HUR€…YU..ARE!! (2)

 Dschungelcamp

Wie sie sehen konnten,

aßen auch Wolfgang und Monica Spaghetti.

Allerdings hatte Wolfgang die Soße nicht unbedingt selbst gemacht. Er fügte einfach ein Pulver mit Wasser zusammen und ließ dies kurz aufkochen, schon war die Soße fertig. Aber Beiden schien es trotzdem gut zu schmecken. Joseph dachte mit Schaudern an so eine Fertigsoße, er hatte immer alles möglichst frisch gekocht und er war auch immer noch der Meinung, dass dies besser und gesünder sei. Aber die Liebe machte anscheinend aus so einem Schnellgericht eine Delikatesse, denn Monica schien mit dem Dargebotenen sehr zufrieden zu sein. Die Beiden amüsierten sich offensichtlich. Monica saß im Schneidersitz auf der Matratze und Wolfgang hockte auf seinem Sitzball. Nach dem Essen machte Wolfgang dann noch einen Kaffee. Dieser war ebenfalls schnell gemacht, denn er verwendete Löslichen. Das erstaunte denn auch die anderen. Es ging also alles immer noch viel einfacher und schneller, als es eh schon war. Einfach ein Löffel Pulver und etwas heißes Wasser, Milch und Zucker dazu und fertig.

Robbie Williams und die Spice Girls

Auch den Männern am Tisch wurde nun ein Kaffee serviert

und sie fragten sich, wie dieser wohl gemacht worden war.

Der Kapitän erklärte, dafür hätten sie eine spezielle Maschine, doch das sei nicht wirklich etwas Besonderes ihrer Zeit, auch schon zum Ende des 20. Jahrhunderts hätte es solche Maschinen gegeben. Joseph konnte das bestätigen, denn auch er hatte so eine Kaffeemaschine im Esszimmer stehen gehabt.

Der Kapitän erklärte, es habe im Bereich der Kaffeeherstellung viele verschiedene Maschinen gegeben, doch er sei der Meinung, die klassische Art des Handaufbrühens sei immer noch die beste Methode. Ihr Kaffee sei nun aber dennoch ein ganz Besonderer, er nenne sich Espresso, und er würde in sehr kleinen Tässchen serviert, denn er sei sehr stark. Er empfahl seinen Gästen dort ordentlich Zucker hinein zu tun. Echnaton probierte als Erster und er war schnell überzeugt. Dieser Kaffee schmeckte wirklich vorzüglich. Auch die anderen fanden so einen Espresso sehr geschmackvoll und genossen das kurze Vergnügen, denn so ein Tässchen war schnell leer. Aber es rundete das Essen gut ab und so wendeten sie sich gestärkt und munter dem Treiben in der Junggesellenbude zu.

Wolfgang stopfte eine Wasserpfeife

und bot Monica einen Zug daraus an.

Area 51

Die ließ sich auch nicht lange bitten und bald schon waren Beide in Rauch gehüllt und sie unterhielten sich angeregt. Monica hatte zwei Kassetten mit gebracht und fragte Wolfgang ob er sie sich einmal anhören wolle, die darauf befindlichen Aufnahmen seien etwas ganz Besonderes. Es handle sich um eine aufgenommene Innenweltreise. Ihr ehemaliger Unternehmensberater habe diese Reise mit ihr unternommen, damals, zu Beginn ihrer Selbstständigkeit als Objekt-Designerin. Wenn er sich die Aufnahmen anhören würde, dann würde er sie bestimmt schneller kennen lernen. Wolfgang war interessiert und legte die erste Kassette in einen Rekorder. Und so konnten nun alle dieser Innenweltreise folgen. Es herrschte die ganze Zeit absolute Ruhe, denn was sie zu hören bekamen, das war sehr aufschlussreich.

Monica ging zu Beginn der Reise in einen leeren Keller, doch dann

entdeckte sie eine Tür in einen sonnigen Innenhof.

Hochzeit, Fotoshooting

Dort fand sie einen großen Koffer mit leeren Fächern im Innern und einem großen, alten Schlüssel. Der Koffer hatte Räder und konnte so leicht hinterhergezogen werden. Mit diesem riesigen Koffer, der mit der Zeit jedoch immer kleiner wurde, marschierte sie über eine Wiese und dort fand sie eine Art gläsernen Golfball. Dies war ihre Seele, so erkannte sie. Monica gefiel diese Seele und sie spielte eine Weile damit, doch dann tat sie diese in den Koffer und marschierte weiter. Sie kam an ein großes Haus mit einer riesigen Terrasse. Von dort aus betrat sie das Innere und sie befand sich in einem leeren, großen Raum mit hohen Fenstern und Parkettfussboden. Dieser Boden gab plötzlich unter ihr nach und sie drohte in einem Loch zu verschwinden, doch sie rappelte sich mit knapper Not auf und kletterte aus dem Loch. Dann wurde sie plötzlich ganz groß und schien an die Decke zu stoßen, aber auch diese Merkwürdigkeit ließ wieder nach und sie ging mit ihrem Koffer in einen weiteren, angrenzenden Raum. Dort sah sie ihre Mutter. Doch die war total unglücklich, denn an ihr hing ein riesiger, nasser und wohl mit Sand gefüllter Sack. Plötzlich befand sich Monica in diesem Sack und dort fand sie ihre Zwillingsschwester, die jedoch nur aus Gehirn zu bestehen schien. Es gab einen kleinen Ausgang, der schien auf eine sonnenbeschienene Wiese zu führen, doch der Weg war durch dieses schwesterliche Gehirn verbaut. Da kam ein Mann in einem schwarzen Anzug mit einem Messer und schnitt den Sack auf und sie konnte wieder heraus. Sie hatte plötzlich eine große Münze in der Hand, auf dem war ein Relief mit Siegfried dem Drachentöter zu sehen. Sie steckte die Münze in ihren Koffer, der dafür auch ein passendes Fach hatte. Dann nahm sie das Messer und stach in das Gehirn. Heraus quoll rotes und blaues Granulat. Auch dieses tat sie in den Koffer. Ihrer Mutter schien es nun wieder besser zu gehen und sie verwandelte sich vor Monicas Augen in eine fleischfressende Pflanze, die sie zu verschlingen drohte.

Monica kämpfte mit dieser Pflanze und

schrie irgendwann laut: „Nein, nein!“

Päpstin Johanna

Da vertrocknete diese Pflanze und übrig blieb ein

papierartiges, zartes Gebilde, welches ihr wie ein Kunstwerk vorkam.

Sie trug dieses empfindliche Papier in ein Regal und erkannte: „Wenn ich ihr wieder Wasser gebe, dann wird sie zum Leben erweckt, doch jetzt soll sie ihren Mund halten, ich kann ihr Reden einfach nicht ertragen.“

Dann ging sie in den nächsten Raum, es war eine art Salon mit schweren Polstermöbeln. Die Gardinen waren zugezogen, nur an einigen Stellen schien die Sonne herein. Sie setzte sich auf einen der Sessel und schickte den Mann mit dem Messer, der ihr gefolgt war, weg. Sie wollte allein sein und nachdenken. Doch das war wohl keine so gute Idee gewesen, denn plötzlich war sie von durchsichtigen Wänden umgeben und konnte sich nicht mehr viel bewegen. Sie brauchte einige Zeit, bis sie die Wände zerschlagen hatte und sie verließ schnell dieses sonderbare Haus.

Jetzt sah sie einen großen Berg vor sich und sie kletterte ihn hoch, immer mit dem Koffer in der einen Hand. Oben angekommen sah sie ihren Großvater auf einer Bank sitzen. Ihr Großvater schien sie nicht zu bemerken, denn er starrte die ganze Zeit in einen Abgrund. Dort loderte eine lavaartige Glut. Monica setzte sich neben ihren Großvater, aber sie traute sich nicht ihn anzusprechen. Sie wusste in welchen Abgrund er da schaute und sie schämte sich. Es war der Abgrund, den ihr Vater durch seine Missetat hatte entstehen lassen. Sie berührte ihren Großvater auf der Schulter, doch der Mann sagte kein Wort, er schien wie versteinert. Da hörte man die Stimme des Unternehmensberaters, er forderte Monica auf stärker auf sich aufmerksam zu machen, den Großvater vielleicht sogar feste zu schlagen, doch das konnte und wollte sie nicht.

Plötzlich war sie wieder ein Kind von vielleicht 11 Jahren.

Sie saß bei ihrem Großvater in der Wohnung auf dem Bett, in welchem sie dort immer geschlafen hatte. Sie spielte mit einer Bürste herum und fühlte sich ganz wunderbar. Neben ihr befand sich der Koffer.

Da sprach ihr Unternehmensberater sie an und fragte, ob sie jetzt nicht langsam wieder zurück zu dem Keller wolle um nach Oben zu gehen und sie folgte dem Gedanken. Schon stand sie wieder in dem Innenhof, sie stellte den Koffer in ein Regal, entnahm ihm den Schlüssel und stieg die Treppen wieder nach Oben. Die Reise war beendet.

Alle waren still.

Auch Wolfgang sagte erst mal nichts. Doch dann meinte er: „Ich freue mich über Dein Vertrauen, diese Kassette lässt mich tief in Deine Seele blicken und ich würde auch gerne mit Dir über einige der Dinge, die Du dort beschrieben hast reden, nur, ich denke, wir rauchen uns erst mal noch ein Pfeifchen darauf.“

Auch die anderen Zuhörer hatten viel dazu zu sagen, doch der Kapitän bestellte erst mal für alle noch einen Espresso, das konnte schließlich eine lange Nacht werden.

Elefanten

Wolfgang sah in der sogenannten Innenweltreise Bilder,

die aus ihrem Unterbewusstsein hervorgekommen waren. 

Die Sache mit der Seele sei sehr schön gewesen, doch interessanter sei schon ihre Begegnung mit der Mutter. Diese Frau sei für sie offensichtlich ein Problem, wahrscheinlich sei sie zu einnehmend und würde sich in zu viele Dinge einmischen. Die Frau täte ihr nicht besonders gut und es sei ein guter Entschluss gewesen, der Frau das Wasser zu entziehen. Er selbst hätte eine sehr liebevolle Mutter und er würde sie sicherlich nie als Fleisch fressende Pflanze betrachten. Die Sache mit dem Sack, das sei wahrscheinlich eine Erinnerung an ihre Geburt, meinte Monica, denn sie sei tatsächlich durch ein Messer auf die Welt gekommen, sie und ihre Zwillingsschwester wären mit Hilfe eines Kaiserschnitts geboren worden

Volkswagen

Dann besprachen sie die Sache mit dem Großvater.

Das war natürlich schon so ein Ding, dieser Abgrund.

Und Monica erzählte ihm von ihrem schlimmen Erlebnis mit ihrem Vater.

Sie hätte ihn einmal besucht, als seine zweite Frau mit den Kindern in Urlaub gewesen wäre. Es sei auch eigentlich ein ganz schöner Nachmittag gewesen, nur hätte ihr Vater ihr dann doch etwas seltsame Lektüre zum Lesen gegeben. Den Titel dieses Schundheftes würde sie wohl nie vergessen. Er lautete „Die geile Tochter der Frau Wirtin“. Sie wäre schon nach den ersten Seiten ziemlich verwirrt gewesen, denn sie sei zu diesem Zeitpunkt noch nie mit Pornografie in Berührung gekommen, nein, sie sei sogar noch Jungfrau gewesen und hatte von solchen Dingen einfach keine Vorstellung gehabt. Ihr Vater sei irgendwie anzüglich gewesen, aber sie hätte sich nicht beschwert, denn sie sei froh gewesen, ihn überhaupt mal für sich zu haben. Ihre Beziehung hätte sich auf Begegnungen zu Weihnachten und Ostern bei ihrem Großvater, sowie zu ihrem Geburtstag beschränkt, seit ihr Vater wieder neu geheiratet hatte. Sie habe ihn aber immer sehr geliebt, ja sie sei so ein richtig typisches Papakind gewesen. Darum hätte sie jetzt auch erst mal nichts gesagt, auch wenn ihr die Sache mit der Lektüre komisch vorgekommen wäre.

Am Abend seien sie zusammen in eine Pizzeria gegangen und ihr Vater hätte ein Bier getrunken. Dabei hätte er sie eingeladen bei ihm über nacht zu bleiben, er würde sie dann am nächsten Morgen zu ihrem Ferienjob fahren. Sie fand den Vorschlag natürlich ganz toll, denn so würde sie noch etwas mehr Zeit mit ihrem Vater verbringen können.

Zurück in seiner Wohnung hätten sie mit irgendwelchen Nachbarn

zusammen auf der schönen Terrasse gesessen.

Merkel im Bundestag

Ihr Vater habe nicht nur Bier, sondern auch irgendetwas Stärkeres mit den Leuten getrunken. Als es schon fast Mitternacht war verabschiedeten sich die Nachbarn und sie sah, wie einer der Männer ihrem Vater lachend auf die Schultern schlug. Dabei gingen bei ihr irgendwie die Warnlampen an, doch wusste sie nicht wovor sie sich fürchtete. Als ihr Vater zu ihr zurück kam, forderte er sie auf noch mal duschen zu gehen. Sie fand das ebenfalls etwas merkwürdig, denn dies hatte sie schon nachmittags einmal getan. Aber sie ging dennoch duschen. Als sie sich gerade mit Schaum eingerieben hatte, kam ihr Vater herein und brachte ihr ein Handtuch. Ihrem Empfinden nach blieb er etwas zu lang bei ihr im Badezimmer, doch wieder ignorierte sie ihre inneren Warnlampen. Ihr Vater schlug vor, dass sie gemeinsam im gleichen Bett schlafen sollten, dann könnten sie sich noch ein bisschen miteinander unterhalten. Auch dies ließ ihre Lampen aufleuchten, andererseits freute sie sich noch etwas mit ihrem Vater zu reden. Also legte sie sich in das Ehebett. Die Wand vor ihr war komplett verspiegelt und sie sah sich selbst dort wie eine Fremde liegen. Sie kam sich vor wie eine Schauspielerin. Sie hatte irgendwie den Eindruck, dass sie gefilmt wurde. Nach dem ihr Vater ebenfalls noch mal geduscht hatte, kam er nackt zu ihr ins Bett. Er erklärte, sie solle sich nicht wundern, er würde immer nackt schlafen. Jetzt brannten ihre Lampen lichterloh, aber immer noch wusste sie nicht, wovor diese Lampen sie warnen wollten. Dieser Mann war schließlich ihr Vater, was konnte da schon geschehen? Das sollte sie dann aber schnell merken. Ihr Vater kramte in seinem Nachtischchen und gab ihr wiedereinmal etwas zu lesen. Es war eine Bildergeschichte mit ziemlich versauten Abbildungen. Jetzt ahnte sie worauf das Ganze hinaus laufen sollte und sie erklärte, dass sie sich für solche Dinge nicht interessieren würde. Das machte ihren Vater irgendwie ganz wild und er stürzte sich auf sie. Er zwängte sich zwischen ihre Beine und sie konnte sein Geschlecht vor ihrem Heiligsten spüren. Er küsste sie mit der Zunge. Jetzt endlich begann sie sich zu wehren. Sie hatte überhaupt kein Interesse daran jetzt entjungfert zu werden. Das hatte sie sich schließlich immer ganz anders vorgestellt. Ihr Vater war ein großer, schwerer Mann und ihre Gegenwehr reichte nicht um ihn von sich zu stoßen. Aber glücklicherweise ließ er von ihr ab und rollte sich wieder auf seine Seite. Sie legte sich wieder hin und schaute ihn entgeistert an. Da sagte ihr Vater: „Ich wollte Dich nur testen.“ „Und habe ich den Test bestanden?“ fragte sie zurück. „Ja, Du bist ein braves Mädchen.“ Da dachte sie, es sei vorbei, doch ehe sie sich versah lag er wieder auf ihr drauf. Jetzt reichte es ihr und sie begann auf ihn einzureden. Sie zählte jede Menge Paragraphen auf, gegen die er gerade verstoßen würde. Sie sprach von Inzucht, Vergewaltigung, Nötigung und Verführung Minderjähriger, sowie Missbrauch von Schutzbefohlenen. Das wirkte offensichtlich, denn ihr Vater verlor die Lust an diesem schlimmen Spiel. Jetzt verzog er sich tatsächlich auf seine Seite und starrte an die Decke. Da tat er ihr irgendwie auch wieder leid. Die ganze Situation überforderte ihre Gefühle. Sie liebte ihren Vater, aber ganz bestimmt wollte sie keinen Sex mit ihm. Ihr Vater war aber noch nicht bereit endlich Frieden zu geben. Er forderte sie auf, sein Geschlecht anzufassen und ihm Freude zu machen. So etwas hatte sie durchaus auch schon mal bei ihrem letzten Freund gemacht und sie überlegte nur kurz. Sie wusste, würde ihr Vater einen Samenerguss haben, dann wäre seine Erregung ganz bestimmt vorbei und sie würde in Ruhe schlafen können. Andernfalls war mit weiteren Überraschungen seinerseits zu rechnen. Also setzte sie sich neben ihn und holte ihm einen runter. Ihr war das Ganze ziemlich unangenehm und ihr stieg sie Schamesröte ins Gesicht als sie hörte, was ihr Vater die ganze Zeit von sich gab. Er sprach aus, was er alles am Liebsten mit ihr tun würde und ihr wurde ziemlich schlecht dabei. Aber ihr Plan ging auf. Ihr Vater kam und danach war endlich Ruhe. Sie stand auf um etwas Toilettenpapier zu holen und sie wischte alles weg. Da begann ihr Vater sich selbst zu beschimpfen. „Ich bin ja so ein Schwein!“ Er fing an zu weinen. Das war ihr allerdings jetzt doch etwas zuviel Drama. Es war ja letztendlich nichts Schlimmes passiert, dachte sie. Sie war immer noch Jungfrau und darauf kam es ihr an. Sie versuchte deshalb ihren Vater zu trösten und meinte: „Papi, weine nicht, ist doch alles halb so schlimm. Ich wette in früheren Zeiten hat es so etwas öfter mal gegeben.“ Da hielt es den Vater nicht mehr im Bett und er verließ fluchtartig das Zimmer und legte sich in eines der Betten seiner Kinder. Dort schaute er wieder nur an die Decke und rauchte eine Zigarette. Darauf hatte sie nun auch Lust und so lag auch sie rauchend im Bett. Sie sah sich im Spiegel und hatte wieder sehr stark den Eindruck, dass irgendwer sie gerade filmte. Sie sah wirklich wie eine Schauspielerin aus und sie fühlte sich auch so. Diese ganze Geschichte war nur ein Film. Ein ziemlich übler allerdings.

