Der RASENMÄHER (2005)

Platz 5: BMW X1

WhatsApp, GiFs, Smartphone

US-Wahl, Donald Trump, Hillary Clinton.

Einjähriger in Bad Salzungen vermisst

Schiedsrichter, Aggressionen, Gewalt

BREAKING: TRUMP GETS GOOD NEWS FROM FLORIDA

Published on Nov 8, 2016

Abu Walaa

Sebastian Rode Dortmund Borussia BVB Operation Blinddarm

Donald Trump, US-Wahl

VW Cross Up Facelift

Hillary Clinton, Donald trump, US-Wahl 2016

Trotz Krebs: Model läuft Catwalk für guten Zweck

Sarah Lombardi, Shitstorm

Angela Merkel, Winfried Kretschmann

Feuerwehrfahrzeuge in Hamburg

Der Rasenmäher

Monalisa hatte noch bis tief in die Nacht

weitere Becher dieses satanischen Kaffees getrunken und

mit Satan einige der immer noch offenen Fragen durchdiskutiert.

Als sie auf die Hüter der Schlange zu sprechen kamen, war Monalisa nicht wenig überrascht zu hören, das er diese Angelegenheit schon erledigt hatte. Er erzählte ihr, die Männer hätten auf ihn einen positiven Eindruck gemacht, er hätte das Anwasserproblem mit ihnen eingehend begutachtet und dann eine Erneuerung des Anschlusses vorgeschlagen. Und dann hätten die Männer die Wand und die Zwischendecke aufgeschlagen, und ein neues Rohrstück eingesetzt. Er hätte ihnen noch einen Kaffee angeboten und dann wären die Männer auch schon wieder gegangen.

Monalisa war sprachlos. Er hatte das ohne sie zu konsultieren einfach so entschieden. Das war sie ja überhaupt nicht gewohnt. Aber er hatte sie nur angeschaut und gesagt:

  • Jeder macht, was er will und am Besten kann? Hieß es nicht so?

  • Und die Männer haben wirklich einen guten Eindruck auf Dich gemacht?

  • Ordentliche Handwerker … so etwas trifft man in der Hölle selten an, da macht einem die Arbeit wieder richtige Freude. Die Löcher in der Wand sind zwar ein bisschen groß geworden, zugegeben, aber Du kannst den neu entstandenen Raum ja als Stauraum benutzen.

  • Wie bitte? Ihr habt gleich einen ganzen Raum in die Wand gehauen, nur um ein Rohrstück auszuwechseln? Und das sollen ordentliche Handwerker gewesen sein?

  • Du verstehst da was falsch, der Raum hinter der Wand, der war schon vorher da. Man hat ihn nur nicht gesehen.

  • Ach … das ist ja interessant. Und wo ist dieser Raum jetzt?

  • Unten, gleich neben Deinem Arbeitszimmer.

  • Freizeit

Und Monalisa ging nach Unten um sich dieses große Loch in der Wand genauer anzuschauen. Und tatsächlich, da war ein Loch in der Wand, direkt neben ihrem Schreibtisch. Der Raum, der dahinter sichtbar wurde war dunkel und es roch nach Moder und auch nach Schimmel.

  • Kannst ja einen Tresor hinein bauen.

schlug Satan ihr vor, als sie wieder zu ihm ins Zimmer gingen.

  • Ich glaube, da war schon mal ein Tresor drin, Satan. Ich erinnere mich. Da war früher ein Schrank, mit zwei Türen. Ich erinnere mich genau.

  • Dann ist der Tresor aber schon vor langer Zeit weggekommen, wir haben jedenfalls keine Spuren von ihm entdecken können.

  • Aber ihr habt danach gesucht?

  • Klar, war doch naheliegend. So ein großes Loch, so nah an einem göttlichen Arbeitsplatz. Und das Dein Arbeitszimmer das Zimmer eines Gottes ist, das haben die Herren auch sofort begriffen. Sie haben zwar nichts gesagt, aber ich konnte ihre Gedanken in ihren Gesichtern lesen.

  • Und? Was haben die Herren sich noch alles so gedacht? Hast Du sie etwa an meine Sachen gelassen?

  • Was unterstellst Du mir denn jetzt schon wieder? Ich habe auf Deine Sachen aufgepasst, was glaubst Du denn, warum ich meine wertvolle Zeit mit solchen Typen verbringe.

  • Ich denke, es waren gute Handwerker?

  • Sicher, aber in welcher Disziplin, das ist die interessantere Frage, geliebtes Schwesterlein.

Schwesterlein?

Bei dem piepte es wohl in der Dachstube.

Aber Monalisa sagte nichts. Sie hatte keine Lust auf Streit heute. Sie war müde und glücklich. So wie Mirage. Der Hund hatte sich zu ihren Füßen eingerollt und träumte von einer richtig rasanten Hasenjagd. Ein möglicher Lohn für seine hart erarbeiteten Punkte … ja, genau so hatte er sich ein Paradies vorgestellt.

Und Irgendwann war auch Monalisa auf Satans Bett eingeschlafen. Und sie träumte von einem Rasenmäher:

Denn die Göttin saß plötzlich auf einer großen grünen Wiese, und entdeckte:

Oh je, es wachsen ja gar keine Gänseblümchen mehr!

Wie konnte das denn nur passieren? Sie hatte diese kleinen Pflänzchen doch extra unter Naturschutz gestellt! Wer hatte die Blümchen nur vertrieben? Wo waren sie hin? Die Göttin war ratlos und schüttelte mit dem Kopf. Da entdeckte sie ein allerletztes Gänseblümchen, sie hätte es beinahe plattgesessen. Oh wei, oh je … was war denn nur geschehen?

  • Blümchen, sprich, warum seid ihr verschwunden?

  • Wir haben Angst vor den großen Hunden. Sie scheißen auf uns, und weil das nicht reicht, bekommen wir von den Herrchen auch noch einen Schuh in die Fresse. Und auf Rasenflächen, wo das nicht erlaubt ist, da kommt regelmäßig ein Rasenmäher vorbei. Nein Danke, wenn das hier ein Paradies sein soll, also, wir sind da wirklich anderer Meinung. Auf Deinen Naturschutz scheißen wir, ehrlich gesagt, wir wollen lieber aussterben. Überhaupt, Dein ganzes Paradies kann uns gestohlen bleiben. Wir haben ein bessere Angebot bekommen.

  • Ein besseres Angebot?

  • Ja, eine Welt, in der dauerhafter Frieden herrscht, wo jeder sein Auskommen hat, und das Betreten von Rasenflächen grundsätzlich verboten ist. Und wenn man sich schön duckt, dann fährt der Rasenmäher über uns hinweg, denn er hat keine Augen im Kopf, er macht einfach was man ihm sagt. Und von Gänseblümchen hat er einfach noch nie etwas gehört.

  • Ach … und da wollt ihr jetzt alle hin?

  • Die meisten sind schon auf ihren Flächen angekommen. Ich gehöre zur Nachhut.

Da riss die Göttin das Pflänzchen mit der Wurzel aus.

T’ja, aus der Fahrt in diese herrliche Welt würde zumindest für dieses Pflänzchen nichts mehr werden. Denn, wie sagte das Sprichwort doch noch: Den letzten beißen die Hunde. Und darum setzte Monalisa diese Blume in ein kleines Glas mit frischem Wasser und stellte sich dieses letzte Gänseblümchen auf den Schreibtisch. Das schrieb der Naturschutz bei aussterbenden Arten nun mal so vor.

  • Nun, wenn ihr nicht mehr wollt, bitte schön, aber dann will ich wenigstens noch ein Bild von Euch anfertigen. Und während Du mir Modell stehst, können wir noch mal in aller Ruhe über das Problem mit den Hunden, und auch noch mal über den Rasenmäher sprechen.

Monalisa erwachte. Es war tiefe Nacht. Satan lag neben ihr und träumte ebenfalls. Von was träumte ein Satan wohl, fragte sie sich, während sie sich wieder in ihre Decke kuschelte. Sie hörte noch Mirages tiefe Atemzüge, dann war auch sie wieder eingeschlafen.

Monalisa saß an ihrem Schreibtisch

und schlug ein großes altes Buch auf.

WhatsApp, GiFs, Smartphone

Es war ein altes Familienerbstück. Hier wurden alle Verstorbenen eingetragen und, wenn vorhanden, wurde der Verstorbene mit einem Bild, einer Zeichnung, oder auch einer Probe seiner Überreste versehen. Die Gänseblümchen wollten also nicht mehr. Gut. Dann eben nicht.

Das Gänseblümchen ahnte wohl, das es ihm jetzt an den Kragen ging, aber Monalisa war an einem zitternden Blümchen nicht gelegen. Die Blume musste ruhig stehen bleiben. Sie wollte sie zeichnen, denn was sie einmal gezeichnet hatte, das würde sie nie wieder vergessen. Und Gänseblümchen hatte sie immer besonders gerne gemocht. Schade, das sie nicht bleiben wollten. Aber, nun, Reisende sollte man schließlich nicht aufhalten. Und sie nahm den Stift in die Hand und begann zu zeichnen.

Die Blume schaute über den Glasrand und beobachtete neugierig was die Göttin machte. Aha, das war bestimmt ihr Stengel … das ihr Fruchtknoten, ihre Blättchen … Du liebst mich nicht, Du liebst mich … Du liebst mich nicht … ja, das würde nicht nur die Göttin vermissen. Viele Menschen werden es vermissen. Du liebst mich … Du liebst mich nicht …

War dieses Glücksspiel nicht beliebt bei Jung und Alt?

Was würde das für ein Paradies sein, wenn es dieses Zauberspiel nicht mehr gäbe? Sie würde eine andere Blume finden müssen, die den Job übernahm. Nur, wer hatte so schöne Blütenblättchen? Wer so ein weiches Köpfchen? Den feine Stengel, er schmeckte leicht süß … wer sollte die Aufgabe in Zukunft übernehmen? Monalisa ging in Gedanken viele Blumen durch … und dem Gänseblümchen wurde langsam mulmig. Der Verlust an Zauberkraft? War das etwa der Preis den sie zahlen mussten? Man hatte es ihnen nicht gesagt. Nicht sagen können.

Denn natürlich waren sie sich darüber im Klaren gewesen, ihr Abzug würde natürliche Folgen nach sich ziehen … nur welche, das wusste keiner ihnen im Voraus zu sagen. Ihnen würde die Zauberkraft genommen … hm … das war natürlich ein sehr hoher Preis.

Ihr hatte dieses Spiel, auch wenn es ihr den Kopf kostete, auch immer schon sehr gefallen. Denn wenn einem der Kopf wegen solcher Fragen auseinandergerissen wurde, dann bedeutete das für ein Gänseblümchen: Ein weiterer, unter bestimmten Umständen sogar großer Schritt auf der großen Leiter.

