SATAN & MONALISA – 2. BUCH – Teil 2

Andreas KümmertFlüchtlingsunterkunft in Schmölln

Was kam nach „The Voice“?

Web_Buttons_Genussgarantie_NEU_75.jpg

Keine Anfeuerung durch Anwohner –

weiter Rätsel um Suizid eines Flüchtlings…

Versuchen Sie ihr Glück und schnappen Sie sich millionenschwere Jackpots - mit unserem Startpaket

Das okkulte Wissen über die linke und rechte Gehirnhälfte

Published on Oct 22, 2016

Roger Schmidt

26.September

Beeindruckende Abfahrt

Das ist mal wirklich steil!

Für den Adrenalinkick nimmt der Schweizer Skifahrer und Extremsportler

Jérémie Heitz eine fast vertikale Abfahrt. Dank Kopfkamera erlebt

der Zuschauer die Irrsinnsabfahrt hautnah mit.© bitprojects

Schönheit heißt jeden willkommen, mach' mit! AVON-Beraterin werden und Willkommensgeschenk sichern.

Monika Brunschwiler – „Haben wir

eine 2. Fichenaffaire ?“ eine Polizistin packt aus…

Published on Oct 22, 2016

Monika Brunschwiler / Haben wir eine 2. Fichenaffaire ?
eine Polizistin packt aus… Vortrag von Monika Brunschwiler

„Russland schafft geschlossenes Intranet für Militärzwecke“

Russland schafft Internet für Militärzwecke

Russland schafft Internet für Militärzwecke

 23.10.2016 • 06:47 Uhr – Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation
hat ein elektronisches Netzwerk mit dem umständlichen Namen „Geschlossenes Segment der
Datenübertragung“ geschaffen. Das interne Netz hat keinen Anschluss an das Internet… Neben dem
eigenen E-Mail-Service gibt es im „Geschlossenen Segment der Datenübertragung“ auch Webseiten,
auf die man ausschließlich über die vom Dienst zum Schutz von Staatsgeheimnissen zertifizierten
Rechner zugreifen kann. … „Nachdem die letzten abschließenden Arbeiten Ende dieses
Sommers ausgeführt worden sind, funktioniert das Netzwerk in vollem Umfang.
Zurzeit haben wir vor, es auszubauen, indem zusätzliche Terminals
in Militäreinheiten und -einrichtungen installiert werden
sollen“, zitiert das Blatt eine Quelle in der Militärbehörde.

Infowar: US-Geheimdienste scannen Sputnik und RT

Teil 2 – Die Medienwerkstatt

Nach dem nun die wichtigsten Fragen bezüglich meiner finanziellen

Lebensumstände geklärt waren, fehlte nur noch das Auto

um in die Medienwerkstatt fahren zu können.

Fährt hier der neue Opel Corsa?

Wolfgang und ich klapperten einige Gebrauchtwagenhändler in der Umgebung ab und am Ende hatte ich die Wahl zwischen einem kleinen, alten Fiat oder einem noch gut erhaltenen, alten Mondeo. Wir fuhren beide Autos zur Probe und entschieden uns nach kurzem Überlegen für den Mondeo. Er sollte genau soviel kosten wie der Fiat, hatte aber natürlich viel mehr Komfort. Sogar eine Klimaanlage gab es an Bord. Ich hatte 500 Euro gespart, doch das reichte nicht ganz. Wolfgang tat darum den Rest dazu und er zahlte auch die Steuer und Versicherung. Für mich als Hartzianer wäre der Unterhalt eines solchen Wagens sicherlich nicht möglich gewesen.

Ich hatte also das Glück einen großzügigen Freund zu haben, ansonsten hätte ich für 3 Stunden Arbeit auch 3 Stunden in der Bahn gesessen, denn die ARGE interessierte es nicht sonderlich dafür, wie umständlich ihre Maßnahmen zu errreichen waren. In ihren Augen hatten Hartzianer genug Zeit dazu auf dem Bahnsteig herumzusitzen. Ich aber will ganz ehrlich sein, ohne Auto hätte ich das Ganze nicht gemacht. Dazu war ich einfach nicht bereit, ich hätte die Fahrerei als absolute Zeitverschwendung angesehen und ich wäre sicherlich schnell mit einem Krankenschein bei meinem Fallmanager erschienen.

Doch dann hätte ich auf jedenfall etwas Wichtiges verpasst.

Austin

Mit dem Auto aber genoß ich die halbe Stunde Fahrt über Land und begann meine Maßnahme. Ich wurde von Jo und seinem Mitarbeiter Torsten freundlich begrüßt und nach einer gemeinsamen Zigarette wurde ich, der an vielen Computern sitzenden Mannschaft, vorgestellt. Die Namen konnte ich mir fast alle nicht merken und so saß ich die ersten Tage relativ schweigsam vor meinem mir zugeteilten Rechner und versuchte mich auf die mir aufgetragene Aufgabe zu konzentrieren. Ich sollte eine kleine Powerpoint-Präsentation entwickeln, das Thema war mir freigestellt. Ich hatte noch nie mit so einem Programm gearbeitet, doch nach einer kundigen Einführung von Jo in das Programm, war ich eigentlich ganz zufrieden mit dieser Art der Beschäftigung. Ich brauchte auch nicht lange zu überlegen, welches Thema ich behandeln wollte. Natürlich kam nur mein Bombini in Frage. Mir diente diese Arbeit auch selbst zur Erklärung, denn auch was die Theorie um mein Bombini anging, hatte der Gedächtnisverlust einen größeren Schaden bei mir angerichtet. Ich wäre zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder in der Lage gewesen meine theoretischen Gedankengänge mündlich zu beschreiben. Es fehlten mir einfach die richtigen Worte. Die Präsentation diente also in erster Linie mir selbst und so sah ich darin auch keine zeitverschwendende, blöde Beschäftigungstherapie.

In den Raucherpausen ging ich mit den anderen nach unten in den Garten des alten Backsteinhauses, denn die Medienwerkstatt befand sich in einem alten, kleinen ehemaligen Kloster. Die in dem Garten befindliche Pergola kannte ich noch von dem Erstgespräch her. Darunter versammelten sich die vielen Raucher unter den Teilnehmern. Auch Jo und Tortsten standen oft mit dabei. Jo bot regelmäßig seine Lucky Strikes in der Runde an und so war die Stimmung unter dem Dach meistens recht gut. Ein Großteil der Anwesenden war männlich, in den unterschiedlichsten Altersklassen, von Anfang Zwanzig oder auch jünger bis über 50. Fast alle waren schon seit vielen Jahren arbeitslos und hatten, wie ich mit der Zeit erfuhr, ihre ganz persönlichen Probleme und Gründe für ihre Situation. Der eine war Jahre lang depressiv gewesen und hatte auf Grund seiner Soziophobie kaum Kontakte nach außen gehalten. Für ihn war die Teilnahme an der Maßnahme ein sehr großer Schritt wieder zurück in die Menschenwelt. Ein anderer war einmal ein wohlhabender Unternehmer gewesen, schicke Autos mit allem Drum und dran, aber dann war sein Geschäft, irgendetwas in der Finanzbranche, pleite gegangen und er fand sich und seine Familie in Hartz IV wieder. Er hatte sich freiwillig zu dieser Maßnahme gemeldet, denn er wollte unbedingt hinaus und unter Menschen. Wieder ein anderer hatte noch bis vor ein paar Jahren einen festen Job im In- und Exportbereich gehabt, eigenes Auto und eine Eigentumswohnung waren sein Standart gewesen. Jetzt musste er das Auto aufgeben und damit er nicht auch noch die Wohnung verlor, musste er von seinem geringen Hartzgeld auch noch einen guten 100er zur Tilgung abzweigen. Er drehte wirklich jeden Euro zweimal um und war sehr glücklich über das zusätzliche Geld, dass er bei dieser Maßnahme verdienen konnte.

Bei mir würde von dem Geld nicht viel übrig bleiben, denn da ich nur 20 Stunden die Woche anwesend war, bekam ich auch nur dafür die 1,50 Euro pro Stunde. Das deckte gerade die Autokosten, aber da Wolfgang weiterhin für einen vollen Kühlschrank sorgte, kam ich mit meinem Geld ganz gut hin.

Wenn ich mein Dasein mit denen der anderen verglich, hatte ich den Eindruck ganz zufrieden sein zu können. Mir ging es finanziell relativ gut, zumindest musste ich nicht darben. Und das hatte ich eindeutig Wolfgang zu verdanken. Er nahm mir so langsam aber sicher meine Existenzängste und das war ein gutes Gefühl.

Die Zeit nach dem Bankrott war nämlich wirklich sehr schwierig für mich

gewesen und ich konnte mich daher gut einfühlen in die Situation,

in denen sich die meisten der Teilnehmer befanden.

Jetzt gratis Uhr von MADISON sichern!

Alice Weidel zur Zukunft des

europäischen Wirtschaftsraums (JF-TV Direkt)

Published on Oct 23, 2016

JF-TV Direkt: „Zerfall oder Reform? Die Zukunft des europäischen Wirtschaftsraums“ –

Dieter Stein im Gespräch mit Dr. Alice Weidel am Stand der Jungen Freiheit auf der Frankfurter Buchmesse 2016.

Ich blieb zunächst täglich drei Stunden, von 8.45 Uhr bis 11.45 und ich muss zugeben, das war für mich auch wirklich genug. Die vielen neuen Eindrücke, der Ungang mit den Kollegen, die Arbeit an der Powerpoint-Präsentation, die regelmäßigen Gespräche mit Jo, dass alles musste ich erst einmal verarbeiten. Wenn ich mittags nach Hause kam, dann machte ich eine kurze Runde mit dem Hund um danach auf meinem Sofa zu verschwinden. Mir gingen die verschiedenen Erlebnisse des Tages durch den Kopf, ich analysierte mein Verhalten den Anderen gegenüber und fragte mich, wieso ich mir selbst so fremd war. Ich wurde von meinem Umfeld anders als Früher wahrgenommen. Früher, dass hieß vor der Psychose. Damals war ich fröhlich, selbstbewußt und sehr kommunikativ gewesen, ich unterhielt mein Umfeld mit den verschiedensten Thesen und diskutierte gerne über Gott und die Welt. Jetzt jedoch war ich sehr zurückhaltend, ja still. Ich erkannte mich nicht mehr wieder, mir wurde klar, der Blitz hatte wirklich mehr verändert, als mir lieb sein konnte. Wo nur war mein Temperament hin? Was hatte die Psychose von mir nur übriggelassen? Würde ich jemals wieder zu der Person, die ich geliebt hatte? So eingeschüchtert und schweigsam wollte ich einfach nicht sein. Doch was musste ich tun um wieder die Alte zu werden?

Jo machte mir den Vorschlag ein Team nach Neuss ins Rathaus zu begleiten. Dort fand im Foyer eine Informationsveranstalltung mit vielen Ausstellern zum Thema Gesundheit statt. Er gab mir eine Fotokamera mit, damit sollte ich möglichst schöne Fotos machen. Außerdem sollte ich mir anschauen, wie die anderen mit der Videokamera umgingen um von ihnen etwas zu lernen. Denn bald schon sollte ich selbst damit filmen.

Free21 Mulitplikator Lukas K. im Interview

mit Astrid Meischberger im Augarten in Wien

Published on Oct 23, 2016

http://www.free21.org/ –  WICHTIGE Artikel zum besseren Verständnis unserer Welt:

Ich war froh über diese Abwechslung und ging mit der Kamera auf Bildersuche. Doch ich hatte meine Lesebrille mal wieder nicht dabei. Ich konnte mich einfach nicht mit dem Ding anfreunden. Doch das würde ich, wie ich nun endgültig erkennen musste, in Zukunft tun müssen, denn ich sah auf dem Display alles nur noch unscharf. Und so wurde die Fotographiererei zu einem Blick ins Trübe und das war sehr unbefriedigend.

Meine Ausstellung der Drucke sollte bald schon ebenfalls hier im Rathaus stattfinden, und so fuhr ich mit dem Aufzug in die untere Etage, wo das Gesundheitsamt angesiedelt war. Ein langer Gang führte auf einen quer zu ihm verlaufenden weiteren Gang. Von diesem Gang gingen mehrere Türen zu den Büros und Arbeitsräumlichkeiten des Gesundheitsamtes ab. Der Gang war gleichzeitig auch die Wartezone für die Besucher und hier sollten eben auch meine Bilder bald hängen. Jetzt hingen dort noch große Fotos von alten Eisenbahnen. Der Fotograph war ein Pufferküsser, ganz klar. Und er war ebenfalls lange sehr krank gewesen, wie ich seiner Vita, die neben den Bildern angebracht war, entnehmen konnte.

Die Fotographiererei hatte dem Mann wieder auf

die Beine geholfen, wie dort zu lesen war.

Benedict Cumberbatch

Gleiches erhoffte sich Frau Heine auch für mich.

Ich besuchte sie in ihrem Büro. Sie bot mir einen Kaffee an und wir unterhielten uns ein wenig. Und da machte ich ihr einen Vorschlag. Ich fragte sie, ob das Gesundheitsamt wohl ein Geschenk von mir annehmen würde, denn ich hätte gesehen, die Wandfläche, auf die man den langen Gang entlang zusteuerte, die eignete sich doch ganz hervorragend für ein schönes, großes, buntes Bild. Ich fände, dies sei ganz genau der richtige Ort für mein großes Picasso-Portrait, die blonde Frau. Frau Heine war sehr überrascht, sie kannte das Bild und sie versprach bei nächster Gelegenheit ihren Vorgesetzten zu fragen. Dieser Vorgesetzte war der Arzt, der mich ein Jahr zuvor untersucht hatte. Er sollte meine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen, was er nach einem ausführlichen Gespräch mit mir auch getan hatte. Nun, es dauerte nicht lang, da rief mich Frau Heine an und teilte mir mit, das Amt sei einverstanden. Daraufhin ging ich zu Jo und fragte ihn, ob ich die Ausstellung vielleicht filmen dürfte. Und auch er sagte Ja.

Und so kam es zu dem ersten Film, den ich in der Medienwerkstatt zusammenschnitt. Allerdings war es gar nicht so leicht aus meinen Aufnahmen etwas Vernünftiges zu machen, denn die Bilder waren zum Teil verwackelt. Doch vor allen Dingen waren sie knatschgrün. Ich hatte irgendetwas an der Kameraeinstellung falsch gemacht, jedenfalls war das Ergebnis ein schwieriger Fall. Zum Glück waren meine Kollegen so freundlich mir bei der Bearbeitung zu helfen. Egges zum Beispiel, er war einer der ältesten Teilnehmer und außerdem schon einige Monate dabei. Er zeigte mir die Grundzüge des Schneideprogramms und wir fanden gemeinsam auch heraus, wie man die Farbe korrigieren konnte. Dennoch, ich war mit dem Film nicht sonderlich zufrieden. Meine Bilder kamen mit dieser Kamera einfach nicht richtig rüber, denn meine Drucke waren sehr fein strukturiert, es gab viele winzige Besonderheiten darin zu entdecken, aber die relativ schlechte Bildqualität lies Vieles im Unscharfen verschwinden. Egges half mir auch beim Brennen des Films auf DVD. Es war in der Medienwerkstatt üblich, dass man zudem noch ein schönes Cover für die DVD-Hülle entwarf. Dies wurde zumeist mit Photoshop erledigt, doch ich kannte mich nur sehr rudimentär mit diesem Programm aus. Ich konnte gerade mal ein Bild zuschneiden und beschriften, aber die vielfältigen Tricks, die dieses Programm auf Lager hatte, von denen hatte ich keine Ahnung. Doch Egges war von Beruf sogar ein ausgebildeter Photoshoper, er kam aus der professionellen Bildbearbeitung, war aber nun auch schon seit vielen Jahren ohne festen Job. Für die Werbebrache war er einfach nicht mehr jung genug, die suchten nach Zwanzig- und Dreißigjährigen.

Egges war sehr froh einen Platz in der Maßnahme gefunden zu haben. Allein in der Wohnung fiel ihm die Decke auf den Kopf, denn dort vermisste er Kollegen und Kunden für die er da sein konnte. Er hatte sich hier in der Medienwerkstatt mit einer weiteren Teilnehmerin angefreundet, ich erinnere mich nur noch an ihren Nikname, Calandra. Sie war lange psychisch sehr krank gewesen, Depressionen und Angstzustände hatten sie beherrscht. Jetzt war sie auf dem Weg der Besserung und auch sie war freudig und engagiert bei der Sache. Beide arbeiteten an dem gleichen Film und beide fürchteten den Tag, an dem diese Maßnahme für sie zu Ende gehen würde. Calandra war wie Egges sehr hielfbereit und obwohl ich sie wirklich oft wegen irgendetwas fragen musste, sie waren immer aufgeschlossen und bemühten sich mir dabei zu helfen, die einzelnen Funktionen der Programme zu erschließen.

Vera Lengsfeld über SED, Stasi und Die LINKE

Published on Oct 23, 2016

Verbreitet das Video und erzählt es euren Mitmenschen!

Douglas Costa

Jo gab mir eine neue Arbeit. 

Ich sollte gemeinsam mit einem Kollegen den Film über den sogenannten Firmday schneiden. Dieser Tag war von der katholischen Kirche organisiert worden. 500 junge Firmlinge hatten dort an mehreren Workshops teilgenommen und abgerundet wurde dieser Tag dann noch von einer Jugendmesse mit dem Weihbischof.

Mein mir zugewiesener Kollege war eigentlich Italiener, er war jedoch hier aufgewachsen und lebte mit Frau und Kindern direkt in der Nachbarschaft der Medienwerkstatt. Sein großes Hobby waren Mofas eines ganz bestimmten Typs, ich erinnere mich jedoch nicht mehr an den Namen dieser kleinen Flitzer. Er hatte einen Film von einer Tour mit seinem Club gemacht und wie ich sah, er hatte wirklich ein Auge für schnelle und gute Schnitte. Auch die Musik passte sehr gut zu den Aufnahmen. Ich weiß leider auch seinen Namen nicht mehr, aber wir waren uns von Anfang an sympathisch. Er war ein offen auftretender, gutaussehender Mann um die Vierzig. Immer relativ teuer angezogen, auch wenn es nicht mehr die allerneueste Mode war. Er hatte ganz offensichtlich schon erheblich bessere Zeiten erlebt. Wir saßen also vor meinem Computer, gingen die Aufnahmen durch und arbeiteten gut zusammen. Er beeindruckte mich mit seinen guten Ideen. Und so waren Jo und Torsten am Ende mit dem Ergebnis auch zufrieden. Und dass hieß, sie konnten jetzt einen Termin mit dem zuständigen Vertreter der Kirche machen, um diesem den Film zu zeigen. Eventuell würden dann noch kleiner Änderungen erbeten, aber das war selbstverständlicher Service.

Die „Kunden“ brauchten für die Filme nichts zu bezahlen, die Filme waren für sie kostenlos, dennoch wurden sie möglichst so gut bedient wie in jeder anderen Agentur auch. Natürlich könnte man jetzt denken: „Was! Der Staat finanziert auch noch so etwas! Das ist doch schlimme Wettbewerbsverzerrung!“ Aber ich kann Sie beruhigen, das Angebot, umsonst einen kleinen Imagefilm zu machen, bezog sich wie das Gesetzt es vorsah, nur auf gemeinnützige Vereine und Organisationen.

Die hatten normalerweise kein Geld übrig für einen Imagefilm und

waren demnach auch keine ernstzunehmenden

Kunden für professionelle Filmemacher.

alt

Ich fand die Idee der Medienwerkstatt sehr gut.

Diese Maßnahme war wirklich für alle Beteiligten eine super Sache. Die Teilnehmer konnten sich mit etwas Interessantem und Sinnvollen beschäftigen, verdienten sich eine Kleinigkeit hinzu, mindestens zwei qualifizierte, feste Arbeitsstellen wurden geschaffen, das Technologiezentrum, zu dem die Medienwerkstatt gehörte verdiente an dieser Maßnahme und die Kunden bekamen einen Film über sich und ihre Einrichtung. Damit konnten sie sich einem größeren Publikum bekannt machen und für sich werben. Den Staat kostete dies natürlich etwas Geld, aber man hatte auf der anderen Seite eben auch versprochen: Fördern und Fordern, wobei bei dieser Maßnahne hier das Fördern im Vordergrund stand. Zumindest verstand Jo seine Aufgabe so.

Sarah Lombardi, Pietro Lombardi, Grill den Henssler

Er war wirklich ein toller Chef. 

Mich erinnerte er sehr an meinen Großvater und

das lag nicht nur an dem dicken Bauch, den beide vor sich hertrugen.

Jo war wie mein Großvater ein sehr verantwortungsbewußter und engagierter Vorgesetzter. Er nahm sich jedes einzelne Schicksal vor, er sprach regelmäßig unter vier Augen mit ihnen, besprach die beruflichen und persönlichen Hindernisse, er suchte gemeinsam mit dem Teilnehmer nach einer Perspektive über die Medienwerkstatt hinaus. Dem einen musste er zusätzlich bei einer Zwangsräumung helfen, ein anderer hatte Probleme mit dem Gesetz bekommen und musste nun auch noch Sozialstunden ableisten, oder jemand hatte körperliche oder seelische Schwierigkeiten und wieder ein anderer hatte möglicherweise größere Probleme sich in das Team einzufügen.