Irgendwann hörte sie ihren Vater sprechen.

Er fragte sie, ob sie auch nicht schlafen könne. Sie bejahte dies, danach jedoch herrschte zwischen ihnen wieder ein großes Schweigen. Dies bestand auch noch beim gemeinsamen Frühstück am Morgen fort. Das Radio lief und irgendwer erzählte etwas von hohen Hypothekenzinsen. Sie wusste nicht was sie zu all dem sagen sollte oder konnte und so sprachen sie gar nichts. Ihr Vater fuhr sie zu ihrer Arbeitsstelle und zum Abschied meinte er: „Es ist wohl besser, wenn wir uns in Zukunft nicht mehr sehen. Sage das auch Deiner Schwester.“ Darauf drehte er sich um und stieg wieder in seinen Lastwagen.

Dieser letzte Satz hatte sie nun aber wirklich getroffen.

Sie sollte ihren Vater nicht mehr sehen?

Und ihre Schwester auch nicht?

Das war nun wirklich nicht, was sie zu hören

erwartet hatte und nun war sie wirklich total durcheinander.

Wolfgang hatte ihr ruhig zugehört und reichte ihr nun eine Wasserpfeife.

Das musste erst einmal verdaut werden.

Auch die anderen oben in ihrem Raumschiff waren ziemlich betreten und kaum einer wagte es Joseph anzuschauen. Das war wirklich eine ganz ungeheuerliche Geschichte. Ein Vater durfte so etwas einfach nicht tun, das war unverzeihlich. Joseph hatte ziemlich rote Ohren bekommen, er hatte die Geschichte von seinem Sohn anders erzählt bekommen. Gut, er hatte ihm nicht recht geglaubt, aber jetzt die Wahrheit zu hören, dass war für ihn sehr schlimm. Er hatte seine Enkelin wirklich vor allem beschützen wollen, er hatte sich gewünscht, dass sie einmal einen lieben Freund finden würde, mit dem sollte sie diese Dinge langsam kennen lernen. Was sein Sohn da gemacht hatte, war einfach nur eine absolute Sauerei. Und sich dann auch noch so billig aus der Affäre ziehen zu wollen. Doch daraus wurde wie er wusste nichts. Seine Enkelin erzählte ein paar Wochen später ihrer Mutter davon und die machte ein ziemliches Theater. Sie wollte, dass ihr Exmann zur Rechenschaft gezogen wird, ja sie wollte sogar eine Anzeige bei der Polizei machen.

Er war damals mit eben diesem missratenen Sohn zusammen in Urlaub, als er einen Anruf von Monicas Mutter erhielt. Sie erzählte was vorgefallen war und natürlich nahm er sich darauf hin seinen Sohn schwer zur Brust. Doch der bestritt alles. Es wäre ja ganz anders gewesen. Seine Tochter sei zu ihm ins Bett gekrochen und habe sich angeboten. Er hätte jedoch zuviel getrunken gehabt und sich vergessen. Ja, er hätte gar nicht mehr gewusst, dass dieses hübsche Mädchen seine Tochter gewesen sei.

Joseph erzählte dies nun den Männern am Tisch und wie sehr er sich für seinen Sohn geschämt hatte, ja, es ginge ihm immer noch der Hut hoch, wenn er daran denken würde. Diese Tat hätte einen schweren Keil in die Familie gestoßen, denn alle erfuhren danach von diesem Vorfall. Doch wem sollte man glauben? Junge Mädchen waren wie man zu wissen glaubte zu allem fähig. Der andere Teil der Familie war sehr betroffen und schämte sich. Doch keiner wusste nun, wie er damit am Besten umgehen sollte und so wurde am Ende geschwiegen. Auch er hatte geschwiegen, das war ihm durchaus bewusst. Er wusste, eigentlich hätte er Monica trösten müssen, sie fest an sich drücken müssen, aber er hatte sich nicht getraut. Und dann kam das Weihnachtsfest und die Zwillinge blieben zum ersten Mal diesem Fest fern. Überhaupt zogen sie sich fast völlig zurück und selbst er sah sie jetzt nur noch ganz selten. Irgendetwas Unaussprechliches legte sich zwischen sie und er hatte schwer darunter gelitten. Er war gestorben, ohne dass sie sich darüber ausgesprochen hatten. Er hatte auf ganzer Linie versagt und es tat ihm schrecklich leid.

Die Männer am Tisch nickten mit

ihren Köpfen, dazu gab es nur wenig zu sagen.

Außer Echanton war allen klar, dies war ein sehr schwerwiegendes Problem. Echanton wusste nicht so ganz, was das Problem war. Der Vater hatte letztendlich doch nur seine Liebe zeigen wollen. Es war die große Zuneigung seinerseits gewesen und außerdem, hatte Monica am Ende nicht mitgemacht?

Aber er behielt seine Gedanken für sich, denn die Männer

am Tisch sahen das Ganze offensichtlich anders.

Auch Echilar machte sich so seine Gedanken. Hatte er es nicht geahnt? Solche Dinge gab es also auch in der Zukunft, wahrscheinlich gab es diese zu jeder Zeit, immer wieder einmal. Männer konnten sehr unvernünftig sein, da war es ihnen glatt egal, wen sie mit ihrem Gemächt beglückten. Er würde so etwas bestimmt niemals tun, er wollte sich wirklich niemals so vergessen, das schwor er sich. Aber auch er sagte zu den anderen kein Wort.

Einstein drückte Josephs Arm und meinte: „Wirklich eine schlimme Geschichte. Aber was hättest Du schon tun können? Geschehen ist geschehen.“

Ich frage mich ja, wer diese Nachbarn waren.“ gab der Kapitän zu bedenken. „Mich würde es nicht wundern, wenn es sich um Rückwärtsgewandte gehandelt hat. Sie spricht davon, den Eindruck gehabt zu haben, sie würde gefilmt. Denen wäre so etwas durchaus zuzutrauen.“

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Du meinst an diesem Punkt haben sie die

Vergangenheit beeinflusst?“ fragte Leonardo.

Es sähe ihnen durchaus ähnlich. Einige unter ihnen kennen, was sexuelle Dinge angeht, keine Scham. Jedenfalls wäre dies ein sehr wirkungsvolles Mittel gewesen. Sexueller Missbrauch führt bei den Opfern zu einem starken psychischen Problem, dies würde erklären, wieso Monica die Schule geschmissen hat. Kein Abitur, kein Physikstudium. Dies ist zwar eine einfache Rechnung, aber sie ist aufgegangen.“

Nur, Monica hatte sich irgendwann wieder gefangen,

das Abitur nachgeholt und auch studiert.“

Aber keine Physik.“

Das ist richtig. Und leider hat sie das

Biologiestudium ja auch nicht zu Ende gebracht.“

Das ist häufig der Fall, wir wissen heute, sexueller Missbrauch ist ein sehr schwerwiegendes Verbrechen, es zerstört die Seele eines jungen Menschen. Bei Kindern ist es ganz besonders schlimm. Wir haben diesbezüglich schon viele schlimme Sachen gehört und ich will nicht ausschließen, dass so etwas auch bei uns noch ab und an vorkommt. Männer können wirklich ziemliche Schweine sein.“ sagte der Kapitän. „Wenn bei uns so etwas jedoch heraus kommt, dann hat dies schwerwiegende Konsequenzen für den Täter. Der kommt auf Jahre hinter Gitter.“

Zu meiner Zeit war das auch durchaus strafbar, nur kam es selten zu Anzeigen. Die Opfer trauten sich oft nicht, denn so eine Gerichtsverhandlung ist kein Zuckerschlecken. Meine Enkelin hat wohl auch aus diesem Grunde davon Abstand genommen, obwohl ich heute denke, es wäre vielleicht wirklich besser gewesen. Natürlich hätte es mich geschmerzt, eine weitere Familie auseinandergerissen zu sehen, schließlich, mein Sohn hatte drei weitere Töchter aus zweiter Ehe. Die wären dann ohne Vater gewesen.“

Wie man es macht, ist es falsch. Irgendwie ist es vielleicht ganz gut so, wie es gelaufen ist. Monica hat schließlich keinen ernsthaften Schaden davon getragen. Sie hat studiert und sogar das Bombini entwickelt. Gut, bisher war sie damit noch nicht erfolgreich, aber das kann schließlich noch kommen.“ meinte Leonardo.

Ich weiß nicht, der Schaden ist vielleicht doch etwas größer,

als angenommen.“ sagte der Kapitän.

Denn er hatte ihr Buch gelesen, und wenn man sich dieses noch mal vor Augen hielt, dann konnte man schon sagen, vielleicht kam daher ihr späterer Wahnsinn. Auch Joseph dachte an das Buch und er wusste nicht, war es Wahnsinn oder Hellsichtigkeit. Aber das würden sie garantiert noch heraus bekommen. Die Zeit würde es zeigen.

Unten in der Junggesellenwohnung sprachen sie auch über die Folgen der ganzen Angelegenheit und Wolfgang war durchaus der Meinung, so ein Erlebnis könne schwerwiegenden Einfluss auf ihr Leben gehabt haben. Monica meinte, sie hätte damals auch gedacht: „Dies wird sich wahrscheinlich einmal schlimm auswirken, nur weiß ich leider nicht wie.“ Wolfgang gab ihr eine weitere Pfeife und sie beendeten für das Erste dieses unangenehme Thema.

Auch Oben war man erleichtert, als das Gespräch einen anderen

Inhalt bekam. Jetzt ging es um die Innenweltreise selbst.

Wolfgang meinte eine Innenweltreise sei ein Spiegel der Seele,

des Unterbewussten und so eine Reise sein

wirklich sehr aufschlussreich.

Monica erzählte, dass sie die Bilder in einem Trancezustand bekommen hätte, sie habe zwar die ganze Zeit gewusst, dass sie auf einem Sofa liegen würde, dennoch habe sie die Erlebnisse hautnah gespürt. Es sei vielleicht mit einem Tagtraum vergleichbar, dort kämen einem ja auch die unterschiedlichsten Bilder und Erlebnisse hoch. Interessant fand Wolfgang, dass ihre Stimme tatsächlich sehr kindlich geklungen habe, als sie als 11 Jährige auf dem Bett bei ihrem Großvater gesessen habe und Monica bestätigte, sie sei in diesem Moment tatsächlich wieder ein Kind gewesen.

Die Männer oben im Raumschiff hörten sich das alles an und überlegten, was ihnen wohl während so einer Innenweltreise wiederfahren würde und Einstein äußerte die Vermutung, dass sie sich möglicherweise alle gerade in einem ähnlichen Trancezustand befänden. Das schlossen die anderen aber aus, sie fühlten sich nämlich ziemlich wach und klar im Kopf. Sie forderten Einstein auf, endlich zu akzeptieren, dass er weder in einem Traum gefangen noch auf einem Drogentrip sei, das Raumschiff sei real und sie wären tatsächlich auf einer Reise durch die Zeit.

Dann kam es zu einem neuen Thema zwischen Wolfgang und Monica,

denn Monica hatte ein Geständnis zu machen.

Dolmen

Sie habe die Sache bisher für sich behalten,

doch ihm wolle sie reinen Wein einschenken.

Dies war ein gutes Stichwort für den Kapitän und er öffnete eine seiner alkoholfreien Rotweinflaschen und schenkte jedem etwas davon ein. Seine Gäste waren zwar immer noch nicht ganz von diesem Getränk überzeugt, aber sie meckerten diesmal nicht. Man konnte sich den Alkohol auch hineindenken, denn schmecken tat der Tropfen sehr gut.

Monica erzählte nun Wolfgang von ihrer großen Liebe, die sie immer noch für ihren ersten richtigen Jugendfreund empfinden würde. Sie hätte zwar auch viele Jahre nur selten an ihn gedacht, doch seit ein paar Jahren wäre sie wieder ziemlich in diesen Mann verliebt. Leider lebe er am anderen Ende der Welt, sei verheiratet, habe Kinder und denke wahrscheinlich gar nicht an sie. Doch sie selbst würde sich sehr nach ihm sehnen, sie habe lange Zeit gehofft, dieser Mann, er hieß Christian, würde zu ihr zurück kommen und ihr bei ihrem Bombini-Projekt helfen. Diese Liebe habe ihr oft Kraft gegeben, aber leider habe sie verhindert, dass sie sich voll und ganz auf einen anderen Menschen einlassen konnte.

Da erzählte Wolfgang ihr, dass er auch so eine Liebe kennen würde, bei ihm wäre es ebenfalls eine Freundin aus der Jugendzeit gewesen, sie hieße Maria. Doch habe er diese Frau vor einiger Zeit wiedergetroffen und schnell bemerkt, die Frau hatte nur wenig mit seinem Bild von ihr gemein. Sie sei zwar immer noch eine große Schönheit, aber leider ziemlich dem Alkohol verfallen. Außerdem hätte er sich kaum vernünftig mit ihr unterhalten können, er hätte den Eindruck gewonnen, dass die Frau sich nicht weiterentwickelt hatte. Sie hatte keine eigenen, fruchtbaren Gedanken, ja, sie sei leider ziemlich oberflächlich. Das hätte seine Liebe zusammenschrumpfen lassen und heute sei er froh, nicht der Mann an ihrer Seite geworden zu sein.

Monica vermutete ebenfalls, dass ihr eine Begegnung mit diesem Christian die Flausen austreiben würde, doch lebe der Mann in Neuseeland und käme wahrscheinlich nie bei ihr vorbei. Sie wüsste also nicht, wie sie diese Liebe wieder loswerden könne. Manchmal sei es wirklich ganz schlimm und sie wüsste auch gar nicht, warum sie diese Liebe so stark empfinden würde, denn dieser Christian hätte sie damals einfach verlassen. Er fand sie für ein gemeinsames Leben zu jung, dabei sei sie fast 18 Jahre alt gewesen, hätte schon in einer eigenen Wohnung gelebt und überhaupt. Doch ihr Christian hätte unbedingt auch noch andere Frauen erobern wollen und sei an einer dauerhaften Beziehung nicht interessiert gewesen. Dieses Verhalten sei wahrlich kein Grund ihn zu lieben, aber trotzdem würde sie sehr starke Gefühle für ihn haben. Natürlich wisse sie jetzt gar nicht, was der Mann machen würde, vielleicht sei er heute ein spießiger Langweiler, obwohl sie dies natürlich nicht wirklich glaube, aber wie dem auch sei, sie wäre gefühlsmäßig leider nicht wirklich frei.

Black Knight Satellit

Das schockierte insbesondere Joseph.

Er kannte diesen Christian, er hatte ihn damals noch kennen gelernt. Er war ein intelligenter, junger Mann und er war ihm auch ganz sympathisch erschienen, obwohl er schon damals befürchtet hatte, dass die Beziehung zu seiner Enkelin nicht halten würde. Doch, dass sie jetzt immer noch an ihm hing, das war natürlich ein dickes Ding. Dem musste unbedingt ein Ende gemacht werden, denn ihm lag sehr daran, dass dieser Wolfgang sich mit seiner Monica zusammen tat. In dieser Beziehung sah er einfach die einzige Chance. Doch solange ihr Herz vergeben war, solange würde sie wohl für immer nach diesem Herzensbrecher Ausschau halten.

Auch Reinhard machte ein sorgenvolles Gesicht.

Gerhard Schindler

Ex-BND-Chef nennt Snowden einen „Verräter“

Erst die Sache mit dem Missbrauch und jetzt auch noch eine unerfüllte Liebessehnsucht. Ob diese unglückliche Liebe vielleicht auch ein Werk der Rückwärtsgewandten war? Sollte diese unerklärliche Sehnsucht andere tiefere Beziehungen verhindern? So etwas war diesen Leuten durchaus zuzutrauen, sie arbeiteten gerne mit den Gefühlen anderer, darin waren sie wahre Meister. Die ewige Liebe war ihr Spezialgebiet. Er wusste auch nicht so genau, wie sie es schafften, aber sie pflanzten ihren Opfern diese Sehnsucht ein. Dabei wusste er schließlich aus eigener Anschauung und Erfahrung, die wahre, ewige Liebe, die gab es nur in Filmen. In der Realität hatte sie selten Bestand. Zu seiner Zeit glaubte eigentlich niemand mehr daran. Es war wirklich sehr selten, dass unter den Fortschrittsgläubigen die Beziehungen länger als ein paar Jahre anhielten. Jeder Mann und jede Frau war soweit unabhängig, dass es einfach keine Notwendigkeit gab zusammen zu bleiben, wenn die Gefühle nachließen. Die Kinder wurden überwiegend von staatlichen Organisationen erzogen, eine wirtschaftliche Abhängigkeit bestand praktisch nicht und Sex, nun ja, der wurde sowieso mehr virtuell ausgelebt. Es gab nicht wenige Paare, die ganz darauf verzichteten sich körperlich zu begegnen, sie gingen, wenn sie Lust hatten, in den Cyberspace und erlebten dort die Wonnen des Cybersexes. Kinder wurden nicht selten durch künstliche Befruchtung gezeugt, oft nahm man für die Schwangerschaft zudem auch noch Leihmütter, denn viele Frauen wollten sich nicht mehr den Strapazen einer Austragung unterwerfen. Sie wollten Karriere machen, forschen und ihre Figur nicht verderben. Seine Frau hatte auch kein Interesse am Kinderkriegen gehabt, sie wollte lieber unabhängig und schön bleiben.

Teufel Mystery Hjalta

Leonardo dachte an seine Liebe zu Monalisa.

Heute war er sich ziemlich sicher, diese ebenfalls unerfüllbare Liebe hatte ihn für andere Frauen unempfänglich gemacht. Sie konnten noch so schön sein, keine kam an seine Monalisa heran. Wenn er Gefühle entwickelte, dann für junge Männer. Das hatte ihm durchaus auch einige Male in Schwierigkeiten gebracht, denn Homosexualität war absolut verboten, so etwas konnte einem auf ewig in den Kerker bringen. Er hatte Glück gehabt, sein hohes gesellschaftliches Ansehen hatte ihn wohl auch vor allzu intensiven Nachstellungen bewahrt. Seine Beziehung zu seinem jugendlichen Freund jedenfalls hatte keine ernsten Konsequenzen gehabt.