Jedoch, ein Leben ohne dieses Spiel?

McDonald's

Konnte sich das Gänseblümchen das überhaupt vorstellen? Ein Leben ohne: Du liebst mich, Du liebst mich nicht? Und das letzte Gänseblümchen wurde sehr nachdenklich.

  • Göttin? Und was passiert mit mir, wenn das Bild fertig ist?

  • Nun, dann hast Du die Wahl: Kopf ab oder wieder Fuß in meinem Garten fassen. Beide Wege stehen Dir offen.

  • Du willst mit mir das Zauberspiel machen?

  • Da hast Du leider Pech, derartige Fragen quälen mich zur Zeit nicht besonders. Nein, wenn ich so drauf bin wie heute, dann zerreibe ich ein Gänseblümchen auch gerne mal zwischen meinen Fingern.

  • Was? So etwas Schreckliches tust Du?

  • Das mache ich natürlich nicht bei Pflanzen die unter Naturschutz stehen.

  • Also, wenn das so ist, dann möchte ich sofort zurück in den Garten und die Sache mit dem Naturschutz, also, ich, ich bitte darum. Und das mit den Hunden, also, das war mir ja eigentlich immer schon ziemlich egal … früher waren es Kühe, als ob das so viel angenehmer gewesen wäre. Nein, nein … ich würde wirklich gerne bleiben, wenn das noch geht.

  • Da hast Du aber Glück gehabt. Früher wurde nur von Verstorbenen ein Bild gemacht. Dann wären wir uns also einig. Du gehst zurück in den Garten und vermehrst Dich auf der Wiese, und die Hunde scheißen wenn möglich unter das Gebüsch.

  • Einverstanden. Natürlich bin ich einverstanden.

Und Monalisa trug das Gänseblümchen in den Garten und setzte es zwischen die Grashalme. Und das Gänseblümchen war glücklich. Ja, so hatte es sich das Paradies immer schon vorgestellt. Und sie hatte auch gleich an dem Schnitt der Halme erkannt, hier wurde noch von Hand geschnitten. Ja, hier würde sie sich ausbreiten können. Ein riesiger Teppich aus Gänseblümchen würde sich schon bald von hier bis zum Horizont ausrollen. Ein magischer Teppich der weißer Zauberei. Denn, jetzt war sie war die Mutter aller Gänseblümchen … sie war ihre Königin, und sie war glücklich.

Und als Monalisa erwachte, dachte sie: Ja, ja, als Göttin arbeitet man sogar noch im Schlaf. Mich würde ja wirklich mal interessieren, was so ein Satan des Nachts eigentlich so treibt. Sein ganzes Bett ist klatschnass. Die Decke, das Kissen … alles nass.

  • Sag mal, Satan, was machst Du eigentlich während Du schläfst?

  • Rasenmähen.

  • Ach … deswegen wachst Du immer Schweißgebadet auf. Mit was für einem Gerät mähst Du denn?

  • Handmäher. Wie schon mein Großvater. Ich bin da sehr konservativ.

  • Hm … vielleicht sollten wir trotzdem mal über eine Alternative nachdenken, Du brauchst Dich über Deinen Schnupfen wirklich nicht zu wundern, wenn Du Dich des Nachts so abmühst.

  • Hilf mir mähen. Was anderes kann ich dazu nicht sagen.

Also, sie konnte sich wirklich etwas Besseres vorstellen als bei Mondschein den Rasen zu mähen. Sie überlegte eine Weile, und dann sagte sie:

  • Was hältst Du von Ackerbau und Viehzucht?

  • Das ist aber doch noch mehr Arbeit!

  • Nicht alles wächst so schnell wie Gras. Und wenn man geschickt vorgeht, dann breitet sich der Garten fast von selbst aus. Man muss nur an einer kleinen Stelle mit der richtigen Methode anfangen.

  • Und die wäre?

  • Man muss alle Samen auf einmal auswerfen. Und dann heißt es warten und in Ruhe einen heißen Kaffee trinken. Ja, und ehe man Hunger auf ein Stück Kuchen hat, ist der Garten auch schon erntereif. Wenn die Bedingungen günstig sind, natürlich nur. Sonst dauert es schon mal etwas länger.

  • Na, das kannst Du Deiner Oma erzählen, aber mir nicht. Meine Mutter hat einen Garten, und ich weiß wie viele Stunden sie darin schuftet, um der kargen Erde ein paar Radieschen und etwas Kohl zu entlocken.

Was wollte er?

Augengrippe Augen jucken

Schließlich hatte sie diesen Tipp von ihrer Oma.

Und die hatte einen Supergarten. Da wuchs alles an seinem persönlichen Lieblingsplatz. Sie hatte ihre Oma, eine reinrassige Hummel, immer nur gemütlich im Garten sitzen sehen. Ab und zu war sie aufgestanden und hatte sich ihre Blumen angesehen, ihre üppigen Dahlien liebte sie besonders, und dann bückte sie sich um sich ein paar dicke Erdbeeren zu pflücken, sie zog ein paar Möhren aus der Erde und schnitt ein paar Kräuter für die Suppe, die sie später noch kochen wollte. Aber Monalisa wollte sich nicht mit Satan darüber streiten, und darum sagte sie lieber nichts mehr dazu. Sie würde es zu gegebener Zeit mit dieser Methode auf jeden Fall einmal versuchen. Allein schon, weil es nicht so anstrengend war. Und sie schob Satans nasses Bettzeug zur Seite.

Was war heute eigentlich für ein Tag?

Sie ging in ihr Zimmer und schaute auf den Kalender. 27. August. Hm … sie schaute aus dem Fenster. Es war immer noch viel zu kühl für diese Jahreszeit, und immer noch zogen dicke Wolken über den Sonnenhimmel. Sie hatte zwar gehört, das es anderswo immer noch sehr heftig regnete, und das die Flut an vielen Orten immer noch anstieg und immer mehr Geröllmassen sich von den Steinen lösten. Und das alles den Bach runter ging. Aber es störte sie nicht. Im Gegenteil. Es würde auch noch eine Weile so weiter gehen. So lange, bis sie den großen Stöpsel ziehen würde. Das Gesetz von Ursache und Wirkung lag nun mal nicht in Ihrer Hand. Sie musste wie alle anderen Götter auch, auf den richtigen Zeitpunkt warten. Und der lies nun mal auf sich warten.

Monalisa schaute zum Horizont.

Amazon

Zeitpunkt. Zeitpunkt … ja, ja,

Du warst immer schon ein Wunderpunkt.

Denn, wenn Du trittst ein in das große Spiel,

dann dreht sich plötzlich alles wirklich schnell.

Dann dreht sich die Spirale anders herum,

und die Scheiße fließt genau so rum.

Und ab durch die Mitte, durch das Loch,

ergießt sich dann ein neuer Bach,

und die Sonnengöttin lacht und lacht,

hui, das hat ja richtig Spaß gemacht!

Batman-Spiel

*

Und das mit dem wiederverwendbaren Stöpsel, das war ihre neueste Idee.

Auf und zu, auf und zu. Solange, bis das Gleichgewicht wieder stimmt. Eben nicht alles auf einmal, von wegen: Alles oder Nichts, sondern Portionsweise. Eine Scheißtransportkette, sozusagen. Regelbar. Wenn sie das hinbekommen würde, dann würden sich in Zukunft solche großen Verstopfungen vermeiden lassen. Da war sie wirklich sehr zuversichtlich. Schließlich hatte sie den Tipp zu diesem Trick von Mutter Natur selbst zugesteckt bekommen.

Sie ging hinunter in den Garten, und holte den alten Spindelrasenmäher aus dem ebenso alten Gartenhäuschen. Sie mähte immer schon lieber bei Tageslicht. Sollte Satan doch ruhig weiter des Nachts seine Schicht abarbeiten. In der Sonne verdunstete der eigene Schweiß einfach besser, fand sie, und sie führte die alte Spindel über die Wiese spazieren. Wenn man es regelmäßig machte, dann war es wirklich ein Kinderspiel. Und das tollste war noch: Die Spindel schärfte sich auch noch selbst. Ja, so hatte sie sich ein gut funktionierendes Paradies immer schon vorgestellt.

Sie kam an dem Gänseblümchen vorbei, und kurz bevor sie mit der Spindel über das Blümchen rief sie ihm zu: Hallo Gänseblümchen! Duck Dich … ja, wunderbar, das klappt ja ausgezeichnet, so war es recht.

Und das Blümchen wischte sich den Schweiß von der Stirn:

SUV: Ford Kuga

Glück gehabt!

Da hatte es doch wirklich noch mal Glück gehabt.

Als sie wieder ins Haus zurück ging

hörte sie ein Schnaufen.

Wo kam das her?

 07. November 2016 12:14

Alpnepass

Neuschnee in den Bergen: Viele Alpenpässe sind schon dicht…

Sie schaute sich um und konnte nichts Ungewöhnliches entdecken. Sie schaute nach Oben. Die Sonne ging gerade unter und die schweren, dunklen Wolken glitzerten an ihren Rändern in allen Farben. Der Himmel dahinter leuchtete hellrosa bis tief violett und die Siluette der Bäume erinnerte sie an die kunstvollen Schattenrisse, die ihre Großmutter für sie so oft schon herbeigezaubert hatte. Schnipp Schnapp, Schnipp Schnapp, und fertig war eine ganze Märchenlandschaft.

Ach ja, sie hatte auch mal wieder Lust auf solche Dinge. Basteln, werkeln, malen … sie musste an das Osirisporträt denken. Ob sie bei all der vor ihr liegenden Arbeit jemals die notwendige Muße dazu finden würde, es endlich fertig zu stellen? Wie gut das die Ägypter noch viel stärker zur Unpünktlichkeit neigten als die Goten, dachte Monalisa. Aber Oriris würde kommen, denn auch das war bei beiden Kulturgemeinschaften ähnlich: Ein freiwilliges Versprechen musste gehalten werden, ob man dazu nun Lust hatte oder nicht. Man konnte die Erfüllung zwar hinausschieben, aber der letzte Zeitpunkt, der war nicht wirklich bis in alle Zukunft hin auszudehnen. Irgendwann schlug der dieser Wunderpunkt jedoch zu, und dann stand der letztmögliche Abgabetermin vor der Tür und verlangte seinen Anteil. Zahltag, eben.

Und Monalisa spürte: Wirklich lange konnte es wirklich nicht mehr dauern. Sie sollte endlich anfangen zu malen. Morgen würde sie damit anfangen.

Gleich morgen früh, beschloss sie,

und zog die Tür hinter sich zu.

„The Big Bang Theory“:

Sheldon Cooper, Jim Parsons, The Big Bang Theory

Eine Spin-off-Serie über Sheldon Cooper als Teenager…

*

Donald Trump

Der Bergwanderer

Osiris war ein schöner Mann

Und den Frauen sehr, sehr zugetan.

