HURR€..Ah..HAARR..Ah..Oh..Ha! (3)

Nadja abd el Farrag, Naddel

Naddel sitzt nach einer

Not-Operation am Fuß im Rollstuhl

… Joseph saß gemeinsam mit Echnaton

vor der großen Bildschirmwand und sie

verfolgten Beide das Geschehen in Südfrankreich.

Sie tranken einen Kaffee dazu und unterhielten sich auch etwas. Echnaton beschäftigte die Sache mit Moses und Joseph konnte ihm einiges zu diesem Mann erzählen. Er erklärte ihm, dass Moses den Menschen die zehn Gebote gebracht hätte. Auf ihnen baute das Rechtssystem der auf ihn folgenden Zeiten auf. Das erste Gebot kannte Echnaton ja schon, aber nun interessierten ihn auch noch die anderen Gesetze. Du sollst Vater und Mutter ehren, zum Beispiel. Doch damit hatte er so seine Probleme. Nicht so sehr wegen seiner Mutter, sein Vater machte ihm Probleme. Er fühlte sich durch ihn nicht wirklich anerkannt. Sein Vater interessierte sich mehr für seineigenes, leibliches Wohl und weniger für die Götter, geschweige denn für einen allein. Er akzeptierte die Macht der Amunpriester, auch wenn er sich schon mal über sie ärgerte. Aber seiner Meinung nach hielten sie die Gesellschaft am Laufen. Sie waren reich und hatten Einfluss auf die Massen und solange er sich gut mit den Amunpriestern stellte und ihnen auch entgegenkam, profitierte er von ihnen. Doch Echnaton waren diese Priester ein Dorn im Auge. Er erzählte Joseph von seinem Plan, diese Priester zu entmachten, doch Joseph warnte ihn davor. Ohne diese Priester verlöre er unter Umständen die wirtschaftliche Gestaltungsfähigkeit. Doch davon wollte Echanton nichts wissen, Politik interessierte ihn nicht. Die Menschen könnten schließlich auch dem Aton ihre Opfer bringen, dann würden die Atonpriester, von denen es ja schließlich auch einige gab, sehr reich und wenn er der oberste Priester sei, und das wollte er werden, dann hätte er die Mittel zur Verfügung um zu gestalten. Er vertraute Joseph an, dass er daran dachte eine neue Hauptstadt zu bauen, eine die ganz auf den Atonkult ausgerichtet wäre. Er wüsste zwar noch nicht wo, aber sobald er zurück sei, würde er sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort begeben. Joseph meinte, dies sei ein schwieriges Vorhaben, aber er könne ihm jetzt schon sagen, seine Stadt würde tatsächlich einmal existieren. Nur gab er ihm zu bedenken, sich neben dem Dienst an seinem Gott auch um die Wirtschaft zu kümmern, wenn das Volk nicht auch von seinem Vorhaben profitiere, dann würden sie ihm auf Dauer nicht folgen.

Doch darin sah Echnaton keine Probleme, er würde mit dem Bau einer

Stadt auch viel Arbeit zu den Menschen bringen, und damit

würde genug Wirtschaft entstehen.

Segler, Geisel

Ja, aber was machst Du, wenn Deine Stadt fertig ist? Glaubst Du wirklich die Huldigung eines einzigen Gottes kann ausreichen eine Stadt zu ernähren?“

Was die Amunpriester können, das kann ich auch.

Was machen sie denn schon anderes?“

Geert Wilders

Joseph merkte, es war nicht leicht Echnaton zu beraten, er hatte seinen großen Plan im Kopf und wollte sich nicht mit den Details auseinandersetzen. Er glaubte an Aton, und der würde ihm schon helfen, wenn er sähe, mit wie viel Engagement er ihn anbetete. Das Volk würde zu öffentlichen Gebeten in einem riesigen Sonnentempel verpflichtet. Dieser großen Schar von Gläubigen könne Aton nur günstig gestimmt sein.

Joseph versuchte es noch ein paar mal, Echnaton auch auf die Tücken seines Planes aufmerksam zu machen, aber er fand nur wenig Einsicht. Da war nichts zu machen, Echnaton würde seine Stadt bekommen, aber er würde sie auch wieder verlieren. Er würde zum verhasstesten Pharao werden und die Geschichtsschreiber würden ihn versuchen auszuradieren. Jede Erinnerung an ihn würde weggekratzt. Aber trotzdem würde Echnaton seinen herausragenden Platz in den Geschichtsbüchern bekommen. Er würde einmal als der Begründer des Monotheismus in die Weltgeschichte eingehen, und damit kam ihm eine Schlüsselrolle zu. Aber ein weitsichtiger und kluger Regent würde er niemals werden, doch wenn man nachhaltig sein wollte, dann war die Beschäftigung mit den Details sehr wichtig.

Ihm war dies bei seinen Brücken immer klar gewesen. So ein Brückenbauarchitekt, der kam auch oft mit ganz tollen Ideen an, aber sie mussten eben auch praktisch umgesetzt werden und dafür war er zuständig gewesen. Er hatte sich auch mit den einfachsten Arbeitern auf der Baustelle unterhalten und sich ihre Sorgen nicht nur angehört, sondern er hatte immer auch nach vernünftigen Lösungen gesucht. Dadurch hatte er sich den Respekt aller erworben und war zum Direktor aufgestiegen und bis zu seiner Pensionierung galt er als anerkannte Autorität in seinem Fach. Trotzdem hatte er sich immer auch sehr gut mit den Arbeitern verstanden, er wusste einfach, ohne ihre Ausdauer, ihren Mut und ihre Leidenschaft bei der Arbeit war eine Brücke nicht zu bauen. Sie würde unweigerlich Mängel haben und bald schon Probleme machen. Engagierte Arbeiter aber liebten ihre Brücke und sorgten durch ihre Umsicht dafür, dass alles ordentlich gemacht wurde. Die Brücke wurde erst dadurch zu einem Gewinn für die Bevölkerung, denn sie verursachte kaum Wartungs- und Reparaturkosten. Nun, und wenn die Brücke auch noch schön anzuschauen war, dann wurde so eine Brücke nicht nur bewundert, nein, sie wurde geliebt. Sie verband zwei von einander getrennte Seiten und machte Begegnungen möglich. Handel wurde erleichtert und Wege verkürzt. Er hatte seine Aufgabe immer auch in diesem größeren Zusammenhang gesehen und er war stolz, in seiner Heimatstadt hatte er nicht nur eine Brücke, sondern gleich vier gebaut. Sein letztes großes Projekt war die Verschiebung einer ganzen Brücke gewesen, eine wirklich große Herausforderung. Aber es hatte geklappt und er konnte in seinen wohlverdienten Ruhestand gehen. Er hoffte nun jedoch sehr, dass ihm diese Erfahrung mit dem Brückenbau auch bei seiner vor ihm liegenden Aufgabe helfen würde. Auch auf diesem Raumschiff waren Brücken zu bauen. Keine aus Beton und Stahl sondern aus Fleisch und Blut. Menschen mussten sich miteinander verbinden und einen gemeinsamen Weg finden. Denn so konnte das mit den Rückwärstgewandten und den Fortschrittsgläubigen nicht bleiben. Er war zu der Überzeugung gelangt, dass eine andere Zukunft für alle besser war. Nur wo sollte er die Pfeiler einrammen? Und wo blieb sein Schiff? Er war jetzt wieder voll im Bilde, er erinnerte sich an alles und so wusste er eben auch, sein Schiff wartete hier irgendwo in der Nähe. Noch befanden sie sich in einer anderen Dimension, deshalb konnte es von niemanden gesehen werden, aber wenn sie mit ihm Kontakt aufnehmen wollten, dann war es einfach notwendig, dass sie aus ihrer Deckung heraus kamen. Er überlegte schon, ob er den Kapitän nicht einweihen sollte, aber noch hatte er den Eindruck es war besser zu warten bis er von seinem Schiff eine Nachricht kam.

Miley Cyrus Combo

Monica und Anjum merkten von all dem natürlich nichts.

Sie lieferten ihr Transportgut bei einem kleineren Unternehmen in der Stadt Nizza ab und suchten dann einen Parkplatz am Strand, schlüpften in ihre Bikinis und sprangen ins Meer. Ein paar junge Männer wurden auf sie aufmerksam, doch sie ließen sich von ihnen nicht stören. Sie lagen am Strand und erholten sich etwas von der langen Fahrt. Danach gingen sie in die Stadt und suchten sich ein nettes Restaurant um zu Mittag zu essen. Anschließend schlenderten sie über einen größeren Markt, kauften sich etwas Obst und setzten sich in ein Straßencafe. Dort tranken sie einen Milchkaffee und rauchten mehrere Zigaretten, während sie sich offensichtlich gut unterhielten. Was gesprochen wurde, wussten die Leute auf den Schiff nicht, denn Monica hatte ihren Laptop im Auto gelassen. Aber es war auch nicht so wichtig, es waren wahrscheinlich Gespräche über Belanglosigkeiten. Sie schienen sich jedenfalls gut zu verstehen und zu amüsieren. Irgendwann gegen Nachmittag machten sie sich auf den Rückweg zu ihrem Auto und verließen die Stadt. Sie fuhren nicht direkt wieder auf die Autobahn, sondern sie machten einen kleinen Umweg über die Küstenstraße. Irgendwann schienen sie sich jedoch etwas verfahren zu haben, aber sie fanden schnell wieder den richtigen Weg und dann ging es ab auf die Autobahn. Sie würden die ganze Nacht fahren und sich dabei abwechseln. Man konnte jetzt wieder ihre Gespräche verfolgen und auf dem Schiff hatte man den Eindruck, dies waren gute Freundinnen, die zusammen durch dick und dünn gehen konnten.

Während des Abendessens auf dem Schiff schaute jedoch kaum

noch einer genauer hin, denn jeder hatte

seine eigenen Gedanken im Kopf.

Landgericht Münster

Einstein hatte sich aus seinem Zimmer locken lassen, er hatte praktisch nicht gefrühstückt und den Tag über mit gesüßtem Kaffee durchgehalten. Jetzt knurrte sein Magen, denn die ganze Rechnerei hatte hungrig gemacht. Es gab wieder etwas Französisches, doch achtete er kaum darauf. Er aß ziemlich schnell und verabschiedete sich sobald sein Teller leer gegessen war. Man hatte ihn natürlich gefragt, was er denn so Wichtiges zu tun habe, doch er hatte nur etwas von einer neuen Theorie gemurmelt. Irgendwas mit Strings. Er sei noch nicht soweit, darüber groß erzählen zu können, er müsse erst noch einiges rechnerisch nachvollziehen.

Auch Echilar war ganz in Gedanken versunken, er hatte sich zusammen mit Anton einen Film angesehen, der ihn jetzt immer noch sehr beschäftigte. Es war darin um einen gewissen Jesus gegangen. Dieser Jesus glaubte auch an einen Gott und er hatte seinen Jüngern vieles dazu erklärt. Er hatte vor allen Dingen von der Nächstenliebe gesprochen, die war sein Dreh- und Angelpunkt. Das war für Echilar ein ganz neuer Gedanke. Aber er leuchtete ihm durchaus ein. Er hatte sich nach dem Film mit Anton darüber unterhalten und der meinte, dieser Jesus hätte mit diesem Gedanken der Welt das Christentum gebracht.

Eine völlig neue Religion, die sich jedoch

aus dem Judentum entwickelt habe.

LAVIU

Daraufhin hatte Anton ihm einiges zu den Juden erzählt.

Ihre Religion entstand zu seiner und Echntons Zeit. Doch die Juden sollten es all die Jahre nicht einfach haben. Sie wurden oft verfolgt und aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Ja, im 20. Jahrhundert seien sie sogar im großen Stil umgebracht worden. Man hatte sie in Lager gesperrt und zum größten Teil vergast. Es hatte etwas gedauert, bis er begriffen hatte was Vergasung bedeutete. Das waren wirklich ganz schlimme Geschichten, fand nicht nur er. Auch Anton war ziemlich entsetzt darüber zu was Menschen gewesen fähig waren.

Er erzählte ihm, dass es auch zu seiner Zeit noch Juden geben würde, einige lebten ziemlich rückwärtsgewandt, aber die meisten hätten viel Sinn für den Fortschritt entwickelt. Für sie war es auf Grund ihrer Geschichte auch leicht gewesen sich mit dem Gedanken an eine Umsiedlung auf einen anderen Planeten anzufreunden. Schließlich hatten sie seit ihrem Bestehen einen Ort gesucht, an dem sie sich niederlassen konnten. Einige Jahre hätten sie auch tatsächlich ein Gebiet gefunden, doch hätte es dort eben schon eine Bevölkerung anderen Glaubens gegeben und mit denen hätten sie sich ständig bekämpft. Zu einem Frieden in der Angelegenheit sei es erst durch die Eine-Welt-Regierung gekommen. Die habe den Palästinensern wie den Israelis das Land zugewiesen und für Gerechtigkeit gesorgt. Die Palästinenser hatten endlich genug Wasser bekommen, jede Menge Bombinis zur Energiegewinnung und ein Bürgergeld, welches ihre Wirtschaft in Fahrt gebracht habe. Hunger und Elend seien danach vorbei gewesen und nun hätten sie sich auch mit den Israelis als Nachbarn arrangiert. Sie verkauften ihr Obst und Gemüse an die Israelis, und die ließen sie dafür an ihren technischen Errungenschaften teilhaben.

Die Israelis seien nämlich sehr erfinderisch.

Jerome Boateng

Leonardo war mit seinen Gedanken bei der Bilderserie, die er plante.

Er hatte Papier und verschiedenfarbige Stifte bekommen und probierte sie gerade aus. Das war natürlich etwas ganz anderes als sich die Farben selbst anmischen zu müssen. Er brauchte nur einen Anspitzer und schon war ein stumpf gewordener Stift wieder fast wie neu. Man konnte mit diesen Stiften ganz wunderbar zeichnen und auch Flächen ausmalen. Er hatte schon einige Blätter mit Skizzen gefüllt und war nun langsam bereit sich an sein Projekt, bewegtes Abendmahl, zu wagen. Die Figuren hatte er natürlich noch alle genau im Kopf, doch die Geschichte, die er zu erzählen gedachte, die war ganz etwas Neues. Er hatte sich sowieso immer schon seine ganz eigenen Gedanken zu diesem Abendmahl gemacht, doch war es ihm nicht möglich gewesen, seine Gedanken auch deutlich sichtbar werden zu lassen. Nur wenige erkannten zum Beispiel in dem Johannes an der Seite von Jesus Maria Magdalena, dabei sah er in dieser Figur immer schon eine Frau und keinen Mann. Aber die Menschen seiner Zeit waren für so eine Deutung nicht frei genug gewesen. Die Kirche entschied, was Geschichte war und was nicht. Und eine Frau an der Seite ihres Erlösers, dass konnten und das wollten sie sich nicht vorstellen. Für sie war Maria Magdalena eine Hure, eine Sünderin und keine kluge Frau, die Jesus Herz erobert hatte. Doch für Leonardo war sie immer schon viel mehr gewesen, als eine gefallene Frau. Sie war die wahre Nachfolgerin Christi, auf ihr hatte er seine Kirche aufbauen wollen. Er war nicht der Einzige seiner Zeit, der so dachte, aber laut durften sie ihre Vorstellungen nicht bekannt machen, sie wären sonst schnell als Ketzer auf dem Scheiterhaufen gelandet. Und da wollte Leonardo natürlich nicht landen. Er hatte schon genug wegen der Vorwürfe wegen seiner Neigung zu jungen Männern zu kämpfen, da konnte er sich den Vorwurf ein Ketzer zu sein, überhaupt nicht leisten. Er hatte darum einfach einen sehr femininen Johannes gemalt, einen der von Eingeweihten als Maria Magdalena erkannt wurde. Doch bei seinen aktuellen Zeichnungen verzichtete er auf jede Zurückhaltung.

Hier oben konnte ihm die Kirche gestohlen bleiben.

Ihr Arm war einfach nicht lang genug.

Turbulenzen beim britischen Pfund

Der Kapitän fragte Joseph ob es irgendwelche besonderen Vorkommnisse auf der Fahrt der Frauen gegeben hätte, doch Joseph konnte nur berichten, dass die Beiden offensichtlich einen schönen Tag in Nizza verlebt hatten. Jetzt waren sie wie alle sehen konnten schon wieder ein gutes Stück auf ihrer Heimreise vorangekommen. Es wurde langsam dunkel und zur Zeit fuhr Monica das Auto und Anjum war etwas eingeschlafen. Bald würden sie wohl tanken müssen und dann würde Anjum das Steuer übernehmen.

Der Kapitän war natürlich nicht auf Josephs Beobachtungen angewiesen, schließlich saß einer der Agenten ebenfalls vor einem Bildschirm und verfolgte das Geschehen. Aber darüber hatte er bisher noch nichts erzählt und er wollte es auch so lang es geht unerwähnt lassen, auch wenn er davon ausging, das Joseph sich dies von selbst schon denken konnte. Er wusste einfach nicht, wie seine Gäste mit der allgegenwärtigen Überwachung klar kommen würden, wenn sie ihnen einmal bewusst würde. In seiner Zeit war es eine Selbstverständlichkeit, aber in früherer Zeit hatte es so etwas einfach nicht gegeben. Da dachte man gleich an so schlimme Dinge wie die Geschichte aus dem Buch 1984. Doch damit hatte ihre Überwachung gar nichts zu tun. Sie beobachteten nur, sie waren Wissenschaftler, sie nahmen keinen Einfluss auf die Dinge. Im Gegenteil, Einfluss musste möglicht ausgeschlossen sein,

…denn dieser konnte schnell zu einem Paradoxon

führen und den wollte niemand.

Weinende Clinton-Anhängerinnen

Joseph sah das allerdings nicht so streng.

Sicherlich, auch sie hatten bisher noch nie jemanden getötet, aber wenn die Menschheit voran gebracht werden sollte, dann waren ein paar Tipps hier und da durchaus hilfreich. Monalisa hatte dereinst Hapschepsut beraten, sie hatte Maria Magdalena unterstützt, sie hatte sich mit Leonardo angefreundet und jetzt war sie sogar so weit gegangen, dass sie in der Seele Monicas Platz genommen hatte. Dies war schon als kleines Kind geschehen, denn Monalisa wollte ganz mit ihr verschmelzen, sie wollte ein natürlicher Partner sein. Sie war sogar so weit gegangen, dass sie sich selbst zum Kleinkind gemacht hatte, denn nur so konnte sie alles auch aus Kinderaugen wahrnehmen. Sie wollte mit Monica erwachsen werden und ihr Leben teilen. Sie wollte ein Mensch sein.

Irgendwann war jedoch einmal einer vom großen Schiff zu ihr

auf die Erde gekommen und hatte sie besucht.

Hochzeit, Fotoshooting

Damals war Monica gerade 9 Jahre alt. Und da hatte man Monalisa daran erinnern wollen, dass sie an einem großen Spiel, dem Spiel des Lebens, teilnehmen würde. Monica hatte den Besucher natürlich auch gesehen und gehört und sie hat die Sache mit dem Spiel denn auch persönlich genommen. Doch die Botschaft war eigentlich für Monalisa gedacht gewesen, man wollte sehen, ob sie sich auch an ihre Aufgabe erinnert. Ob dies gelungen war, das konnte man nicht genau sagen, deshalb hatte man den Großvater, den Mensch gewordenen Kapitän, informiert und der habe sich der Sache dann angenommen. Bis plötzlich Michael und Thomas erschienen waren und da hatte sich der Großvater entschieden nicht auf sein eigenes Schiff zu warten, sondern mit diesen Beiden mitzugehen und zu schauen was diese Leute aus der Zukunft im Schilde führten. Ja, Joseph war jetzt wieder alles ganz klar, nur war der Aufenthalt auf diesem Schiff nicht vorgesehen gewesen, er wusste auch nicht, ob sein eigenes Schiff auch Bescheid wusste. Schließlich waren die auf einer langen Reise überwiegend im Torsionsfeld unterwegs gewesen. Doch nach seinen Berechnungen mussten sie langsam aber sicher zurück sein.

Eigentlich waren sie sogar schon etwas überfällig.

Clinton holte deutlich mehr Stimmen als Trump

Es wurde Nacht auf der Erde und

auch auf dem Schiff kehrte Ruhe ein.

Die Nachtschicht übernahm die Brücke und die übrige Mannschaft wie die meisten Gäste gingen in ihre Zimmer. Einstein saß an seinem Schreibtisch, Leonardo ebenfalls. Echanton legte sich schlafen und Echilar ging an den Computerbildschirm ihres Zimmers und schaute sich einen weiteren Film über diesen Jesus an. Er trug dabei Kopfhörer um Echnaton nicht zu stören.

Joseph ging mit Reinhard auf die Brücke, er wollte

sich dort die Steuerung noch mal erklären lassen.

So langsam wusste er die notwendigen Dinge, denn das Fahren mit einem Bombini war eigentlich Kinderleicht. Es gab einen Joystik und mit diesem regelte man die Spannung des Kondensators. Wenig Spannung, geringe Geschwindigkeit. Hohe Spannung, große Geschwindigkeit. Problematischer war es schon auch am richtigen Zielort anzukommen, denn bei den Geschwindigkeiten waren Kurskorrekturen nur schwer zu realisieren. Man musste möglichst schon vorher genau wissen wohin man wollte, sonst landete man schnell irgendwo, wo man gar nicht hin wollte. Ein Computer berechnete den Kurs, wenn man die Koordinaten des Zielortes eingab. Er ermittelte die kürzeste Strecke und klärte auch Hindernisse, die auf dem Weg liegen konnten. Das Universum war zwar ziemlich leer, aber ab und zu gab es doch einen Stern, einen Planeten oder auch nur einen Asteroiden oder Kometen. All diesen Dingen musste ausgewichen werden. Der Computer arbeitete mit einer sehr genauen 3D-Karte vom Universum und er berechnete mit seiner Hilfe die beste Strecke. Der Kapitän gab das Ziel meistens einfach nur verbal an und der Computer rechnete. Auf einem Monitor konnte man dann die Route genau erkennen. Ein Mitarbeiter, den Joseph noch nicht kannte, hatte diesen Monitor im Blick. Der Kapitän stellte ihn als Andreas vor. Andreas war äußerlich wie alle auf dem Schiff ein junger, gutaussehender Mann. Joseph ließ sich von ihm alles Wissenswerte zeigen.

Für die Zeitsprünge war in dieser Schicht Johannes zuständig

und er nahm gerade die Anweisung des Kapitäns entgegen.

Er wollte einige Tage überspringen und wählte den 15. Mai als neues Zieldatum. Das war Wolfgangs Geburtstag und der Kapitän wollte sehen, wie dieser Festtag ablaufen würde. Nach einigen Berechnungen war klar, sie konnten in 15 Minuten dort sein. Reinhard fragte Joseph: „Bist Du noch fit genug, sollen wir gleich mal zusammen einen Blick auf diesen Tag werfen?“

Ich bin hellwach, von mir aus sehr gerne.“

Anke Engelke

Also bereiteten sie alles für den kurzen Zeitsprung vor und nachdem sie sich noch einen Kaffee geholt hatten, setzten sie sich in den Salon und schalteten den Bildschirm ein. Der Kapitän blieb natürlich in Bereitschaft und würde sofort auf die Brücke zurück kehren, falls dort seine Anwesenheit nötig war.

Sie schauten in Wolfgangs Wohnung, mussten jedoch feststellen, dort war wiedereinmal alles stockfinster. Die Rollläden waren heruntergelassen und es war nur ein leises Schnarchen zu hören. Also schauten sie in Monicas Wohnung, auch bei ihr war nicht viel los. Sie war nicht zu sehen, doch aus dem Badezimmer hörte man es plätschern. Sie wollte offensichtlich gerade ein Bad nehmen.

Sie schauten sich etwas genauer in der Wohnung um

und kamen beide zu dem Schluss, diese Wohnung

war reif für einen neuen Anstrich.

FC Bayern München

Der Kapitän meinte, es könne wohl doch noch etwas dauern, bis sich in den Wohnungen mehr Leben zeigen würde und er beschloss die Brücke anzuweisen noch einen kleinen Sprung zu machen. Diesmal um drei Stunden. Dieser Sprung war schnell geschehen und sie schauten sich um. Wolfgang war aufgestanden und ging gerade ins Bad. Monica war nicht im Haus. Sie schauten sich auf den Straßen des kleinen Ortes um uns entdeckten sie in der Fußgängerzone. Sie betrat gerade einen neueröffneten Billigladen und sie kam nach einiger Zeit mit einer großen Tüte wieder heraus. Der Billigladen war ganz in der Nähe von Wolfgangs Wohnung und tatsächlich, sie klingelte bei ihm. Oben angekommen betrat sie diese gut gelaunt. Sie gratulierte Wolfgang zum Geburtstag und meinte, sie hätte ein paar Sachen zum Frühstück mitgebracht. Sie machte sich in der Küche zu schaffen und forderte Wolfgang auf doch mal einen Blick in die große Tüte zu werfen, dort wäre ein Geschenk für ihn. Wolfgang setzte sich auf seinen Sitzball und schaute in die Tüte. Er holte einen Karton hervor und als er diesen öffnete, da kamen zwei schöne große Kaffeebecher zum Vorschein. Es gab auch noch zwei passende Teller dazu. Er bedankte sich etwas knapp, kam aber der Aufforderung nach, damit den Tisch zu decken.

Tchibo

Freust Du Dich über die Becher?“ fragte Monica.

Ja, schon, natürlich, aber es wäre echt nicht nötig gewesen, das kostet doch nur unnötig Geld.“

Ach, die Becher und Teller waren gar nicht teuer, ich habe sie aus dem neuen Billigladen. Ich finde, auch wenn Du Deinen Geburtstag nicht feiern willst, ein schönes Frühstück und ein kleines Geschenk, dass muss schon sein.“

Ich versuche meinen Geburtstag möglichst zu ignorieren.“

Warum? Ich habe gerne Geburtstag.“

Ich bin schon zufrieden, wenn ich an dem Tag meine Ruhe habe.“

Nun, wenn Du nicht willst, ich kann ja nach dem Frühstück wieder gehen.“

So habe ich das nicht gemeint, ich freue mich, dass Du da bist. Was ist, willst Du ein Pfeifchen zum Kaffee?“

So früh schon?“

Nun, ich habe doch heute Geburtstag, oder nicht?“

Also gut, ich feiere gerne mit Dir auf Deine Weise.“

Wolfgang hatte leise die Musik laufen, stopfte ein

Pfeifchen und reichte dieses an Monica weiter.

Pegida, Dresden

Joseph und Reinhard schauten sich an und dachten das Gleiche: „Kiffen schon zum Frühstück? Das ist eigentlich ziemlich ungehörig.“ Doch es war Wolfgangs Geburtstag und da wollten sie auch nicht kleinlich sein.