Einstein glaubte auch nicht an die wahre Liebe, zumindest nicht zu einer Frau. Für ihn war die Physik eine lebenslange Leidenschaft. Frauen störten da mehr als sie nutzten. Es gab nur wenige, die verstanden hätten mit welchen Fragen er sich auseinander setzte und was ihn im Innersten zutiefst bewegte. Nicht desto trotz hatte er geheiratet, es war gesellschaftlich einfach nicht ganz unwichtig, doch tiefe Liebe hatte er nicht empfunden.

Frankenstein ist der Hauptdarsteller in Apples Weihnachtswerbung

Die Ägypter glaubten Beide jedoch an die wahre Liebe.

Echnaton hatte vor seine Nofretete auf Händen zu tragen und sie nicht nur zu seiner Göttin zu machen, nein, das ganze Volk sollte ihr huldigen. Echilar wollte zwar keine Göttin, aber eine gute Partnerin, eine die ihm vielleicht auch Kinder schenkte. Sie sollte sich um das Essen, die Wäsche und die Kinder kümmern, dafür würde er sie dann lieben bis sie alt und grau wurde. So war es von den Göttern gewünscht und so wollte er es auch halten.

Joseph überlegte immer noch, wie er dafür sorgen konnte, dass dieses Liebestheater seiner Enkelin ein Ende fand und er entwickelte eine erste Idee. Doch dazu musste er mit Reinhard unter vier Augen sprechen. Er hob sich seine Idee also für später auf, denn noch war ihr Abend am Tisch nicht zu Ende.

Auch in der Jungesellenbude wurde sich weiterhin unterhalten, dabei war es schon wirklich spät. Wolfgang musste natürlich am kommenden Morgen früh aus den Federn, denn er hatte zur Zeit Frühschicht. Aber anscheinend fand er die Zeit mit dieser etwas verrückten Frau sehr angenehm und wollte sie nicht nach Hause schicken. Monica schien sich auch nicht trennen zu können. Aber wenn sie geglaubt hatte, dass sie vielleicht endlich von diesem Wolfgang geküsst würde, dann wurde sie enttäuscht. Der Mann blieb eisern auf seinem Sitzball sitzen, stopfte die Wasserpfeife und machte in keiner Weise Anstalten intim zu werden.

Doch irgendwann wurde er dann doch müde und so machte er noch mal etwas Kaffee. Er hatte beschlossen die Nacht nicht mehr zu schlafen, es waren nur noch ein zwei, drei Stunden bis zum Beginn seiner Schicht.

Die Männer am Tisch wurden jedoch so langsam der Reihe nach immer

müder und der Erste der sich verabschiedete war Einstein.

Larissa Marolt, Whitney Sudler-Smith, Trennung

Er meinte, er sei ein alter Mann und er könne

einfach nicht mehr ganze Nächte durchmachen.

Darauf hin erhob sich auch Leonardo, auch er wollte gerne in seine Koje steigen. Die Ägypter blieben noch etwas, aber irgendwann verabschiedeten sie sich ebenfalls. Zurück blieben Joseph und der Kapitän. Letzterer goss noch etwas von dem Wein ein und sie prosteten sich zu. Dies schien Joseph eine gute Gelegenheit mit seiner Idee auf den Tisch zu kommen. Er erklärte Reinhard seine Sicht der Dinge: „Also, Reinhard, ich denke, wir müssen etwas machen gegen diesen Traumprinzen. Am Besten wäre, sie würde ihn sehen und ebenso wie dieser Wolfgang erkennen, dass diese Liebe aussichtslos, ja unbegründet ist. Für einen erfolgreichen Ausgang der Geschichte ist diese Liebe einfach hinderlich. Wir sollten diesem Wolfgang den Weg frei machen.“

Ich bin ganz Deiner Meinung, nur, woher kommt diese bedingungslose, träumerische Sehnsucht? Ich habe ja irgendwie die Rückwärtsgewandten im Verdacht, da ebenfalls ihre Finger im Spiel zu haben. Die propagieren immer wieder diese lebenslange Liebe, wie sonst wären sie in der Lage ihre Frauen bei sich zu halten. Sie bieten ihnen ein Leben mit harter Arbeit, vielen Schwangerschaften und nicht selten versoffenen Ehemännern, die sie sogar schlagen und betrügen.“

Die ewige Liebe war auch zu meiner Zeit das erstrebenswerte Ziel, leider finden die nur die Wenigsten. Auch ich habe meiner Hiltrud einst lebenslange Treue geschworen und das darf ich sagen, diesen Punkt habe ich auch eingehalten. Allerdings ist mir auch ab und zu die Hand ausgerutscht, ich muss es gestehen. Ich denke, daran ist unsere Ehe dann auch kaputt gegangen.“

Eine schlimme Geschichte. Aber was sollen wir im falle Deiner Enkelin unternehmen?“

Können wir ihr nicht einen Christian vorbeischicken?

Einen, an dem sie erkennt wie sinnlos ihre Liebe ist?“

Haben wir denn ein Bild von ihm? Kennst Du seinen Nachnamen?“

Er hieß, soweit ich mich erinnere Arns. Christian Arns. Doch seine Adresse oder gar ein Bild habe ich natürlich nicht.“

Wie sah er denn als junger Mann aus?“

Er war blond, sah gut aus um nicht zu sagen, sehr attraktiv.

Er hatte blaue Augen, mehr weiß ich leider auch nicht mehr.“

Viel mehr wird Deine Enkelin auch nicht mehr in Erinnerung haben, jedenfalls weiß sie nicht wie er heute nach über 20 Jahren aussieht. Das Leben kann einen sehr verändern, lass uns mal in den Spiegelsaal gehen und nach einem Bild für diesen Herzensbesetzer suchen. Ich denke ich habe eine Idee.“

Sie fuhren also in den Spiegelsaal und Reinhard schaute gemeinsam mit Joseph das Archiv durch, aber es war gar nicht so einfach ein passendes Bild zu finden, irgendetwas war immer nicht ganz richtig. Entweder war derjenige nicht blond genug, oder zu klein oder ihm fehlten die blauen Augen. Doch irgendwann hatten sie einen Kandidaten. Es war der Highländer, er war blond, groß und hatte lange blonde Haare. Er sah sehr gut aus und war für viele Frauen ein Traummann. Ihn wählten sie aus und dann holte Reinhard einen Torsionsfeldanalysator hervor. Es war ein Sondermodell und hatte eine spezielle zusätzliche Funktion. Es war ein Gerät, welches für seine Agenten entwickelt worden war, denn die hatten oft mit Liebesdingen zu tun. Sie konnten damit Liebe erzeugen und auch wieder entfernen, indem sie einen Lichtstrahl, der aus diesem Gerät herauskam, auf die betreffende Person richteten. Dieses Gerät war allerdings noch nicht oft zum Einsatz gekommen, es war halt eine Notlösung, dann wenn man mit anderen Mitteln nicht zum Ziel kam. Reinhard zeigte Joseph wie es funktionierte und dann verwandelte er ihn in den Highländer. So verändert schickte er ihn nun auf die Erde, allerdings nicht ohne zuvor seine Brücke anzuweisen einen kleinen Zeitsprung von ein paar Tagen zu machen.

Joseph ging zu den leuchtenden Spiegeln und befand sich nur

wenige Augenblicke später im Flur der Wohnung seiner Enkelin.

Er betrat die Küche und als er in das Esszimmer schaute, stand dort seine Monica. Sie schien ausgesprochen überrascht und weil er nicht sicher war, dass sie in ihm auch ihren Christian erkannte, deshalb sagte er: „Hallo Monica, ich bin es, Christian.“ Sie strahlte ihn an und er konnte förmlich spüren, wie die Liebe sich in ihr entfaltete. Da ging er schnell auf sie zu und fragte sie: „Liebst Du mich immer noch?“ Ihre Antwort war ein spontanes Ja. Darauf nahm er den Torsionsfeldanalysator und hielt ihn ihr direkt von das Gesicht und drückte schnell auf den Knopf. Ein Licht wurde sichtbar und er sagte zu ihr: „So, ich mache das jetzt weg.“ Sie war sehr überrascht und fragte: „Warum machst Du das?“ Er wollte schon antworten: „Weil ich es so will.“ Doch er bremste sich und sagte dann etwas vorsichtiger: „Weil Dein Großvater es so will.“ Das schien sie nach kurzem Nachdenken problemlos hinzu nehmen. Sie fragte ihn: „Und, musst Du jetzt gleich wieder gehen?“ Er antwortete, er habe leider nur wenig Zeit. Da bat sie ihn, sich mit ihr auf das Sofa zu setzten und zu warten bis sie eingeschlafen sei, denn sie könne seinen Weggang nur sehr schwer aushalten. Es hätte ihr damals fast das Herz gebrochen als er sie verlassen hätte und sie wolle so etwas nicht noch mal erleben. Da setzte er sich zu ihr ins Wohnzimmer und ließ zu, dass sie sich mit ihrem Kopf auf seinen Schoß legte. Sie sprachen kein Wort mehr miteinander und bald schon merkte er, sie war tatsächlich eingeschlafen. Da löste er sich vorsichtig um sie nicht zu wecken, er streichelte ihr sanft über das Haar und dann ging er zurück in den Flur, um sich von Reinhard hoch holen zu lassen.

Oben angekommen war er ziemlich geschafft und er konnte nur hoffen,

dass dieses wahnsinnige Gerät seine Wirkung nicht verfehlen würde.

Er hatte die Liebe in ihrem Gesicht gesehen und nun war er sicher, es war richtig gewesen ihr diese Last zu nehmen. Unglücklich verliebt zu sein war etwas sehr Tragisches. Er hatte es ja auch erlebt, damals, in den wunderbaren Monaten bevor er Hiltrud heiratete. Diese hatte nämlich eine Schwester und er hatte sich total in diese schöne Frau verliebt. Doch sie war schon vergeben und er war mit Hiltrud verlobt. Die Liebe war durchaus gegenseitig, aber sie konnten sie nicht leben. Es war für sie Beide nicht einfach gewesen, aber Verlobungen waren eben auch ein Versprechen und an das musste man sich nun mal halten. Wenn sie damals sich aufeinander eingelassen hätten, es hätte für ziemlichen Wirbel gesorgt. Man hätte ihnen enorme Vorwürfe gemacht und wenig Verständnis aufgebracht. Es hätte für große Probleme gesorgt und das Verhältnis der Schwestern zutiefst belastet. Außerdem mochte er Hiltrud eben auch. Sie war eine zarte, sehr schöne Frau, sie war noch unschuldig gewesen, als er mit ihr ins Bett gegangen war. Und er hatte ihr natürlich die Ehe versprochen. Nun einfach die Schwester zu heiraten, das war schlicht nicht möglich. Wie hätten sie zukünftig miteinander umgehen sollen? Also heirateten sie jeweils ihre Verlobten und mussten ihre Liebe begraben. Wenn er damals schon so ein Gerät gehabt hätte, um wie viel leichter hätte es für ihn und sie sein können. Er hätte die Liebe einfach weg gemacht und seine für Hiltrud verstärkt. So jedoch hatte er seine Konflikte immer mit sich herum getragen, bis die Zeit die Sache langsam heilte.

Reinhard war mit der Aktion sehr zufrieden. Er hatte alles über seinen Monitor verfolgt und er klopfte Joseph auf die Schulter. Dieses leidige Liebesproblem dürfte jetzt der Vergangenheit angehören. Auch Joseph war jetzt wieder guter Dinge. Die Zukunft von Satan und Monalisa konnte nun kommen.

Sie machten sich auf den Weg nach Oben und verabschiedeten sich mit guten Wünschen für eine gute Restnacht, denn es war mittlerweile ziemlich spät geworden. Morgen würden sie sich das Ergebnis ihrer Bemühungen anschauen.

Und so schliefen Beide den Schlaf der Gerechten und als sie am

Morgen aufwachten, da waren sie schon total gespannt

auf den Fortgang dieser Geschichte.

Reinhard machte den großen Bildschirm im Salon bereit und als Joseph und die anderen sich an den Tisch setzten, da konnten wieder alle das weitere Geschehen beobachten.

Monica war mit Aufräumen beschäftigt und schien ganz entspannt zu sein. Wolfgang schlief bei heruntergelassenen Rollläden im dunklen Zimmer. Der Fernseher lief und es war eine Zeichentrickserie zu sehen. Da fragte Leonardo, was denn dies für ein sonderbares Gerät sei und Joseph erklärte ihm Funktion und Sinn eines Fernsehers. Er selbst hielt ja nicht besonders viel von diesen Kisten, bei ihm wurde der Fernseher eigentlich nur wegen der Nachrichten angemacht. Manchmal hatte er sich abends noch eine Sendung angeschaut, aber eigentlich las er lieber ein gutes Buch.

Seine Enkelinnen hatten wie alle Kinder natürlich gerne fern gesehen, doch hatte er ihnen dies nur sehr selten erlaubt. Seiner Meinung nach war das einfach nichts für Kinderköpfe.

Leonardo war jedoch von den sich bewegenden

Zeichentrickfiguren ziemlich begeistert.

Kirchensteuer

Ja, wenn er hätte ein sich bewegendes

Abendmahl malen können, dass hätte ihn glücklich gemacht.

Er hatte sich ja auch wirklich sehr darum bemüht seine Figuren lebendig erscheinen zu lassen. Alle waren in irgendeiner Bewegung festgehalten und somit entstand zumindest ein wenig der Eindruck von einem bewegten Bild. Aber natürlich war dies mit diesen Zeichentrickfiguren noch viel besser. Reinhard meinte zu ihm, wenn er Interesse an solchen Filmen hätte, im Archiv hätten sie eine riesige Auswahl und er könne sie sich dort alle in Ruhe anschauen. Wenn er sie jedoch auch gerne in seinem Zimmer anschauen wollte, auch dies sei natürlich möglich, er solle Michael fragen, der würde ihm zeigen, wie er von dort aus an die Filme herankäme.

Echilar meinte, er hätte solche Filme auch schon als Hologramm gesehen, das sei noch wirklichkeitsnäher. Aber Leonardo wollte zunächst erst mal bewegte Zeichnungen sehen, er nahm sich vor, gleich nach dem Frühstück ins Archiv zu gehen und auch mit Michael zu sprechen.

Einstein gab zu bedenken, dass er sich nicht vorstellen könne, dass man bei der Unruhe überhaupt schlafen könne, doch dazu konnte Reinhard nur sagen, dass bei ihnen fast alle den Bildschirm immer laufen hätten. Es sei ihr Fenster zur Welt. Allerdings würden die Meisten mittlerweile ganz auf Hologramme setzten, einen einfachen Zeichentrickfilm würde sich kaum noch jemand anschauen. Es gab noch einige Kinos, dort würden die alten Sachen einem interessierten Publikum gezeigt, doch wäre dies nur für eingefleischte Cineasten das Richtige. Er selbst sei einmal in so einem Kino gewesen, es sei auch sehr schön gewesen, so im Dunklen zu sitzen und die Freundin dabei im Arm zu halten, etwas zu trinken und zu knabbern, aber eigentlich wäre so etwas schon ziemlich rückwärtsgewandt.

Monica begann im Esszimmer den Tisch für ein größeres Frühstück zu decken. Sie erwartete offensichtlich jemanden und nun sahen sie auch, Wolfgang war endlich erwacht und ging ins Bad. Als er wieder herauskam trug er nur eine Unterhose und alle waren einhellig der Meinung, der Typ sah zwar ganz gut aus, aber er war auch etwas zu dick. Nicht übermäßig, aber um die Hüften herum war es eindeutig etwas zu viel. Er zog sich etwas an und verließ die Wohnung, allerdings nicht ohne sein Glas mit dem löslichen Kaffee einzustecken.

Monica, das fanden auch alle, sah mit ihrem blauen Kopftuch, welches sie an diesem Tage trug sehr hübsch aus. Sie schien überhaupt sehr guter Dinge zu sein. Sie deckte nicht nur den Tisch, nein, welche Überraschung, sie stellte auch eine Kamera auf. Die Kamera, die durch Reinhards Leute verwanzt worden war. Dann klingelte es bei ihr. Sie ging um die Türe zu öffnen und zurück kam sie mit Wolfgang.

Beide schienen sich auf das Frühstück zu freuen, man hatte zwar nicht gesehen, ob sie sich geküsst hatten, aber sie wirkten sehr vertraut miteinander. Wolfgang setzte sich an den Tisch und packte seinen Kaffee aus.

Beelitz-Heilstätten

Ist das Dein Cowboykaffee?“

fragte ihn Monica und er lachte und meinte, ja, dies sei sein Lieblingskaffee. „Dann werde ich ihn ebenfalls trinken,“ antwortete Monica darauf. Wolfgang schaute auf die Kamera und fragte sie, was sie denn damit vorhabe. Da meinte sie, sie wolle diesen wunderbaren Tag mit ihm festhalten. Er meinte dazu ziemlich trocken: „Da muss ich aber erst mal meinen Agenten fragen. Der verlangt dafür sicherlich ein Honorar.“ „Nichts da, Honorar, das sind alles nur Probeaufnahmen. Mal sehen, wie Du im Film rüberkommst.“ Sie schaute auf das Display und machte eine Großaufnahme von ihm. „Mann, Du siehst wirklich sehr gut aus, aus Dir mache ich einen Filmstar,“ gab sie fröhlich kund, und auch die Männer oben am Tisch fanden, der Mann sah wirklich nicht schlecht aus. Er müsste jetzt halt nur noch ein paar Pfund abnehmen, dann könne aus ihm wirklich noch etwas werden.

Monica ließ die Kamera laufen während sie um diese herum

ging und sich zu Wolfgang herunter beugte.