Ich sprach mit ihm von Anfang an ganz offen über meine Erkrankung. Er hatte durchaus auch eigene, persönliche Erfahrungen mit einer gestörten Psyche gemacht. Er erzählte offen von seiner ehemaligen Drogenkarriere in jungen Jahren und der schweren Depression an der er irgendwann gelitten hatte. Er wußte aus eigener Erfahrung, dass man den Boden unter den Füßen tatsächlich verlieren konnte und dass es gar nicht so einfach war, dieses wieder zu ändern. Aber er glaubte daran, dass man es mit etwas Hilfe und Unterstützung schaffen konnte. Manchmal musste derjenige sein Leben auf den Kopf stellen und möglicherweise über mehrere seiner Schatten springen, aber am Ende gab es immer einen Weg. Es war wirklich selten, dass er jemanden kündigte. Er vergab echte Chancen.

Da war zum Beispiel eine Teilnehmerin, die saß den ganzen Tag schweigsam vor ihrem Rechner, sie schaute sich nie um und sprach auch mit niemanden. Sie war ziemlich übergewichtig und schien sich dessen zu schämen. So eine Frau hatte es auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich nicht ganz leicht. Doch Jo zog sich regeläßig mit ihr in sein winziges Kabuff zurück und ging sensibel auf sie ein. Er ermunterte sie mit dem Malprogramm zu zeichnen, denn er hatte entdeckt, dass sie dies ganz wunderbar konnte. Er lobte sie und bat auch mich, dass ich mir ihre Arbeiten einmal anschauen sollte. Und tatsächlich, ihre Zeichnungen waren wirklich sehr besonders. Durchaus sehr schön. Dieses Interesse an ihrer Arbeit tat ihr nicht nur gut, es ermunterte sie tatsächlich dieses Talent auszubauen. Ich weiß nicht, was sie heute macht, aber ich bin sicher, die Maßnahme hat ihr auf ihrem Weg weitergeholfen. Ganz bestimmt.

Und mir half die Medienwerkstatt ebenfalls. Die Gespräche mit Jo, aber auch mit Torsten, dieser war ehr für die technischen Fragen zuständig, beide waren für mich sehr wichtig. Ich bekam von ihnen eine neue Aufgabe. Ich sollte den Film über den 10. Jahrgang der Teamassistentinnen schneiden. Diese Damen hatten im Technologiezentrum einen 8 monatigen Kurs zur Projekt- und Teamassistentin gemacht. Ihre Abschlussveranstaltung wurde regelmäßig von der Medienwerkstatt auf Video aufgenommen. Diesmal hatten Jo und Torsten den Film gedreht. Jeder hatte eine Kamera geführt und jetzt mussten die beiden Filme zusammengeschnitten werden.

Schiaparelli

Ich gab mir sehr viel Mühe, denn

ich wollte meine Aufgabe gut machen.

Schließlich hatte ich selbst einmal überlegt diesen Kurs zu machen, aber meine Therapeutin hatte mir davon abgeraten. Sie meinte, ich wäre dem Leistungsdruck eventuell noch nicht gewachsen. Für so einen anspruchsvollen Kurs wäre es bei mir noch zu früh.

Und ich musste zugeben, der Kurs hätte mich wirklich sehr gefordert. Nicht so sehr wegen der Inhalte, vielmehr wegen der Tatsache, dass alle Teilnehmerinnen Frauen waren. Gestandene, selbstbewußte und nett anzuschauende Frauen. Früher hätte mich dies sicherlich nicht geschreckt, aber jetzt? Ich hatte für ein solches Team schon nicht die richtigen Klamotten zum Anziehen. Geschweige denn, dass ich mich, was mein Selbstbewußtsein anging, mit diesen Frauen hätte messen lassen wollen. Und mir wurde klar, wenn ich jemals wieder als Desingerin arbeiten können wollte, dann würde ich mindestens die Fähigkeiten dieser Damen entwickeln müssen.

Aber den Film bekam ich ganz gut hin. 3-4 konzentrierte Tage und der Film war fertig. Jo war wirklich sehr zufrieden und als ich mir den Film aus dem Vorjahr anschaute war mir auch klar warum. Der letzte Film war wirklich sehr schlecht geschnitten. Das war das Risiko, dass ein Kunde hier einging. Die Arbeit konnte auch mal nicht so toll werden, es kam halt ziemlich auf die Teilnehmer an. Einige brachten sehr schnell gute Leistungen, andere brauchten mehrere Versuche. Ich gehörte zu Ersteren, doch das war nur zu natürlich, denn ich hatte schließlich zuvor schon viele Filme bearbeitet. Meine Monalisa-Filme. Die viele Schneiderei daran machte sich jetzt bezahlt.

Lena Meyer-Landrut, Stefan Raab

Zu Besuch bei Michael

Jo forderte mich auf mir ein Filmthema zu suchen, etwas, an dem ich den Umgang mit der Kamera noch einmal etwas üben konnte, denn die Aufnahmen von der Ausstellung ließen auch für ihn noch ziemlich zu wünschen übrig.

Und ich hatte eine Idee: Ich wollte Filme über Kunst machen. Und zwar über die Lebenskunst von Hartzianern, die den Hintern für irgendetwas Kreatives hoch bekamen. Auch sie würden, ähnlich der Vereine, sich selbst nur selten einen Imagefilm leisten können, aber dass hieß schließlich nicht, dass ihre Arbeit dies nicht wert war. Im Gegenteil, ich war der Meinung, unter Hartzianern gab es ganz bestimmt viele, die ihre freie Zeit sinnvoll nutzten. Sinnvoll, wenn man Kunst sinnvoll fand. Und das war bei mir auf jeden Fall der Fall, auch wenn ich selbst zur Zeit keinen Pinsel in die Hand nehmen wollte.

Ich rief Michael an und fragte ihn, ob er sich und seine Kunst nicht von mir filmen lassen wollte. Er war ziemlich überrascht, aber gerne zu diesem Experiment bereit. Dies überraschte mich jedoch schon etwas, denn bisher war er vor meiner Kameralinse immer weggelaufen. Einmal war er sogar richtig böse geworden, nur weil er dachte, ich hätte ihn gefilmt. Diesmal aber war er interessiert. Ich lud mir also Kamera und Stativ ins Auto und fuhr nach Düsseldorf. Michael wohnte mit seiner Freundin Nick mitten in der Stadt. Ich fand glücklicherweise in der Nähe einen Parkplatz und packte die Kamera aus und filmte zunächst erstmal das Haus, das Klingelschild, die Fahrt im Aufzug und auch mein Klingeln an der oberen Haustür. Dies sollte der Anfang meines Filmes „Zu Besuch bei Michael“ sein.

Ich filmte den Eintritt in die Wohnung und die Begrüßung.

Dann stellte ich die Kamera auf und ließ sie laufen, während wir zu viert, ein Freund von Nick war ebenfalls noch anwesend, in der kleinen Küche um einen Tisch versammelt waren. Dann ging ich mit der Kamera durch die Wohnung und filmte Michaels Bilder, die überall in den Zimmern hingen. Es waren ganz besondere Bilder, sie waren durch Bildbearbeitung eigener Fotos am Computer entstanden. Es waren im Prinzip Kollagen, oder sie erinnerten an Plakate. Die Bilder befanden sich hinter einer dünnen Plexiglasscheibe und sie waren auf eine Aluminiumplatte gedruckt worden. Ich fand die Ergebnisse wirklich sehr gut, gerade aus designerischer Sicht.

Anschließend saß ich alleine mit Michael in der Küche und wir unterhielten uns über seine Kunst. Auch das nahm ich auf. Dann gingen wir noch in sein Zimmer an seinen Computer und er erzählte noch ein paar Worte zu der Herstellungsweise. Dann noch ein Hinweis auf seine Internetseite und fertig war der Film. Jetzt würde ich ihn noch schneiden und mit Musik unterlegen müssen. Darauf freute ich mich schon sehr, denn mit einem professionellen Programm machte dieser Teil der Arbeit wirklich viel Spaß. Mir machte es Spaß, und das war ein seit langem vermisstes Gefühl.

Es dauerte daher auch nicht lange und ich konnte das Ergebnis vorzeigen. Jo war positiv überrascht und auch Michael fand den Film nicht schlecht. Im Gegenteil, ihm hatte der Dreh so gut gefallen, dass er so etwas gerne sogar noch mal machen wollte. Denn, ganz so toll war der Film dann leider doch nicht geworden. Es gab einen blöden Wackler, das Interview wurde durch Sirenengeheul unterbrochen und die Helligkeit der Aufnahmen in seinem Zimmer waren nicht ganz in Ordnung. Der Film war ein guter Anfang, aber man konnte es sicher noch besser machen.

Ich selbst gefiel mir auf dem Film jedoch ganz und gar nicht.

Meine Haare waren für meine Begriffe immer noch viel zu kurz. Ich hatte sie mir kurz nach dem Krankenhaus abschneiden lassen und sie waren noch nicht wieder zu alter Länge nachgewachsen. Mein Pullover saß viel zu knapp und mein nicht mehr zu versteckender Bauch zeichete sich darunter ab. Das sah wirklich nicht besonders schön aus. Aber in diesem Film ging es ja auch nicht darum mich gut aussehen zu lassen, sondern Michael sollte sympathisch rüber kommen und das war durchaus der Fall. Trotzdem würde ich etwas an meiner Optik tun müssen, ich sah wirklich immer noch ziemlich fertig aus, von der einstigen durchaus auch sehr attraktiven Monalisa war wirklich nicht viel zu erkennen. Auch meine Bewegungen und die Fragen die ich stellte, so erfrischend und unterhaltsam wie Monalisa war ich absolut nicht.

Mich frustrierte dies ziemlich, denn wenn ich auch nie viel Wert auf Äußerlichkeiten gelegt hatte, unangenehm auffallen wollte ich ganz bestimmt nicht. Doch ein Blick in meinen Kleiderschrank machte klar, ich würde in neue Klamotten investieren müssen, denn meine alten Sachen waren zwar zum Teil ganz schön, aber sie passten mir einfach nicht mehr richtig. Dafür hatte ich allerdings kein Geld. Anziehsachen, vor allen Dingen schöne Klamotten waren für eine Hartzianerin wie mich unerschwinglich. Billige Klamotten hingegen waren meist von so schlechter Qualität, dass sie nach ein, zwei mal waschen aus der Form gingen und alt aussahen.

Meine Mutter brachte mir schon mal das eine oder andere ausrangierte Teil vorbei, doch unsere Kleidergrößen passten nicht mehr zusammen. Sie war im Grunde nur noch ein Strich in der Landschaft und ich ging völlig auseinander. Ich versuchte abzunehmen, doch das gelang mir überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich hatte den Eindruck, je mehr das Gewicht mich belastete desto leichter nahm ich zu. Mein Essverhalten war allerdings auch nicht ganz in Ordnung. Frühstücken konnte ich schon länger nicht mehr, ich hatte einfach überhaupt keinen Hunger. Erst ab 13 oder 14 Uhr aß ich ein Brot oder auch zwei. Nachmittags kochte ich immer warm für mich und Wolfgang. Jeden Tag. Das war für mich etwas ungewöhnlich, denn normalerweise hatte ich immer nur etwas gekocht, wenn ich auch Hunger hatte.

Ja, und abends kam dann der Heißhunger und ich aß mich durch einen Berg von Süßigkeiten. Dies war eine schlechte Angewohnheit, die ich von Wolfgang übernommen hatte. Ich trank mindestens einen Liter Orangensaft jeden abend und irgendein leckerer Joghurt passte auch immer noch hinein.

Ich wußte, dass dies alles nicht gerade eine gute Figur machte,

aber ich konnte mein Verhalten auch nicht abstellen.

Der innere Schweinehund war

einfach zu stark, oder ich war zu schwach. 

Pragmatismus versus Ideologie

Published on Oct 22, 2016

Der Erkenntniskuchen

Jo war mit meinem Engagement sehr zufrieden

und er gab mir weitere Aufnahmen zum Schneiden.

Ein Film war zum Beispiel eine Feierstunde im Kreishaus Grevenbroich zur Verabschiedung von Landrat Dieter Patt. Solche Filme waren inhaltlich nur wenig interessant aber ich übte mich an ihnen im Umgang mit dem Schneideprogramm. Ein anderer Film zeigte behinderte und kranke Kinder beim Reiten auf Holzübungspferden, Jo hatte selbst die Aufnahmen dazu gemacht. Er war zwar kein ausgebildeter Kameramann wie Torsten, aber er wußte dennoch sehr genau, wie und was er filmen musste um einen schönen Film zu machen. Es war wirklich so, wer einmal einen Film hatte machen lassen, war meist zufrieden und kam nach ein paar Jahren oft wieder und wollte noch mal einen Neuen machen lassen.

Die Medienwerkstatt war bei der Stadt Neuss darum auch gut angesehen. Fast alle Fallmanager äußerten sich sehr lobend über diese Maßnahme und sie schickten daher auch gerne ihre etwas schwierigeren Fälle. Sie wußten, Jo würde sich intensiv um solche Kandidaten kümmern und oft war es am Ende tatsächlich so, ein ehemals frustrierter und vereinsamter Hartzianer wurde wieder zu einem optimistisch denkenden Teilnehmer mit neuer Perspektive. Sei es, dass man sich zu einer Unschulung entschloss, das Abitur nachmachen wollte, eine Lehre in Angriff nahm oder einfach nur wieder motiviert war sich intensiv einen Job zu suchen.

Ich sprach mit vielen meiner Kollegen auch über ihre persönliche Situation und nicht wenige waren wie ich ziemlich glücklich mit der Maßnahme. Hier gab es nette Kollegen, einen verständnisvollen Chef, eine interessante Beschäftigung, etwas mehr Geld und zielführende Gespräche über die eigene Lage und Perspektive. Natürlich gab es auch Teilnehmer, die sich nur schwer mit einem 1.50 Job abfinden konnten, sei er noch so interessant. Und manch einer hatte sogar eine richtige Abneigung gegen Kameras. Aber auch für solche Kandidaten gab es eine Aufgabe. Denn die Medienwerkstatt brauchte nicht nur Leute die Filme drehten und schneideten. Einige blühten auf, wenn sie an der Computerhardware herumbasteln konnten oder als Administrator gefragt waren. Jo fand meistens das Richtige für jeden.

Und so sagte Jo auch nicht nein, als ich mit einem Vorschlag kam. Die Idee war mir spontan beim Fernsehgucken gekommen. Ich verfolgte den Parteitag der SPD im November 2009. Die Wahlen waren desatrös zu Ende gegangen und Parteichef Sigmar Gabriel hielt eine aufrüttelnde Rede. Er forderte darin alle, Mitglieder und Sympathisanten, auf an der Erneuerung der SPD mitzuwirken. Ich fand die Rede ganz gut und fühlte mich durchaus angesprochen. Und da kam mir die Idee zu einem Film. Ich wollte vor der Kamera einen Apfelkuchen backen und dabei von der Medienwerkstatt erzählen. Ein Film ganz persönlich für Sigmar Gabriel. Denn ich dachte, wenn er und seine Leute von dieser wirklich tollen Maßnahme erfuhren, vielleicht würden sie sich dann dafür einsetzten, dass so eine Maßnahme auch in anderen Städten durchgeführt wurde. Ich war bereit mich für so eine Sache einzusetzten. Ich wollte Werbung für die Medienwerkstatt machen und zwar ganz gezielt und weit oben.

Als ich Jo und Torsten von der Filmidee erzählte reagierten sie überrascht aber nicht abgeneigt. Ich durfte die Kamera über das Wochenende mit nach Hause nehmen. Das Stativ meinte ich nicht zu brauchen, da ich ja ein eigenes Stativ besaß.

Und so machte ich mich an dem darauf folgenden Samstag an die Aufnahme. Ich schminkte mich etwas, meine Haare waren frisch gewaschen und ich zog meinen schönsten Pullover an. Es war ein bunter Ringelpullover, ich hatte ihn von meiner Mutter geerbt. Er passte mir glücklicherweise immer noch ganz gut. Nur viel dicker durfte ich auch darin nicht werden.

So vorbereitet ging ich mit Kamera und Stativ in den Garten, stellte eine Leiter vor einen meiner Apfelbäume und positionierte die Kamera so, daß man mein Gesicht vor den Äpfeln erscheinen sah. Ich sprach Herrn Gabriel ganz direkt an, pflückte die Äpfel und lud ihn ein mit mir in meine Küche zu kommen um mir beim Backen Gesellschaft zu leisten, denn ich hätte ihm etwas Interessantes zu erzählen. Dann folgte eine Aufnahme vor meiner Haustür, dort stellte ich mich vor und nannte meine Adresse.

Oben in der Küche ging es weiter. Ich bereitete die Zutaten vor und begann die Äpfel zu schneiden. Dabei erzählte ich dann von der Medienwerkstatt und meinen Erfahrungen, die ich damit gerade machen würde. Ich nannte die Internetseite und forderte Herrn Gabriel dazu auf, sich mit dieser Maßnahme doch bitte einmal näher auseinanderzusetzen. Ich rührte den Teig und belegte den Boden, dann kam alles in den Ofen. Das Rezept wollte ich später als Schriftrolle vor diesen Bildern ablaufen lassen. Herr Gabriel sah mir durchaus so aus, als könne er etwas mit einem Kuchenrezept anfangen. Zum Schluß filmte ich den fertigen Kuchen und verabschiedete mich mit freundlichen Worten. Phu, das war geschafft. Kochen, Reden und Filmen alles auf einmal, das war ganz schön anstrengend. Aber es hatte mir Spaß gemacht. Ich schaute mir das Ergebnis auf meinem Sofa sitzend an und war zufrieden. Daraus würde sich bestimmt etwas machen lassen und so freute ich mich schon auf Montag. Ich wollte den Film so schnell wie möglich fertigstellen, damit er nichts von seiner Spontanität verlor.

Spontanität war für mich auch bei den Monalisafilmen wichtig gewesen. Damals hatte ich irgendwann einen Film pro Tag gemacht, Aufnahme, Schneiden, Musik, alles in einem Rutsch. Gerade diese Schnelligkeit hatte mich gereizt. Ich stellte mir vor, auf diese Weise sehr spontane und aktuelle Reaktionen ins Netzt bringen zu können. Ein riesen Potential für einen mitteilungsbedürftigen Geist wie mich.

Für diesem Film jedoch gab ich mir eine Woche. Ich hatte mit Jo abgesprochen, dass ich fortan 4 Stunden pro Tag in der Medienwerkstatt arbeiten würde und bei Bedarf auch noch länger. Ich sollte die Stunden einfach aufschreiben, Torsten würde sie kontrollieren und berechnen. Ich durfte also selbst entscheiden, wie lange ich arbeiten ging. Das war wirklich sehr angenehm und ich empfand mein Dasein in der Medienwerkstatt als absolut freiwillig. Und jetzt durfte ich auch noch meinen eigenen Ideen folgen. Das war wirklich super und sehr motivierend.

Der Film wurde tatsächlich nach wenigen Tagen schon auf DVD gebrannt und ich hatte auch schnell, mit Egges Hilfe, ein schönes Cover dazu entworfen.

„Der Erkenntniskuchen – ein Rezept für den

SPD – Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel“

from Monica Kraemer

Jo und Torsten waren von meinem 10 minütigen Werk wirklich sehr angetan und Torsten ging sogar soweit und trommelte alle anderen Teilnehmer zusammen, er wollte, dass sie sich gemeinsam den Film anschauten. Wir versammelten uns in dem Schneideraum mit dem Fernseher, einer legte die DVD ein und dann sahen alle was ich Herrn Gabriel zu sagen hatte. Sie hörten, dass ich eine glückliche Hartzianerin war, die absolut begeistert von ihrer 1,50 Euro- Maßnahme ist und darum Werbung dafür machen wollte.

Und, wer hätte es gedacht?

Es gab Applaus. Allen gefiel mein Film.

Und auch ich musste sagen, dass er wirklich gelungen war. Gut, es gab ein paar Kleinigkeiten zu beanstanden, wenn man es sehr genau nahm, aber darüber konnte ich durchaus hinwegsehen. Mir ging es in erster Linie um die Botschaft, und die kam schön verpackt daher, genau dass was ich gewollt hatte. Jo wollte den Film jedoch, bevor ich ihn abschickte noch dem Geschäftsführer des Technologiezentrums zeigen, um sicher zu gehen, dass dieser informiert war. Schließlich wäre es schon etwas merkwürdig, wenn sich jemand von der SPD bei ihnen melden würde und das Haus von dieser Aktion gar nichts wußte.

Also wartete ich ab. Eine Woche. Doch als auch bis dahin der Mann noch nicht dazu gekommen war ihn sich anzuschauen, da verlor ich die Geduld und entschied: Der Film muss endlich abgeschickt werde, sonst verliert er an Attraktivität. Auch Jo war einverstanden, dass ich ihn ohne o.K. von Oben versendete.