Dann, nach einer Weile kramte Monica ein Blatt Papier hervor und gab dieses an Wolfgang weiter. „Hier, lies mal, es ist ein Brief von meinem Sohn. Ich habe ihn unter meinem Laptop liegend gefunden. Ich muss sagen, ich bin einigermaßen überrascht.“

Wolfgang las den Brief und zog mit jedem Absatz die Stirn ein wenig krauser. Als er geendet hatte gab er den Brief an Monica zurück und meinte: „Das ist ziemlicher Tobak. Ich habe es ja schon mal gesagt, Dein Sohn ist total verwöhnt.“

Ich verstehe es nicht, woher kommen nur plötzlich diese ganzen Vorwürfe? Ehrlich gesagt, ich habe mir persönlich erst vor Kurzem selbst auf die Schulter geklopft, weil ich den Eindruck hatte, mit der Erziehung von Felix einiges Gutes geschaffen zu haben. Ich war so zufrieden mit mir und ihm, und jetzt kommt so etwas. Ganz besonders frech ist der Vorwurf wegen der vielen Kifferei. Wer hat mir denn auf der Party die Joints geklaut? Ein ganzes Paket war anschließend weg und es kann kein anderer gewesen sein, ich weiß Felix hat sich daran bedient. Doch darüber schreibt er natürlich nichts.“

Er will ausziehen. Warum nicht, hast Du etwas dagegen?“

Chrissy Teigen, American Music Awards, Beinschlitz

Überhaupt nicht, von mir aus kann er in den kommenden Sommerferien ausziehen. Er ist dann 18. Ich denke er ist dann reif genug. Sein Vater wird die Sache wohl finanziell absichern, ich habe nämlich kein Geld, dass ich ihm geben könnte. Im Gegenteil, wenn er auszieht, dann sieht es bei mir noch schwieriger aus.“

Du solltest wegen des Briefes mit ihm reden, den kannst Du nicht wortlos zu den Akten legen.“

Das habe ich auch nicht vor. Bei der nächsten Gelegenheit rede ich mit ihm.“

Nach einer Weile meinte Monica: „Was mich ja irgendwie besonders trifft ist, dass er schreibt, er könne auf mich nicht stolz sein und ich solle besser arbeiten gehen. Ich frage mich wirklich woher diese Töne kommen. Ich habe in den letzten Jahren intensiv gearbeitet, gut, ich habe dafür kein Geld bekommen, aber ist das entscheidend? Es geht schließlich um Größeres und ich hatte gedacht, Felix würde dies begreifen.“

Für Dich mag die Entwicklung Deines Bombinis Arbeit gewesen sein, aber von Außen betrachtet war die Sache ein Schuss in den Ofen. Vielleicht solltest Du Dir wirklich einen anderen Job suchen.“

Jetzt fängst Du auch noch an. Für mich ist mein Bombini meine Arbeit. Ich betrachte das Geld vom Hartzamt als staatliche Unterstützung für dieses revolutionäre Projekt. Sicherlich, wenn sie davon wüssten, die würden mir glatt das Geld streichen, aber irgendwann wird die halbe Welt davon Kenntnis haben und überglücklich sein.“

Dein Bombini ist ein Hirngespinnst, entschuldige, wenn ich dies so deutlich sage, aber Dein Ding wird niemals fliegen.“

Das werden wir ja noch sehen. Jedenfalls habe ich eine absolut interessante Erklärung für das Prinzip des fliegenden Zweiplattenkondensators gefunden und diese Theorie scheint mir wirklich bahnbrechend zu sein.“

Deine Theorie ist blanke Fantasie, Du müsstest die Sache auch im Detail berechnen.“

Ich kann das aber nicht, ich bin nun mal kein Physiker. Du meinst doch so fit in diesen Dingen zu sein, warum machst Du nicht die notwendigen Berechnungen?“

Kommt gar nicht in Frage. Ich habe dazu absolut keine Lust, ich halte die ganze Sache schlicht für Schwachsinn.“

Das sagst Du nur, weil Du die Zusammenhänge nicht verstanden hast. Dir fehlt die Grundlage der Stringtheorie. Dein physikalisches Wissen ist doch ziemlich rückständig.“

Die Stringtheorie ist doch auch wieder nur so eine Fatamorgana.“

Lies das Buch von Brian Green, das elegante Universum,

dann wirst Du anders darüber denken.“

Beben in Neuseeland: Drohnenvideo zeigt riesigen Spalt

Ich lese zur Zeit Terry Pretschet,

das finde ich erbaulicher.“

Wie dem auch sei, ich arbeite an meinem Bombini-Projekt, ich habe keine Zeit für andere Jobs. Ich habe mir überlegt, ich schreibe jetzt erst mal ein Buch. Ein ganz Besonderes, es wird ein Roman über Satan Junior und Monalisa. Die zwei kommen mit einem Bombini auf die Erde und sorgen für Ordnung.“

Deine Monalisa ist auch so ein Hirngespinnst von Dir.“

Überhaupt nicht. Ich bin ziemlich sicher, wenn man sich einen Gott oder eine Göttin denkt, dann existieren sie auch. Es ist eine Frage der Rolle. Ist die gut, dann wird sie auch vom Göttlichen angenommen und mit Leben erfüllt.“

Und Dein Satan Junior, wer soll das sein?“

Das ist der faule Sohn des Herren der Finsternis. Ich habe nicht selten den Eindruck, er versteckt sich in Dir. Hier, ich habe noch ein Geschenk für Dich. Es ist ein kleines Buch über ihn und Monalisa. Eine Art Tagebuch über ihre erste Begegnung.“

Monica überreichte ihm ein kleines Büchlein und er blätterte darin herum. „Danke, ich werde es mir später mal genauer anschauen.“

Wolfgang reichte ihr ein weiteres Pfeifchen.

Was hast Du denn heute noch vor?“ fragte Monica.

Ich werde gar nichts tun, ich werde einfach abhängen. Ich bin froh etwas Urlaub zu haben und den Gott einen lieben Mann sein lassen zu können.“

Reinhard und Joseph schauten sich an.

Das war doch kein Geburtstag!

Der Typ war sogar zu faul zum feiern. „Ich denke wir springen noch ein Bisschen vor, eine Party wird es wohl nicht geben.“ Beide dachten an das Buch von Monica und sie wussten was jetzt folgen würde, denn ganz offensichtlich hatte sie in diesem Buch die Realität beschrieben, auch wenn sie stellenweise ziemlich fantastisch klang. Nur die Sache mit dem Sohn war danach überhaupt nicht lustig. Er würde das Haus im Streit verlassen und sich sehr stark zurück ziehen. Die Beziehung von Mutter und Sohn würde einen starken Knacks bekommen und Monica würde darunter ziemlich leiden. Sie war so stolz auf ihre Erziehungsleistung gewesen und verstand überhaupt nicht, warum ihr Sohn ihr plötzlich so entfremdete. Er würde seine eigene kleine Wohnung haben und sich nur noch sehr selten blicken lassen. Joseph vermutete, er nahm seiner Mutter übel, mit dem Bombini-Experiment gescheitert zu sein. Er hatte sich schon so auf die Millionen gefreut, die sie damit einmal verdienen würde, doch nun hatte sie das Experiment abgebaut und erklärt, daran erst mal nicht mehr weiterarbeiten zu wollen. Alle Mühe, die auch er sich gegeben hatte, denn er hatte bei der letzten Kaskade kräftig mitgeholfen, war in seinen Augen vergebliche Liebesmüh gewesen. Er hielt seine Mutter nun für eine Versagerin, eine Gescheiterte. Doch er selbst wollte einmal in seinem Leben Erfolg haben, er wollte möglichst viel Geld verdienen und soziale Anerkennung. Das Leben seiner Mutter war für ihn fortan kein Vorbild mehr. Er wollte darum lieber sein eigenes Glück suchen.

Joseph fand diese Entwicklung zwar nicht gerade toll, andererseits, der Sohn war mittlerweile groß genug, sollte er nur seine eigene Lebenserfahrung machen. Er hielt viel von dem Jungen. Er sah nicht nur gut aus, er war auch jemand der mit Anpacken konnte. Er war relativ gescheit und hatte ein sympathisches Auftreten. Er würde seinen Weg in sein eigenes Leben sicherlich schon bald finden. Das er sich dafür von seiner Mutter etwas stärker als nötig lösen würde, nun, das war schmerzlich, aber am Ende würden sie ja auch wieder zueinander finden. Sicherlich, das würde noch einige Jahre dauern, aber auch die gingen vorbei. Bis dahin mussten Beide halt ihren eigenen Weg gehen, Felix den Weg in die Berufswelt und Monica den Weg zur Erkenntnis. Das Bombini hatte nun mal die oberste Priorität und das war auch ganz richtig so. Schließlich hing ihrer aller Zukunft davon ab.

Reinhard forderte seine Leute auf der Brücke auf, noch mal zu springen, diesmal gleich um zwei Monate. Das dauerte mit Hilfe des Torsionsfeldes auch nur ein paar Minuten. In der Zwischenzeit ließen sie sich aus der Küche ein kleines Nachtmahl bringen. Der Koch persönlich brachte ihnen eine Platte mit Käse, ein paar Trauben und etwas Brot. Dazu kredenzte er einen Rotwein. Er war mit seinem Job auf diesem Raumschiff wirklich ganz zufrieden, auch wenn er heute mal wieder spät ins Bett kam und früh wieder auf den Beinen sein musste. Die Versorgung der Mannschaft und der Gäste war nicht wenig Arbeit. Zum Glück hatte er ein paar helfende Hände in der Küche, doch die hatte er alle schon weggeschickt. Er setzte sich etwas zu den Beiden und sie plauderten ein wenig.

Michel der Koch hatte noch seine Schürze um und benutzte sie gerade um sich die Hände daran abzuputzen. Dann fragte er: „Was meinte ihr, soll ich morgen mal Kuchen backen? Ich könnte mich ja an Deine Rezepte wagen?“ und dabei schaute er Joseph an. „Gute Idee,“ meinte der Kapitän, „vielleicht bekommen wir ja auch bald Besuch.“

Joseph war etwas erstaunt, sollte Reinhard mehr über sein erwartetes Raumschiff wissen, als er bisher gedacht hatte. Sicherlich, auch er hatte Monicas Buch gelesen, doch darin war sie auf dieses Raumschiff kaum eingegangen. Eigentlich hatte sie gar nichts genaues dazu geschrieben. Bei ihr war es einfach irgendwann da gewesen. Er fragte sich jedoch wo und wie sie diesem Schiff begegnen würden. Er hatte langsam Lust seinen alten Posten zu beziehen.

Reinhard beobachtete Joseph, würde er wohl bald endlich mit seinen Gedanken herausrücken? Er war sich immer sicherer geworden, der Mann wusste erheblich mehr, als er bisher von sich gegeben hatte. Er hatte sich darum Monicas Buch noch mal genau angesehen und da war ihm die Sache mit dem großen Raumschiff ins Auge gesprungen. Beim ersten Lesen hatte er die Passage für Träumerei gehalten, für das Produkt einer übermäßigen Fantasie. Doch so langsam veränderte sich seine Haltung dazu. Was wäre, wenn diese Frau in allem die Wahrheit geschrieben hat? Wenn es sich nicht um die beginnenden Auswirkungen des Wahnsinns handelte, sondern um nackte Realität. Danach müssten sie vor einer großen Überraschung stehen. Er hatte seine Crew aufgefordert während des Torsionsfeldfluges die Augen besonders offen zu halten. Vielleicht entdeckten sie ja etwas. Obwohl bisher hatten sie in dieser Dimension noch nie etwas gesehen.

Der Koch verließ die beiden Männer und ein gewisses Schweigen machte sich breit. Sollte er Joseph ganz direkt darauf ansprechen? Sie hatten bisher eigentlich ein sehr vertrauensvolles Verhältnis miteinander gepflegt, doch was dieses mögliche Raumschiff anging, bis vor Kurzem hatte er es wie gesagt für ein Fantasieprodukt gehalten. Er fasste sich ein Herz und versuchte es ganz vorsichtig: „Joseph, ich habe noch mal Monicas Buch gelesen und da ist mir einiges aufgefallen, was ich beim ersten Lesen nicht so richtig ernst genommen habe. Aber mittlerweile bekomme ich immer mehr den Eindruck, es könnte doch etwas dran sein. Sag, was hältst Du von dem großen Raumschiff, welches sie über sich vermutete. Sind wir das, oder kommt da noch etwas anderes auf uns zu?“

Joseph überlegte nur kurz.

Er musste jetzt wohl mit der Sprache heraus, der Zeitpunkt war günstig. Sie waren allein und er hoffte, die Überwachung hatte sich schlafen gelegt. Er sprach leise: „Ja, ich denke, Monica hat die Wahrheit erzählt, ein großes Raumschiff wird bald auf dem Bildschirm erscheinen. Ich hoffe es jedenfalls, denn dann kann ich mal Dein Gastgeber sein. Mir ist es auch erst in den letzten Tagen alles bewusst geworden, aber ich glaube, ich bin der Kapitän dieses Schiffes.“

Jetzt war es an Reinhard überrascht zu sein:

„Du bist Kapitän eines Raumschiffes?“

„Es sind die echten News, die überprüft werden müssen“

Published on Nov 23, 2016

RT-Kollegin Anissa Naouai über den derzeitigen Kreuzzug

gegen so genannte „Fake News“. Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

Nun, jedenfalls war ich es bevor ich mich auf das große Spiel eingelassen habe. Das Spiel des Lebens.“

Du glaubst also wirklich, dieses Spiel hat stattgefunden? Gut, so langsam möchte ich auch nicht mehr alles als Wahnsinn abstempeln. Aber erkläre mir, was ist das für ein Spiel? Wer spielt und wozu?“

Ich weiß auch nicht, ob ich alles schon begriffen habe, aber wenn meine Vermutungen richtig sind, dann besitzt dieses Raumschiff eine noch weitergehende Technik als es in Deinem realisiert worden ist. Woher es kommt, ist unklar. Ich vermute so langsam, es kommt nicht aus diesem Universum. Es ist wohl so, dass alle vergessen haben woher sie einst gekommen sind. Vielleicht ist dies beim Eintritt in dieses Universum geschehen oder das Schiff ist schon so lange unterwegs, dass man es deshalb nicht mehr weiß. Nun, und dieses Raumschiff ist sein Umherirren leid und sucht einen neuen Heimatplaneten. Und das Spiel sollte helfen, die Erde empfangsbereit zu machen. Denn dazu braucht es bestimmte Vorraussetzungen, wie wir durchaus auch leidvoll erfahren mussten. Der Planet muss reif für die Begegnung sein. Und Monalisa ist der Meinung, wenn die Gesellschaft das Bombini erfunden hat, wenn es selbst das Torsionsfeld entdeckt, dann kann man es wagen, als Gast anzuklopfen. Andernfalls wird die Begegnung nur Probleme verursachen. Die Menschen könnten Angst bekommen, sich total unterlegen fühlen oder die Besucher zu ihren neuen Göttern machen. Beides haben wir schon erlebt und darum eben dieses Spiel. Durch dieses Spiel sollte es gelingen, den Menschen das Bombini zu bringen, ohne dass sie sich damit überfahren fühlen, denn sie können es als ihre eigene Entdeckung betrachten.“

Ihr wolltet damit Einfluss auf die Geschichte

nehmen. Das ist aber sehr riskant.“

∞ Der Überlebenskampf des nordischen

Menschentums in der Zukunft – Alter Orient #04

Published on Nov 23, 2016

∞ Der Überlebenskampf des nordischen Menschentums in der Zukunft – Alter Orient #04

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Darum ja auch das Spiel. Jeder Teilnehmer wird als Kind auf die Erde gelassen, indem es einen Geist besetzt. „Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust“, so sagte es doch Goethe mal so schön. Das wichtige war nun aber, jeder Teilnehmer wird vergessen wer er ist und ein ganz normales Leben führen, bis er irgendwann wach wird und sich an alles erinnert. Bis dahin bleibt es bei bestimmten Träumen und Eingebungen so wie die Gewissheit, zu einem bestimmten Zweck auf der Welt zu sein. Dieser Zweck ist die Förderung und Unterstützung von Monalisa. Sie wurde ausgewählt das Bombini gemeinsam mit ihrer Protagonistin zu erfinden. Also mit meiner Enkelin Monica. Wir anderen sollten ihr dabei helfen, doch der Schuss ist ziemlich nach hinten los gegangen. Ich habe den Eindruck, wir haben alles falsch gemacht und jetzt hängt sie ziemlich allein da mit der Aufgabe.“

Das ist schon unglaublich, was Du da erzählst. Wie soll das

funktionieren mit der Seelenwanderung, denn um so

etwas muss es sich wohl handeln?“

Das ist auch für uns eine ganz neue Sache gewesen. Normalerweise benutzten wir auch so einen Spiegel und traten als eigenständige Personen auf, wenn wir etwas auf den jeweiligen Planeten bewegen wollten. Doch Monalisa hat mit Satan Senior verhandelt. Der arbeitet nämlich öfter mit dem Mittel der Seelenbesetzung. Meistens mit dem Erfolg, dass derjenige wahnsinnig wird und irgendwelche verrückten oder gar gefährlichen Dinge treibt.“

Ein unheimliches Spiel, auf

das ihr Euch da eingelassen habt.“

Russland: Rekordzustimmung für Putin

Published on Nov 23, 2016

Bei der aktuellen Novemberumfrage des renommierten Levada-Zentrums über die Unterstützung

der russischen Bevölkerung für diverse Politiker erreichte Präsident Putin eine Rekordmarke,

die er bisher nur einmal erreichte, im Jahr 2008: 86 %.

Dabei hatte es im Zuge der Wirtschaftskrise 2016 zunächst nach einer kleinen Beliebtheitsdelle für das Staatsoberhaupt ausgesehen, eine größere gab es zuletzt 2012/2013. Im Sommer ist der Trend zunächst beim Staatsoberhaupt gekippt, inzwischen genießen auch die weniger beliebte Regierungsmannschaft und Putins Premier Medwedjew wieder das Vertrauen der Bevölkerungsmehrheit – erstmals sein Monaten. Diese gestiegene Unterstützung für die Regierung könnte mit positiveren Wirtschaftsaussichten für die Zukunft zusammen hängen. Dem Umfrager Levada bringt dieses regierungsfreundliche Ergebnis aktuell nichts – man muss sich aktuell gegen eine Brandmarkung als „ausländischer Agent“ wehren, wegen früheren Forschungsaufträge aus den USA.

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Gefährlich wird es wenn Satan Senior selbst in dieser Form aktiv wird. Wir sind jedoch diesbezüglich harmlos. Wir wollen positiv wirken und kein Unheil anrichten.“

Na, wenn ich Monicas Buch richtig gelesen habe, dann wird für sie die ganze Sache schon zu einem schwerwiegenden Problem.“

Aber wir haben jetzt die Chance dies zu verhindern. Es muss nicht so kommen, die Geschichte kann verändert werden.“

Ich halte davon ja nicht sehr viel, wir bemühen uns möglichst nichts zu verändern, denn wir wollen unsere Gegenwart nicht verlieren.“

Nun, was das angeht, da denke ich, einige Veränderungen wären durchaus angebracht.“

Wieso? Was gefällt Dir an unserer Zeit nicht?“

RAUTENMUTTI WILL WIEDER KANZLEUSE WERDEN!

Published on Nov 23, 2016 –

THE CHRISTIAN ANDERS TRUTH CHANNEL

Nun, da wäre zum Beispiel die Sache mit dem Meer.

Also die Vorstellung auf einem Planeten zu leben, dessen

Meere mit Plastik verseucht sind, die finde ich mehr als abstoßend.“

Das war alles vor unserer Zeit. Wir verwenden schon seit 100 Jahren keinen Kunststoff mehr, jedenfalls nicht aus diesem unverrottbaren Erdöl.“

Deshalb müssen wir ja auch vorher eingreifen und das Ruder herumreißen. Wir dürfen nicht warten, bis der Zustand katastrophale Ausmaße annimmt.“

Dazu müsste das Bombini früher kommen, nur die Bombini-Technologie hat die Macht das Erdöl zu einem Ladenhüter zu machen und ein echtes Umdenken zu bewirken.“

Danach sieht es leider im Moment nicht gerade aus. Ihr Experiment ist gescheitert und offensichtlich hat sie noch keine rechte Idee wie es jetzt weiter gehen soll.“ meinte Joseph. „Ich denke jedenfalls nicht, dass dies mit einem Roman zu bewerkstelligen ist.“

Wahrscheinlich braucht sie jetzt erst mal noch etwas Zeit, um eine Idee reifen zu lassen. In ihrem Buch baut sie jedenfalls erst mal eine neue Küche.“

Ja, und sie streicht endlich die Wohnung.“

Sollen wir mal nachschauen, was sie jetzt gerade macht?“

O.k. mach den Bildschirm wieder an.“

„Die Realität ist VIEL schlimmer als jeder Horrorfilm“ (!!!)

W. Altnickel bei Radio Bürgerstimme – Frubi TV

Und auf dem Schirm sahen sie die einzelnen Zimmer ihrer Wohnung. Unten war sie nicht, aber oben in dem kleinen ehemaligen Zimmer von Felix, da hockte sie zusammen mit Wolfgang vor der Wasserpfeife. Es befand sich eigentlich nur eine größere Matratze und ein Tischchen in diesem Zimmer. Bunte Flickenteppiche lagen auf dem Holzboden. An der Wand unter der Schräge standen einige Schallplatten und ein Schallplattenspieler. Sie hörten Musik und rauchten, doch dann forderte Monica Wolfgang auf die Musik aus zu machen, denn sie wollte ihm etwas vorlesen. Sie hatte den Laptop vor sich stehen und wartete, dass Wolfgang es sich wieder bequem gemacht hatte. Dann fing sie an zu lesen und die beiden Männer hörten aufmerksam zu.

Es ging um einen Satan Junior

und eine Sonnengöttin namens Monalisa.

Freches russisches Mädchen

Published on Nov 23, 2016

Gelbe Schein der Ariernachweis der BRD

Published on Nov 22, 2016 – Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913:

Notrufzentrale

Die Beiden lernten sich auf der Sonne kennen, wo Monalisa gerade mit ihrem Bombini gelandet war. Sie bewohnte dort ein altes verlassenes Schloss und war um die Renovierung bemüht. Ihr Bombini stand in einem der vielen vorhandenen Schuppen und es wartete darauf repariert zu werden. Es hatte irgendeinen schwereren Schaden auf der Reise genommen und nun flog es nicht mehr.

Satan Junior begegnete sie in dem großen, alten und ziemlich verwilderten Garten, der das Schloss umgab. Er mähte den Rasen und stellte sich als Gärtner vor. Sie waren sich auf Anhieb sympathisch und verbrachten den Nachmittag zusammen. Dabei entlockte sie ihm seine wahre Herkunft. Er war ein Sohn des berühmt berüchtigten Satan Senior, und eigentlich sollte er einen Eingang zur Hölle bewachen, aber er hatte keine Lust dazu. Ihm war der Andrang einfach zu groß und außerdem lungerten da einige Gestalten in der Vorhölle herum, auf die hatte er schon mal gar keine Lust. Er wollte lieber ihren Rasen mähen.

Joseph und Reinhard schauten sich an und kamen beide zu dem

Schluss: „Damit revolutioniert sie die Welt garantiert

nicht. Dies ist ja eine Liebesgeschichte.“

Doch Wolfgang schien es ganz gut zu gefallen. Er dachte wohl: Alles ist besser als dieser Bombini-Scheiß. Gut, dass es kaputt in einem Schuppen steht.

Er meinte denn auch zu Monica: „Der Anfang gefällt mir schon mal ganz gut, allerdings muss ich sagen, ich bin zur Zeit nicht sonderlich objektiv. Verliebte Menschen haben ein schlechtes Urteilsvermögen.“

Nun, die Idee ist, unsere Geschichte als Inspirationsquelle für die Geschichte von Satan und Monalisa zu benutzen. Das was bei uns geschieht, das wird in irgendeiner Form auf die Geschichte Einfluss haben. Das Ziel ist die Rettung der Welt mit Hilfe des Bombinis.“

Da bräuchtest Du aber einen Dummen, der das Ding repariert. Satan Junior macht das aber bestimmt nicht.“

Abwarten, bei ihm kommt es auf kluge Argumente an.“

Na, da bin ich aber mal sehr gespannt. Satan Junior ist kein Spinner sondern ein Mann, der die Realitäten kennt.“

Aber auch ihm sollte an einer Verbesserung der Welt gelegen sein, schließlich ist seine Hölle schon maßlos überfüllt.“

Reinhard schaute Joseph an und fragte sich: Wer ist dieser Mensch, wenn Monalisa eine Sonnengöttin und dieser Junior ein Satan ist? Doch er behielt seine Frage vorerst für sich. Ihm war jetzt die Sache mit dem großen Raumschiff wichtiger. Er fragte Joseph, ob er mit ihm noch mal auf die Brücke gehen wolle um einen Blick in den Weltraum zu wagen. Vielleicht würden sie das Raumschiff ja irgendwo sehen können.

Natürlich wollte Joseph dabei sein, ihm war jetzt sowieso nicht nach Schlafen zu Mute. Sie nahmen sich also noch einen Kaffee und gingen in die Kommandozentrale. Dort forderte er seine Mannschaft auf alle verfügbaren Kameras auf die Umgebung zu richten. Die Bilder aller Kameras waren gleichzeitig auf einem großen Schirm zu sehen. Sie suchten nicht nur im sichtbarem Spektrum, sie hatten Kameras, die das gesamte elektromagnetische Spektrum erfassten. Aber außer den Sternen war nicht viel zu sehen. Da meinte Joseph: „Vielleicht sollten wir im Torsionsfeld suchen. Möglicherweise möchten sie nicht gesehen werden.“

Ja, aber, wenn wir die Torsionsfeldblase

aufbauen, dann sehen wir gar nichts mehr.“

Das muss nicht so sein. Wenn wir uns innerhalb des Torsionsfeldes des großen Raumschiffes befinden, dann können wir es bestimmt sehen.“

Dann müsste es aber ganz in der Nähe sein.“

Ich denke, es wartet nur darauf, dass wir sie sehen wollen.“

Also gut, ich hoffe, ich bekomme keinen Schock, wenn dort tatsächlich ein großes Raumschiff vor uns auftaucht.“

Der Kapitän erklärte seiner Crew in wenigen Worten was sie möglicherweise erwartete und gab dann das Kommando für den Eintritt ins Torsionsfeld. Dazu wurde eine Torsionsfeldimplosion hervorgerufen. Diese machte sie normalerweise für alles und jeden unsichtbar. Doch diesmal, der Kapitän bekam tatsächlich fast einen Schock, da erfassten die Kameras direkt vor ihnen ein unglaublich großes Raumschiff. Ein Mega-Bombini. Es war so groß, dass es in seinen Begrenzungen kaum auszumachen war. Damit hatte er beim besten Willen nicht gerechnet.

Er starrte auf den Bildschirm, der komplett mit dem Anblick dieses Mega-Bombinis ausgefüllt war. Sie selbst waren dagegen ein Fliegenschiss, dachte er. Wer hatte nur so ein Objekt bauen können, dieses Bombini war so groß wie eine amerikanische Metropole, vielleicht genauso groß wie die Stadt New York oder Peking. Beides die größten Städte in seiner Zeit. Berlin kam da nicht mit, zwar war auch diese Stadt in den letzten 200 Jahren enorm gewachsen, aber New York und Peking waren nicht zu übertreffen. Wobei Peking die einflussreichere Stadt war. Dort saß auch das Zentrum der Eine-Welt-Regierung. China war schon lange kein armes Land voller Reisbauern, sie waren im 22. Jahrhundert superreich geworden und übten entsprechenden Einfluss auf die Welt aus. Die Amerikaner standen bis über beide Ohren in ihrer Schuld und deshalb wehrten sie sich auch nicht, als es darum ging, das Geld abzuschaffen. Mit der endgültigen Einführung des Bit-Coins waren nämlich auch alle Schulden beseitigt. Das Vermögen der Superreichen wurde ebenso wertlos, wie die Schulden der armen Hunde. Jeder bekam ein Grundeinkommen und damit konnte Mann und Frau tun und lassen was sie wollen. Alles andere ging über in die Gemeinschaftskasse, denn dort wurden die übrigen Werte zusammengefasst. Und diese Werte standen nun für gemeinwohlorientierte Großprojekte zur Verfügung. Zum Beispiel für dem Millionenhaften Bau von Bombinis zur Energiegewinnung und eben auch zur Erforschung des Weltraums mit dem Ziel einen neuen Planeten zu finden.

Doch jetzt sah sich der Kapitän einem Bombini gegenüber, welches er für unmöglich gehalten hätte, stünde es nicht direkt vor ihm. Einige Lichter begannen an diesem Monster zu leuchten, es schien so etwas wie eine Begrüßung zu sein. Dann wackelte das Bild kurz und er sah in das Gesicht einer Frau.