Sie gab ihm ganz offensichtlich einen dicken Kuss. Doch das ging in dem Bild ziemlich unter, denn alle Augen waren eigentlich nur auf ihren Hintern gerichtet. Sie trug eine relativ enge Jeans und jeder konnte sehen, sie hatte einen sehr schönen Hintern. Jetzt sah man Wolfgang hinter ihr hervorkommen und er war ziemlich rot angelaufen. Ihm war das Ganze wohl etwas peinlich, oder er hatte Probleme wegen der Kamera, oder er war total verliebt. Die Männer am Tisch kamen zu dem Schluss, der Mann war verknallt und zwar total. Nur schien ihn irgendetwas auch sehr zurückzuhalten. Normalerweise hätte man erwarten können, dass er die Situation stärker für sich nutzte, er jedoch griff jetzt nur nach seinem Kaffee und machte weiter, als wäre nichts geschehen.

Monica setzte sich wieder auf ihren Platz,

die Kamera lief jedoch immer noch.

Hammond, Clarkson und May

Das Gespräch verlief angeregt weiter, es ging

um eine angeblich existierende, jüdische Kaufnannsclique

in Köln und ihren bestimmenden Einfluss auf die Gesellschaft.

Irgendwann fiel sogar der Begriff Judennase, doch das war offensichtlich im Spaß gesagt, denn Monica lachte herzlich darüber. Sie wendete sich der Kamera zu und drehte an dem Display, so dass sie sich selbst sehen konnte. Sie machte Faxen und betrachtete sich ausgiebig. Ja, sie war wirklich sehr hübsch heute, und die Männer waren eigentlich der festen Überzeugung, auch sie war total verliebt.

Plötzlich veränderte sich ihr Gesicht und ein Überraschen, ein Erstaunen, ein wie auch immer geartetes Gefühl wurde darin sichtbar und sie sagte zu Wolfgang: „Hör mal, wenn ich das Display umdrehe, dann kann ich mich ja selber filmen! Das ist ja total super!“ Und Wolfgang stand auf und schaute durch die Kamera. Er spielte ebenfalls an dem Display herum und meinte dann: „Das ist wie mit den Spiegeln, in denen man sich seitenverkehrt sieht, hier siehst Du, jetzt springt das Bild um.“ Doch Monica schien gar nicht richtig zu zuhören, in ihrem Gesicht arbeitete es. Offensichtlich keimte in ihr gerade eine Idee.

Leonardo kannte so eine Situation gut, auch bei ihm zeigte sich im Gesicht, wenn er eine gute Idee hatte. Doch noch schien Monica ihre Idee für sich behalten zu wollen und wendete sich wieder ihrem Kaffee zu. Dann sagte sie: „Den trinke ich auch nur wegen Dir.“ „Schmeckt er Dir?“ fragte Wolfgang. Und sie lächelte ihr schönstes Lächeln. „Ja, er schmeckt mir.“

Scarlett Johansson

Wenn das keine beginnende Liebesgeschichte war!

Die Sache mit dem Licht hatte offensichtlich geklappt. Joseph und Reinhard grinsten zufrieden. Die Geschichte würde nun ihren Verlauf nehmen, ganz so wie sie es im Buch gelesen hatten. Selbst Reinhard war langsam überzeugt, das Buch beschrieb die Wirklichkeit. Jetzt waren sie auch nicht mehr sicher, ob ihre Intervention wirklich notwendig gewesen war. Vielleicht hätte es auch alles so geklappt, doch so frei und unbeschwert wäre Monica vielleicht dann doch nicht gewesen. Dieser Christian hätte das Ganze wahrscheinlich versaut.

Sie verfolgten die Geschehnisse während dieses Frühstücks und griffen auch selbst gut gelaunt bei den angebotenen Brötchen zu. Es gab verschiedene Marmeladen. Eine Platte mit Käse und eine mit Wurst und Schinken. Natürlich aus der molekularen Küche, aber das merkte man gar nicht. Außerdem gab es wieder Müsli mit Obst und Joghurt. In 21. Jahrhundert frühstückte man wirklich nicht schlecht. Jeder hatte auch ein Ei vor sich stehen und so waren alle sehr zufrieden. Auch unten am Tisch war der Appetit gut.

Dann erzählte Monica von ihrem kaputten Computer, und dass

sie nun leider nicht daran schreiben könne.

Alicia Silverstone, PETA

Sie meinte, sie würde sich gerne einen Laptop kaufen, doch ginge das bei ihr nur über Ratenzahlung und sie wüsste nicht ob sie als HartzIV-Empfängerin so eine Ratenzahlung in Anspruch nehmen könne.

Da machte ihr Wolfgang ein großzügiges Angebot.

Er würde ihr das Geld dafür vorstrecken, dann könne sie es ihm peu a peu zurückzahlen und spare sich die Zinsen. Das war ein sehr gutes Angebot und Monica nahm es nach einigen Hin und Her auch freudig an. Sie wollten gleich bei nächster Gelegenheit in einen Mediamarkt fahren und ein passendes Gerät für sie aussuchen.

Außerdem, so meinte Monica, sollten sie für ihn auch ein paar neue Anziehsachen kaufen, er sähe in seinen alten Klamotten doch auch ziemlich düster aus, auch wenn er heute ein oranges T-Shirt anhabe. Jetzt sei aber doch Frühling und da bräuchte er einfach eine andere Jacke. Und so verabredeten sie sich für einen ausgiebigen Tag in der Stadt. Außerdem wollten sie zusammen nach Holland fahren um noch etwas Gras zu kaufen.

Jetzt war es an Joseph zu erklären, dass in Deutschland der Konsum von Cannabis und anderen Drogen verboten sei, doch das die Niederländer dies etwas lockerer sähen und man dort die leichteren Drogen in sogenannten Coffeeshops kaufen konnte.

Natürlich dürfe man sich von der Grenzpolizei

nicht dabei erwischen lassen.

Bankschließfach

Reinhard erklärte darauf hin, bei ihnen sei der Anbau zu persönlichem Konsum durchaus erlaubt, und es gäbe auch große Plantagen, auf denen die Droge für medizinische Zwecke angebaut würde, denn es habe sich heraus gestellt, dass Cannabis ein sehr effektives Medikament sei. Allerdings würde man die Droge selten rauchen, denn Tabak wäre sehr verpönt. Man dürfe in der Öffentlichkeit gar nicht mehr rauchen. Natürlich sei auch jede Werbung dafür untersagt. Und darum gäbe es bei ihnen eigentlich nur noch sehr wenige Raucher, die Meisten bevorzugten sowieso synthetische Drogen. Die waren sehr verbreitet. Man nehme sie zur Leistungssteigerung und zur Entspannung. Doch dies sei auch nicht ganz unproblematisch, denn viele der Drogen würden auf die Dauer auch abhängig machen. Zwar gäbe es gegen eine schwere Sucht auch wieder entsprechende Medikamente, doch haben diese Pillen nicht ganz unproblematische Nebenwirkungen.

Also, da trinke ich mir doch lieber ein gepflegtes Bier,“ war Einsteins Reaktion auf das Gehörte und auch Joseph fand die Sache mit den Pillen gar nicht lustig. Bier sei immerhin so etwas wie ein Naturprodukt und bei mäßigem Genuss auch völlig gefahrlos. Doch was solche Pillen betraf, also er hätte immer nur dann ein Mittel eingenommen, wenn es unbedingt nötig gewesen wäre.

Nun musste den Ägyptern erklärt werden was Pharmazie war, denn so etwas wie Pillen kannten sie natürlich absolut nicht. Bei ihnen ging man in den Tempel, wenn man Probleme hatte und bat einen der jeweiligen Götter um Beistand. Es gab auch unter den Priestern einige, die sich mit bestimmten Pflanzen auskannten und schon mal einen Tee empfahlen, aber ansonsten lebten die Menschen überwiegend so gesund, dass es für ein gutes Leben reichte. Klar, nicht jeder wurde steinalt, so mit 40-50, dann war meistens Schluss, aber das reichte doch auch. Dann lebte man im Reich der Toten eben weiter, und zwar jung und frisch.

Joseph kam kurz der Gedanke, ob er sich jetzt vielleicht gerade im Reich der Toten befinden würde, denn auch er lebte jung und frisch weiter, obwohl er auf der Erde ein mäßig gepflegtes Grab hatte. Seine Tochter hatte sich sicherlich um einen Gärtner bemüht, der regelmäßig das Gröbste in Ordnung brachte, ansonsten besuchte ihn nur selten jemand und brachte Blumen vorbei.

Woher er das wusste? Nun, er kannte seine Kinder.

Kinderreich im Krisengebiet: 23-Jährige hat 11 Kinder

*

Echilar streckte sich ein wenig, seine alten

Knochen begannen ihm weh zu tun von langen sitzen.

Joso hatte es sich auf den Kissen ganz bequem gemacht und fühlte sich prima. Er war überhaupt nicht müde, von ihm aus konnte der alte Mann noch Stunden weitererzählen. Doch Echialr musste sich jetzt erst einmal etwas die Beine vertreten und ging nach draußen um sich zu erleichtern. Auf seine alten Tage hatte er etwas Probleme, er schlief nur noch selten durch, denn seine Blase verlangte immer häufiger entleert zu werden. Er schaute hinauf zu den Sternen und suchte den Himmel nach einem sich bewegenden Licht ab, aber es war nichts zu sehen. Hoffentlich hielt Echnaton sein Versprechen und sorgte dafür, dass auch er auf das Raumschiff zurück kehren konnte. Aber vorher musste er unbedingt seine Geschichte loswerden, er wollte, dass jemand an ihn dachte, während er dort oben herumgeisterte. Es war doch irgendwie schade, dass er keine eigenen Kinder hatte. Es würde wohl nicht viel von ihm auf der Erde zurück bleiben. Seine vielen Papyrusschriften würden mit der Zeit verrotten, sein Hab und Gut würde in andere Hände geraten. Kinder oder Enkel, die seiner gedachten hatte er nicht, wenn er also irgendetwas zurück lassen wollte, dann hatte er nur diese Geschichte. Vielleicht würde Joso sie eines Tages aufschreiben, er hoffte dies sehr. Aber noch schien der Junge die ganze Sache wie eine Gute-Nacht-Geschichte zu betrachten, noch hatte er ihn wohl nicht davon überzeugt, dass dies alles die reine Wahrheit war. Aber das würde sich bestimmt noch ändern, denn die Geschichte war schließlich noch nicht zu Ende. Er fragte sich, wie er die Sache mit Satan und Monalisa vermitteln sollte, denn auch für ihn war es damals nur sehr schwer zu verstehen gewesen. Er würde wohl Schritt für Schritt vorgehen müssen.

Und so machte sich Echilar wieder auf den Weg in sein kleines Haus.

Er setzte sich zu Joso, der noch mal Tee nachgeschenkt

hatte und setzte seine Geschichte fort.

*

Sophia Thomalla, Let's Dance, 2010

Monica wollte eine Party feiern.

Sie wählte dafür den 30. April, den Abend vor dem 1.Mai. Der war nämlich ein Feiertag. Der Kapitän hatte entschieden dort hin mit Hilfe des Torsionsfeldes zu reisen, das ging schneller und außerdem erwartete er keine besonderen Vorkommnisse in der dazwischen liegenden Zeit. Und als er die Berichte der Überwachung durchsah, da konnte er feststellen, etwas wirklich Entscheidendes war tatsächlich nicht geschehen. Wolfgang und Monica hatten sich wie erwartet zu einem Pärchen zusammen getan. Sie hatten sich fast täglich getroffen, waren wie angekündigt zusammen in die Stadt gefahren und wie er feststellen konnte, hatte Wolfgang auch etwas abgenommen. Seine Rettungsringe um die Hüften waren verschwunden. Es hatte auch eine Begegnung mit ihm und dem Sohn Felix gegeben, doch war diese nicht unbedingt positiv verlaufen. Felix hatte sich über seine Mutter und den leeren Kühlschrank beschwert und Wolfgang hatte ihm seine unglaubliche Verwöhnung vorgehalten. Freunde waren sie nach diesem Gespräch jedenfalls nicht geworden. Überhaupt wurde die Verbindung zwischen Monica und Wolfgang nicht unbedingt positiv aufgenommen. Einige fühlten sich doch etwas vernachlässigt, denn Beide hatten nun nur noch wenig Zeit für andere Freunde. Sie verbrachten lieber die Zeit zu Zweit. Monica wollte dies nun etwas ändern und plante auch deshalb die Party.

Sie wollte, dass ihre Freunde ihren

neuen Partner kennen lernten und sie hoffte so,

den aufkeimenden Problemen am Besten begegnen zu können.

Sie machte sich viel Mühe bei den Vorbereitungen für das Fest.

Sie schmückte den Garten, sie bat Wolfgang und Herbi darum, Holz für ein schönes Lagerfeuer zu besorgen, sie räumte das Gartenhäuschen leer und baute ein Büffet auf. Sie kaufte Lebensmittel und Getränke ein und stand lange in der Küche um Salate und ähnliches vorzubereiten. Herbi brachte seine Saftpresse und einiges Obst mit, auch sie hatte Apfelsinen, Äpfel, Möhren und noch einiges mehr besorgt. Es sollte neben Bier und Wein eben auch Säfte geben und Wasser. Herbis Wasser. Denn Herbi verdiente sein Geld mit dem Ausfahren von speziellem Quellwasser aus der Eifel. Er brachte dieses in großen 5-Liter-Flaschen direkt zu den Kunden ins Haus. Monica hatte sein Wasser probiert und kaufte nun auch bei ihm, denn ihr schmeckte das Wasser vorzüglich. Sie hatte Herbi vorgeschlagen einen kleinen Präsentationsausschank aufzubauen um Werbung für sein Produkt zu machen doch Herbi war ein bisschen faul wie sie feststellen musste, er gab sich nur wenig Mühe mit seinem Stand. Das Holz, welches die beiden Männer besorgt hatten war auch nicht gerade das, was sie erwartet hatte. Es handelte sich um Holz einer abgerissenen Pergola, und es war schwarz gestrichen. Aber sie hatte noch etwas passendes Holz im Keller und so konnte ein halbwegs ökologisch korrektes Feuer angefacht werden. Die Gäste waren für den Nachmittag eingeladen uns sie trudelten auch der Reihe nach ein. Musik wurde aufgelegt und die Party konnte beginnen.

SPD-Arbeitsministerin Andrea Nahles (r.) mit zwei weiteren Vertretern des Merkelkabinetts, die sich definitiv keine Sorge um Altersarmut machen müssen...

Auf dem Raumschiff hatte der Kapitän

beschlossen ebenfalls eine kleine Party zu feiern.

Das war zwar etwas rückwärtsgewandt, denn zu seiner Zeit wurden solche Feste nur noch selten gefeiert. Dort traf man sich Meistens nur noch virtuell. Jeder saß dabei zu Hause und nahm über das Netz an Gemeinschaftsveranstaltungen teil. Man setzte sich eine Art Brille auf und erlebte das Ganze von seinem Sofa aus. Es handelte sich dabei um eine Weiterentwicklung von „second life“, in diesem virtuellen Leben konnte man sich mal so richtig austoben. Viele traten in verrückten Kostümen auf, es wurde unverbindlicher small talk betrieben, es wurde getanzt oder man flanierte durch die Partywelt. Man traf dort viele bekannte Gesichter, doch alle lagen in Wirklichkeit zu Hause auf ihrem Sofa. Partys, bei denen man sich ganz real begegnete, das kam nur sehr selten vor. Die Menschen verließen wegen der problematischen Wetterverhältnisse einfach nur noch sehr ungern ihr Haus oder ihre Wohnung.

Doch jetzt wollte der Kapitän eben auch, dass man sich auf dem Raumschiff untereinander besser kennen lernte. Er hatte darum Josefine eingeladen, Johannes würde die Position auf der Brücke halten. Später sollten sie sich abwechseln. Der erste Offizier würde mal kurz vorbeikommen, doch musste nun mal einer auf der Brücke das Kommando behalten. Klaus sollte natürlich auch kommen und auch einigen seiner Agenten, vor allen Dingen Weibliche, hatte er die Erlaubnis erteilt an dem Fest teilzunehmen. Der Koch musste erst mal in der Küche bleiben, doch er sollte später zu den Gästen stoßen. Er lud natürlich auch Thomas und Michael ein, doch sollten sie sich dabei auch um das Wohl der Gäste kümmern. Die Beiden hatten den großen Tisch zur Seite gestellt und darauf ein kleines Büffet aufgebaut. Die Sessel und kleinen Tische standen an den Wänden des Raumes verteilt. In der Mitte des Raumes war nun Platz für Tanz und Geselligkeit. Die große Bildschirmwand zeigte dazu das Treiben in Monicas Garten. Und so wie dort die Gäste sich einander begrüßten und vorstellten, so geschah es nun auch auf dem Schiff.

Wende im Nahen Osten: Ägypten nähert sich Russland und den regionalen Rivalen Saudi-Arabiens an

23.11.2016 • 06:00 Uhr

Wende im Nahen Osten: Ägypten nähert sich Russland

und den regionalen Rivalen Saudi-Arabiens an

Echnaton und Echilar kamen schnell ins Gespräch mit zwei

hübschen Agentinnen, sie stellten sich als Liuse und Ramona vor.

Luise war eine blonde Schönheit und Ramona war ein ehr dunkler Typ. Beide waren sehr sympathisch und schienen an den Ägyptern Gefallen zu finden. Sie erzählten, dass sie einmal in Ägypten gewesen wären, sie hätten sich dort um Informationen über die Pharaonin Hapschetsut bemüht, denn leider sei über diese große Persönlichkeit des alten Ägypten nur sehr wenig bekannt. Echanton wusste wie Echilar ebenfalls nur sehr wenig über sie. Man kannte ihren großartigen Tempel für die Göttin Isis, aber über ihr Wirken als Regentin wusste man eigentlich nicht viel. Nur, dass sie sich sehr um funktionierende Handelsbeziehungen gekümmert habe und wenig vom Eroberungskampf gehalten habe. Dies hatte man in den entsprechenden, militärischen Kreisen nicht verstehen können oder wollen. Luise erzählte von den vielen Streitereien, die es deshalb zwischen der Pharaonin und ihrem Halbbruder Thutmosis gegeben habe. Der wollte das Reich unbedingt vergrößern und sah es als seine Aufgabe an das Erbe seines Vaters zu bewahren. Doch dieses Erbe sah er durch ihre friedliebende Regierung in großer Gefahr. An den Außengrenzen formierten sich angeblich die Feinde und suchten nur nach einer passenden Gelegenheit in das Land am Nil einzufallen. Ramona berichtete, dass sie herausgefunden hätten, dass es Thutmosis gewesen war, der die Königin hatte umbringen lassen um sich selbst auf den Thron zu heben und als Thutmosis III. in die Geschichte einzugehen.

