SATAN & MONALISA – Teil 2

FORTSETZUNG

von SATAN & MONALISA

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Teil 2

Der magische Fernseher

Sie spielte die frisch produzierten Filme auf ihren Laptop.

Auf dem Weg durch das dazu nötige Programm stieß sie regelmäßig auf das digitale Fernsehprogramm. Und man konnte es glauben oder nicht, sie hatte immer öfter den Eindruck, dass die dort zufällig erscheinenden Aufnahmen, sei es eine Nachrichtensendung oder das Kinderprogramm, irgendwie sehr gut zu ihren eigenen Aufnahmen passten. Sie entschloss sich daher diese zufälligen Ausschnitte mitzuschneiden, um diese dann in ihre Filme zu integrieren. Sie plante dazu eine ganze Filmreihe: „Die verschwiegenen Früchte – Indizien, Hypothesen und Beweise. Ein erhellender 12 Tage-Kurs … nicht nur füe Geschworene“

Sie wollte jeden Tag einen Film machen. Sie wußte nicht genau, was sie im Einzellnen thematisieren wollte, denn die ganze Sache sollte sich möglichst spontan entwickeln. Zu erzählen hatte sie wahrlich genug. Über Nematoden zum Beispiel. Über die Länge von Schwalbenschwänzen. Über das außerirdische Ypsylon. Über den Doppel-Y- Mann, Noha und den Alkohol, Isis, Osiris, Nut und Seth, die Götter der Pharaonen. Auch über Hapschetsut und Tumosis III. hatte sie Wichtiges mitzuteilen. Auch über die Möglichkeit, wie der unsterbliche Satan Senior wiedergeboren werden konnte, über Fruchtbarkeitsfragen und über den großen Wendepunkt, der von der Menschheit erreicht werden musste und vieles Andere mehr wollte sie sprechen.

Und immer, wenn sie die Aufnahmen des Tages auf ihren Rechner spielte, schnitt sie auch das gerade zufällig laufende Fernsehprogramm mit. Dieses fügte sie dann als überraschende Unterbrechung ihrer Monologe in den Film ein. Sie war von den Ergebnissen total begeistert. Das Ganze machte wirklich sehr viel Spaß.

Wolfgang sah sie in dieser Zeit etwas seltener, sie hatte einfach zuviel zu tun. Außerdem wollte er ihre Filme nicht sehen. Einen etwas kürzeren mit dem Titel: „Eine kleine Göttergeschichte“ hatte sie ihm mal mitgebracht und er schaute ihn sich auch an. Aber er musste den Film zwischendurch immer wieder unterbrechen, weil er zum Vorgetragenen Stellung nehmen wollte. Er hätte den ganzen Film auf jeden Fall ganz anders gemacht. Vor allen Dingen störte ihn, dass sie keinen Spaß machte. Ihm war klar, Monalisa glaubte an den ganzen Scheiß. Und, dies hielt er für ihr größtes Problem. Nein, mehr davon wollte er wirklich nicht sehen. Wenn sie nur Spaß machen würde, dann könnten ihre Filme vielleicht sogar erfolgreich sein, aber so lange sie sich selbst viel zu ernst nahm, würde sie mit diesen Aufnahmen keinen Blumentopf gewinnen können.

Monalisa sah das natürlich ganz anders. Warum sollte nur der Erfolg haben, der seine Zuschauer verarschte, der etwas erzählte, an dass er selbst nicht glaubte. Natürlich, ihre Thesen waren zum Teil wirklich sehr weit hergeholt, aber waren sie nicht dennoch sehr interessant?

Es frustrierte sie, dass er ihren Film so auseinandernahm. Wenn er sie liebte, hätte er ihre Arbeit nicht ebenfalls lieben müssen? Das war für sie wirklich existenziell. Sie konnte einfach nicht glauben, dass man sie liebte, wenn man nicht auch ihre Kreativität liebte. Sie und ihre Kreativität waren doch Eins, oder etwa nicht? Konnte man das wirklich voneinander trennen? Heiko hatte auch immer behauptet, seine Liebe hätte nichts mit ihrem Bombini zu tun. Er würde sie nicht lieben für dass, was sie tat, im Gegenteil, ihm wäre es auch erheblich lieber gewesen, wenn sie sich mit etwas anderem beschäftigt hätte.

Monalisa konnte das nicht verstehen. Sie liebte ihr Bombini und sie liebte sich selbst dafür, dass sie all ihre Kraft in diese Aufgabe steckte. Konnte sie nicht einen Mann finden, der das ebenso sah? Christian, in ihn hatte sie diesbezüglich all ihre Hoffnungen gesetzt. Er war ein Künstler und sie war sich sicher, ihm ging die Kunst ebenso zu Herzen wie ihr. Er hätte sie vielleicht verstanden. Aber, dieser Mann ging nun mal seinen eigenen Weg. Sie wußte zwar fast gar nichts über sein jetziges Leben, aber sie hatte sich dennoch ein Bild von ihm gemacht. Ihre Karten hatten ihr viel erzählt. Sie hatte auch das I-Ging befragt, vor allen Dingen, ob sie diesen Mann irgendwann einmal wiedersehen würde, doch das I-Ging hatte geantwortet: „Möglicherweise wird es nie geschehen.“ Dass er dennoch kurz vorbeigeschaut hatte, um den Auftrag ihres Großvaters zu erfüllen, ihre Liebe zu ihm auszuschalten, nun, das wußte sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, das hatte sie vergessen.

Den „12 Tage-Kurs“ hatte sie pünktlich abgeschlossen. Jetzt musste sie so langsam mal über eine passende Internetseite nachdenken. Sie rief Michael an und fragte, ob er ihr nicht dabei helfen könne. Er hatte Systemadministrator gelernt und verdiente sich den einen oder anden Euro indem er Internetseiten programmierte.

Michael kam umgehend. Er freute sich Monalisa zu sehen und war gerne bereit ihr zu helfen. Er spielte ihr ein dazu notwendiges Programm auf, und zeigte ihr die wichtigsten Funktionen. Das war wirklich wunderbar, jetzt wußte sie Bescheid. Sie würde die Seite in aller Ruhe selbst entwickeln können, das war ihr sehr recht. Sie tranken einen Kaffee zusammen und Michael erzählte von seinen Plänen. Er bezog mittlerweile auch Hartz IV und er musste sagen, ihm gefiel das Leben so sehr gut. Er verdiente sich schwarz eine Kleinigkeit dazu und hatte aber immer noch sehr viel Zeit für seine anderen Interessen. Vielleicht würde er in Zukunft sein Geld ja mit dem Erstellen und dem Verkauf von Internetseiten verdienen können? Er erzählte auch von Roland. Roland hatte einen 1,50 € – Job als Gärtner bekommen. Trotz des geringen Verdienstes machte ihm die Arbeit aber wohl viel Spaß. Und Monalisa dachte: Das ist die Starfe dafür, dass er mich mit der Küche hat sitzen lassen. Doch am Ende war sie froh auch froh gewesen, dass sie nicht mit ihm die ganze Baustelle hatte durchziehen müssen, denn Roland konnte sehr schwierig sein. Das sah auch sein Bruder so. Roland war wirklich ein Sonderfall.

Nachdem Michael wieder gegangen war, setzte sie sich gleich an ihren Laptop und begann mit ihrer Internetseite. Sie wollte den 12 Tage-Kursus an den Anfang stellen. Dazu fertigte sie kleine Plakate an. Diese fertigte sie mit Photoshop, einem professionellen Bildbearbeitungsprogramm. Sie fügte auch etwas Text der Seite hinzu. Doch dies alles sollte erst der Anfang sein. Sie hatte ja so noch viele Ideen! Jetzt war sie wirklich nonstop beschäftigt. Vor allen Dingen wenn sie an ihre Schnibbelfilme dachte.

Eine ganz neuartige Idee, aber diese Idee

würde ihre Seite erst so richtig attraktiv machen. 

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Die Schnibbelfilme

Das mit dem Fernseher, das war wirklich so eine Sache. Monalisa hatte immer häufiger den Eindruck, als wolle sich das allgemeine Fernsehprogramm an ihren Filmen beteiligen. Wenn sie in ihrem gerade aufgenommenen Video die Erfindung des Stromes als einen der wichtigsten Schritte in der Entwicklung der Menschheit bezeichnete und daraus ihre Thesen ableitete, dann lief im Fernseher gerade eine Reportage über das Stromsparen. Wenn sie sich über den Papst und seinen Vatikan auslies, dann kam der Papst zu Besuch nach Deuschland und im Fernseher sah man ihn, von hunderten von Kameras umringt, eine Messe feiern, oder er fuhr in einer Prozession und wurde von Tausenden von Menschen umjubelt. Das war einfach auffällig. Und, dann erinnerte sie sich plötzlich an einen alten Traum. Er lag bestimmt schon 5-6 Jahre zurück. Damals hatte sie sich keinen Reim darauf machen können und ihn als bemerkenswert in ihrem Gedächtnis abgespeichert. Jetzt aber bekam der Traum einen Sinn.