Osiris war ein großer Held

Und bekannt in der ganzen Welt.

Osiris war der göttliche Ehemann

Und seiner Göttin sehr, sehr zugetan.

Osiris war klug und sehr Gescheit

Und er genoss die Zweisamkeit.

Doch dann änderten sich plötzlich die Zeiten,

und eine üble Krankheit begann sich auszubreiten.

Und der Gott erkannte: Er und seine Göttin würden untergehen.

Die Dummheit hatte tatsächlich gesiegt. Doch er wusste auch:

Eines Tages würden sie Beide wieder auferstehen.

Das sagte er ihr noch, das er sie das letzte Mal küsste.

Dann zog er fort und kam nicht mehr zurück.

Er hatte genommen den letzten Trip.

Seine Hülle haben sie geschlagen in 14 Stücke,

auf seinen Penis hackten sie herum wie Verrückte,

seine Teile warfen sie zum Fester hinaus,

jetzt waren sie die Herren im großen Haus.

Die Göttin klagten die Mörder gemeinsam an,

was hatte sie ihrem Sohn nicht alles angetan!

Ein Leben ohne Glitzerkram, als wären die Götter bettelarm.

Gold und Silber behielt sie ein, und gab zurück nur Sonnenschein.

Und nun ging sie auch noch mit dem Falschen ins Bett.

Und war zum Sohn des Satans viel zu nett.

Ihr Sohn war jetzt der neue starke Mann!

Sie würde noch sehen, was der alles kann!

Und dann schlug er einmal kräftig zu,

ihr Kopf fiel auf seine blutigen Schuh.

Er steckte ihn in einen Topf,

und gab ihm weiter an den Koch.

Dann zog er ihren Mantel an,

und gab den Schlüssel einem Mann,

der ihm diesen Weg bereitet,

und ihn seither stets begleitet.

Und seitdem herrscht das Patriarchat,

es schreie laut, wer das noch mag.

Elend, Krieg, Not und Verderben,

zuwenig zum Leben, zuviel um zu sterben.

Die Menschheit hat für diesen Fehler schwer gebüßt.

Viel zu spät hatten sie die weiße Fahne gehisst,

Der Stöpsel wurde weggesprengt,

und wer noch lebte aufgehängt.

Die Feinde waren überall,

sie kamen direkt aus dem All.

Riesen waren sie auf zwei Beinen,

Hermes lies das alles aufschreiben.

Er saß erblindet vor seinem Haus,

all sein Wissen nahm der Junge auf.

Er hatte von der Welt noch nicht viel gesehen,

doch wollte er in diese auch gar nicht mehr gehen.

Er verkroch sich in seinen Schriften,

und zeichnete unendlich viele Hyroglyphen.

Er hob die Geschichte für die Nachwelt auf,

damit sie an die Zukunft glaubt.

Denn eines hatte Hermes ihm versprochen,

und noch nie hatte dieser Mann sein Wort gebrochen.

Der Gott und die Göttin würden wiederkommen,

und dann würden beginnen die tausendjährigen Wonnen.

Hermes der Ägypter hat es gewusst,

es würde zurückkehren, das Prinzip der Lust.

Denn, wenn die Götter wieder beisammen sind,

dann wird auch die Harfe gestimmt.

Dann steigen sie wieder auf das Sonnenpodest,

heilen die Kranken und sprechen Recht,

Und am Ende eines Tages wartet auf alle ein Fest,

danach fallen sie müde ins selbst gemachte Bett.

*

  • Ach dann waren Isis und Osiris gar keine Ägyptischen Götter?

Fragte Satan Monalisa.

  • Nein, Satan, sie waren Goten wie wir.

  • Und Hermes? War der ein Ägypter?

  • Nein, Satan, Ägypten gab es damals noch gar nicht. Hermes war auch ein Gote.

  • Aber der Junge, der war doch ein Ägypter, denke ich.

  • Er war eine Wasserschlange, Satan, er wusste es nur nicht. Die Göttin hatte ihn auf eine Sandbank gesetzt und gesagt, das Land hier heißt Ägypten. Er kriegt Ten … Ä Gib ten … er kriegt Zehn. 10 000 Jahre. Aber sein Gehör war eben noch nicht so gut entwickelt. Als Wasserschlange war das ja schließlich auch gar nicht notwendig gewesen. Erst durch die Blindheit lernte er sein Gehör besser zu nutzen. Nun, und heute, wo mit seiner Erinnerung auch die Sehfähigkeit wieder zurückkehrt …

  • Ich habe es trotzdem nicht so mit Schlangen. Ich hoffe er zieht nicht auch noch hier ein.

  • Nein, keine Sorge Satan, Robinson hat sich ein Zimmer in einer kleinen Pension gesucht. Er will seine eigenen Wege gehen. Und das finde ich auch gut so. Er hat genug für andere gearbeitet. Jetzt kann er endlich tun was er will.

  • Und was will er?

  • Einen Platz an der Sonne und vielleicht auch mal wieder einen Stock zwischen den Beinen.

  • Den hätte ich auch gern.

  • Na, dann schwing Dich auf den Besen und komm mit!

Und dann taten sie, was sie schon lange nicht mehr gemacht hatten. Sie ließen die Fahrräder stehen und nahmen stattdessen jeder einen Besen, die Monalisa in einer Kammer, gleich neben der Küche entdeckt hatte, zwischen ihre Beine. Und dann ging es auch schon los. Die Besen hatten so lange in der dunklen Ecke gestanden, das sie gar nicht mehr richtig wussten, wie das mit dem Fliegen eigentlich ging, so dass Monalisa und Satan ihre ersten Flugkilometer etwas holperig erlebten, dann aber erinnerten die Besen sich wieder und sie zischten durch die Luft, sie schwenkten nach links und rechts, ließen sich herabfallen und sie jagten anschließend im Tiefflug über das weite Meer, stiegen wieder hinauf und ließen sich von der Termik weitertragen, um in einem Looping erneut Schwung aufzunehmen, der sie dann über den hohen Berg trug, der sich plötzlich vor ihnen auftürmte.

Monalisa setzte zur Landung auf einer Bergwiese an,

und auch Satan setzte auf der Wiese auf.

Der Sonnenberg. Der höchste Berg des Sonnensystems. Und als Stein der Weisen vielen gut bekannt. Gesehen hatte ihn noch niemand. Und auch Monalisa war noch nie hier Oben gewesen. Sie atmete tief durch, und die Welt um sie herum verschwand im Licht der Erkenntnis, kristallklar leuchtete die Weisheit, hell strahlte das Wissen und die Liebe kitzelte auf ihrer Haut.

Auch Satan spürte diese besondere Kraft, die von diesem Berg ausging, doch für ihn war der Stein selbst das Mysterium, seine Schwere, seine Dichte, seine Größe, seine Beständigkeit, seine Ausstrahlung, seine Macht.

Doch sah Monalisa darin keinen wirklichen Unterschied. Schließlich war auch der Stein im Grunde nichts anderes als Licht. Das eine Licht war fest, das andere flüssig und. wenn das Licht sich noch schneller durch den Raum bewegte, dann war es eben gasförmig. Denn, beim Wesen der Dinge kam es auf den jeweiligen Aggregatzustand an.

Ob Licht, Wasser und Stein, das lag an der Eigenbewegung ganz allein.

*

Monalisa setzte sich auf den nackten Stein. Ein Felsen, der aus der Wiese heraus schaute, lud sie zum sitzen ein. Satan kletterte ebenfalls auf einen felsigen Aussichtspunkt. Und dann schauten Beide über das riesige Tal, das sich vor ihnen erstreckte. Am Horizont wurden weitere Bergrücken sichtbar. Die Wolken zogen träge unter ihnen dahin und verdeckten die größten Teile des noch tiefer darunter liegenden Landes.

Plötzlich veränderte sich das Bild und ein Beben ging durch den Berg auf dem sie saßen. Monalisa sah sich um, und auch Satan schaute hinter sich. Etwas hatte da gebrummt. Sie hatte es auch gehört.

  • Hallo … was macht ihr da bitte auf meinem Berg?

  • Wir? Öh … wir sitzen hier nur. Wo bist Du denn? Ich sehe Dich gar nicht.

  • Da musst Du auch schon zu mir hoch schauen. Ich bin hier … seht ihr mich nicht?

  • Satan? Siehst Du vielleicht jemanden?

  • Ich bin doch hier, schaut … hier!

Und dann schob sich eine der vielen weißen Wolken, die sich

um sie herum aufgetürmt hatten, zur Seite und

sie schaute in ein Kindergesicht.

  • Hallo!

  • Hallo … ähm, ich hoffe, wir stören nicht. Das ist Satan und ich bin Monalisa. Wir wollten uns nur mal hier umschauen.

  • Das freut mich aber. Seid herzlich willkommen. Ich bin Lisa, das ewige Sonnenkind.

  • Wir grüßen Dich, geliebtes Sonnenkind. Und? Was machst Du gerade?

  • Ich bade.

  • Oh, das mache ich auch gerne. Ist das alles Dein Schaum?

  • Ja, den habe ich gemacht. Schön, nicht wahr? Ich kann Tausend und drei Welten sich darin spiegeln sehen.

  • Oh, das sind wahrlich schon sehr viele. Und, bist Du nicht langsam müde?

  • Ja, ich bin müde, ich gehe auch gleich schlafen. Meine Mutter holt mich, und dann bringt sie mich ins Bett.

  • Und, bist Du glücklich?

  • Ja, ich bin glücklich, müde und glücklich.

  • Dann wünsche ich Dir eine gute Nacht.

  • Danke. Kommst Du mich wieder besuchen?

  • Wenn Du Lust hast, dann komme ich gerne wieder vorbei.

  • Und ob ich Lust habe! Hier kommt so selten jemand hin.

  • Wann war denn das Letzte mal jemand da?

  • Och … gestern erst, da saß, an der selben Stelle wo Du jetzt sitzt, ein Mann.

  • Ein junger oder ein alter Mann?

  • Ein netter Mann.

  • Und was wollte er?

  • Sich nur mal umschauen.

  • Und wo ist dieser Mann hingegangen?

  • Nach Unten ins Tal. Er sucht die Liebe, hat er gesagt.

Und dann mussten sie sich schnell wieder auf ihre Besen schwingen, denn die Mutter des Sonnenkindes kam ins Badezimmer und holte ihren Liebling aus der Wanne.

Satan schwieg während des gesamten Rückfluges, und auch als sie wieder in dem alten Gotenhaus angekommen waren, blieb er auffällig schweigsam. Sie wollte ihn aus dieser Nachdenklichkeit nicht herausreißen, und so zog sie sich ebenfalls in ihr kleines Dachzimmer zurück.