Echnaton hielt auch nicht viel davon Kriege zu führen und war mit den beiden Frauen einig, der Handel war die bessere Lösung. Echilar stimmte dem ebenfalls zu und er hoffte sehr, dass Echanton einmal in die Fußstapfen Hapschepsuts steigen würde. Leider konnten die Frauen dies nicht unbedingt bestätigen. Doch viel wollten sie dazu sowieso nicht sagen, es würde nun mal kommen, wie es kam.

Leonardo unterhielt sich mit Josefine.

Ernst Wolff: "US-Wirtschaft stagniert, deshalb schaden USA ihren Konkurrenten"

Josefine war zwar keine ausgesprochene Schönheit, aber sie schien intelligent und aufgeschlossen zu sein. Sie versuchte gerade Leonardo das Prinzip der Torsionsfeldreisen zu erklären, als sich Joseph zu ihnen gesellte. Auch er wollte darüber mehr erfahren. Josefine erklärte es so: „Das Raumschiff erzeugte durch seinen riesigen Zweiplattenkondensator ein großes, ringförmiges Magnetfeld. Daneben entsteht zugleich aber auch ein großes sanduhrartiges Torsionsfeld, welches durch das Loch des Magnetfeldringes verläuft. Dieses Feld kann man nun für die Energiegewinnung nutzen,“ erklärte sie. Sie erinnerte an den Torsionsfeldgenerator im Maschinenraum, den Beide schon einmal besichtigt hatten. In dieser Form, also wenn das Torsionsfeld die Form einer Sanduhr hatte, konnte man nun in Lichtgeschwindigkeit reisen. Dies lag an dem Unter- und Überdruck, den diese Felder im Vakuum erzeugten. Diese wahrlich sehr hohe Geschwindigkeit ermöglichte Reisen in die nähere Zukunft, denn Zeit war relativ, wie Einstein schon vorhergesagt hatte, erklärte sie.

Wenn nun aber das Magnetfeld zusätzlich verstärkt wird, dann wird auch das Torsionsfeld größer und es ragt irgendwann mit seinen großen Wirbeln über das Magnetfeld hinaus. Damit kommen dann die Torsionsfelder einander sehr Nahe und dies führt zu einer gegenseitigen Anziehung und die Felder vereinigen sich. Dies bewirkt im Ganzen gesehen eine Blase und eine Unsichtbarkeit des darin Befindlichen. Diese Blase befindet sich zudem außerhalb von Raum und Zeit und mit Hilfe entsprechender Berechnungen kann man nun seinen nächsten Standort relativ frei wählen. Heute haben wir auf diese Weise einen Sprung von nur einigen Wochen gemacht, doch damit sind auch viel größere Sprünge möglich.“ Dann erzählte sie, dass sie schon mal eine Reise in die ferne Vergangenheit der Dinosaurier gemacht hatte. Dort seien sie auch tatsächlich einem Dinosaurier hautnah begegnet. Es sei allerdings wohl ein Pflanzenfresser gewesen. Sie hatten ihn erst für einen Felsen in einem kleinen See gehalten, doch als sie darin schwimmen wollten, da sei dieser Riese plötzlich zum Leben erwacht. Sie alle hätten sich fürchterlich erschrocken und seinen fluchtartig aus dem Wasser gestürmt und zum Raumschiff zurück gebeamt worden. Dort hätte man ihnen große Vorwürfe wegen des Bades im Wasser gemacht und seither waren solche naturnahen Exkursionen auf ihren Reisen gestrichen. Dafür gäbe es jetzt die Agenten und Agentinnen, die könnten sich ziemlich frei auf der Erde bewegen. Allerdings würden die sich jedes Mal auch sehr gut auf ihre Exkursionen vorbereiten. Es war einfach wichtig, das man möglichst keine Spuren hinterließ, schließlich wolle man keine Paradoxien bewirken.

Einstein wendete sich an Klaus und befragte ihn zu einigen technischen Details, doch der immer etwas unfreundlich wirkende Klaus war sehr schmallippig und wollte nicht viel dazu sagen. Er interessierte sich seinerseits mehr für das Büffet und so griff auch Einstein erst mal bei den Salaten zu. Es gab Kartoffelsalat, seine Leibspeise. Die angebotenen molekularen Würstchen besah er sich mit einer gewissen Skepsis, aber nachdem er in Eines hineingebissen hatte, nahm er sich noch ein Zweites. Auch der Kapitän stand vor dem Büffet und füllte sich einen Teller mit kleinen Häppchen aus Blätterteig, er pries diese Canapes auch Einstein an, doch der blieb lieber erst mal bei seinem Salat. Die leise Musik, die zu hören war kam von der Party auf der Erde. Dort bediente man sich auch gerade am Büffet und die allgemeine Stimmung schien wie auf dem Raumschiff sehr gut zu sein. Die Musik war jedoch für die Ohren der Fortschrittsgewandten wie auch für die Gäste aus der Vergangenheit gewöhnungsbedürftig und so kam es auch nicht zum Tanz. Aber auch auf der Erde wollte kaum jemand tanzen, die Meisten hatten sich mit ihren Tellern um das Lagerfeuer gesetzt und unterhielten sich.

Es wurde dazu auch getrunken und gerade die frischgepressten

Säfte kamen bei den Gästen gut an.

Abgesehen von neuen Möglichkeiten, Arbeitsplätze zu schaffen, könnte die Russische Föderation auch zum neuen regionalen Produktionszentrum aufsteigen.

Einer jedoch fiel unter den Gästen etwas unangenehm auf.

Es war ein gewisser Steini, er hatte schon einige Flaschen Bier intus und nun machte er sich der Reihe nach an die Frauen heran, allerdings wurde dies nur vom Kapitän genauer beobachtet, die meisten im Raum waren miteinander so im Gespräch vertieft, dass sie auf das Geschehen auf der Erde kaum achteten.

Die Zeit verging auf beiden Ebenen wie im Fluge, es wurde gegessen, getrunken, auf dem Raumschiff allerdings nur alkoholfrei, es wurde geredet und ins Feuer geschaut. Auf dem Raumschiff gab es natürlich kein offenes Feuer, als Unterhaltung diente ihnen die Bildschirmwand. Joseph hatte sich auf einen der Sessel gesetzt und beobachtete entspannt das Geschehen vor Ort wie auch das Fest bei seiner Enkelin. Er interessierte sich vor allen Dingen für seinen Urenkel. Er war zu einem gut aussehenden, jungen Mann herangereift und er befand sich gerade im Gespräch mit diesem Steini. Der Kapitän hatte ihn auf diesen Mann aufmerksam gemacht. Dem schien dieser Typ ziemlich rückwärtsgewandt zu sein, denn er machte ziemlich aufdringlich die Frauen an. So etwas gab es zu seiner Zeit wirklich nicht mehr, da wusste ein Mann sich zurückzuhalten, erklärte der Kapitän. Es waren die Frauen, die bestimmten, mit wem sie sich unterhalten wollten. Irgendwelche plumpe Anmache von Männern war wirklich sehr verpönt. Der Mann versuchte stattdessen auf andere Weise zu glänzen. Sei es durch eine besonders raffinierte Technik, mit der er sich umgab, sei es durch seinen angesehenen Beruf oder auch durch sein chices Bombini. Natürlich musste er auch gut ausschauen, charmant und intelligent sein. Ein schönes Gesicht allein reichte jedenfalls nicht. Und dieser Steini schien nicht viel mehr zu besitzen. Obwohl, jetzt sahen Beide, Joseph und der Kapitän, Steini hatte ein Motorrad. Darauf ließ er nun Felix Platz nehmen und dieser schien ihn erfolgreich überredet zu haben, mit dieser Kiste eine Runde über die Straße ziehen zu dürfen. Sie sahen den Jungen langsam die Straße entlang fahren. Es war klar, das war garantiert nicht erlaubt, denn noch war Felix keine Achtzehn.

Anti-russische Sanktionen kosteten Italien 7 Milliarden Euro und 200.000 Arbeitsplätze

Reinhard erzählte Joseph, dass bei ihnen die

Jugendlichen schon ab 16 Jahren einen Führerschein machen konnten.

Viele hatten ein eigenes Bombini mit dem sie zur Schule flogen, denn höhere Schulen gab es nur vereinzelt in den größeren Städten. Bei so wenigen Kindern, die noch geboren wurden, lohnte es sich nicht in jeder Stadt eine Schule zu bauen, jedenfalls nicht höhere Schulen. Häufig würden die Kinder auch von zu Hause aus lernen, das überall gut ausgebaute Netz mache dies möglich. Doch natürlich sei es auch gerade für die Kinder wichtig einander persönlich zu begegnen, deshalb würde es nach wie vor Schulen geben. Diese seien aber mehr Orte der wissenschaftlichen Begegnung, und kaum noch mit einer klassischen Schule zu vergleichen. Es gäbe dort wunderbare Chemie- und Physiklabore, es gäbe auch große Gewächshäuser in denen die Kinder lernen würden, wie man Nahrungsmittel auch unter schwierigen Bedingungen anbaute. Sie würden viel über die bisher entdeckten Planeten erfahren und die meisten entschieden sich für eine Ausbildung zum Pioneer, denn alle wollten einmal auf einem neuen, gesunden Planeten leben. Es würde auch viel Technik gelehrt und schon die Jüngsten würden sich mit der Torsionsfelstechnik vertraut machen. Natürlich gäbe es auch Kurse in Philosophie, Geschichte und Literatur, denn die Welt bräuchte auch Geisteswissenschaftler. Auch seien Agentenjobs sehr beliebt, und nicht wenige wollten einmal mit einem großen Forschungsbombini in die Vergangenheit reisen.

Joseph fragte, ob es denn auch Bäcker und andere Handwerker gäbe, doch da meinte der Kapitän diese Berufe seien nicht so beliebt, denn die Arbeit selbst würde zumeist von Robotern erledigt, eigentlich sei man als Bäcker nur noch mit der Kontrolle der verschiedenen Maschinen beschäftigt.

Und wer baut die Häuser und die Bombinis?“

"Rot-Rot-Grün als bundespolitisches Signal" - Harald Wolf über den Politikwechsel in der Hauptstadt

Wer baut Bombinis, das ist die bessere Frage,“ meinte Reinhard, „die meisten Menschen leben gleich in ihren „Autos“. Bombinis sind zum Teil sehr komfortabel und von da her ist eine Wohnung in dem Sinne gar nicht mehr nötig.“

Ihr seid also eine Welt von Wohnwagenbesitzern, sogenannte Dauercamper.“ Sagte Joseph und Reinhard überlegte kurz und meinte dann: „Wir wollen mobil sein, es lohnt sich oft der Bau eines Hauses nicht mehr, denn eigentlich wollen alle nur noch weg. Die Erde ist für sie zu einem verlorenen Ort geworden. Aber auf Deine Frage, wer die Dinger baut, nun dafür haben wir immer noch gut ausgebildete Techniker. Sie werden zwar auch zunehmend von Maschinen unterstützt, doch ist der Bombinibau noch nicht völlig automatisiert. Die Bombinis entwickeln sich einfach noch zu schnell, es gibt immer neue Varianten und Verbesserungen, da kommt man mit Maschinen alleine nicht zurecht.“

Und wer lebt in den alten Häusern?“

Das Hauptgebäude des Klosters auf der Insel Walaam.

Wie alt meinst Du? Die meisten Häuser Deiner Zeit existieren nicht mehr…

Gut so wertvolle Immobinien wie der Louvre und das Reichtagsgebäude stehen noch, sie wurden all die Jahre gut gepflegt, doch alles, was nicht von besonderer historischer Bedeutung ist, wurde irgendwann abgerissen. Stattdessen sind dort neue Gebäude entstanden, doch die seien nun auch schon wieder alt. Jetzt setzt man eigentlich nur noch auf Bombinis, zum Teil sind die wirklich sehr groß. Aber sie haben den Vorteil, dass sie fliegen können und sobald sie einen überlichtschnellen Antrieb haben, werden ihre Besitzer sich damit dem großen Konvoi anschließen, dem großen Mutterschiff, an ihm wird gerade gebaut. Ziel ist ein neuer Planet, wir haben uns noch nicht endgültig für einen entschieden, vielleicht werden es auch mehrere sein.“

Ihr wollt die Welt also im Stich lassen?“

Manchmal geht es im richtigen Leben zu wie auf der Bühne. Zwei Performer auf der Sexmesse Venus. Berlin, Deutschland, 29. September, 2011.

Ich würde ehr sagen, die Menschen des 20. und 21. Jahrhunderts haben die Welt im Stich gelassen, sie haben sie ausgebeutet und verdreckt. Jetzt wollen wir auf dieser Müllhalde eben auch nicht mehr leben. Die Rückwärtsgewandten werden da bleiben und hoffen, dass der Müll in den Meeren sich irgendwann in Luft auflöst. Doch da können sie lange warten, diese verdammte Kunststofftechnik hat das Leben wirklich einfach unmöglich gemacht.“

Trotzdem, man kann doch nicht einfach so verschwinden.

Das kommt mir wie Fahnenflucht vor.“

Jack London an Bord seiner Yacht "Snark", 1908.

Du warst noch nicht bei uns, sobald wir unseren Auftrag hier erledigt haben, fahren wir Echnaton und Echilar nach Hause und dann lade ich Dich in mein persönliches Bombini ein. Es steht im Schwarzwald, ich habe dort ein idyllisches Plätzchen gefunden.“

Der Wald existiert also noch?“

Und wie! Die Vegetation ist wirklich außergewöhnlich, denn durch die hohen CO2-Werte wachsen alle Pflanzen sehr gut.“

Na, wenigstens etwas zu das CO2 gut ist.“

Einstein gesellte sich zu ihnen und bald schon waren der Kapitän und Einstein in ein Gespräch über den Sinn und Unsinn von Reisen durch den Weltraum vertieft. Einstein kämpfte nun schon seit Tagen mit sich. Sollte er das alles hier glauben oder befand er sich in einer dieser virtuellen Welten in denen alles möglich schien. Joseph konnte ihn schon verstehen, es war nicht leicht dieses Raumschiff hier als Realität zu betrachten. Auch ihm kam es zwischendurch immer noch sehr unwirklich vor. Doch plötzlich wurde er von jemandem angesprochen. Es war Klaus, der unfreundliche Techniker. Jetzt aber schien der ganz aufgeräumt zu sein und er fragte Joseph höflich:

„Dürfte ich mich einen Moment mit Dir unterhalten?“

Natürlich, setze Dich zu mir, Klaus.“

Also, ich wüsste gerne etwas mehr über diesen Wolfgang. Reinhard hat mir den Torsionsfeldanalysator zur Überprüfung gegeben, den Du mit auf der Erde hattest. Ich habe ihn eingehend untersucht, doch eine derartige Funktion, wie Du sie eingesetzt haben willst, die kann ich nicht erkennen. Was hat der Junge denn mit dem Gerät genau gemacht?“ fragte Klaus und schaute Joseph dabei aufmerksam an.

Nun, das kann ich Dir auch nicht genau sagen, ich habe von Elektrotechnik nur bedingt Ahnung. Für Brücken braucht man kaum Strom, allerhöchstens für die Beleuchtung und wenn es hoch kommt für die Straßenheizung. Ich habe es mir auch nicht im Einzelnen so genau erklären lassen, nur wie ich das Ding bedienen soll, doch das steht ja hinten drauf.“

Also, bei mir funktioniert das Gerät nicht.“

„Die Bundesregierung könnte Drohnenangriffe aus Ramstein verbieten.“ – Elsa Rassbach zu RT Deutsch

Dann weiß ich es auch nicht. Dieser Junge ist ein sehr

talentierter Elektriker, vielleicht solltest Du selbst mit ihm reden.“

Das werde ich vorläufig besser nicht tun. Es ist schon schlimm genug, dass Du ihm das Gerät gezeigt hast. Was ist, wenn er sich irgendwann daran erinnert? Denn, so wie es aussieht hat er zumindest zur Zeit keine Erinnerung daran, und das ist schließlich auch gut so. Ich habe schon einige Menschen erlebt, die mit solchen Erinnerungen nicht klar kamen und in der Krankenheilanstalt gelandet sind.“

Da magst Du wirklich Recht haben, doch mir war es wichtig, diesen Jungen kennen zu lernen und mit ihm gemeinsam unser Unterbewusstsein zu erforschen. Schließlich liegen auf diesem Mann meine ganzen Hoffnungen. Ich wollte wissen, wer er ist.“

Und wer ist er?“

Das wirst Du mir jetzt wahrscheinlich nicht glauben, aber dieser Wolfgang ist Satan Junior, der faule Sohn des Herren der Finsternis.“

So ein Quatsch! Herr der Finsternis, das ist doch alter Religionsscheiß.“

Das sagst Du, ich aber denke da anders drüber.“

Also gut, der faule Sohn, und wieso sollte ausgerechnet er ein Hoffnungsträger sein?“

Er wird meiner Enkelin einmal aus der Patsche helfen und ihr Beistehen im Kampf für eine bessere Zukunft.“

Warum sollte er das tun, ist Satan nicht einer von den Bösen?“

Das kann man so oder so sehen, dieser Satan jedenfalls ist kein Böser. Dazu ist er einfach zu faul. Er will es bequem haben und in einer schönen Welt leben. Außerdem will er seine Hölle entleeren, sie ist ihm schlicht zu voll.“

Und dann kommen all die bösen Geister zurück auf die Welt?

Na wunderbar!“Die sind so gut wie alle ziemlich geläutert.“

Na, wenn wir endlich auf einen anderen Planeten übergesiedelt sind, dann mag er seine Geister gerne alle auf der Erde unterbringen, ich habe nämlich keine Lust mit einem Hitler an einem Tisch zu sitzen.“

Was er mit diesem Mann vorhat, dass weiß ich auch nicht. Ich denke, ein paar Gestalten werden noch lange in der Hölle schwitzen. Doch er meint, es sei einfach ungerecht, fast jeder würde einmal Sünden begehen, und so hätte er erheblich mehr zu tun als der liebe Gott. Der würde sich immer nur die Rosinen aus dem Kuchen nehmen und ihm die Drecksarbeit überlassen.“

Klaus überlegte eine Weile, dann meinte er: „Ich denke, der Junge hat Recht. Ich werde ihn mal besser im Auge behalten.“

Sie schauten beide auf den Bildschirm.