Sie träumte hoch über dem pazifischen Ozean zu schweben und sie sah ihren Großvater ebenfalls in der Luft schweben. Sie unterhielten sich angeregt und konzentriert. Es ging um die Zukunft der Welt und sie überlegten gemeinsam, was man tuen könne, um die Welt vor dem Abgrund zu retten, auf den sie, ihrer beider Meinung nach, zusteuerte. Und irgendwann hatten sie eine Idee, es ging um einen Film. An Genaueres erinnerte sie sich nicht. Nur, dass sie sich fragte, wie sie zu dem entsprechenden Filmmaterial kommen sollte, doch ihr Großvater beruhigte sie mit den Worten: „Mach Dir darüber keine Gedanken, wenn es soweit ist, wirst Du alles bekommen was Du brauchst.“

Damit endete der Traum. Es war einer dieser unglaublich realistischen Träume, ein Traum wie er nur selten erinnerlich ist. Für sie war es damals einfach nur schön gewesen ihren Großvater noch einmal erlebt zu haben, denn dieser Mensch war, was ihr Leben anging, eindeutig zu früh verstorben. Sie hatte ihren Opa absolut verehrt. Er war für sie der Größte. Er war in seinem Leben Brückenbauer gewesen und hatte als Direktor bei einem großen Hochbauunternehmen gearbeitet. Er hatte Brücken in der ganzen Welt gebaut, auch die Brücken hier in Düsseldorf waren unter seiner Verantwortung errichtet worden. Die Verschiebung der Oberkassler Brücke war seine letzte große Aufgabe gewesen. Sie war als junges Kind einmal mit auf der Baustelle gewesen. Danach ging er in Pension. Er lebte in einem großen Stadthaus direkt am Grafenberger Wald, in dem sie viele gemeinsame Spaziergänge gemacht hatten. Sie, ihre Zwillingsschwester und ihr Opa. Jedes zweite Wochenende waren sie bei ihm zu Besuch gewesen. Sie vermisste ihn wirklich sehr. Deshalb war ihr der Traum auch immer sehr wichtig gewesen.

Es war wie ein Lebenszeichen aus einer anderen Welt. Einer Welt,

die sich um den Planeten Sorgen machte, einer Welt,

die eingreifen konnte. Irgendwie und irgendwann.

Und jetzt war es ganz offensichtlich soweit.

Sie hatte die Quelle der Aufnahmen für den Film gefunden.

Der Fernseher. Er lieferte tatsächlich alle möglichen Bilder. Immer stärker hatte sie das Gefühl, dass dort mehr geschah, als man so normaler-weise annehmen würde. Die Zeichentrickserien waren dabei ganz besonders auffällig. Sie hatte den Eindruck, dass diese Zeichentrickfiguren mit Leben erfüllt waren. Ja, sie sprachen manchmal sogar ganz direkt zu ihr.

Sie wollte diese Dinge festhalten, um sie anderen zeigen zu können, darum schnitt sie die entsprechenden Passagen mit. Doch, das war alles einfacher gesagt als getan, denn sie machte die Feststellung, dass der Zapping-Zufall dabei sehr entscheidend war. Der Fernseher konnte regelrecht sprechen, wenn man nur rechtzeitig das Programm wechselte. Doch wenn sie das Programm änderte und wieder auf den Aufnahmeknopf drückte, dann dauerte es gut eine Sekunde, bis die Aufnahme startete. Da war oft schon der entscheidende Satz gefallen. Ihr fehlte am Ende immer das Entscheidende. Aber sie gab natürlich nicht auf. Die Jagdt nach dem einen, supertollen Schnibbelfilm hatte noch gar nicht richtig begonnen, es dauerte noch ein bisschen, doch dieser Trip sollte sie wirklich noch in die größten Schwierigkeiten bringen. Zu diesem Zeitpunkt war das Ganze jedoch alles recht harmlos.

Sie gingen auf der Straße, die zu Wolfgangs Wohnung führte, sie waren auf dem Weg zu ihm und Monalisa versuchte Wolfgang von ihren besonderen Fernseher-fahrungen zu erzählen, doch reagierte dieser regelrecht verärgert. „Das ist alles Deine eigene Einbildung!“ Sie entgegnete darauf stur: „Nein, Wolfgang, ich glaube wirklich, das Programm ist für mich persönlich gemacht, der Fernseher spricht zu mir.“ Wolfgang war entnervt und drehte sich weg. Wie sollte er ihr nur klar machen, dass sie nun garantiert auf dem Holzweg war? Sprechende Fernseher, Radios, Zeitschriften, das alles kannte er sehr gut. Zu gut. Ihn hatte vor vielen Jahren einmal Ähnliches sehr irritiert, doch er hatte bald erkannt: Das war alles reine Einbildung, nichts davon entsprach der Realität. Monalisa war nicht ganz dicht in der Birne und er hatte es irgendwie kommen sehen. Doch was konnte er dagegen tun? Er wußte, wenn man auf einem solchen Trip reiste wie Monalisa es ganz offensichtlich tat, dann war man für gute Ratschläge nicht mehr wirklich zugänglich. Im Gegenteil. Er wußte, Monalisa würde sich als die Wahrheit Erkennende wahrnehmen und alle, die „normal“ waren, die hatten halt nichts begriffen. Es war ihm heute das erste Mal wirklich alles zuviel. Er würde allein zu sich nach Hause gehen, sollte Monalisa ihren Weg gehen, er würde sich ganz sicher nicht auf ihren Trip einlassen.

Monalisa spürte, Wolfgang hatte heute keine Lust auf sie, also drehte sie sich mit einem knappen: „Tschüss“ auf dem Absatz um, und ging durch die kleine Gasse zu sich nach Hause. Warum verstand er sie nicht? Warum war es in letzter Zeit so schwierig mit ihm? Ihr Bombini lehnte er ab, ihre Filme lehnte er ab, was liebte er also an ihr? Liebte er sie überhaupt? Liebte sie ihn? Warum konnten sie nicht wie zuvor alles miteinander bereden? Warum nahm er ihre „Entdeckungen“ nicht ernst? Warum nahm er sie nicht ernst? Sie war schließlich nicht verrückt. Sie wußte genau, mit Einbildung hatten all die Dinge, die um sie herum geschahen, nichts zu tun.

Zuhause angekommen machte sie sich einen Kaffee. Sie hatte sich Löslichen gekauft. Und sie tat auch Milch und Zucker hinein. Seit sie Wolfgang kannte, schmeckte ihr der Kaffee so besser. Dann ging sie an ihre Tafel und begann ihre Gedanken zu ordnen. Irgendwie hatte das alles mit Früher zu tun. Mit einem Spiel. Mit einem Spiel, von dem sie als kleines Kind, sie war vielleicht 7 oder 8 Jahre alt, erfahren hatte. Der damalige Freund ihrer Mutter, er hieß Peter und er war querschnitt-gelähmt, hatte sie zur Seite genommen und ihr von einem großen Spiel erzählt. Einem Spiel des Lebens, in dem sie die Hauptrolle übernehmen sollte. Er erklärte ihr, dass eigentlich ihre Mutter oder auch ihre Patentante diese Rolle übernehmen sollten, doch da beide zuviel Alkohol trinken würden, wären sie für die Rolle nicht geeignet. Sie aber, sie sei ein gutes und kluges Kind, sie würde die Herausforderung, die diese Rolle mit sich brächte, bestimmt gut meistern.

Sie war damals sehr erfreut über das Lob von diesem wirklich sehr netten Mann. Er war ein gebildeter Mann, der trotz seiner Behinderung selbst Auto fuhr und einem richtig angesehenen Beruf nachging. Und so vertraute sie damals seinen Worten und nahm die Rolle an. Noch war sie zwar zu jung um zu verstehen, was Peter unter einem Spiel des Lebens verstand, aber sie war frohen Mutes, sie würde dieses Spiel bestimmt gewinnen. Wenn Peter ihr dies zutraute, dann glaubte auch sie daran.

Sollte das Spiel also gerade begonnen haben? Oder lief das Ganze schon die ganze Zeit ab? Was für ein Spiel wurde hier gespielt? Und was hatte ihr wiederauferstan-dener Großvater damit zu tun? Die Gedanken flogen nur so durch ihren Kopf, denn jetzt meinte sie sich noch an so einiges Andere zu erinnern.

Hatte sie nicht vor ein paar Monaten von ihrem Großvater geträumt? Und hatte er ihr in diesem Traum nicht alles genau erklärt? Hatten sie nicht zusammen in die Zukunft geschaut? Er hatte ihr Fernsehaufnahmen aus der Zukunft gezeigt, Aufnahmen, gemacht nach ihrem Tod. Sie sah zum Beispiel ihren schon sehr erwachsen wirkenden Sohn, der allerdings etwas übergewichtig zu sein schien. Er saß in einer Talkshowrunde mit der Schwester von ihrem geliebten Christian und die auch schon etwas faltig war. Man sprach über sie, über Monalisa. Was gesprochen wurde, das erinnerte sie nicht, aber auf jedenfall schien ihr Tod von öffentlicher Bedeutung zu sein. Ihr Großvater fragte sie, ob sie mit dieser Lösung einverstanden sei, er könne auch noch einiges daran ändern. Da bat sie darum, man möge die Schwester dahingehend verändern, das diese etwas jünger und hübscher aussehe. Wäre es nicht besser, wenn die Schwester ausähe wie sie? Also änderte ihr Großvater das Bild und jetzt saß Monalisa in der Talkshow.