Guten Tag Kapitän Keller, wir haben Sie schon länger erwartet. Ist mein Vater bei ihnen?“

Er steht direkt neben mir, entschuldigen Sie bitte, ich habe ihren Namen nicht verstanden, spreche ich etwa mit Monica Winter.“

Ganz recht, entschuldigen sie meine Unhöflichkeit. Doch bitte nennen Sie mich einfach Europa.“

Sie müssen verstehen, mit so einem großen Bombini habe ich wirklich nicht gerechnet. Ich würde gerne bei Ihnen andocken, doch ich sehe keinen Eingang. Vielleicht ist es bequemer sich von Angesicht zu Angesicht zu sprechen.“

Das wollte ich ihnen auch gerade vorschlagen, ich schicke einen Traktorstrahl und wenn sie diesem folgen, dann kommen sie auf das Parkdeck. Ich lasse sie dann abholen oder komme selbst.“

Da sah der Kapitän einen Lichtstrahl und er steuerte sein nun absolut winzig erscheinendes Bombini auf diesen erleuchteten Weg. Bald sah er eine kleine Öffnung und als er hindurchflog, da erkannte er einen riesigen Hangar mit jeder Menge kleinerer Bombinis. Er folgte dem Strahl bis zu einer großen Treppe und stellte sein Bombini davor ab. Es schwebte nun in der Luft und sie konnten über eine Treppe, die unter dem Bombini ausgefahren werden konnte, das Bombini bequem verlassen.

Der Kapitän forderte seine Crew auf, auf ihren Posten zu bleiben, er würde sich ein Bild von der Lage machen und dann weitere Instruktionen erteilen. Er rief Michael und Thomas, die wundersamer Weise auch gleich auftauchten, sie schienen nicht geschlafen zu haben. Mit diesen beiden Weltengängern und Joseph verließ er sein Bombini und stieg die Treppen hinauf. Oben kam ihnen eine ganze Gruppe von Menschen entgegen, doch am auffälligsten war die Kommandantin dieses Schiffes. Sie wedelte mit den Armen und stürzte auf ihren Vater. Die anderen blieben in höflicher Entfernung stehen und warteten ab.

Joseph nahm sie in die Arme, doch dann schob er sie etwas weg, und meinte zu ihr: „Du siehst gut aus, ich hoffe Du hast Dich gut erholt. Darf ich Dir jetzt aber den Kapitän noch mal persönlich vorstellen? Dies ist Reinhard, ein guter Freund. Er hat mich gut bewirtet und nach Hause gebracht. Ich finde das verdient einen großen Empfang.“

Reinhard war völlig durcheinander, doch wollte er sich nichts anmerken lassen. Diese Frau machte ihn irgendwie total verrückt. Sie trat zu ihm und reichte ihm die Hand. „Hallo Reinhard, ich freue mich Sie zu sehen.“ Dabei schaute sie ihn mit großen Augen an. Sie war wirklich eine Schönheit und offensichtlich nicht auf den Kopf gefallen, wenn sie so ein riesiges Ding kommandieren konnte.

Jetzt kamen weitere Menschen auf sie zu und Reinhard hatte keine Chance sich auch nur einen Namen zu merken, er würde sie alle später besser kennen lernen müssen. Doch vor allen Dingen wurde Joseph begrüßt. Die Menschen schienen sich wirklich alle sehr zu freuen ihren Kommandanten zurück zu haben. Sie schüttelten ihm die Hände, klopften ihm auf die Schulter, nahmen ihn in den Arm, es war ein großes Hallo. Doch Joseph gemahnte irgendwann, dass er nun doch gerne endlich sein Haus betreten würde um einen Cognac zu trinken und dazu eine Zigarre zu rauchen.

Europa schien davon gar nicht erbaut zu sein, doch Joseph wollte von seinen liebgewordenen Gewohnheiten so schnell nun auch nicht lassen. Er wollte so richtig das Gefühl haben zu Hause zu sein. Er bat Europa sich um die Unterkunft der Mannschaft und die mitgebrachten Gäste zu kümmern und dann ging er mit Reinhard in seine Wohnung. Sie erreichten diese durch einen Fahrstuhl, der direkt in seinen vier Wänden endete. Die Wohnung machte schon beim Betreten einen sehr großzügigen Eindruck und der Blick aus den Fenstern ging in einen großen Park, der fast schon ein Wald war. Sie waren in einem höheren Stockwerk und Reinhard konnte einen kleinen See zwischen den Bäumen glitzern sehen. Joseph ging einmal durch alle Räume und kam dann mit einer Flasche Cognac zurück. In der Hand hielt er außerdem eine Zigarrenkiste.

Mein einziges Laster, aber ohne einen Cognac ist die Welt nur halb so schön. Ich will ja nichts gegen euren alkoholfreien Genuss sagen, aber der Geist des Weines kommt einfach nur bei Alkohol vorbei. Und mit diesem Geist sollten wir unbedingt auf die glückliche Heimkehr anstoßen. Es klingelte an der Tür und Joseph ließ Thomas und Michael hinein. Sie meldeten, dass alle ihr neues Quartier bezogen hätten. Nur Einstein wollte nicht mitkommen, er meinte, er hätte zuviel zu tun. Klaus sei bei ihm geblieben und würde auf ihn aufpassen. Klaus war der ganze Auftritt nämlich auch etwas zu viel. Er musste sich erst mal noch etwas damit anfreunden.

Die anderen hätten sehr positiv reagiert, Echanton und Echilar kämen aus dem Staunen nicht mehr heraus und freuten sich an ihrer neuen Unterkunft. Nun hatte jeder sein eigenes Zimmer in einem großen Hotel. Dort würde für sie bestens gesorgt. Leonardo war auch in diesem Hotel untergebracht, und er sei zufrieden, denn in seinem Zimmer gäbe es sehr schönes Licht. Das bräuchte er zum Zeichnen. Man habe allen eine gute Restnacht gewünscht und gesagt, am nächsten Morgen gäbe es ein großes, gemeinsames Frühstück. Man würde sie rechtzeitig dazu abholen. So waren sie also alle angekommen im Paradies.

Joseph füllte die Gläser und

zündete sich in aller Ruhe eine Zigarre an.

Er bot auch Reinhard eine an, doch der lehnte dankend ab. Den Cognac aber nahm er gerne an. Er hatte das Gefühl, diesen jetzt zu brauchen. Er musste sich erst mal orientieren. Wo war er gelandet? Er schaute aus dem Fenster und er stellte fest, die Begrenzungen des Mega-Bombinis waren nicht auszumachen. Dieses Ding war tatsächlich so groß wie eine riesige Stadt. Er fragte sich, wie viele Menschen hier wohl wohnten. Er fragte Joseph, doch der konnte es nicht sagen, nur, dass es seit einiger Zeit schon etwas eng wurde, gerade in der Unterwelt. Nun wollte Reinhard natürlich mehr darüber wissen, doch Joseph vertröstete ihn auf einen anderen Tag, dann würde er mit ihm eine große Führung machen. Jetzt solle er erst mal ankommen und den edlen Tropfen auf sich wirken lassen. Reinhard spürte die Wärme, die sich in seinen Adern breit machte und die Entspannung setzte ein. Er hatte Zeit genug, dachte er, durch die Möglichkeit der Zeitreise konnte er immer irgendwo rechtzeitig erscheinen. Es war alles nur eine Frage der korrekten Berechnung. Diese Begegnung mit diesem Riesen-Bombini hatte nicht auf seinem Plan gestanden, aber jetzt wo er einmal da war, da wollte er diesen Ort auch gründlich erforschen lassen. Er würde seine Leute losschicken, damit sie sich ein umfassendes Bild machten.

Joseph unterbrach seine Gedanken und

kam auf ein altes Thema zwischen ihnen zurück.

Er erinnerte ihn an seinen Vorfahren Heisenberg und meinte es gäbe ein Haus in dem dieser für längere Zeit gelebt hätte, und er fragte Reinhard, ob er nicht in diesen Räumlichkeiten übernachten wolle. Alles sei wohl geordnet und das Bett sei garantiert auch frisch bezogen.

Heisenberg hat hier gewohnt? Wann denn?“

Nun, wir haben ihn ähnlich wie Einstein und Leonardo eingeladen diesen Ort kennen zu lernen und er hatte sich entschieden zu bleiben. Er hat hier weiter an seiner Physik gearbeitet aber er war auch viel im Umland unterwegs. Er fand einige Pfadfinder und mit diesen ist er durch die Wälder gezogen. Doch irgendwann wurde es ihm dann doch zu eng hier, er wollte wieder zurück auf die Erde. Nun, und da hat er sich für die Wiedergeburt entschieden. Das machen seit einiger Zeit viele hier. Ihnen ist das Paradies auf die Dauer zu langweilig. Sie sehnen sich nach einem Leben mit allen Höhen und Tiefen. Satan Senior kümmert sich darum. Bei ihm kann man sich dafür anmelden und dann geht es zurück in ein neues Leben. Allerdings meistens ohne jede Erinnerung an diesen Ort hier.“

Ist ja interessant und wo ist Heisenberg hin?“

Da müsstest Du mit Satan Senior drüber reden, er hat das Ganze damals in die Wege geleitet. Aber wie gesagt, sein Haus steht leer, Du kannst es gerne bewohnen.“

Danke, ich werde es mir auf jeden Fall ansehen und dann überlege ich es mir.“

Heute Nacht schläfst Du jedoch am Besten hier im Hotel, denn Heisenbergs Haus liegt etwas abseits. Bist Du schon müde, soll ich Thomas kommen lassen, dass er Dich zu Deinem Zimmer bringt?“

Ehrlich gesagt, ja, es war doch eine ziemlich aufregende Nacht, ein paar Stündchen Schlaf vor dem Frühstück wäre nicht schlecht.“

Joseph drückte auf einen Knopf, der sich an seinem Sessel befand und herein kam Thomas. Reinhard verabschiedete sich und ging mit Thomas. An der Tür traf er auf Europa, die gerade zu ihrem Vater wollte. Er war sogleich wieder ziemlich durcheinander, diese Frau hatte eine ungeheure Wirkung auf ihn. Er war darum froh, dass es nur zu einem freundlichen Gute-Nacht-Gruß kam und er bald darauf schon sein Zimmer für die Nacht betreten konnte. Es war schön eingerichtet und es hatte auch einen wunderbaren Blick auf einen Park. Alles lag jetzt jedoch in tiefer Nacht, nur ein paar Lichter erhellten die Wege. Er zog sich aus und schlüpfte in den auf dem Bett liegenden Schlafanzug. Das war zwar sonst nicht so seine Art, denn er schlief gern nackt, aber hier in dem Haus wollte er so nicht herumlaufen. Wenn er in Heisenbergs Haus wohnen würde, dann würde er sich bestimmt etwas freier und unter Umständen unbeobachteter Bewegen können.

Er legte sich unter die Decke und rief die Worte: „Licht aus!“ und tatsächlich, es funktionierte auch hier, das Licht ging aus. Er dachte noch einmal kurz an Europa, doch dann war er auch schon tief und fest eingeschlafen.

Europa setzte sich zu ihrem Vater und schaute etwas missbilligend auf die Zigarre. Aber sie sagte nichts dazu, sie wollte, dass ihr Vater sich wohl fühlte und erst mal gut ankam. Aber am nächsten Tag wollte sie ihn schon mit einer neuen Regel im Paradies bekannt machen. Rauchen war nur noch in Ausnahmefällen und in den privaten Räumlichkeiten erlaubt. Seit ihrer Erfahrung mit dem Lungenkrebs sah sie die Raucherei nämlich sehr kritisch. Sie hatte lange gebraucht um sich davon zu erholen, trotz der hervorragenden Ärzte, die sich hier um sie gekümmert hatten. Sie hatte viel Zeit in einem Sanatorium verbracht und diese zum Nachdenken genutzt. Als sie dann endlich wieder fit gewesen war und die Stellvertretung übernommen hatte, da hatte sie einige neue Regeln aufgestellt. Die würde sie jetzt verteidigen müssen, wenn sie wollte, dass auch im Paradies die Gesundheit groß geschrieben wurde. Doch jetzt freute sie sich erst mal darüber, dass ihr Vater endlich zurück gekommen war. Die Leitung des Paradieses war doch auch eine sehr anstrengende Angelegenheit und sie war froh einiges von der Verantwortung wieder los zu werden. Sie hatte schließlich auch noch eigene Pläne. Sie wollte eine große Reise zu den Grenzen des Universums unternehmen, dort, wo es keine Sterne mehr gab. Sie wollte wissen was dahinter lag und wie man unter Umständen aus dem Universum wieder heraus kam. Denn ihr war mittlerweile klar geworden, ihr Ursprung lag außerhalb. Das hatte sie in ihren Träumen erfahren. Aber jetzt waren erst mal die vielen Begrüßungsfeierlichkeiten zu begehen. Aber, sobald ihr Vater wieder das volle Kommando übernommen haben würde, dann wollte sie sich mit ihrem neuen Bombini auf den Weg machen. Eine Crew hatte sie schon so gut wie zusammen. Es fehlte ihr eigentlich nur noch der erste Offizier.

Jetzt besprach sie aber erst mal die Termine des morgigen Tages mit

ihrem Vater und als sie sah, dass dieser ein Gähnen unterdrückte,

da verabschiedete sie sich von ihm und

wünschte eine gute Nacht.

Sie ging in ihre Räumlichkeiten, die nicht weit entfernt lagen. Sie hatte zwar auch noch ein schönes, kleines Haus irgendwo am Stadtrand, aber das war ihr zu weit weg von der Kommandobrücke gewesen, so dass sie viel Zeit hier im großen Haus verbracht hatte. Doch jetzt würde sie bald in ihr Häuschen ziehen können und an ihren Reiseplanungen weiterarbeiten können.

Joseph goss sich noch einen kleinen Cognac ein, schluckte ihn hinunter und ging sich die Zähne putzen. Er würde so gestärkt sicherlich herrlich schlafen können. Er schaute in sein Schafzimmer und sah sein großes Bett. Es war frisch aufgeschlagen und wartete auf ihn. Wie lange hatte er nicht mehr darin gelegen? Aus paradiesischer Sicht vielleicht ein paar Monate oder auch ein Jahr, doch nach terrestrischen Maßstäben war es ein ganzes Leben.

Er träumte viel in dieser Nacht, doch konnte er sich am nächsten Morgen nur noch an ein Bild erinnern. Er saß in einer riesigen Badewanne und spielte mit einem kleinen Bombini. Er ließ es auf dem Wasser schwimmen und abtauchen. Er hob es hoch und ließ es über einem Meer von Seifenblasen fliegen. Dann war er wach geworden und es überkam ihm tatsächlich die Lust auf ein schönes, heißes Bad. Er schlurfte in sein Badezimmer und siehe da, die Wanne war schon gefüllt. Irgendein guter Engel musste seine Wünsche erraten haben. Er stieg in das Wasser und tauchte ab. War das nicht einfach herrlich? Er schüttelte sich und begann ein Lied zu summen. Ja, er war endlich wieder zu Hause und das Leben konnte weiter gehen. Sicherlich, es erwartete ihn viel Arbeit, insbesondere wenn er an die Erde dachte. Dort liefen die Dinge wie er nun wusste gar nicht zum Besten. Das war kein Ort, wo man sich niederlassen konnte. Doch Monalisa glaubte fest an eine Verbesserung der Situation. Aber, was er von Reinhard gehört hatte, das gefiel ihm ganz und gar nicht. Am meisten regte er sich über den Plastikmüll in den Meeren auf. Das war doch wirklich eine Ungeheuerlichkeit. Damit machten sie die Erde zu einer Müllhalde. Er wollte sich einfach kein Leben ohne Fische vorstellen. Das Meer war doch wirklich ein ganz zauberhafter Ort. Dort lebten die unglaublichsten Kreaturen in absolutem Gleichgewicht. Dieses Biotop war einfach grandios. Doch jetzt wurde es ernsthaft bedroht. Die Wale hatten sich schon vor Jahren bei ihm bitterlich beschwert. Sie wussten einfach nicht was sie gegen diese mörderischen Menschen tun sollten. Einer nach dem anderen wurde durch sie abgeschlachtet und die wenigen, die bisher noch überlebten, die fraßen immer häufiger Plastikmüll. Es war in fast allen Lebewesen enthalten. Doch es ließ sich nicht verdauen sondern lagerte sich auch in ihren riesigen Mägen an. Selbst das Plankton war betroffen. Es gab einfach kein Entrinnen, denn sie waren nun mal gezwungen zu fressen. Es würde nicht mehr lange dauern und die ersten toten Wale mit Plastik im Magen würden an die Strände gespült. Außerdem war da noch die Sache mit dem Krach. Die Menschen beschallten die Meere und sorgten dafür, dass sie alle fast wahnsinnig davon wurden. Sie verloren in ihrer Panik die Orientierung und nicht wenige sahen nur noch das Ufer als letzten Ausweg. Doch dort konnten sie nicht überleben. Doch die Menschen machten immer weiter, obwohl die Auswirkungen ihrer Beschallung langsam jedem Verantwortlichen klar sein musste. Die Wale begannen den Menschen zu hassen. Er war eine Pest, ein Brunnenvergifter, ein Schlächter. Joseph hatte sich das damals alles sehr genau angehört und hatte versprochen für Abhilfe zu sorgen, doch er musste gestehen, bisher war er damit nicht sehr erfolgreich gewesen.

Als Brückenbauer hatte er sich

nur bedingt für diese Fragen interessiert.

Es war nicht sein Fachgebiet gewesen und außerdem hatte er viele andere Sorgen gehabt. Das Problem der Wale war ihm einfach nicht so dringlich erschienen. Zu seiner Zeit als Brückenbauer hatte die ganze Sache mit der Beschallung ja auch erst gerade angefangen. Auch die Sache mit dem Plastikmüll war noch nicht weiter aufgefallen. Überhaupt schien ihm der Umweltschutz nicht wirklich vordringlich zu sein, er hatte den Eindruck gehabt, alles wäre prinzipiell in Ordnung gewesen. Doch da hatte er sich offensichtlich ziemlich getäuscht. Jetzt hatte er gesehen, wohin diese Erdölgesellschaft führte. Sie führte geradewegs in die Hölle. In eine Hölle auf Erden.

Die Sache mit dem Umweltschutz würde er zukünftig jedenfalls erheblich wichtiger nehmen, ja, sie würde eine vordringliche Priorität bekommen. Ohne einen sauberen Planeten war an eine Besiedelung durch ihn und seine Paradiesbewohner nicht zu denken. Er hatte einfach keine Lust auf einen sterbenden Planeten zu ziehen. Davon hatte er sich schon einige Exemplare anschauen können auf seiner langen Reise durch das Universum.

Reinhard war auch früh wieder erwacht

und stand nun unter der Dusche.

Er würde frische Klamotten brauchen, doch als er aus dem Bad heraus kam, da lag dort sein Anzug frisch gewaschen. Das war wirklich ein toller Service hier, man brachte gar nichts zu sagen, die Wünsche wurden einem scheinbar schon bei einem Gedanken an sie erfüllt. Er fand auch ein Tablett mit einem Glas Orangensaft auf dem Tisch. Das war natürlich wunderbar, denn er liebte Orangensaft. Er gab ihm Energie und Lebenslust. Er stellte sich mit seinem Glas in der Hand auf den Balkon. Von dort aus hatte er einen schönen Ausblick. Er konnte sehr weit schauen, aber das Ende sah er nicht. Diese Welt schien sich unendlich weit zu erstrecken. In der Ferne sah er sogar einen Berg. Es gab Wiesen und Felder, überall standen Bäume und dazwischen sah er kleiner Häuser hervorschauen. Er selbst war in einem riesigen Gebäudekomplex untergebracht, über und unter ihm sah er weiter Balkone und auch neben ihm ragten unterschiedlich geformte Balkone aus dem Mauerwerk. Das ganze Haus erinnerte ihn an die Architektur Hundertwassers. Unten sah er einige Leute spazieren gehen. Keiner schien es besonders eilig zu haben. Er entdeckte auch Fahrradfahrer, aber es gab offensichtlich keine Autos. Allerdings sah er einige kleine Bombinis durch die Lüfte fliegen. Die Luft war frisch und roch nach Rosen, denn ein Teil des Hauses war von verschiedenfarbigen Kletterrosen bewachsen.

Die Einrichtung in seinem Zimmer war auch nicht so steril wie auf seinem Bombini. Hier gab es schöne Holzmöbel, wunderbare Tapeten und dicke, herrlich gestaltete Teppiche. Alles strahlte eine angenehme Behaglichkeit aus. Hier konnte man es schon aushalten, dachte er, allerdings würde er sich trotzdem das Haus Heisenbergs anschauen. Vielleicht nicht heute, aber morgen. Ihn interessierte, wie dieser Mann sich hier eingerichtet hatte. Vielleicht fand er auch einige Unterlagen und konnte erkennen, womit er sich hier die Zeit vertrieben hatte. Sicherlich würde er nichts in Unordnung bringen, denn irgendwann würde der Hausherr schließlich zurück kehren, und dann sollte er keine Unordnung vorfinden. Aber er war wirklich sehr neugierig auf diesen berühmten Vorfahren.

Echnaton lag wie Joseph ebenfalls in der Wanne.

Auch er hatte sie schon gefüllt vorgefunden, als er aufgestanden war um auf die Toilette zu gehen. Er hatte das Wasser gefühlt und es für perfekt temperiert befunden. Er war darum direkt hineingegangen und träumte vor sich hin. Dieses Hotel war wirklich ganz wunderbar, es erinnerte ihn an den großen Palast seines Vaters. Auch dort gab es so schöne bemalte Wände, herrliche Möbel und flauschige Teppiche. Allerdings gab es kein elektrisches Licht. Er hatte gemerkt, auch hier funktionierte das mit dem Licht über die Sprache. Man sagte einfach: Es werde Licht. Und schon gingen die Lampen an. Doch jetzt brauchte er eigentlich kein künstliches Licht, die Sonne schien durch die geöffneten Fenster. Die Gardine bewegte sich in einem leichten Windhauch. Ja, hier war es wirklich sehr schön und er konnte sich vorstellen eine Weile zu bleiben. Er fragte sich was Echilar jetzt gerade machte. Ob er auch so glücklich war wie er jetzt gerade.

Echilar schlief noch.

Er hatte erst spät die Augen zu gemacht, denn er hatte den Nachthimmel studiert. Er war voller Sterne gewesen. Er hatte sich auf den Balkon gesetzt und nach bekannten Sternbildern geschaut, doch außer dem großen Wagen hatte er nichts wiedererkannt. Er war allerdings auch kein großer Sternendeuter, diese Leute waren meist ziemlich alt und hatten große Erfahrung in der Beobachtung des Himmels. Dennoch meinte Echilar, so einen Himmel wie hier, den gab es wahrscheinlich nirgendwo. Er hatte nämlich riesige, leuchtende Spiralen gesehen und so etwas gab es auf der Erde absolut nicht zu sehen. Der Himmel hatte ihn wirklich fasziniert aber irgendwann war er dann doch ins Bett gegangen. Es war schön, auch mal wieder ohne den schnarchenden Echnaton zu nächtigen. Echanton schnarchte zwar nicht übermäßig laut, aber immerhin sorgte er dafür, dass man sich seiner Anwesenheit ständig bewusst war. Jetzt hatte er endlich ein eigenes Zimmer und er musste sagen, so komfortabel war er noch nie untergebracht worden. Hier konnte man es wirklich gut aushalten. Die Enge auf dem Bombini hatte ihn nämlich mit der Zeit schon etwas gestört. Man konnte einfach keinen schönen Spaziergang machen, es gab keinen Garten, keine Sonne, keinen Wind. Überall waren immer nur Türen. Die Gänge sahen alle gleich aus und auch die Zimmer waren sehr spartanisch eingerichtet gewesen. Nur der Salon hatte ein wenig Gemütlichkeit ausgestrahlt, doch waren die Möbel alle mehr funktional als gemütlich gestaltet gewesen. Hier in seinem Zimmer standen wirklich schöne Möbel, sie waren aus Holz, zum Teil mit aufwendigen Schnitzereien versehen, die Polster waren bestickt und es hingen auch einige Bilder an den Wänden. Eines zeigte eine Landschaft auf der Erde, jedenfalls erinnerte das Bild Echilar an sie. Die anderen Bilder zeigten Landschaften, die ihm sehr fremd vorkamen.

Er erwachte langsam aus seinen Träumen und als er sich umsah, da erinnerte er sich wieder, sie waren auf einem riesigen Bombini gelandet, Michael hatte es ihnen erklärt. Sie waren als Gäste empfangen worden, er hatte mehrere Hände geschüttelt und er war aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen. Alles war so wunderschön hier. Er sprang aus dem Bett um sich zu duschen. Diese Angewohnheit hatte er auf dem Bombini gerne angenommen. Danach fühlte man sich einfach frisch und munter. Er erinnerte sich, dass es ein großes Begrüßungsfrühstück geben sollte und er freute sich schon darauf, er hatte nämlich ganz schönen Hunger. Da entdeckte er ein Becher mit Kakau auf seinem Tisch. Das war jetzt genau das richtige für ihn. Dieses Getränk hatte er auch auf dem Forschungsbombini kennen und schätzen gelernt. Es schmeckte hervorragend und machte auch etwas satt.

Er ging mit seinem Becher auf den Balkon und er sah eine riesige Sonne am Horizont aufsteigen. Wie war das möglich, sie waren doch gar nicht auf der Erde? Ihre Strahlen aber wärmten wie bei ihm zu Hause. Er sah Andreas neben sich auf dem Nachbarbalkon stehen, auch er schaute voller Verwunderung auf die riesige Sonne. Echilar begrüßte ihn und fragte ihn, was er zu dieser Sonne sagen würde. Doch Andreas wusste dafür erst einmal auch keine Erklärung. Es musste sich um eine künstliche Sonne handeln, um einen riesigen Strahler. Doch die fraß natürlich eine Unmenge an Energie. Natürlich wusste auch er, Energie war mit einem Bombini kaum noch ein Problem, doch so einen großen Strahler zu versorgen, das war schon eine ziemliche, technische Herausforderung. Überhaupt war er ziemlich beeindruckt. Dieses Bombini war einfach unverschämt riesig. Die Außenwände waren eine einzige Projektionswand. Er hatte letzte Nacht auch den Himmel gesehen. Darauf war wirklich alles festgehalten, was es an wunderschönen Himmelsbildern gab. Er hatte schon einiges davon auf seiner Reise auf dem Forschungsbombini gesehen und dadurch vieles wiedererkannt. Dennoch, diese Projektion zu realisieren, das erforderte schon eine ganze Portion Größenwahnsinn.

Die Einrichtung seines Zimmers fand er zwar ziemlich rückwärtsgewand,

aber er musste zugeben, es sah wirklich alles sehr schön aus.

Und das Bett war auch sehr bequem gewesen. Die Einrichtung des Bades war nicht nur sehr funktionell, nein, alles war mit sehr viel Liebe gestaltet worden. So etwas gab es bei ihnen nur noch selten. Da stand die Funktion ganz im Vordergrund. Materialverschwendung war sehr verpönt. Solche Holzmöbel kosteten ein Vermögen, welches sich nur wenige leisten konnten. Welcher Tischler machte sich schon noch die Mühe? Der Rohstoff war teuer, die handwerklichen Kenntnisse waren selten geworden, die meisten Dinge des täglichen Bedarfs wurden preiswerter, ökologischer und wirtschaftlicher durch Maschinen hergestellt. Doch die fertigten keine Einzelstücke, ihre Stärke war die Serienproduktion und deshalb sah es in den Wohnungen auch relativ gleich aus.

Hier jedoch schienen noch jede Menge Handarbeiter zu leben. Große Künstler ihres Fachs. Echilar und Andreas waren jeder auf seine Weise mehr als begeistert. Dieser Ort hier hatte etwas traumhaftes. Es klingelte an Andreas Tür. Er ging öffnen und vor ihm stand Michael, er wollte ihn gerne zum Frühstück abholen. Auch bei Echilar und den anderen wurde der Reihe nach geklingelt und bald schon wanderten sie in einer großen Gruppe durch das Gebäude. Sie benutzen die Treppen, obwohl es natürlich auch Aufzüge gab, aber Michael wollte, dass sie etwas mehr von dem Gebäude kennen lernten. In Zukunft würden sie sich weitestgehend allein zurecht finden müssen. Aber alle Wege waren mit kleinen Schildern versehen, so dass Orientierung kaum ein Problem für sie darstellen sollte.

Sie kamen in einen großen Speisesaal doch gingen sie durch diesen hindurch auf eine riesige Terrasse. Dort gab es ein großes Frühstücksbüffet und mehrere runde Tische mit Stühlen drum herum. Jeder sollte sich nach Herzenslust selbst bedienen.