In dem Film erzählte ich auch von meinem neuen Projekt. Ich sollte ein kleines Team anführen und einen Film über ein Künstlercafe drehen. Es war ein besonderes Cafe. In ihm arbeiteten geistig Behinderte mit Nichtbehinderten zusammen. Sie kochten, machten den Service und sie malten in ihrer Freizeit zusammen in einem in der Nähe befindlichen Atelier. Die Bilder waren zum Teil in dem Cafe ausgestellt, es fand aber auch gerade eine größere Werkschau im benachbarten Rathaus statt. Auch diese Ausstellung sollten wir filmen. Außerdem gab es einen Tanzkurs für die Behinderten, der gute Bilder geben würde.

Mehrere Drehtermine mussten für den Film wahrgenommen

werden und so lernte ich Necati kennen. 

Necati

Zu meinem Kunstcafe-Team zählten Bülent und Jens.

Bülent war ein wirklich ausnehmend sympathischer Türke, mit einem abgebrochenen Studium und einer Ausbildung zum Systemadministrator. Er trug die Haare lang, was mich gleich an meinen Freund Mansur erinnerte. Er war erst seit wenigen Monaten Hartzianer, doch sein Fallmanager wollte ihn möglichst schnell wieder irgendwo unterbringen. Und die Medienwerkstatt war auch für diesen Berater die beste Lösung. Bülent lebte sich schnell in die verschiedenen Aufgaben ein und hatte auch ruckzuck das Schneideprogramm im Griff. Man merkte ihm an, dass er noch nicht lange arbeitslos war und wenn man ihn sah und erlebte, dann fragte man sich schon, wie dies überhaupt hatte passieren können. Wenn ich Arbeitgeber wäre, ich würde Bülent mit Kusshand nehmen. Er war wirklich eine große Bereicherung für alle.

Jens war ebenfalls noch nicht lange arbeitslos. Er hatte Journalismus studiert und hatte auch mehrere, unterschiedliche Jobs ausprobiert, aber es war überhaupt nicht leicht als Journalist einen festen Job zu bekommen. Und die Bezahlung für seine Musikkritiken in der Rheinischen Post war mehr als dürftig. Journalisten hatten es tatsächlich immer schwerer, sie wurden in meinen Augen total ausgenützt und ausgenommen. Jens wohnte daher wieder bei seinen Eltern, anders ging es einfach nicht. Und zum Glück hatte er eine Familie, die sehr eng zusammenhielt. Er fuhr daher auch jeden Mittag in der Pause nach Hause zum Mittagessen. Ich fragte ihn regelmäßig was es zu Essen gegeben hatte und ich muss sagen, Jens ging es zumindest kulinarisch ganz gut. Er hatte auch ein eigenes Auto, was ihm ermöglichte die verschiedenen kulturellen Veranstaltungen zu besuchen um darüber zu schreiben. Er freundete sich mit Bülent an und auch zu mir war er immer sehr freundlich und hilfsbereit.

Ich zeigte beiden ein paar meiner Monalisa-Filme und ich darf sagen, die Filme kamen bei den Beiden wirklich gut an. Sie fanden mich lustig und sehr unterhaltsam und sie ermunterten mich, die Filme zu veröffentlichen. Allerdings, so wurde ich auch von Torsten und Jo aufgeklärt, die Musik würde ich auswechseln müssen, denn es war aus urheberrechtlicher Sicht absolut verboten irgendwelche Musik, auch wenn man sie auf CD gekauft hatte, zu benutzen. Es war im Grunde ja noch nicht mal erlaubt eine Copie davon zu machen. Das hatte ich nicht gewußt und mir wurde klar, wenn ich meine Filme veröffentlichen wollte, dann würde ich alle Filme noch einmal überarbeiten müssen. Torsten meinte, ich könne wirklich sehr froh sein, dass ich bisher noch nichts von meinen Sachen ins Netz getan hätte, die Rechtsanwälte der Musikbranche hätten mir eine Klage nach der anderen beschert.

In der Medienwerkstatt wurde daher die Musik meistens aus dem Netz von der Internetseite freeplaymusik.de heruntergeladen, denn dort konnte man Musik aussuchen, die frei zu benutzen war. Jens kannte sich sehr gut mit Musik aus und so ließ ich ihn oft Musik für meine Zwecke auswählen, denn er hatte ein gutes Ohr dafür.

Ich war mit meinem Team sehr zufrieden und ich kann sagen,

wir haben gut zusammengearbeitet. 

Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Champions League, Trophäe

Jens machte zum Beispiel das Interview mit der Geschäftsführerein des Kunstcafes. Ich filmte und Bülent ging mir dabei zur Hand. Die Aufnahmen auf der Werkschau im Rathaus machten wir ebenfalls zusammen, ich filmte und Jens, Bülent und noch eine weitere Medienwerkstattkollegin simulierten die Besucher, damit die Bilder nicht so statisch daher kamen.

Es waren mehrere Drehtage notwendig um alle aktuellen Aktionen des Cafes auf Band zu bannen. Zum Schuß besuchten wir die Cafemitarbeiter in ihrem Atelier. Und dort fiel mir Necati endgültig auf. Ich hatte ihn schon im Cafe gefilmt und er war mir als ein sehr engagierter und liebenswürdiger junger Mann erschienen. Er hatte einen Sprachfehler aber ansonsten merkte man von seiner Behinderung fast nichts.

Er war die treibende Kraft auch hier in der Künstlerrunde. Er malte am fleißigsten und zeigte wirklich ein großes Talent. Es waren seine großen Frauenbilder, die auch im Cafe überall hingen, die als erstes ins Auge stachen. Sie waren alle gesichtslos aber irgendwie dennoch sehr bered. Seinen bisher größten Erfolg hatte er jedoch mit seinen Arche Noha – Bildern. Sie waren schon mehrfach ausgestellt worden und viele von ihnen hatte er auch verkauft. Es waren wie er sagte oft die Kinder, die sich eines dieser fröhlichen und farbenfrohen Bilder für ihr Kinderzimmer wünschten.

Wir alle waren beeindruckt von diesem jungen Mann und so kam mir die Idee, einen weiteren Film zu machen. Einen Film über das Tagewerk dieses Künstlers, mit Aufnahmen von seiner Arbeit, seinen Bildern und einem Interview.

Ich fasste mir ein Herz und fragte ihn, nachdem ich mir bei Jo das o.K. für diese Aufgabe geholt hatte. Und Necati sagte spontan zu. Wir verabredeten den Film irgendwann im Frühling zu drehen und ich war glücklich. Dieser Film würde meine Abschlussarbeit sein, denn im Mai schon würde die Maßnahme für mich zu Ende gehen.

Dann drohte wieder das Sofa.

Wohnlandschaften machen ihrem Namen alle Ehre - hier kannst du fläzen und kuscheln, ohne dich beengt zu fühlen.

Die Kochfilme

Ich wartete 2 Monate auf meine Antwort auf meinen Film „Der Erkenntniskuchen“, aber dann kam tatsächlich ein Brief aus Berlin zurück, indem man sich für meinen Film im Namen von Sigmar Gabriel bedankte. Man schrieb mir, dass man noch nicht wüßte, wann der Parteivorsitzende Zeit finden würde sich meinen Film anzuschauen. Immerhin, mein Film war offensichtlich angekommen und weil die Sache mir wirklich sehr viel Spaß gemacht hatte, beschloss ich dieses Projekt zu wiederholen. Ich wollte eine ganze Serie anfertigen, auch wenn ich nicht recht wußte, was ich vor der Kamera kochen sollte. Mein Gehirn war was meine Kochkünste anging immer noch Brachland. Ich hatte schlicht und ergreifend keine Rezepte auf Lager und mir fehlte seit dem schrecklichen Blitz schon für die einfachsten Dingen die Routine. Ich wollte es dennoch versuchen, denn ich hoffte so meinem Gehirn etwas auf die Sprünge zu helfen. Ein wichtiger Ratgeber war mir dabei das Internet. Hier konnte ich mein Wissen erweitern und mich auf die einzelnen Rezepte vorbereiten. Doch das Kochen war nicht die Hauptsache um die es mir ging. Ich wollte mit den Filmen auch meine persönliche Entwicklung dokumentieren.

Nach dem ich drei einfache Kochfilme gemacht hatte, plante ich wieder einen Politikerfilm. Diesmal war er für Hannelore Kraft gedacht. Sie hatte sich nämlich in der Presse zum Thema Hartz IV und gemeinwohlorientierte Arbeit geäußert. Ich wollte ihr was ihre Vorstellungen anging Mut machen, obwohl ich mich auch darüber beschwerte, dass bei der Arbeit für Hartzianer meist nur an sehr einfache Tätigkeiten wie Starßenkehren und Altenbetreuung gedacht wurde. Ich wollte sie mit meinem Film darauf aufmerksam machen, dass es auch viele gut ausgebildete Hartzianer gab, die durchaus daran interessiert waren sich gesellschaftlich einzubringen, allerdings nicht als Starßenkehrer. Auch diesen Film schickte ich an die SPD und ich wartete. Die Antwort kam relativ flott, die Wahlen in NRW standen vor der Tür. Wieder wurde mir gedankt und man entschuldigte sich dafür, dass Frau Kraft zur Zeit nicht die Zeit habe sich den Film anzuschauen. Aber immerhin, ich hatte eine Antwort bekommen, wenn sich auch die Leute bei der SPD offensichtlich nicht besonders für meine Filme interessierten. Das hatte ich anders erwartet. Denn ich hatte mich schon einmal an die SPD mit Vorschlägen gewandt, und damals hatte man mich daraufhin sogar ins Willi Brand-Haus nach Berlin eingeladen. Es ging um die Bundestags-Wahlkampf-Kampagne, Ende der Neunziger. Ich hatte eine Idee für eine Plakataktion und diese hatte ich spontan an die SPD geschickt. Schröder war damals Kandidat. Ich war von diesem Mann positiv eingenommen, ich wollte das er gewinnt und ich war bereit mich dafür auch beruflich zu engagieren. Doch aus der Zusammenarbeit wurde nichts, die Verantwortung für die Kampagne wurde einige Wochen später einer großen Agentur übertragen und ich bekam einen Dankesbrief.

Ich sprach mit Jo häufig über meine Zukunft. Er war von meinen Leistungen überzeugt und er wollte mich gerne so gut es ging unterstützen. Er meinte, ich hätte einen besonders ausgefallenen Blick auf die Dinge und wenn ich mir etwas mehr Mühe geben würde, dann sähe er für mich und meine kreatibve Arbeit durchaus eine Zukunft. Die Mühe, die er ansprach, betraf die Qualität meiner Filme. Denn, ich musste es zugeben, der Ton war bei meinen Filmen nicht optimal. Irgendwie machte ich bei der Einstellung der Kamera immer wieder etwas falsch.

Aber dafür waren meine Kochfilme ja schließlich auch da. Ich wollte mit jedem neuen Film dazulernen. Und es gab eine Menge zu lernen, denn ich machte immer wieder neue Dinge falsch oder es traten bisher noch unbekannte, technische Fragen auf.

Die Medienwerkstatt war darauf ausgerichtet,

dass die Teilnehmer sich untereinander halfen.

Wenn man ein Problem hatte ging man also nicht unbedingt zu Jo oder Torsten, sondern man fragte sich bei den Kollegen durch. Dies hatte zum einen den Vorteil, dass Jo und Torsten nicht untergingen in den Anfragen, zum anderen gab es den Rat gebenden Teilnehmern das Gefühl etwas Wert zu sein, ja sogar richtig was auf dem Kasten zu haben.

Da war zum Beispiel Chesare, ein Programmier-Ass. Er hatte sich die Kenntnisse autodidaktisch von zu Hause aus beigebracht. Jahrelang hatte er vor dem Computer gesessen und sich durch die Programme gearbeitet. Dabei war er allerdings sehr dick geworden. Er tat sich doch tatsächlich 4 Löffel Zucker in einen Becher Tee. Er hustete bei jeder Zigarette und er litt ganz generell unter Atemnot. Aber wir mochten ihn alle sehr. Er gehörte wirklich zu den gefragtesten Mitarbeitern, wenn es ums Programmieren ging. Dies war für ihn eine ganz neue Erfahrung, denn er hatte die letzten Jahre ziemlich einsam verbracht. Er war kaum vor die Tür gegangen. Die Medienwerkstatt war nun seine Chance wieder am Leben außerhalb teilzunehmen und nach Aussagen seiner Freundin hatte er sich in der Medienwerkstatt wirklich sehr wohl gefühlt. Leider verstarb er ganz plötzlich. Seine Organe hatten versagt und trotz Intensivmedizin, es war zu spät, sein Körper hatte aufgegeben. Wir waren darüber sehr traurig, denn wir hatten alle gemerkt, Chesare war ein wirklich sehr netter Typ gewesen.

Ich machte den Necati-Film kurz vor den Osterferien. Ich filmte ihn als erstes morgens in der Küche des Cafes, dort belegte er die Brötchen für seinen Teestand in der Volkshochschule gleich nebenan. Ich filmte ihn auch dort. Es war nicht besonders viel zu tun und so zeigte er mir seine Zeichnungen, es war ein dicker Stapel, angefertigt in der Zeit, wenn keiner von ihm ein Brötchen wollte. An seinen Zeichnungen erkannte man, dass er es ernst mit seiner Malerei nahm. Er erzählte mir, dass er unbedingt ein freischaffender Künstler werden wollte. „Kunst ist mein Leben“, sagte er. Dann nahm ich ihn wieder bei seiner Arbeit im Cafe auf, wie er die Tische putzte und spülte. Ich fand ihn wirklich ganz wunderbar und, wenn man ihn beobachtete, dann war seine Behinderung schnell vergessen.

Im Atelier machten wir das Interview. Bülent stellte die Fragen, auf deutsch und auf türkisch. Wir hatten uns überlegt, dass es für Necati vielleicht leichter sein würde in seiner Muttersprache zu sprechen. Allerdings stellten wir fest, es war in beiden Sprachen für ihn nicht ganz so leicht. Aber alles in allem hatte es gut geklappt. Der Film wurde mit dem Interview jedoch etwas lang, so dass ich auch noch eine 15-minütige Fassung anfertigte. Wie immer war ich ziemlich schnell mit der Schneiderei fertig und ich brachte Necati eine Version auf DVD, damit er sich den Film anschauen konnte. Zwei Tage später bin ich dann wieder vorbei um zu fragen, wie ihm der Film gefallen hatte. Er fand ihn toll und er wollte ihn gerne im Cafe auf einer größeren Leinwand auch seinen Freunden zeigen und ich hatte den Eindruck mit diesem Film wirklich etwas Gutes getan zu haben, denn der Film stärkte sein Selbstbewußtsein und seine Zuversicht, irgendwann wirklich ein gefragter Künstler zu sein. Dieser Film war wirklich eine gute Sache gewesen. Aber natürlich, damit konnte ich in Zukunft nur schwer genügend Geld verdienen. Ich musste mir aber auch darüber so langsam aber sicher mal Gedanken machen.

Und darum nahm ich einen weiteren Kochfilm in Angriff. Ich wollte einen Film für Verleger machen, denn ich hatte ja noch mein nichtveröffentlichtes Manuskript:“Die schwarzen Steine“. Vielleicht würde mir ja diese Arbeit ein bisschen Geld einbringen. Allerdings stellte sich zuerst einmal die Frage: Wie finde ich den richtigen Verleger? Ich ging dazu in den Sternverlag in Düsseldorf und durchforstete die Esotherik-abteilung. Welche Verlage interessierten sich für meine Themen? Zu wem passte mein dickes Buch? Ich fand 10 Verlage, die in Frage zu kommen schienen und notierte mir die Namen. Anschließend suchte ich im Internet deren Seiten auf und schaute nach den entsprechenden Ansprechpartnern. Dann verfasste ich ein Anschreiben. Dieses Anschreiben begleitete dann meine Sendung. Die bestand aus einem Cover mit jeweils einer DVD und einer CD. Die DVD enthielt den Kochfilm, den ich extra für die Verleger angefertigt hatte. Es handelte sich um ein besonderes Kartoffelgratin-Rezept, dass ich irgendwann einmal von einem alten Freund bekommen hatte. Kartoffeln mit Birne und Schimmelkäse. Auf der CD waren mein Vorwort: „An den Leser“, eine von mir gelesene Hörprobe und das Manuskript gespeichert. Ziel der Aktion war es mindestens einen Verleger zu finden, der sich für mein Manuskript interessierte.

Hereford Cathedral

Die Perspektive

Ich traf mich mit Jo bei meinem Fallmanager,

Herrn Stach, zu einem Abschlussgespräch.

So einen Termin gab es für jeden Medienwerkstatt-Teilnehmer zum Ende der Maßnahme. In diesen Gesprächen sollte die weitere Perspektive des nun bald wieder arbeitslosen besprochen werden. Und Jo hatte in meinem Fall einen außerordentlichen Vorschlag zu machen. Er wollte mir die Chance geben, in der Medienwerkstatt einfach weiterzumachen. Ohne Bezahlung allerdings. Ich sollte meinen Computerarbeitsplatz weiter nutzen können um zum Beispiel an meinen Kochfilmen weiterzuarbeiten. Jo meinte die Filmerei sei für mich eine gute Möglichkeit zurück in die Freiberuflichkeit, denn für engagierte und phantasievolle Filmemacher gäbe es immer einen Markt. Natürlich würde ich noch einiges lernen müssen, aber wenn man bedenken würde wie gut ich mich in den letzten 9 Monaten entwickelt hatte, dann könne man durchaus Hoffung haben, dass ich aus meinen Möglichkeiten das Beste machen würde. Er und Torsten wollten mir gerne die Möglichkeiten, die die Medienwerkstatt bieten könne, zu Verfügung stellen.

War das nicht einfach super?

Ich freute mich sehr darüber und auch mein Fallmanager war ganz glücklich. Er hätte allerdings auch nicht gewußt, was er mit mir ansonsten anstellen konnte. Immerhin besaß ich eine Krankschreibung, die mich nur für 15 Stunden die Woche für arbeitsfähig hielt. Doch irgendeinen Putzjob wollte er mir jetzt, wo ich mich doch so gut entwickelt hatte, auch nicht aufdrücken. Vielmehr stand meine Rückkehr in den Beruf im Vordergrund. Und ich war nun mal keine Putzfrau sondern eine studierte Objektdesignerin und so drückte ich ihm zum Abschied den „Erkenntniskuchen“ in die Hand, damit er sich selbst ein besseres Bild von meinen guten Ideen machen konnte.

Und so gab es an meinem letzten, offiziellen Tag keine Dankesrede von Jo, die er immer bei einem Abschied vor allen Kollegen hielt, sondern ich machte einfach weiter wie zuvor. Und ich hatte auch schon eine neue Idee für einen Kochfilm. Diesmal war er für den Bürgermeister der Stadt Meerbusch, Herrn Dieter Spindler, gedacht. Ich wollte ihm mit meinem Film zum einen natürlich auf die Medienwerkstatt aufmerksam machen, aber zum Anderen wollte ich ihm auch einen Vorschlag machen. Die Idee hatte ich im Verlauf des Jahres ausgearbeitet. Es ging dabei um die Installation einer Beschäftigungsgesellschaft für Absolventen der Medienwerkstatt, denn ich fand es einfach schade, dass es für die Teilnehmer im Anschluss an die Maßnahme nur wenige Möglichkeiten gab, ihr neuerworbenes Wissen an den Mann zu bringen. Um sich direkt auf den ersten Arbeitsmarkt als Videojournalist durchzusetzten, dafür war die Maßnahme einfach zu kurz. Und es fehlte natürlich das professionelle Equipment. Ich stellte mir vor, dass engagierte Medienwerkststatt-Teilnehmer, die viel Spaß an der Arbeit gefunden hatten, in dieser Beschäftigungsgesellschaft eine vorläufige Zukunft haben konnten.

Wichtig an dieser Gesellschaft sollte sein, dass diese sich auch um die Veröffentlichung der Filme kümmerte. Das Internet machte diesbezüglich fast alles möglich.

Notebook Aktion - Jetzt zugreifen und 120 Euro sparen!

Warum sollte es nicht einen Internet-TV-Sender geben, der

zum Einen die Filme der Medienwerkstatt zeigte, aber eben

auch die verschiedenen Filme der Beschäftigungsgesellschaft.

Die Beschäftigungsgesellschaft hätte dabei durchaus die Möglichkeit Geld zu verdienen, denn sie könnte ihr Angebot auch normalen Kunden offerieren. Zum Beispiel Filme von Hochzeiten, Jubiläen, Neueröffnungen, Firmenportraits, Sportveranstaltungen, Straßenfeste, Heimwerkermärkte und vieles mehr. Und all dies würde im Internet zum Beispiel unter: „MerbuschTV – Fernsehen einfach selbst gemacht!“ auf diese Weise auch einem größeren Publikum bekannt gemacht. Im Gegensatz zur Medienwerkstatt, denn die konnte schließlich nur gemeinwohlorientierten Vereinen und Organisationen einen Film anbieten.

Ich suchte nach Kollegen, die bei so einer Gesellschaft mitmachen wollten und so schrieb ich ein mehrseitiges Konzept zu meiner Idee und verteilte diese unter ihnen. Ich gab auch Jo ein Exemplar. Für ihn war die Idee nicht neu, er selbst hatte ebenfalls schon öfter daran gedacht. Doch so leicht war so etwas nicht zu realisieren, wir würden Unterstützung benötigen. Auch die Medienwerkstatt hatte in ihren Anfängen ein Startkapital benötigt und war darum auf Spendensuche gegangen, und Jo hatte festgestellt, es gab im Umkreis von Neuss und Mönchengladbach durchaus einige Unternehemen, die eine Filmwerkstatt fördern wollten. Und so etwas schwebte mir nun auch vor. Doch erst einmal hieß es interessierte Mitarbeiter zu finden.