So ging das mit einer Reihe weiterer Aufnahmen. Es waren zum größten Teil ehr private Aufnahmen und immer, wenn ihnen etwas daran nicht ganz gefiel, änderten sie die Aufnahmen. Zum Beispiel Bilder von ihrer Zwillingsschwester. Sie saß mit ihrer Freundin auf einer Wiese und auch sie schienen zu Monalisa befragt worden zu sein. Und ihre Schwester beschwerte sich: „Wenn wir gewußt hätten wo das alles hinführt, wir hätten ihr niemals geholfen.“ Ihr Großvater war mit der Freundin nicht ganz einverstanden und so tauschten sie diese durch einen Mann aus.

Jetzt fielen ihr noch weitere Dinge ein, Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend. Ihr Großvater hatte sie und ihre Schwester, dass eine oder andere Mal, als sie bei ihm zu Besuch waren, hypnotisiert. Sie erinnerte sich plötzlich ganz genau daran. Sie saßen am großen Esszimmertisch, ihr Großvater am Kopfende und sie und ihre Schwester Kathrin saßen an je einer Seite. Sie selbst saß immer auf der rechten Seite, da wo das Ohr ihres Großvaters noch sehr gut hörte. Sein linkes Ohr war dagegen schon fast taub. Ihr Großvater hatte ein kleines Stöckchen in der Hand und berührte damit ihren Kopf, jedenfalls hatte sie es so in Erinnerung.

Sie fühlte sich gut, doch als sie auf ihre Schwester schaute, da löste die sich plötzlich in weißen Rauch auf. Sie wurde langsam unsichtbar, bis sie ganz verschwunden war. Und an ihrer Stelle saß dort plötzlich ein Junge, er war vielleicht 14-15 Jahre alt.

Ihr Großvater erklärte ihnen Folgendes:“ Ihr Beiden werdet später einmal ein Paar sein, doch das dauert noch viele Jahre. Und wenn es soweit ist, dann werdet ihr Beiden eine sehr wichtige Aufgabe erfüllen. Allerdings ist es dazu notwendig, dass mindestens einer von Euch Physik studiert.“

Da wehrte sich der Junge mit den Worten:“ Ich ganz bestimmt nicht, dass habe ich jetzt schon so oft getan, ich habe dazu wirklich keine Lust mehr!“

Daraufhin sagte sie selbst:“O.K., dann mache ich das eben, wenn es so wichtig ist.“

Sie schaute sich den Jungen ganz genau an. Er sah nicht schlecht aus, er hatte dunkle Haare und eigentlich ganz schöne Augen. Sie selbst fühlte sich zwar noch viel zu jung für Jungens, aber unsympathisch war er ihr nicht. Dass er allerdings keine Lust hatte Physik zu studieren, wo es doch wichtig war, wie ihr Großvater es sagte, nun ja.

Sie würde bestimmt immer alles tun, was ihr Großvater sagte.

Der erste Blitz

Es war mittlerweile Herbst geworden und sie lag in ihrem Bett und versuchte einzuschlafen. Doch irgendwie hatte sie ein merkwürdiges Gefühl. Etwas Bedrohliches kündigte sich an. Aber sie war nicht ängstlich. Sie dachte an ihren Großvater und fühlte sich sicher. Warum sollte es nicht nöglich sein, dass Tote in Wahrheit weiterlebten, in einer anderen Dimension vielleicht, vielleicht aber auch ganz real, hier in unserer Welt? Was wußte der Mensch schon von all dem? Sie erinnerte sich jetzt auch wieder an seinen Besuch, auch an Christian erinnerte sie sich. Ihr Großvater hatte ganz offensichtlich eine gewisse Macht. Und die setzte er ein, hier und heute, ganz real.

Sie entspannte sich und und konzentrierte sich auf ihre Gedanken, diese reisten durch ihr Gedächtnis und bald schon war sie bei ihren erotischen Träumen und Erinnerungen angekommen. Sie erinnerte sich an Mansur und die wirklich sexuell sehr aufregende Zeit mit ihm. Sie hatten wahrlich fast alles miteinander ausgelebt. Sie erinnerte sich auch ganz speziell an die eine oder andere sehr aufregende Erfahrung, die sie mit ihm gemacht hatte. Sie ließ ihren Gedanken freien Lauf doch plötzlich, plötzlich erhellte ein starker Blitz ihren Kopf und all ihre erotischen Bilderwelten fielen in sich zusammen, ja, sie entglitten ihr, sie verschwanden aus ihrem Kopf. Sie waren weg. Spurlos verschwunden. Das war wirklich sehr merkwürdig. Was war da nur gerade geschehen? Hatte ihr Großvater damit etwas zu tun? Warum glaubte er ihre sexuellen Erinnerungen löschen zu müssen? Denn das waren sie ganz offenkundig. Ihre Erinnerungen waren einfach nicht mehr da.

Sollte sie sich dadurch beunruhigen lassen? Sie entschied sich nicht zu ängstigen. Wer weiß wozu es gut war? Sie vermisste ihre Gedanken nicht. Sex war schon seit einiger Zeit kein wirklich interessantes Thema mehr für sie. Ihr ging es um Höheres als körperliche Extase. Also, Schwamm drüber, dann waren die Erinnerungen eben weg, sie vermisste sie nicht. Allerdings litt sie in den folgenden Tagen unter größeren Konzentrationsschwierigkeiten. Sie konnte sich einfach nichts merken. Da dieser Zustand aber nach ein paar Tagen nachließ, sorgte sie sich nicht weiter darum.

Nach dem es konzentrationsmäßig wieder einigermaßen lief, denn in den ersten Tagen nach diesem Ereignis bemerkte sie größere Denkstörungen bei sich, setzte sie sich wieder vor ihren Laptop und schaute fern. Allerdings sah sie dort offensichtlcih Dinge, die andere nicht sahen. Zum Beispiel sah sie Angela Merkel, die Kanzlerin, wie diese irgendeinem Mann einen bließ. Ja, wirklich, sie hatte sich ganz bestimmt nicht verguckt. So etwas wurde doch sicherlich nicht wirklich gesendet! Was für Aufnahmen sah sie also auf ihrem Rechner? Sie sah auch ihre Mutter wie diese mit mehreren Frauen an einem Tisch saß. Und ihre Mutter war sehr angespannt und aufgeregt. Sie raufte sich die Haare und rief: „Das wird mir meine Tochter nie verzeihen!“ Dann war das Bild wieder weg. Natürlich fragte sie sich: Was würde sie ihrer Mutter nie verzeihen? Was konnte das nur sein? Gut, sie hätte ihrer Mutter sicherlich so einiges vorwerfen können, zum Beispiel, dass sie und Egon versucht hatten ihr das Kind wegzunehmen. Beide lebten damals in Portugal in einem schönen Haus mit denkmalgeschützter Fassade und sie waren wirklich der Meinung, es würde Felix bei ihnen um Vieles besser gehen. In Porto, wo sie lebten, gab es eine Deutsche Schule, darauf wollten sie ihn anmelden. Natürlich sagte sie empört Nein dazu, doch nach einigen Monaten tiefster Verärgerung hatte sie auch dieses verziehen. Ihre Eltern waren halt was Felix anging nicht ganz bei Trost.

Was konnte also so Schlimm sein, dass sie es nicht verzeihen konnte? Ihr fiel wirklich nichts ein, denn im Verzeihen war Monalisa wirklich sehr groß. Ihr war nichts menschliches Fremd, wie sie selbst immer sagte.

Als sie Wolfgang ein paar Tage später besuchte, versuchte sie nocheinmal ihm von ihren Fernseherlebnissen zu erzählen, doch dieser wollte davon einfach nichts wissen. Er erklärte ihr nochmals, dass dies alles Einbildung sei, und dass nichts davon mit der Realität zu tun hätte. Sie sollte vielleicht mal zu einem Arzt gehen.

Ein Arzt? Auf gar keinen Fall! Das fehlte gerade noch,

dass man das alles als krank abstempelte. Sie war nicht krank.

Sie erlebte nur sehr ungewöhnliche Dinge.

Wolfgang war langsam verzweifelt und wußte nicht mehr weiter. Monalisa war ganz offensichtlich auf einem Psychosentrip. Er erkannte dies, weil er selbst schon mal so eine Reise gemacht hatte. Zwei mal sogar. Aber, darum wußte er auch, dass ihr nicht wirklich zu helfen war. Sie würde sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, wenn er sie einfach ins Auto packen würde um sie in ein Krankenhaus zu fahren. Außerdem war er der Meinung, dass man auch von selbst aus so einer Lage wieder heraus kam. Er hatte dies schließlich auch geschafft. Ärzte und irgendwelche Medikamente hielt er daher für unnötig.

Monalisa war enttäuscht, dass Wolfgang sie nicht ernst nahm. War er nicht in Wahrheit der Junge am Tisch ihres Großvaters? Erinnerte er sich denn an gar nichts? Sie spürte doch, dass er es war. Optisch kam die Sache auf jeden Fall hin. Aber was wunderte sie sich darüber, hatte er nicht abgelehnt Physik zu studieren, obwohl es für die Welt so wichtig war? Warum machte er nicht die Berechnungen zu ihrem Bombini? Warum versuchte er sie im Gegenteil von ihrem Bombini abzubringen?

Sollte sie denn wirklich alles alleine machen?