Bald schon waren die Tische so gut wie besetzt und die Gäste des Paradieses speisten Rühreier, Schinken und Käse, Marmelade und Obst. Es gab Müsli und Kuchen, und jede Menge unterschiedliche Brotsorten. Es war wirklich für jeden etwas dabei und so war die Stimmung sehr gut. Jeder hatte gut geschlafen, geduscht oder gebadet und war in frisch gewaschene Klamotten geschlüpft. Der Tag versprach wunderschön zu werden, es war Urlaub für die Seele, denn so eine lange Reise in einem Bombini war nun mal auch sehr schlauchend. Es fehlte die frische Luft und die Sonne. Davon hatten sie jetzt mehr als genug und so wurden überall Sonnenschirme aufgezogen. Es wurde viel geredet und gestaunt. Man erzählte von den Entdeckungen, die man bisher schon gemacht hatte. Einige hatten den wunderbaren Nachthimmel gesehen und viele staunten über die gewaltige Sonne. Man lobte die schöne Einrichtung des Hauses und war begeistert über den Service. Er war sehr diskret aber offensichtlich über die unterschiedlichen Vorlieben der Gäste wohl informiert.

Echilar saß neben Echnaton an einem großen Runden Tisch mit weiteren jüngeren Leuten. Das war natürlich kein Wunder, denn fast alle waren durch den Spiegel gegangen und hatten sich einen jugendlichen Körper verschafft. Nur Leonardo war immer noch ziemlich alt. Von Einstein war bisher noch nichts zu sehen. Auch Klaus fehlte. Aber ansonsten waren wohl alle da bis auf Joseph und der Kapitän. Sie waren zu Einstein gegangen und versuchten ihn zu überreden, auch mit zum großen Frühstück ins Hotel zu kommen. Doch Einstein war in denkbar schlechter Verfassung. Er hatte die ganze Nacht kein Auge zu getan, sondern nur gerechnet. Jetzt war er völlig fertig und wollte eigentlich lieber nur noch schlafen. Joseph schlug ihm vor im Hotel ein schönes Zimmer zu nehmen, es sei alles bereit für ihn. Einstein weigerte sich jedoch zunächst und es brauchte einige Überredungskunst ihn zum Umzug zu bewegen. Aber irgendwann packte Einstein seine Zettel zusammen und ging mit ihnen. Auch Klaus kam mit. Er freute sich nun doch auch endlich aus diesem Bombini zu kommen und ihn lockte das große Frühstück. Er hatte durchaus ganz gut geschlafen, auch wenn er mit einem halben Ohr bei Einstein war. Er konnte ihn auf einem Bildschirm beobachten, doch mehr als seinen Rücken hatte er nicht gesehen. Einstein hatte tatsächlich die ganze Nacht am Schreibtisch verbracht. Jetzt begleitete er ihn mit den Anderen in sein Zimmer und danach ließ er sich seines zeigen. Doch er war fit und so ging er mit Joseph und Reinhard hinunter auf die Terrasse.

Beide wurden von den Menschen am Tisch freundlich begrüßt, man sprach das eine oder andere Lob aus und Joseph hatte wirklich den Eindruck, alles war in Bester Ordnung. Seine Wiederkehr war gelungen und dies ganz ohne die Hilfe von Satan Senior. Er hatte sich auch nicht seiner peinlichen Befragung unterziehen müssen, wie es eigentlich alle tun mussten. Es war wirklich sehr selten, dass jemand an ihm vorbei in das Paradies kam. Irgendetwas gab es immer zu beichten und für manch einem blieb die Tür zum Paradies auch erst mal geschlossen. Einige würden nie auch nur einen Blick hineinwerfen können. Sie verlebten ihre Unsterblichkeit in der ewigen Hölle Satans. Der einzige Ausweg für sie war die Wiedergeburt oder die totale Vernichtung. Doch danach strebten wirklich nur die Wenigsten. Die meisten wollten leben. Und so ließen sie sich immer häufiger auf eine Wiedergeburt ein, wobei sie selten ein Wort dabei mitzusprechen hatten, als was oder wer sie auf die Erde zurückkehren würden. Satan Senior suchte in den meisten Fällen ganz alleine nach einem passenden Ort. Das konnte dann schon mal schlimmer sein als ein Aufenthalt in der Hölle. Aber nicht wenige verstanden die Wiedergeburt auch als eine Chance. Wenn sie sich bewehrten, dann gab es beim nächsten Mal vielleicht das begehrte Ticket für das Paradies. Einige hatten es kurz besuchen dürfen und erzählten den anderen von den herrlichen Dingen, die sie dort gesehen hatten. Und so blieb die Sehnsucht nach diesem Ort auch in der Hölle bestehen.

Wenn es nach Satan Senior gegangen wäre, dann hätte er auch diesen Brückenbauer eine Weile bei sich behalten. Es gab schon einige Sünden zu verzeichnen. Da war der viele Alkohol und die schlechte Behandlung seiner Ehefrau. Da waren die Schläge auf den Hintern, die die Kinder regelmäßig bekommen hatten. Doch leider hatte sich der große Kommandant seiner Beurteilung entzogen und war mit Hilfe dieses Forschungsbombinis ins Paradies eingefahren. Satan Senior fühlte sich deswegen ziemlich ausgetrickst. Andererseits, was hatte er erwartet, dieser Mann war einfach zu ausgefuchst für ihn. Das war immer schon so gewesen. Joseph hatte ihm damals den Posten als Chef der Unterwelt angeboten und ihm diese Stelle in den schönsten Farben schmackhaft gemacht, doch was hatte er jetzt? Einen riesigen Haufen ständig anwachsenden Ärgers. Es hatte in den letzten Jahren schon mehrere Rebellionen unter seinen Bewohnern gegeben, von Demut und Einsicht war kaum etwas zu erkennen. Alle jammerten und klagten in einem fort. Überall lungerten diese armseligen Gestalten nur dumm herum und forderten mehr Licht, mehr Luft, einigen war es zu kalt, den Meisten war es zu heiß, die Enge machte alle aggressiv. Dabei tat er doch nur was getan werden musste, denn Strafe musste sein. Er konnte viele einfach nicht ohne Buße wieder auf die Erde schicken. Dort würden sie nur da weiter machen, wo sie aufgehört hatten. Sie würden sich bekriegen, morden, Unzucht treiben, friedliebende Mitmenschen über das Ohr hauen, stehlen, Wucher betreiben, ihre Macht missbrauchen und was es da sonst noch alles für Verfehlungen gab. Er führte über jeden einzelnen genau Buch und er zerbrach sich regelmäßig den Kopf, wie er die vor ihm zitternde, schwarze Seele wieder weiß bekam. In seinen Augen hatte er den wahrlich anstrengenderen Job. Joseph hingegen ließ es sich gut gehen und umgab sich mit intelligenten, gebildeten und sympathischen Menschen. Er schöpfte die Energie aus dem Vollen und ließ sogar eine künstliche Sonne scheinen. Daran war in seiner Welt natürlich nicht zu denken. Er sparte die Energie wo es nur ging. Er hatte erst kürzlich überall einfache Energiesparlampen aufgehangen, die gaben keine Wärme ab, was gut für das Klima der Unterwelt war, denn es war schon so ziemlich heiß bei ihm, aber ihr Licht war leider eben auch ziemlich ungemütlich.

Möbel und andere Einrichtungsgegenstände gab es schon lange nicht mehr, die Menschen mussten sich auf den nackten Boden legen. Früher hatte es Tische und Bänke gegeben, doch die hatten die Bewohner mit der Zeit verfeuert um etwas mehr Licht und Wärme zu haben, denn damals war es in der Hölle noch ziemlich kalt gewesen. Das hatte jedoch die Schadstoffe in die Luft gebracht, und wie er diese Stoffe wieder herausfiltern sollte, das war ihm ein Rätsel. In so einem Bombini war alles ein ewiger Kreislauf, nichts kam hinein, nichts ging hinaus. Draußen war einfach nur das große Nichts. Deshalb hatte er die einst bestandenen Fenster auch einfach zugemauert. Es sollte keiner auf die Idee kommen aus seiner Welt auszubrechen. Dies wurde nämlich immer wieder einmal versucht. Doch wer es schaffte, den schluckte das unendliche Universum.

Seit einiger Zeit hatte er zur

Unterhaltung einige Fernsehapparate aufgestellt.

Damit konnte er für relative Ruhe sorgen. Doch kostete ihr Betrieb auch Energie und die musste er eigentlich sparen. Es war für ihn eine Frage der Abwägung. Wollte er Ruhe, dann machte er die Fernseher an, überwog der Gedanke ans Energiesparen, dann machte er sie wieder aus. Er zeigte seinen Bewohnern vor allen Dingen Werbung, kein Film lief ohne solche Unterbrechungen. Das hatte dann oft zur Folge, dass die Sehnsüchte bei den Zuschauern unendlich groß wurden. Aber natürlich gab es nichts von all den gezeigten Herrlichkeiten zu kaufen. Und geschenkt schon mal gar nicht. Es sollte die Bewohner nur daran erinnern, dass es auch noch eine andere Welt gab, und nicht wenige entschlossen sich nach einem solchen, zugegebener maßen seltenen Fernsehvergnügen, auf die Wiedergeburt zu setzen, egal wohin sie einen führen würde.

Wenn ein solcher Kandidat bei ihm vorstellig wurde und um Wiedergeburt bat, dann schaute er in sein dickes Buch und erstellte einen Entwicklungsplan. Dem Kandidaten wurde seine Lebensaufgabe mitgeteilt, manchmal war es ein langes Leben in Armut, manchmal ein Leben voller Arbeit, oft wurde auch ein Leben ohne ausreichende Gesundheit ausgewählt. Auf jeden Fall war den Leuten klar, es würde nicht einfach werden. Sie würden auch unter Umständen starken Versuchungen ausgesetzt sein. Vielleicht wurde ihnen sogar ein Leben in Saus und Braus angeboten, doch musste dieser Luxus auch durch gleichwertige gute Taten ausgeglichen werden, sonst landete man schneller als einem lieb war wieder in der Hölle. Und so eine Chance zur Widergeburt gab es nicht alle Tage. Viele warteten schon eine halbe Ewigkeit darauf. Einigen war klar, sie würden wahrscheinlich niemals die Chance dazu bekommen. Sie richteten sich daher völlig auf die Hölle ein. Manchmal bekamen sie die Chance durch Mitarbeit an ihrem Sündenregister zu arbeiten. Das hieß dann die Latrinen leeren, trockenes Brot verteilen, Wasserrationen vergeben und Ähnliches.

In der Hölle war es trotz der Energiesparlampen ziemlich düster, es hing wirklich keine Lampe zuviel an einem Ort. Doch die meisten waren direkt froh darum, denn das was sie zu sehen bekamen war selten etwas Schönes. Die Menschen waren alle ziemlich verdreckt, ihre Kleidung war zerrissen, schlimme Wunden hatten sich infiziert, ein paar Ratten huschten herum, ja, es war ein Jammertal.

Joseph hatte sich schon ewig nicht mehr in diesem Teil seines Bombini-Reiches umgesehen und jetzt, wo er durch die Hintertür hineingekommen war, da würde es wahrscheinlich noch lange dauern, bis er sich die Mühe machen würde, auch auf der anderen Seite des Bombinis vorbeizuschauen. Er hatte Satan Senior diesen Bereich zur Aufsicht übertragen und fühlte sich dafür nur bedingt verantwortlich. Er hatte mit dem Paradies genug Arbeit.

Paradies und Unterwelt waren zwei

praktisch völlig voneinander getrennte Bereiche.

Oberhalb des großen, um nicht zu sagen unfassbar großen Zweiplattenkondensators befand sich das Paradies, unterhalb der Platte war die Hölle. Es gab nur einen verbindenden Gang und der wurde nach allen Regeln der Kunst bewacht. Dadurch ging nur Satan Senior ein und aus. Ab und zu begleitete er einen Kandidaten um diesen Joseph vorzustellen und als Mitbewohner anzubieten, denn es kam ab und zu vor, dass sich einer bei ihm in der Unterwelt als paradieswürdig entpuppte. Dann wurde ihm vielleicht ein Job auf der oberen Hälfte angeboten. Vielleicht brauchte man jemanden in der Küche, im Garten oder auf dem Feld. Dort konnte der Jenige sich bewähren und wenn alles gut ging, dann durfte er bleiben oder er wurde auf die Erde zurück geschickt. Denn auch Joseph entsendete ab und zu eine Seele dorthin. Er bediente sich dann meistens der Seelentransportmaschine von Satan Senior, es kam wirklich nur sehr selten vor, dass einer mit einem Bombini dort hin geflogen wurde. Für die Meisten hieß das, ein neues Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Er wurde als Baby geboren und fing ganz neu an. Die Erinnerung an das Paradies oder auch die Hölle verblasste schnell und bald schon war derjenige nur noch ein Mensch der hoffte, ein schönes Leben zu haben. Er nahm sich wahrscheinlich auch vor ohne größere Sünden zu bleiben, doch es gab nicht wenige, die in ihre alten Muster verfielen und kaum etwas dazulernten. Wenn diese Leute dann irgendwann wieder vor Satan Senior standen, dann wussten sie, sie hatten die Chance mal wieder nicht genutzt. Oft waren einfach mehrere Durchgänge nötig um aus einem oberflächlichen, habgierigen und machthungrigen Geist einen Paradiesvogel zu machen. Tatsächlich kam dies erschreckend selten vor. Und so war denn auch die Hölle ziemlich überfüllt, während es auf der anderen, sonnenbeschienenen Seite ziemlich leer war. Dort konnte praktisch jeder sein eigenes kleines Häuschen haben, es gab viele große Parkanlagen, es gab Wiesen und Felder, es gab sogar einen großen Berg.

Joseph liebte es gelegentlich eine Wanderung dort hin zu unternehmen und sich oben auf der Spitze auf eine Bank zu setzten. Von dort aus hatte er einen wunderbaren Überblick über sein Reich. Dann konnte man auch tatsächlich die Begrenzungen in der Ferne erahnen. Sein Reich war wirklich sehr groß, aber natürlich nichts im Vergleich zu den Weiten auf der Erde. Er war dort oft in die Berge gereist und hatte einige Berghütten erwandert um von dort aus das herrliche Panorama zu genießen. Er war mit dem Flugzeug geflogen und hat die unendlich erscheinende Weite des Ozeans gesehen. Er war zum Schwimmen an den Strand gefahren und hatte die Wellen sich unaufhörlich ausschlagen gesehen. Das alles hatte er hier oben natürlich nicht realisieren können. Sein Paradies war groß aber eben nicht unendlich. Darum hatte ihm die Erde ja auch so gut gefallen. Sie war wirklich einer der wenigen perfekten Orte im Universum. Es mochte zwar viele Planeten geben, aber nicht immer waren sie ein guter Ort für Leben. Leben in der Vielfalt, wie es auf der Erde entstanden war. Er hatte von jedem in Frage kommenden Ort Proben mitgenommen, er hatte die verschiedensten Fossilien gesammelt und manchmal auch ein lebendes Exemplar eingeladen mit ihm zu kommen. Aber trotz alle dem, die Erde war für ihn der schönste Planet weit und breit. Und das Beste an ihm war, es gab Menschen, lebende Menschen, die sich vermehrten und sich um die Gestaltung ihres Lebensraumes bemühten.

Es gab ganz wunderbare Persönlichkeiten auf der Erde, Menschen mit

den besten Eigenschaften, den klügsten Köpfen,

den sympathischsten Charakteren.

Und wenn es keine Einwände von Seiten Satans gab, dann lud der diese Menschen zu sich ins Paradies ein. Dort konnten sie dann weiter forschen, arbeiten oder eben auch Bücher schreiben. Jeder fand hier oben etwas mit dem er sich beschäftigen wollte. Nun, und kam bei dem Einen oder Anderen dann doch etwas Langeweile auf, dann konnte er ihm auch ein neues Leben auf der Erde anbieten. Heisenberg hatte dieses Angebot irgendwann angenommen, aber auch noch einige andere.

Er hatte es jetzt ja auch gemacht.

Ein Leben als Brückenbauer, als ein Verbinder der Menschen. Aber er hatte dabei eben auch die Probleme hautnah mitbekommen. Es war nicht leicht ohne Sünde zu bleiben. Jeder machte irgendwann einmal auch einen Fehler. Alle dafür in die Hölle zu schicken, das schien ihm jetzt nach der selbst gemachten Erfahrung auch keine sinnvolle Lösung mehr zu sein. Satan Senior hatte schon oft über diese alte Regelung geklagt. Er meinte, die Hürden seien einfach zu hoch. Er hatte darum auch gewettet. Er hatte ihn vor seinem Gang auf die Erde gewarnt und gesagt: „Glaube mir, auch Du landest danach erst mal für ein paar Wochen in der Hölle.“ Dem hatte er sich ja nun erfolgreich mit noch einigen anderen entzogen, aber dieser Weg stand kaum jemandem offen. Normalerweise musste man erst an Satan vorbei.

Nach dem großen, gemeinsamen Frühstück wurden Führungen durch das Paradies angeboten. Dazu schlossen sich die Gäste zu kleineren Gruppen zusammen, die von einem freundlichen Paradiesbewohner in Empfang genommen wurden. Dieser führte sie dann zum Beispiel durch die Parkanlagen, er zeigte ihnen das wunderbare Freibad, die Liegewiesen und Minigolfplätze. Ein anderer besuchte mit seinen Neuankömmlingen das große Naturkundemuseum, die Sternwarte oder auch das Haus der Technik. Ein anderer machte einen Rundgang durch die große Stadt, die es ebenfalls im Paradies mittlerweile gab. Es gab beeindruckende Hochhäuser in denen die unterschiedlichsten Leute lebten und arbeiteten. Es gab Restaurants, Kinos und Geschäfte. Bezahlt werden musste allerdings nichts, alles war kostenlos. Man konnte einfach in eine schöne Boutique gehen und sich etwas Schönes zum Anziehen aussuchen. Dieses Angebot nahmen einige gleich war und zogen ihre Arbeitskleidung aus. Die Anzüge die sie auf dem Forschungsschiff getragen hatten, waren zwar nicht schlecht oder unbequem, aber man wollte auch äußerlich dem Gefühl von Urlaub Rechnung tragen. Endlich konnten die Frauen sich ein schönes Kleid anziehen und die Männer entschieden sich häufig für eine bequeme Baumwollhose und ein farbenfrohes Hemd. Die Uniform jedenfalls behielten die wenigsten an.

Dann gab es auch eine Führung in das Regierungsgebäude.

Dieses bestand aus einem großen Saal, in dem sich die Ältesten versammelten um zu beraten. Das letzte Wort hatte allerdings immer der Kommandant, aber seit einiger Zeit bemühte man sich auch im Paradies um etwas mehr Demokratie. Die Zeiten der Alleinherrschaft war vorbei, sie galt als nicht mehr ganz zeitgemäß.

Joseph ging mit Reinhard in die Kommandozentrale.

Er wollte ihm zeigen, wie so ein Mega-Bombini gesteuert wurde. Die Zentrale war sehr groß und es saßen viele Leute an ihren Bildschirmen und Pulten. In den Grundzügen erinnerte diese Brücke durchaus auch an die des Forschungsschiffes, nur waren hier erheblich mehr Menschen beschäftigt. Reinhard wurden einige Positionen näher vorgestellt, aber bei den vielen Eindrücken konnte er sich nur das Entscheidende merken. Zum Beispiel die Steuerung. Dazu setzte sich der Kommandant oder eben sein erster Offizier auf einen Liegestuhl und setzte sich eine Art Kopfhörer auf. Damit war er an den großen Rechner angeschlossen und nun brauchte er nur noch zu denken und einen Wunsch formulieren. Wollte er zum Beispiel zur Venus, dann berechnete der Computer die beste Wegstrecke und das Bombini tauchte kurze Zeit später in Sichtweite der Venus auf. Reinhard durfte die Steuerung auch einmal ausprobieren und so setzte er sich auf den Liegestuhl und setzte sich den Kopfhörer auf. Der kam jedoch nicht auf die Ohren sondern auf die Schläfen. Dann dachte er an den Mars und nur wenige Sekunden später sah er auf dem großen Bildschirm den Mars vor sich. Der drehte sich staubtrocken in der brennenden Sonne. Dann fiel ihm der Mond Europa ein und er schickte das Riesen-Bombini zum Jupiter. Europa war einer seiner Monde und alle konnten die riesige, zerklüftete Eisfläche des Mondes sehen. Nun wollte er ins Zentrum der Milchstraße, doch da warnte der Rechner ihn, denn dort lauerte ein großes, schwarzes Loch.

Es war wirklich kinderleicht und er fragte sich wozu die vielen Leute auf der Brücke überhaupt notwendig waren. Doch Joseph erklärte ihm, die Kontrolle des Rechners sei durchaus notwendig und außerdem wolle man alle Funktionen parallel auch selbst überwachen. Außerdem mache den Leuten die Arbeit Spaß und diesen Spaß wollte er ihnen nicht verderben. Es sei zwar richtig, eigentlich bräuchte er diese ganzen Mitarbeiter nicht, aber für ihn sei Zusammenarbeit eine Freude. Und so gab es eben auch jemanden, der den riesigen Zweiplattenkondensator überwachte. Diese Funktion war wirklich nicht überflüssig, denn ein Ausfall wäre für alle eine ernste Katastrophe.

Es gab noch einen weiteren Raum zu besichtigen. Er war voller Bildschirme auf denen die unterschiedlichsten Bilder zu sehen waren. Reinhard stellte fest, es waren die Fernsehbilder die auf der Erde gesendet wurden. Das hieß mittlerweile, wie Joseph erklärte nicht mehr 100 Programme sondern Tausende. Vor den Bildschirmen saßen die unterschiedlichsten Mitarbeiter. Sie beobachteten darüber die Geschehnisse auf dem blauen Planeten. Es wurden Aufzeichnungen gemacht und ausgewertet. Gerade die politische Situation ließ sich so sehr gut beobachten und bewerten, meinte Joseph.

Jetzt fragte Reinhard, ob er auch im Paradies eine Überwachung hätte, doch da verneinte Joseph, er hätte seine Bewohner so gut ausgewählt, eine Überwachung sei einfach nicht notwendig. Da staunte Reinhard dann doch etwas, denn eine Welt ohne Überwachung kam ihm ziemlich risikoreich vor. Bei ihnen in seiner Zeit, da war alles auf Überwachung ausgelegt, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, das war die allgemeine Devise.

Joseph meinte, Kontrolle könne natürlich durchaus Vorteile haben, insbesondere wenn fehlbare, schwache und charakterlich nicht so gefestigte Personen auf engem Raum miteinander lebten, doch im Paradies kämen durch die strenge Auswahl Satans eigentlich nur einwandfreie Persönlichkeiten als Bewohner in Frage. Und die sollten sich frei entfalten können und nicht ständig das Gefühl haben, irgendwer schaut ihnen jetzt gerade über die Schulter.

Da fragte Reinhard, wie dann aber der perfekte Service im Hotel zu Stande kam, und nun, da musste Joseph dann zugeben, im Hotel sei eine gewisse Überwachung notwendig, man wolle die Neuankömmlinge dort nicht ganz sich selbst überlassen. Die Gäste müssten sich erst einmal zurecht finden und bis dahin fände eine diskrete Überwachung durchaus statt. Aber wohne man erst mal in seinen eigenen vier Wänden, dann sei man wirklich sehr frei.

Reinhard fragte, ob es denn schon mal vorgekommen sei, dass irgendwer diese Situation ausgenutzt habe und Joseph antwortete, ja, es gäbe durchaus auch schon mal den Weg zurück, hinaus aus dem Paradies. Aber dies käme sehr selten vor, er wäre nach nun einigen Jahren Erfahrung dazu gekommen, dass ein Rauswurf auch immer große, neue Probleme mit sich brachte. Ihm war es daher sehr lieb, wenn dies freiwillig geschehe. Und ja, es gäbe einige, die das Leben im Paradies auf die Dauer nicht wollten und sich für eine erneute Wiedergeburt mit allen Risiken entschieden. Doch meistens kämen sie irgendwann wieder zurück und ihre neu gemachten Erfahrungen wären dann für alle oft eine Bereicherung. Er hoffe ja auch, dass seine gemachten Erfahrungen als Brückenbauer ihm in der Zukunft weiterhelfen würde. Zumindest habe er vor auch in seinem Paradies eine Brücke zu bauen, er wüsste nur noch nicht wohin diese Brücke führen sollte. Aber dies sei ein Feierabendprojekt für entspanntere Zeiten. Jetzt ginge es erst einmal darum, die Weichen auf der Erde etwas anders zu stellen. Ihm läge die Sache mit dem Plastikfisch immer noch schwer im Magen.

Sie fachsimpelten bei einer Tasse Kaffee miteinander,

denn Joseph hatte ihn in sein Büro eingeladen.

Er wollte ihm dort einige Projekte zeigen, an denen gerade gearbeitet würde. Von einem einzelnen Büro konnte natürlich nicht die Rede sein, sie waren nämlich durch viele verschiedene Büros gegangen und überall saßen Leute und arbeiteten. Das wunderte Reinhard, denn er hatte immer gedacht, im Paradies bräuchte man nicht arbeiten. Doch Joseph erklärte ihm, seine Leute würden dies gerne und vor allen Dingen freiwillig tun. Sie hätten einfach sehr viel Spaß dabei. Auch er würde gerne arbeiten und sei eigentlich immer auf der Suche nach interessanten Projekten.

In seinem persönlichen Büro, welches ziemlich groß und gediegen eingerichtet war, saßen sie zusammen an einem runden Tisch und diskutierten. Reinhard wollte nun noch mal genau wissen, wie es möglich war, so ein riesiges Ding so schnell durch die Weltgeschichte zu bewegen. Da erklärte ihm Josepf, dass nicht sie sich bewegen würden, sondern die Welt sich um sie drehen würde. Sie hätten eigentlich einen ziemlich festen Standpunkt, doch die Welt um sie herum, die würde sich drehen lassen. Ihre Dimension läge wie das Torsionsfeld außerhalb von Raum und Zeit. Dann zeigte er ihm verschiedene Modelle, die dies veranschaulichen sollten, doch war dieser Umstand dennoch für den Kapitän nur schwer zu verstehen. Sein Bombini bewegte sich zwar auch außerhalb von Raum und Zeit, doch hatte dies mit der eigenen Geschwindigkeit zu tun. War man nahe der Lichtgeschwindigkeit ging es in die Zukunft, war man schneller als das Licht, dann ging es in die Vergangenheit. Die Berechnung für solche Reisen war sehr kompliziert und nur mit einem starken Rechner zu bewältigen. Doch bei dem paradiesischen Bombini schien es anders zu funktionieren. Es spielte mit den unterschiedlichen Dimensionen und bewegte sich selbst kaum vom Fleck.

Er fragte Joseph, wie lange er denn schon die Erde beobachten würde und Joseph musste etwas nachdenken. Er antwortete: „Mit einigen Unterbrechungen eigentlich seit gut 5000 Jahren relativ kontinuierlich, dass heißt, ich selbst warf vielleicht alle paar Jahre einen Blick darauf, also aus meiner Sicht alle paar Wochen.“ Es gäbe schließlich auch noch andere Planeten, die seine Aufmerksamkeit bräuchten, erklärte er Reinhard. Aber irgendwer sei immer aufmerksam und wenn sich etwas Wichtiges ereignen würde, dann würde er es gleich erfahren. Aber er bräuchte eben zwischendurch einfach mal Zeit für sich selbst. Er sei zum Beispiel jetzt schon lange nicht mehr auf den Berg gestiegen und im See war er auch länger schon nicht mehr schwimmen. Seine Freizeit sei ihm aber durchaus auch sehr wichtig. Außerdem würde er viel Zeit im Gespräch mit anderen Paradiesbewohnern verbringen, aber die Interessantesten unter ihnen würde er ihm bei der großen Party vorstellen, die gerade vorbereitet wurde. Seine Tochter sei damit jetzt ziemlich beschäftigt. Überhaupt sei er froh, wenn seine Kinder bald alle wieder an Bord wären, die hätten ihm doch auch immer ziemlich viel Arbeit abgenommen. Insbesondere sein jüngster Sohn und seine Tochter. Sein ältester Sohn interessierte sich auch schon vor dem großen Lebensspiel mehr für die Philosophie, sein missratener Sohn sei eigentlich ein ganz wunderbarer Mensch zuvor gewesen, sehr kreativ und ein guter Gesellschafter. Seine Tochter habe immer schon sehr viel gearbeitet, sie sei bevor sie auf die Erde gegangen war, zum Beispiel mit dem Bau des Hotels beschäftigt gewesen. Sie habe es eingerichtet und mit den Handwerkern gesprochen.