Die Bezahlung in so einer Beschäftigungsgesellschaft wäre zwar nicht üppig, aber immerhin versprach die Filmerei, einen interessanten Job für ein paar Jahre für Leute, die es auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht so ohne weiteres schafften.

Jens und Bülent waren leider nicht interessiert, obwohl ich gerade mit ihnen gerne zusammengearbeitet hätte. Doch sie suchten nach ihrem eigenen Weg. Bülent hatte vor, sich in der Türkei als Administrator zu bewerben, seine Verwandten in Istambul sahen für ihn beste Chancen in ihrem Land. Jens wollte lieber weiter als normaler Journalist arbeiten, auch wenn er dafür nur einen Hungerlohn bekam. Außerdem war ihm die Fahrerei nach Meerbusch zu weit. Denn dort wollte ich die Gesellschaft gründen. Ich hatte sogar schon passende Büroräumlichkeiten gefunden, klein aber fein, und so wie sie Lage aussah, auch sehr preiswert zu mieten.

Egges und Calandra hingegen waren sehr interessiert. Für sie war die Maßnahme schon länger zu Ende, aber sie kamen regelmäßig immer wieder vorbei, um an ihrem letzten Projekt weiterzuarbeiten. Egges hatte sich derweil als Photoshoper auf 400 € – Basis in einer Agentur beworben und eine Probearbeit abgeliefert, doch die Agentur sagte am Ende Nein, denn, er war ihnen nicht schnell genug. Er brauchte zwei Tage und nicht einen für die Bearbeitung eines Bildes.

Nun, in der Beschäftigungsgesellschaft würde natürlich kein solch großer

Zeitdruck auf ihm lasten, auch wenn ich immer großen Wert auf

schnelle Erledigung der Aufgaben legen würde.

Ich drehte einen weiteren Kochfilm.

„Der Geburtstagskuchen – ein Film für alte und neue Kollegen.“

Ich backte in dem Film einen Käsekuchen und zwei Erdbeerkuchen und erzählte von den Vorteilen meiner Beschäftigungsgesellschaft. Ich war absolut überzeugt davon, dass diese Gesellschaft in eine Marktlücke stoßen würde, denn das Interesse an individuellen Filmen wurde meines Erachtens nach immer größer. Ich war mir auch sicher, dass so eine Meerbusch-TV-Internetseite großen Erfolg haben konnte, es kam halt auf unser gemeinsames Engagement und natürlich auf die Kreativität des Einzelnen an.

Jo schlug vor, Egges, Caladra und ich sollten vielleicht erst einmal ein Projekt zusammen machen und Calandra hatte auch gleich eine gute Idee. Es war Sommer und somit gab es viele Mittelaltermärkte in der Gegend. Egges und sie kümmerten sich um eine Drehgenehmigung bei einer solchen Veranstaltung in Hülchrath und so tarfen wir uns an einem Samstag vor der Medienwerkstatt um gemeinsam zu diesem Markt zu fahren. Wir stellten schnell fest, jeder hatte im Anschluß an die Veranstaltung noch etwas anderes vor, so daß wir tatsächlich jeder mit eigenem Auto dort vorfuhren. Angekommen bauten wir Stativ und Kamera auf und gingen zum Eingang. Wir kauften uns jeder eine Eintrittskarte. Doch das wäre gar nicht nötig gewesen, denn der Veranstaltungsleiter, der uns begrüßte, nachdem wir ihn hatten rufen lassen, hätte uns gerne auch umsonst eingelassen. Ihm war schließlich an guten Bildern von seinem Mittelaltermarkt sehr gelegen, und natürlich versprachen wir ihm diesen Film zu zeigen, wenn er fertig sei.

Wir gingen über den Markt, der um das Schloss Hülchrath herum aufgebaut war. Es gab viele verschiedene Stände zu bewundern und so einige kulinarische Besonderheiten, die die Besucher lockten. Es war wunderschönes Wetter, die Sonne schien warm und der Himmel zeigte nur wenige Wolken. Allerdings sollte es nicht so bleiben, denn für die Abendstunden war ein Gewitter angekündigt. Ich nahm also die Kamera und wanderte die Stände ab und machte wie ich fand ganz schöne Aufnahmen. Fast alle Menschen trugen mittelalterliche Kostüme und es gab verschiedene alte Handwerksarbeiten kennenzulernen. Mir machte die Filmerei sehr viel Spaß und so fiel es mir zunächst gar nicht auf, aber meine Begleiter schienen nicht ganz bei der Sache zu sein. Egges Kreislauf machte schlapp und er musste sich auf eine Bank setzten um erst einmal etwas auszuruhen. Er hatte eine Spiegelreflexkamera dabei, doch kam er nicht dazu viele Fotos zu machen. Die ganze Aktion war vielleicht doch etwas zu viel für ihn. Calandra wiederum war plötzlich total aufgekratzt, sie hatte einen Bekannten getroffen, der auf dem Markt mit seiner Truppe Musik auf mittelalterlichen Instrumenten spielte. Wir stellten unsere Kamera auf und filmten ihren Auftritt. Anschließend wollte sie unbedingt mit diesem jungen Mann bei einer Tasse Kaffee reden, denn, so erzählte sie, sie hatten Probleme miteinander. Er wollte mit ihr nichts mehr zu tun haben und sie wollte wissen warum. Also verschwand sie mit ihm im VIP-Bereich und kam erst eine Stunde später wieder zu uns. Das Gespräch war wohl ganz gut verlaufen und sie hatte auch von ihm das o.K. dafür bekommen, dass wir unserem Film mit ihrer besonderen Musik unterlegen durften. Er wollte ihr eine entsprechende CD zuschicken. Das war immerhin etwas, aber dennoch war ich von unserer Tour nicht gerade begeistert. Erfolgreiche Zusammenarbeit sah meiner Meinung nach anders aus.

Und so war es später auch beim Schneiden des Filmes. Ich hatte bisher meine Filme meistens alleine geschnitten, jetzt aber saßen wir zu Dritt vor dem Computer und versuchten uns zu einigen. Der eine fand dies gut, der andere das. Wir hatten irgendwie nicht den gleichen Blick auf den Film und so wurde ich zusehends unzufrieden. So wurde das einfach nichts. Zumal die Sache mit der Musik auch nicht voran kam, trotz Calandras schriftliches Nachfragen per Email, die CD kam nicht und ich verlor endgültig die Lust an diesem Projekt. Lag es an mir? Lag es an den Beiden? Ich wußte es nicht zu sagen. Jedenfalls begrub ich zunächst meine Idee einer weiteren Zusammenarbeit, wir hatten irgendwie einfach nicht das selbe Tempo.

Die Von der Leyen-Taler

Ich hatte eine neue Idee für einen Film. Diesmal war er

für unsere Bundesarbeitsministerin, Frau von der Leyen.

Ich nannte ihn: „Die Von der Leyen-Taler“ und darin erzählte ich auch ihr von der Medienwerkstatt und meiner Idee einer nachfolgenden Beschäftigungsgesellschaft. Das schriftliche Konzept fügte ich dem Film hinzu. Ich wollte von ihr wissen, an wen ich mich mit meinem Anliegen wenden konnte, denn dass der Bürgermeister mir weiterhelfen wollte, dass war nicht zu erwarten. Er schien meine Post völlig zu ignorieren. Kein Dankesbrief, keine Einladung zu einem Gespräch, kein Ratschlag. Ich wurde ganz offensichtlich nicht sonderlich ernst genommen mit meiner Idee.

Frau von der Leyen, oder vielmehr ihre Sekretärin, antwortete hingegen schon nach zwei Wochen. Sie dankte mir für meine Post und erklärte, das es auch ihnen ein Anliegen sei, arbeitssuchenden Menschen eine Perspektive zu eröffnen. Sie schrieb, jeder sollte die Möglichkeit erhalten, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen um nicht dauerhaft auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. Ob allerdings mein Konzept einer regionalen Internet-TV-Seite über eine Beschäftigungsgesellschaft geeignet sei, Langzeitarbeitslosen eine Perspektive zur Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen, könnten sie nicht beurteilen. Ich sollte vielmehr regionale Partner ansprechen wie z.B. die örtliche Agentur für Arbeit, die Stadt- oder Kreisverwaltung, die regionale Wirtschaftsförderung oder auch die IHK. Mit freundlichen Grüßen und einem Dank für mein Engagement schloss der Brief.

Ich freute mich sehr, denn immerhin, dies war bisher

die längste Antwort, die ich auf meine Filme erhalten hatte.

Drome

So langsam trudelten auch die Antworten auf meinen Verleger-Film ein.

Eine Antwort kam sogar total promt. Doch stellte sich nach einigem Hin und Her heraus, dies war ein Verlag, bei dem der Autor für die Druckkosten selber aufkommen musste. Das kam für mich natürlich überhaupt nicht in Frage. Dies hatte ich in dem Film auch deutlich gesagt. Doch, das war offensichtlich nicht verstanden worden, und es war mittlerweile auch klar warum. Ich hatte meiner Zwillingsschwester eine Kopie des Filmes geschickt, doch sie schrieb mir, dass sie den Film nicht hören könne, er sei viel zu leise. Ich konnte das zunächst gar nicht glauben, denn ich hatte damit keine Probleme, weder am Computer in der Medienwerkstatt noch auf meinem Laptop. Gut, man musste den Lautstärkeregler voll aufdrehen, aber dann funktionierte es sehr gut.

Ich versuchte es also auf einem anderen Rechner und siehe da, es war tatsächlich kaum etwas zu verstehen. Und es wurde auch klar, was ich falsch gemacht hatte. Ich hatte mal wieder die Kamera nicht richtig eingestellt, dies jedoch nicht gemerkt, weil ich den Film immer über Kopfhörer gehört hatte. Ohne Kopfhörer jedoch war der ganze Film tatsächlich einfach zu leise.

Na, das konnte ja heiter werden, schließlich hatte ich den Film an 10 Verleger geschickt, und alle würden jetzt sehen: Der Film war absolut unprofessionell. Wie peinlich! Und dennoch, jeder angeschriebene Verlag antwortete mir innerhalb von drei Monaten. Die Meisten schickten mir den Film mit einem kleinen Dankesschreiben zurück. Nur einer schrieb, ich solle doch bitte das ausgedruckte Manuskript schicken. Das hatte ich ehrlich gesagt vermeiden wollen, denn 1200 Seiten auszudrucken, das ging ins Geld. Aber es nützte nichts, wenn ich mit meinem Buch weiterkommen wollte, dann musste ich jetzt diese Ausgabe tätigen. Der ganze Spaß kostete mich mit Binden und Porto weit über 100 €.

Ich verschickte also das riesige Paket und erhielt ein paar Wochen

später das Manuskript per Post zurück. Mein Buch

war doch nicht von Interesse.

Atlantik

Nun gut, am Ende war es die Sache wert gewesen, denn jetzt hatte ich mein Buch endlich auf Papier vorliegen und so konnte es noch einige Male versendet werden. Ich musste nur erst mal den richtigen Verleger finden. Vielleicht war Esotherik auch nicht das richtige Stichwort gewesen, denn ein ausgesprochen esoterisches Werk war es am Ende nicht. Oder lag es an der Dicke? Wer hatte schon Lust sich durch so einen Berg durchzuarbeiten? Wer interessierte sich für die Dokumentation meiner umfassenden Innenweltreise? Ich vertagte die Beantwortung dieser Fragen auf später.

Ich war mittlerweile mit einem neuen Film beschäftigt. Diesmal war er für den WDR gedacht. Ich wollte mich dort mit dem Film für ein Praktikum bewerben, denn, wenn ich einen Internet-TV-Sender aufbauen wollte, dann konnte mir etwas Erfahrung bei einem richtigen Fernsehsender wirklich nicht schaden. Ich kochte Chilli con Carne und erzählte wieder von meiner Maßnahme und meinen weiterführenden Ideen, die ich dazu hatte. Ich fügte meine diversen Zeugnisse mit bei. Doch auch dort war man nicht an mir interessiert. Ein kurzer Brief mit der Klarstellung, dass bestimmte Vorraussetzungen für ein Praktikum notwendig seien und Hartzianerin zu sein war leider keines dieser Kriterien. Ich würde also einen anderen Weg finden müssen um die notwendigen Erfahrungen zu sammeln.

Viarhona

Der Sajot-Film

Ich suchte nach neuen Filmideen, Themen, die

für meine Internet-TV-Seite beispielhaft waren.

Und so kam ich auf Herrn Sajot, meinen Reifenhändler. Ein wirklich cooler Typ und sehr symathisch, wenn man Originale mag. Ich fragte ihn, ob er Lust hätte sich von mir bei der Arbeit filmen zu lassen. Ich würde ihm einen kleinen Film über seine Werkstatt machen, den könne er dann, wenn er Lust habe auf seiner Internetseite präsentieren. Herr Sajot war spontan begeistert. Er habe früher etwas Theater gespielt, er hätte von da her keine Angst vor der Kamera und ja, er habe Lust mit mir einen ausgefallenen Film zu machen. Denn, wenn, dann wolle er einen coolen Film. Das waren natürlich für mich beste Vorraussetzungen, und ich freute mich auf diese Arbeit. Ich fragte Jo, ob ich mir die Kamera für so ein Projekt ausleihen dürfe und ja, auch von dieser Seite gab es grünes Licht.

An einem Freitag schnappte ich mir also die Kamera und fuhr ans andere Ende des Ortes. Dort packte ich alles aus und filmte erst einmal die Straße, glücklicherweise kamen gerade ein paar Schützenbrüder vorbei und belebten mit ihrem Gesang das sonst vielleicht etwas trostlose Bild. Ich filmte das Firmenschild und die Hofeinfahrt, dann den Hof selber und die Werkstatt. Es war gerade keiner da und so konnte ich mich auf die Aufgabe gut konzentrieren.

Dann kam Herr Sajot ins Bild, er stellte sich mit Namen vor und lud die Zuschauer ein sich bei ihm umzusehen. Dann nahm er seine Arbeit hinter dem Schreibtisch auf. Ich filmte ihn während er mit einem Liferanten telefonierte, ich schaute mich mit der Kamera im Raum um und dann, welch ein Glück, kam ein Kunde. Ein serioser Geschäftsmann aus der Gegend, der die Reifen gewechselt haben wollte. Herr Sajot und sein Kunde kannten sich gut und setzten sie sich mit einer Tasse Kaffee an den Tisch und unterhielten sich. Ich nahm das Gespräch auf Band auf und ging mit der Kamera auch in die Werkstatt, dort filmte ich den Monteur bei der Arbeit. Solche Aufnahmen machten mir immer besondere Freude. Wieder zurück im Büro hatte das Thema sich geändert. Jetzt ging es um die gesundheitlichen Gefahren von Cholesterinsenken. Irgendwie war dieses Gespräch kurios und ich war wirklich froh es auf Band bekommen zu haben.

Dann zahlte und verabschiedete sich der Kunde. Er war der Filmerei gegenüber sehr aufgeschlossen gewesen, er erzählte, dass er erst kürzlich von RTL zufällig gefilmt worden sei, und nach der Ausstrahlung hätten ihn einige Leute angerufen und darauf angesprochen, das wäre echt eine tolle Erfahrung gewesen.

Jetzt fehlte mir nur noch das Auto, der frischrestaurierte, orange VW, der auf dem Hof gerade in der Sonne blinzelte. Er war voller Wassertropfen, da es zuvor geregnet hatte. Herr Sajot sprach noch ein paar Worte in die Kamera, etwas wie: „… man muss ja nicht gleich immer alles zum alten Eisen tun, man kann Werte auch erhalten.“

Ich war mit meinen Aufnahmen wirklich sehr zufrieden,

alles war natürlich und ohne Show von Statten

gegangen, einfach authentisch.

Und das hatte ich gewollt. Ich hielt nämlich gar nichts von Hochglanz-Immagefilmen. In meinem Film sollte sich die Realität spiegeln, denn in meinen Augen war diese viel interessanter.

Ich schnitt den Film zusammen, ganz chronologisch und ohne viel Schnickschnack, die Musik wählte ich bei freeplaymusic, die war zwar nicht gerade vom Hocker reißend, aber sie war legal erworben. Schließlich sollte Herr Sajot den Film veröffentlichen dürfen und auch ich dachte daran, den Film auf der hoffentlich irgendwann entstehenden Internetseite Meerbusch-TV zu zeigen. Herr Sajot meinte die Filme, wenn sie gut gemacht wären, könnten auch andere Geschäftsleute interessieren. Dies sei wirklich eine gute Geschäftsidee.

Doch der Film sollte mir erhebliche Probleme bereiten, denn aus irgendeinem Grund waren Bild und Ton nicht synchron, jedesmal wenn ich eine Szene schnitt verschoben sich die Spuren. Es war ein total nervenaufreibendes Geschnibbel und ich war mit dem Ergebnis am Ende nicht wirklich zufrieden. Trotzdem brachte ich den Film zu Herrn Sajot, ich wollte wissen was er davon hielt. Ich ließ ihm ein paar Tage Zeit, dann fuhr ich wieder vor. Er war ganz zufrieden aber auch nicht wirklich begeistert. Er wollte gerne irgendwann noch einmal so etwas machen, dann aber würde er vielleicht ein Auto auf den Kopf stellen oder sonst etwas Verrücktes machen. Ich war einverstanden und wir verblieben mit dem Versprechen, es im Frühling oder Sommer noch einmal zu probieren.

Ich ging in der Medienwerkstatt ein und aus wie es mir gefiel. Ich hatte dort einen vernünftigen Arbeitsplatz und nette Kollegen. Ich konnte mit Jo über meine Pläne sprechen und ich hatte ganz allgemein den Eindruck auf dem richtigen Weg zu sein.

Allerdings gab es dennoch ein Problem, denn so konnte es nicht ewig weitergehen. Die Geschäftsleitung des Technologiezentrums wußte nichts von alle dem und wenn ich tatsächlich Geld mit meinen Filmen verdienen würde, dann würde das auch zu einem rechtlichen Problem. Die Medienwerkstatt durfte nunmal nicht für Geld arbeiten. Es war also klar, irgendwann würde ich mein eigenes Equipment brauchen. Das Ziel war also mein eigener Arbeitsplatz. Mein eigener Computer. Denn mein Laptop war den modernen Programmen nicht mehr gewachsen. Wolfgang teilte dieses Ziel und versprach zunächst einmal einen vernünftigen Computer zu kaufen. Allerdings nicht gleich und sofort, erst musste etwas Geld dafür zurückgelegt werden, denn so große Ausgaben schüttelte er nicht aus dem Ärmel, und ich schon gar nicht.

Ich war Hartzianerin und er war ein Leiharbeiter, wenn auch

gut qualifiziert, da blieb am Ende des Monates immer

nur wenig übrig, zumal immer noch zwei

Autos angemeldet waren.

Bodo

Aber noch konnte es erst mal so weitergehen und

so nahm ich mir den nächsten Kochfilm vor.

Viptamin Erkältung. Die 3-Tage-Intensivkur

Ich wollte die Serie so langsam aber sicher zu einem Ende bringen oder zumindest inhaltlich verändern. Ich hatte jetzt wahrlich genug Filme zum Thema Medienwerkstatt gemacht. Und da kam mir die Bekanntschaft mit einem neuen Medienwerkstatt-Teilnehmer wie gerufen. Ich lernte Bodo kennen. Jo hatte mich auf ihn aufmerksam gemacht, er meinte: „Eine Zusammenarbeit mit ihm wird sicherlich interessant sein. Er hat Deine Wellenlänge wie ich vermute. Rede mal mit ihn.“

Also ging ich zu diesem sonderbaren Kollegen. Er war direkt aufgefallen, weil er oben ohne auf seinem Rad angefahren gekommen war. Er sah sehr durchtrainiert aus und schien aus einer eigenen Welt zu kommen. Er trug die Haare lang, seine Klamotten waren schlicht und er schleppte einen riesigen Rucksack mit sich herum.

Daraus holte er zwei Thermoskannen Tee. Ungesüßt, da er Zucker nicht vertrug. Seine Leidenschaft war das Betriebssystem Linux, sein Feind war Microsoft. Außerdem kletterte er gerne an steilen Wänden herum, lief Marathon und war auch sonst allem sportlichen sehr zugetan. Natürlich fuhr er die ganze Strecke von Büderich nach Glehn mit dem Fahrrad. Allerdings war er dennoch sehr froh über eine Mitfahrgelegenheit und so verabredeten wir uns für den nächsten Morgen. Da wollte ich ihn bei sich zu Hause abholen und auch das Fahrrad einladen, damit er damit am Nachmittag zurück fahren konnte. Denn bis 16 Uhr blieb ich wirklich selten, schließlich wartete Siux zu Hause auf mich. Außerdem konnte ich mich einfach nicht so lange konzentrieren. Nach 4-5 Stunden war ich eigentlich reif für das Sofa. Doch dann hieß es oft erst mal einkaufen, kochen und mit dem Hund nach draußen gehen. Dann aber zog ich mich mit meiner Fernbedienung zurück. Mein sprechender Fernseher wartete schon. Ich hatte festgestellt, dass diese verrückte Rederei im Vorabendprogramm am Besten funktionierte. Natürlich konnte ich das nur machen, wenn Wolfgang Spätdienst hatte, mit ihm gemeinsam so durch das Programm zu gehen wie ich es tat, dass wollte ich ihm nicht zumuten. Er hielt davon nämlich gar nichts. Ich hatte schon des öfteren versucht ihm zu erklären was ich dort entdeckt hatte, aber er hielt dies einfach für verschwendete Zeit. Der Fernseher könne nun mal nicht reden, die angebliche Kommunikation wäre nur für mich interessant, auch andere wollten sich von so etwas sicher nicht durcheinander bringen lassen. Die ganze Sache fände nur in meinen Kopf statt und wäre für andere Menschen unverständlich.