Buhanan-Decker, Jared, Sharry, Reddit

Und Monalisa dachte an den Wandersmann,

der das Sonnenkind nach der Liebe befragt hatte:

Als der junge Gott einst seine Heimat verlies,

um in der Ferne zu finden ein neues Paradies,

da zerfiel die alte Welt in 14 Stücke,

und es hinterblieb eine schmerzliche Lücke.

In der Lücke versteinerte das zerrissene Herz.

Der Stein der Weisen wurde zu Erz.

Und der Gott begann zu fluchen,

warum nur kann ich nicht mehr bluten?

Bin ich denn aus Stahl und Eisen?

Wohin muss ich denn noch Reisen,

durch das unendlichgroße All?

Wo nur treffe ich die richtige Wahl?

Wenn das Herz nicht mehr spricht,

dann nützt die ganze Weisheit nichts.

Wenn das Herz nicht mehr klopft: Hallo!

Dann wird auch der Geist eines Gottes nicht mehr froh.

Was mir fehlt zu meinem Glück,

das ist ein ganz bestimmtes Stück.

Und das liegt in der Hand einer einzigen Frau,

die ich einst behandelte wie eine Sau.

Ich wollte ein Schwein sein in der Welt,

ich wollte scheißen auf den Held,

den in mir sah die ganze Welt.

Ich wollte ein Schwein sein in der Welt,

ich wollte scheißen auf das Gold,

das man mir da vorgezählt.

Ich wollte ein Schwein sein in der Welt,

ich wollte scheißen auf den Held,

der mir zerstörte die heile Welt.

Und so hat der Gott viele verschiedene Welten besucht,

und auch auf den entferntesten Sternen gesucht.

Doch immer wenn er sich bückte in den Sand,

er dort nichts als Steine fand.

Das wahre Leben war nie dabei,

es blieb verschlossen in dem harten Ei,

dass die Große Mutter einst vergrub im Sand,

damit es sich entwickle zu einem neuen Land.

Und das Ei hält die Königin in der Hand,

und sie fragt: Ist es das, was der Engel einst fand?

Werde ich damit Herr im eigenen Land?

Und das Ei hält die Königin in der Hand,

und sie fragt: Was fand ich da im Wüstensand?

Was bewirkt das Ei in der falschen Hand?

Und das Ei hält die Königin in der Hand,

und sie fragt: Wie erschaffe ich eine Welt aus Sand?

Wo ist der Held in meinem Land?

Und die Königin lässt die Hände sinken,

wie viele Karten sollte sie noch schicken?

Wo war der Ritter in Person,

der nicht nur fragte nach dem Lohn?

Wo war der große Sonnenmann,

der das alles schaffen kann?

Wo war der Held der neuen Welt,

der drauf scheißt, aufs ganze Geld?

Der nicht nur träumt vom Paradies,

sondern auf der Suche ist.

Einer, der hat klar erkannt,

das Leben liegt in unserer Hand,

denn, wir sind Könige im eigenen Land.

Barack Obama, US-Wahl 2016

Und Monalisa schaute aus ihrem Fenster. Wo nur lief er jetzt rum, dieser einsame Wandersmann? Wie fand er zurück in ihr gemeinsames Land? Fand er den Weg aus dem Gebirge zu ihr ins Licht? Erkannte er sie wieder? Erinnerte er sich an ihr Gesicht? Hörte er die Liebe, die zu ihm spricht? Bitte, bitte vergiss mich nicht.

Mein geliebter Sonnenmann,

ich nicht mehr länger warten kann,

das Ei hat sich gedreht,

die Welt sonst wieder untergeht!

Bitte, bitte komm zurück zu uns,

wir sind verloren ohne Deine Kunst,

zu wecken die Begeisterung,

für die, zu Leben, es sich lohnt.

Bitte schau auf diesen alten Bau,

hier hat gewohnt die schwarze Sau.

Sie hat zerstört die alte Welt,

mit ihrer Gier nach all dem Geld.

Schau, ich halte das Schwein gefangen,

ich bin schon ganz nah heran gegangen,

aber ich will es nicht töten mit dem Schwert,

ich will erweichen sein versteinertes Herz.

Ich will ihm eine Diät verschreiben,

Wasser und Brot sollten lange reichen.

Und, dann wird aus dem Schwarzen Schwein,

auch wieder ein Herz das Lieben kann.

Prinz Harry Meghan Markle

Und dann hat auch Gott wieder ein blutendes Herz,

das nicht nur kennt den schrecklichen Schmerz,

ein Leben als Geist, sehr weit entfernt,

dem man frech die Bude zuscheißt.

Setzt Dich wieder auf den Thron,

sei der Sonne ihr geliebter Sohn.

Steck den Kopf nicht in den Sand,

die Königin hält das Ei in ihrer Hand.

Sie hielt es fest all die Jahre,

10 000 sind es, und ein paar Tage.

Sie hielt die ganze Zeit den Mund,

doch jetzt sie gibt der Menschheit Kund:

Sie wird das Gold zurückbehalten,

und wieder Sonnenschein verbreiten.

Das Schwarze Schwein kommt auf Diät,

denn für die Liebe ist es nie zu spät.

Mein geliebter Sonnenmann,

Du bist es der entscheiden kann:

Hilf mir zu heilen dieses kranke Tier,

und stell Deine Wächter vor die Tür.

Bitte, hilf mir zu treiben die geile Sau,

in den kleinen Schlagverhau.

Dort kann die Bestie verschmachten,

bis draus wird ein guter Braten.

Mein geliebter Sonnenmann,

das Dorf ist hier, es ist sehr arm,

ich lege den Schlüssel unter die Tür,

ich muss jetzt fort, es schreit das Tier.

Orban scheitert mit Verfassungsänderung

Die Zeit ist um, das Ei gedreht,

die Welt nun bald zu Grunde geht.

Ich muss jetzt ziehen an dem Stöpsel

Ich kann nicht mehr sagen, in der Kürze.

Nur Eines sei Dir ganz gewiss,

ich habe Dich immer sehr vermisst.

*

Toni Kroos

Der Dompteur

Und Monalisa sammelte ihre Sieben Sachen zusammen und schaute sich noch einmal gründlich in ihrem Zimmer um. Das rote Tuch! Es lag immer noch auf ihrem Tisch. Sie wickelte das Tuch aus dem Papier und durchsuchte den, mittlerweile vertrockneten, Auswurf nach den befürchteten Erregern ab. Glück gehabt, es waren keine Nematoden dabei. Sie hielt das Tuch aus dem Fenster und schüttelte es kräftig aus. Die üblichen Krankheiten gehörten nun mal in jedes gesunde Haus.

Dann hing sie das Tuch in ihr geöffnetes Fenster.

Wer weiß, vielleicht sah er es ja als Erster.

Sie kontrollierte ihre Bestände.

Viel würde sie nicht mitnehmen können.

Sie verstaute ihren Laptop, sie steckte sich den alten Schlüssel in die linke Hosentasche, Ihre roten Zauberperlen, die Kette war zwar zerrissen, und die Perlen waren auch nicht mehr ganz vollständig, aber auf ihrer Reise würde sie über jede Einzelne, noch einmal sehr, sehr froh sein.

Dann ihr alter Korkenzieher, sehr wichtig. Mit ihm würde sie auch die verschlossensten Türen geöffnet bekommen. Dann etwas von dem besten Zauberkraut und das Fläschchen mit dem Saft mit dem Jeder sich was traut und ihren wunderbaren Zauberring, den sie schon trug als kleines Kind.

Laptop, Schlüssel, Perlen,

Korkenzieher, zwei Fläschchen

und ein Ring.

Mehr ist auch für eine Göttin nicht drin.

Denn es kommt an, auf das zweite Gewicht,

und das es auf der anderen Seite, auch das Gleiche ist.

Die Nachricht für den Sonnenmann legte sie in den silbernen Astronautenschuh. Sorry, der andere kommt später noch dazu, schrieb sie als P.S. hinzu. Dann legte sie sich den blauen Mantel über den Arm. Ihr blaues Wassertuch schlang sie um sich, sie zog ihre Sandalen fest, dann machte sie noch einen letzten Test. Sie drehte sich mehrmals im Kreis, ja, ihre eigene Achse, sie war geeicht. Gut, sagte sie laut:

  • Dann gehe ich jetzt zu dem kleinen Teich.

  • Moment, Monalisa, hast Du nicht noch etwas vergessen?

  • Wer spricht denn da mit mir?

  • Dein Gewissen rät Dir hier.

Und Monalisa überlegte:

Wie soll ich Satan das alles erklären?

Soll ich es ihm noch einmal erzählen?

Soll ich ihn doch noch ein letztes Mal fragen?

Soviel Perlen habe ich schon verschwendet.

So viele Male war ich schier verzweifelt.

Soviel Kummer hat es mir bereitet.

Er will die Zeichen nicht verstehen,

er glaubt, es könne auf immer so weitergehen.

Himmel und Hölle tanzen zusammen,

und die Teufel spielen ganz artig Fangen.

Doch, so geht das leider nicht,

will man nicht sein dem Teufel ein Knecht.

Satan hat zwar nicht mit den Wölfen heult,

für sich zu kämpfen, er sich jedoch trotzdem scheut.

Ich habe ihm mehrmals erzählt von dem Mann,

dem hässlichen Monster mit dem langen Arm.

Er will es nicht glauben, er will es nicht sehen,

er will lieber weiter spazieren gehen.

Es ist nun mal nicht sein Job,

dafür bekommt er zuwenig Lohn,

er ist kein Butler und auch kein Koch,

er verdient sein Brot woanders, auch heute noch.

Nicht er sitzt an des Schachspiels Brett,

dafür liegt er schlicht zu lange im Bett.

Satan-Junior hatte man vor die Tür gesetzt

und seinen Stuhl mit einen anderem besetzt.

Er wurde ihnen schlicht zu unverschämt,

er hat dem Teufel die Suppe nicht gegönnt.

Und gesagt: Macht doch Euren Scheiß alleine,

ich kümmere mich nur noch um meine eigenen Beine.

Er hat diese Entscheidung nie zurück genommen,

und jetzt ist die Hölle ohne ihn weggezogen,

und mit den 100 Tagen, da hat er mich auch belogen,

denn dafür hat nie ein Los bei mir gezogen.

Er hat versiegelt den Weg mit einem Stein,

und hat sich gedacht: Die ist jetzt mein!

Er hat mich benutzt, für seine eigenen Zwecke,

er wollte nicht zurück, zu der beißenden Zecke.

Die Liebe ist sehr oft ein Trauerspiel,

wenn die Brille fällt, dann sieht man sehr viel.

Und Satan hat seine Chance vertan,

als die Göttin ihm reichte den rettenden Arm.

Er hat den ernst der Lage nicht verstanden,

ihm kam wohl doch der klare Geist abhanden,

er hat zwar gekifft von früh bis spät,

doch leider dabei nicht gesät.

Er hat den Rasen nicht mehr gemäht,

und geglaubt, das ich es nicht merk.