Sein jüngster Sohn habe sich sehr um den Aufbau der Stadt gekümmert, er war auch im Paradies immer schon eine Art Unternehmensberater gewesen wie jetzt auch auf der Erde. „Wenn er wiederkommt,“ so meinte Joseph, „dann bin ich gespannt auf die Neuerungen, die er einführen wird.“

Jetzt musste Reinhard einfach nach Jesus fragen: „Und ist es wahr, ist Jesus auch einer Deiner Söhne gewesen?“ Da lachte Joseph und meinte: „Nein, damals haben wir solche Seelen-Experimente noch nicht gemacht, wir kamen allerhöchstens mal als Besucher vorbei, nein, diesen Jesus hat die Erde selbst hervorgebracht, aber er ist eine sehr interessante Persönlichkeit, Du wirst ihn auf der Party bestimmt kennen lernen. Ich finde ihn sehr sympathisch und man kann sich wirklich sehr gut mit ihm unterhalten. Er hat selbst ja auch nie behauptet mein Sohn zu sein, auf die Idee ist der verrückte Petrus gekommen.“

Aber dann ist es wahr und Jesus ist tatsächlich in den Himmel aufgefahren, habt ihr ihn mit einem Bombini abgeholt?“

Ja, allerdings. Er war in einem bedenklichen Zustand und brauchte unsere Hilfe. Ich nehme an, an Satan wäre er so leicht nicht vorbeigekommen.“ „Wieso, der Mann hat doch nicht gesündigt?“

Nun, damals war das bei Satan mit der wilden Ehe noch so eine Sache. Und dann die Zusammenarbeit mit den Zeloten, die wollten die Revolution mit Mord und Todschlag vorantreiben. Nein, in seinen Augen war Jesus ein problematischer Fall, den er gerne vor Gericht gesehen hätte. Er nahm ihm auch die Wunder übel. Tote wieder aufzuwecken, dafür hatte Satan wahrlich nichts übrig. Er hatte sich schließlich etwas dabei gedacht, wenn er das Leben beendete.“

Satan hat dann aber wirklich sehr großen Einfluss.

Liegt dieser denn auch in guten Händen?“

Ich bin eigentlich mit ihm sehr zufrieden. Er hält mir viel Arbeit vom Hals. Gut, er klagt häufig und beschwert sich oft über die viele Arbeit, aber ich kann dazu nur sagen, dann muss er sich eben besser organisieren.“

Hat er außer Satan Junior noch andere Kinder?“

Er hat einen ganzen Stall voll, doch sind nicht alle begeistert davon ihm zur Hand zu gehen. Satan Junior hat sich letztendlich auch erst mal aus dem Staub gemacht. Er ließ sich in das Jahr 2230 schicken und hat dort als Konstrukteur und Elektrotechniker gearbeitet. Dann kam er zurück und hat sich auch bei mir ziemlich über diese Zeit beschwert. Da habe ich ihm vorgeschlagen an dem Spiel des Lebens teilzunehmen und er hat angenommen. So wurde er zu Wolfgang Fritz. Er ist ausgezogen, dass Bombini auf die richtige Bahn zu bringen. Er will es nicht verhindern wie man manchmal denken könnte, aber er ist der Meinung diese Erfindung muss erheblich später kommen, dann, wenn die Menschen gelernt haben Energie auch zu sparen. Er glaubt, die Möglichkeit grenzenloser Energie für Jedermann führt nur zur Verschwendung. Er möchte vor allen Dingen mehr Alternativen, und bevor die nicht alle ausgeschöpft sind will er möglichst keine Bombinis sehen.“

Das mit den Alternativen ist ja schön und gut, aber die Welt hat sich

ehrlich gesagt erst mit den Bombinis wirklich weiterentwickelt.“

Das habe ich auch gesagt, doch er war davon nicht überzeugt. Er glaubt an die Vorzüge einer alternativen Welt. Wenn es nach ihm ginge, dann würde überall die Anarchie Einzug halten. Er will, dass jeder für sich selbst die Verantwortung übernimmt und keinen Staat, der Regeln durchsetzt. Er glaubt, wenn jeder die zehn Gebote einhält, dann funktioniert das Ganze schon.“

Satan Junior scheint ein Träumer zu sein.“

Das hat ihm sein Vater auch gesagt und darum war er am Ende auch damit einverstanden, dass sein Sohn noch mal ganz handfeste Erfahrungen auf der Erde sammelt. Er möchte schließlich seinen Job irgendwann auch mal an ihn abgeben und dafür braucht er jemanden der sich mit den entscheidenden Gesetzen auskennt.“

Hätte Satan Junior dann nicht besser eine Juristenkarriere gemacht?“

Um Gerechtigkeit zu üben braucht man kein Jurastudium, da braucht man vor allen Dingen gesunden Menschenverstand und ein paar allgemeingültige Regeln.“

Interessant, gibt es denn im Paradies überhaupt Juristen?“

Einige ehemalige Richter und Anwälte sind schon darunter. Aber viele landen in der Hölle, denn sie haben Verbrecher vor der Bestrafung bewahrt, hinterhältiges Kleingedrucktes formuliert und Gesetzte verbogen. Juristen sind eine schwierige Gemeinschaft. Es gibt wenige Gute, aber viele problematische Fälle. Ich denke, in den überwiegenden Fällen werden sie wohl als ein armer Mensch wiedergeboren, der auf einen guten, engagierten Juristen angewiesen ist.“

Reinhard ließ sich das alles noch mal durch den Kopf gehen und dann sagte er: „Also, wenn Satan Junior im Jahr 2230 auf der Erde war, dann war dies ja im Prinzip zu meiner Zeit. Könnte es nicht sein, dass er derjenige war, der den Rückwärtsgewandten ein Bombini beschafft hat? Du sagst, er war Konstrukteur und Elektrotechniker. Vielleicht hat er auf seiner Heimreise einige dieser Leute mitgenommen und mit ihnen gemeinsame Sache gemacht.“

Davon weiß ich nichts, ich war selbst zu dieser Zeit auf der Erde, ich habe nur einmal kurz mit ihm darüber gesprochen. Da ging es nur um die unmöglichen Lebensverhältnisse, und dass man daran etwas tun müsste. Ich denke ich frage bei Gelegenheit mal seinen Vater, der war Näher dran und weiß bestimmt Genaueres über seinen Aufenthalt im Jahr 2230.“

Er war nur ein Jahr vor Ort?“

Ein Jahr, und das hätte ihm durchaus völlig gereicht, meinte er.“

Nun, da wird er diesmal aber erheblich genauer hinsehen können, genug Zeit hat er jedenfalls dazu. Er hat ein ganzes Leben.“

Dies war auch meine Überlegung, man muss es an der eigenen Haut erfahren, sonst träumt man nur herum.“

Ich denke, wir sollten die Beiden da unten nicht vergessen, habt ihr hier die Möglichkeit sie zu beobachten?“

An eine kontinuierliche Überwachung hatte ich damals nicht gedacht, ich selbst wollte schließlich auch nicht die ganze Zeit beobachtet werden. Aber natürlich gibt es für mich wie für Satan Senior die Möglichkeit alles zu wissen. Doch dazu hat nicht jeder Zugang.“

Dann sollten wir uns vielleicht ab und zu in mein Forschungsbombini setzen, ich würde schon auch gerne wissen was die Beiden da Unten so treiben.“

Keine schlechte Idee, bringe Dein Bombini in meinen Garten, dann haben wir es nicht weit, wenn wir uns bei den Beiden umschauen wollen.“

Ich brauche dazu auch einen Teil meiner Mannschaft.“

Rede mit ihnen. Aber gönne ihnen auch erst mal ein paar freie Tage, diese Zeit der Erholung haben sich alle verdient.“

Gut, abgemacht, ich würde sagen, ich schaffe noch heute das Bombini in den Garten und nach der Party stelle ich eine kleine Crew zusammen.“

So soll es sein, ich sollte mich vielleicht sowieso mehr mit dieser Überwachungstechnologie auseinandersetzen, vielleicht kann ich sie ja doch gebrauchen. Immerhin nähme sie mir viel Arbeit ab und ich hätte den Kopf frei für andere Dinge.“

Und so beendeten sie diese Sitzung mit einem zukunftweisenden Ergebnis. Es war Zeit für das Mittagessen und sie gingen in den großen Speisesaal, wo sich auch schon einige der anderen Gäste eingefunden hatten.

Es gab wieder ein großes Büffet mit

vielen verschiedenen Gerichten zur Auswahl.

Man wählte sich etwas aus und ein freundlicher Mensch hinter dem Büffet füllte den Teller wie gewünscht und reichte diesen herüber. Es gab alles was das Herz an so einem sonnigen Tag begehrte und auch Michel der Koch war beeindruckt von der Vielfalt. Dies alles herzustellen musste sehr viel Arbeit gewesen sein, er vermutete eine sehr große Küche irgendwo hier im Haus. Bei Gelegenheit wollte er fragen, ob er mal einen Blick hinein werfen durfte, es interessierte ihn, wie man im Paradies an so viele Leckereien kam. Vor allen Dingen das Fleisch, man hatte ihm versichert, es sei nicht aus getöteten Tieren hergestellt, aber eine molekulare Küche sei hier auch nicht üblich. Er entschied sich für ein Rindersteak und Prinzessböhnchen, das mochte er einfach ganz besonders gerne. Dazu gab es Frühlingskartoffeln, ganz kleine, in der Pfanne angebraten. Er setzte sich an einen der Tische zu den Leuten, mit denen er die kleine Stadtrundfahrt gemacht hatte. Sie waren mit einem wasserstoffbetriebenen Bus unterwegs gewesen, man hatte ihnen erklärt, diese Fahrzeuge dienten auch der besseren Klimatisierung, denn ihr Abwasser erhöhte die allgemeine Luftfeuchtigkeit im Riesen-Bombini.

Die Stadt hatte allen am Tisch gut gefallen. Es gab erstaunlich viele Parks und Plätze, auch die ganz hohen Häuser waren zum größten Teil begrünt und es gab viele Balkone und Terrassen. In den Cafes und Restaurants war sehr viel Leben zu sehen und einige wären gerne gleich in eines der Bistros gegangen, doch man vertröstete sie auf den Nachmittag, dann würden sie sich schon ein bisschen besser auskennen und könnten allein oder in kleinen Gruppen auf Entdeckungstour gehen.

Die Frauen freuten sich auf die vielen verschiedenen Geschäfte, deren Auslagen sehr verführerisch waren. Sie waren wirklich sehr gespannt darauf, was alles in einem Paradies angeboten wurde.

Man bewunderte auch die schönen Anziehsachen, die sie nun am Leib trugen. Es war vor allen Dingen Freizeitkleidung. Der Kapitän hatte ihnen gesagt, sie sollten sich die nächsten Tage einfach nur erholen, nur für eine kleine Gruppe hätte er dann jedoch auch noch etwas zu tun. Das waren wirklich wunderbare Aussichten und so wurden am Tisch schon eifrig Pläne gemacht.

Luise und Ramona, die beide mit am Tisch saßen, wollten in das wunderbare Freibad gehen. Es lag mitten in einem Park und so bot es viel natürlichen Schatten. Das Schwimmbad selbst war eigentlich ein kleiner See, sie hatten es vom Bus aus entdeckt und direkt Lust auf ein ausgiebiges Sonnenbad bekommen. Sie hatten sich dafür bei ihrem Besuch des großen Bekleidungshauses auch gleich einen schönen Bikini ausgesucht. Das alles war zwar ziemlich rückwärtsgewandt, denn bei ihnen zog man nur noch selten Bikinis an. Meistens sprühte man sich einen UV- und Intimschutz einfach auf die Haut. So hatte man das Gefühl als schwimme man nackt. Außerdem wurde man so gefahrlos nahtlos braun. Doch hier waren Bikinis gefragt und natürlich gedachten sie sich anzupassen. Das taten sie selbstverständlich immer, egal in welcher Zeit sie gerade unterwegs waren.

Mit ihnen am Tisch saß auch Andreas, er interessierte sich mehr für

die technische Seite dieses wahnsinnig großen Bombinis.

Er wollte am Nachmittag an einer speziellen Führung durch das Technologiemuseum teilnehmen. Das versprach sehr interessant zu werden.

Josefine und Johannes saßen am Nachbartisch und überlegten ebenfalls wie sie den Nachmittag verbringen sollten. Sie waren schon länger ein Paar, auch wenn sie auf dem Forschungsschiff ihre Beziehung sehr zurückhaltend lebten. Sie teilten sich zwar ein Zimmer, aber ansonsten merkte man ihnen selten an, dass sie mehr für einander waren als gute Kollegen. Sie hatten sich auf dem Schiff kennen gelernt und mit der Zeit war aus ihrer engen, beruflichen Zusammenarbeit Liebe entstanden. Der Kapitän hatte dies zwar nicht so gerne gesehen, so etwas brachte seiner Meinung nach meistens irgendwann Probleme, aber er konnte gegen Liebe nun mal auch nicht viel ausrichten. Beide hatten Lust auf etwas Zweisamkeit und fragten sich, ob sie nicht einfach auf ihr Zimmer gehen sollten und den Nachmittag dort auf der Terrasse bei einem Glas Sekt verbringen sollten. Den hatten sie nämlich am Morgen in der Minibar vorgefunden. Außerdem gefiel ihnen ihr Himmelbett. Das Zimmer war zwar ziemlich rückwärtsgewandt, aber darum eben auch sehr romantisch. Wegen einer möglichen Schwangerschaft machten sie sich keine Sorgen, denn Josefine hatte sich untersuchen lassen und man hatte festgestellt, sie war praktisch unfruchtbar. Das ging vielen Frauen ihrer Zeit so. Schwangerschaften kamen immer seltener natürlich zustande, oft musste mit Hormonen und einer Petrischale gearbeitet werden. Aber dafür brauchten sie sich jetzt eben auch keine Gedanken darum zu machen und so freuten sie sich auf den freien Nachmittag.

Anton saß mit Klaus und den beiden Ägyptern am Tisch. Sie hatten ebenfalls an der Stadtrundfahrt teilgenommen und sie unterhielten sich nun über die ersten Eindrücke, die sie gewonnen hatten. Anton fand, es sah eigentlich im Paradies ein wenig so aus wie in einer Großstadt der 50er und 60er Jahre, die Häuser waren zwar zum Teil erheblich moderner, aber es gab eben auch alte, herrschaftlich wirkende Häuser, die an den Jugendstil erinnerten. Es gab nur wenig Autos, alle zwingend Wasserstoffbetrieben, die Menschen flanierten durch die Parkanlagen und auf den breiten Bürgersteigen. Man saß in Cafes und Restaurant, man las auf den zur Straße zeigenden Terrassen eine Zeitung und trank dazu einen Kaffee. Frauen in schönen Kleidern gingen spazieren, alles war sehr friedlich und entspannt. Mit der Hektik einer Großstadt des 21. und 22. Jahrhunderts war die Stimmung einfach nicht zu vergleichen.

Klaus war auch sehr beeindruckt und war nun doch sehr froh

aus dem Forschungsschiff heraus gekommen zu sein.

Die Enge darin war auf die Dauer auch sehr bedrückend. Es war eben alles auf die Arbeit ausgerichtet, an eine entspannende Freizeitbeschäftigung hatte man bei der Planung nicht gedacht. Man konnte sich ein paar Filme anschauen, Hologramme sogar, aber viel mehr wurde nicht angeboten. Die Planer gingen einfach davon aus, dass man genug zu tun hatte, sei es als Wissenschaftler, Agent oder als Mann oder Frau im Kommandozentrum. Und tatsächlich, echte Freizeit gab es tatsächlich nicht, man war schließlich fast immer im Dienst. So sah es zumindest für ihn aus. Er hatte sich um alles Technische zu kümmern und nur wenig dafür abgestellte Mitarbeiter. Nach Meinung der Planer war an so einem Bombini nicht viel Technisches dran und das Meiste davon wurde per Computer überwacht.

Natürlich interessierte es ihn wie die Technik hier auf diesem Monstrum organisiert war, doch er hatte bisher noch nicht gewagt Näheres zu erfragen. Vielleicht sollte er auch an der Führung im Technikmuseum teilnehmen, dann konnte er schon mal sehen, was hier alles als museumswürdig betrachtet wurde. Für ihn war eigentlich klar, dieses riesige Schiff hier konnte nur aus einer weit entfernten Zukunft stammen. Einer Zukunft, die ein Faibel für das 20. Jahrhundert hatte. Er hatte sogar Telefonhäuschen entdeckt.

Das hier alles kostenlos war, das kam

ihm allerdings schon etwas merkwürdig vor.

Wie sollte ganz ohne Geld nur eine Wirtschaft funktionieren? Wer waren die Leute, die ihm gerade das Essen gereicht hatten? Arbeiteten auch sie ohne Lohn? Es gab eine Reihe von Fragen, die sich ihm stellten. Doch jetzt wollte er erst mal mit einem Kaffee auf die große Terrasse gehen und ein Bisschen in der Sonne sitzen. Die hatte er auf dem Forschungsschiff am Meisten vermisst.

Echilar und Echnaton waren total aus dem Häuschen, sie hatten so viele Dinge gesehen, die ihnen fremd waren, sie wussten gar nicht wo sie anfangen sollten. Da waren erst mal diese riesigen Häuser. Einige waren so groß wie kleinere Pyramiden, dann das herrliche Gotteshaus, welches sie zwar nur von Weitem gesehen hatten, welches sie sich aber am Nachmittag unbedingt anschauen wollten. Hier wurde ein Tempel Kathedrale genannt und diese hatte zwei hohe Türme. Es wurde wie man ihnen erklärt hatte schon seit ewigen Zeiten daran gebaut und sie war immer noch nicht ganz fertig. Ein Dombaumeister aus dem Mittelalter arbeitete mit ein paar Mitarbeitern daran. Das große Haus war für Gottesdienste gedacht. So einen Gottesdienst wollten sie sich unbedingt auch mal anschauen.

Echnaton hatte den Stadtführer gefragt, ob Gott in diesem Hause wohnen würde, doch da wurde ihm geantwortet, Gott sei zu groß für selbst dieses große Gebäude. Aber sein Geist würde dort lebendig sein, wenn man also Bitten an ihn hätte, dann könne man dort hin gehen und beten. Er würde sich alles anhören und möglicherweise würden die Wünsche auch erfüllt. Da fragte Echilar, welche Wünsche man an diesem Ort denn noch haben könne, und der Führer erklärte, meistens ginge es ja auch nicht um Wünsche der Paradiesbewohner, sondern mehr um die Sorgen und Nöte der Angehörigen, die noch oder schon wieder auf der Erde lebten. Viele der Paradiesbewohner seien nun mal Christen und die hofften immer darauf, dass ihnen Gott zur Seite steht.

Echanton fragte nun ernsthaft wo er diesen Gott nur finden konnte.

Er wollte sich unbedingt mal mit ihm über die Amunpriester unterhalten. Überhaupt wollte er wissen was mit den Göttern seiner Heimat sei. Der Stadtführer verwies ihn mit diesen Fragen an Joseph, der wüsste ziemlich viel über die Zeit der Pharaonen und ihre Götter. Sie hier im Paradies würde jedenfalls nur sehr vereinzelt an viele existierende Götter geglaubt, den meisten reichte wirklich einer.

Joseph saß mit Reinhard und Europa am Tisch.

Europa aß wie immer Mittags einen Salat, die Männer hatten jedoch ihre Teller ziemlich voll und aßen mit großem Appetit. Bei ihnen ging das Gespräch um Europas Reise zum Ende des Universums. Reinhard war sehr interessiert, denn auch er hatte sich immer schon gefragt, wo diese unendliche Weite einmal enden würde. Er glaubte wie Europa an einen Universenschaum, also an viele Millionen Universen. Sie erzählte von ihrem Plan einen Weg hinaus und herein in ein anderes Universum zu suchen. Bei dieser Gelegenheit hoffe sie den alten Mann in der Badewanne zu sehen.

Jetzt fragte Reinhard sie, warum sie denke,

es sei ein alter Mann und keine Frau.

Da meinte sie, Frauen hätten zuviel zu tun um ewig in der Wanne zu sitzen. Da mussten die Männer lachen, denn das hatten sie in ihrem Leben durchaus auch anders kennen gelernt.

Nun, meinte Europa, sie hätte dazu jedenfalls keine Zeit, sie bevorzugte eine schnelle Dusche, die jedoch täglich und zwar jeden Morgen. Reinhard konnte nicht anders und stellte sich Europa unter der Dusche vor. Er schüttelte das Bild schnell wieder weg und kam zu dem Schluss, dass ihm der Aufenthalt hier wohl doch auch etwas zu Kopf stieg. Europa beschäftigte sich weiter mit ihrem Salat und tat so als hätte sie nicht seine Gedanken lesen können. Aber auch sie konnte nicht anders, als sich darüber zu freuen, dass dieser Mann solche Fantasien entwickelte. Sie war unverheiratet und durch die viele Arbeit kam sie selten dazu sich um ihre persönlichen Dinge zu kümmern. Aber natürlich träumte auch sie öfter davon, dass sie ihr kleines Häuschen mit einem lieben Partner teilen würde. Bisher jedoch war es immer nur bei kurzen Freundschaften geblieben. Sie war einfach zu sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt und sie entsprach vielleicht nicht so ganz, dem zur Zeit immer noch vorherrschenden Frauenbild des Paradieses. Sicherlich, sie war eine schöne Frau, aber eben eine, die ihren eigenen Kopf hatte. Damit hatten die Männer Probleme. Sie hatte sich deshalb damit abgefunden warten zu müssen, bis die Gesellschaft auf der Erde Männer hervorbrachte, die keine Probleme mit einer starken, selbstbewussten und schwer beschäftigten Frau hatten, denn das war sie nun mal. Reinhard kam aber nun aus einer solchen Zukunft, dort, so hatte sie sich erzählen lassen, waren Männer und Frauen absolut gleichberechtigt. Im Gegenteil sogar, oft waren die Vorgesetzten Frauen, denn ihnen lag eine kommunikative Mitarbeiterführung einfach mehr im Blut. Insofern war sie durchaus etwas neugierig auf diesen Reinhard. War er ein Mann, der mit ihr klar kam?

Joseph bemühte sich nicht in die Köpfe der Beiden zu schauen,

aber er konnte auch nicht wirklich dicht machen.

Sollte sich da etwa etwas anbahnen? Wie würde er dies wohl finden? Väter hatten immer Probleme, wenn sich die Tochter für einen anderen Mann interessierte. War dieser Reinhard der Richtige? Er schüttelte die Gedanken zur Seite, noch war es ja nicht soweit, warum sich den Kopf mit Flausen füllen.

Europa fragte plötzlich Reinhard ganz unvermittelt, ob sie ihm das Haus Heisenbergs zeigen sollte, der Nachmittag sei bei ihr noch nicht verplant, sie wolle sowieso in die Richtung und auch in ihrem Häuschen mal nach dem Rechten sehen. Reinhard war sogleich Feuer und Flamme, ja, er würde gerne mit ihr gehen, er müsse vorher nur sein Bombini noch in den Garten setzen, dann aber sei er ohne weitere Pläne. Europa fragte, ob sie sich sein Bombini denn auch einmal anschauen dürfe, sie sei doch sehr interessiert an seiner Innenausstattung. Jetzt war Reinhard doch etwas unsicher, ihm war schon klar, sein Bombini war ein Arbeitsplatz und kein Erholungsheim. Aber natürlich schlug er ihr vor, gleich nach dem Essen mit ihr in den Hangar zu gehen und mit ihr gemeinsam das Forschungsschiff zu versetzen.

Jetzt hatte Joseph doch den Eindruck, dass die ganze Sache

ziemlich schnell mit den Beiden ging.

War er eifersüchtig?

Das konnte doch gar nicht sein, er liebte seine Tochter und wünschte ihr immer nur das Beste. Doch war dieser Mann das Beste? Er schüttelte wieder über sich selbst den Kopf. War er selbst denn das Beste? Auch er war nicht perfekt, auch wenn er es manchmal glauben wollte. Doch, das hatte ihm sein Leben auf der Erde deutlich gemacht, auch er war nur ein Mensch, ein Mensch mit Fehlern. Er würde wohl auch nicht um ein ernstes Gespräch mit Satan Senior herum kommen, der hatte sich bei ihm schon für den Nachmittag angemeldet. Es würde kein angenehmes Gespräch werden, er hatte ihn schließlich ausgetricks. Das nahm dieser Mann einem durchaus ziemlich krumm. Andererseits, auch er hatte ein Ass im Ärmel. Die Sache mit den Rückwärtsgewandten, die Satan Junior möglicherweise mit gebracht hatte. Was hatten diese Leute hier zu suchen? War es vielleicht tatsächlich so wie Reinhard es vermutete, dass sich diese Leute in sein und vor allen Dingen Monalisas Leben eingemischt hatten? Wer hatte ihnen die Möglichkeiten dazu verschafft? Satan Junior traute er die Sache mit dem sexuellen Missbrauch einfach nicht zu. Er lehnte solche Methoden ab. Aber Satan Senior, der arbeitete gerne mit solchen Traumatisierungen. Er hatte einen Hang zu allem Sexuellen. In seinem Zuständigkeitsbereich wurde ständig aneinander herumgefummelt. Die Frauen in der Hölle mussten sich schon irgendwie selbst zu helfen wissen, sonst konnten sie schnell auch mal Opfer einer Vergewaltigung werden. Gut, die Seelen waren unfruchtbar, schließlich wollte Satan Senior nicht noch mehr Insassen betreuen müssen. Die sexuelle Lust jedoch, die war nicht ausgeschaltet und so ging es bei ihm oft drunter und drüber. Dieses Schauspiel schaute er sich dann auch gerne in seinen Mußestunden an. Joseph war dies unbegreiflich, er würde niemals in die Schafzimmer seiner Mitbewohner hinein schauen. Kinder bekam man hier allerdings auch nur sehr, sehr selten. Diese Kinder waren letztendlich ein seltenes Geschenk Gottes. Er war auch noch nicht dahinter gekommen, warum die Fruchtbarkeit hier in diesem Bombini gegen Null tendierte. Ob es das Torsionsfeld war, dass hier einen verhütenden Charakter annahm? Prinzipiell war ihm dies natürlich genauso Recht wie Satan. Auch er wollte keine Überbevölkerung in seinem Paradies. Doch, wahrscheinlich, so hatte er sich überlegt, war dies eine Folge ihrer faktischen Unsterblichkeit.

Überhaupt, es gab nur wenige Kinder im Paradies.

Meistens wurden sie direkt wiedergeboren. Sie mussten sich schließlich erst noch richtig entwickeln. Hier im Paradies blieben sie ewig klein, das war keine gute Lösung. Wer also Kinder haben wollte, der musste auf die Erde gehen und dort sein Glück versuchen.

Er selbst hatte jedenfalls seine Kinder gezeugt, bevor er in dieses riesige Bombini gestiegen war. Nur viel mehr wusste er über sein Leben vor diesem Paradies eben auch nicht mehr. Er hatte praktisch alles vergessen, was davor gelegen hatte. Nur, die Tatsache, dass er Kinder hatte, die machte ihm klar, es musste ein Leben vor dem Riesen-Bombini gegeben haben.

Monalisa hatte als Einzige von all seinen Kindern ein absolutes Gedächtnis,

sie war irgendwie nur wenig von dem allgemeinen Gedächtnisverlusst

betroffen, nur hatte sie aber eben auch nur sehr kindhafte

Erinnerungen, eben die von dem Mann in der Wanne.