Der Monalisa-Kanal

Mitte November kam es dann zwischen Wolfgang und Monalisa zu einem heftigen Streit, in dessen Folge Wolfgang all seine Sachen bei Monalisa einsammelte, bis auf den Laptop, den ließ er ihr. Er brachte es einfach nicht über sich, ihr dieses Werkzeug zu nehmen. Aber er ging zunächst einmal für immer. Zumindest für längere Zeit. Eine normale Beziehung war, wie er nun lange genug festgestellt hatte, mit ihr nicht möglich. Sollte sie erst mal von ihrem Trip wieder herunterkommen. Da er nun als Sponsor ausfiel würde sie auch keine Wasserpfeifen mehr rauchen können. Dies half vielleicht dabei, wieder auf den Boden der Tatsachen zu gelangen.

Monalisa war es Recht. Sie hatte sowieso keine Zeit für ihn und eine Hilfe war er auch nicht bei den Aufgaben, die jetzt vor ihr lagen. Das mit der Wasserpfeife war zwar ärgerlich, aber vielleicht war es sowieso besser in der nächsten Zeit nüchtern zu sein. Ein Dirigent betrank sich ja auch nicht vor seinem Konzert. Und ein Konzert, dass wollte, ja das sollte sie geben.

Dazu benötigte sie ihren Laptop. Sie war zu der Erkenntnis gelangt, dass ihr Großvater irgendwie an ihrem Rechner mit dran hing. Er, und nicht nur er, schienen sich das gleiche Anzuschauen wie sie. Sie sahen und hörten ihren Fernseher sprechen. Und nicht nur ihren. Sie hatte den Eindruck in einem Wettbewerb zu stehen. Auf dem Raumschiff konnte man wohl mehrere verschiedene Fernseher verfolgen. Und es stellte sich für alle sicherlich die Frage: Wer lieferte das interessanteste Programm?

Sie glaubte mittlerweile fest daran, dass sich ihr Großvater direkt über ihr in einem riesigen Raumschiff befand. Er hatte ihr die verschiedensten Leute ins Haus geschickt. Auch ein Monteur war irgendwann gekommen, er hatte geklingelt und etwas von einem Chef gemurmelt, der wolle, dass er etwas an der Antenne des Hauses verändere. Sie spürte gleich, dies war kein normaler Monteur. Dieser Mann schaute sie, wie sie fand, etwas seltsam an, er wußte mehr, aber er durfte ganz offensichtlich nichts sagen. Er ging mit Monalisa auf den Speicher und baute irgendein Gerät an die Antenne ihrer Nachbarn. Steckten die etwa mit meinem Großvater und seinen Leuten unter einer Decke?

Auch im Ort schienen diese „Außerirdischen“ sich aufzuhalten. Sie trugen kleine Sender im Ohr und sprachen in ein Mikrofon an ihrem Hemdkragen. Einmal hatte sie Gelegenheit so einen Fremden näher zu beobachten. Es war im Spätsommer gewesen, sie saß mit Heiko auf der Terasse der „Depesche“, ein beliebtes Bistro mitten im Ort. Auf der gegenüberliegenden Starßenseite saß einer dieser merkwürdigen Typen. Er sprach in sein Mikrofon und schaute zu ihnen herüber. Sie hatte ihn fest im Blick, da rief er ihr zu: „Eh, mach den Kopf zu!“

Sie war sehr überrascht. Konnte er etwa ihre Gedanken lesen? Heiko verhielt sich auch sehr merkwürdig. Er trank keinen Weißwein, sondern ein kleines Pils. Und nach diesem einen, kleinen Glas war für ihn offensichtlich auch schon Schluß. Er schaute ebenfalls zu diesem Mann auf der anderen Straßenseite. Kannten die beiden sich etwa? Kontrollierten diese Leute womöglich seinen Alkoholkonsum?

Sie fragte Heiko, ob er diesen Mann kenne. Und er antwortete: „Das ist der ältere Bruder von dem und dem.“ Monalisa mochte das kaum glauben, für sie war und blieb dieser Typ einer der vielen „Außerirdischen“, die sie neuerdings überall antraf.

Sie saß wie immer in letzter Zeit meistens vor ihrem Laptop. Zum Einen füllte sie ihre Internetseite mit ihren verschiedenen selbstgedrehten Filmen, zum Anderen drapierte sie um ihre kleinen dazu angefertigten Plakate die vielen, jeweils 5-10 minutigen Schnibbelfilme. Sie wollte auf diese Weise auf ihrer Seite auch die Stimme des kollektiven Unterbewußtseins zu Wort kommen lassen, denn dass ihr sprechender Fernseher ein Werk von diesem war, das stand für sie mittlerweile nicht mehr außer Frage. Man musste halt nur gut zuhören, dann wurde das Ganze nur zu offensichtlich. Und in diesem kollektiven Unterbewußtsein kam auch der liebe Gott zu Wort. Sie glaubte fest daran, und auch wenn ihr oft Entscheidendes durch die Lappen ging, ihre Schnibbelfilme waren ihrer Meinung nach dennoch sehr bered.

Es war schon späterer Abend, da stürmte plötzlich Michael zu ihr ins Wohnzimmer. Sehr aufgeregt begann er wie ein Wasserfall zu sprechen: „Monalisa, Du glaubst ja gar nicht was ich Verrücktes erlebt habe! Schau Dir dieses wahnsinnige Gerät einmal an. Hier, damit kann man sich durch die Weltgeschichte beamen! Es ist absolut verrückt!“

Monalisa war gar nicht sonderlich überrascht Michael plötzlich in der Wohnung stehen zu sehen, dies war jetzt einfach schon viel zu oft passiert. Sie begrüßte ihn daher freundlich und ließ sich das Gerät zeigen. Dabei erzählte Michael von den „Außerirdischen“, dass diese die totale Macht auf diesem Planeten übernehmen wollten und dass er ihnen aber entwischt sei, mit diesem Gerät. Man habe ihn nämlich hypnotisieren wollen, um ihn zu ihrem Mörder zu machen. Ja, diese Leute wollten Monalisa töten, er sei sich ganz sicher. Aber er würde jetzt mit dem Gerät verschwinden, nach Los Angeles oder so. Vorher wollte er ihr jedoch unbedingt noch etwas ganz Außerordentliches zeigen. Dieses Gerät sei nämlich auch so etwas wie ein Projektor, damit konnte man sich in die Zukunft und in die Vergangenheit versetzen. Es käme halt auf den jeweiligen Film an, den man sich mit diesem Gerät anschauen würde. Und er habe einen ganz besonderen Film mit dabei. Ein Film über ihre Zukunft. Sie würde tatsächlich einmal weltberühmt. Er hätte sich den Film schon angesehen. Ob sie ihn sich auch einmal anschauen wolle, fragte er sie.

Das war natürlich wirklich sehr interessant. Neugierig setzte sie sich den eigenartigen Kopfhörer, der zu diesem Gerät gehörte, auf. Er bedeckte nicht die Ohren sondern kam auf den Schläfen zu liegen. Michael drückte auf einen der kleinen Knöpfe, die an dem Gerät angebracht waren. Eigentlich sah das Ganze wie ein moderner Walkman aus. Aber sie hörte keine Musik, sondern sie befand sich plötzlich in einer ganz anderen Welt. Ja sie stand plötzlich auf irgendeinem Marktplatz. Und dann erlebte sie irgendwie ein ganzes Jahr. Und tatsächlich, sie wurde am Ende sehr berühmt. Doch, dann endete der Film und sie stand wieder wie zuvor in ihrem Wohnzimmer. Sie war ziemlich irritiert. Michael schaute sie aufmunternd an und wollte wissen, wie sie es gefunden hätte.

Doch sie musste feststellen, dass sie sich jetzt, nach dem Film, an fast nichts mehr erinnern konnte. Die Eindrücke verschwammen und am Ende wußte sie kaum noch etwas, außer, dass sie ein ganzes Jahr verlebt hatte. Michael erklärte ihr, dass ihm dies auch so ergangen sei, man könne mit diesem Gerät zwar in die Zukunft sehen, aber leider könne man sich kaum etwas davon merken. Er machte sie nun auch noch auf einen weiteren Effekt dieses Filmes aufmerksam, es könne nämlich sein, dass sie nun in der Folge viele Dejavues erleben würde, denn sobald die Gegenwart soweit sei, erinnere man sich auch wieder.

Monalisa machte sich darum aber nur wenig Sorgen, Dejavues waren schließlich nichts Schlimmes, so etwas hatte sie schon öfter mal gehabt. Michael war aber noch nicht fertig mit seinem Bericht: „Die Leute wollen die Regierungen dieser Welt erpressen. Zum Beispiel indem sie ins laufende Fernsehprogramm eingreifen und einfach etwas anderes in die Hauhalte sendeten. Er habe unter den „Außerirdischen“ Leute kennengelernt, die wollten zum Beispiel alle Filme mit Pornos versetzen. Niemand würde dann mehr in Ruhe die Nachrichten schauen können. Privateste Aufnahmen von Politikern würden dann via Fernsehen für alle sichtbar werden. Keiner bliebe am Ende ungeschoren.