Er hatte ihr spielende Höllenhunde versprochen,

statt dessen geht er mit ihrem Hund laufen.

Er war auch nicht bei ihrem Fest,

hat sich benommen, als herrsche die Pest,

bis er vertrieben auch den letzten Gast,

hangelte er sich über jeden Ast.

Dann brach er entzwei den letzten Stab,

die eine Fee ihm einst als Stütze mitgab.

Er sollte damit seine Liebe beschützen,

er sollte sie, mit sehr viel Umsicht benützen.

Und dann verriet sie ihm, wie man es schafft,

das der Affe in jedem lacht,

wie er die Häschen tanzen lässt,

wie er vermeidet zu werden ein Knecht.

Er hat geglaubt sein Ziel sei hier,

dabei liegt es hinter seiner Kellertür.

Die Stöcke, die er da vergessen,

sie werden ihm am Ende wirklich sehr fehlen.

Wenn er die Hunde dann nicht herbei trommeln kann,

sitzt auf seinem Stuhl wieder einmal ein anderer Mann

ein Dompteur, der seine Versprechen hält,

spätestens, wenn er 100 Tage gezählt.

Monalisa Blick fiel auf den Stoff und die Wasserpfeife. Wenn Satan die 100-Tage-Prüfung gar nicht wirklich bestanden hatte, wie war er dann eigentlich an die Pfeife und den Stoff gekommen? Hatte sie nicht Gottvater mit der Tante zum Vortrag eilen sehen? Monalisa schaute in die Pfeife. Sie war nur oberflächlich ausgespült worden. Hm, das konnte sie nun aber gar nicht verstehen. Gott war es doch um genau diesen uralten Stoff gegangen. Sollte er etwa nur eine kleine Probe davon benötigt haben? Oder war es ihm am Ende gar nicht um seine Beseitigung gegangen? Und der herrliche Mantelstoff, seit wann wurden die Kleider im Paradies nicht mehr zusammengenäht? Ihr kam das ganze plötzlich spanisch vor. Da war doch was faul. Und zwar ganz bestimmt.

Monalisa legte ihren blauen Mantel zurück.

Mit einer solch offenen Frage konnte sie unmöglich auf die Reise gehen. Sie setzte sich auf ihren Teppich. Sie musste noch einmal gründlich über alles nachdenken. Diesmal wollte sie auf keinen Fall zu früh starten, das hatte sie schließlich schon einmal in des Teufels Küche gebracht. Andererseits, da wollte sie im Grunde ja auch hin. Denn, dort, ganz in der Nähe musste der verstopfte Abfluss sein. Kleopatra hatte ihr dies gesteckt, der Teufel schiss immer am gleichen Fleck.

Direkt neben der Küche, dort hinterlies er seinen eigenen Dreck.

Was sollte sie also machen?

Sollte sie den Sprung in die Tiefe wagen?

Der freie Fall … an ihrem selbstgeknüpften Seil?

Und wenn das Licht nicht rechtzeitig aufging?

Was, wenn alles an dem einen, roten Faden hing?

Würde das kleine Seil alleine halten?

Und wer zog vor allen Dingen an der anderen Seite?

Was waren das für fremde Leute?

Sie hatte sie im Traum gesehen,

ihre Sprache konnte sie leider nicht verstehen.

Sie sahen wie normale Menschen aus,

sie trugen viele Dinge durch ihr großes Haus.

Alles war sehr sauber und auch nicht hässlich

alles war brauchbar und sehr zweckmäßig.

Schlösser und Türen kannten sie nicht,

und steinerne Wände störten sie nicht.

Sie gingen überall ein und aus,

im unendlichen All waren sie zu Haus.

Monalisa schaute durch die gläserne Wand,

und sie hielt den alten Schlüssel in der Hand.

Wie sagt man wohl dort: Hallihallo?

Und: Wo bitte geht’s zu ihrem Klo?

Der Narr war der Joker in ihrem Spiel.

Flog er nicht durch das gleiche Ziel?

Leute, wenn ich den Kerl entdeck,

der IHR Kind bei uns versteckt!

Hätte ich doch nur mehr als diesen einen Brief,

könnte ich ihn nur zerren aus dem Verließ!

Selbst auf einem Besen würde ich reiten,

und ich würde ihn nach Hause begleiten.

Ich würde sagen: Bitte, hier ist ihr Sohn,

und ich verlange auch keinen Lohn.

Es tut mir wirklich schrecklich leid,

doch dieser Typ ist durchgeknallt.

Er hat uns Nematoden eingeschleppt,

die sich dann bei uns eingezeckt.

Wir haben wirklich genug Probleme,

und auch viel Ärger mit den eigenen Söhnen.

Wir kennen das Problem genau,

im Grunde fehlt ihm nur eine Frau.

Bei uns wird er sie jedoch niemals finden,

da wird er immer nur im Dunkeln sitzen.

In unserer Welt scheint nun mal ein anderes Licht,

es ist unsere Sonne, und sie verbrennt uns nicht.

Sie lässt unsere Äcker und Wiesen erblühen,

sie verwandelt das Land in Suppengrün.

Unsere Meere sind ein gedeckter Tisch,

die Berge bringen das Wasser frisch zum Fisch,

Das ist bei uns ganz normal,

und, ab und zu, essen wir auch einen Aal.

Oh wei, da hatte sie aber etwas gesagt,

was der Andere gar nicht hören mag.

Ein Aal, der war ihr heiligstes Tier,

mit ihm hielten sie zurück, die ewige Gier.

Sie würden dieses Tier niemals töten,

denn das brächte ihnen die wahren Nöte.

Die Gier, die wollten sie nicht erschrecken,

lieber würden sie gleich verrecken.

Denn wenn der Nematode schreit,

dann ist der eigene Untergang auch nicht mehr weit.

Und die Schlange zischt dazwischen:

Das sollte auch für unsere Gattung gelten!

Ja, da habt ihr tatsächlich Recht,

streng verboten ist das Schlangengericht,

der Schutz von Mutter Natur,

beginnt gleich vor der Tür.

Die Gier zu wecken durch Verzehr,

ist Missbrauch und noch sehr viel mehr,

Die Gier zu wecken durch Verkehr,

macht Besinnung wirklich schwer,

Die Gier zu wecken durch das Schwert,

macht Dich geil auf Todesschmerz.

Die Gier zu wecken durch den Krieg,

bringt den Nematoden den Sieg.

Und der Nematode lacht, und lacht,

ja, ja, so habe ich mir das gedacht!

Ich zünde mit dem Pulver rum,

danach sind dann alle stumm.

Dann ist meine Zeit gekommen,

dann wird durch uns Maß genommen!

Nematoden dieser Welt!

Bald haben wir das ganze Geld,

dann die Welt am Boden liegt,

das wird ein super schneller Sieg!

Die Menschen sind schon ganz betört,

selbst die Sklaverei sie nicht mehr stört,

Nematoden dieser Welt!

Rafft zusammen das gestohlene Geld,

der Teufel gerne Bares zählt.

Das wird ein super geiler Sieg!

Ich schon einen Steifen krieg,

wenn ich denke an den Krieg.

Nematoden dieser Welt!

Das wird ein Superkrieg!

Das wird ein wirklich leichter Sieg!

Wir haben alles gut geplant,

vom Schiff bis hin zur freien Bahn,

die Welt schläft fest,

sie merkt nichts von der Schwarzen Pest.

Wir haben alles durchgecheckt,

wir brauchen nur noch einen Schreck,

dann geht die Party richtig los,

und der Mensch, der ist dann tot.

Dann graben wir uns wieder aus,

dann sind die Herren im Weißen Haus.

Erkennt ihr, Leute, das Problem,

vor dem wir heute alle stehen?

Der Nematode will heraus,

er will uns stehlen das große Haus.

Er will uns versklaven zu einem Wirt,

der nur noch Nematoden wirft.

Er wartet noch auf ein Signal,

dann ist ihm alles scheißegal,

dann stellt er sich ganz einfach dumm,

und macht des Nachts die Katzen stumm.

Mit dieser Politik kennt er sich bestens aus,

er zog schon immer seinen Mehrwert daraus.

*

Der Zeitpunkt

Die Sonne war mittlerweile untergegangen, und Monalisa

saß immer noch auf ihrem Teppich und dachte nach:

Ob die Fremden sie wohl verstanden hatten?

Erkannten sie, was wir hier für Probleme hatten?

Der Nematode steckte in den Schuhen,

die sie zu uns getragen haben.

Der Nematode war und ist für sie kein Problem,

da sie ordentlich zur Toilette gehen.

Sie scheißen auch nicht neben die Küche,

und sie geben sich auch sonst viel Mühe.

Doch bei uns entstand der Schlendrian,

und der erste Teufelskreis fing an:

Ein Wirt trug den Wurm unter die Leute,

auch wenn es ihn später noch sehr reute.

Doch weil er nichts den Göttern gesagt,

verging für alle der rettende Tag,

und weil der Nematode meidet das Licht,

verhüllte er bis zur Nacht sein wahres Gesicht.

Doch dann kam er aus sich heraus,

und machte einen Riesenspuk im Haus.

Der Wurm verwandelte sich zum Mann,

einem Kerl, der wirklich alles kann.

Ein etwas sonderbarer Typ,

aber eigentlich ganz lieb.

Was er erzählte klang Gescheit,

die Augen gingen auf, und zwar ganz weit:

Kompromiss zu Klimaschutzplan zeichnet sich ab

Wenn das die reine Wahrheit ist,

dann, der Gott eine Schlange ist,

die falsch und zutiefst verlogen ist,

aber den Bösen nicht auffrisst.

Klar, unser Mann hatte da was missverstanden,

er hatte, wie der andere auch, nicht mehr alle Tassen stehen,

und nach dieser Sache, war nicht mal mehr eine im Schrank,

und dann, war es der Wirt, der sich total betrank.

Und bald schon war die nächste Familie krank.

Überall herrschte Streit und Zank

Als Erstes wurden mal wieder die Ratten verdächtigt,

doch sie waren diesmal nicht daran beteiligt.

Und irgendwann wurde selbst Monalisa schlecht,

und brachte die ganze Geschichte auf den Tisch.

Gott Vater, siehst Du nicht die Gefahr!

Dieses Netz, da vorne spinnt ein Narr!

Doch Gott war auf dem Ohr wohl taub,

und so zerfiel die Welt zu staub.

Nur eine Bombe konnte am Ende noch retten den Stern,

auch wenn die Götter die Menschen darauf hatten sehr gern.

Doch wenn Nematoden sind im Haus,

dann ziehen Götter sofort aus.

Dann überlassen sie alles den Mäusen und Ratten,

und verschwinden in den verwilderten Garten.

Sie leben dort als Spinne oder Hummel,

als Biene oder Schmetterling, aber alle tragen einen Ring.