„Saudi-Arabien will eigene Pufferzone“ –

Luftabwehrraketen erreichen syrische Rebellen

Wird die Regierung Obama ihre letzten zwei Monate im Amt noch nutzen, um gemeinsam mit ihren Verbündeten syrischen Rebellen moderne Waffensysteme zugänglich zu machen, ehe Nachfolger Donald J. Trump deren Unterstützung beenden könnte?

Eine syrische Rebellengruppe hat sich mit

Schulter-gestützten Flugabwehr-Lenkwaffen präsentiert.

Das ist einer der ersten Beweise dafür, dass es MANPADs in den Reihen

syrischer Oppositionskräfte gibt. Auch die USA könnten noch mal ihre Restriktionen lockern.

Dort war die Party langsam zu Ende, die letzten verabschiedeten sich gerade von der Gastgeberin und auch das Feuer war zur Glut heruntergebrannt. Monica stand davor und schaute nachdenklich hinein. An was mochte sie jetzt wohl denken? Was ging ihr durch den Kopf? Joseph ärgerte sich ein Bisschen, dass er jetzt keinen Joint hatte, damit hätte er mit ihr Kontakt aufnehmen können, denn er hatte beobachtet, auf dieser Feier war auch gekifft worden. Auch sein Urenkel hatte sich mit einem Joint zusammen mit einem Freund auf die Wiese gelegt. Sie hatten wohl viel Spaß dabei gehabt, zumindest hatte er die beiden viel lachen gehört.

Jetzt aber war Ruhe eingekehrt, es war auch kein Wolfgang zu sehen. So wie Monica da stand, schien sie ganz glücklich zu sein und dann sah er wie sie sich selbst plötzlich auf die Schulter klopfte. Ja, sie war ganz offensichtlich sehr zufrieden.

Auf einmal kam Wolfgang um die Ecke.

Er war jedoch in einer gänzlich anderen Stimmung.

EU-Parlament stimmt für Resolution, die zum Kampf gegen "russische Propaganda" aufruft

Er redete laut auf Monica ein und

die schien wirklich sehr überrascht zu sein.

Es ging irgendwie um ihren Sohn und das Motorrad. Es ging um die zu hohen Kosten für das Fest. Es ging um ihre nichtsnutzigen Freunde, die jetzt noch nicht einmal helfen würden aufzuräumen. Es ging um Steini, der in unmöglicher Weise die Frauen angemacht hatte und noch so einiges mehr. Monica reagierte auf diese Flut an Vorwürfen mit ziemlichem Unverständnis und die Beiden gerieten in einen heftigen Streit, an dessen Ende Wolfgang wütend den Garten verließ nur um einige Zeit später noch mal zurück zu kehren. Er war einfach ziemlich außer sich. Monica ließ sich jedoch nicht weiter provozieren und begann die Gläser einzusammeln. Der Tag war gelaufen und die schöne Stimmung verflogen. Sie versuchte noch einmal ruhig mit Wolfgang zu reden und sie gab zu, die Sache mit dem Motorrad sei tatsächlich nicht in Ordnung gewesen, doch das Fest sei ihr nun mal wichtig gewesen und sie hätte doch gar nicht so viel bezahlt, vieles hätten ihre Freunde doch auch mitgebracht. Außerdem meinte sie, ihre Freunde seinen doch gar nicht so schlecht, ob er sich denn mal mit HaPe unterhalten hätte. Der sei doch wirklich ein sehr netter Freund. Er trinke auch keinen Alkohol und hätte eine schwierige Krise gut gemeistert. Was Steini anging, so gab sie zu bedenken, dass dieser Mann ihr bei ihrem Bombini-Projekt sehr geholfen hätte und außerdem hätte er ihr einmal eine ganze Einkaufstüte voll Gras geschenkt, so eine Großzügigkeit wüsste sie einfach zu schätzen. Und was seine Anmache anging, also ihre weiblichen Gäste hätten sich bei ihr nicht darüber beschwert. Trotzdem war Wolfgang nicht wirklich zu beruhigen und er verließ sie erneut, diesmal kam er jedoch nicht wieder.

Klaus hatte diesen Vorfall ebenfalls mit Interesse verfolgt und meinte nun: „Na, der nimmt die Dinge aber ziemlich genau.“

Ich sagte ja, er ist ein echter Satan, nur kommt er zum Glück

nicht nach seinem himmlischen Vater, der hätte die

ganze Versammlung gesprengt.“

fügte Joseph hinzu.

"Admiral Kuznetsow" 360°: Spektakuläre Aussicht an Bord des russischen Flugzeugträgers vor Syrien

„Admiral Kuznetsow“ 360°: Spektakuläre Aussicht

an Bord des russischen Flugzeugträgers vor Syrien

Leonardo saß nun mit Johannes zusammen, der durch Josefine auf seinem Posten abgelöst worden war und der alte Künstler erzählte von den vielen Festen, die er schon ausgestattet und geplant hatte. Er war darin ein wahrer Meister gewesen, er hätte einfach alles dafür entworfen, die Dekoration, die Kostüme, die Speisen einfach alles. Es hätte Wasserspiele gegeben und die Menschen hätten unentwegt getanzt. Dies hier sei doch in Wahrheit gar keine Party und auch Monica auf der Erde war mit zu wenig zufrieden. Die Zukunft könne einfach nicht feiern. In seiner Zeit hingegen ginge es total zur Sache, schließlich gab es sonst ja auch kaum Vergnügungen. Und die Könige mussten sich eben schon auch etwas einfallen lassen, wenn sie ihre Gesellschaft bei Laune halten wollte.

Patriarch Kyrill: „Die Rückkehr zum Glauben in Russland ist ein Phänomen von historischer Bedeutung“

Auch Echnaton kannte andere Feste.

Bei ihnen am Hof wurde eigentlich die ganze Zeit gefeiert. Es gab immer einen Grund um zu schwelgen, sich Tanzdarbietungen anzuschauen und was immer auch sonst. Bei ihm würde es zwar in Zukunft auch keine Gelage mehr geben, er wolle hingegen die Andacht stärken, aber diese Party hier sei doch eigentlich ziemlich armselig. Aber die Agentinnen hatten ihm schon gefallen, sie waren hübsch und unterhaltsam gewesen. Jetzt waren aber auch sie gegangen. Echilar vermutete, dass es der fehlende Alkohol war. Wenn der Wein und Sekt auf alte Art gemacht worden wäre, dann hätte die Party wahrscheinlich einen anderen Verlauf genommen.

Der Kapitän hatte diese Kommentare gehört und meinte nun: „Das ist es ja gerade, was wir vermeiden wollen. Wir wollen einfach kein Saufgelage, da verliert man einfach die Kontrolle und ist anschließend nicht mehr in der Lage seine Arbeit zu tun.“

Das war wohl war, aber es machte die ganze Sache eben auch ziemlich trocken, dachte nicht nur Leonardo. Aber sie waren nun mal gast auf diesem Schiff und sie würden sich anpassen müssen.

Jetzt kam jedoch tatsächlich der Koch zu ihnen in den Salon und er wurde der Runde vorgestellt. Er hieß Michel und war ein sympathisch aussehender, etwas zur Fülle neigender, relativ großer ebenfalls wie alle auf dem Schiff jugendlich aussehender Mann. Er war offensichtlich gut gelaunt und kam schnell mit den Anwesenden ins Gespräch. Er erklärte, dass er sich auf die historische Küche spezialisiert habe, denn dies war nötig, wenn man mit den Lebensmitteln der jeweils gerade aktuellen Vergangenheit arbeiten müsste. Er liebe die alten Rezepte und schnell befand er sich in einem Gespräch mit Joseph über dessen Kuchenrezepte. Joseph war für seinen Rosinen- und Apfelkuchen bekannt und Michel notierte sich die Zutaten gleich in seinen Kragen. Dort befand sich ein winziges Aufnahmegerät. Dieses sei mit seinem Computer verbunden und darin speichere er alle seine gesammelten Rezepte.

Echnaton fragte ihn nach seinen molekularen Fleischwaren doch verstand er die Erklärung ihrer Herstellungsweise überhaupt nicht. Das einzige, was hängen blieb war, er nahm Eiweiß und behandelte es so lange, bis daraus ein Braten wurde. Das konnte sich weder Echanton noch Echilar vorstellen, auch Leonardo zeigte ziemliches Unverständnis, aber sie wollten alle auch nicht als völlige Blödmänner da stehen und fragten darum lieber nicht noch mal nach. Allgemein wurde jetzt jedenfalls das üppige Büffet gelobt und überhaupt man sei sehr zufrieden mit dem bisher Aufgetischtem.

Auf dem Bildschirm leuchtete nur noch schwach etwas Glut und so ging denn dann auch die Party auf dem Raumschiff ihrem Ende entgegen. Alles in allem war dieser Abend eine schöne Abwechslung gewesen und man hatte sich gut unterhalten und auch näher kennen gelernt. Der Bildschirm wurde abgestellt und die Gäste verabschiedeten sich von einander, um in ihre Zimmer oder auf ihre Posten zu gehen.

John Podesta, der Wahlkampfmanager von Hillary Clinton steht im Zentrum der Spekulationen.

Joseph lag noch länger wach. Wofür hatte

sich seine Enkelin wohl auf die Schulter geklopft?

So überragend waren ihre Leistungen als Gastgeberin nun auch nicht gewesen. Gut, sie hatte ein kleines Büffet auf die Beine gestellt und auch für ein paar Getränke gesorgt, aber ihre Gäste hatten alle auch etwas mitgebracht. Das Feuer war sicherlich eine schöne Idee, aber so etwas Besonderes war es nun auch nicht. Das Fest konnte es nicht allein gewesen sein, auch wenn er Wolfgangs Kritik nicht im Detail zustimmte, ein richtiges Fest sah anders aus.

Er hatte bei seinen Feiern immer sehr viel Wert auf Alles gelegt. Bei ihm hatten sich die Kuchen gestapelt und der Wein sei großzügig verteilt worden. Zu Weihnachten und Silvester gab es immer ein großes Zusammentreffen, es wurde gesungen und getanzt. Seine Kinder sorgten für eine gute Stimmung und zu Silvester brachten sie viele nette Freunde mit. Die Frauen hatten zusammen in der Küche das Geschirr und die Gläser gespült und sich dabei gut unterhalten. Die Männer hatten bei einer Zigarre und Cognac zusammengesessen und es wurde erst nach Hause gegangen, wenn die Uhr schon weit nach Mitternacht anzeigte.

Doch bei Monica waren die Leute schon vor Mitternacht gegangen.

Und dann zum Abschluss dieser Streit. Hoffentlich vertrugen sie sich bald schon wieder, schließlich hatte ihre Liebe gerade erst angefangen. Joseph wusste zwar aus dem Buch, dass sie noch viele Jahre zusammen sein würden, doch er konnte nicht sicher sein, dass auch alles so ablief wie es darin geschrieben stand. Es stellte sich schließlich die Frage, in wie weit die Vergangenheit und damit auch die jetzige Gegenwart schon verändert worden war. Wenn sich alles wirklich so entwickeln sollte wie beschrieben, dann standen Monica harte Zeiten bevor. Gerne würde er sie davor bewahren. Andererseits, wenn sie Recht hatte, dann stand auch ihnen eine alles entscheidende Begegnung bevor und er würde dabei eine wichtige Rolle übernehmen. War er dazu bereit? Hatte er sich so sein Leben im Paradies einmal vorgestellt? Denn es war wohl das Paradies, welches ihm bevorstand. Ein merkwürdiges Paradies allerdings.

Ein Garten Eden ganz besonderer Art.

Marco Reus

Ob der Kapitän dies auch aus dem Buch entnommen hatte?

Monica war sehr vage geblieben und hatte diesen Aspekt nur kurz angeschnitten. Er aber wusste durch sein Studium seines Unterbewusstseins, es erwartete sie mehr als nur einfach ein anderes Raumschiff. Es war sein Schiff, ein wahrlich riesig Großes, es war eine ganze Welt für sich. Und er war der Kommandant, er war der Kapitän. Was würde dort auf ihn warten? Seine Tochter? Welche Rolle hatte sie jetzt auf dem Schiff? Oder war es so wie Monica vermutete, sie war mit ihrem eigenen Schiff unterwegs? Was war mit Hiltrud? Ob sie auch auf dem Schiff seine Frau war? Dann war da noch Rüttger, der Missratene. Was würde er mit ihm machen? Welche Strafe hatte er verdient? In die Hölle würde er wohl nicht kommen, Satan Junior hatte sich schlicht geweigert weitere Personen aufzunehmen. Er wollte vielmehr, dass er sich selbst um ihn kümmert. Nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen, hatte er gesagt, der Teig muss auch gegessen werden.

Zebra

Und was war mit Monalisa?

Ob Monica sie schon in sich selbst bemerkt hatte?

War ihr klar, welche wichtige Aufgabe sie zu lösen hatte? Wenn sie scheiterte, dann waren auch sie alle verloren. Wenn sie auf ihrem riesigen Raumschiff nicht auf ewig durch den Kosmos eilen wollten, wenn sie endlich einen guten Hafen gefunden hätten, dann hätten sie alle ihr Ziel erreicht. Doch, was war diese Erde für ein problematischer Ort. Seine Zukunft sah alles andere als paradiesisch aus. Sollten sie nicht vielleicht auch besser einen anderen Planeten suchen? Nur, wer wollte schon auf einen Planeten ohne intelligente Menschen darauf? Und die Planeten, wo welche lebten, die waren nicht alle bereit sie aufzunehmen. Wenn sie auf einen rückständigen Planeten gingen, dann würden sie dort als Götter wahrgenommen, das hatten sie schon ausprobiert. Doch ein Leben als Gott war sehr anstrengend. Unendlich viele Bittsteller mussten dann angehört und wenn möglich befriedigt werden. Ein normales Leben war so einfach nicht möglich. Wenn sie hingegen in eine Industrienation gingen, dann würde man sich ihrer Technik bedienen wollen und Einiges konnte in die falschen Hände gelangen, außerdem würden sie Befürchtungen wecken, denn die Menschen würden sich ihnen gegenüber unterlegen fühlen. Eine gleichartige Gesellschaft hatten sie jedoch im ganzen Universum noch nicht gefunden, und wo sie selbst einst hergekommen waren, dass wusste niemand mehr. Er musste an Monicas Bild von dem Multiversenschaum denken. Kamen sie vielleicht gar nicht aus diesem Universum? Wenn ja, dann hatten sie es alle vergessen. Allerdings, irgendetwas rührte sich bei ihm, wenn er an Monicas Bild von der Badewanne Gottes dachte.

Ein Mann oder eine Frau, oder Beides zugleich, sitzt in einer Wanne,

inmitten eines zauberhaft glänzenden Universenschaums.

Winchester-Haus

Auch der Kapitän lag noch wach.

Er machte sich ebenfalls so seine Gedanken.

Er hatte das Gespräch zwischen Joseph und Klaus zum Teil mitbekommen. Satan und Monalisa, das war doch nur so eine verrückte Geschichte, geboren aus dem Geist der Fantasie. Realistisch betrachtet gab es schließlich keinen Satan und auch keine Hölle. Wo sollte die sein? Er hatte sich jetzt schon ziemlich gut im Universum umgesehen, dort gab es so einen Ort nicht. Die Hölle machten sich die Bewohner der Planeten schon selbst. Er brauchte nur an die vielen, überfüllten Flüchtlingslager zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu denken, dort zu leben, das war die Hölle. Zig-Tausende von Menschen, die keine Zukunft und keine Hoffnung hatten. Diese Hölle hatten sie zum Glück abgeschafft, dem Bombini sei Dank. Freie Energie zum Nulltarif für die Ärmsten der Armen, das hatte dem Hunger in der Welt ein Ende bereitet. Jetzt konnte sich jeder ein warmes Essen machen, ohne die letzten Bäume und Sträucher zu verbrennen, jetzt hatten sie Licht um auch am Abend noch etwas lesen zu können. Das hatte der allgemeinen Bildung einen großen Schub gegeben, denn alle hatten auch Zugang zu einem Computer und damit zum großen Netz. Sie bezahlten mit Bit-Coins, der Währung des Internets. Die waren wirklich eine segensreiche Errungenschaft gewesen. Jeder bekam eine gewisse Menge ohne Gegenleistung erbringen zu müssen. Virtuelles Geld. Und damit konnte man dann auch im realen Leben bezahlen. Der Rubel rollte, wie man so schön sagt. Es war für die ehemaligen Entwicklungsländer wirklich eine ganz entscheidende Errungenschaft. Ihr Gemeinwesen erblühte, die Menschen machten Geschäfte, die Bildung nahm zu, Informationen zur intelligenten, wassersparenden Landwirtschaft verbreiteten sich in Windeseile und bald schon gab es keine Flüchtlingslager mehr. Der Hunger in der Welt war weitestgehend besiegt. Nur für die Meeresfischer musste man dann irgendwann noch eine andere Lösung finden, denn die Sache mit dem Fisch wurde immer schlimmer. Es wurden jede Menge Fischfarmen aufgebaut, doch trotz erheblicher Investition in solche Farmen, den Fischhunger der Welt konnten sie nicht stillen, zumeist produzierten sie für die eigene Region, doch diesen riesigen Export, wie er lange existiert hatte, den gab es nicht mehr.

Echnaton dachte an sein Zuhause. Was sollte er von der Zukunft halten? War es bei ihnen nicht viel besser? Selbst die Wassermelonen schmeckten besser. Er hatte einige Stücke davon auf dem Büffet entdeckt und probiert. Doch ihnen fehlte einfach die Süße. Die einzelnen Scheiben waren zwar riesengroß gewesen, wirklich eine so große Wassermelone konnte man sich kaum vorstellen, aber sie schmeckte nur nach Wasser. Da hatte er wirklich schon ganz andere Geschmackserlebnisse gehabt.

Auch Echilar hatte sie probiert

und er war der gleichen Meinung gewesen.