Das war nun wirklich sehr verrückt. Aber Michael garantierte, er wüsse, was er gehört habe und deshalb sei er jetzt auch auf der Flucht. Die Leute seien ihm nicht ganz geheuer, vor allen Dingen, dass sie ihn hatten hypnotisiern wollen, das ginge ihm gewaltig gegen den Strich. Er wolle sie jetzt vor allen Dingen warnen, mehr könne er jedoch nicht tun, er müsse nun schnell verschwinden, irgendwohin, und zum Glück, das Gerät eröffne einfach unglaubliche Möglichkeiten. Und so verschwand er wieder so schnell wie er gekommen war.

Monalisa wurde nun doch ein bisschen nervös. Mit welchen Leuten hing da ihr Großvater nur herum? Was waren das für „Außerirdische“? Faschisten? Das konnte sie eigentlich nicht richtig glauben, ihr Großvater würde so etwas ganz sicher ablehnen. Also, wenn ihr Großvater unter diesen Leuten etwas zu sagen hatte, und das hatte er, so wie es aussah, ganz bestimmt, dann konnten diese Leute nicht wirklich böse sein. Obwohl, natürlich, das Fernsehen zu manipulieren, das war schon eine gewaltige Nummer. War Monalisa etwa ein Teil dieses Planes? Würden dann vielleicht endlich ihre Filme gezeigt? Würde den Menschen das Bombini sozusagen zwangseingeflöst?

Nach dem Motto: Keiner interessiert sich freiwillig,

also werden alle dazu gezwungen.

„Plasma Workshop mit Peter Salocher,

Michael Kurzbauer und Jo Seifried“

Veröffentlicht am 28.09.2016

Keshe Plasma Technologie Workshop Geben am 24.9.2016 in Amstetten mit Peter Salocher.
Organisation: Michael Kurzbauer – Weitere Temine unter www.liebevoll-leben.at

Die große Hypnose

Monalisa saß an ihrem Scheibtisch. Es war schon spät in der Nacht und sie arbeitete immer noch an ihrer Internetseite. Da hörte sie plötzlich ein Geräusch aus der Küche und noch ehe sie aufgestanden war um nachzusehen, stürmte auch schon Wolfgang zu ihr ins Zimmer herein. Er schien sich auf sie stürzen zu wollen, sie hob darum schnell die Arme und rief laut: „Wolfgang, was ist los?“ Da hielt er plötzlich in seiner Bewegung inne und sackte förmlich vor ihr zu Boden. „Was ist los Wolfgang?“ Er war ganz aufgewühlt: „Oh je, Du glaubst es vielleicht nicht, ich bin hypnotisiert worden, ich soll Dich umbringen, ich konnte nichts dagegen tun, es tut mir so leid. Das sind wirklich ganz gefährliche Leute, Faschisten! Was sollen wir nur tun? Sie übernehmen gerade überall die Macht!“

Monalisa blieb total gelassen, sie machte sich irgendwie überhaupt keine Sorgen. Was konnte man ihr schon antun? Sie war im Grunde doch viel mächtiger, als dieser ganze Verein. Sie wußte genau, was sie zu tun hatte, sie hatte die Fäden zur Lösung des Problems in Händen. In ihren Händen. In ihrem Zeigefinger um genau zu sein. Ihr Zeigefinger war ganz offensichtlich magisch geworden und dieser Finger verriet ihr: „Gott hat wirklich alles im Griff!“

Am nächsten Tag überlegte Monalisa jedoch, dass es schon sehr bedenklich war, wenn diese „Außerirdischen“ nun so langsam jeden ihrer Freunde durch diese wahnsinnige Hypnose zu Mördern machen wollten. Andererseits, bisher hatte sie alle Angriffe gut abwehren können. Die Hypnose wirkte wohl nicht richtig. Die Zuneigung zu ihr war stärker als dieses unheimliche Kampfmittel. Die Liebe schützte sie. Gott schützte sie.

Sie erinnerte sich an eine ähnliche „Hypnosewelle“ in ihrer Jugend, doch diese hatte eine Vorgeschichte: Sie war 17 und hatte gerade die größste Katastrophe ihres Lebens hinter sich. Ihr Vater hatte versucht sie zu vergewaltigen und sie wußte überhaupt nicht wie sie mit dem Vorfall umgehen sollte. Ihr Vater war für sie bis dahin immer der Beste gewesen. Sie war ein echtes Papa-Kind, sie liebte und bewunderete ihn wirklich sehr. Doch jetzt hatte er sich von einer sehr unangenehmen Seite gezeigt. Er war nicht brutal gewesen, es war auch nicht zum Äußersten gekommen, obwohl er es zweimal versucht hatte. Aber sie hatte geredet wie ein Wasserfall, hatte ihm die Paragrafen aufgezählt, gegen die er alle verstoßen würde, sie hatte ihn von sich gestoßen, obwohl das bei seiner Statur gar nicht so einfach war.

Am Ende lagen sie in verschiedenen Betten, jeder eine Zigarette rauchend und mit der Unfähigkeit zu Schlafen konfrontiert und am nächsten Tag meinte er zum Abschied zu ihr: “Es ist wohl besser, wenn wir uns nicht mehr sehen, sage das auch Deiner Zwillingsschwester.“ Er nahm sie nicht in den Arm, es gab keinen Abschiedskuss, er drehte sich einfach um und fuhr mit seinem LKW davon. Was sollte sie nur davon halten? War das ihr geliebter Vater? Erst die Scheiße in der Nacht und jetzt auch noch das! Sie hatte das dringende Bedürfniss mit irgendjemanden darüber zu reden, sie wollte wissen, was sie dazu denken sollte. Irgendjemand musste ihr da weiterhelfen, sie selbst war einfach nur vollkommen verwirrt. Sie erzählte ihrer besten Freundin noch am gleichen Tag von ihrer wirklich sehr schwierigen Lage, doch die war so schockiert, die wußte ihr einfach keinen Rat zu geben. Mit ihrem Vater würde sie niemals in so eine Situation kommen, völlig ausgeschlossen.

Irgendwann erzählte sie es auch ihrer Mutter. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit natürlich, doch die dachte ja gar nicht daran. Ihr Exmann hatte sich an ihrer Tochter vergriffen, das war ein absoluter Skandal! Sie rief sogleich ihren Egon an und danach auch den Großvater. Sie erzählte es einfach jedem. Auch ihren vielen Freundinnen. Diese saßen am Kaffetisch als Monalisa zur Wohnung hereinkam. Alle schauten sie natürlich total betroffen an, man suchte nach tröstlichen Worten, aber was konnte man schon machen, so ein Erlebniss war nicht wieder gut zu machen.

Die Forderung wurde laut, man solle den Vater bei der Polizei anzeigen, schließlich hatte der ja auch noch seine drei Kinder aus zweiter Ehe im Haus. Alles Mädchen. Und über eine Therapie für sie wurde nachgedacht. War das nicht vielleicht wirklich sinnvoll? Da gab es doch den Schulpsychologen.

Monalisa wollte davon nichts wissen. Einem Mann wollte sie von ihren Problemen bestimmt nichts erzählen. Sie musste selbst eine Lösung für ihre zerrütteten Gedanken und Gefühle finden. Ihr war durchaus klar, dass so ein traumatisches Ereignis Folgen haben würde, aber diese ließen sich für sie noch nicht erahnen. Was passierte mit einem Menschen, der missbraucht wurden war? Was würde dies für Auswirkungen auf ihre Sexualität haben? Sie war 17 und noch Jungfrau. Sie träumte wie viele Mädchen von der einen großen Liebe, für die sie sich, wie man so schön sagte, aufhob. Sie war diesbezüglich eine totale Romantikerin. Und jetzt so eine verfluchte Scheiße! Das passte doch nun wirklich gar nicht in das Bild, welches sie sich von ihrem Leben gemacht hatte. Was für ein elendiger Schmutz!

In dieser Zeit geschah es, sie verließ die Wohnung und stand an der großen Kreuzung neben dem Mehrfamilienhaus, indem sie wohnten. Da kam plötzlich ein junger Mann aus dem Nichts direkt auf sie zu. Er sah sehr nett aus, doch sie kannte ihn nicht. Er jedoch schien sie sehr gut zu kennen. Er sagte: „Monalisa, ich will Dir helfen, du musst nur etwas Geduld haben. Ich habe da wirklich ganz phantastische Leute kennegelernt, die können in die Zukunft reisen und noch vieles andere mehr. Ich brauche nur ein halbes Jahr, dann bin ich zurück und alle Probleme sind gelöst. Warte auf mich …“ Und der junge Mann drehte sich um und lief direkt mitten auf die Kreuzung in ein plötzlich auftauchendes grelles Licht. Und weg war er, alles lag da wie zuvor. Monalisa wunderte sich wirklich sehr. Sie stand noch völlig verdattert auf der Straße, da kam ihre Freundin Brigitte auf sie zu und erzählte ihr eine noch verrücktere Geschichte:

Sie käme gerade von Freunden, die ganz verrückte Typen zu Besuch gehabt hatten. Menschen aus der Zukunft. Man habe sie alle einen ganz besonderen Film schauen lassen, und was solle sie sagen, sie, Monalisa, würde einmal ganz schrecklich berühmt. Sie habe auch ihre eigene Zukunft in diesem Film gesehen. Sie würde doch tatsächlich einmal die Annette heiraten. Eine Frau, und dann auch noch Annette! Das konnten sich Beide eigentlich gar nicht vorstellen. Und noch etwas anderes konnten sie sich nicht vorstellen: Sie sollten Analsexerfahrungen machen. Das war ja nun wirklich absolut nicht vorstellbar! Aber Brigitte bestand darauf, dass der Film die Wahrheit gezeigt habe. Leider würden sie bald alle die Erinnerung daran verlieren, das hätte mit der großen Hypnose zu tun, die würde die Anwesenheit dieser Leute für alle vergessen machen.