Und dieser Ring, wenn der sich wieder dreht,

die Tür zum Haus der Götter allen offen steht.

Der Glaube an sich, der hat die Wahl:

Das Gute zu wollen, oder das Schlechte zuzulassen.

Die Liebe zu leben, oder noch nicht mal mehr zu hassen.

Das Herz zu schenken, oder sich an der Gier zu überfressen.

Oder, das Licht geschickt zu lenken,

um sich nicht selbst zu verrenken.

Denn, das gute, geliebte Herz macht Licht,

das Böse kann das nun mal nicht.

*

Sie musste eingeschlafen sein über ihren Gedanken, denn der Morgen blinzelte schon in ihr Zimmer, als sie die Augen aufschlug. Mensch, sie wollte doch schon längst unterwegs sein! Sie sprang auf ihre Füße.

Na, was war denn das?

DIK-Moschee, Hildesheim

Da hatte sich doch Etwas um ihre Fesseln gewickelt:

  • Was soll das?

  • Ich möchte nicht das Du gehst.

  • Und warum bitte schön nicht? Immer noch Gewissensbisse?

  • Ich bin Deine Vorsehung, nicht Dein Gewissen.

  • Ach … und wer hat Dich um Deine Meinung gebeten? Gerade Du, gerade Du, hast mir doch, mit Deinen ewigen Falschangaben nur einen Haufen Ärger und Enttäuschung ins Haus gebracht. Willst Du mir vielleicht sagen, der richtige Zeitpunkt sei wieder einmal leider, leider, doch noch nicht gekommen?

  • Was kann ich denn dafür, wenn Du Dir immer alles so auslegst, das es zwar in Deine Welt, aber nicht in die, der anderen passt?

  • Na, Du machst es Dir anschließend immer einfach, das kenne ich schon. Genarrt hast Du mich ohne Ende. Immer wieder. Woher soll ich wissen, das Du diesmal richtig tippst? Von mehr kann bei Deiner Fehlerquote ja nu wirklich nicht die Rede sein.

  • Gut. Ich gestehe, ich habe mich manchmal von einer gewissen Begeisterung mitreißen lassen, ich habe vielleicht schon mal Etwas zu früh gesehen, früher als es dann eintrat, aber, inhaltlich? Habe ich Dich jemals inhaltlich enttäuscht?

  • Hm … gut, eingetreten ist am Ende alles. Oft sogar mehr, als mir lieb war.

  • Siehst Du, und diesmal ist es genauso.

Monalisa schaute auf ihren Kalender … 29. August.

29 + 8 = 37 = 10 = 1 Der Magier des Tarot …

Neuanfang, Ausführung des ersten Schrittes …

Cobie Smulders, Krebs

und sie hörte Hermes heisere Stimme, die der jungen Schlange diktierte: „ … Die Macht der Gedanken befähigt das mental entwickelte Individuum, kraft seiner inneren Überzeugung, Einfluss auf die äußere Welt zu nehmen und dadurch Dinge zu bewirken, die bis zu diesem Zeitpunkt noch außerhalb seiner Möglichkeiten lagen. Der Magier fordert zum zielgerichteten Einsatz der Willenskraft auf. Darüber hinaus macht er uns darauf aufmerksam, den Blick für das große Ganze nicht zu verlieren …“

Nun, der Tag selbst schien doch gar nicht

so unpassend zu sein, dachte Monalisa.

Zielgerichteter Einsatz … den Blick für das große Ganze nicht verlieren … hatte sie da ein Defizit? Und wieder setzte sie sich auf ihren Teppich. Vielleicht hatte sie ja auch einfach Lampenfieber … Schiss vor der eigenen Traute, sozusagen. Ja, so etwas konnte auch Göttern passieren, schließlich waren die Folgen, in dem Moment, wenn man auf die äußere Welt Einfluss nahm, nicht so gut zu vorherzusehen, als wenn man den Dingen ihren natürlichen Lauf lies. Eine kleine Unachtsamkeit, ein kleiner Rechenfehler, und die angestrebten Dinge konnten durchaus ins krasse Gegenteil umschlagen. Sie stutzt: Und genau das hatte sie doch eigentlich auch vor, dachte sie. Sie wollte, das die, zu diesem Zeitpunkt angestrebten Dinge, in ihr krasses Gegenteil umschlugen.

Und dazu wollte sie den winzig kleinen Rechenfehler, den da jemand in seine Rechnung eingebaut hatte, für ihre Ziele nutzen.

Den Spieß umdrehen, sozusagen.

Lotto

Sie schaute noch einmal die Dinge durch,

die sie mitnehmen wollte.

Laptop, den brauchte sie unbedingt. Dann die roten Perlen, auch sehr wichtig. Der Korkenzieher, unbedingt. Der Schlüssel? Nein, der war zwar vielleicht nicht nötig, aber hier liegen lassen, das ging auf keinen Fall. Die Fläschchen? … sie überlegte. Brauchte sie den Zaubersaft überhaupt? Sie war als Kind zwar nicht gleich, so wie Obelix, in den Bottich gefallen, aber sie hatte oft genascht. Und zwar immer wieder. Früh morgens, wenn keiner in der großen Küche war, dann war sie nicht selten, gemeinsam mit ihrer Schwester, in die große Vorratskammer geschlichen.

Dort krochen sie auf den Regalen herum

und inspizierten die Lagerbestände.

Und natürlich hatten sie von allem,

das in Reichweite kam, auch probiert.

Und von dem speziellen Honigfass, das ihr Vater ganz weit oben auf das Regal abgestellt hatte, davon hatte sie immer gleich als Erstes genascht. Das dieser Honig mit irgendetwas vermengt worden war, das hatte sie zwar herausgeschmeckt, aber es schmeckte trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, einfach nur super. Jedenfalls fühlte sie sich danach immer ganz leicht.

Ihre Schwester hatte auch davon genascht, allerdings wirkte sich bei ihr dieser Honig ganz anders aus. Sie wurde davon erst laut und ungestüm, dann weinerlich und dann musste sie nicht selten kotzen.

Sie dachte an den grünlichen Auswurf. Ob sie etwa wieder mal von dem Zeug getrunken hatte? Das würde ihr Verhalten noch am ehesten erklären. Erst rumbrüllen, dann aggressiv werden, sich eine Ohrfeige einfangen, dann jammern und anschließend rumkotzen. Ja, so war es oft gewesen.

Wieso sie von dem Honig leicht wurde, und ihre Schwester nur noch schwer auszuhalten, das konnte sie auch heute noch nicht mit allerletzter Bestimmtheit sagen. Heute, war es jedenfalls so, das Monalisa diesen Zaubertrank im Grunde gar nicht benötigte. Jedenfalls nicht für sich selbst. Sie steckte ihn trotzdem ein. Sicher ist sicher, dachte sie.

Sie sah noch einmal zu dem roten Tuch. Hm … und sie nahm es vom Fenster. Sicher ist sicher, dachte sie. Und dann sah sie ihre kleine Tonflöte. Sicher ist sicher, dachte sie. Und sie steckte die kleine Flöte ebenfalls ein. Ein letzter Rundumblick … und dann verlies sie endgültig ihre kleine Dachstube.

Sie ging zunächst in Richtung Küche, ein bisschen Proviant konnte schließlich nicht schaden. Sogleich kam Prinzessin Pompadur auf sie zu gelaufen, umarmte sie stürmisch und bestimmte:

  • Du trinkst jetzt erst mal einen Kaffee mit mir.

Und schon war sie wieder in der Küche verschwunden.

Es war geputzt worden.

  • … also, Monalisa, Dein Fest, also, das war ja wirklich spitze! Man, was habe ich mich amüsiert! Endlich mal wieder! Ich war schon ganz ausgetrocknet. Und diese Musikanten! Einfach unglaublich, was die drauf haben. Ich bin immer noch ganz aufgeregt.

  • Immer noch? Das Fest ist doch schon über eine Woche her.

  • Aber was glaubst Du wie viel Energie ich da getankt habe, hier schau, die Küche! Das habe ich gemacht! Sieht doch fast aus wie neu, oder?

  • Hier wurde mal gründlich geputzt, das habe ich gleich gesehen.

  • Hier, schau mal in die Schränke, da findest Du nichts mehr. Keine verschimmelten Ecken mehr, alles blitze blank.

  • Und wo hast Du den Müll entsorgt?

  • Das hat alles Noha weggebracht. Er sagte, er wüste schon, wohin damit.

  • Ah ja?

  • Frage ihn am Besten selbst, er ist oben, auf dem Klo. Also, das habe ich ihm gleich gesagt, neben die Küche wird nicht geschissen! Das konnte ich noch nie leiden. Am Besten, man reißt das ganze Klo raus, ich putze das jedenfalls nicht.

  • Was für ein Klo meinst Du denn, Prinzessin?

  • Na, hier … schau mal, das ist doch echt der Hammer, im Grunde kann der Koch noch den Topf umrühren, während er scheißt. Das ist doch unhygienisch, oder etwa nicht?

  • Doch, Prinzessin, ich sehe das ganz genauso wie Du.

In diesem Moment kam Noha in den Raum.

  • Hallo Baby, na, oh … wen haben wir denn da, hallo Monalisa. Wie geht es Dir?

  • Danke, gut … und Dir scheint es ja richtig super zu gehen.

  • Das tut es, das tut es, oh …mama, oh … mama ja es geht mir … mama, mama …

  • Was hast Du ihm denn in den Tee getan, Prinzessin?

  • Honig, wieso?

  • Ach … nun, das erklärt Vieles. Wo hast Du den Honig denn?

  • Der? Ja, der, den habe ich hier in der kleinen Vorratskammer oben auf dem Regal entdeckt,

  • Gib ihn mir doch bitte mal … ah, ja, er ist er.

  • Ist damit etwas nicht in Ordnung?

  • Och doch, Prinzessin, sehr sogar, aber man sollte ihn doch nur sehr sparsam verwenden, er macht ziemlich dick, wenn man ihn zum alltäglichen Tee einnimmt.

  • Dick? Nein, das wird jetzt auch geändert. Es wird abgespeckt. Hier schau, ich passe wieder in diese Hose. Das ist wirklich schon Jahre her. Und Nohas ist auch eindeutig zu fett. Nimm den Honig mit, hier wird der Tee in Zukunft ungesüßt getrunken.

  • Oh … Baby, das kannst Du doch nicht machen, ich … ich brauche den Zucker. Ehrlich Baby, ohne läuft bei mir gar nichts mehr, eh … Baby, ohne Zucker, das geht nicht, echt nicht.

  • Mach was Du willst, bei mir gibt es nur noch schwarzen Kaffee und Zigaretten. Das sind meine Drogen, und dabei bleibe ich.

  • Du behältst Deine Drogen und verbietest mir Meine? Ist das vielleicht gerecht?

Und schon lagen sie sich wieder in den Haaren.