Die Frauen aber, die waren ganz nett. Allerdings, was sie da erzählt hatten von der Königin Hapschepsut, also da hatte er ja etwas ganz anderes gehört. Eigentlich verschwieg man ja ihre Existenz, aber als Pharao wusste man einiges mehr über den Stammbaum, als das gemeine Volk. Sie war in den Augen seiner Lehrer eine Närrin gewesen. Sie hatte die Grenzen mit Handel sichern wollen, und das war ganz schön dumm gewesen. Immer mehr Menschen nutzten dies aus und strömten ins Land. Sie machten Geschäfte, doch was hatte Ägypten davon? Ihm war dieses ganze Thema unverständlich geblieben und so hatte er nur wenig Interesse dafür bisher entwickelt. Jedenfalls war Hapschepsut nicht gerade beliebt um nicht zu sagen, man redete möglichst nicht über sie. Frauen waren für die Regierung eines so wichtigen Landes wie Ägypten einfach ungeeignet. Da brauchte es einen Thutmosis. Thutmosis III. Hatte dem Land wieder Ehre und Ansehen verschafft. Nach ihm traute sich lange niemand mehr in Ägypten einzufallen, denn man wusste sich zu wehren.

Hapschepsut hatte das Land schwach gemacht, Thutmosis

hatte ihm seinen Stolz zurückgegeben.

So hatte er es gelernt.

Nuri Sahin, Borussia Dortmund

Er würde jedoch trotzdem keine Kriege führen, er war wirklich zu Höherem berufen. Das Schlachtfeld ließ ihn einfach kalt. Ihm ging es dafür viel mehr um die macht im Innern. Ihm gingen die Amunpriester ganz schon gegen den Strich. Denen würde er einmal das Handwerk legen. Er dachte an den Film mit dem Moses. So wie er, so wollte er auch sein. Streng und unnachgiebig den Götzenanbetern gegenüber. Er würde einmal seinem Volk die wahren Verhältnisse beibringen. Es gab nur einen Gott und der hieß Aton.

Leonardo dachte an Monalisa.

Ihm war der Gedanke gekommen, ob sie

nicht vielleicht auch aus der Zukunft gekommen war.

Sie hatte ihm so viele Interessante Dinge erzählt, ja, sie hat ihn erst auf sehr viele seiner Ideen gebracht. Sie war seine Muse, seine Königin. Sie konnte durch Wände gehen, denn sie hatte immer einfach in seinem Zimmer gestanden, auch wenn er zuvor alles verriegelt hatte. Sie war die ganzen Jahre hindurch immer jung geblieben, das Alter hatte man ihr überhaupt nicht ansehen können, obwohl sie ihn über 30 Jahre lang regelmäßig aufgesucht hatte. Gut, sie trug immer Kleider der gerade herrschenden Mode, doch das sah er ja hier auf dem Schiff, es war für die Agenten kein Problem an Klamotten der jeweiligen Zeit zu kommen. Und wenn sie auch zu Monica kam, dann würde sie wahrscheinlich auch eine dieser berühmten Jeans tragen. Er hatte sich die Mode der Zukunft sehr genau angesehen, denn für Kleidung hatte er ein Faibel. Die Mode zu seiner Zeit war allerdings zumindest bei den reicheren Leuten sehr aufwendig gearbeitet. Auch er trug gerne diese schönen Hemden. Er hatte sich deshalb auch nicht diesen merkwürdigen Anzug angezogen, er trug weiterhin sein schönes Hemd. Er ließ es regelmäßig in der Ultraschallwaschmaschine säubern. Man hatte ihm auch angeboten ihm passende Kleidung zu besorgen, aber noch hatte er das Angebot ausgeschlagen. Nur für die Party hatte er sich eine schöne Jacke ausgesucht. Die hing jetzt in seinem Schrank und er wollte sie gerne behalten.

Trotzdem würde er auch gerne mal so eine Jeans anprobieren, sie soll ja sehr bequem sein. Sie war zu einer Jahrtausend-Hose geworden, denn Jeans wurden auch in der ferneren Zukunft in allen Farben getragen. Er wollte jedoch eine Blaue, etwas verwaschen und mit gutem Sitz. Das sähe mit seinem Hemd bestimmt total gut aus. Er hatte schon mit Michael darüber gesprochen, sie sollten ihm bei ihrem nächsten Einkauf eine mitbringen.

Lufthansa, Streik

Einstein schlief schlecht, er wachte immer wieder auf und wälzte sich von einer Seite zur Nächsten, bis er am Ende unter die Dusche ging und sich an seinen Schreibtisch setzte. Dort schaltete er den Computer ein, dazu reichte ein einfacher Knopfdruck. Klaus hatte ihm gezeigt wie es geht und was man tun musste um ins Netz zu gelangen. Sie hatten hier Zugang zum Internet, einem Vorläufer des großen Netzes des 22. Jahrhunderts. Dort wollte er sich jetzt einfach mal ein Bisschen umsehen. Die Leute nannten das surfen. Er hatte es jetzt schon ein paar Mal ausprobiert und er war schon ziemlich begeistert. Er fand ja soviel über Physik. Ein gewisser Harald Lech versuchte die großen Fragen allgemeinverständlich zu vermitteln und das was er sagte, dass konnte Einstein alles annehmen. Ja, er sah, wie seine Theorien die wissenschaftliche Welt erobert hatten. Und immer mehr ganz normale Bürger setzten sich mit seiner Relativitätstheorie auseinander. Kaum einer wiedersprach ihm. Das tat ihm einfach gut. Er las auch einiges über die Stringtheorie. Die war tatsächlich sehr interessant. Zumal sie den Konflikt löste, der zwischen seine Sicht der Dinge und den Berechnungen Heisenbergs bestanden hatte. Dieser Konflikt hatte ihm viele schlaflose Nächte bereitet. In der Stringtheorie wurde dieser Konflikt jedoch ausgeräumt. Das war wirklich ein starkes Argument für die Annähernde Richtigkeit dieser Theorie. Er hatte sich von Michael ein bisschen Papier und einem Bleistift mitbringen lassen, damit begann er nun zu rechnen.

Er musste sich einfach neben all dem geselligen Beisammensein

mit seinen Mitgästen auch einfach mal wieder

mit etwas Vernünftigem beschäftigen.

Am nächsten Tag saßen sie wieder alle zusammen beim Frühstück.

Der Bildschirm war eingeschaltet und sie konnten Monica die Spülmaschine einräumen sehen. Dabei wurde sie von ihrem Telefon unterbrochen. Sie sprach über dieses Telefon mit ihrer Freundin Anjum und alle konnten das Gespräch mitverfolgen. Anjum fragte sie, ob sie Lust hätte mit ihr ganz spontan nach Südfrankreich zu fahren. Anjum musste dort irgendetwas hintransportieren. Monica war sofort begeistert und sagte zu. Am Nachmittag sollte es schon losgehen.

Das war auch für Wolfgang dann eine sehr große Überraschung, denn er kam vorbei, um sich am Aufräumen zu beteiligen. Zumindest wollte er sehen, ob nicht vielleicht doch der Eine oder Andere von der Party gekommen war um zu helfen. Der Streit schien zunächst beigelegt, doch als er von den Plänen einer Fahrt nach Nizza hörte, da wurde er doch ziemlich ungehalten. Was sie denn da wolle? Wie lange sie gedenke unterwegs zu sein? Wer überhaupt diese Anjum sei, die wäre seines Wissens nach gar nicht auf der Party gewesen? Er hielt von der ganzen Aktion offensichtlich gar nichts. Doch Monica ließ sich nicht umstimmen, sie hatte zugesagt und damit Basta. Ein neuer Streit drohte zu eskalieren. Wolfgang sammelte alle seine Sachen ein, die mittlerweile schon bei Monica gelandet waren, und verließ verärgert die Wohnung.

Monica schien sich dadurch nur wenig stören, sie packte eine kleine Tasche und nahm ihren Laptop. Den wollte sie unbedingt dabei haben. Das war jetzt natürlich super, denn so konnten sie die Gespräche in dem Auto gut mitverfolgen, denn der Laptop war sogleich als Monica ihn ihr Eigen nannte, verwanzt worden. Man wollte schließlich mit bekommen, was sie mit dem Laptop vorhatte. Außerdem gab es so etwas wie Datenschutz in der Zukunft nicht mehr, das wurden einfach alle Rechner überwacht. Jeder musste immer damit rechnen, dass er über dieses Gerät beobachtet wurde. Außerdem gab es kaum noch solche einzelnen, unabhängigen Geräte, alles lief über die große Cloud, das Netz. Und da war letztendlich nichts geheim. Man hatte also auch gar keine Skrupel gehabt, Privatsphäre gab es schon lange nur noch im Badezimmer.

Und auch da gab es im Notfall immer noch Mittel und Wege.

Bill Gates entwickelt Kot-Parfüm

Bill Gates

Aktualisiert am 22. November 2016, 20:37 Uhr

Der Kapitän ließ das Raumschiff ein paar Stunden

weiterspringen und da sahen sie wie Monica

in ein großes, weißes Auto stieg.

Anjum saß am Steuer und beide schienen ausgesprochene Vorfreude zu haben. Sie begrüßten sich überschwänglich und lachten viel. Sie fuhren auf die Autobahn und über eine Art Satellit konnten sie oben am Tisch die umgebende Landschaft erkennen. Dazu hörten sie die Stimmen aus dem Auto.

Monica erzählte von ihrem neuen Freund, Wolfgang. Anjum war sehr interessiert mehr über ihn zu erfahren und so erzählte Monica: „Anjum, er ist ja so ganz anders als andere Männer. Er kann unglaublich gut zuhören, er ist sehr verständnisvoll und aufmerksam. Er hat mir sogar diesen Laptop hier gekauft. Natürlich werde ich ihn bei ihm abzahlen, aber ohne ihn hätte ich doch große Schwierigkeiten gehabt, mir so einen Rechner zu kaufen. Es ist ein Ausstellungsstück mit extra großem Bildschirm. Programme sind auch schon drauf. Ich bin von dem Ding wirklich total begeistert. Damit eröffnen sich mir völlig neue Möglichkeiten.“

Doch für den Rechner interessierte sich Anjum weniger, sie

wollte wissen was dieser Wolfgang denn beruflich machte.

Er ist Industrieelektriker und arbeitet auf einem Testring in der Nähe der holländischen Grenze. Dort werden Züge in Betrieb gesetzt. Er ist dort als sogenannter Fehlersucher unterwegs. Und ein Fehlersucher ist er tatsächlich. Er findet immer etwas was er kritisieren kann. Gestern, meine Party zum Beispiel, er hat kaum ein gutes Haar an der Sache gelassen. Zu teuer, zu aufwendig, die Leute fand er doof, und dass ich jetzt einfach mit Dir wegfahre schmeckt ihm auch nicht. Trotzdem mag ich ihn. Stell Dir vor, er hat sogar mein Experiment lahm gelegt, einfach so, ohne Diskussion. Es wäre verboten und zu gefährlich. Na ja, dafür hat er mir jetzt aber ja auch diesen Laptop besorgt. Damit werde ich mein Projekt weiter fort setzen, halt auf ganz andere Art.“

Chrissy Teigen, American Music Awards, Beinschlitz

Was hast Du denn vor?“

Ich weiß es noch nicht genau,

aber dieser Laptop wird es mir sagen.“

Computer reden doch nicht.“ –  Auch so etwas gibt es schon. Aber nein, natürlich spricht mein Laptop nicht direkt mit mir, aber ich habe schon jetzt das Gefühl, wir werden gut zusammen arbeiten.“

Du mit Deinen verrückten Ideen. Ich habe Dein Experiment ja nie verstanden. Obwohl die Idee eines SpielzeugUFOs natürlich schon klasse ist. Ich bin ja mal gespannt, ob Du es jemals schaffst. Ich traue Dir jedenfalls eine Menge zu.“

Sie ließen die Musik aus dem Radio laufen und redeten ohne zu unterbrechen, ja, sie hatten sich ganz offensichtlich viel zu sagen. Es ging zum Beispiel um Heiko, den alkoholabhängigen Ex-Freund. Anjum kannte ihn auch gut und sie besuchte ihn ab und zu. Das mit dem Alkohol fand auch sie problematisch, nur was sollte sie sagen, sie trank ja selber oft mehr als sie vertragen konnte. Sie hätte sich auch schon mal überlegt, ob sie vielleicht ein Alkoholproblem habe, doch sei sie zu dem Schluss gekommen, bei ihr bestünde kein Alkoholismus, sie könne problemlos auch mal ein paar Tage die Finger davon lassen.

Die Landschaft veränderte sich langsam, es wurde hügelig und die Häuser sahen auch etwas anders aus. Leonardo war von der Vogelperspektive ganz begeistert. So hatte er sich seinen Flug immer vorgestellt. Leider war er ja nie abgehoben mit seinem Fluggerät. Einstein und Joseph kannten diese Perspektive. Sie waren beide schon geflogen. Einstein war sogar ziemlich viel herumgekommen und Joseph war damals nach Südamerika geflogen. Trotzdem waren sie natürlich überrascht, das es möglich war ein Fahrzeug auf seiner Fahrt zu verfolgen. Man konnte durchaus auch einzelne Menschen relativ gut erkennen, man sah sie halt nur von oben.

Das Auto machte an einer Raststätte halt und wurde betankt,

dann ging es gleich weiter auf der Autobahn.

Dschungelcamp

Echanton aber auch Leonardo waren

über die Geschwindigkeit total überrascht.

Die Landschaft zog wirklich sehr schnell vorbei, das war mit Pferden oder auch Kamelen nicht zu machen. Auch ein Schiff fuhr nicht so schnell. Sie entdeckten eine rasende Schlange neben der Autobahn und man erklärte ihnen, dies sei ein Zug. Dieser konnte viele Hundert Passagiere in einem Rutsch transportieren.

Das fanden alle eine gute Sache und der Kapitän erklärte, Züge gäbe es auch bei ihnen noch, allerdings würden sie anders angetrieben. Sie hätten ein Bombini an Bord und schwebten mehr, als dass sie fuhren. Aber das Grundprinzip sei einfach so genial, denn es war nun mal nicht möglich, dass jeder mit einem Bombini durch die Luft fuhr. Bombinis mussten um Flugerlaubnis bitten und sich an die vorgegebenen Routen halten. In der Stadt war auch nicht genug Platz für viele Bombinis, sie seien nämlich im allgemeinen schon ziemlich groß. Für viele sei das Bombini ihr Zuhause. Es gäbe zwar auch kleine Bombinis, doch, wie gesagt, der Platz war das Problem. Darum hätte man den Nahverkehr sehr gut ausgebaut. Der würde gut genutzt und sei praktisch umsonst. Strom kostete nichts und der Bau der Züge war von der Allgemeinheit getragen worden.

Der Zugbau brachte vielen Menschen eine sinnvolle und

interessante Arbeit und es war wichtig

für das funktionieren der Städte.

Scarlett Johansson

Auf der Erde ging langsam die Sonne unter und auf dem Raumschiff wurde der Tisch für ein aufwendiges Abendessen gedeckt. Es sollte französische Küche geben und der Koch versprach ein wunderbares Gaumenerlebnis. Dazu gab es französischen Wein, natürlich alkoholfrei, aber die Gäste auf dem Schiff hatten sich mittlerweile daran gewöhnt und klagten darüber nicht mehr.

Als Vorspeise gab es kleine Pasteten und eine Suppe. Danach wurden verschiedene Gemüse und ein sogenannten Entrecote serviert. Natürlich war dieses wieder eine Kreationen aus der molekularen Küche. Es schmeckte allen hervorragend. Zum Nachtisch gab es kleine Törtchen und zum Abschluss eine Käseplatte. Die Stimmung während des Essens war sehr gut und man unterhielt sich angeregt miteinander.

Währenddessen fuhren die beiden Frauen durch die Nacht.

Auch sie waren immer noch in einem Gespräch vertieft. Josdeph verfolgte dieses und hörte folgendes: „Also Anjum, ich weiß ja wirklich nicht, wie Wolfgang gestrickt ist. Manchmal habe ich schon gedacht, er sei schwul. Ich habe ihn auch gefragt, doch er wies dieses weit von sich. Aber ich frage mich, warum er dann im Bett so zurückhaltend ist, wenn es überhaupt zwischen uns zu Zärtlichkeiten kommt, dann sind sie selten besonders aufregend. Er scheint mir entweder sehr unerfahren oder aber er hat keine Lust auf so etwas. Einmal bin ich sogar in meiner Verzweiflung soweit gegangen, dass ich ihn praktisch vergewaltigt habe. Ich habe ihn tatsächlich dazu gezwungen mit mir zu schlafen. Doch danach meinte er nur, so etwas bräuchte er nicht unbedingt noch mal. Verstehst Du das? Ich bin mir wirklich ziemlich sicher, Wolfgang ist in mich verliebt, aber das führt bei ihm nicht unbedingt zu sexueller Lust. So unattraktiv bin ich doch wirklich nicht. Aber er schaut mich eigentlich nie richtig an. Meine Brüste interessieren ihn nicht sonderlich und auch der Rest scheint ihn relativ kalt zu lassen. Wenn wir zusammen im Bett liegen, dann macht er es immer auch total dunkel, so als wolle er mich nicht sehen. Manchmal habe ich den Eindruck er fühlt sich beobachtet, aber durch seine Fenster kann eigentlich niemand in die Wohnung schauen. Ich verstehe es echt nicht.“

Das ist mir allerdings auch noch nie passiert. Ich kenne nur Männer,

die im Grunde gar nichts anderes wollen. Die haben eigentlich

immer nur den Sex im Kopf und zwischen den Beinen.“

Der britische Think Tank "The Henry Jackson Society" will eine öffentliche Ächtung von Politikern, die mit russischen Medien sprechen.

Joseph war froh, dass die anderen diese intimen Geständnisse nicht so genau mitbekommen hatten. Über Sex redete man einfach nicht, das gehörte sich nicht. Aber natürlich, so unter Freundinnen, da war dies sicherlich häufiger ein Thema. Er hatte niemals mit jemandem darüber geredet, auch nicht mit einem guten Freund. Sex war absolute Privatsache und ging niemanden etwas an. Trotzdem war er froh, etwas über die Ansichten Monicas gehört zu haben. Denn er hatte sich schon gefragt, wie Satan Junior die Sache angehen würde. Für den war Sex nämlich ein rotes Tuch. Er wollte damit einfach nichts zu tun haben. Denn, sein Vater benutzte den Sex für seine Machenschaften, er wusste seine Leute damit gezielt zu manipulieren und Satan Junior lehnte dies total ab. Diese Haltung musste in Wolfgang natürlich Konsequenzen haben. Er hoffte, dass Satans Ablehnung von Sex keine allzu großen Schwierigkeiten bereiten würde.