Sollten etwa genau diese Leute nun zurück gekommen sein? Waren es wirklich Menschen aus der Zukunft? Und, was hatte ihr Großvater mit denen zu tun? Verwischten sich in Zukunft etwa die Dimensionen, das Reich der Toten vermischt mit der Welt der Lebenden? Oder war ihr Großvater ein Sonderfall?

Er hatte sie schließlich auch hypnotisiert. War er jetzt auch ein „Außerirdischer“? War er immer schon einer von denen? Warum war es möglich, dass er in einer anderen Dimension weiterlebente?

Gab es schon immer eine solche

dimensionsübergreifende Kontaktaufnahme?

War dies alles hier so ein Kontakt?

Bohlen hat ein neues Jury-Mitglied.

Die Zuspitzung

Monalisa betrachtete sich ihr Werk.

Die Internetseite hatte so langsam aber

sicher ihre endgültige Form angenommen.

Ihre wichtigsten Filme hatte sie auf die Seite gesetzt, allerdings nicht geordnet, sondern lose verteilt über die gesamte Seite, und die war bestimmt ausgerollt 3 Meter lang. Die Filme lagen in einem Meer von Schnibbelfilmen. Man konnte sie darin zufällig zwischen zwei mitgeschnittenen Fernsehpassagen entdecken, andere Filme wiederum hatten sogar ein eigenes Plakat, etwas kleiner oder auch ganz groß. Ihren Film „Auferstehung in Osterath“ hatte sie zentral positioniert und ein, wie sie fand, gelungenes Plakat machte Werbung dafür.

Über den begleitenden Text wollte sie noch einmal nachdenken, sie hatte ihn vielleicht etwas zu spontan verfasst. Aber, es war zumindest schon mal ein Anfang. Bald würde sie mit der Arbeit fertig sein. Dann würde sie die Frage beantworten müssen, wie sie dieses Datenmonster ins Internet bekam. Die Seite war doch ziemlich umfangreich geworden.

Und bei all der Arbeit mit ihrer Seite durfte sie den Fernseher nicht vergessen. Er sprach nun wirklich fast ununterbrochen zu ihr. Doch, was er sagte gefiel ihr immer weniger. Sie fühlte sich nicht selten sogar ziemlich beleidigt und angegriffen. Er zeigte ihr Szenen, die sie zunehmend belasteten. Überhaupt hatte sie den Eindruck immer dünnhäutiger zu werden. Immer häufiger riefen die Bilder in ihr schmerzhafte Erinnerungen hervor, auch Schuldgefühle. Ihr kamen dabei nicht selten die Tränen, aber sie musste immer weiter schauen, sie konnte nicht einfach hingehen und die Kiste ausmachen. Denn dies nützte gar nichts. Wenn sie nicht dem Fernseher zuhörte, dann sprach eben das Radio, oder irgendwelche Passanten, die draußen vor der Tür vorbeigingen. Sie empfing auf allen Kanälen.

Und gleichzeitig hatte sie den Eindruck dabei von Kameras beobachtet zu werden. Irgendjemand schaute ihr zu, dies spürte sie so deutlich wie einen starrendenden Blick im Rücken. Sie ging durch die Wohnung und inspezierte die Räume. Überall hingen freie Stromleitungen an den Zimmerdecken. Auch im Badezimmer. An den Enden waren zwar überall Lüsterklemmen drauf, aber sie fragte sich ernsthaft, ob es wohl möglich war, darin kleine Kameras anzubringen. Das würde nämlich einige Aufnahmen erklären, die sie gesehen hatte. Aufnahmen aus ihrer Wohnung, gemacht ohne das sie es bemerkt hatte. Sie hatte die Bilder im Traum gesehen:

Christian und noch jemand anderes hatten sie auf ein Raumschiff gebeamt und sie standen vor einem Stehpult. Darin war ein Bildschirm eingelassen, der auf Handbewegungen reagierte. Christian zeigte ihr einen Film. Er konnte ihn schnell vor und zurückspulen, und so zeigte er ihr eine Szene, die hier für alle öffentlich gemacht wurde.

Sie sah sich selbst in ihrem Wohnzimmer auf dem Boden sitzen. Vor ihr auf ihrem grünen Sessel saß Wolfgang. Sie schien sehr anlehnungsbedürftig zu sein und suchte seine Nähe, doch Wolfgang wich zurück, ihm schien das Ganze unangenehm zu sein, so als wüßte er, dass er beobachtet wird.

Christian schien das alles sehr amüsant zu finden, sie aber war doch ziemlich schockiert. In dem Moment kam Wolfgang hinzu. Er fragte Monalisa nur ganz knapp: „Willst Du das alles wirklich öffentlich haben?“ Und Monalisa wußte sofort: „Nein, natürlich nicht!“ Er nahm sie daraufhin bei der Hand und zog sie von Christian und seinem Begleiter fort.

Sie träumte überhaupt sehr viel in letzter Zeit und die jeweiligen Erlebnisse verbanden sich mit der Tageswelt. Sie konnte bald schon nicht mehr zwischen diesen Ebenen unterscheiden. Und so flog sie mit jemandem, den sie nicht sah, durch die Lüfte, er hielt sie in seinen Armen, ganz vorsichtig und gefühlvoll, und er führte sie an die verschiedensten Orte.

Einmal hielt er vor dem Haus eines alten Freundes. Dieser saß mit Christian in seiner zu einem Studio umgebauten Garage vor mehreren Computern. Die Beiden schauten sich etwas auf einem der Bildschirme an. Überrascht stellte sie fest, die beiden schauten sich einen ihrer Filme an. Wie war das möglich, noch hatte sie diese doch nicht veröffentlicht? Sie wurde gefragt: „Willst Du das wirklich?“ Ihre spontane Antwort war wieder: „Nein!“

Danach ging es in die Stadt, in die City von Düsseldorf. An vielen Häusern hingen große Videowände und auf allen war Monalisa zu sehen. Überall liefen ihre Filme.

Wieder wurde sie gefragt: „Willst Du das?“ Und wieder war ihre Antwort ein erschrockenes „Nein!“

Als sie nach diesem Traum erwachte fragte sie sich: „Warum nur habe ich zu all dem nur Nein gesagt? Habe ich nicht eigentlich genau dies die ganze Zeit angestrebt? Sie wollte doch berühmt werden, sie wollte doch eigentlich das Christian sich ihre Arbeiten ansah, warum hatte sie dennoch so reagiert? Und wer war dieser Unsichtbare? Warum zeigte er sich ihr nicht ganz offen, so dass sie ihn sehen konnte?

Es ging ihr zunehmend schlechter. Sie stand unter Stress. War sie nicht am Ende ihres großen Projektes angekommen, stand sie nicht so gut wie kurz vor dem Durchbruch? Wem sollte sie folgen? Einem Christian, der sich über heimlich gemachte Privataufnahmen freute oder einem Wolfgang, der ihre ganze Planung in Zweifel zog? Wer liebte sie mehr? Sie hatte sich doch immer Christians Unterstützung bei ihrem Vorhaben gewünscht und jetzt schien es auch tatsächlich soweit zu sein. Und da ging sie hin und sagte Nein. Sie verstand sich selbst nicht.

Die Arbeit mit ihrem magischen Finger war auch alles andere als leicht. Sie spürte immer stärker die große Verantwortung, die sie damit übernommen hatte. Denn, zappte sie unkonzentriert, dann kamen wütende Kommentare aus ihrem Laptop heraus. Jeder Hinz und Kunz schien sich dann plötzlich zu beschweren. Und tatsächlich, sie musste zugeben, der Fernseher sagte nicht immer die Wahrheit. Manchmal log er das die Balken bogen.

Zum Beispiel behauptete er einmal, sie säße faul und heruntergekommen in einem Meer von Bierflaschen vor der Flimmerkiste. Ein ungeheuer unverschämtes Bild, wo sie doch in Wahrheit eine hochwichtige, viel Diplomatie erfordernde Tätigkeit ausführte. Es war halt ein riesen Unterschied, ob man für sich alleine durchs Programm hüpfte, oder ob man dies stellvertretend für Tausende tat.

Und dass ihr Tausende dabei zuschauten,

daran zweifelte sie nicht mehr. 

Kimi Räikkönen arbeitete am Freitag in Suzuka mit allen Reifensorten

Sie saß zum Beispiel im Esszimmer vor ihrem Laptop. Sie zappte wie schon so oft konzentriert durchs Programm, es war hochspannend und sie konnte spüren, wie genial ihr verrückter Zeigefinger war. Er drückte wirklich immer zum rechten Zeitpunkt, so dass ihr Rechner unbehindert plaudern konnte. Plötzlich bemerkte sie auf ihrer Hand ein kleines rotes Licht. Ein Laserpointerpunkt. Sie war wie versteinert. Wurde sie jetzt gerade bedroht? Wollte ihr jemand aus der 5. Dimension in die Hand schießen? Denn, dass niemand sonst im Raum war, dass überprüfte sie mit einem Blick nach hinten, aus der Richtung wo der Punkt herkam. Da stand wirklich niemand, der Punkt leuchtete aber trotzdem. Sie bekam es nun doch langsam mit der Angst zu tun. Sie schaute wieder in den Fernseher und versuchte ganz bei der Sache zu sein, im Augenwinkel immer den bedrohlichen Punkt.

