sich in einen Zug,

vom herum streunen hatte sie jetzt genug.

Den Hund nahm sie an die Leine:

So, dem schwarzen Schwein machen wir jetzt Beine.

Sie stieg in Düsseldorf in eine Bahn.

Die würde sie jetzt in dieses Städtchen fahren.

An einem kleinen Bahnhof stieg sie aus.

Ein paar Schritte nur, dann stand Sie vor ihrem Haus.

Glutgold versank die Sonne im Westen,

und wirklich alles stand zum Besten.

Die weiße Revolution war endlich angesagt,

und schon bald würde kommen der große Tag.

Die Göttin suchte den besagten Schlüssel,

und fand ihn unter einer großen Schüssel.

Sie betrat das stille Haus:

Nach Wohlstand sah das aber gar nicht aus.

Auf der Treppe saß eine rotweiße Katze,

sie miaute, und hob begrüßend ihre rechte Tatze.

Der Hund blieb wie angewurzelt stehen:

Ich trau mich nicht vorbeizugehen.

Doch die Göttin zog ihn mit sich mit,

die Katze behielt sie dabei fest im Blick.

Die Göttin ging die Stufen hoch,

auf halber Treppe, vorbei an einem Klo,

kam sie zu einer Tür,

an der klebte ein Stück Papier:

Mache Dir bitte schon mal das Essen warm,

ich bin noch mal kurz in die Stadt gefahren.

Und so trat die Göttin ein:

Was war das denn hier für ein Schlampverein!

Der halbe Flur war zugestellt.

Wen hatte sie da denn nur auserwählt?

Und die Küche war eine einzige Baustelle:

Ja, ja, hier ging zaubern offensichtlich auch nicht auf die Schnelle.

Im Wohnzimmer brannte ein dumpfes Licht:

Aufgeräumt war es hier aber gerade nicht.

Der Laptop auf dem Schreibtisch war heruntergefahren.

Und hier wurde SIE erwartet seit wie viel Tagen?

Die Göttin schaute sich in Ruhe um,

auch der Hund blieb erst mal lieber stumm.

Und sie warf einen Blick in die Pfanne:

Oder möchte ich erst mal in die Wanne?

Sie ging durch das dunkle Treppenhaus,

auf einer Stufe lag eine ziemlich große Maus.

Sie war wohl gerade erst vor Schreck gestorben,

und die Göttin entschied sie vor die Tür zu werfen.

Ein prüfender Blick ging in den Sicherungskasten:

Ich werde mir erst einmal Wasser einlassen.

Das Badezimmer war leider nicht geputzt,

und die Bodenfliesen schon ziemlich abgenutzt.

Dann öffnete sie das Gästezimmer:

Oh wei, hier war es ja noch schlimmer!

Mäuseköttel auf dem Bett!

Nein, was war das für ein Dreck!

In ihrem Schlafzimmer sah es ganz genauso aus:

Und das in einem Gotenhaus!

Doch die Göttin kannte alles nur zu gut:

Wir sind halt aus dem selben Blut.

Drum zog sie sich die Schuhe aus.

nur der Hund sah wirklich traurig aus.

Die Göttin stellte ihm etwas Wasser hin:

Warte bis ich fertig bin.

Dann legte sie sich in die Wanne.

Und nachher esse ich aus der Pfanne.

Und die Göttin schloss die Augen:

Und alles andere wird vertagt auf Morgen.