Sie erzählte auch immer etwas von ein paar großen Zauberern, einem Labor und von lustigen Seifenblasen, die bei Onkel Satan immer schnell kaputt gingen. Aber viel mehr wusste sie auch nicht. Sie war halt wohl noch sehr klein gewesen, als sie ins Bombini gestiegen waren. Zuerst waren sie alle auch völlig normal gealtert, doch seit sie diese Maschine mit dem Spiegel hatten, war damit Schluss. Ging man einmal durch diesen Spiegel, dann war man unsterblich und alterte auch nicht mehr. Diese Nebenwirkung hatten sie zunächst gar nicht bemerkt, doch war dies ihnen allen irgendwann klar geworden. Wenn sie ein normales Leben haben wollten, dann blieb ihnen nur die Wiedergeburt auf einem Planeten ohne solche Spiegel.

Nach dem Essen gingen alle ihren Plänen nach und Joseph zog sich in seiner Wohnung erst mal um. Für die Begegnung mit seinem Bruder brauchte er etwas anderes zum Anziehen. Er wählte einen seiner seriösesten Anzüge, hell grau, mit engem Bein, einer Weste und einem gut sitzenden Jacket. Ein weißes Hemd und eine edle Krawatte. Sie war dunkelblau und hatte verschiedene Sternbilder als Muster. Diese Krawatte gehörte zu seinen Lieblingskrawatten. Außerdem maßgeschneiderte, lederne Schuhe. Er betrachtete sich im Spiegel und fand, er sah mit seinen 35 Jahren wirklich nicht schlecht aus. Bevor er sich für das Leben als Brückenbauer entschieden hatte, hatte er doch auch etwas älter ausgesehen. Er war ja mal gespannt, was sein immer sehr eleganter Bruder zu seinem Äußeren sagen würde. Der kam wahrscheinlich wie immer ebenfalls in einem sehr eleganten Maßanzug. Satan war ein ungeheuer gut aussehender Mann, seit er durch den Spiegel gegangen war. Er hatte sich ein wirklich sehr schönes Antlitz ausgesucht. Damit war er ein sehr großer Verführer. Wenn man ihn jedoch etwas näher kennen lernte, dann wurde schnell klar, mit dem Mann war nicht gut Kirchen essen. Der nahm wirklich alles sehr genau.

Joseph ging in sein Büro, denn dort erwartete er seinen Bruder. Solange sah er einige Akten durch. Es waren viele Bittbriefe darunter. Sie hatten sich während seiner Abwesenheit ziemlich angehäuft. Normalerweise wurden solche Bitten von seinen vielen Mitarbeitern behandelt, doch einige ausgewählte Anfragen konnten nicht durch sie entschieden werden, da war sein letztes Wort gefragt.

Da gab es zum Beispiel die Bitte einer ganzen Gruppe von Leuten auf der Erde, sie baten um Beistand. Sie wünschten sich einen schwarzen Präsidenten für Amerika. Das war natürlich ein ziemlich dickes Ding. Sollte er diesen Bitten nachgeben, dann würde er damit viele andere sehr vor den Kopf stoßen. Die forderten nämlich einen durch und durch weißen Präsidenten. Er legte die Akte erst einmal noch etwas zur Seite, über diese Anfrage konnte er so ohne Weiteres nicht entscheiden, das musste ziemlich gut durchdacht werden.

Dann die Bitte der vielen russischen Gläubigen, sie wollten auf kleinen Fall noch einmal diesen Putin zum Präsidenten, doch das sah er immer noch etwas anders. Das Land brauchte einen starken Führer, was ein zu schwacher Präsident in diesem Land für Folgen hatte, das hatte man ja gesehen. Aber auch darüber wollte er noch einmal genau nachdenken. Überhaupt würde er sich in der Zukunft wieder stärker mit der Politik befassen müssen, während seiner Abwesenheit war doch einiges nicht so gut gelaufen. Er hatte seine Geschäfte zunächst Satan überlassen, er sollte sich um diese schwerwiegenden Dinge kümmern, doch so wie es aussah, war nicht immer die beste Lösung gefunden worden. Nachdem Europa aber wieder fit war, hatte sie die Sache weitergeführt, doch auch sie hatte wohl nicht ganz den richtigen Weg gefunden. Er würde nun die Geschäfte wieder selbst in die Hand nehmen, er brauchte nur noch etwas Zeit um sich wieder in die Sachlage einzuarbeiten. Allein aus dem Bauch heraus, so wollte er in Zukunft jedenfalls nicht mehr agieren. Vor seinem Leben als Brückenbauer hatte er sich doch etwas zu sehr auf das Prinzip gesunder Menschenverstand verlassen. Er war der Ansicht gewesen, alles wird am Ende schon gut sein, er hatte einfach den guten Willen der Menschen vorausgesetzt. Doch auf der Erde hatte er den 1. und den 2. Weltkrieg erleben müssen, er hatte den kalten Krieg erlebt und die permanente Gefahr eines dritten, atomaren Weltkrieges. Er hatte die Judenverfolgung mitbekommen, auch wenn er sich das Ausmaß nicht hatte vorstellen können. Das 20. Jahrhundert war aus dieser Perspektive betrachtet wirklich ein sehr problematisches Jahrhundert gewesen.

Jetzt begann auf der Erde der August des Jahres 2005,

das 21. Jahrhundert hatte also gerade erst angefangen.

Wenn es nach ihm und Monalisa ging, dann würde dieses Jahrhundert ein ganz Wunderbares werden, doch dazu mussten jetzt erst einmal die Weichen richtig gestellt werden. Eine Korrektur der Entwicklung war wohl tatsächlich nicht zu umgehen, die Vergangenheit war einfach zu einschneidend verändert worden. Nur, wie er die Sache angehen sollte, das hatte er noch nicht ganz entschieden. Er nahm die Akte von Monalisa vor, sie war sehr dick und er hatte sie wirklich schon sehr oft in seinen Händen gehabt. Er würde sie noch einmal gründlich studieren müssen, bevor er eine so weitreichende Entscheidung fällte, wie die, welche Monica in ihrem Buch beschrieben hatte. Er wusste einfach nicht, ob dies wirklich der einzige Weg aus der Krise war. Vielleicht gab es ja eine Alternative.

Satan Senior kam pünktlich wie immer.

Joseph begrüßte ihn freundlich, kam um den Tisch herum und reichte ihm die Hand. Satan nahm sie etwas zögerlich, sein Ärger war eigentlich noch viel zu groß für solche Freundlichkeiten. Joseph ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen, er hatte vor den Streit beizulegen, noch bevor er ausbrach. Er bot Satan einen bequemen Sessel an und setzte sich ebenfalls auf einen. Zwischen ihnen befand sich ein kleinerer Tisch mit Kaffeetassen und ein paar Plätzchen. Er hatte den Koch gebeten ihm eine kleine Auswahl bringen zu lassen. Er hätte auch Kuchen haben können, doch wusste er, Satan achtete sehr auf seine Linie und lehnte Kuchen sowieso meistens ab.

Satan Senior schaute sich im Büro um und begann erst mal ganz

harmlos: „Und, bist Du gut angekommen? Ist alles

so, wie Du es erwartet hast?“

Bisher habe ich noch nicht alles überprüft, doch ich denke, mein kleiner Ausflug ist verkraftet worden. Das Paradies existiert jedenfalls noch und die Welt ist auch nicht untergegangen.“

Das kann alles noch kommen.“

Warum musst Du immer so schwarz sehen, ich bin was das angeht eigentlich sehr optimistisch. Die Welt dreht sich und sie entwickelt sich. Wir werden bald schon auf ihr ein gutes Zuhause finden. Ich hatte ja jetzt die Gelegenheit mir die Menschheit mal von Angesicht zu Angesicht zu betrachten und ich bin Monalisas Meinung, dieser Planet hat ungeheures Potential.“

Ein Hort der Sünde, der Hinterlist und Zerstörung ist er. Und Du hast Dich davon anstecken lassen, zumindest was die Hinterlist angeht.“

Es tut mir leid, Hinterlist war nicht meine Absicht, aber die plötzlich unvorhergesehenen Geschehnisse haben mich zu diesem Weg gezwungen. Mein Lieber, kann es vielleicht sein, dass Du Dich in unverantwortlicher Weise in die Dinge eingemischt hast? Ich denke, Du weißt wovon ich spreche.“

Ich habe nichts getan, Dein missratener Sohn hat sich eine unverzeihliche Schwäche erlaubt. Damit habe ich nun wirklich nichts zu tun.“

So, ist das wirklich so? Wer waren denn bitte schön diese Nachbarn?“

Das waren gute Freunde des Hauses, weiter nichts. Außerdem, was haben die damit zu tun, haben die etwa jetzt Schuld?“

Nun, ich weiß es nicht, aber sie könnten die Saat gelegt haben.“

Paperlapapp, Dein Sohn hat gefehlt, er hat sich einfach vergessen. Doch das wird noch ein Nachspiel haben, der kommt nicht so einfach davon wie Du in diesem Forschungsbombini, das versichere ich Dir.“

Und wer waren jetzt diese Nachbarn?“ fragte Joseph noch mal nach.

Das sind nette Leute, ich habe ihnen darum die Möglichkeit gegeben sich einmal ein Bisschen auf der Erde umzusehen. Sie wollten unbedingt diese Monica kennen lernen.“

Woher wussten sie denn von ihr?“

Nun, Dein toller Sohn hat ja aller Welt von ihr erzählt. Er meinte, sie wird einmal eine ganz Große. Ja, er hat mit ihr total angegeben.“

Und da musstest Du dem Ganzen einen Riegel verpassen?“

Ich wollte die Beiden nur testen.“

Und, was hat der Test ergeben? Das war doch wirklich absolut unnötig und auch unmenschlich. Wie sollte Monica denn diese Geschichte vernünftig verarbeiten? Du hast damit den Lauf der Geschichte verändert. Und darum war ich gezwungen den Weg über das Forschungsschiff zu nehmen.“

Ach was, Du wolltest Dich nur Deinem jüngsten Gericht entziehen. Alles Ausreden. In Wahrheit hattest Du Angst mal ein paar Wochen in der Hölle verbringen zu müssen. Aber, die hättest Du wahrlich verdient.“

Ich muss zugeben, ich habe den Weg über das Bombini auch deshalb gerne gewählt. Ich will aber der Buße nicht entfliehen, ich habe mir überlegt, ich werde mich bei Gelegenheit mal ein paar Tage dort umschauen. Es wird vielleicht wirklich mal Zeit, dass ich mir anschaue, wie es sich dort unten so lebt. Du klagst ja ständig über zu wenig Energie, zu wenig Platz und zu viel Arbeit. Ich verspreche Dir, ich schau mir die ganze Sache mal aus der Nähe an und dann werden wir vielleicht einiges ändern. Mir liegt viel daran, dass Du mit Deinen Bedingungen zufrieden bist. Schließlich weiß ich, Du machst einen schwierigen Job.“

Du willst Dich wirklich in mein Reich wagen? Mutig, mutig. Aber bitte, ich habe nichts dagegen, schau Dir die Sache nur genau an und Du wirst sehen, ich brauche einfach mehr Energie.“

Du warst aber doch derjenige, der meinte, es geht alles schon allein durch Energiesparen. Ich habe Dir nie die nötige Energie vorenthalten.“

Ich will ein eigenes Kraftwerk.“

Und wer soll dies steuern und warten?“

Mein Sohn, der Junior, er wird ja irgendwann zurück kommen, und dann kann er sich darum kümmern, er hat mittlerweile sehr viel Erfahrung in Energietechnik.“

Aber von Bombinis will er doch nun mal nichts wissen. Ein anderes Kraftwerk jedoch kommt hier nicht in Frage.“

Kommt Zeit, kommt Rat, er wird sich schon noch damit anfreunden. Wenn er erst mal wieder hier ist, dann wird er auch sehen, ohne ausreichende Energie funktioniert die Hölle einfach nicht mehr. Die Menschen haben sich nun mal an allerlei gewöhnt.“

Nun, die Hölle soll kein Naherholungsheim sein, aber ich will gerne mit mir reden lassen, von mir aus bekommst Du ab jetzt mehr Energie. Aber nutze sie nicht nur für Deine eigenen Bedürfnisse, bring damit auch wirklich mehr Licht in Dein Reich.“

Einverstanden, Deine Buße ist damit aber noch nicht abgeleistet.“

Nein, ich werde ein paar Tage bei Dir verbringen, ganz wie es vorgesehen war. Nur, lass mich erst einmal ein paar Dinge ordnen, ich habe wirklich viel auf dem Schreibtisch liegen, dass dringend der Klärung bedarf. Aber ich werde mit dem Sekretariat sprechen und ein paar Tage dafür frei nehmen.“

Dann sage ich mal, herzlich Willkommen!“

Das war glimpflicher Abgelaufen, als Joseph erwatet hatte. Ein paar Tage in der Hölle würde er schon überstehen und Energie, nun, die hatte er im Überfluss. Er hatte sowieso nie verstanden, wieso Satan seine regelmäßigen Angebote, ihm mehr Energie zu geben, abgelehnt hatte. Natürlich war auch er der Meinung, die Bewohner der Hölle brauchten wirklich kein beheiztes Schwimmbad, aber genügend Licht, einigermaßen vernünftige Temperaturen, ein Bett und regelmäßige Mahlzeiten, das war doch das Mindeste. Wenn es nach ihm ging, dann würde den Bewohnern der Hölle auch Therapie und sinnvolle Beschäftigung angeboten, schließlich wollten sie alle diese Seelen nicht ewig dort sitzen haben. Gut, es gab einige, die gehörten wahrscheinlich wirklich für immer weggeschlossen, aber bei den Meisten sollte nach ein paar Jahren die Schuld auch beglichen sein. Ewige Verdammnis war zu einfach gedacht, schließlich bedeutete dies, ewige Unterbringung, Bewachung und Versorgung. Nein, wenn es nach ihm ginge, dann würde jeder letztendlich auch wieder eine Chance bekommen. Man könnte ja als Kakerlake anfangen, dann vielleicht ein paar mal als Kanalratte und irgendwann als Haus- und Hofhund sein leben verbringen und vielleicht würde diese Erfahrung denjenigen so weit voranbringen, dass er auch wieder als Mensch geboren werden könnte, ohne dass er die gleichen Sünden wiederbegeht. Das Konzept der Wiedergeburt hatte wirklich einige Vorteile. Auf jeden Fall würde die Hölle so wieder leerer und Satan Senior musste sich nur noch um die ganz harten Fälle kümmern.

Joseph schaute aus seinem Fenster.

Die Sonne schien immer noch warm, doch der Nachmittag neigte sich langsam seinem Ende zu. Er entschied vor dem Abendessen einen kleinen Spaziergang zu machen.

Er warf einen Blick auf die große Terrasse und entdeckte Leonardo. Der saß dort mit seinem Zeichenblock und schien sehr in seiner Arbeit versunken. Doch als Joseph an seinen Tisch trat, schaute Leonardo auf und lächelte ihn mit einem freundlichen Hallo an. Joseph setzte sich zu ihm und warf einen Blick auf den Zeichenblock. Leonardo malte die Landschaft, die sich von der Terrasse aus bis zum großen Berg erstreckte.

Leonardo meinte: „Diese Landschaft hier erinnert mich stellenweise an die Toskana. Ich fühle mich wohl auch deshalb schon ganz zu Hause hier.“

Wenn Du magst, dann kannst Du gerne bleiben. Einen so großen Künstler können wir wirklich gut gebrauchen.“

Darf ich dann auch durch den Spiegel gehen und mir ein jugendliches Aussehen verschaffen?“

Dieses Recht hat hier jeder. Wenn Du magst, dann können wir gleich mal in meinen Spiegelsaal gehen. Hast Du Dich denn schon für ein Bleiben entschieden?“

Was soll ich jetzt noch in meiner alten Welt? Hier habe ich doch wirklich ganz andere Bedingungen zum Arbeiten. Außerdem sind mir langsam meine Knochen zu schwer, es wäre wirklich schön wieder jung zu sein und diesmal mit Freude zu malen. Ich habe es ehrlich gesagt nie mit wirklicher Leidenschaft betrieben, es war fast immer nur wegen des Geldes, hier jedoch bekomme ich Lust den Pinsel zu schwingen und mich zu Höchstleistungen anzuspornen.“

Der Dom ist nun fast fertig, ich könnte mir denken, der Dombaumeister würde sich über Deine Mitarbeit sehr freuen, ihm fehlt noch ein wirklich gutes Bild für den Altarraum, soweit ich weiß.“

Ich dachte mehr an einen Zeichentrickfilm, aber bitte, ich bin für alles offen. Ich schau mir den Dom mal an, dann sehe ich ja, ob mir etwas zu dem Altar einfällt.“

Nun, dann, wie wäre es, ich habe gerade etwas Zeit, sollen wir Dich mal im Spiegel anschauen?“

Das wäre wunderbar. Allerdings, dürfte ich als Gegenleistung für mein Altarbild vielleicht auch in einem der schönen Häuschen wohnen? Das Hotel ist zwar ganz schön, aber wenn ich ehrlich bin, ich hätte gerne meine eigenen vier Wände zum arbeiten.“

Das verstehe ich, ich bin sicher, wir haben ein passendes Haus für Dich. Möchtest Du lieber in der Stadt, oder ehr auf dem Land leben?“

Mir wäre die Stadt schon ganz recht. Ich bräuchte nur ein größeres Atelier dabei.“

Am Besten wir reden mit Europa, die kennt jeden Winkel in der Stadt und weiß bestimmt ein schönes Loft mit schattigem Innenhof und einer kleinen Werkstatt dabei.“

Das klingt sehr verführerisch. Nur, eine Frage habe ich noch, kann ich irgendwann auch mal wieder auf die Erde zurück? Ich würde mir gerne meine Arbeiten in den Museen noch mal genau betrachten, auch meine Modelle zu den verschiedenen Maschinen.“

Wenn Du irgendwann die Nase voll vom Paradies hast, dann kannst Du gerne wiedergeboren werden, die Erde braucht schließlich solche klugen und kreativen Köpfe wie Dich.“

Das ist gut, denn ich habe noch viel vor. Aber jetzt bleibe ich erst mal hier und bringe mich in die Gemeinschaft ein. Es gibt hier für mich ja soviel Neues zu entdecken, das ist einfach fantastisch.“

Dann lass uns gehen, jung und frisch wirst Du die Party heute Abend auch bestimmt noch besser genießen können.“

Eine Party? Das hört sich gut an. Also auf in den Spiegelsaal.“

Und so kam es, dass Leonardo schon kurze Zeit später wieder auf die Terrasse trat. Er sah blendend aus und er sprühte vor guter Laune. Er hatte sich ein schönes weißes Hemd angezogen und trug eine Jeans dazu. Seine Haare waren lang und wellig, seine schönen Augen nahmen nun alles mit noch mehr Begeisterung auf. Er fühlte sich wahrlich paradiesisch. Und so machte er sich mit beschwingten Schritten auf zum Dombaumeister. Er wollte ihm gleich seine Dienste anbieten. Außerdem interessierte ihn die Kathedrale, er hatte in seinem Leben schon viele gesehen, doch diese hier sollte, nach allem was er gehört hatte, unübertroffen sein.

Zur Party wollte er dann aber rechtzeitig wieder zurück sein. Er war wirklich schon sehr gespannt auf die Menschen, die er dort antreffen würde. Er hatte gehört, auch Jesus und Maria Magdalena würden kommen. Das war natürlich sehr interessant für ihn, denn er dachte immer noch an seinen Zeichentrickfilm vom Abendmahl. Hier würde er wohl auch alle Jünger wiedertreffen und damit hatte er die Möglichkeit seine Figuren realitätsnah zu gestalten. Ja, wenn er erst seine Wohnung und sein Atelier hatte, dann würde er so frei arbeiten können, wie noch nie in seinem Leben. Er überlegte sich auch, ob er sich nicht einen dieser Computer anschaffen sollte. Damit konnte man so einen Trickfilm herstellen. Er müsste natürlich erst einmal den Umgang damit lernen, aber Joseph hatte ihm erzählt in der Stadt gäbe es ein Institut, bei dem man das Wichtigste lernen konnte, denn immer mehr Paradiesbewohner wollten mit so einem Rechner arbeiten. Leonardo war jedenfalls überglücklich in diesem Moment und schaute volle Freude und Zuversicht in seine Zukunft.

Einstein sah Leonardo die Terrassenstufen hinuntersteigen und er beneidete ihn etwas für seine Unbekümmertheit. Der alte Künstler hatte sich ganz offensichtlich für ein Verbleiben im Paradies entschieden. Nun, er war noch nicht soweit, obwohl auch er sich nach einem jugendlicheren Körper sehnte. Seien Knochen taten ihm nämlich von vielen Sitzen am Schreibtisch ziemlich weh. Sein Rücken ließ sich kaum gerade drücken und so ging er leicht gebeugt. Aber in seinem Kopf war noch alles jung und lebendig. Er hatte sich nun die letzten Tage ausgiebig mit der Stringtheorie beschäftigt und er war zu dem Schluss gekommen, die Idee eines Strings war gar nicht so schlecht. Es hatte etwas Verführerisches alle Teilchen auf diese Weise zu betrachten. Danach gab es nämlich keine zig-verschiedenen Teilchen mehr, sondern eigentlich nur Eines. Nämlich einen String, ein Energiering. Und je nach seiner Schwingungsfrequenz erschien es einmal als Elektron, als Quark oder auch als Myon und was es da noch so alles für Teilchen gab. Allein die Frequenz war entscheidend wie der String wahrgenommen wurde. Und das Beste war, diese Theorie stand seiner eigenen nicht im Wege, nein besser noch, diese wundersame Stringtheorie vereinigte sie mit der bisher unvereinbaren Quantentheorie. Das war wirklich ein sehr schlagendes Argument. Er bedauerte, dass diese Theorie erst nach ihm formuliert worden war, aber auch wenn er zurück ging, die Zeit würde nicht mehr reichen, da müsste er schon 100 Jahre alt werden, und damit war nicht unbedingt zu rechnen.

Sollte er sich also auch für ein Bleiben entscheiden?

Wieder jung und agil sein?

Der Gedanke war wirklich verführerisch, aber noch konnte er sich nicht dafür entscheiden. Er war einfach noch nicht soweit. Er würde also diesmal noch als alter Mann auf die Party gehen müssen. Hingehen wollte er aber auf jeden Fall. Zum Einen ging er wirklich gerne auf Partys, zum Anderen wollte er auch einige alte Bekannte wiedertreffen. Man hatte ihm erzählt es kämen so honorige Persönlichkeiten wie Maxwell, Faraday und Planck. Aber auch noch viele andere, und so ein Treffen, so vieler wichtiger Leute wollte er auf keinen Fall verpassen, Stringtheorie hin oder her. Seine endgültigen Berechnungen mussten da erst mal noch etwas warten.

Echnaton und Echilar kamen gerade von ihrem Kirchgang zurück.

Sie unterhielten sich schon den ganzen Rückweg über dieses wirklich merkwürdige Gebäude. So etwas hatten sie wirklich noch nie gesehen. Alles war aus einem hellen Stein gemeißelt, es gab unendlich viele steinerne Figuren, Muster und Blumen, alles war voller Licht, denn die riesigen Fenster waren aus buntem Glas gemacht und zeigten die Jesusgeschichte, wie ihnen der Donbaumeister erklärt hatte. Echilar kannte sich mit dieser Geschichte ja schon ein Bisschen aus, doch für Echnaton war alles noch völlig neu. Aber Beide fanden die Sache mit der Kreuzigung natürlich ganz schrecklich. Für diesen einen Gott zu sterben, also, dass war nun wirklich ein Bisschen zuviel des Guten. Echnaton hatte zwar auch vor, einen großen Tempel für diesen einen Gott zu bauen, er wollte seinem Volk auch eine neuartige Religion bringen, aber für die Sache sterben, das wollte er nun auch wieder nicht. Zum Glück war er kein einfacher Handwerker sondern ein Pharao, ihm würde man so schnell nichts anhaben können, auch wenn er immer ein Auge auf die Amunpriester würde werfen müssen. Die waren seiner Meinung nach zu allem fähig, wenn es um den Erhalt ihrer Macht ging.

Aber sein Volk würde in ihm den lebendig gewordenen Gott sehen, sie würden ihn als den einzigen Vermittler zu Aton erkennen und ihm huldigen und jede Ehre erweisen. Sie würden ihre Opfergaben in seinen Tempel tragen und gemeinsam mit ihm die große Stadt bauen, die er gedachte in den Sand zu setzten. Ja, seine Vorstellungen wurden immer konkreter und eigentlich wollte er gerne bald schon zurück in seinen Garten. Aber man hatte ihm gesagt, er müsse sich noch etwas gedulden, die Zeit sei noch nicht reif. Es gäbe für ihn außerdem noch einiges zu entdecken und man riet ihm, sich überall gut umzuschauen und aus dem Gesehenem zu lernen.

Hier könne er erfahren wie man eine große Stadt organisierte.

Doch daran hatte er nur bedingt Interesse.

Ihn interessierten eigentlich nur die Tempel, die etwas außerhalb der Stadt gebaut worden waren. Sie waren schon alt und wurden nur noch von wenigen Menschen besucht. Meistens handelte es sich um Touristen und weniger um Gläubige. Ein Atontempel war jedoch nicht darunter. Das ärgerte ihn und er nahm sich vor, sollte er jemals wieder hier an diesen Ort zurück kehren, dann würde er diesen Tempel bauen. Dort würde er dann zu Aton beten und ihm alle seine Ehre erweisen. Aber noch war er nicht soweit. Er wollte zunächst dem Leben auf der Erde seinen Tempel aufdrücken.

Joseph nahm sein Abendbrot in seiner Wohnung ein. Er brauchte jetzt erst mal noch etwas Ruhe, bevor er seine vielen Gäste begrüßen konnte. Er aß nicht viel, denn auf dem Fest sollte es ein großes Büffet geben. Aber ihn hatte dieser Nachmittag eben doch auch ziemlich hungrig gemacht und so aß er genüsslich ein Käsebrot. Dazu gab es eine Tomate und etwas Gurke. Beides war aus den großen Gärten, die sich an seinen Blumengarten mit der Sonnenterrasse anschlossen. Er schaute aus dem Fenster. Dort stand das große Forschungsbombini auf der großen Wiese. Er war zwar eigentlich gegen eine allgegenwärtige Überwachung durch Irgendwelche Maschinen, aber andererseits brachte diese Technik ihm in diesem Fall einen großen Vorteil. Er musste nicht die ganze Zeit sein eigenes Gehirn dafür bereitstellen. Denn, natürlich, wenn er wollte, dann konnte er alles sehen. Aber diese Fähigkeit nutze er nur noch selten. Es gab andere Mittel und Wege, wofür hatte er denn all sein Personal? Er wollte er sein Gehirn für sich selbst haben. Er wollte auch mal entspannen und nicht die ganze Zeit geistig online sein, wie man jetzt so schön sagte. Außerdem konnte er so das Gesehene mit jemandem teilen, ansonsten sah er die Dinge immer nur allein und das war lange nicht so unterhaltsam wie zusammen mit Reinhard sich das Treiben auf der Erde anzuschauen. Was Monica jetzt wohl gerade machte? Ob sie schon mit der Küche angefangen hat? Er sah sie in einem Baustellenchaos stehen und die Götter anrufen, doch, er zügelte seine Neugierde und öffnete sich nicht für die Bilder, die in ihm aufstiegen. Das alles hatte Zeit, jetzt musste er sich so langsam auf den Weg zu seinen Gästen machen.