Es wurde Nacht und Anjum und Monica wechselten die Plätze.

Monica würde die nächsten Stunden fahren, bis sie am frühen Morgen in Nizza ankommen würden. Auch am Tisch wurde es ruhiger und die Ersten verabschiedeten sich und gingen in ihr Zimmer. Zum Schluss waren es wieder Joseph und Reinhard, die übrig blieben, und eine Weile schweigend dem fahrenden Auto, welches nun nur noch durch seine Scheinwerfer zu erkennen war, zuschauten. Auch im Auto wurde geschwiegen. Dann meinte der Kapitän: „Ich denke, wir können die Beiden jetzt getrost sich selbst überlassen, wir sollten uns auch hinlegen, wenn wir morgen wieder mit dabei sein wollen.“

Hoffentlich kommen sie auch heil in Nizza an,“ meinte Joseph.

Ich denke schon, die Straßen sind frei und es scheint

ein vernünftiges Fahrzeug zu sein.“

American Music Awards 2016 - Selena Gomez

Also gut, dann sage ich mal, bis morgen in aller Frühe,“ sagte Joseph und er erhob sich aus seinem Sessel. Sie schalteten den Bildschirm aus, löschten das Licht und verließen den Raum. An der Türe wollte Joseph Reinhard eigentlich noch mal wegen des Sexproblems ansprechen, doch dann entschied er sich dagegen. Später vielleicht, wenn es zu einem ernsthaften Problem werden würde, dann war immer noch Zeit dazu. Vielleicht schaffte es Monica ja auch, diesen ausgesprochenen Sexmuffel zu kurieren. Sie hatte in ihrer Beziehung mit dem Türken jedenfalls umfängliche, sexuelle Erfahrungen gesammelt. Und schließlich war Monalisa einst die Göttin der Liebe gewesen. Diese musste nur endlich in ihr erwachen und aktiv werden. Noch schien sie sich aber nicht deutlich bemerkbar gemacht zu haben. Wie würde Monica diese kommende Begegnung verkraften? In ihrem Buch hielt sie Monalisa für eine Fantasiegöttin, eine Eigenkreation. Doch er wusste es besser. Monalisa war eine der kreativsten Persönlichkeiten auf seinem Schiff gewesen. Sie hatte die Gabe in die Zukunft der Menschen zu sehen, mehr als es jedem Anderen möglich war. Sie war eine Meisterin in der Einflussnahme, sie hatte Leonardo beeinflusst, sie hatte Jesus inspiriert, sie hatte Hapschetsut viele wertvolle Tipps gegeben. Sie war ein begeisterter Anhänger der Menschheit und setzte großes Vertrauen in diese. Darum hatte sie die Erde auch als ihren neuen Standort vorgeschlagen. Hier sollten sie mit ihrem großen Schiff landen und sich in die Gesellschaft integrieren. Nicht im Jahr 2006 oder 2007, aber ein paar Jahre später vielleicht, dann, wenn die Wissenschaftler ein richtiges Bombini in ihren Werkstätten zum ersten Mal erfolgreich starten würden.

Sie hatte auch die Idee mit der Seeleninfiltration gehabt.

Europa verabschiedet sich von der Pressefreiheit

Sie wollte nicht mehr als heimliche Besucherin wie bei Leonardo ins Haus eindringen und durch das Gespräch wirken. Nein sie und einige andere Ausgewählte sollten in den Körper eines kleinen Kindes eindringen und dort das ganz normale Leben kennen lernen. Sie sollten sich dabei ihrer eigentlichen Person auch nicht gewahr sein, sondern ganz mit dem Mensch verschmelzen, seine Gedanken waren ihre Gedanken, seine Gefühle ebenso. Sie würden auch gemeinsam Fehler machen und Erkenntnisse gewinnen. Sie würden einfach Menschen dieser Zeit sein. Bis zu ihrer Erweckung. Doch bei Monica war es offensichtlich noch nicht soweit, sie hielt Monalisa immer noch für eine ihrer Fantasiegestalten. Doch es würde nun bestimmt nicht mehr lange dauern, dann würde sie merken, Monalisa war eine sehr eigenständige Person.

Am nächsten Morgen saßen fast alle wieder am Frühstückstisch,

nur Einstein fehlte. Er saß an seinem Schreibtisch und rechnete.

Er hatte sich nur einen Kaffee geholt und sich entschuldigt.

Er rechnet,“ sagte der Kapitän. Die Überwachung hatte ihm mitgeteilt, dass er schon seit drei Nächten im Internet unterwegs sei und irgendetwas auf sein Papier schreibe, doch wären die Inhalte nicht zu verstehen. Es seien jede Menge Formeln und Berechnungen darunter, aber ihr Sinn erschließe ihnen sich nicht.

Der Kapitän dachte, soll er nur rechnen, vielleicht wird ihm so klar, dass es sich nicht um einen Traum handelte. Es war schon etwas nervig, diesen alten Mann ständig zweifeln zu sehen. Er wusste schließlich, er war lebendig und keine Traumgestalt.

Leonardo war auch etwas unausgeschlafen, er hatte sich vom Bett aus jede Menge Zeichentrickfilme angeschaut. Gerne hätte er nun auch etwas Papier und ein paar Stifte. Er bat deshalb den Kapitän darum sich auch ein paar Mal- und Zeichensachen bei Michael bestellen zu dürfen. Der Kapitän hatte natürlich nichts dagegen, im Gegenteil er war froh, wenn seine Gäste gut beschäftigt waren. Er hatte eigentlich auch keine Zeit ständig mit ihnen herum zu sitzen. Der erste Offizier hatte sich schon beschwert.

Richard, der Offizier, machte eigentlich seit gut zwei Wochen ständig Überstunden. Die wurden zwar gut bezahlt, aber was wollte er mit dem Geld hier oben im Raumschiff schon anfangen. So gut wie alles war umsonst. Wenn er sich schon mal etwas Spezielles von der Erde mitbringen ließ, das kostete einfach nicht viel.

Zu Hause wartete eine Frau auf ihn, die ihr eigenes Auskommen hatte. Kinder hatte er keine. Er besaß ein schönes, großes Bombini, direkt am Rhein gelegen mit einer herrlichen Aussicht auf die Weinberge. Das Ticket für die Übersiedlung hatte er auch schon in der Tasche, zumal er als erster Offizier für die Übersiedlung sowieso nicht viel hatte zahlen müssen. Er würde im Gegenteil dafür bezahlt. Außerdem machte er sich ein paar Hoffnungen, irgendwann selbst Kapitän eines größeren Schiffes zu sein. Bei der großen Übersiedelung würde seine Frau das Haus, wie er es immer noch nannte, im Konvoi mit vielen anderen Bombini-Häusern steuern. Natürlich hatte auch sie einen Führerschein. Aber so ein Hausbombini war natürlich nicht mit einem solchen Schiff wie er es jetzt steuerte vergleichbar. Der Kapitän musste das Ding nicht nur fliegen, er hatte auch die gesamte Mannschaft unter sich. Die Agenten mussten beauftragt werden. Die Wissenschaftler wollten auch ein Wörtchen mitreden, das Servicepersonal bestand nicht nur aus Michael und Thomas, da war der Koch mit seinen Leuten, das Reinigungspersonal, Johannes und Josefine sowie noch einige andere Mitarbeiter, mit Klaus als Abteilungsleiter. Und nun natürlich auch noch die Gäste. Sie machten bisher zwar nicht viel Arbeit, außer dem Koch und dem Kapitän. Gut, die Reinigungskräfte, doch die hatten sich bisher noch nicht beschwert. Maschinen beschweren sich halt auch nicht so schnell. Sie gingen in die Zimmer, wenn alle zu Tisch saßen und reinigten alles einmal durch. Da die Oberflächen aber alle mit dem Lotusblüteneffekt versehen waren, hielt sich der Aufwand in engen Grenzen.

Heute allerdings war die Meldung gekommen, Einstein sitze die ganze Zeit in seinem Zimmer und sie konnten dort nicht hinein. Gut, hatte er entschieden, dann wird dort halt morgen oder übermorgen geputzt, der Mann würde schon auch irgendwann mal eine längere Pause machen.

Wenn jetzt jedoch Leonardo anfangen sollte zu malen, das würde die Reinigungsmaschinen möglicherweise irritieren, sie waren großen Schmutz einfach nicht gewöhnt. Sie waren auf Staub und Kaffeeflecke programmiert, doch mit irgendwelchen Farbflecken waren sie nicht vertraut. Aber zunächst hatte Leonardo ja auch nur um ein paar Stifte gebeten, das machte ja kaum Dreck.

Wie man jedoch den Echnaton beschäftigen sollte, das war ihm ein Rätsel. Leonardo schaute ja zur Zeit eifrig Zeichentrickfilme, aber Echnaton kam mit den bewegten Bildern nicht besonders gut zurecht. Im Gegensatz zu seinem Freund, der hatte sich mit dem Mann vom Archiv schon gut angefreundet und er schien die Technik schnell zu begreifen.

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Echnaton jedoch lag viel grübelnd in seinem Zimmer.

Echilar hatte ihn aufgefordert doch ein Gedicht zu schreiben, doch noch war Echnaton wohl nicht entspannt genug. Richard überlegte ob dies schon erste Anzeichen einer Art Lagerkoller waren. So etwas konnte man auf einem Bombini nicht gebrauchen. Es gab zwar Pillen dagegen, doch wann sollte man ihm die anbieten. Sie hatten Nebenwirkungen. Man würde also erst mal die Situation beobachten müssen.

Einer der Agenten war nur mit der Observation der Passagiere beschäftigt. Er schaute sich die Aufzeichnungen an, er beobachtete auch das Tun im Salon. Das war selbstverständlich, man wollte diese Leute schließlich näher kennen lernen. Einige Historiker arbeitete mit ihm zusammen und sie gemeinsam sollten dann auch nach kreativen Lösungen suchen, wie man eventuelle Probleme in den Griff bekommen konnte.

Auch das Objekt ihrer Aufmerksamkeit auf der Erde

wurde von diesem Team bearbeitet.

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Doch war hier ganz klar die Losung: Keine direkte Einflussnahme, nur beobachten und Schlussfolgerungen ziehen. Sie wollten die jeweiligen Ereignisse auf der Erde nicht beeinflussen, zumindest so lange dies nicht unbedingt nötig wurde. Durch die mögliche Einflussnahme der Rückwärtsgewandten war der Schaden schließlich schon groß genug. Diese permanenten Traumatisierungen dieser Frau konnten in der Summe kein Zufall sein. Es war einfach typisch rückwärtsgewandt gemacht. Aber soweit er und seine Leute das ganze Beobachteten, hielt sich die Frau immer noch ganz wacker. Gut, sie war keine Physikerin, aber das konnte man verkraften, Hauptsache sie entwickelte das Bombini.

Sicherlich, so wie sich ihnen das Ganze jetzt darstellte, taugte sie nicht für die Geschichtsbücher, darin kamen nur absolut einwandfreie Gestalten, aber die normalen Menschen werden ihr das mangelnde Physikstudium verzeihen, im Gegenteil, vielleicht würden sie diese Designerin nun erst recht bewundern. Er hatte mit dieser Frau jedenfalls keine Probleme. Klaus allerdings war ziemlich geschockt. Er hatte ganz fest mit einer Nobelpreisträgerin gerechnet, jetzt diese dilettierende Möchtegern-Physikerin zu sehen, das bereitete ihm ernste Schwierigkeiten.

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Auch dieser Wolfgang war ihm ziemlich suspekt.

Er hatte irgendetwas an dem Torsionsfeldanalysator manipuliert und er kam nicht dahinter was er daran gemacht hatte. So eine Hologrammfunktion hatte er noch nicht hinbekommen. Das fuchste ihn gewaltig, denn er hielt sich selbst für eine Inkarnation dieses M. oder Q. aus den James Bond Filmen. Richard hatte sich die Filme noch nie angeschaut, für ihn war das alles alter Kram, Geschichten aus einer völlig wildgewordenen Welt.

Diese Welt lag ihm jetzt zu Füßen und er fragte sich,

wie viel Leid und Elend die Menschen darauf nur duldeten.

In seinen Augen waren sie alle ziemlich verrückt. Es war eine Zeit der nachhaltigen Zerstörung von Mutter Natur, der Ausbeutung der Ärmsten, der mächtigen Raffgier einiger Weniger zum Schaden der Allgemeinheit. Wirklich überhaupt keine Welt, in der er leben wollte. Manchmal juckte es ihn schon in den Fingern, irgendwo korrigierend einzugreifen, aber das wussten sie, der Schuss ging dann meistens nach hinten los. Das Schicksal war einfach schlauer als alle klugen Köpfe zusammen. Ob er an einen Gott deshalb glaubte, nun da hatte er sich noch nicht entschieden. Seiner Meinung nach kam die Welt auch ganz gut ohne ihn aus.

Gut, sie hatten auf der Erde mittlerweile mit großen Problemen zu kämpfen, der Klimawandel hinterließ an vielen Orten eine Schneise der Verwüstung, das ständig steigende Wasser war auch so eine Sache, aber sie würden für sich eine Lösung aus dem Schamassel finden, indem sie in die Welt hinaus wanderten und andere Planeten besetzten. Mit ihrer betont umweltfreundlichen Lebensweise wären sie nur ein geringes Problem für diese Planeten. Sie wussten sich gut selbst zu versorgen, eine Ausbeutung war so fast nicht nötig. Und sie würden freie Planeten aufsuchen, welche auf denen das Paradies noch bestand.

Der Kapitän kam endlich um ihn abzulösen, jetzt würde er sich erst mal duschen gehen und dann etwas essen. Für die Mannschaft gab es einen eigenen Aufenthaltsraum eine Etage tiefer. Dort traf man sich nicht nur zum Essen, welches auf einem Büffet warm gehalten wurde, so dass jeder zu jeder Zeit essen konnte. Es gab auch für sie oft Gerichte der jeweiligen Zeit in der sie gerade unterwegs waren. Aber es gab auch Dinge, die sie von zu Hause aus kannten. Es war eine gute Mischung mit viel Obst und Gemüse. Das molekulare Fleisch wurde seltener gegessen, denn die meisten waren Vegetarier. Er würde sich heute jedoch ein Würstchen und etwas von dem Kartoffelsalat genehmigen. Der Salat war mit Mayonnaise und vielen Gurken gemacht und schmeckte ihm ausgezeichnet. Es setzte sich zu einem der Historiker, er hieß Anton, er war noch relativ neu dabei, denn dies war seine erste große Zeitreise.

Er war Spezialist für das beginnende, dritte Jahrtausend,

also der Zeit, in der sie sich gerade befanden.

Die Technologie der Kryonik wird anhand einer Puppe erklärt.

Anton aß einen Pfannekuchen mit Äpfeln und

wünschte dem Dazugekommenden guten Appetit.

Sie kamen während des Essens schnell miteinander ins Gespräch, denn Richard wollte von ihm wissen, mit welchen politischen Verhältnissen ihre Monica rechnen musste. War die Welt schon bereit für ihr Bombini? Und was war mit dem Nobelpreis, konnte sie den auch bekommen, ohne Physikerin zu sein?

Nun,“ meinte Anton, „den Friedensnobelpreis könnte sie bekommen, wenn die Kommission erkennen würde, welch große friedenstiftende Kraft in dem Bombini stecken würde. Doch leider ist gerade diese Zeit sehr rückwärtsgewandt, man beschäftigt sich nur wenig mit der Zukunft. Die Menschen sind alle meistens auf einem ziemlichen Konsumtrip und fragen sich höchstens wie sie ihren einmal erworbenen Standart halten oder gar ausbauen können. Geld ist in dieser Gesellschaft das einzig Entscheidende. Wer reich ist, dem liegt die Welt zu Füßen, wer jedoch wie Monica eine HartzIV-Empfängerin ist, der hatte es sehr schwer sich in der Gesellschaft Gehör zu verschaffen. HarztIV ist zwar ein Vorläufer des bedingungslosen Grundeinkommens ihrer Zeit, doch zu Monicas Zeiten wären die Menschen, welche vom Staat alimentiert wurden, sehr schief angesehen worden. Man hat sie als faul und nur schwer integrierbar empfunden und leider ist es auch tatsächlich so gewesen, da die HartzIV-Empfänger nur sehr bedingt am gesellschaftlichen Leben teil haben konnten, sind ihre Leistungen für die Gemeinschaft oft ziemlich unbedeutend.“

Es sei sogar so gewesen, erklärte Anton, dass es dieser Bevölkerungsgruppe untersagt war sich politisch zu engagieren. Wenn sich ein HartzIV-Empfänger in einer Partei intensiver einbrachte, dann wurde ihm das Geld gestrichen. Andererseits wären nicht wenige von ihnen zu Zwangsarbeiten verpflichtet worden, doch sei dies keine anspruchvolle Arbeit gewesen, meistens hat es sich um niedere, ziemlich sinnlose Beschäftigung gehandelt.

Den Friedensnobelpreis für eine HartzVI-Empfängerin, das würde die Gesellschaft nur schwer verstehen können, meinte Anton weiter, in ihren Augen waren diese Leute nur Kostenverursacher, aber eine Leistung von gesellschaftlicher Relevanz, dass konnten sie sich bei ihnen nicht vorstellen.

Anton hatte derweil seinen Pfannekuchen aufgegessen und verabschiedete sich nun von Richard, er würde jetzt ins Archiv gehen und sich einen Film zur Entspannung anschauen. Vielleicht wäre ja auch der Ägypter, dieser Schreiber wieder da, das sei ein netter Kerl, sehr aufgeschlossen und interessiert. Sie hätten sich jetzt schon einige Male unterhalten und er habe interessante Detail zum Leben in Ägypten, zur Zeit vor Echanton erhalten. Das sei zwar nicht sein Spezialgebiet, aber interessant sei es schon, denn Vieles erinnere ihn an die Lebensweise einiger Rückwärtsgewandter ihrer Zeit.

Man könne dadurch einiges Lernen.

6.Oktober

FORTSETZUNG folgt!