Monalisa ging in den Palmengarten. Kundera war nicht da. Hm … wo hatte die sich denn jetzt schon wieder versteckt? Monalisa suchte zwischen den Palmwedeln, aber sie war nirgendwo zu entdecken. Auch im Becken war sie nicht. Was war denn nun schon wieder los? Monalisa ging um das große Becken herum und schaute zu der Stelle, wo das Abwasserrohr von den Hütern der Schlange freigelegt worden war. Sie nahm den Stein zur Seite, den dort jemand vor dem Loch abgelegt hatte. Das Rohr war angesägt und zur Seite abgeknickt worden. Der Kanal war offen. So eine Scheiße aber auch. Aber sie konnte jetzt nichts daran ändern. Wenn Kundera da hinein gekrochen war, so dick wie sie nach der Party geworden war, dann hatte sie womöglich so gerade eben noch durch das Rohr gepasst. Na, wenn die mal nicht irgendwo stecken blieb, dachte Monalisa. Aber ändern konnte sie es jetzt eben leider auch nicht. Sie musste fort. Die Zeit drängte. Sie spürte es. Der Zeitpunkt, der Zeitpunkt, er kam immer näher.

Jetzt kam alles auf die Zeit an.

SIE übernahm jetzt die Regie.

Monalisa spürte es.

Es war wie eine Art Vakuum,

ein unmerklicher Sog,

ein Strudel,

ein Ziehen …

Sie spürte es schon seit einigen Tagen immer deutlicher, die Zeit nahm ihre Fäden in die Hand und erprobte die einzelnen Seile, sie schaute ob alle Fäden richtig hingen, sie schüttelte kurz, da hatte sich offensichtlich etwas verheddert. Sie schüttelte noch einmal. Jetzt saßen die Fäden alle an ihrem Platz. Das Spiel konnte also beginnen. Die Zeit war soweit. Sie drehte sich nach den Regisseur um.

  • Was ist? Wann soll ich anfangen?

  • Achte auf Dein Stichwort. Stör mich jetzt nicht, wir haben doch alles schon tausendmal durchgesprochen und geprobt. Du machst das schon. Und jetzt geh auf Deine Leiter. Achte auf das Stichwort …

Und dann war der Regisseur auch schon wieder woanders. Vor so einer Aufführung war hinter einer Bühne immer der Teufel los. Doch heute war es ganz besonders Schlimm, fand der Regisseur. Diese Premiere war seine erste große, und vor allen Dingen, selbstverantwortete Vorstellung. 100 Tage hatte er gehabt. Dann musste der Laden stehen, das war der Deal. Und jetzt stand er. Alles und alle waren an ihrem Platz. Wer jetzt nur noch fehlte, das war wie schon so oft, die Hauptdarstellerin.

Sie war im Stau stecken geblieben. Jedenfalls hat sie das so ausrichten lassen. Aber bei ihr wusste man das nie so genau. Es war durchaus möglich, das sie irgendwo in ihrer Ankleide zwischen all den Kleidern hockte und sich die Fingernägel lackierte.

Was auch immer, er war jedenfalls ziemlich angespannt. Ausgerechnet heute. Ausgerechnet jetzt. Er schaute hinter den Vorhang. Der Saal füllte sich nur langsam. Es war aber auch noch etwas Zeit. Er ging über die Bühne. Alles war fertig. Er schaute in den Schnürboden. Dort schaute einer der Techniker zu ihm herunter und machte ihm ein Zeichen. Was war denn? Er sollte hoch kommen? Jetzt? Er schaute sich um sich, dann schaute er wieder hoch. Der Techniker fuchtelte hektisch mit den Armen. Dann war er plötzlich nicht mehr zu sehen.

10 Minuten, 10 Minuten, ich muss mich sputen, dachte der frischgebackene Chef. Gleich ist es soweit, wenn nicht, wie schon so oft mal wieder irgend eine Sicherung durchknallt. Durchgeknallt, ja, das war der richtige Ausdruck. Absolut durchgeknallt.

Ja, das war auch für ihn ein echter Schock,

als er vor ein paar Tagen die Nachricht bekam:

Du bist ab jetzt der neuer Chef.

Die Stelle ist zu lange schon unbesetzt,

und Du bist nun mal der Nächste nach dem Gesetz.

Also, hier ist der Schlüssel fürs Büro,

und hier, die neuen, alten Schuh.

Sind gerade eingetroffen,

ich hoffe das sie Dir noch passen.

Und das alles in einem alten Schuhkarton,

mit der Aufschrift: Du machst das schon.

*

Die Marionette

Monalisa ging in die Küche zurück. Prinzessin Pompadur

schwieg eisern und Noha griff zur Vodkaflasche:

  • Ich verstehe das nicht, das Zeug turnt gar nicht mehr. So ein Fusel, was hast Du mir da hinein getan? Los! Sprich, spucke es aus! Das ist ja widerlicher als das abgestandene Wasser, das Du immer in Dich hinein kippst.

  • Ich bin müde, Noha.

  • Och … Mädchen, baby, doch nicht jetzt? Ich habe noch was richtig geiles vor. Ich werde Dir was zeigen, da wirst Du staunen! Du wirst Dich aufs neue in mich verlieben, ich verspreche Dir …

  • Deine Versprechungen sind Schall und Rauch.

  • Ey, baby, was sagst Du da! Bin ich nicht Dein toller Kerl?

  • Aber Du bist kein Mann, Noha. Du bist eine wandelnde Schnapsleiche.

  • Ich? Ich bin doch keine Leiche! Wer ist es denn immer, der hier herumstirbt? Los! Sprich, spuck es ruhig aus!

Aber die Prinzessin schwieg. Sie hatte die Küche geputzt, und der blöde Kerl sagte keinen Ton darüber. Und jetzt blies er sie auch noch mit seiner Fahne an. Das Vodka keine Fahne hinterlies, das glaubten auch nur die, die es tranken. Ihre Nase war jedenfalls empfindlich genug, seit sie mal wieder richtig durchgeatmet hatte. Sie zündete sich eine Zigarette an.

  • Ich denke, Du wolltest nicht mehr rauchen, hast Du das nicht gerade eben noch versprochen, Prinzessin? Für Dich gilt also doch immer noch eine Ausnahme.

  • Ich kann Deinen Atem nicht anders ertragen. Tut mir leid. Aber Du riechst einfach zu sehr aus dem Mund. Auch Deine Haut, Deine Haare … einfach alles stinkt erbärmlich. Ein Mann riecht anders. Ich erinnere mich. Ich erinnere mich an seinen herrlich herben Duft, an seinen Schweiß, seine Küsse … und das schmeckte eindeutig anders, Noha. Es tut mir wirklich leid es Dir so offen sagen zu müssen. Aber bevor ich Dir noch einmal gestatte, mich wie ein Stück Dreck zu behandeln, werde ich gar nichts mehr tun. Einfach gar nichts mehr. Ich werde da sitzen und rauchen. Soviel ich will.

Sie nahm Monalisa noch einmal kurz in den Arm,

dann verlies sie den Raum. Noha schaute ihr betroffen hinter her.

  • Ich stinke?

  • Das kann ich nicht beurteilen Noha, jeder ist für andere Gerüche empfindlich. Und Katzen sind nun mal sehr geruchsempfindlich.

  • Aber sie ist doch keine Katze, ein Mäuschen vielleicht … ein Baby, denke ich manchmal.

  • Auch Mäuse und Babys haben einen Geruchssinn, Noha. Ob Katze, Hund oder Maus … Alkohol gehört nicht ins Haus, sondern in die Apotheke. Ich möchte Dich wirklich bitten, suche Dir eine andere Droge. Alkohol ist ein Nervengift und kein Getränk. Und schon mal gar kein Wasserersatz.

  • Ich kann nicht ohne.

  • Nun, siehst Du, und das ist der Unterschied zwischen einem Mann und einem Kerl. Mit einem Kerl kann man Bäume ausreißen, und mit einem Mann kann man sie auch wieder einpflanzen.

  • Und mit Typen wie mir kann man sie Stehlen und Weiterverkaufen.

  • Ach ja … die gibt es natürlich auch noch, da hast Du natürlich vollkommen Recht. Tja, schade Noha, ich hatte da eine Idee gehabt, aber nun, da müsstest Du sehr oft und viel einkaufen und das dann auch noch alles weiterverarbeiten.

  • Einkaufen? Ich liebe es einzukaufen! Und dann weiterverarbeiten … kochen. Ich bin nämlich ein Superkoch … eigentlich, von meiner Berufung her. Weißt Du das eigentlich? Ich war mal der Größte! Wer auf meiner Jacht eingeladen war, dem ist hören und sehen vergangen, allein nur beim Anblick meiner Kreationen.

  • Diebe und Hehler sollen von mir aus Deine Gäste sein. Eine Suppenküche steht schließlich auch den Berufsschnorrern offen. Hier bekommt jeder etwas zu essen, der einen Apfel und ein Ei mit bringt.

  • Du willst eine Suppenküche aufmachen?

  • Nein, aber Du vielleicht. Du kannst es Dir ja noch überlegen. Ich muss mich jetzt erst mal um eine andere Sache kümmern. Wir sprechen in ein paar Tagen noch mal darüber.

  • Du musst weg?

Noha schaute sie etwas schräg von der Seite an.

  • Die Zeit wartet nicht, Noha. Sie läuft.

  • Ah … apropos Zeit, Monalisa, da habe ich etwas ganz Besonderes, hier schau mal, dieser alte Uhrkarton, den habe ich gestern mitgebracht. Sie stand bei meiner Mutter, ganz oben im Kühlschrank, da ist mein ganzes Leben drin. Alles eingefroren natürlich.

  • Aber das taut doch jetzt auf. Da tropft es schon.

  • Na und, ist doch egal. Ich lebe trotzdem weiter. Ich habe da keine Angst mehr vor. Ich will es zu einem wahren Himmelsgericht verarbeiten, die Krönung einer Königin … ein Kunstwerk, die Rohmasse alleine ist schon, ach, Millionen, nein Milliarden Dollar wert.

  • Und? Warum verkaufst Du es nicht?

  • Was nützen mir die Dollars im Paradies? Nichts, gar nichts. Was ich jetzt brauche ist Kohle für den Ofen. Denn ein richtiger Ofen, der muss gefeuert werden, sonst wird auch im Himmel die Suppe nicht warm.

  • Das stimmt nicht ganz, Noha, im Himmel kocht man mittlerweile mit Induktionsherden. Schon mal was davon gehört?

  • Ein Induktionswok, na klar, aber das ist natürlich etwas ganz anderes, damit mache ich das Wasser heiß, aber so richtig gut wird die Wurst nur über einem Rost. Ein bisschen Hölle muss schon dabei sein, sonst ist es nicht perfekt.