Ich war mir sicher, dass er damit falsch lag, aber ich konnte ihm auch nicht das Gegenteil beweisen. Soviel Geduld hatte er einfach nicht. Denn es war nicht so, dass der Fernseher direkt losplapperte, manchmal vielleicht, aber normalerweise musste sich das Ganze erst etwas einspielen, man musste versuchen die Schnipsel schnell in den richtigen, neuen Zusammenhang zu bringen und dann musste man sehr sensibel weiterzappen und zuhören, nicht immer verstand man direkt was gesprochen wurde, anderes wiederum war so offensichtlich, dass ich sicher war, das konnte man gar nicht überhören. Ich fand das Ganze spannend und unterhaltsam. Jetzt wo der Fernseher mich nicht mehr beleidigte und beschimpfte. Aber es würde wohl mein ganz privates Vergnügen bleiben, denn was ich mittlerweile auch erkannt hatte: Das Urheberrecht war absolut dagegen. So etwas würde ich einfach nicht veröffentlichen können ohne Probleme mit den gezeigten Fernsehanstalten zu bekommen. Zum privaten Gebrauch erlaubten sie dem Zuschauer das Gezeigte aufzunehmen, aber dieses dann anderen zum Beispiel im Internet zugänglich zu machen, das lehnten sie total ab. Ich fand diese Haltung total doof. Sie hinderte mich daran meine Internetseite, den Monalisa-Kanal zu veröffentlichen. Denn ein großer Teil meiner Filme war mit Aufnahmen aus dem Fernseher bestückt. Ich hatte aus rein künstlerischen Gründen darauf zurückgegriffen. Ich wollte diese Kollage. Aber in diesem Punkt hatte ich mir, wie ich nun erkannte, ein faules Ei ins Nest gelegt. Ich würde im Prinzip mein ganzes Werk noch einmal überarbeiten müssen. Musik und Mitschnitte mussten wieder heraus. Ich probierte es mit dem ersten Film des „12-Tage-Kursus“ von 2006. Aber ich fand, der Verlust an Atrraktivität war einfach zu gewaltig und so ließ ich erst mal alles so wie es war. Vielleicht würde sich in Zukunft ja das Urheberrecht ändern oder ich fand sonst irgenwie einen Weg. Vielleicht könnte ich die Fernsehanstalten ja anschreiben und um Erlaubnis bitten.

Bodo war ebenso wie ich für die Freiheit der Information und so zeigte er mir einige Seiten im Internet, die sich mit solchen Fragen beschäftigten. Er hörte zum Beispiel leidenschaftlich gerne Podcasts und so machte er mich mit dem Medienradio bekannt. Dieses besondere Radioformat war absolut mein Ding. Inhaltlich aber auch die Art und Weise. Ich war total infiziert und hörte mich durch die verschiedenen Aufnahmen. Eine Aufnahme dauerte gut und gerne zwei Stunden. In diesen zwei Stunden konnte man einer Gesprächsrunde von Journalisten und Internetaktiven lauschen. Es ging rund um das Thema Internet, sehr fundiert, hintergründig und informativ. Ein großes Thema war auch das Internetfernsehen, denn nicht nur ich suchte nach einer sinnvollen Verknüpfung von Fernsehen und Internet.

Das Medienradio stellte auch Till Kreuzer vor, ein Anwalt, der sich auf die Beratung von Startups im Internet spezialisiert hatte. Und was er erläuterte, dass war wirklich sehr interessant. Er sagte nämlich, dass wenn etwas Kunst sei, dann böte sich durchaus die Möglichkeit zu copieren. Nur, wer entschied was Kunst war und was nicht? Ich wollte diesem Mann schreiben. Ja, ich wollte einen Film machen über meine Internetseite und ihm diesen Film und auch mein Konzept von meiner Internet-TV-Seite zusenden.

Vielleicht würde dieser Mann mir ja weiterhelfen können.

ERGO Direkt

Doch erst mal lud Bodo zum Essen ein.

Es sollte türkische Linsensuppe mit etwas Brot und Käse dazu geben, denn Bodo war Vegetarier und darauf wollte ich natürlich Rücksicht nehmen. Die Kamera hatte ich mir ausgeliehen, denn ich wollte dieses Treffen filmen. Ein Film über Linux und Bodo, den engagierten Langzeitarbeitslosen. Da das Betiebssystem und die dafür entwickelten verschiedenen Programme für den Nutzer kostenlos waren, eignete sich diese Linuxwelt nämlich gerade für Hartzianer. Ich wollte an meinem Beispiel zeigen, wie ein „Windows-Dummi“ wie ich zu einem zufriedenen Linuxnutzer werden konnte. Bodo wollte mir entspechende Software auf meinen Laptop aufspielen. Diese Aktion gedachte ich auf Video festzuhalten.

Doch das Ganze wurde im Grunde ein Flopp.

Zunächst gelang mir die Suppe nicht besonders, sie war etwas zu dünn geraten, ich filmte uns beim Essen, nachher im Wohnzimmer auf dem Sofa und dann an meinem Schreibtisch, wo Bodo versuchte seine CDs aufzuspielen. Aber mein Laptop wollte nicht. Bodo wußte nach mehreren Versuchen auch nicht woran es hakte, und so gaben wir auf. Dieser Film war alles andere als ein Werbefilm für Linux geworden.

Ich schaute mir gemeinsam mit Bodo das Ergebnis an und ich denke, wir empfanden beide das selbe. Das war Nichts. Versuch mißlungen. Also ab ins Archiv.

Ich wollte nun das Michael und Bodo sich kennenlernten und so fuhr ich mit Bodo nach Düsseldorf um Michael dort zu besuchen. Ich dachte, wenn die Beiden sich über die Vor- und Nachteile von Linux und Windows unterhalten würden, dann könnte ich vielleicht besser entscheiden, was für mich das Beste war. Denn ich brauchte nicht nur einen größeren Rechner, ich brauchte auch die passende Software. Und die war teuer. Das Schneideprogramm, welches Bodo nutzte war ein kostenfreies Programm, doch ich hatte auch nach mehrmaligen Zuschauen wie Bodo damit arbeitete immer noch nicht begriffen wie es funktioniert und ob ich damit das machen konnte, was ich mir vorstellte.

Nun, der Nachmittag in Düsseldorf gestaltete sich zwar sehr nett,

aber am Ende war ich immer noch nicht schlauer.

iPhone 7

Der Inwerk-Film

Jo kam auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht Interesse hätte einen kleinen Imagefilm für einen Bürodesignmöbel-Vertrieb Namens Inwerk zu machen. Die Firma säße bei mir in Osterath und sie hätte gerade ihre Showrooms in einer ehemaligen Brauerei eröffnet. Eine ehemalige Teilnehmerin arbeitete dort heute als Marketingassistentin und sie hatte angerufen und Jo gefragt, ob er vielleicht einen Film über sie machen könne. Das musste Jo natürlich ablehnen, schließlich war ein Büromöbel-Laden kein gemeinnütziger Verein. Aber er dachte an mich. Für mich könnte so ein Auftrag ein großer Schritt nach vorne sein. Er wollte mir einen Mitarbeiter der Medienwerkstatt zur Seite stellen, einen gut ausgebildeten Graphiker der aber leider dennoch arbeitslos war. Dieser hatte längere Zeit auch selbstständig gearbeitet, aber es reichte einfach nicht zum leben. Ich konnte das gut verstehen, schließlich war es mir ganz ähnlich ergangen. Ich glaube er hieß Klaus. Mein elendes Namensgedächtnis! Und das sollte sich auch bei Inwerk als nicht unerhebliches Hindernis darstellen. Ich hatte zwar bei dem ersten Kennenlerngespräch, welches ich mit Jo vor Ort wahrgenommen hatte, von allen Gesprächsteilnehmern eine Visitenkarte überreicht bekommen, aber die hatte ich schneller verlegt, als ich die Namen mir hatte einprägen können. Es war wirklich wie verhext, die Visitenkarten blieben unauffindbar. Und ich hatte leider auch nicht die Traute dies zuzugeben und so lavierte ich mich irgendwie durch, als ich zum Drehtermin gemeinsam mit Klaus dort ankam.

Soveränität sieht natürlich völlig anders aus und so war ich

ziemlich verunsichert und fühlte mich gar nicht wohl in meiner Haut.

Dies lag nicht nur an den fehlenden Namen, nein, ich kam auch optisch nicht richtig klar. Mir fiel im Vergleich mit den zwei Marketingassistentinnen auf, dass meine Klamotten ziemlich zerschlissen waren. Mich hatte es bis jetzt eigentlich nicht wirklich gestört, dass ich für schöne, neue Anziehsachen kein Geld hatte. Ich konnte auf modischen Schnickschnack verzichten, aber dort, in diesem edel gestalteten Ambiente fühlte ich mich wahrlich alles andere als gestärkt. Die Blicke der Assistentinnen waren einfach zu deutlich. Ich kam zu dem Schluss: Dies ist ein arroganter Haufen, und auch der Chef war nicht besser. Außerdem war ich nicht ganz zufrieden mit meiner Aufgabe. Die Damen hatten sich nämlich schon genau überlegt, was sie gerne gefilmt haben wollten. Meine künstlerische Freiheit ging so praktisch gegen Null. Es würde ein ziemlich langweiliger Imagefilm werden, auch wenn mein Partner und ich uns bemühten schöne Aufnahmen von den, von den Damen ausgewählten Möbeln zu machen.

Sie wünschten sich neben Aufnahmen vom Gebäude auch die Präsentation eines Bürostuhles in Funktion. Ein Verkäufer des Hauses sollte ihn vorführen. Der Mann war ganz sympathisch und machte seine Sache recht gut, ohne Zweifel. Dennoch, der Film langweilte mich unendlich und so schnitt ich ihn ohne große Leidenschaft zusammen. Die Musik hatten die Damen ebenfalls ausgewählt, nachdem ich ihnen gesagt hatte wo sie freie Musik aussuchen konnten.

Ich wollte das Projekt schnell hinter mich bringen, brachte den Film wenige Tage später nach Osterath und übergab ihn an die Damen. Sie schauten ihn sich gemeinsam mit mir an einem der Rechner an und sie schienen sehr zufrieden zu sein. Gut, ein paar Kleinigkeiten fehlten noch, zum Beispiel etwas Text, aber darüber wollten sie sich in den kommenden Tagen Gedanken machen, ersteinmal sollte der Film dem Chef vorgestellt werden. Es war mittlerweile schon kurz vor Weihnachten, die Weihnachtsfeier des Hauses musste noch vorbereitet werden, aber sie versprachen sich danach wieder bei mir zu melden.

Doch, was soll ich sagen, ich hörte

von diesem Laden kein Wort mehr.

Knack' den Jackpot!

Weder ein Anruf, noch eine Email, und dies obwohl ich vor den Feiertagen noch ein paar Weihnachtsgrüße an sie verschickte. Ich hatte es ja geahnt. Diese Leute wußten mein Engagement nicht zu schätzen. Sie hatten einen Handlanger für ihre Ideen gesucht, doch auf so eine Arbeit hatte ich wirklich absolut keine Lust. Ich wollte keine 0815-Geschichten drehen, und so Hochglanzpräsentationen sagten mir ebenfalls nicht zu. Außerdem fand ich, wenn ich schon für Lau so etwas machen sollte, dann sollte man wenigstens nett zu mir sein. Es war aber genau das Gegenteil und ich kam zu dem Schluss: Wenn ich viel Geld für meine Arbeit verlangt hätte, dann hätten diese versnobten Leute mich mehr zu Schätzen gewußt. So aber galt: Wie Du kommst gegangen, so wirst Du auch empfangen. Dies sollte mir für die Zukunft eine Lehre sein, und dass hieß, ich brauchte neue Klamotten. Aber dafür hatte ich jetzt eigentlich wirklich kein Geld übrig. Ich hatte unser Auto, eigentlich benutzten wir nur noch den Mondeo, leider Werkstattreif gefahren. Ich war mit der Stoßstange an einer Parkbank hängen geblieben, und da diese schon ein paar Wochen zuvor einen Zusammenstoß erlitten hatte, fiel sie nun völlig auseinander. Wolfgang regte sich darüber ziemlich auf, denn jetzt musste er mit dem anderen Auto fahren, doch dieses hatte keine Winterreifen aufgezogen. Das war bei diesem Wetter allerdings seit diesem Winter Pflicht, doch lohnte diese Ausgabe sich bei dem alten Combi eigentlich gar nicht mehr. Außerdem war nicht klar, ob die Versicherung des ersten Crash jetzt endlich für den Schaden aufkommen würde. Da hatte es nämlich Verzögerungen gegeben.

Die Autofrage beschäftigte uns über die Weihnachstfeiertage und nach einigem Hin und Her, entschieden wir uns, in Zukunft nur noch mit dem hoffentlich bald reparierten Mondeo zu fahren und das zweite Auto zu verschrotten, nicht ohne die neuerworbenen Reifen wieder an Herrn Sajot mit geringem Verlust zurückzuverkaufen, was dieser freundlicher Weise tat.

Da Wolfgang nun auch keinen Nachtdienst mehr machen musste, sein Arbeitgeber hatte endlich bemerkt, dass ein halbes Jahr Nachtdienst doch wirklich ein bisschen Happig war, hatte ich jetzt tagsüber kein Auto mehr zur Verfügung und meine Zeit in der Medienwerkstatt fand ein etwas plötzliches Ende. Ich schrieb Jo eine Mail und hoffte, dass man meinen Abgang nicht unhöflich fand. Ich nahm mir vor, bei nächster Gelegenheit vielleicht sogar mit Bahn und Bus dorthin zu fahren, aber da das Wetter doch ziemlich eisig war, wollte ich mit einem Besuch lieber noch etwas warten.

Jetzt ging es mir vor allen Dingen um meine Zukunft.

Wie sollte es nun ohne die Medienwerkstatt weitergehen?

Den neuen Rechner bestellten wir in einem Fachgeschäft, mit dem Betriebssystem Windows 7 kostete der Spaß gute 600 €. Das war kein Pappenstiel, auch wenn Wolfgang durch den Nachtdienst relativ viel verdient hatte.

Dieser Computer fand in meinem Wohnchaos allerdings keinen vernünftigen Platz. Es wurde daher absolut zwingend, erst einmal das Arbeitszimmer zu renovieren und umzugestalten. Und eigentlich war die ganze Wohnung überfällig. Es passte mir zwar überhaupt nicht richtig in den Kram, aber es musste sein. Wir mussten renovieren. Aber auch das kostete natürlich wieder Geld.

Wolfgang war nicht der Typ, der ohne Nachzudenken an eine solche Aufgabe ging. Was war notwendig? Was war wünschenswert? Was war sinnvoll? Dass im Prinzip renovierungstechnisch etwas Grundlegendes geschehen musste war ihm schon klar gewesen als er Monalisa gerade kennen gelernt hatte und das war mittlerweile schon 5 Jahre her. Die Wohnung war einfach alt und auch die schöne bunte Küche konnte nicht darüber hinwegtäuschen, hier war lange nichts mehr gemacht worden.

Doch der letzte notwendige Anstoß, diese Renovierung endlich in Angriff zu nehmen, kam durch ein unerwartetes Schlüsselerlebnis:

Mein Besuch bei einer kleinen aber feinen Werbeagentur.

Die 1-Frau-Agentur

Roland hatte mich auf diese Firma aufmerksam gemacht. Dieses 1-Frau-Unternehmen hieß „artcom“, an den Namen der Frau erinnere ich mich jedoch leider nicht, denn auch ihre Visitenkarte war ebenfalls plötzlich einfach verschwunden. Es war irgendwie wie verhext. Dennoch sollte mich der Besuch dieses kleinen Unternehmens sehr beeinflussen.

Die Frau war eine studierte Graphikerin. Ihre Kundenreferenzliste zeigte, sie kümmerte sich um kleinere und mittelständige Firmen in der näheren Umgebung. Daneben hatte sie einen kleinen Laden mit hochwertigen Wohnaccessoirs in ihre Wohnung intergiert. Sie hatte einen arbeitenden Mann und ein kleines Kind. Dies alles brachte sie auf wenigen schön gestalteten Quadratmetern unter einen erfolgreichen Hut. Ich hatte sie aufgesucht, weil Roland mir die Frau wärmstens empfohlen hatte. Sie sei sehr nett und aufgeschlossen und sie eigne sich bestimmt für einen kleinen Film. Außerdem sei die Frau eventuell daran interessiert mich, die Filmenmacherin, an ihre Kunden weiterzureichen. Das hörte sich wirklich sehr gut an und so rief ich die Frau an und verabredete mich bei ihr zu einem ersten Kennenlerngespräch.

Ich zog mir meine schönsten Klamotten an, eine neue karrierte Bluse und meine bequeme, schöne neue Jeans und eine dicke Jacke, denn es war immer noch bitterkalt und ich machte mich zu Fuß auf den Weg. Die Frau wohnte glücklicherweise auch in Osterath.

Das Haus war ein Häuschen und es sah sehr gepflegt aus. In den Fenstern brannten edle Lampen, alles war hübsch und einladend. Ich klingelte und es öffnete eine etwas rundliche Frau, nett angezogen und frisch frisiert. Sie begrüßte mich freundlich und führte mich in ein kleines Wohnzimmer mit weißen Sofas, die um einen gläsernen Tisch gruppiert waren. Wir setzten uns und die Frau erklärte, dass sie leider nur wenig Zeit hätte, wir also gleich zum Punkt kommen sollten. Sie wollte ein paar meiner Filme sehen. Ich zeigte ihr zunächst den Sajot-Film, doch sie meinte, dies wäre ein Film, den sie niemals ihren Kunden empfehlen würde, das wäre ja fast Antiwerbung. Ich erklärte ihr, dass es der Wunsch von Herrn Sajot gewesen sei, nicht auf Hochglanz poliert dargestellt zu werden. Sie jedoch meinte nur, ihren Kunden könne sie so eine Selbstdarstellung wirklich nicht empfehlen. Also zeigte ich ihr den halbfertigen Inwerk-Film. Der gefiel ihr schon erheblich besser, allerdings meinte sie die Qualität des Filmes wäre ihr nicht ausreichend genug. Sie wolle Filme, die man auch problemlos auf einem großen Bildschirm zeigen könne.

Das war ein Argument, dem ich folgen konnte.

Die Kamera mit der ich bisher gearbeitet hatte war immerhin schon 6 Jahre alt und damit war sie technisch nicht mehr up to date. Wir unterhielten uns noch ein bisschen über die Möglichkeiten, die sie mir anzubieten hätte, denn sie könne sich im Prinzip eine Zusammenarbeit dergestalt vorstellen, dass sie mich mit interessierten Kunden in Kontakt bringen könne. Das war natürlich ein tolles Angebot, aber ich bekam Zweifel. War ich wirklich schon soweit echten Kunden gegenüber zu treten? Ich würde mir auf jeden Fall eine andere Kamera ausleihen müssen. Ich brauchte auch einen Scheinwerfer und ein Mikrofon, um die geforderte Qualität liefern zu können. Ich erklärte der Frau, dass ich mich um besseres Equipment gerade bemühen würde, dass es aber noch einige Monate dauern würde, bis ich vernünftig ausgestattet sei. Dann sprachen wir auch noch über meinen Osterrath-Film, in dem ich über interessante Persönlichkeiten des Ortes Portraits machen wollte. Ich fragte sie, ob sie interessiert daran sei darin mitzuwirken. Sie erklärte daraufhin, ihr Laden sei noch nicht ganz vollständig eingerichtet, vielleicht wäre sie im Herbst soweit. Wir verblieben mit dem Versprechen uns über all dies noch einmal in Ruhe Gedanken machen zu wollen und ich verließ sie nicht, ohne ihr ein paar Kochfilme, die ich auf eine DVD gebrannt hatte, dazulassen. Sie wollte auch den Inwerk-Film behalten, doch das wollte ich wiederum nicht, denn der Film war einfach noch nicht fertig. Es gab darin zwei kleine Wackler, die ich unbedingt noch herausschneiden wollte.

Dieser Besuch und das Gespräch hatten

bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen.