Das Fest fand in dem großen Saal des Hotels statt und viele der Gäste hatten sich schon eingefunden. Sie standen mit einem Glas Champagner zu zweit oder in kleinen Grüppchen herum, eine Bigband spielte jazzige Klänge, einige wippten schon mit den Füßen, doch der richtige Tanz hatte noch nicht begonnen. Der kleinere, angrenzende Saal zum Büffet war auch noch nicht geöffnet, doch mit dem Auftritt von Joseph und seiner Tochter wurden die breiten Flügeltüren dort hin weit geöffnet. Das Fest konnte beginnen. Die Menschen begannen zu klatschen und begrüßten die Beiden mit einem großen Hallo. Joseph schüttelte mehrere Hände, klopfte vielen auf die Schulter und küsste die Hände einiger schöner Frauen. Dann stellte er sich zu den Musikern und sprach ein paar Worte des Dankes durch ein Mikrofon. Er begrüßte alle Anwesenden, teilte seine Freude mit endlich wieder unter ihnen zu sein, sprach von interessanten Erfahrungen die er auf seiner Reise gemacht habe und auch von einigen Neuerungen, die auf das Paradies in Zukunft zu kommen würden. Die Welt würde sich in einem rasenden Tempo entwickeln und das hätte ganz bestimmt auch einen Einfluss auf ihr Leben hier oben im Paradies. Er wünschte allen ein schönes Fest und er eröffnete das Büffet unter großem Applaus.

Er stieg von der Bühne wieder herunter und mischte sich unter sein Volk.

Als erstes sprach er mit einer Frau, sie war sehr schön und erinnerte Einstein an eine berühmte Sängerin, doch er wusste den Namen nicht mehr. Er überlegte noch, da kam Joseph mit dieser Frau auf ihn zu und stellte sie als Marlene Dietrich vor. Jetzt erkannte er sie auch, sie sah wirklich umwerfend aus, auch wenn sie Hosen trug. Er gab ihr die Hand und sie schaute ihm tief in die Augen. Er fragte sie, ob sie heute Abend noch singen würde und sie bejahte dies mit einem tiefen Blick im strahlenden Gesicht. Joseph ließ sie alleine und wendete sich weiteren Gästen zu.

Einstein dachte nur: „Verdammt warum bin ich jetzt nicht ein junger,

hübscher Kerl, dann würde ich diese Frau versuchen zu erobern.“

Doch sie schien sein Alter nicht zu stören sondern plauderte mit ihm mit ihrer unnachahmlichen Stimme. Er war bald schon völlig betört von ihr und hätte beinahe Faraday und Maxwell übersehen. Sie gingen gerade ebenfalls plaudernd an ihnen vorbei. Er entschuldigte sich bei Marlene und sprach die Herren an. Er hatte sie sofort erkannt, obwohl auch sie ziemlich jung erschienen. Aber er hatte irgendwann einmal Fotos von ihnen gesehen. Er sprach sie an, doch die Beiden wussten mit dem Namen Einstein nicht viel anzufangen. Er erzählte, dass er ein Physiker sei wie sie zu ihrer Zeit, und dass er viel von ihnen gehört habe. Ihre Arbeit hätte großen Einfluss auf ihn gehabt. Das freute die Beiden natürlich, aber sie erklärten ihm, dass sie sich beide nicht mehr sehr für die Physik interessierten. Sie würden sich jetzt mehr für die schönen Frauen begeistern und sie hätten beide ganz neue Hobbys entwickelt.

Einstein wollte durchaus gerne mehr darüber hören, doch die Beiden entdeckten irgendwelche Bekannten und entschuldigten sich. Man könne ja mal ein Bier miteinander trinken und dann würden sie sich auch gerne mit ihm etwas über Physik unterhalten, doch jetzt sei Tanz angesagt.

Und tatsächlich, die ersten begannen sich

im Takt einer fetzigen Musik zu bewegen.

Einige tanzten miteinander in klassischer Art und Weise, doch die meisten bewegten sich frei. Einstein fragte Marlene ob sie tanzen wolle, und sie sagte nicht nein, als er ihren Arm nahm und sie ein wenig durch die Menge führte. Er wollte es mit einem Foxtrott versuchen, doch Marlene entwand sich ihm und tanzte frei, das war für ihn erst mal sehr ungewöhnlich, aber er verstand schnell, bei dieser Musik musste man frei sein. Er schaute wie die anderen es machten und bald schon bewegte er sich wie sie. Marlene strahlte ihn an und er wunderte sich, dass seine alten Knochen dies alles mitmachten. Diese Frau machte ihn um Jahre jünger.

Dennoch irgendwann ging ihm die Puste aus und er entschuldigte sich. Er stellte sich an den Rand der Tanzfläche und ließ sich von einem jungen Mann in einer Kellerjacke ein Glas Champagner reichen.

Er ging in Richtung des großen Büffets und schaute sich um. Alle waren so jung hier. Niemand war so alt wie er. Er sah Echnaton mit Echilar zusammenstehen. Auch sie schauten auf das Treiben auf der Tanzfläche und schüttelten mit dem Kopf. So etwas war doch total verrückt. Die Musik war für ihre Ohren absolut fremd und die zuckenden Bewegungen der Tanzenden schockierte sie. Bei ihnen tanzen sowieso eigentlich nur die Frauen und die wussten ihre Körper anmutig und sehr erregend zu bewegen. Doch die Gäste hier schienen alle von Sinnen zu sein.

Europa tanzte mit Reinhard, doch Reinhard hatte nur wenig Erfahrung mit dieser Musik und diese Art des Tanzes. Aber natürlich wollte er nicht unbeholfen wirken und so beobachtete er aus den Augenwinkeln, wie die anderen sich bewegten und er versuchte es nachzumachen. Europa musste Lachen und sie nahm ihn in die Arme und dann führte sie ihn. Ein einfacher Foxtrott. Das funktionierte besser als gedacht und Reinhard gab sich geschlagen. Diese Frau würde ihn führen, wahrscheinlich ans Ende der Welt. Denn er hatte sich entschlossen, sobald er Echnaton und Echilar zurück gebracht hatte, würde er den Dienst quittieren und mit Europa auf eine sagenhafte Reise gehen. Sie hatten den ganzen Nachmittag kaum über etwas anderes gesprochen und am Abend hatte sie ihn dann gefragt, ob er nicht ihr erster Offizier sein wolle. Sie hatte ihm ihr Bombini gezeigt, es stand in einem eigenen Hangar. Es war ungeheuer groß, größer als alles was sie auf der Erde bisher gebaut hatten mit Ausnahme des wirklich auch sehr großen Übersiedelungs-Bombini. Doch es war noch im Bau, als er es das letzte Mal gesehen hatte. Europas Bombini war zu groß um es sich in der Kürze der Zeit anzuschauen, sie hatte ihn nur mit in die Kommandozentrale genommen und jetzt sah er sich eigentlich nur noch auf dieser Brücke. Ihr Bombini war einfach wunderschön. Sie hatte ihm erklärt, sie habe die Innenausstattung selbst entworfen und er musste einfach zugestehen, dies war kein Vergleich zu seinem Bombini. Dort hatte man auf Schönheit nur geringen Wert gelegt. Alles musste funktional sein, individuelles Design gab es bei ihnen einfach nicht. Man sagte schlicht: „Dafür ist kein Geld da.“ Dabei hatte er immer schon gedacht, gutes Design ist doch weniger eine Frage des Geldes als des kreativen Geschmacks. Doch der war bei ihnen weniger gefragt, es sei denn man war Wissenschaftler. Diese Leute steckten ihre Kreativität aber nicht in Äußerlichkeiten sondern in ihre Theorien und Experimente.

Europas Bombini war dagegen ein Raum der Kunst.

Sie hatte sich bemüht einen Ort zu erschaffen, an dem man es lange aushalten konnte, denn sie wusste, sie würde unter Umständen Jahre darin verbringen müssen, bis sie den Ausgang aus dem Universum gefunden hatte. Sie hatte zu diesem Ausgang auch einige Ideen, doch die wollte sie mit Reinhard später mal besprechen.

Ihr Nachmittag war alles in Allem wirklich zauberhaft gewesen.

Sie hatten viel gelacht und als Europa ihm Heisenbergs Häuschen zeigte, da hatte er fast schon das Gefühl mit ihr darin zu leben. Doch wenn überhaupt, dann würde dieses Leben kurz sein, denn Europa wollte nicht mehr lange mit der Abfahrt warten. Spätestens in einem halben Jahr würde sie unterwegs sein wollen. Vorher wollte sie jedoch die Sache mit Monalisa noch zu Ende bringen. Ihr war wichtig zu wissen, dass Monalisa das Spiel gewonnen hatte. Monalisa war ihre Schwester und sie liebte sie sehr. Auf der Erde war sie ihre Patentante gewesen und sie hatte sich immer sehr um sie und ihre Zwillingsschwester gekümmert. Sie waren ihr wie eigene Kinder gewesen. Doch zum Schluss war sie etwas unglücklich über Beide gewesen. Irgendwie wollten oder konnten sie nicht vernünftig arbeiten. Sie selbst war immer ihren Pflichten nachgekommen, aber gerade Monica schien von ehrlicher Arbeit nicht viel zu halten. Kurz bevor sie selbst an Lungenkrebs erkrankte, hatte Monica mal wieder mit einem neuen Studium angefangen. Objekt-Design! Also dafür brauchte man doch kein Studium, so etwas lag doch im Blut.

Sie waren auch noch kurz bei Europas Haus vorbeigefahren, mit einem zweisitzigen Sportwagen, natürlich wasserstoffbetrieben. Wie zu erwarten sah es in ihrem Haus wunderbar einladend und gemütlich aus. Er schaute sich die vielen Bilder an den Wänden an und bewunderte ihre schönen Lampen. Auch das Sofa war ganz wunderbar. Gerne hätte er sich mit ihr darauf niedergelassen, aber Europa mahnte zur Eile, sie wollte nicht zu spät zum Fest kommen. Als sie die Treppe hinunter kam, denn sie hatte sich oben in ihrem Schafzimmer kurz umgezogen, da staunte er nicht schlecht. Ihr Kleid war wirklich sehr kurz und sehr eng. Sie sah einfach ungemein sexy darin aus. Sie hatte ihre kurzen Haare wohl schnell gewaschen, jedenfalls schienen sie noch ganz nass zu sein. Er konnte den Blick nicht von ihr lassen und hätte sie gerne geküsst, doch sie schnappte sich einfach nur ein silbernes Täschchen und schon ging es wieder zum Auto. Die Frau hatte wirklich nur wenig Zeit. Im Auto jedoch strahlte sie ihn an und meinte: „Jetzt brauchst nur noch Du etwas passendes zum Anziehen, wir fahren schnell bei einem Herrenausstatter vorbei. Und dann ging es in hohem Tempo die Straße hinunter und bald schon erreichten sie die Stadt und Europa steuerte das Auto vor ein kleines Geschäft. Sie erklärte, hier würde sich auch ihr Vater seine Anzüge besorgen. Sie gingen in den Laden, eine kleine Klingel ertönte als sie die Türe öffneten und ein Mann kam aus einem der hinteren Räume. Er begrüße Europa sehr freundlich und sie stellte ihm Reinhard vor und meinte er bräuchte für den heutigen Abend einen passenden Smoking. Das war kein Problem und kurze Zeit später rasten sie wieder über die Straße und sie erreichten pünktlich das Fest. Joseph wollte gerade seine Gäste begrüßen und freute sich, dass sie rechtzeitig gekommen war. Zusammen betraten sie den großen Saal und Reinhard ging mit ein wenig Abstand einfach hinterher.

Er sah Leonardo und hätte ihn beinahe nicht erkannt,

doch er trug sein schönes, weißes Hemd.

Er tanze mit einer Frau, die sah aus wie Marylin Monroe. Er ging auf die Beiden zu und er wurde sich immer sicherer, diese Frau war Marylin. Sie strahlte Leonardo mit ihrem wunderbaren, berühmten Lächeln an und Leonardo war hin und weg. Das war ganz eine Frau nach seinem Geschmack. Solche Frauen hatte es zu seiner Zeit nirgendwo gegeben. Und sie schien auch nicht auf den Kopf gefallen zu sein, denn sie wusste eine Menge über ihn. Sie meinte, sie hätte sich einmal ein Buch über sein Lebenswerk angesehen und sie fände wirklich, er sei der beste Maler der ganzen Welt. Sie fragte ihn ziemlich direkt, ob er auch von ihr ein Bild malen würde, einen Akt fände sie zum Beispiel ganz wunderbar.

Leonardo war sich nicht sicher, ob er in ihrer Stimme nicht auch eine gehörige Portion Versuchung herausgehört hatte, aber er sagte natürlich nicht nein. Er meinte zu ihr, sobald er ein Atelier gefunden habe, würde er sich gerne zusammen mit ihr an die Arbeit machen, denn er sagte auch, Modellsitzen sei kein Vergnügen sondern harte Arbeit. Sie ließ sich davon jedoch überhaupt nicht abschrecken, sie könne sehr gut stillsitzen, auf dem Filmset hätte sie auch oft stundenlang herumsitzen müssen. Sie zeigte ihm einen einfachen Paartanz und bald schon konnte er die Führung übernehmen und sie tanzten wie zwei Verliebte. Dies Art des Tanzes war zwar für Leonardo sehr ungewohnt, doch er war immer schon ein guter Tänzer gewesen und hatte keine Probleme sich auf diesen neuen Rhythmus einzulassen. Ja, dies war die Welt seiner Träume. So mussten Feste sein. Der Raum war mit vielen, bunten Blumen geschmückt, überall glitzerte und funkelte es.

Irgendwann aber treib sie der Durst an den Rand des Geschehens und sie entschieden erst mal eine Kleinigkeit zu essen. Dort kamen sie in ein Gespräch mit Johannes und Josefine. Diese beglückwünschten Leonardo zu seinem jugendlichen Aussehen und waren hoch erfreut Marylin kennen zu lernen. Von dieser Frau hatten sie schon öfter gehört und sie mussten zugeben, Marylin hatte eine ganz zauberhafte Ausstrahlung. Sie fanden, dass Leonardo gut zu Marylin passte und diese sahen sich leicht errötend an. Josefine flüsterte Johannes zu: „Na, da funkt doch etwas zwischen den Beiden!“ Marylin füllte sich einen Teller und forderte auch Leonardo auf zuzugreifen. Sie wollte mit ihm auf die Terrasse gehen, dort gab es kleine Tische mit Stühlen und man konnte den herrlichen Sternenhimmel sehen. Das es sich bei diesem Himmel um eine Projektion handelte interessierte hier niemanden mehr, er war wunderschön und damit war fast alles gesagt. Irgendwann so sagte Marylin, würden sie vielleicht auch mal wieder echte Sterne sehen, aber so einen tollen Himmel ganz bestimmt nicht. Jetzt aber freute sie sich auch noch über den wunderbaren Mann an ihrer Seite und sie beschloss ihn heute nicht mehr weggehen zu lassen. Leonardo spürte ihr Verlangen und er wunderte sich über sich selbst. Offensichtlich war er nicht nur für die Reize junger, schöner Männer empfänglich.

Anton stand etwas abseits, er wusste nicht so recht ob er mitfeiern sollte, denn gerade heute vermisste er seine Frau. Sie würde sich hier blendend amüsieren können, denn sie liebte Jazzmusik, auch wenn diese ziemlich rückwärtsgewandt war. Er fragte sich, wie lange es wohl dauern würde, bis er sie in die Arme nehmen konnte. Normalerweise dauerten ihre Reisen nur ein paar Wochen, doch diesmal waren sie schon erheblich länger unterwegs. Und jetzt das Paradies hier, so schnell würden sie bestimmt nicht hier wegkommen. Es gab viel zu viel zu entdecken und zu erfahren. Dieses Bombini hier war eine absolut wahnsinnige Entdeckung und er sah Reinhard mit Europa tanzen und er war sicher, ihr Aufenthalt würde höchstwahrscheinlich noch länger dauern. Eine hübsche, junge Frau lächelte ihn an, doch er dachte nur an seine Eigene. Ihm war in keiner Weise danach ihr untreu zu werden, auch wenn diese Hübsche jetzt immer deutlicher zu ihm herüber sah. Er drehte sich um und ging auf die Terrasse. Auch hier schienen überall nur Pärchen beisammen zu sitzen. Was sollte er tun? Und plötzlich hatte er überhaupt keine Lust mehr auf dieses Fest und er entschied ins Forschungsbombini zu gehen und sich dort an den Bildschirm zu setzen. Reinhard hatte ihm gesagt, dass er, wenn er wolle durchaus schon an seinen Arbeitsplatz zurück kehren dürfte, wenn ihm langweilig sei. Er schaute sich noch mal kurz um, die Feier war in vollem Gange, dann verließ er den Saal und ging durch das Foyer nach draußen.

Er ging über die große Wiese hinter Josephs großem Haus und wunderte sich. Im Bombini war Licht an. Er bestieg das Bombini über eine Treppe und öffnete die Eingangstür, welche unter dem Bombini und unverschlossen war. Wer mochte sich hier aufhalten? Er ging durch die Gänge und stieg in den Aufzug, der ihn auf die Ebene der Brücke brachte. Dort sah er Andreas vor einem Bildschirm sitzen. Er fragte ihn: „Was machst Du hier denn, warum bist Du nicht auf dem Fest?“

Ich habe keine Lust.

Ich wollte lieber sehen was es im Fernsehen gibt.“

Haben wir denn Empfang?

Ich denke wir sind in einer anderen Dimension?“

Das habe ich mich auch gefragt, aber ich empfange sogar sehr viele Programme. Einige scheinen mir jedoch nicht von der Erde zu kommen. Ich habe den Eindruck, die machen hier auf diesem Monster ihr eigenes Programm.“

Ist ja interessant.“

Nun, ich weiß nicht, ist alles ziemlich paradiesisch. Mir wäre jetzt nach etwas Handfesterem.“

Nun, dann komm mal mit mir, schauen wir uns an, was unsere Bombini-Designerin so treibt. Ich finde wir haben uns schon zu lange nicht mehr richtig um sie gekümmert.“

Gut, einverstanden. Willst Du ein Bier, ein alkoholfreies natürlich, etwas anderes haben wir hier ja nicht?“

Ich vertrage keinen Alkohol, ich nehme gerne ein Alkoholfreies. Aber ich habe etwas Zauberkraut, hast Du Lust auf eine Tüte?“

Super! Wo hast Du das Zeug denn her?“

Ich habe es heute in der Stadt in einem Coffeeshop entdeckt. Die hatten wirklich eine große Auswahl und man versprach mir, dieses hier wäre einfach himmlisch gut.“

Nun, dann los. Ich hole das Bier und Du drehst die Tüte.“

Anton ging hinüber in sein Arbeitszimmer.

Hier hatten gleich mehrere ihren Arbeitsplatz, doch heute waren sie nur zu Zweit. Alle anderen waren offensichtlich auf dem Fest. Nun, sie würden es sich hier gemütlich machen. Er schaltete seinen Bildschirm ein und suchte ein wenig herum, dann hatte er das Bild. Er sah die Wohnung von Monica und ein Kamerabild. Alles funktionierte einwandfrei. Erklären konnte er sich das zwar nicht, aber bitte, ihm sollte es Recht sein. Monica werkelte auf einer Leiter herum und riss die letzten Reste einer Tapete ab. Dann stieg sie von der Leiter und ging zur Kamera. Sie positionierte sich so, dass sie und die Leiter gut zu sehen waren und dann begann sie zu sprechen. Sie erzählte, dass sie nun leider allein in ihrer Küche wäre, Roland, ein Freund, der eigentlich hatte helfen wollen, hatte sich einfach nicht mehr blicken lassen. Sie zeigte auf ihre Arme und meinte, dass diese ziemlich schmerzen würden, und dass sie wohl auch bald Schonung bräuchte. Sie hatte sich blaue Verbände um die Handgelenke gewickelt.

Danach ging sie ans Fenster und schaute heraus.

Draußen hatte es geregnet und nun brach an einigen Stellen die Sonne hervor. Sie drehte sich zur Kamera und meinte: „Ich denke, dies ist ein Bild für die Götter, nur die scheinen dort oben Partys zu feiern, während ich hier Unten in der Scheiße sitze.“

Anton zündete die Tüte an und zog einmal kräftig, dann gab er sie mit den Worten „Unsere Madam hat schon den richtigen Riecher“, an Andreas weiter. Andreas zog ebenfalls an der Tüte und meinte: „Huch, dieses Zeug ist aber ganz schön stark.“

Vorsichtig zog er noch einmal daran, dann war Anton wieder dran.

Andreas öffnete die Bierflaschen und Anton schaute sich in Monicas Wohnung um. Alles war eigentlich wie gehabt, nur in dem kleinen Dachzimmer, welches Wolfgang besetzt hatte, dort waren die Schallplatten verschwunden. Überhaupt fand er nichts, was an Wolfgang erinnerte. Er war anscheinend wieder ausgezogen. Er suchte in seinem Rechner und dann sahen sie in die kleine Wohnung von Wolfgang. Der packte gerade eine Jutetasche und verließ die Wohnung. Sie verfolgten ihn auf der Straße, denn auch die Überwachung des Ortes funktionierte. Sie mussten irgendwie mit dem Großrechner der Überwachung noch verbunden sein. Nicht nur Anton fragte sich wie dies möglich war, sie mussten sich in einer Dimension befinden, in der elektromagnetische Wellen durchkamen. Doch dies war eigentlich unmöglich, denn das Torsionsfeld ließ ihrer Erfahrung nach gar nichts durch. Anton nahm sich vor dies genauer zu ergründen, doch jetzt musste er es erst einmal so hinnehmen. Wolfgang ging zu Monica, er war schon fast an ihrem Haus. Monica schaute aus dem Fenster und als es klingelte ging sie die Türe öffnen.

Beide betraten wieder die ehemalige Küche.

Sie war komplett leer geräumt, die Tapeten waren ab und an einigen Stellen schaute sogar das nackte Mauerwerk hervor. Wolfgang sah sich um und meinte: „Das ist doch wirklich der Wahnsinn, wie willst Du hier wieder eine vernünftige Küche drin aufbauen?“

Ich werde mir Y-Ton-Steine kaufen und ich habe praktisch unbenutzte Geräte angeboten bekommen. Sie kosten mich nichts, ich muss sie mir nur irgendwann abholen. Die Oberflächen will ich am Ende fliesen, ich bin sicher, das wird einmal total gut aussehen.“

Du hättest die alte Küche lassen sollen, die war doch noch gut. Ein bisschen streichen und die Sache wäre in Ordnung gewesen. Jetzt wirst Du hier ewig eine Baustelle haben.“

Na und, damit komme ich schon klar, schau mal ins Esszimmer, das habe ich den Kühlschrank und Deinen alten Zweiplattenherd. Das Nötigste ist also vorhanden. Und was die Küche angeht, ich sehe das so, diese Baustelle ist ein Symbol für mein Leben. Hier kann ich sehen wie gut es vorwärts geht. Einen Rückschlag habe ich ja schon hinnehmen müssen. Roland hat sich verdrückt und Michael hat sich die Sehne seines rechten Handgelenks kaputt gemacht. Der fällt als Helfer leider auch aus. Aber was soll’s. Ich werde die Küche schon fertig bekommen.“

Du hast doch gar kein Geld für so etwas.“

Dies wird darum auch eine No-Budget-Küche. Ich betrachte es als Experiment, ich habe mir vorgenommen bis Weihnachten daran zu arbeiten. Ich hoffe einfach, dass ich es bis dahin schaffe. Außerdem hoffe ich, dass Du mir bei der Elektrik hilfst und bei dem Loch da in der Wand, das bekomme ich alleine wahrscheinlich nicht hin.“

Klar helfe ich Dir, aber denke daran, ich gehe die Woche über arbeiten und Sonntags fahre ich zu meinen Eltern. Ich habe nicht viel Zeit.“

Was ist? Sollen wir uns hier hin setzen und einen Kaffee trinken, dann kann ich Dir ja erzählen, wie ich mir das mit der neuen Küche im Einzelnen vorstelle.“

Kaffee ist nicht schlecht, aber ich habe noch etwas mitgebracht.“

Wolfgang wühlte in seiner Tasche und holte eine leere Colaflasche heraus. Dann griff er in seine Hosentasche und heraus kam ein kleines Tütchen mit Gras. Er fragte: „Hast Du einen Eimer mit Wasser?“

Kann ich holen, willst Du einen Eimer mit mir rauchen?“

Ganz recht, rauchen wir uns diese Baustelle einfach schön.“

Monica ging in den Flur und kam bald

darauf mit einem Eimer Wasser zurück.

Wolfgang hockte sich auf den nackten Holzboden. Er fragte noch nach einem kleinen Schälchen. Monica ging ins Esszimmer und holte eines aus dem Schrank. Der Wasserkocher blubberte und kurze Zeit später saßen sie mit ihrem Kaffee auf dem Boden und Wolfgang bereitete die Mischung vor. Dazu nahm er etwas Tabak und viel Gras. Er steckte auf die Colaflasche ein Pfeifchen und nun sah man auch, der Boden der Flasche war weggeschnitten. Er stellte die Flasche in den mit Wasser gefüllten Eimer und entzündete die Mischung, die sich in dem Pfeifenköpfchen befand. Dann zog er die Flasche aus dem Eimer und diese füllte sich durch den in ihr entstehenden Unterdruck mit Qualm. Er nahm das Köpfchen ab und zog den Rauch mit seinem Mund aus der Flasche.

So ging das also, dachte Anton.

Auch er zog noch einmal an ihrem Joint, dann gab er den letzten Rest an Andreas weiter. Auch Wolfgang machte eine neue Pfeife fertig und dann war Monica an der Reihe. Sie musste etwas husten. Nun rauchte Wolfgang noch mal, danach war wieder Monica dran. Sie probierten ihren Kaffee und ließen alles erst mal auf sich wirken. Anton und Andreas taten das Gleiche. Sie spürten auf die Wirkung ihres paradiesischen Grases. Es wirkte angenehm leicht und machte beschwingt. Er fühlte sich wunderbar entspannt und auch Andreas meinte: „Ich glaube, dies ist ganz gutes Zeug.“

Unten auf der Erde entspannte sich die Lage ebenfalls.

Wolfgang meinte: „Ich will gegen Dein Projekt nicht nur stänkern, irgendwann wird hier schon wieder eine funktionierende Küche stehen. Du bist halt ein bisschen verrückt. Ich habe noch nie eine Frau kennen gelernt, die so ist wie Du.“

Ich vertraue halt auf die Götter. Das ist nicht immer ganz leicht, aber eigentlich habe ich die Erfahrung gemacht, es lohnt sich. Denke nur an mein Experiment, dass habe ich auch fast ohne Geld hinbekommen. Dass das Bombini am Ende nicht fliegen wollte, nun ja, das ist schon ziemlich doof, aber ein Versuch war es wert. Ich möchte einen Vortrag über meine Theorie machen, willst Du ihn Dir anhören? Ich will den Vortrag versuchsweise mal mit der Kamera aufnehmen.“

Ein Vortrag, na meinetwegen, aber Du weißt, was ich von Deinem Bombini halte, nämlich gar nichts. Es führt zu nichts, es ist verlorene Liebesmüh.“

Von wegen, ich bin sicher, irgendwo gibt es ein Universum,

da fliegen solche Bombinis herum.“

Das kann ja sein, aber dann haben die dort eine völlig andere Physik. Sie haben nicht die gleichen Naturgesetze. Und deshalb können sie auch nicht zu uns kommen. Jeder muss einfach in seinem eigenen Universum bleiben.“

Gott ist allmächtig, der kann alles möglich machen.“

Gott ist eine Einbildung und sollte er doch existieren, dann hat der andere Sorgen, als sich um Deine Küche zu kümmern.“

Sicherlich, ich werde die Sache realisieren müssen, aber er steht mir bestimmt mit ein paar schönen Zufälligkeiten zur Seite. Denke nur an die Geräte. Als ich dieses Angebot bekam, da wusste ich, Gott will dass ich mir eine neue Küche baue. In dem Moment war es für mich entschieden.“

Dein Gottvertrauen ist Wahnsinn. Der hat wirklich besseres zu tun.“

Vorhin habe ich gedacht, heute feiert er wahrscheinlich eine Party, der Himmel sah mir ganz danach aus.“

Nun, dann rauch noch mal, vielleicht kannst Du dann ja mit ihm tanzen.“

Anton und Andreas schauten sich an. „Diese Monica scheint einen dimensionsübergreifendes Bewusstsein zu haben, wie kommt sie sonst auf die Sache mit der Party?“

Das macht das Gras denke ich, es öffnet einen für neue Ebenen. Merkst Du auch was von dem Zeug?“

Ich bin ganz schön high.“

Ich auch, aber ich habe dabei ein ganz wunderbares Gefühl, ich habe das Gefühl, ich sitze mit den Beiden zusammen in der Küche. Diese Pfeife mit der Wassertechnik, ist ja lustig, habe ich vorher noch nie gesehen.“

Mir kommt das Ganze etwas kompliziert vor. Warum dreht er nicht einfach einen Joint?“

Ich denke, so eine Wasserpfeife ist ziemlich effektiv, da brauchst Du weniger von dem Gras.“

Das sollten wir irgendwann auch mal ausprobieren.“

Monica und Wolfgang waren immer noch in eine Gespräch vertieft, sie schienen sich trotz Wolfgangs Auszugs wieder gut zu verstehen. Anton überlegte, es hatte wahrscheinlich einen Streit zwischen ihnen gegeben, das hatte sich seiner Meinung nach schon Vorgestern angekündigt. So kurz war es erst her, dass sie ins Paradies gekommen waren, die Zeit war wirklich wie im Fluge vergangen. Auf der Erde waren in dieser Zeit bestimmt schon ein, zwei Wochen um.