  • Ein Punkt für Dich. Das Argument überzeugt mich. Du bekommst das Feuerrecht verliehen. Aber auf Bewährung, das muss Dir klar sein. 100 Tage hat einfach jeder. Da gibt es auch für Dich keine Ausnahme.

  • Einverstanden.

  • Überlege es Dir gut, Noha. In meiner Küche gibt es Alkohol nur zum Würzen und als Desinfektionsmittel.

Noha musste husten.

  • Ach ja, und Hustensaft, den gibt es auch nur noch in der Apotheke.

  • 100 Tage? Du meinst, ich darf mitmachen?

  • Was heißt hier mitmachen, anmelden kann sich jeder. Immer wieder, und so oft er will.

  • Und die Prüfungen?

  • Die finden dann genauso häufig statt. Alle 100 Tage. Man muss sich das gut überlegen. Bist Du einmal eingestiegen, kommst Du so schnell nicht wieder aus der Sache heraus. Mitgehangen, mitgefangen, so sieht das dann aus.

  • Ich kann doch einfach verduften.

  • Das kannst Du, aber die Zeit ist unerbittlich und kriegt Dich, wo Du auch bist. Sie durchmisst das gesamte Universum, sie ist an jedem Ort präsent.

  • Im Schwarzen Loch aber nicht. Da ist dann Feierabend.

  • Nun gut. Sicherlich, nur ist es dort eben auch ganz fürchterlich langweilig.

  • Und gefährlich.

Sagte Noha, mit einem schrägen Blick zu ihr herüber.

  • Nicht, wenn man auf einer Hummel fliegen kann, Noha. Das ist eben der Unterschied zwischen einer Wespe und einer Hummel, einer Feuerstelle und einem Induktionsherd, einem Kerl und einem Mann. Jeder hat die Wahl: Das Gute zu tun, oder das Schlechte zuzulassen.

Und damit ließ sie ihn in der Küche stehen. Sie hatte jetzt wirklich keine Zeit mehr zu verlieren. Wenn sie nicht zu spät kommen wollte, dann musste sie sich jetzt auf den Weg machen. Sie schätzte die Pünktlichkeit. Pünktlichkeit war für sie ein Spiel. Ohne Uhr, natürlich, alles andere wäre ja witzlos. Nein, sie schätzte die zufällige Pünktlichkeit. Die, die zufällig genau zur richtigen Zeit genau da vorbei kam, wo sie selbst gerade war. Und das ging am Besten, wenn man zur Zeit selbst wurde.

Aber das konnte sie jetzt nun wirklich keinem mehr erklären,

dafür war es jetzt tatsächlich zu spät.

*

Und dann fiel es ihr wieder ein.

Der Schlüssel für das Bombini! Sie hatte ihn Satan gegeben. Damals … als er ihr versprach das Bombini zu reparieren. Sie ging in seine Dachstube. Er war nicht da. Das Zimmer war leer geräumt. Sein Schreibtisch, seine Gräte, die Instrumente, alles war verschwunden. Irgendwie war es nicht überraschend, sondern erleichternd. Das mit dem Schlüssel war ein Problem. Andererseits, ohne das man wusste, wo man ihn hineinstecken musste, nützte der Schlüssel niemanden etwas. Denn, nur eine Hummel weiß, wie man ein Bombini fliegt. Und die verrät es zum Glück nicht jedem.

Sie suchte nach der Wasserpfeife.

Auch sie war weg. Hm …

Wahlmaschine

…also war diese Untermieterin wohl gleich mit ausgezogen, denn, dass sie bei Gott Vater geblieben war, nun, das war wohl auch gelogen gewesen. Schade. Andererseits, so war das schöne Dachzimmer mit der herrlichen Aussicht, frei für die Neubesetzung.

Doch, wenn sie wollte,

dass dieser Stein weiter rollte,

musste sie sich nun wirklich sputen.

Denn, jetzt hatte auch sie nur noch 10 Minuten.

Und als sie aus dem Fenster schaute,

sah sie den Mann, der sich nicht traute.

Mirage lief hinter ihm her,

doch Satan wollte auch ihn nicht mehr.

Wieder einmal nur ein Kerl,

Männer zu finden war wirklich schwer.

Worte waren genug gesprochen,

er hatte den Braten wohl schon gerochen.

Ob er ein Verräter war?

Das war ihr langsam auch egal.

Sie hatte wirklich andere Sorgen,

sollte ihn der Teufel holen.

Sie schloss die Tür, verließ das Haus,

von dort aus ging sie geradeaus.

Und, ihr Bombini stand bereit,

es hatte sich allein befreit.

Denn, Selbstheilung ist ein Prozess,

der typisch für Bombinis ist.

Die Kondensatoren waren voll geladen,

sie brauchte nur noch das Stichwort zu sagen.

Ach wie gut das niemand weiß,

das ich …… heiß.

Sie hörte die Kondensatoren

und Hochspannungsgeneratoren.

Und dann ging sie ab, die Post:

Monalisa ist auf dem Weg zu Gott.

Denn, der Neue ist ein netter Mann,

der noch richtig Lieben kann.

Für ihn ist das Doppel x der große Held,

ohne die Zwei, die Welt rein gar nichts zählt.

Denn, ohne die Frauen, bleibt alles Idee.

Und Gott entschied:

Es ist besser, die Kinder, die bekommen sie.

Den Nematoden fehlte das Doppel X,

und auch ihr Wesen gefiel ihm nicht.

Darum verwarf er diesen ersten Versuch,

der doch nur gefräßige Dinosaurier schuf.

Soziale Wesen waren Nematoden nie,

auch als sie gebaren eine kleine Frau.

Denn, die dachte nur an den eigenen Bau,

und wurde schon bald zur fetten Sau.

Braten sind ihr Leibgericht,

und von Liebe spricht sie nicht.

Davon hat Sie noch nie gehört,

bisher hat sie das auch nicht gestört.

Doch die Rede der Göttin hat sie berührt,

sie klopft ganz leise an die Tür.

Monalisa ich habe zugehört,

und jetzt bin ich verstört.

Wie kann es denn nur sein,

das Du sogar liebst ein solches Schwein?

Ich will ein Schwein sein in dieser Welt?

Hat er Dir das denn nicht erzählt?

Und hat er es nicht wahr gemacht?

Hat geprahlt mit seiner Macht?

Hat Dich hier zurück gelassen!

Ich könnte ihn wirklich nur noch hassen.

Ich liebe dieses miese Schwein,

weil: ER KANN ein Engel sein.

Ich habe ihn erlebt als einen gerechten Mann,

der seine Wege geht, und dabei gerade steht.

Der niemals nach dem Mammon geschaut,

der einer Frau offen in die Augen schaut.

Ich erinnere mich an einen schönen Mann,

der ganz herrlich malen kann.

Seine Universen sind einfach zauberhaft,

da in ihm steckt, die eine große Kraft:

die aus Träumen Wunder macht.

Das Got ist die Kraft der Begeisterung,

und diese ist in ihm niemals stumm.

Er hat wohl gebadet in dem Saft,

der aus Männern Helden macht.

Monalisa schaute über das riesige Meer, und sie sah Mirage hinter ihrem Bombini herlaufen. Er kam mal wieder kaum hinterher. Sie hatte ihn nicht vergessen, drum hatte sie ein Seil hängen lassen. Nun bremste sie ihren schnellen Gang und nahm an Bord den armen Kerl. Der hatte den roten Knochen im Maul, den, wo er fand, er schmeckt nicht nach Sau.

Die Göttin schaute sich

den Knochen noch einmal an:

Ein Kunststoffspielzeug, ja, das musste es sein.

Dieses Ding konnte niemals ein lebender Körper sein.

Denn, das war der Unterschied im Wesen der Dinge:

Das EINE lebte immer, und das Andere nie.

*

Und Monalisa nahm Kurs auf den Nabel der Welt. Im Tiefflug, und geradewegs zog sie über die Wellen des Sonnenmeeres dahin. Da sah sie Robinson über die Wasser gehen. Oho … das konnte er jetzt also auch. Es war doch immer wieder erstaunlich, was die richtige Brille ausmacht, dachte Monalisa. Der Mensch, der die erfunden hatte, der hatte damit wirklich und wahrhaftig die Welt revolutioniert. Bei Gelegenheit wollte sie sich unbedingt mal nach diesem Menschen umschauen. Ob er wohl einen kosmischen Orden bekommen hatte dafür?

Sie lud auch Robinson in ihr Bombini ein. Hilfe konnte sie immer gut gebrauchen. Und auf Robinson war Verlass. Er versprach halt nur, was er auch halten konnte. Er war mit seinem R2D2 unterwegs.

  • Wo wollt ihr denn hin?

  • Hast Du uns nicht gerufen?

  • Da hast Du schon recht, doch ziemlich leise. Ich vergaß wohl, das Du jetzt nicht nur gut siehst, sondern, das Du eigentlich immer schon sehr gute Ohren hattest. Du kommst demnach, wie gerufen, Robinson. Und auch ein herzlich Willkommen Dir, R2D2. Wie geht es Euch denn?

  • Gut. Wir sind heute etwas in Wartestellung. Die Mondpause dauert noch 2 Stunden, da sollte man auf keinen Fall irgendwelche wichtigen Dinge erledigen. Die gehen mit ziemlicher Sicherheit daneben.

  • 2 Stunden noch? Ich muss aber, ich habe doch nur noch … lass mal sehen, ich habe noch 3 Minuten und 54 Sekunden. Dann muss ich auf der Bühne sein.

  • Das ist aber ein sehr ungünstiger Zeitpunkt, zumal auch noch die Sonne im 12 Haus steht. Und das, wo Pluto und Neptun in Konjunktion … also, heikel, heikel … wo willst Du denn hin?

  • Bevor ich auf die Bühne gehe, muss ich vor allen Dingen erst einmal in des Teufels Scheißhaus. Denn, gerade da ist die Kacke besonders schrecklich am Dampfen.

  • Gerade dann würde ich heute die Finger davon lassen. Die Folgen können verheerend sein. Hast Du von Katharina nicht gehört? Die hat vorhin einen Crasch gebaut. 10 Tote. Hunderte Verletzte. Eingestürzte Häuser, eine Brücke hat sie auch noch gerammt.

  • Ist schon gut, Robinsan, ich blase die sache ab. Was nützt mir eine Verschlimmerung der jetzigen Lage, wenn ich die Situation jetzt schon scheiße finde. Also … ein Punkt für Dich. Dann werde ich die Zeit am besten jetzt gleich anhalten Dann bleiben mir später immer noch fast 3 Minuten.

Und Monalisa klatschte drei mal laut in die Hände.

Manche Dinge waren für gut ausgebildete Götter

kein wirkliches Problem. An und Aus.

Ja und Nein. Null und Eins.

Und die Zeit blieb stehen.

Ein Blick in die virtuelle Welt

FORTSETZUNG folgt!