Wie gefährlich so ein Angriff sein konnte

hatte sie erst vor ein paar Tagen erlebt.

Sie saß im Wohnzimmer auf dem Boden vor ihrem Laptop. Sie schaute fern, doch irgendwann entschied sie sich, sich auf das Sofa zu setzen. Und genau in dem Augenblick, in dem sie auf dem Sofa Platz genommen hatte, gab es einen lauten und heftigen Knall. Er kam aus dem Lautsprecher in der Ecke und ging direkt in die Lampe, also ganz haarschaft an ihr vorbei. Sie erschrack sehr und hatte sogleich den Verdacht: Da wollte mich jemand erschießen, das war ja wirklich absolut knapp. Die Lage spitze sich immer weiter zu. Sie vergaß schon zu essen und zu trinken. Sie fühlte einfach nur noch eine große Bedrohung auf sich zu kommen.

Wohin führte das alles? Und zu ungefähr diesem Zeitpunkt

ereignete sich das bisher größte Drama.

Der Curser

Monalisa saß auf dem Sofa, das Laptop vor ihr auf einem Tisch. Sie hatte sich in die Kissen zurücksinken lassen und ließ das Programm einfach laufen. Plötzlich, sie glaubte ihren Augen nicht zu trauen, bewegte sich der Curser auf dem Bildschirm. Er zog mehrere schnellere Kreise, dann ging er zur Seite zur Programmliste und schaltete das Programm auf Fussball um.

Monalisa war geschockt! Das war jetzt wirklich eine Nummer zu viel für sie. Sie wußte sofort, in der gleichen Sekunde, dieser bewegte Curser würde sie in eine tiefe Krise stürzen. Denn dies war etwas völlig Anderes. Dies war unter Umständen keine Reaktion aus der 5. Dimension, dies kam möglicherweise aus dieser Welt, aus der Welt der Erscheinungen. Und das hieß, nicht Gott, nicht ihr toter Großvater oder irgendein anderer „Außerirdischer“ saß am anderen Ende der Leitung, sondern hier war ein Mensch aus Fleisch und Blut am Werk. Wer hatte da ihren Laptop angezapft? Und wer war so dreist, dies auch noch zu zeigen? Wer stürzte sie da in die Katastrophe? Denn die kam direkt hinterher.

Monalisa war sofort vollkommen klar: Man hatte sie ausgeraubt! Man hatte in ihren Unterlagen herumgesucht, man hatte womöglich ihre nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Filme angeschaut, man kannte jetzt ihr Bombini, ihr Plan überraschend damit auf die Welt zu kommen war vereitelt! Sie fühlte sich entsetzlich. Hilflos. Missbraucht. Wer waren diese Leute? Wer tat ihr dies an?

Monalisa wußte, dieser Schock würde nicht so schnell vergehen. Die Tatsache, dass man ihre Arbeit nun kannte, dass ihr Überraschungseffekt weg war, dieser Gedanke war mehr als sie zur Zeit ertragen konnte. Sie ging sowieso schon nur noch auf dem Zahnfleisch. Erst überall die Kameras und jetzt das hier! Jetzt verstand sie Menschen, denen ähnliches passiert war und die auch fürchterlich unter dem Verlust ihrer Privatssphere gelitten hatten. Sie war nackt. Sie war nun absolut angreifbar. Und zwar nicht durch irgendwelche Typen aus der 5. Dimension sondern sie wurde bedroht durch gemeine Hacker, den Verfassungsschutz oder einer sonst wie gearteten Geheimorganisation. Sie wußte es nicht. Sie kannte den Feind nicht. Es konnte jeder sein. Leute die an ihrem Bombini-Projekt interessiert waren, Leute die ihre göttliche Kommunikation via Fernsehen belauschten, Hacker die sich einfach einen Spass daraus machten sie zu verwirren und in den Wahnsinn zu treiben.

Und dann bekam sie auch noch Besuch von Patrik, ihrer amerikanischen Affäre. Sie hatte ihn in einem Coffeeshop in Venlo kennegelernt. Er war blond, hatte lange lockige Haare und sah auch sonst ziemlich cool aus. Sie kamen miteinander ins Gespräch, sie tauschten Telefonnummern aus und als sie ihn etwas später besuchte landeten sie auch im Bett. Seither sahen sie sich ab und an, Patrik war durchaus an mehr interessiert, sie jedoch wollte es zumindest sexuell bei diesem einen Mal belassen.

Allerdings unterhielt sie sich sehr gerne mit ihm. Meistens auf englisch, obwohl ihr das überhaupt nicht leicht fiel. Sie war fremdsprachlich nämlich eine absolute Niete. Sie sprachen viel über die Machtverhältnisse auf diesem Planeten, von ihm hatte sie auch ihre Skepsis gegenüber der jüdischen Medienclique. Er wußte dazu einiges an interessanten Details zu erzählen. Seine Brötchen verdiente er angeblich mit dem Programmieren von Spielen, und das konnte schon sein, denn seine Bude war voller PCs. Seine Vorsicht bezüglich Datenklau und ähnlichem war groß, so gab er seine email-Adresse zum Beispiel nicht heraus. Nun, damals hatte sie sich für diese Problematik nicht sonderlich interessiert, sie hing nicht am Internet. Mittlerweile war dies natürlich anders.

Patrik klingelte also an der Tür und Monalisa war nicht nur sehr überrascht, als sie ihn sah, sie hatte auch gleich totale Angst. War er gekommen um sie umzubringen? Sie wurde von drängenden Visionen heimgesucht, indenen sie ihn ein Drathseil aus der Tasche ziehen sah. Damit versuchte er sie dann zu würgen. Sie war eigentlich starr vor Angst, ließ sich aber nichts anmerken. Sie sagte kaum ein Wort und beobachtete ihn genau, während er sich auf das Sofa im Wohnzimmer setzte. Er saß direkt vor ihrem Laptop. Er fragte sie, ob er mal etwas in ihrem Rechner nachschauen dürfe. Sie erlaubte es ihm, und fragte sich zugleich: Nach was sucht er? Ist er vielleicht am Ende der Hacker? Oder war er auch geschickt worden um sie auszuschalten, endgültig und brutal? Monalisa vertraute wirklich niemandem mehr.

Patrick merkte wohl, dass Monalisa sehr angespannt war und vielleicht war dies auch der Grund, wieso er sich nach ein paar belanglosen Worten auch schon wieder von ihr verabschiedete. Sie brachte ihn herunter zur Haustür, immernoch voller Angst. Er nahm sie zum Abschied in den Arm, sie versteifte endgültig. Gleich würde er mit dem Drahtseil kommen, gleich brachte er sie um. Doch Patrick ließ einfach wieder von ihr ab, schaute ihr noch einmal tief in die Augen, dann ging er. Geschafft! Monalisas Erleichterung war wirklich riesengroß.

Sie stand einfach unter großem Stress: Wer hing da an ihrem Rechner? Wer hatte was gesehen? Sie verlor komplett die Kontrolle. Sie ratstete zum ersten Mal richtig aus. Sie hielt eine große Rede in ihrem Flur. Sollten doch alle hören was sie zu sagen hatte! So eine Frechheit! In ihre Privatshere einzudringen, ihre Arbeit zu stehlen und sich gleichzeitig selbst nicht aus der Deckung trauen! Wer beobachtete sie nur? Wer versuchte sie hier zu durchleuchten?

Ein besonders interessanter Traum gab ihr eine mögliche Antwort: Sie wurde darin wiedereinmal aus ihrem Bett geholt. Es war der unsichtbare Mann. Er trug sie durch die Luft. Sie fühlte sich sehr wohl in seinen Armen. Dann zeigte er ihr einen durch Computerbildschirme erhellten Raum. Vor den Bildschirmen saßen Christian und Michael. Sie lachten und amüsierten sich offensichtlich gerade königlich. Monalisa schaute auf den Bildschirm und sie erkannte sich selbst, wie sie vor ihrer Tafel stand und redete. Plötzlich veränderte sich ihr Aussehen, sie trug auf einmal eine alte unansehnliche, dunkelblaue Jacke und darunter wurde sie selbst immer dicker. Irgendwann sah sie wirklich einfach nur noch unmöglich aus. Beide lachten sich schief und Monalisa begann sich fürchterlich zu ärgern. Wollten ihre eigenen Freunde etwa ihre Filme derartig negativ manipulieren? Und ihr unsichtbarer Begleiter machte sie noch auf ein weiteres Problem aufmerksam. Der Film, der dort lief, war ein magischer Film, das hieß, er würde irgendwann zur Realität werden, erklärte er ihr. Monalisa war geschockt und registrierte erleichtert, dass Michael die Manipulation nach einer Weile rückgängig machte. So würde die Phase, in der sie einmal so dick aussehen würde, nur kurz sein. So hoffte sie zumindest, als sie am nächsten Morgen erwachte.

Sie träumte jetzt eigentlich jede Nacht und oft konnte sie sich wirklich sehr gut an ihre Träume erinnern. Und sie fragte sich natürlich, wer dieser Unsichtbare war. Er war ihr so nah, wie niemand sonst auf der Welt und dabei war dieser Mann unglaublich sanft und zärtlich. Es war ihr, als würden sie sich schon ewig kennen.