Er würde praktisch ununterbrochen an seinem Bildschirm sitzen müssen, wenn er die Fortschritte in der Küche mitbekommen wollte. Jetzt war es auf der Erde dunkel geworden und Monica hatte ein paar Brote gemacht. Sie saßen immer noch auf dem Boden der Küche und zogen immer noch an der Wasserpfeife. Die rauchten ja ganz schön viel, dachte Anton.

Andreas schloss die Augen und sagte dann: „Ich glaube ich lege mich etwas zum Träumen hin, ist doch o.k., wenn ich Dich hier alleine lasse, ich bin ganz schön breit.“

Geh nur, ich halte hier noch etwas die Stellung, dann gehe ich auch schlafen. Träume was Schönes.“

Danke gleichfalls, war eine gute Idee mit dem paradiesischen Gras. Das müssen wir mal wiederholen.“

Monica und Wolfgang packten nun auch die Sachen weg

und Wolfgang verabschiedete sich von ihr.

Es gab einen kurzen Kuss auf den Mund und eine kleine Umarmung. Das war’s. Na, dachte Anton, so sieht eine leidenschaftliche Beziehung aber nicht aus. Was war mit ihnen nur geschehen, es hatte doch so schön angefangen? Aber immerhin, sie schienen noch gute Freude zu sein. Als Monica in der Wohnung überall das Licht ausmachte und nach oben in ihr Schlafzimmer ging, da machte er seinen Bildschirm auch aus. Er wollte nun auch lieber etwas träumen gehen. Er löschte ebenfalls überall das Licht, nur auf den Konsolen im Kommandozentrum leuchtete es an einigen Stellen noch. Das Bombini stand auf stand by. Er ging den Gang hinunter und öffnete die Tür zu seinem Zimmer. Er teilte es sich mit einem Kollegen, doch der war sicherlich noch auf der Party oder lag im Hotel. Er würde hier schlafen, ihm war das Hotel einfach etwas zu unheimlich. Dort schien alles von Zauberhand zu gehen und man konnte offensichtlich in die Köpfe der Gäste schauen. Er hatte nämlich beim Aufwachen an ein schönes Bad gedacht und als er ins Badezimmer ging, da lief gerade das Wasser ein. Er hatte Lust auf einen Kaffee gehabt und als er sich im Zimmer umschaute, da entdeckte er eine kleine Kanne mit dampfendem Kaffee darin. Er hatte jedoch niemanden gesehen oder gehört und er war in so etwas geschult, er übersah so leicht nichts.

Außerdem fragte er sich, wo war die

Küche und das Servicepersonals des Hotels?

Er war ein wenig durch das Gebäude gegangen, hatte aber nirgendwo jemanden entdeckt. Im Foyer gab es eine Theke, dahinter standen zwei livrierte Angestellte des Hauses, sie waren sehr höflich und gaben in allem Auskunft. Er hatte nach der Küche gefragt, doch wollten die Beiden nicht so recht mit der Sprache heraus. Irgendwo gäbe es einen Anbau, dort sei die Technik und der Service untergebracht. Nun, er hatte den Anbau nicht entdeckt. Allerdings musste er auch sagen, dieses Hotel war sehr verschlungen und nicht leicht zu durchschauen. Nur die Wege zwischen den Zimmern und dem Foyer wie Speisesaal, die Bar und dem Tanzsaal, das war alles ganz einfach, doch andere Bereiche waren sehr unübersichtlich. Zumindest hatte er sich nicht zurecht gefunden, irgendwie landete er immer wieder im Foyer. Da hatte er es erst mal aufgegeben, aber er würde die Sache mit dem Kapitän besprechen. Wenn der denn von seinem Europatrip herunterkam. Reinhard war ganz vernarrt in diese Frau und würde garantier mit ihr viel Zeit verbringen wollen.

Er musste wieder an seine eigene Frau denken.

Wenn sie doch nur auch hier sein könnte, dann hätte er bestimmt mit ihr getanzt. Leider würde er vieles was er auf seinen Reisen erlebt hatte wieder vergessen, wenn er wieder in seinen eigenen vier Wänden war. Das war immer so, es lag am Torsionsfeld, dies war sehr verschwiegen. Er machte sich darum in einem Tagebuch regelmäßig Notizen und so setzte er sich auch jetzt an seinen Schreibtisch und hielt den Tag in ein paar Sätzen fest. Mit Hilfe dieser Notizen konnte er sich dann zu Hause an vieles wieder erinnern. Sein Unterbewusstsein brauchte einfach ein paar aussagekräftige Stichworte, der Rest kam dann von selbst wieder. Nur, wenn er das Tagebuch wieder weglegte, dann verschwanden auch die Erinnerungen. Er war darum zu Hause dazu übergegangen, alles auf Band zu sprechen und so war es ihm möglich sich Vieles wieder ins Gedächtnis zu holen. Er hatte schon ein ziemlich dickes Buch zusammen, doch wenn er das Kapitel über das Paradies schreiben würde, dann würden ihm seine möglichen Leser wahrscheinlich nicht ganz glauben. Es war ja auch einfach ziemlich verrückt, das Ganze.

Im Tanzsaal ging es immer noch hoch her, aber es war nicht mehr so voll, einige waren wohl auch schon nach Hause gegangen. Doch die Verbliebenen feierten immer noch ziemlich ausgelassen. Sie waren halt jung und nicht wenige waren verliebt. Auch Reinhard tanzte noch mit Europa, doch so langsam wollte die auf ihr Zimmer. Sie wusste nicht, ob sie Reinhard dahin mitnehmen wollte. Vielleicht ging das mit ihnen auch einfach etwas zu schnell. Andererseits, sie war schon lange mit keinem Mann mehr zusammen gewesen. War sie verliebt? Was fand sie so toll an diesem Mann aus dem 23. Jahrhundert? Er hatte offensichtlich Führungsqualitäten, wie sonst war er in der Lage ein Forschungsbombini durch Zeit und Raum zu fliegen. Er war aufmerksam und er gab nicht mit irgendwelchen Dingen oder Taten an. Er passte sich ohne Probleme an ihr Lebenstempo an, er konnte ganz gut tanzen, er sah gut aus. Zumindest in ihren Augen, aber auch sonst war er wohl ein ganz ansehnlicher Mensch. Er war von ihrer Idee begeistert ein anderes Universum zu suchen, auch wenn er nicht glaubte auf dem Weg dorthin einem Mann in einer Badewanne zu begegnen. Für ihn waren Götter Fantasiegestalten und Joseph hielt er für einen außergewöhnlichen Kommandanten eines außergewöhnlichen Bombinis. Die Größe faszinierte ihn. Sie war mit ihm an den Feldern vorbeigefahren und er hatte gefragt, wer diese Felder bestellen würde. Da meinte sie es gäbe eine ganze Reihe engagierter Bauern, die würden nicht nur einen guten Wein anbauen, sondern einige würden auch Wisky brennen. Gerade ehemalige Iren würden dies mit Leidenschaft betreiben. Dann gab es Gemüsebauern, die sich über ihre reichen Erträge freuen würden, damit würden sie das ganze Paradies ernähren. Es gab auch Viehhaltung, Hühner, Schafe und Rinder. Auch ein paar Schweine standen bei ihnen im Stall oder sie sulten sich im Schlamm. Es waren richtig schöne Bauernhöfe, die von guten Bauern unterhalten wurden.

Er erzählte, dass es bei den Fortschrittsgläubigen nur noch wenige Bauerhöfe geben würde, es seinen ehr Produktionsstätten. Viel würde mit Maschinen gemacht, die Gentechnik sei auch ein wichtiger Faktor und das Meiste wurde unter Gewächshäusern angebaut, weil das Klima sonst zu unberechenbar sei.

Europa meinte, dies würde ihrer Meinung nach die Landschaft ziemlich verschandeln, so ein Bauernhof sei doch einfach viel schöner und die Arbeit würde den Bauern große Erfüllung bereiten. Sie liebten ihre Tiere und Pflanzen, für anstrengende Arbeiten hätten sie Maschinen und ihren Ertrag würden sie auf dem großen Wochenmarkt in der Stadt anbieten. Dort gäbe es alle Produkte des Paradieses zu sehen, sie sollten unbedingt einmal diesen Markt besuchen.

Reinhard fand das ziemlich rückwärtsgewandt und Europa erklärte, viele der Paradiesbewohner kämen halt aus einer vergangenen Zeit und sie hätten ihre Vorlieben und Sehnsüchte mitgebracht. Es sei im Paradies notwendig, dass alle ihren Lieblingsplatz und ihre Lieblingslebensart pflegen konnten. Außerdem seien die Bauern ein wichtiges Rückrat der gesamten Gemeinschaft, sie würden für die kulinarischen Genüsse sorgen. Ihr Vater habe immer sehr darauf geachtet, dass die Eingeladenen mit ihren Träumen eine Bereicherung für das Paradies seien. Zwar würde nicht jeder seine Lebensweise von der Erde hier oben weiterleben, nicht wenige würden sogar in eine völlig neue Richtung gehen, aber am Ende sei es immer auch sehr gut für das Miteinander.

Reinhard meinte, Tiere zu töten sei aber doch nicht gerade

paradiesisch, hätten die Tiere denn nicht auch ein

Recht auf ein unsterbliches Leben, fragte er.

Da meinte Europa, Tiere würden normalerweise immer gleich wiedergeboren, ein Rind das geschlachtet wurde lebe in seinen Nachkommen weiter. Das Fleisch ihres alten Körpers würden sie für ihre Unsterblichkeit nicht benötigen, dies käme deshalb ohne Reue auf ihren Teller. Sie würden hier allerdings nicht so viel produzieren können, dass jeder jeden Tag Fleisch essen könnte, aber dies sei schließlich auch ungesund. Es gäbe so viele schöne vegetarische Gerichte, in der Stadt gäbe es mittlerweile schon viele rein vegetarische Restaurant und die seinen gut besucht. Überhaupt gäbe es sehr viele verschiedene Restaurants, sogar Chinesische. Aber auch Türken, Marokkaner, Spanier, Italiener, irgendwie sei die halbe Welt bei ihnen vertreten. Viele, die hier ankamen, wollten ein Restaurant oder Bistro eröffnen. Sie kannte auch eine sehr gute Pizzeria, dort wollte sie gerne mal mit ihm hingehen, es sei nicht weit vom Hotel entfernt. Es hätte eine schöne Außenterrasse mit Blick auf einen kleinen Badesee.

Reinhard fand den Gedanken mit ihr in diesem Badesee schwimmen zu gehen sehr verführerisch. Aber Pizza fand er ebenfalls gut, das gab es bei ihnen zu Hause auch. Er tanzte mit ihr in den Armen, die Band spielte mittlerweile langsamere Stücke. Die Musik war alles in allem sehr rückwärtsgewandt, aber er fand es langsam wirklich schön. Europa schien müde zu werden und er schlug ihr vor sie zu ihrem Zimmer zu bringen. Sie wohnte in dem Haus ihres Vaters, wenn sie nicht in ihrem Häuschen war. Sie gingen durch den Park und kamen an der Haustüre an. Jetzt musste er sie einfach küssen. Sie ließ es ganz ruhig geschehen und schloss die Augen. Ja, sie war wirklich eine Frau nach seinem Herzen. Er würde mit ihr zusammen durch das Universum fliegen und weit darüber hinaus.

Europa schmiegte sich an seine Brust und überlegte wieder, soll ich ihn bitten noch mit hoch zu kommen? Aber dann entschied sie, dass es für heute genug war und etwas abrupt löste sie sich von ihm und sagte: „Es ist ein schöner Tag mit Dir gewesen, wir werden das weiterführen, wenn Du magst, aber jetzt will ich ins Bett. Gute Nacht, schlafe schön und träum von mir.“ Damit drehte sie sich um und verschwand hinter der großen Tür. Reinhard ging wie auf Wolken, als er den Weg zum Hotel zurück ging. Sie war wirklich eine einzigartige Frau. Sehr schön, sehr klug, mutig, kreativ und selbstbewusst. Von so ein er Frau hatte er immer geträumt und seine Erinnerung an seine verlorene Liebe verblasste zusehends.

Im Hotel ging er noch auf einen Absacker an die Bar.

Dort saßen Leonardo und Marylin an der Theke und tranken ebenfalls noch einen letzten Drink. Auch ihr Abend war sehr schön und romantisch verlaufen, wobei Leonardo ihrem Charme endgültig verfallen war. Diese Frau hatte etwas Unnachahmliches, Faszinierendes. Sie besprachen gerade ihre Pläne für den morgigen Tag. Sie schlug vor, ihm die Stadt zu zeigen und ihn in ein wunderschönes, altes Gasthaus zu führen. Es würde von einem nichtirdischen Wirt geführt. Er käme aus einer weit entfernten Galaxie und sei schon sehr lange auf diesem Bombini unterwegs. Dort gäbe es ganz sonderbare Getränke und auch das Essen sei außergewöhnlich. Leonardo war sehr interessiert, denn er hatte noch nie daran gedacht, dass es außerhalb der Erde Leben geben könnte. Seine Welt war doch sehr klein bisher gewesen und nun wo er erkannte wie groß alles um ihn herum war, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gab, als die Sonne, ein paar Planeten und viele Sterne, da wollte er mehr wissen. Und Marylin erzählte ihm, was sie wusste. Sie war in einem Planetarium gewesen und hatte sich dort viele interessante Dinge angesehen, Bilder von anderen Teilen des Universums weit entfernt, es gab Filme über andere bewohnte Planeten zu sehen, auch in diesem Platetarium arbeiteten einige Außerirdische. Sie waren allerdings noch relativ neu im Paradies, denn sie waren ein paar Jahre zuvor mit einem großen Raumschiff angekommen. Einige waren geblieben und lebten nun unter ihnen.

Sie luden Reinhard ein, sich zu ihnen zu setzten und Marylin und Leonardo fragten ihn nach seinen Erfahrungen mit dem Universum. Sie wollten wissen was er alles auf seinen Reisen erlebt hatte und so erzählte er von seinem einzigen, außerirdischen Kontakt. Es war auf seiner ersten Fahrt gewesen. Sie waren praktisch am anderen Ende des Universums und suchten nach einem Wurmloch, dass sie wieder zurück bringen sollte, aber zunächst wurden sie nicht fündig. Erstaunlicher Weise hätte es dort nicht viel anders ausgesehen, als bei ihnen in der Milchstraße. Plötzlich sei vor ihnen ein Raumschiff aufgetaucht, es sah sehr kurios aus, es stellte sich aber heraus, auch sie reisten mit Hilfe des Torsionsfeldes. Er hätte sich auch mit ihnen innerhalb des Feldes unterhalten können. Sie hätten ihm damals die Verjüngungsmaschine verkauft. Allerdings wollten sie klein Geld sondern Diamanten. Zum Glück hatte das Forschungsschiff auch davon einiges im Tresor und so sei man sich einig geworden. Was sie mit den Diamanten machten, das hätte er nicht herausgefunden, aber es hatte wohl etwas mit einer neuartigen Technik auf ihrem Heimatplaneten zu tun. Man hatte sie auch dort hin eingeladen, aber sie waren schon so lange unterwegs, die Crew wollte nach Hause. Man zeigte ihnen den Weg zum nächsten Wurmloch und dann ging es zurück, mit dieser wundersamen Spiegelmaschine im Gepäck. Dort angekommen hätten sie erst einmal ihren Kauf gründlich untersucht und die Bedienungsanleitung studiert. Klaus war damals einer der führenden Techniker und als er sein o.K. gegeben hatte, da hätten sie die Maschine ausprobiert. Sie gab dem vor dem Spiegel stehenden eine andere Gestalt. Man brauchte nur etwas DNA und schon war man 30 Jahre jünger. Allerdings stellte man danach fest, diese Verwandlung machte unfruchtbar. Im Prinzip wurde man unsterblich, denn man konnte immer wieder durch diesen Spiegel gehen. Bisher hatte man auch noch keine anderen Nebenwirkungen entdeckt. Doch die Regierung wollte nicht, dass plötzlich die Welt unsterblich wurde und so hielt man diesen Kauf geheim und brachte den Spiegel auf ein Bombini, auf sein Bombini. Für ihre wissenschaftliche Forschungsarbeit war dieser Spiegel ganz hervorragend geeignet.

Marylin und Leonardo meinten, Joseph habe auch so eine Maschine,

zumindest hatte er ebenfalls Spiegel durch die man hindurch

ging um als Unsterblicher dahinter hervorzukommen.

Marylin meinte, sie fände es allerdings ziemlich schade, dass sie keine Kinder bekommen könnte, sie hätte noch nie eigene Kinder gehabt und würde gerne mal ein Leben als Mutter verbringen, mit einem ganzen Stall voller Jungen und Mädchen. Leonardo schauderte und war froh, dass hier Schwangerschaften nur ausgesprochen selten passierten, sie waren die absolute Ausnahme, hatte Joseph ihm erklärt. Wenn ein Kind geboren würde, dann sei es ein Geschenk des Himmels. Zur Zeit gäbe es aber keine Kinder hier im Paradies. Nun, Leonardo stand nicht der Sinn nach Kindern, er wollte jetzt erst mal in diese neue Gesellschaft hineinwachsen, sich eine interessante Aufgabe suchen und das Leben genießen. Gerne mit einer unsterblichen Marylin nicht nur vor seiner Staffelei.

Marylin gähnte leicht und Leonado bot ihr an sie nach Hause zu bringen, was sie gerne annahm. Sie wohnte in der Stadt in einer schönen, großen Jugendstilvilla. In dem Haus wohnten auch noch ein paar Andere, sie versprach Leonardo ihm diese wirklich sehr netten Leute vorzustellen, ja, er müsse hier viele Menschen kennen lernen, denn alle seien sehr nett. Die Beiden verabschiedeten sich von Reinhard und auch er machte sich auf den Weg in sein Zimmer.

Was war das doch für ein aufregender Tag gewesen.

Er fiel platt auf sein Bett. Mit so etwas hätte

er im Leben niemals gerechnet.

Leonardo und Echilar waren auf der Party nicht so recht warm geworden. Diese Art des Feierns war ihnen doch etwas fremd. Vor allen Dingen die Musik und der merkwürdige Tanz. Sie hatten sich daher auf die Terrasse gesetzt und etwas gegessen. Joseph war zu ihnen gekommen und hatte sie gefragt, ob sie sich nicht amüsieren wollten, und als sie ihm sagten, dass sie mit der Musik nichts anfangen konnten, da schlug ihnen Joseph vor, doch zu den Ägyptern am anderen Ende der Stadt zu fahren. Ein Taxi könne sie hinbringen. Dort gäbe es auch einen Tempel und in dem würde häufig noch auf die alte Art gefeiert. Heute sei dort ebenfalls ein kleines Fest und man würde sich sicherlich freuen, wenn sie dort vorbeischauten. Echnaton fragte, was dies denn für ein Tempel sei und da meinte Joseph er sei das Haus der Göttin Isis. Sie lebe schon sehr lange dort und es gäbe noch einige Gläubige, die sie besuchten.

Isis, das war nicht uninteressant für Echilar,

doch Echanton zog die Stirn kraus.

Mit dieser Göttin konnte er nicht viel anfangen, für ihn gab es letztendlich nur Aton. Er war der einzige Gott, den er noch zu akzeptieren bereit war. Aber es war wahrscheinlich besser als sich hier auf dem Fest die ganze Zeit fremd zu fühlen. Also nahmen sie sich ein Taxi und ließen sich zum Tempel der Isis bringen. Der Tempel war relativ klein, wenn man an die riesigen Anlagen dachte, die in Ägypten standen. Aber die Architektur war ihnen weitestgehend vertraut und so betraten sie ihn mit einem gewissen Gefühl Heimatboden zu betreten. In einer großen Halle sahen sie mehrere Personen auf Liegen und Bänken sitzen. Es gab einen Springbrunnen und unglaublich viele Blumen. Auch hier war ein Büffet aufgebaut und sie besahen sich die Speisen. Vieles kam ihnen bekannt vor. Sie gingen auf eine Priesterin zu, die an ihrem Gewandt leicht zu erkennen war. Sie fragten nach Isis, und so wurden sie zu einer Frau geführt, die auf einer der Liegen lag und gerade Weintrauben aß. Echanton stellte sich und Echilar vor und Isis reagierte erfreut. Sie forderte die beiden jungen Männer auf sich zu ihr zu setzen und zu erzählen wie sie hier ins Paradies gekommen waren. Echanton erzählte von den beiden Männern, die bei ihm im Garten erschienen wären, und dass sie mit ihnen gegangen seien und eine sehr sonderbare Reise durch die Zeit gemacht hätten. Sie seien von all den wundersamen Dingen, denen sie begegnet seinen, sehr irritiert. Hier sprach Echanton mehr für sich als auch für Echilar. Er erzählte von seiner Suche nach Aton, er wüsste jetzt leider immer noch nicht wo dieser Gott zu finden sei. Erst hätte er ja gedacht, er befände sich unter Göttern, doch habe er gemerkt, alle seien auch nur Menschen.

Isis meinte, vielleicht sei Aton auch nur ein Mensch,

alle seien am Ende nur Menschen.

Da widersprach Echanton, für ihn sei Aton eine Lichtgestalt, ein Lebenschaffender, ein Spender des Sonnenlichts, ein Ordner der Welt, er sei die Sonne, ja er sei alle Sonnen im Universum. Denn das hatte er mittlerweile auch begriffen, das Universum bestand nicht nur aus einer Sonne.

Isis fragte ihn nach seinen Plänen und so erzählte Echanton ihr von seiner geplanten Stadt, die ganz dem Gott Aton geweiht werden sollte. Sie hörte aufmerksam zu und stellte einige kluge Fragen nach der Organisation und den Gesetzen, die er zu erlassen entschlossen war. Sie war am Ende doch ziemlich entsetzt. Aber sie ließ es sich kaum anmerken, nur Echilar merkte ihre leichte Verstimmung. Echanton würde nämlich auch die Anbetung Isis nicht dulden.

Echanton war nach dem Gespräch erst Recht von der Richtigkeit seiner Ideen überzeugt, denn nun hatte er gesehen, auch Isis war nur ein Mensch. Unsterblich zwar, aber eben nicht allmächtig.

Isis hatte keine Lust ihm ihre Macht vor Augen zu führen, sie ließ ihn reden, denn sie wusste, seine tolle Stadt würde kaum 30 Jahre bestehen. Für sie war er eine Fußnote der Geschichte. Ihre Macht jedoch war unsterblich und wenn es soweit sein würde, dann würde sie dafür Sorgen, dass Echnaton in die Wüste geschickt wird.

Trotz dieser Gegensätze fühlten sich Echanton und Echialr in diesem Tempel sehr wohl, vieles war ihnen einfach vertraut. Und als es schon tiefe Nacht war, da verabschiedeten sie sich mit dem Versprechen einander wiederzusehen. Zumindest Echilar würde zurück kehren, er hatte Isis als sehr sympathisch wahrgenommen. Aber auch Echanton war mit dem Abend ganz zufrieden. Er wusste jetzt, die Götter Ägyptens waren alle einfach nur Menschen, Unsterbliche. Nur sein Aton, der war wirklich ein Gott. Er schien auf die Welt hinab und ließ alles wachsen und gedeihen. Er war wie die Sonne nur in Wahrheit noch viel größer. Er war das Licht des Universums. Er war der Größte. Und vor dieser Macht war er bereit sich zu verneigen, doch vor diesen Unsterblichen niemals mehr. Er war, was diese Mächte anging, ziemlich ernüchtert. Er würde sein Volk von diesen falschen Göttern befreien. Was beteten sie zu einer Isis oder zu einem Amun, sie waren doch nicht mächtiger als er selbst. Wenn er durch den Spiegel ginge, dann wäre er auch unsterblich. Die Sache war also keine große Kunst.

Aber wie die Sonne zu scheinen,

dass war keinem möglich,

keinem außer Aton.

*

Echilar streckte seine steifen

Glieder, er hatte jetzt fast die ganze

Nacht durch erzählt und so langsam wurde er müde.

Joso hatte sich auf den Kissen ausgestreckt und die ganze Zeit gebannt gelauscht. Er fragte sich auch nicht mehr, ob Echilar die Wahrheit erzählte, er fand die Geschichte einfach nur unglaublich spannend. Vieles war für ihn kaum vorstellbar, aber Echilar erzählte mit soviel Geschick, dass Joso sich alles irgendwie vorstellen konnte. Das mit isis zum Schuss, dass war natürlich der Hammer. Isis war eine Unsterbliche, das hatte er immer gewusst, aber dass sie machtlos war, das hielt er für widerlegt. Hatte sie nicht tatsächlich dafür gesorgt, dass man Echanton verjagt hatte? Echantons mangelndes Verständnis für die Befindlichkeiten der Menschen und vor allen Dingen für eine vernünftige Staatsführung hatte ihn gestürzt. Da konnte ihm auch sein geliebter Aton nicht helfen.

Echilar stand auf und vertrat sich etwas die Beine und auch Joso ging Wasser lassen. Dann setzte Echilar einen neuen Tee auf und sagte zu Joso: „Und, glaubst Du mir langsam? Soll ich weitererzählen oder willst Du etwas schlafen. Wir können auch morgen weiter machen.

Joso war gar nicht nach Schlaf, nach dem Tee würde er wieder fit sein. Er bat Echialr weiter zu erzählen und ja, so langsam würde er ihm auch glauben, denn so einen Traum könne er einfach nicht gehabt haben. Nur frage er sich, ob denn auch alle anderen Götter auf diesem Schiff leben würden. Echilar meinte darauf hin, nein, zumindest hätten sie dort keine Tempel mehr, die noch von Gläubigen besucht würden. Isis sei damals nach dem feigen Mord an ihr, auf das Schiff geholt worden, man habe ihr wieder ihr altes Aussehen gegeben, also eine Gestalt mit Kopf. Und seit dem würde sie auf dem Bombini leben und arbeiten. Sie sei immer noch für ihre Gläubigen da und kümmere sich um deren Sorgen. Sie hätte einen ganzen Mitarbeiterstab, der alle Anfragen bearbeiten würde. Sie selbst saß auch viel am Schreibtisch und würde sich um die schwierigen Fälle kümmern. Da fragte Joso ihn, warum er denn dann die ganze Zeit auf der Seite Echantons gestanden hätte, der hätte die Tempel der isis schließlich in seiner Stadt nicht geduldet. Da meinte Echilar, es gäbe eben über der Isis noch eine weitere Macht, eine die, die Sonne scheinen lassen würde unter der Isis sitzen würde. Er selbst hätte ja auch nie etwas dagegen gehabt, wenn Menschen sich an sie wendeten, doch der wahre Gott sei nun mal noch viel größer.

Da fragte Joso, woher er das denn wüsste,

und Echilar antwortete, er habe ihn gesehen. Doch bevor er

davon erzählen könne, müsste er die Geschichte noch etwas

weiter erzählen. Sie setzten sich also wieder auf

ihre Kissen, und Echilar fuhr fort…

*

FORTSETZUNG folgt!