So musste eine Wohnung aussehen, wenn man Kunden hereinlassen wollte. So musste man gekleidet und frisiert sein, wenn man seriös ankommen wollte. Diese Graphikerin strahlte wirklich Ruhe, Ernsthaftigkeit, Professionalität und Sympathie aus. Das ganze Umfeld stimmte und ich bin sicher, auch ihre Arbeit wird sauber und erfolgreich sein. Von diesem Status war ich jedoch noch meilenweit entfernt. Um so auftreten zu können musste ich erst einmal die Basics organisieren. Ich hatte plötzlich das dringende Bedürfnis zum Friseur zu gehen, und auch meine Fingernägel mussten mal richtig gemacht werden. Die waren Jo schon unangenehm aufgefallen und er hatte, weil ich gefragt hatte, auch einen kritischen Kommentar dazu abgegeben. Und ich erkannte, meine Wohnung war ein einziger Trümmerhaufen, dort atmeten die Wände noch immer die Psychose aus.

Mir wurde klar, ich war noch lange nicht soweit. Ich stand noch ganz am Anfang einer sehr wichtigen Entwicklung. Ich musste erst mal wieder gesellschaftsfähig werden. Sauber, adrett und professionell. Und dies alles würde Zeit und Geld kosten.

Zeit hatte ich im Grunde zu genüge, aber in Gelddingen war ich auf Wolfgangs Investitionsbereitschaft angewiesen. Ohne seine finanzielle Hilfe würde ich Jahre brauchen um die notwendigen Vorraussetzungen zu schaffen. Und ganz ehrlich, seine handwerklichen Fähigkeiten würde ich ebenfalls benötigen, denn ich fühlte mich der Renovierung überhaupt nicht gewachsen. Seit diesem elenden zweiten Blitz fehlten mir einfach viele Routinen und Erfahrungen. Ich hatte irgendwie den Eindruck noch nie eine Wand gestrichen zu haben. Wie beim Autofahren so fühlte ich mich auch in Renovierungsfragen wie ein Anfänger. Natürlich wußte ich, dass war doch wirklich einmal ganz anders gewesen, aber es nützte nichts, die Erinnerungen und Erfahrungen waren mir auf vielerlei Gebieten tatsächlich abhanden gekommen.

Ja, mir war bei diesem Besuch ein Spiegel vorgehalten worden, und das Bild dass ich darin entdeckte, machte klar:

Es musste erstmal etwas bei mir geschehen, bevor

ich mich mit den speziellen Wünschen von

Kunden auseinandersetzten konnte.

Neue Website erstellen mit STRATO Hosting: PowerWeb STarter, 12 Monate nur 1,50 Eur/Mon., danach 3 EUR/Mon., Einrichtung 10 Eur. Jetzt bestellen.

Roland

Roland kam mich in dieser Zeit fast täglich besuchen.

Er hatte Probleme mit dem Arbeitsamt und der Arge.

In seiner letzten, selbstgesuchten Arbeitsstelle in einem großen Gartenbaubetrieb war er ein halbes Jahr zuvor gekündigt worden, nachdem die finanzielle Förderung des Arbeitsamtes ausgelaufen war. Jetzt würde er bald schon wieder ein Hartzianer sein und das schmerzte Roland sehr. Er war in dem Gartenbaubetrieb sehr glücklich gewesen. Die Gartenarbeit machte ihm Spaß, gerade im Kontakt mit den Kunden. Dies wurde von dem Betreib jedoch nicht gerne gesehen, wie Roland erzählte. Wenn er die Einkäufe der Kunden zu ihren Autos fuhr und die schweren Säcke in den Kofferraum lud, dann erkannte sein Chef darin nicht eine kundenfreundliche Maßnahme sondern er verdächtigte Roland sich einen lauen Lenz zu machen. Dabei schuftete Roland auch in stärkster Sonne, bei Wind und schlechtem Wetter. Er war immer pünktlich und selten krank. Trotzdem hatte man ihn fortgeschickt und das tat ihm wirklich weh.

Doch was jetzt noch viel schlimmer für ihn war, das war, dass man ihn nun zu einer dieser vielen Hartz IV-Maßnahmen schicken wollte. Er hatte so eine Eingliederung ohne zu verstehen worum es ging, unterschrieben. Doch Roland wollte dort auf keinen Fall hin, denn die Maßnahme war in Neuss und Meerbusch zu verlassen fiel ihm sehr schwer. Er fühlte sich auf dem Weg und in der Bahn nämlich immer schon sehr unsicher. Wolfgang und ich hielten dies für psychotisch. Roland hatte Probleme, das war schnell jedem klar, der ihm zuhörte. Er erzählte zum Beispiel von seinen Nachbarn und ihren Geräuschen. Er galubte, dass sie den ganzen Abend nur auf seine Schritte und Lebensäußerungen achteten, dass sie ihn auslachten und so weiter. Einem ehemals Psychotischen gingen, wenn er so etwas hörte, die Warnlampen an. Doch Roland war irgendwie immer schon so. Ich wußte, er hatte seine eigene, ganz besondere Weltsicht. Es war viel Astrologie dabei. Auch Mondpausen.

Roland schaute sich mit mir einige meiner Monalisa- und Kochfilme an. Er war dabei sehr aufmerksam und er schien meine Filme ganz besonders gut zu verstehen. Ich schätzte darum seine Kommentare und freute mich ganz allgemein an seinem Interesse. Wir gingen öfter zusammen mit dem Hund über die Felder spazieren und besprachen seine und meine Probleme ausführlich, immer von einer großen gegenseitigen Anteilnahme geprägt. Ich versuchte ihn für die Eingliederungsmaßnahme zu begeistern, ich erzählte ihm von den guten Erfahrungen, die ich in der Medienwerkstatt gemacht hatte und ich versuchte zu verstehen, was für ihn daran so problematisch war.

Im Prinzip ging es vor allen Dingen darum: Er wollte

als arbeitender Mensch von seinem Umfeld wahrgenommen werden.

Er wäre auch bereit gewesen sich als Straßenkehrer zu verdingen, Hauptsache er konnte arbeiten. Was er aber überhaupt nicht wollte, dass war an einem Computer zu sitzen. Er hasste Computer, weil er sie nicht verstand. Ihm war alles Schriftliche ein Greul. Ich hatte mal ein von ihm beschriebenes Blatt Papier in der Hand und ich musste sagen, Roland hatte keinerlei Übung im Schreiben. Lag es daran, dass er schlecht sah? Er musste schon früh eine starke Brille tragen, und ob die immer die richtige Sehstärke gehabt hatte, das bezweifelte ich. Er hatte sich selten eine neue Brille leisten können. Die Letzte hatte er von seinem Bruder Michael geschenkt bekommen. Sie stand ihm gut und ließ ihn durchaus etwas intelektuell erscheinen. Er kam so durchaus bei intelligenten Frauen an, doch leider hielten die Beziehungen selten länger. Nach der großen Verliebtheit war meistens wieder schluss.

Ich kannte Roland nun schon seit vielen Jahren und nahm ihn so wie er war. Er hatte mich mit der Küche sitzengelassen, das war zwar nicht schön gewesen, aber im Grunde nahm ich ihm das Ganze nicht übel. Roland konnte halt vor allen Dingen etwas abreißen, hingegen etwas aufzubauen, darin war er ungeübt. Seine großen Brüder hatten zwar alle öfter eine größere Baustelle am laufen, aber Roland in diese Arbeit mit einzubinden fiel auch ihnen schwer. Roland bekam schnell was in den falschen Hals und dann verließ er mitten in der Arbeit seinen Platz, schwang sich auf sein Fahrrad und fuhr nach Hause. Er regte sich dann fürchterlich über dieses oder jenes auf und weigerte sich fortan weiter mitzumachen. Mir war es im Grunde ja ganz ähnlich ergangen. Ich wußte also auf was ich mich bei ihm einließ. Dennoch hatte ich Hoffnung für ihn. Er hatte sich überlegt in Zukunft selbstständig zu arbeiten. Als Gärtner. Es gab nämlich einige Hausbesitzerinnen, die ihn gerne in ihren Garten lassen wollten. Sie suchten nach einer günstigen, aber ordentlich arbeiteten Hilfe in Garten. Mit ein paar Gärten und einem zusätzlichen 400 €- Job als Zeitungsausträger könnte er sich seine eigene, beschiedene Existenz aufbauen. Diese Idee trug er auch seinem Fallmanager vor, doch der wollte davon nichts wissen. Er bestand darauf das Roland an der Maßnahme teilnahm. Ansonsten wollte man ihm sein Hartzgeld kürzen. Roland war wirklich verzweifelt und wir sprachen viel darüber, auch mit Wolfgang. Wolfgang hatte Sympathie für Roland und so wollte er ihm gerne eine Chance geben. In meiner Wohnung gab es so viel zu tun, der Speicher musste endlich geräumt werden und der Garten wartete auf kundige Hände, vor allen Dingen mussten die alten Apfelbäume beschnitten werden. Er wollte Roland für seine Dienste natürlich bezahlen, nicht viel, aber doch soviel, dass er die Kürzung seines Geldes verkraften konnte. Wolfgang fand die Idee als Gärtner zu arbeiten gut. Da wäre er prinzipiell sein eigener Herr und, dass er mit den Hausfrauen gut umgehen konnte, dass glaubte Wolfgang gern. Roland war ein ganz besonderer Schwiegermuttertyp. Er weckte in ihnen wohl den Beschützerinstinkt.

Ich bat Roland als er mal wieder da war um Hilfe.

Ich wollte mit Wolfgang den Trockner von Oben hinunter in den Waschkeller tragen, doch ich traute mir diese Sache irgendwie nicht zu. Im Geiste sah ich die Maschine immer die Treppe herunterfallen. Zusätzliche kräftige Hilfe schien mir angezeigt, auch wenn Wolfgang in der Aufgabe kein großes Problem sah. Ich aber war mir unsicher und wollte, dass Roland mit anpackte. Doch als ich ihn fragte, sagte dieser, es sei gerade eine Mondpause, man müsse die Aktion auf den nächsten Tag verlegen. Wolfgang dachte, er hört nicht richtig, aber ich kannte Rolands Problem mit den Mondpausen und so verabredete ich mich mit ihm für den nächsten Tag. Direkt nach seinem frühen Arzttermin wollte er vorbeikommen.

Doch ich hörte am nächsten Tag nichts von Roland, und auch in den darauffolgenden Tagen war er nicht zu sehen. Also trugen Wolfgang und ich die Machine alleine herunter und es ging, für mich übberraschend, ganz leicht. Wolfgang war eben ein echter Handwerker und wußte schwere Dinge zu händeln. Ich hatte mir also ganz umsonst Sorgen gemacht. Wir warteten weiter auf Roland, doch der kam einfach nicht mehr vorbei. Auch am 24.2 nicht, da hatte er eigentlich versprochen gehabt die Apfelbäume zu schneiden. Nein, Roland hatte sich aus irgendeinem unerfindlichen Grund wieder mal zurückgezogen. Nun gut, dachte ich, diesmal würde ich das Ganze nicht einfach so hinnehmen. Diesmal würde ich ihm sagen was ich von so einem Verhalten hielt. Und ich bekam ein paar Wochen später auch die Gelegenheit dazu. Wir trafen ihn vor dem Supermarkt. Er wollte sich gerade aus dem Staub machen, da erkannte ich ihn. Er sah sehr schlecht aus, ziemlich abgemagert, bekeidet mit staubigen Arbeitsklamotten. Und ich wurde irgendwie ziemlich ärgerlich. Ich fragte ihn gerade heraus wo er abgeblieben sei und ich fragte ihn, was ich wohl von ihm halten solle. Da stellte Roland sich hin und sagte: „Arbeit, Arbeit … ich hab soviel Arbeit gehabt.“ Da wurde ich endgültig sauer, das war nun wirklich die völlig falsche Ausrede. Ich sagte ihm, dass ich sehr enttäuscht von ihm sei und ließ ihn stehen. Er rief mir noch hinterher, dass ich dies bereuen würde, doch ich war mittlerweile richtig sauer auf ihn. So ein Blödmann! Und Wolfgang war mal wieder bestätigt, ich hatte einfach keine guten Freunde.

Jetzt würde Roland bestimmt nicht mehr vorbeikommen, der wartete lieber ab, bis Gras darüber gewachsen war. Doch das konnte diesmal länger dauern. Ich fand, Roland müsse endlich lernen, dass man so nicht durch die Welt gehen konnte ohne Widerstand zu erfahren. Wie wollte er erfolgreich Gärten pflegen, wenn er so mit seinen Kunden umging? Sicher, ich war kein richtiger Kunde, aber wenn man bei seinen Freunden schon nicht die Versprechen einhielt, wie sollte dies dann erst fremden Menschen mit ihm ergehen? Ich kam zu dem Schluss, das Roland selbst seine Erfahrungen machen musste. Ich konnte ihm offensichtlich nicht helfen.

Das war durchaus auch sehr schade,

denn Roland hatte Phantasie.

Wenn ich mit ihm über meine diversen Projekten sprach, dann war er immer ganz Ohr und brachte gute Ideen mit ein. So auch bei meinem Plan einen Werbefilm über Osterath zu drehen. Diese Idee trug ich nun schon länger mit mir herum, und seit Wolfgang dem Kauf einer neuen, guten Kamera positiv gegenüber stand, beschäftigte ich mich konkreter damit. Als ich Roland davon erzählte, meinte dieser, ich solle versuchen den Film in Osterath öffentlich zu zeigen. Er dachte an den Fernsehladen, dort könne doch auf einem der Fernseher im Schaufenster der Film laufen, so daß die Passanten im Vorbeigehen darauf aufmerksam wurden. Wir überlegten, wo überall Bildschirme im öffentlichen Raum zu finden waren und so kamen wir auch auf den Supermarkt. Oberhalb der Kassen hing ein Bildschirm auf dem Werbebotschaften anderer Geschäfte des Ortes zu sehen waren. Könnte dort nicht mein Film gezeigt werden? Man könnte die Internetadresse der Seite gleich mit angeben und den an Kasse wartenden Kunden mitteilen wo sie den Film im Internet finden konnten. Ich fand ein Laufband, dass den Film begleitet, ganz ähnlich der Aufmachung einer Nachrichtensendung bei Phönix oder N24, wäre eine gute Möglichkeit. Mir gefiel diese Idee immer besser und so hatte ich ein neues Ziel vor Augen, ja unter Umstäden war dies sogar eine richtig gute Geschäftsidee.

Roland hatte sich für den Film auch als Reporter angeboten, er konnte sich gut vorstellen mit einem Mikrofon bewaffnet auf die Straße zu gehen und die Leute zu interviewen. Doch nach seinem letzten Abgang war ich an seiner Mitwirkung nicht mehr interessiert. Da wäre man einfach nie sicher, ob er zum Drehtermin auch wirklich da wäre und wenn doch, dass er dann auch bis zum Ende blieb. Ich würde ohne seine Interviews auskommen müssen und wenn ich es recht überlegte, dann war dies auch ganz gut so.

Ich wollte in diesem Film die Geschäfte Osteraths und seine Gastronomie vorstellen. Auf dem Laufband würde der Name des Inhabers zu lesen sein, wenn vorhanden auch der Firmenslogan und natürlich die Öffnungszeiten. Ich konnte mir gut vorstellen, dass die einzelnen Geschäfte an so einem Film mitwirken würden. Und wer nicht darin erscheinen wollte, der wurde halt auch nicht gezeigt. Ich konnte zwar noch nicht sagen, wie teuer, oder besser wie billig ich diese Dienstleistung anbieten konnte, aber ich dachte an 150€ bei einer einfachen Außenansicht, 300€ bei zusätzlich aufwendigeren Innenaufnahmen. Ralla riet mir die Preise zu halbieren. Ich hatte ihn im Ort getroffen und ihm von meinem Vorhaben erzählt. Er fand die Idee super und nannte mir Preise, die er für so realistisch und attraktiv hielt, dass möglichst viele Geschäfte mitmachen konnten.

Auch Wolfgang fand die Idee gut, obwohl er gar kein Fan von Osterath war. Ihm wäre es niemals eingefallen einen Werbefilm über diesen in seinen Augen wirklich langweiligen Ort zu drehen. Ich sah das ganz anders, ich fühlte mich in meinem Osterath wirklich ganz zu Hause und ich konnte mir gut vorstellen, meine Sicht der Dinge in einem Film zu zeigen. Doch was ich dafür brauchte, das war eine eigene Kamera. Ich musste in der Lage sein jederzeit mit ihr durch den Ort gehen zu können, um die schönen Seiten des Ortes einzufangen.

Fukuschima

Doch bevor ich damit beginnen konnte neue Filme zu machen,

musste erst einmal meine Wohnung auf Vordermann gebracht werden.

Wolfgang und ich besprachen immer wieder die Vorgehensweise, denn im Grunde musste alles auf den Kopf gestellt werden. Aber zuvor mussten die Papiere geordnet und aussortiert werden, denn es hatte sich in den Letzten Jahren wirklich viel an Kram angesammelt. Ich räumte mein Yton-Regal leer und gab ihm einen neuen Anstrich mit weißer Wandfarbe. Das Regal war eines meiner ersten Bauobjekte gewesen. Es war ein handwerklich einfach aufzubauendes, finanziell sehr günstiges, und dabei obtisch sehr attraktives Möbel geworden welches sich bisher gut bewährt hatte.

Die Sofas wollte ich in Felix altem Kinderzimmer aufbauen, denn mir schwebte ein seperates Fernsehzimmer vor. Unten wollte ich nur noch die Küche, das Esszimmer und ein großes Arbeitszimmer haben, so würde ich besser Ordnung halten können und ich hätte Wohnen und Arbeiten räumlich getrennt. Das schien mir für die Zukunft vorteilhafter zu sein.

Ich turg also die auseinandernehmbaren Sofateile nach oben und richtete das Zimmer zunächst einmal provisorisch ein. Ich schraubte die einzelnen Teile noch nicht wieder zusammen, das wollte ich lieber gemeinsam mit Wolfgang machen. Aber es war schon erkennbar, dies würde ein richtig gemütlicher Ort werden. Ein Ort für mich und meinen sprechenden Fernseher.

Wolfgang nahm sich Urlaub, nicht weil der März so schönes Wetter hat, sondern weil sein Verleiher zur Zeit keine Arbeit für ihn hatte. Ich jedoch hatte Arbeit genung für Zwei. Wolfgang fuhr also mit mir in den Baumarkt und wir deckten uns mit Renovierungskram ein. Am Wochenende sollte es losgehen mit dem Streichen. Mein ehemaliges Wohnzimmer und das angrenzende Arbeitszimmer würden zukünftig zu einem einzigen, großen Raum, da sie durch einen großen Durchbruch miteinander verbunden waren. Dies würde wirklich ein ganz wunderbares Kreativzentrum werden können. Ich würde meine Tafel wieder aufhängen und wenn ich dann endlich wieder eine vernünftige Kamera haben würde, dann würde ich auch wieder Tafel-Filme machen können, und dies war wirklich eine große Motivation. Doch so groß, dass mich Fukuschima nicht völlig in seinen Bann ziehen konnte war diese dann doch nicht.

Und so kam es, das Wolfgang allein auf der Leiter stand und die beiden Zimmer streichte. Ich hingegen saß oben in unserem neuen Fernsehzimmer und verfolgte die Sendungen, die nonstop über die japanische Atomkatastrophe berichteten. Ich war völlig gefangen von den Bildern, ich konnte mich nicht davon fortreißen. Ich dachte die ganze Zeit über nur: Das hätte, ja das könnte, uns auch passieren.

Es interessierte mich, wie die Regierung und ihr Katastrophenschutz mit der Lage umging, und ich fühlte mich in all meinen Befürchtungen, die ich bezüglich des Atomstroms schon immer gehegt hatte, voll bestätigt. Niemand war auf so einen Fall eingerichtet, es wurde auch immer nur das erzählt, was nicht zu verheimlichen war, die Regierung war dem ganzen Drama in Grunde hilflos ausgeliefert. Ich fragte mich, wie wir hier in Deutschland mit so einem Unglück fertig werden würden, ob wir auch so gelassen und ruhig reagieren würden wie die Japaner es allgemein taten. Sie waren wirklich sehr diszipliniert, doch das würde auch nicht verhindern, dass für alle Bewohner dieses Landes eine neue Zeitrechnung beginnen würde. Auch für sie gab es nun ein Davor und Danach.

Wolfgang nahm mir mein Verhalten natürlich übel. Er kam sich doch etwas ausgenutzt vor und als Michael vorbeikam und auch keine Hilfe anbot, da wurde er richtig ärgerlich.

Glaubte denn jeder, er wäre für alles alleine zuständig?

Ich wußte, dass ich seine Nachsicht, mir und meinem exessiven Fernsehgenuss gegenüber, so langsam aber sicher verlor, aber es war mir einfach unmöglich den Fernseher aus zu machen. Ich war der Meinung, wenn Wolfgang dieses Drama nicht interessierte, dann war er auf der Leiter am Besten aufgehoben. Ich aber wollte auf keinem Fall etwas verpassen. Leider, denn mein Verhalten sollte Folgen haben. Für Wolfgang war klar, dies war das letzte Mal, dass er sich so benutzen ließ. Er erklärte mir, dass ich in Zukunft meinen Kram würde alleine machen müssen. Aber auch diese Drohung konnte mich nicht vom Fernseher holen, ich konnte einfach nicht anders.

Nachdem Wolfgang also das Arbeitszimmer gestrichen hatte räumte ich es, nachdem das Thema Fukuschima langsam langweilig wurde, wieder ein. Dazu musste ich ein größeres Regal von Oben nach Unten holen. Ich hatte auch noch zwei unausgepackte passende Zusatzregale, die ich von meiner Mutter spendiert bekommen hatte, die bauten wir nun gemeinsam auf. Jetzt hatte ich endlich genügend Platz für all meine Unterlagen und Bücher. Ich sortierte alles und füllte damit die Regale. Dabei kamen mir all meine alten Entwürfe und Konzepte in die Finger. Ich war wirklich all die Jahre sehr fleißig gewesen, das konnte man durchaus sagen. Nur leider, das Wenigste hatte Geld eingebracht. Nicht weil es schlechte Ideen gewesen wären, nein, das nicht, aber das Meiste war für mich als einfache Designerin einfach eine Nummer zu groß, zu neu, zu revolutionär.

Ich hätte für einiges einfach einen starken Partner gebraucht, doch den hatte ich bisher nicht gefunden. Ich hatte allerdings vielleicht auch nicht intensiv genug danach gesucht, musste ich selbstkritisch eingestehen. Wenn ein Projekt nicht gleich voran ging, dann löste ich dieses nämlich oft schnell durch eine neue Idee ab. Große Ausdauer hatte ich nicht gezeigt. Es gab schließlich genügend andere Dinge, die ich entwerfen konnte, und vielleicht hatte ich damit am Ende ja mehr Glück.

Nach dem Arbeitszimmer war das Esszimmer dran und Wolfgang tat noch einmal sein Bestes, trotz seines Ärgers über mich. Er bearbeitete die blättrige Decke mit seinem Lieblingsspachtel und glättete diese anschließend, dass es mir großes Lob abverlangte. Wolfgang arbeitete wirklich sehr gründlich und mit Erfolg. Das konnte man von meinen letzten Renovierungsbemühungen von vor 5 Jahren nicht gerade behaupten. Ich hatte im Bereich der Fußleisten doch sehr geschlammt. Diese mangelnde Sorgfalt war mir bisher gar nicht so bewußt gewesen. Ich war mit meiner Arbeit eigentlich immer sehr zufrieden gewesen und über mögliche Schwächen legte ich gerne den Schleier der Verdrängung. Jetzt aber sah man all meine Fuschereien. Wolfgang legte natürlich seine seine Hand auf die Wunde. Ich würde meinen Arbeitsstil deutlich verändern müssen, wenn ich bei ihm Anerkennung erzielen wollte.

Ich würde mich in Zukunft besser vorbereiten müssen und dürfe nicht immer

nur nach dem fertigen Ergebnis streben, sondern ich sollte mir Zeit

lassen, denn Zeit war doch etwas was ich zu genüge hatte.

Das Gartenhaus

Ich räumte, nachdem das Esszimmer fertig war, die Küche aus.

Es war klar, diese würde ich selber streichen müssen, denn Wolfgang verabschiedete sich in den Garten. Er hatte mein Gartenhaus für sich und seine Zwecke entdeckt. Dazu musste dort allerdings ersteinmal viel herumgeräumt und repariert werden. Auf der ganzen Länge entlang der Fenster war das Dach undicht. Regelmäßig mussten die Behältnisse, die darunter standen, ausgeschüttet werden. Dennoch machte Wolfgang es sich dort so langsam aber sicher gemütlich. Ein Tisch mit zwei Truhen als Sitzgelegenheit und ein AutoCDPlayer hing an einer alten Autobatterie. So konnte er dort unten seine Musik hören, ein Pfeifchen nach der Arbeit genießen und sich mit sich selbst beschäftigen. Er fing an zu zeichnen und von einem Schutzgas-Schweißgerät zu träumen. Er hatte einen Elektroschweißer, den packte er aus und auf dem Boden knieend begann er Drathstifte zu verschweißen.

Mir war klar, den bekam ich dort so schnell nicht mehr weg.

Jetzt musste ich in der Wohnung tatsächlich selber ran. Auf der einen Seite fand ich das ganz gut, ich musste selbst etwas bewerkstelligen, wenn ich wirklich zufrieden sein wollte, auf der anderen Seite jedoch graute mir vor der ganzen Arbeit. Ich hatte den Eindruck zwei linke Hände zu haben. Der Gedächtnisverlust hinterließ immer noch spürbare Folgen. Denn um Zutrauen und Zuversicht vor einer Aufgabe zu empfinden war Erfahrung und Routine ganz hilfreich. Mir fehlte dieses Gefühl aber irgendwie völlig. Es war wie mit dem Autofahren, Kochen oder auch mit dem Sex. In allem war ich seit meiner Psychose ein Anfänger, zumindest fühlte ich mich so.

Bevor es mit der Küche jedoch weitergehen konnte, wollte Wolfgang noch die Arbeitsfläche an der Spüle überarbeiten. Wir diskutierten hin und her, lange Platte, kurze Platte, oder alles so wie gehabt. Am Ende blieb es so wie gehabt und ich hatte keine Ausrede mehr, es konnte jetzt wirklich gestrichen werden. Gerne hätte ich eine Kamera dabei gehabt, ihr hätte ich vielleicht erzählen können was in mir vorging. Ich verstand meine Empfindungen überhaupt nicht. Früher hätte mich die Arbeit erfüllt und ich wäre freudig und vor allen Dingen neugierig auf das Ergebniss gewesen, jetzt aber kam einfach keine rechte Freude auf. So machte renovieren natürlich nur wenig Spaß. Ich fragte mich, wo mein Spaß nur abgeblieben war. Mein supertolles Lustprinzip. Es funktionierte irgendwie nicht mehr. Und dazu kam ein Wolfgang der die Arbeit kritisch bewertete. Gut, meine Küche fand er am Ende ganz ordentlich gestrichen vor, aber das war schließlich auch keine große Leistung. Er hattte die ganze restliche Wohnung gestrichen, und wer hatte ihn da gelobt und umschwänzelt?

Ich ließ mir also bei der Renoviererei viel Zeit.

So hatte ich früher nie gearbeitet, früher, also vor der Psychose, konnte es mir bei der Umsetzung wirklich nicht schnell genug gehen. Jetzt aber nahm ich jede Ausrede, die Arbeit vor mir herzuschieben, dankbar an. Und so saß ich ganze Nachnittage bei Wolfgang im Häuschen. Wir sprachen viel über unsere Erfahrung mit der Psychose. Wolfgang erzählte mir was ihn damals umgetrieben hatte und diese Geschichten machten mir endgültig deutlich, dass Wolfgang wirklich ein Sohn Satans war. Er hatte den leibhaftigen Teufel bei sich im Keller gesehen, nur kurz, aber dennoch sehr eindringlich. Wolfgang konnte ihn nicht mehr detailiert beschreiben, aber für ihn war damals absolut klar, dieses häßliche Geschöpf konnte nur das Böse schlechthin sein. Die Erscheinung hatte ihn nicht angegriffen, im Gegenteil, Wolfgang hatte ehr das Gefühl, dass er diesem gefallenen Engel die Tür in seine Unterwelt verstellte. Sein Keller war so etwas wie der Hintereingang zur Hölle. Und er verhinderte den Zugang. Ja, plötzlich war er selbst mit den Prozessen, die das jüngste Gericht mit sich brachten, beschäftigt. Er war so etwas wie der Staatsanwalt in der ganzen Geschichte. Und es galt an einer Reihe von großen Prozessen teilzunehmen. Diese wurden telepathisch geführt. In Wolfgangs Gehirn war daher wirklich der Teufel los.

Manchmal war er auch als Anwalt unterwegs. Dann galt es irgendwelche Verbrechen aufzuklären. Ein Kindermord zum Beispiel. Er suchte lange nach der Stelle wo die Kinder begraben sein sollten. Er fühlte sich durchaus auch verfolgt und bedroht. Einige Nächte hatte er nicht in seinem Keller verbringen können, da er von schlimmen Vorahnungen gequält wurde. Irgendetwas Gefährliches könnte sich in seiner Kellergruft zutragen. Und so irrte er nicht selten durch die nächtliche Stadt, schlief in abgelegenen Hauseingängen oder im Park unter irgendeinem Baum.

Ein Ende fand diese verrückte Zeit an dem Punkt, als Wolfgang klar wurde, dass er für seine Tätigkeiten kein Geld bekam. Man versprach ihm zwar immer wieder größere Summen, aber an den abgesprochenen Übergabepunkten lag nie etwas. Er fühlte sich ausgenutzt und verarscht. Und so weigerte er sich weiterhin den Satan zu machen. Außerdem hatte die Bank ihn angeschrieben, sein Dispo war völlig ausgereizt und die Bank machte sich langsam Sorgen um ihr Geld. Er musste unbedingt wieder arbeiten. Seinen Job hatte er nämlich leider, leider aufgegeben. Seinen sicheren Job bei der KVB, den Kölner Verkehrsbetrieben, hatte er ein halbes Jahr zuvor einfach hingeschmissen, jetzt hieß es kleinerer Brötchen backen und sich erst einmal als Leiharbeiter verdingen. Er bekam sofort Arbeit, allerdings nicht als Industrieelektriker. Nein, er musste auf die Baustelle und relativ einfache Handwerksarbeiten machen. Doch auch damit war er anfangs überfordert. Er hatte nur wenig Ahnung von der Hauselektrik, so etwas war in seiner Ausbildung ehr nebensächlich behandelt worden. Er fühlte sich wie ich von vielen ansich alltäglichen Dingen überfordert. Allerdings merkte er schnell, wenn er nichts von seinen psychischen Problemen erzählte, dann merkte es auch niemand. Gut, er war vielleicht etwas sehr zurückhaltend, ja schweigsam, aber man merkte, er bemühte sich nicht unangenehm aufzufallen. Und mehr erwartete man von einem Leiharbeiter auch nicht. Er arbeitete in den folgenden Jahren auf unendlich vielen Baustellen. Mal ging es auf Montage, mal war es ein Job bei irgendeinem Chemieunternehmen.

Er arbeitete und pflegte ansonsten eine latente Depression. Was war nur aus seinem bequemen Leben bei der KVB geworden? Jetzt schuftete er doppelt und dreifach so hart, bekam aber nur einen Bruchteil des Lohnes. Er bedauerte es sehr dass er gekündigt hatte.

Erst mit der Zeit erkannte er auch die Vorteile seiner Leiharbeitertätigkeit. Er kam viel herum, er lernte dazu und irgendwann begriff er wie der Hase in der Zeitarbeit lief. Und er lief mit, bis er endlich bei seinem Traumjob angekommen war. Ein Job bei der tollen Firma Siemens als Fehlersucher auf einer Teststrecke für Züge. Als Fehlersucher war er wirklich erstklassig. Da machte ihm so schnell keiner etwas vor. Manchmal war es direkt magisch, ja seinen Kollegen erschien es fast wie Zauberei, wie schnell er den Fehler herausanalysiert hatte. Und die Depression verflüchtigte sich, sein Konto füllte sich wieder, er hatte auch endlich die Kraft gefunden aus seinem Keller auszuziehen und dieses Kapitel endgültig hinter sich zu lassen. Er schaute wieder nach vorne, und da lag die Zukunft in einer modernen, kleinen Wohnung mit Dusche und WC, direkt neben der Heizung. Alles war sauber und ordentlich, er entwickelte zwischenzeitig gar einen regelrechten Putzwahn, denn auf seinen weißen Bodenfliesen sah man wirklich jeden Krümel.

Und so lernte ich ihn kennen. Einen sympathischen, liebenswerten

und gereiften Mann mit vielen lebenstüchtigen Erkenntnissen.

Bild

Viele Pläne

Wolfgang und ich machten in den sommerlichen Frühlingstagen

viele Pläne was die Gestaltung der Wohnung und des Garten betraf.

Jetzt wo er endlich sein eigenes kleines Reich gefunden hatte, wollte er auch, dass die Sache weiterentwickelt wurde, denn er gedachte hier seine weitere Zukunft zu verbringen. Er hatte zwar öfter von einem kleinen Häuschen an der hollänsichen Grenze geredet, aber jetzt, wo er soviel schweißen konnte, wie er wollte, umgeben von einem halb verwilderten Garten, bewacht von einem tollen Hund, gut bekocht und unterhalten, da wollte er nicht mehr so dingend weg. Gut, Osterath war in seinen Augen wirklich ein unsypathisches Dorf mit alteingesessenen Bauern, die ihm sein Fahrrad entwendet hatten, irgendwelchen alten Leuten, die über andere alte Leute lästerten, Verkäufer die unfreundlich und irgendwie eingebildet waren, Geschäftsinhaber die gebrauchte Ware für neu verkauften, einfach ein unangenehmer Ort, nicht zu vergleichen mit seinem Leben in Köln. Dort konnte man sich austoben und das wahre Leben kennenlernen. In Osterath jedoch war seiner Meinung nach der Hund begraben.

teaser

Wir sprachen natürlich auch viel über die zukünftige Kamera. Es war jetzt klar, auch er wollte eine, er brauchte sie zwar nicht so dringend, mit seiner kleinen Digitalkamera konnte man überraschend gute Fotos und Videosequenzen aufnehmen, aber wenn es mir ermöglichte professionellere Arbeiten abzuliefern, dann sah er darin auch eine Investition in die Zukunft. Er konnte sich ein Leben, indem eine Frau ihr eigenes Geld verdiente gut vorstellen, ja, wenn die Frau sogar richtig gut verdienen würde, dann wollte er gerne als Hausmann zu Hause bleiben und sich intensiv der Schweißkunst widmen. Alles was dieses Ziel näher kommen ließ war darum durchaus ein paar Euro wert. Die Kamera, die uns vorschwebte, kostete allerdings weit über 1000 €, das war für ihn eine wirkliche Stange Geld. Und leider hatte er nicht mehr seinen gut bezahlten Job als Fehlersucher in Zügen, zur Zeit arbeitete er für einen japanischen Riesenbaggerhersteller. Zuerst hatte man ihm relativ anspruchslose Arbeit gegeben, doch mittlerweile hatte er sich eingearbeitet und nun wurde er auch hier als Fehlersucher eingesetzt. Er musste die Arbeit seiner Kollegen überprüfen. Fast alle waren Leiharbeiter wie er und so gab er sich Mühe, seinen Kollegen nicht allzusehr auf den Wecker zu gehen, wenn er sie auf einen Fehler in ihrer Verkabelung hinwies. Er fühlte sich ganz wohl unter seinen Kollegen, selbst sein Chef war Zeitarbeiter wie er. Sehr vorteilhaft an diesem Job war, man versprach ihm eine langjährige Arbeitsstelle, eventuell mit Übernahme, und frühe Feierabendzeiten. Meistens war er schon kurz nach 14Uhr wieder zu Hause und er konnte sich in sein Häuschen zurückziehen um eigene Sachen zu machen.

Er arbeitete nun schon des längeren an einem Kopf, der aus Drahtstücken zusammengesetzt wurde. Ich beobachtete seine Bemühungen mit großem Wohlgefallen. Was Wolfgang da entwickelte war wirklich satanisches Design. Ein Gegendesing zu meinen eigenen Entwicklungen. Ich fand die Mischung sehr reizvoll und nannte das ganze „Satan und Monalisa – Design“. So etwas ließ sich doch sicherlich ganz erfolgreich vermarkten.

Ich hatte zwar überhaupt nicht das Gefühl Monalisa zu sein, diese Frau war in mir leider, leider gestorben. Vielmehr wuchs in mir eine neue Persönlichkeit heran, ich hatte ihr bald schon den Namen Satania gegeben. Satania war unendlich faul und ganz klar fernsehsüchtig. Sie war übergewichtig und für keine Anstrengung zu gewinnen. Sie drückte sich vor jeder vermeintich überflüssigen Betätigung. Sie war absolut auf sich selbst bezogen und dabei unendlich verwöhnt. Hausarbeit war ihr ein Graus und selbst Gassi gehen war ihr meistens einfach nur lästig. Sie war wirklich die unsympathischtes Person, die ich je kennengelent hatte. Doch Wolfgang ließ sich von diesem ausgelebten Phlegma nicht irritieren, er wußte aus eigener Erfahrung, irgendwann würde die alte, runderneuerte Monalisa wieder auferstehen, die aktive, engagierte und liebenswerte Designerin. In der Zeit der Medienwerkstatt war sie für ihn immer deutlicher sichtbar geworden. Eine Monalisa, die dazugelernt hatte, die engagiert aber auch bedachtsamer vorging. Er wollte ihr gerne eine Kamera kaufen, auch wenn es weh tat, denn er glaubte an sie. Er hatte sich einige ihrer Filme angesehen, und er fand, das Ganze war nicht schlecht. Insbesondere der Necati-Film, aber auch der blöde Inwerk-Film, vielleicht konnte sie ja am Ende mit der Filmerei ihren Lebensunterhalt bestreiten. Der geplante Osterath-Film schien ihm eine reale Chance zu sein. Mit diesem Film konnte sie Interesse erwecken. Denn Werbebildschirme in Supermärkten gab es in jeder Stadt. Und Geschäfte gab es auch überall. Sie mussste die potentiellen Kunden nur durch ein attraktives Angebot zum Mitmachen bewegen. Dann konnte sie ihr Angebot fast überall anbieten. In der Idee steckte wirklich Musik drin. Apropos Musik: Die Musik könnte von ortsansässigen Musikern beigesteuert werden, hier in Osterath könnte es Rallas jazziges Schlagzeug sein, woanders gab es vielleicht andere gute Bands, die gegen Werbung in eigener Sache nichts einzuwenden hatten.

Das Ganze war in seinen Augen wirklich ausbaufähig. 

5 Gratis Rubbellose spielen!

Ausländerfeindlichkeit

Auf diesem Ohr war Wolfgang taub.

Und ich wollte davon am Liebsten auch nichts mehr hören.

Doch Wolfgang und ich machten dieses Thema oft zum Gegenstand unseres Gespräches. Für Wolfgang war die Sache im Grunde ganz klar, Leute, die mit ihren ausländischen Kollegen oder Vorgesetzten nicht klar kamen, die wurden gemobbt. Er hatte unter seinen Kollegen häufig Ausländer, wenn man sie überhaupt noch als Ausländer bezeichnen konnte. Die meisten verbrachten schließlich oft ihr ganzes Leben in Deutschland. Polen liebte er, aber auch die Lebensart der Türken sagte ihm sehr zu. Er liebte sein Ehrenfeld, klein Istambul von Köln. Dort gab es die besten Döner und viele Billigläden und genau dort fühlte er sich wohl.

Dieser Umstand verursachte nun jedoch ein Problem, denn Michael hatte sich in der letzten Zeit zu einem Ausländerfeind entwickelt, seit er einen halben Neonazi zum Freund hatte. Dieser infizierte ihn mit nationalem Gedankengut. Und diese Argumentation versuchte er auch bei Wolfgang anzubringen. Doch, der schüttelte sich nur und verließ den Tisch. Mit so einem Arschloch wollte er einfach nichts zu tun haben.

Michael diskutierte daher mit mir weiter und ich fragte mich, wie ich ihn nur wieder auf den Pfad der Tugend zurück bringen konnte. Ich kannte ihn auch mal ganz anders, damals, als er noch als selbstständiger Handwerker unterwegs war. Als er noch nicht drei Kinder von drei Frauen hatte und eine erfolgreiche Zukunft ihm noch offen stand. Jetzt aber lohnte die Anstrengung in seinen Augen nicht mehr, denn die Allimente sogen alles auf. Mir war irgendwie klar, dass er aus Frust über sich selbst die Ausländer auf dem Kieker hatte. Die waren an allem Schuld. Die ließen ihn sich fremd und ausgeschlossen fühlen in der eigenen Stadt. Er war in einer Sackgasse gelandet, er hatte alle Jobangebote, und die hatte es reichlich gegeben, abgelehnt. Die geforderte Arbeit war ihm entweder nicht gut genug oder zu anstrengend.

Er träumte lieber von einer Karriere als Künstler. Als Künstler könnte er weiterhin so in den Tag hinein leben, sich ein bisschen kreativ betätigen, gutes Geld für angenehme Arbeit kassieren, und wenn es doch nicht ganz zum Leben reichte, dann konnte er ja ein bisschen Schwarz machen. Für einen Handwerker wie ihn gab es immer was zu tun. Leider machte die ARGE das so langsam aber sicher nicht mehr mit. Sein verständnisvoller Fallmanager war gegen eine engagierte Fallmanagerin ausgetauscht worden, und die bestand darauf, dass Michael sich nun auch auf einfachere Handwerkerjobs bewarb.

Mir machte Michaels ausländerfeindliches Gerede Kopfschmerzen, denn ich merkte, er war für tolerante und weltoffene Gedanken überhaupt nicht ansprechbar. Immerwieder beschwor er die ach so tollen deutschen Tugenden. Leider zeigte er selbst keine davon. Für Wolfgang war die Sache klar, der Typ war bei ihm endgültig unten durch. Ich jedoch tat mich schwer. Michael hatte zu mir gehalten, war im Prinzip immer gekommen, wenn ich ihn um etwas bat. Er wollte mir auch bei der Internetseite helfen. Sollte ich auf seine Unterstützung verzichten? Ich hatte im Grunde immer an eine enge Zusammenarbeit gedacht. Nein, es war nicht meine Art einfach so ohne Erklärung Konsequenzen zu ziehen. Ich nahm mir also vor bei nächster Gelegenheit das Thema endgültig zu klären. Vielleicht kam Michael ja so wieder auf ein anderes Gleis.

Alternative zum BU-Schutz - jetzt informieren!

Die Wissenschaft

Irgendwie wurde ich vom Renovierungswahn nicht ergriffen.

Ich hatte einfach keine Lust. Etwas hinderte mich

daran mich stärker zu engagieren.

Ich baute also die Arbeitsgeräte und die Farbe im Arbeitszimmer in einer Ecke auf, klappte die Leiter zusammen und entschied mich erst einmal etwas ganz anderes zu machen. Etwas, vor dem ich mich ebenfalls schon länger gedrückt hatte. Doch die Aufgabe reizte mich mittlerweile sehr. Es ging schließlich um mein Bombini, und für dieses Thema war ich immer sehr empfänglich.

Wolfgang forderte mich auf eine wissenschaftlich fundierte Ausarbeitung anzufertigen. Etwas, mit dem ein interessierter Laie oder auch ein Fachmann etwas anfangen konnte. Ich hatte bisher immer nur den physikalisch Uninformierten anzusprechen versucht, den absoluten Laien, den Desinteressierten. Wolfgang meinte, ich solle mich doch mal im Internet umschauen, dann würde ich sehen, dass es zu meinem Thema viele interessante Beiträge gab. Thomas Thaunsend Braun und sein asymetrischer Zweiplattenkondensator war dort vielen ein Begriff und es gab nicht wenige Filme zu sehen, die die unterschiedlichen Ergebnisse von Laienforschern bezüglich seines fliegenden Kondensators zeigten. Auch sie arbeiteten mit Hochspannung, allerdings in einer Art, die wirklich ungefährlich war. Im Gegensatz zu meiner Versuchsanordnung, denn die war wie Wolfgang immer wieder betonte, absolut verboten. Meine Spannung war viel zu energiereich, sie war schlicht und ergreifend tödlich.

Ich hatte dies natürlich auch gewußt, aber Gemeinsam mit Rene, einem beliebten, ehemaligen Physiklehrer der Hauptschule in Osterath, hatte ich mir die Arbeit mit dem Hochspannungstrafo durchaus zugetraut und unsere Zusammenarbeit war wohl eine gute Lösung gewesen, denn es war tatsächlich nie etwas Schlimmes passiert.

Rene kam regelmäßig einmal die Woche vorbei und stand mir mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem, die Gefahr war durchaus hörbar und so hatte ich den Versuch so aufgebaut, dass ich die Anlage von der Tür mit Hilfe eines extra Schalters hochfahren konnte. Ich hatte großen Respekt vor den möglichen Entladungsblitzen und so beobachtete ich das Ganze immer aus sicherer Entfernung. Im Gegensatz zu Rene, er betrat doch tatsächlich den Raum und ging in die Nähe des großen Vorwiederstandes, den ich für die Messungen brauchte. Dort konnte man nämlich einen kalten Windstrom feststellen. Ein Zeichen, dass die Anlage zusätzlich Energie aus der Raumluft bezog. Das könnte wirklich sehr interessant sein und ich hatte darum diesen Versuchsteil auch immer gut aufgehoben. Vielleicht würde ich später irgendwann noch mal die Gelegenheit haben diese „Kältemaschine“ genauer zu untersuchen.

Unfall-Schutz bis zu 100.000 ? - ab 3,80 ? pro Monat!

Wolfgang wollte von einer Neuauflage meines Experimentes auf keinen Fall etwas wissen. Er wollte sich schließlich nicht strafbar machen. Aber über die Theorie konnte man mittlerweile mit ihm reden. Das war nicht immer so gewesen. Er hasste das Bombini-Thema. Er hielt es einfach für wissenschaftlich nicht zu untermauernden Schwachsinn. Er konnte mir zwar auch nicht wirklich wiedersprechen, aber dennoch glaubte er fest daran, dass bei entsprechender, eingehender Prüfung meine Seifenblasenphysik in sich zusammenfallen oder platzen würde. Ich hatte halt keine Physik studiert. Das bedauerte ich jetzt natürlich ebenfalls. Damals, als mein Großvater mit mir am Tisch gesessen hatte und wir unter Hypnose stehend die Zukunft diskutierten, da hatte ich zugesagt dieses Studium zu wählen, aber später im Normalbewußtsein erinnerte ich mich daran nicht mehr. Ich wußte nur: Du musst wissenschaftlich denken lernen. Du must wissenschaftliches Arbeiten lernen. Ich entschied mich dereinst daher für Biologie, denn ich hatte einfach eine geniale Biologielehrerin auf dem Abendgymnasium. Sie förderte mich, indem sie mich immer wieder Referate halten ließ, denn ich war richtig gut darin ein Thema für meine Zuhörer spannend und lehrreich darzustellen. Es hatte mir wirklich sehr viel Spaß gemacht und so prangte auf meinem Abiturzeugnis auch eine echte Eins. Warum sollte ich also nicht damit weitermachen? Es war einfach naheliegend und so schrieb ich mich für Diplombiologie an der Düsseldorfer Universität ein. Mein Sohn war da gerade ein Jahr alt und meine Mutter war so lieb und kümmerte sich um ihn, während ich zu den Vorlesungen ging.

Ich studierte 2-3 Jahre lang fleißig und engagiert, doch als es dann auf das Vordiplom zuging verlor ich plötzlich die Lust. Ich hatte irgendwie genug gelernt, ich wollte es nicht mehr genauer wissen. Mich interessierte einfach nichts wirklich so stark, dass ich darin mein Hauptstudium machen wollte. Das Feuer war irgendwie ausgegangen, denn nun brannte ich für die Kunst. Ich wollte an meinen Drucken arbeiten und nicht Chemie oder gar Phsyik für die Prüfung lernen und so rasselte ich natürlich auch durch die Prüfungen. In Physik war es besonders schlimm. Mich interessierte weder die Funktionsweise eines Mikroskopes, noch konnte ich zu den anderen gefragten Themen etwas Gescheites sagen. Meine Botanikprüferin wollte mich zwar unbedingt an der Uni halten und so gab sie mir wertvolle Tipps für die Prüfung, aber ich ging nicht hin. Es machte einfach keinen Sinn mehr für mich. Ich wollte endlich mehr Zeit für meinen Sohn haben, die Wohnung renovieren und Drucke produzieren. Die Wissenschaft wurde für mich zu einem zumindest vorläufig abgeschlossenen Kapitel.

Einer meiner Professoren, bei dem ich später an der Fachhochschule für Design studierte, fragte mich einmal: „Welchen Einfluß wird einmal Dein Biologiestudium auf Deine Arbeit als Designerin haben?“ Ich wußte damals keine Antwort. Heute, nach meinem Bombini-Projekt weiß ich jedoch die Antwort und ich bin wirklich sehr froh über meinen etwas ungewöhnlichen Studienweg. Obwohl ein ordentliches Physikstudium mir heute natürlich noch viel besser zu Pass käme. Aber sei es drum, so wie es war, so war es am Ende vielleicht auch am Besten.

Ich stand nun also vor der Aufgabe mein Bombini

wissenschaftlich zu begründen und zu erklären.

Und das war gar nicht so einfach.

Einfach Lecker

Ich schaute mir einige Filme im Internet an, Professor Harald Lech war zum Glück sehr mitteilsam, aber auch von anderen Physikbewegten fanden sich viele verschiedene, mehr oder weniger aufwendig hergestellte Beiträge zu den Themen: Gravitation, Antigravitation, Elektronen und Strings, Neutrinos und andere große physikalische Fragen und Themen der Grundlagenphysik.

Ich hatte auch eigene Unterlagen. Ein dicker Zeichenblock war voll von Bildern, Zeichungen und Notizen zum Thema, auch hatte ich 2004 ein Sript angefertigt und dieses bei einem Notar beglaubigen lassen. Ich wollte schließlich später einmal die Urheberschaft meiner Theorie beweisen können. Jetzt dienten mir all meine Schriften und Zeichungen als Erinnerungsstütze. Denn leider hatte der Gedächtnisverlust auch mein Bombini betroffen. Ich war lange überhaupt nicht mehr in der Lage gewesen dazu etwas Sinnvolles zu sagen. Ich verstand meine eigene Argumentation nicht mehr zu formulieren. Zum Glück hatte ich auch auf Video eine ganze Menge festgehalten und so war es mir möglich die Theorie wieder zusammenzubringen. Ich setzte mich also an meinen Schreibtisch und beantwortete Fragen wie: Was ist Gravitation? Was ist Vakuum? Was ist Energie? Was ist Magnetismus? Ich sprach von Wirbelfeldern sowie von chiralen toroidalen Magnetknoten und machte den Leser mit der Idee eines künstlichen Elektrons bekannt. Dazu wollte ich Tafelbilder zeichnen und anschließend abfotographieren. Doch meine ersten Versuche diesbezüglich waren etwas unbefriedigend. Wolfgangs kleine Digitalkamera war für meine Zwecke einfach nicht geeignet. Und so verschob ich den Teil der Aufgabe auf später, wenn mir die neue Kamera zur Verfügung stehen würde.

Ich werde den Text, der so entstand, als Anhang an dieses Buch hängen. Vielleicht sind Sie ja mittlerweile doch etwas neugierig, um was es sich bei dem Bombini-Thema im Detail handelt. Die verrückte Idee einer verzweifelten Designerin oder wirklich eine interessante wissenschaftliche Antwort auf die Frage: Wie kommen wir nur möglichst schnell ans andere Ende des Universums? Wie bezieht man dazu die Energie aus dem Vakuum? Wie sieht ein Elektron aus? Wie kann man es künstlich nachbauen? Und warum sollte man dies tun?

Mittlerweile denke ich auch darüber nach ein Buch über meine Erfahrungen, die ich bei der Entwicklung des Experimentes gemacht hatte, zu schreiben. Dazu würde ich mich natürlich noch einmal ganz intensiv mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Eine Aufgabe für lange Winterabende. Ich war mir allerdings nicht sicher was Wolfgang dazu sagen würde, er hielt mein Bombini-Projekt nach wie vor für einen Holzweg. Ich hingegen entwickelte immer stärker ein Gefühl für die darin liegende Herausforderung. Wenn sich meine Denkstörungen endlich ganz verflüchtigt haben würden, dann wäre ich vielleicht in der Lage ein ganz besonders revolutionäres Physikbuch zu schreiben. Ich dachte: Wenn es mir gelänge mich wieder derart zu konzentrieren, das wäre einfach schön. Dann hätte ich vielleicht wirklich das Gefühl wieder vollständig hergestellt zu sein und ich könnte sagen: „Ich bin wieder ganz die Alte, Großvater, der Beweis meiner geistigen Unsterblichkeit ist tatsächlich erbracht.“

Doch bis dahin war noch ein bisschen Weg auf der Strecke

zu bewältigen. Denn jetzt wollte ich erst einmal ein Buch

über meine wahnsinnige Phychose schreiben, sie

wollte nun endlich bewältigt werden. 

Ein Überraschungs-Geschenk im Wert von 300 € !

Die ganze Geschichte

Neben dem Buch, dass ich nun schreiben wollte, galt es aber auch endlich einige schlechte Gewohnheiten in den Griff zu bekommen. Ich stand auf der Waage und ich war wirklich verzweifelt. Die Zahlen sprachen eine deutliche Sprache. Ich musste endlich etwas tun. Deutlich mehr Bewegung und ein verbesserter Speiseplan. Keine Süßigkeiten vor dem Fernseher mehr, kein Orangensaft mehr als Durstlöscher, davon konnte ich nämlich locker einen Liter trinken, und das jeden Tag. Ich wußte ziemlich genau was ich die ganze Zeit falsch gemacht hatte, aber mein innerer Schweinehund namens Satania hatte sich immer wieder durchgesetzt. Damit sollte jetzt endlich Schluss sein. Ich machte einen Termin bei meiner Hausärtzin und klagte ihr mein Leid. Ich wollte, dass sie mein Blut untersucht, irgendwie hatte ich plötzlich die Befürchtung vielleicht Zuckerkrank zu sein. Zumindest sah ich mich auf dem besten Wege dahin. Doch meine Ärtzin gab Entwarnung, mein Blut war völlig in Ordnung. Niedrige Cholesterinwerte noch obendrauf. Ich brauchte also wirklich nur etwas mehr Bewegung und etwas gesündere Naschereien.

Frische wie im Markt

Wolfgang war mit der Wendung der Dinge sehr einverstanden. Er würde in Zukunft halt nur noch Leckereien kaufen, die ich nicht mochte. Er hatte auch nichts gegen weniger Fleisch und mehr Salat auf dem Tisch. Aber am meisten freute er sich darüber, dass ich auf unseren Hunderunden in Zukunft schneller gehen wollte. Ich wollte dadurch meine zusammengeschrumpfte Kondition wieder auf Trapp bringen, allerdings machten mir schon die ersten 50 m in leichtem Trab sehr deutlich klar: Es wurde wirklich höchste Zeit.

Und Wolfgang hielt sein Wort.

Von nun an treibte er mich an, und so war es gar nicht immer leicht mit ihm Schritt zu halten. Aber er ließ nicht locker und sprach dabei immer häufiger von Intervaltrainig. Er wollte einfach keine Klagen mehr über zu enge Klamotten wegen eines zu dicken Bauches hören und als Antreiber war er immer schon der Beste gewesen. In seinem Job musste er häufiger seinen Kollegen Feuer unterm Hintern machen, damit die Dinge voran kamen. Und ganz davon ab, er ging gerne strammen Schrittes, er hatte die doch sehr gemütlichen Hundespaziergänge sowieso nie richtig genießen können. Ich hatte dabei meist nur auf den Boden gestarrt und war meinen Gedanken nachgegangen. Er dagegen beschäftigte sich ausgiebig mit dem Hund. Alle paar Meter pflückte er ihm einen Grashalm, den der Hund dann stolz den langen Feldweg entlang trug. Jetzt war dafür etwas weniger Zeit, denn ich wollte, wenn ich einmal in Gang war, nicht ständig anhalten. Meine Kondition wurde täglich besser und irgendwann war eine Runde strammen Gehens um den Golfplatz für mich kein Problem mehr. Irgendwann würde ich die Strecke joggen können, das war jetzt mein großes sportliches Ziel.

Wenn ich besonders gut gelaufen war lobte Wolfgang mich und sprach von den auch sichtbaren Erfolgen. Ich war was meine Figur anging aber natürlich noch lange nicht zufrieden. Was in drei Jahren angefuttert worden war, das ging leider nicht in drei Wochen wieder weg. Meine Hausärtzin sprach von einem Jahr, solange würde ich mich an den kleinen Fortschritten auf dem Weg hin zu einer besseren Figur erfreuen müssen. Satania sollte endgültig der Vergangenheit angehören, denn auf diese Seele hatte ich so langsam aber sicher wirklich keine Lust mehr. Wenn schon wollte ich lieber eine Monalisa sein. Und am Besten wäre es, ich wäre wieder Monica Kraemer, die war bei Lichte besehen doch auch gar nicht so schlecht.

.nrw - Mit Ihrer regionalen Domain zu mehr Aufmerksamkeit für Ihre Website - 12 Monate für nur 1,90 €/Mon., danach 3,90 € - Vertragslaufzeit 12 Monate, Preis inkl. MwSt.

Die ganze Geschichte konnte

jetzt endlich aufgeschrieben werden.

Ich wollte mich noch einmal chronologisch mit meinen ganzen Erlebnissen auseinandersetzten, denn endlich konnte ich mich an fast alles wieder gut erinnern. Dies war meine Bedingung gewesen, als mein Großvater mir erklärte, ich müsse meine Unsterblichkeit beweisen. Denn was nützte mir ein neues Leben, wenn ich an das Alte nicht mehr herankam. Ich wollte schließlich nicht alles aufgeben wofür ich jahrelang gekämpft hatte. Mir waren meine Erinnerungen immer sehr wichtig gewesen und ich war eigentlich ziemlich stolz auf mein gutes Gedächtnis gewesen. Meine Erinnerungen waren mein Leben. Und hätte ich keine Erinnerungen mehr, dann hätte ich auch kein Leben mehr. Ich verstand nun viel besser den Kummer von Alzheimerpatienten. Ohne die Erinnerung an das eigene Leben fand man sich wirklich nur noch sehr schwer zurecht und irgendwann war man nicht mehr der, der man immer gewesen war. Irgendwann gab es nur noch die Gegenwart und das war, wenn man es genau betrachtete, wirklich nicht mehr viel. Ich war froh dass mein „Alzheimer“ nur von vorrübergehender Art gewesen war und durch das Schreiben dieses Buches würde ich davon auch endgültig geheilt. Denn, wenn mir jetzt wo es langsam geschafft war noch einmal so etwas passieren würde wie dieser fürchterliche zweite Blitz, dann könnte ich zumindest diesen Teil meines Lebens einfach nachlesen. Ich könnte dadurch mein Leben zurückerhalten, über jeden weiteren Tod hinaus. Das war tatsächliche Unsterblichkeit, die einzige, an die ich immer fest geglaubt hatte. Ich war immer davon ausgegangen, dass vor allen Dingen das künstlerische Werk die Chance auf Unsterblichkeit beinhaltete. Eine temporäre Unsterblichkeit, denn natürlich gab es nur wenige Dinge, die einen einzelnen Menschen über Jahrtausende oder länger im Gedächtnis der Menschheit halten konnte. In der Naturwissenschaft gab es einige, in der Kunst und vielleicht auch in der Philosopie, wenn man Jesus und Konsorten als Philosophen betrachtete.

Doch wenn ich gewußt hätte, wie lange es tatsächlich gedauert hatte, bis ich wieder Herr meines Lebens und meiner Erinnerungen war, vielleicht hätte ich dann diesen Versuch eines Beweises meiner Unsterblichkeit durchzuführen abgelehnt. Doch, dem Unwissenden gehört die Welt, ich gab mein Einverständnis, damals am Tisch mit meinem Großvater. Natürlich kann man sagen, dass dieser in Wirklichkeit dort nicht gesessen hat, dass all dies nur ein verrückter Traum meines Unterbewußtseins gewesen ist. Aber wenn es nur das Unterbewußtsein war, dann war dieses Unterbewußtsein sehr interessant allerdings auch sehr hinterhältig, ansonsten hätte es mich niemals so aus der Bahn werfen können, ganz bestimmt nicht.

Was steht jetzt also an? Wie geht die Geschichte aus? Werde ich einen Verlag finden oder muss ich am Ende alles tatsächlich alleine machen? Denn, natürlich könnte ich mit wenigen Klicks die Geschichte auch ins Internet stellen und von mir aus auch mit kleinen Filmen auf Youtube darauf aufmerksam machen, aber ehrlich, ich finde ein Buch in der Hand zu halten einfach viel schöner, als mich durch ellenlange Texte zu skrolen. Das hat einfach keine Sinnlichkeit. Ich möchte, das meine Leser auf einem Sofa liegen und sich entspannt durch die Geschichte führen lassen. Das ist einfach viel bequemer. Insofern glaube ich auch nicht, dass Bücher trotz aller Technik aussterben werden. Das Buch als solches ist ganz bestimmt unsterblich.

Solch eine Unsterblichkeit wünsche ich nun auch meinem Bombini. Mein Großvater meinte damals am Tisch: „Du wirst einmal eine Wunderwaffe entwickeln.“ Als ich ihn daraufhin fragte, was ich denn machen solle, wenn mir dies am Ende doch nicht gelingen würde, da sagte er zu mir:

„Tu einfach so,

das wird schon reichen.“

new-zum-fruehstueck

Sehr geehrte Frau Kraemer,

zum Frühstück die News des Tages – einfach testen:

davon-hast-du-was-header

Wikileaks: „George Soros To Be Shadow President Of USA“

Published on Oct 22, 2016

Alex reveals the shadowy characters that are working

behind the scenes to destroy our democracy and very way of life.

Nun, wir werden es ja sehen. Das hiermit vorliegende Buch ist

vielleicht ein Ausweg, ein erster Anfang auf dem Weg zur wundersamen

Bombiniwelt. Eine Welt in der weit von einander entfernte Sterne miteinander

Kontakt aufnehmen sowie Unsterbliche in Bombinis durch den Kosmos

reisen und der in die Göttergemeinschaft wieder aufgenommene

Satan ein ganz besonders guter Therapeut ist. 

Geld zuruck bei vielen Versicherungen

KRIEGSLIST XY GELÖST

# FÜR PERSONEN GILT KEIN MENSCHENRECHT

Published on Oct 22, 2016 – WELTWEITER PERSONEN-STATUS # DIE UNO VERWALTET DAS MENSCHENRECHT AUS DER DEUTSCHEN VERFASSUNG VON 1871 MIT RuSTAG ALS TREUHAND. DAMIT WURDE DEM MENSCHENRECHT DER GELTUNGSBEREICH GENOMMEN!!! DEUTSCHLAND vs. VATIKAN # MENSCH vs. PERSON # MENSCHENRECHT vs. HANDELSRECHT 1540/50

ALLE VÖLKER DIESER WELT WARTEN DARAUF, DAß DIE DEUTSCHEN

MENSCHEN DIE TYRANNEI DER HERRSCHAFT BEENDET.

Bis zu 100€ Bonus und 200 Freispiele - Ihre Chance auf millionenschwere Jackpots! Versuchen Sie ihr Glück mit unserem Startpaket!

FORTSETZUNG folgt!