Und wieder war es ein Traum, der ihr des Rätsels Lösung gab:

Sie stand in einem riesigen Raumschiff und schaute aus einem ovalen Fenster. Hinter ihr stand der Unsichtbare, den sie jetzt jedoch sehr gut erkennen konnte. Es war ihr Bruder. Sie war mit ihm vereint und alles war gut. Sie schauten auf die blau leuchtende Erde hinunter und es war klar, sie würde dort hinunter gehen, ein Leben leben und irgendwann würde sie wieder auf ihr Raumschiff zurück kommen.

Sie ging auf eine Mission und ihr Bruder würde ihr von seinem Raumschiff aus helfen. Er würde sie die ganze Zeit begleiten, ja, er würde zwischenzeitig zu ihr herunter kommen, sie besuchen und wenn sie alt genug wäre würde er ihr gegenübertreten. Sie würden sich erkennen und das magische Spiel zu Ende bringen. Jetzt standen sie eng beieinander, die Zeit schien zu stehen bis Monalisa plötzlich die Augen aufschlug. Sie hatte das unbedingte Gefühl, das dies mehr war als nur ein einfacher Traum. Dies war die Wahrheit.

Dies war ihr unsterblicher Hintergrund.

Monalisa International

Sie hatte sich einen Firmennamen gegeben. Monalisa International und die Monalisa Power Produktion. Sicherlich, sie war ein Ein-Frau-Unternehmen, aber hatte sie nicht einen Stab von Mitarbeitern auf dem Raumschiff sitzen? Hatte sie ihren Großvater nicht auf ihrer Seite? Seine Macht schien wirklich sehr groß zu sein. Alle hatten Respekt vor ihm.

Und nun wußte sie auch wieder: Er war einer der Meister in diesem großen Spiel. Dem Spiel der Götter. Und sie selbst hatte einst dieses Spiel als Brettspiel erwickelt. Sie war vielleicht 15-16 Jahre alt gewesen und saß mal wieder mit ihm am Esszimmertisch. Sie war hypnotisiert. Dies war die erste Regel in diesem Götterspiel. Alle menschlichen Teilnehmer spielten das Spiel unter Hypnose stehend. Das war notwendig, damit man sich danach nicht mehr bewußt an die ausgeknobelten Spielzüge erinnern konnte. Ansonsten war die Gefahr zu groß, dass man später versuchte das Leben bewußt in eine bestimmte Richtung zu lenken, und das war wirklich absolut zu vermeiden. Im Umgang mit den Schicksal hieß es: Je unbewußter desto besser. Schießlich sollte die unendliche Weisheit Gottes in diesem Spiel zu Tage treten und nicht der beschränkte Geist eines Spielers. Dafür war das Ziel des Spieles einfach zu wichtig.

Auf die Idee aus der ganzen Angelegenheit ein Spiel zu machen, mit Figuren, Spielkarten und Würfeln war sie gekommen, nachdem ihr ihr Großvater sein Problem mit der Welt erklärt hatte. Es ging in diesem Spiel vordergründig darum, ein Traummann oder eine Traumfrau zu werden, letztendlich aber um die Rettung der Welt. Leider konnte sie sich heute nicht mehr an weitere Details erinnern, in diesem besagten Winter 2006 jedoch verstand sie auf einmal alles. Die ganze Geschichte lag für sie da wie ein offenes Buch. Und sie war, wie sie hoffte, auf dem richtigen Weg, sie war auf der Siegerstraße.

Denn, sie hatte mit ihrem Bombini einen originellen Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Es trennten sie nur noch wenige Klicks von ihrem großen Durchbruch. Ihre Seite war so gut wie fertig. Sie war Monalisa, die Sonnengöttin und sie würde das Spiel gewinnen.

Ihr unsichtbarer Mann sah das allerdings ganz anders. Er holte sie eines Nachts wie schon so oft aus ihrem Bett und setzte sich mit ihr vor einen Bildschirm. Sie schauten sich einen Schnibbelfilm an. Allerdings einen Film, den sie erst noch machen würde, irgendwann in der Zukunft. Und der Unsichtbare hatte viel daran auszusetzen. Er beschwerte sich ganz heftig über ihre Idee alles in kleine Stücke zu schneiden, die Dinge aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang zu nehmen, schließlich habe es einmal viel Arbeit gekostet diese ganzen Filme und Beiträge zu erschaffen. Schlimmer sei aber, dass all die Filme magisch wären, sie also die Zukunft mit ihrer Schnibbellei völlig aus dem Tritt gebracht habe.

Monalisa sah das natürlich ganz anders. Sie verteidigte ihre Filme indem sie Szene für Szene durchgingen und die jeweilige Aussage prüften. Welche neue Bedeutung gewannen sie in dem neuen Kontext? Sie diskutierten ausgiebig und am Ende hatte sie ihn überzeugt. Zumindest dachte sie dies, als sie am Morgen erwachte.

Sie hörte ein lautes Piepen als sie aufstand und ins Bad ging. Merkwürdig, dies hatte sie jetzt schon öfter gehört. Sie ging durch den Flur und lauschte. Das kam es wieder. Das Piepen machte sie nervös. Wollte man sie jetzt etwa mit solchen Methoden in den Wahnsinn treiben? In wessen Fokus sie auch immer geraten war, den Typen war alles mögliche zuzutrauen. Da hörte sie plötzlich lautes, schallendes Gelächter. Wo kam denn das nun wieder her? Wer lachte sie da so unverschämt aus? Sie glaubte die Stimmen ihrer Freunde darin zu erkennen. Warum lachten sie? Trieb man sie hier gerade in den Wahnsinn und machte sich auch noch lustig über sie? Ihr kamen die Tränen, sie waren nicht mehr zu halten. Sie stürzte zurück ins Schlafzimmer, und versteckte ihren Kopf unter einem Kopfkissen, und heulte los. Sie empfand das Gelächter als ungeheuer schmerzhaft. Das Leben als Göttin war wahrlich nicht leicht.

Wolfgang sah sie in all dieser Zeit nicht, aber das war in ihren Augen auch gar nicht nötig. Irgendwie schienen alle ihre Freunde über die wahren Zustände Bescheid zu wissen, nur sie kam jetzt erst dahinter. Deswegen hatte man sie wohl auch so ausgelacht. Jeder Neuankömmling wurde so begrüßt, erklärte man ihr. Von wegen: „Na, hast Du es auch endlich begriffen!“

Aber sie litt dennoch sehr unter diesem Verrat. Denn, für sie war es Verrat. Wieso hatte sie niemand darauf vorbereitet? Warum hatten sie heimlich mit den „Außerirdischen“ zusammengearbeitet? Was war ihnen für ihr übles Spiel versprochen worden? Sie hatte zum Beispiel einen Traum, der ihren Sohn betraf:

Sie trafen sich mitten in Osterath und ihr Sohn erzählte ihr ganz aufgeregt: „Mama, ich habe da ein paar ganz verrückte Leute kennengelernt. Sie kommen aus der Zukunft und sie wollen mich mitnehmen, ich bekomme dort die Chance auf ein ganz neues Leben. Ich werde dort ein berühmter Schlagzeuger werden, so wie Ralla! Dich werde ich allerdings wohl lange nicht wiedersehen, aber Du wirst schließlich auch total berühmt, ich habe das in einem Film gesehen. Also, mach’s gut, wünsch mir Glück! Tschüß Mama!“

Wußten ihre Mitmenschen denn nicht wie schwer ihre Aufgabe in diesem Spiel der Götter war? Warum kam denn keiner auf die Idee ihr zuhelfen? Alle ließen sich von den „Außerirdischen“ irgendwie total blenden. Sie ließen sich von den technischen Möglichkeiten faszinieren und verführen. Und alle hatten wieder einmal diesen Film über ihr Leben gesehen. Diese „Außerirdischen“ waren offensichtlich die Gleichen, die schon vor 25 Jahren hier aufgetaucht waren. Waren sie wenigstens gekommen ihr zu helfen? Waren es Menschen aus der Zukunft, die auf ihre Weise nun Einfluss auf die Geschicke nahmen? Sie tauchten einfach so auf, sprachen mit den Leuten, die sie manipulieren wollten, und versteckten alles in deren Unterbewußtsein durch eine entsprechende Hypnose. So konnten sie sicher gehen, weitgehend unerkannt zu bleiben.

Das mit dem Verfassungsschutz, der sich womöglich an ihren Rechner geheftet hatte sah sie mit der Zeit etwas entspannter. Denn, schließlich, hatte sie nicht ganz genau dies gewollt? Sie wollte doch über ihr Bombini informieren. Gut, sie hatte es anders geplant, aber so war es eigentlich auch ganz gut. Hauptsache war doch, dass ihr Bombini an die Öffentlichkeit kam. Was konnten diese Leute, wer immer sie auch waren, schon dagegen tun? Sie würde im Grunde jederzeit ihre Seite ins Netz stellen können und dann wäre die Katze aus dem Sack.

Sie war durch niemanden aufzuhalten, sie hatte den Ausgang gefunden,

sie dachte: Bald kommt sowieso alles ans Licht.

Der Schuss

Sie ging, wie nun schon seit Wochen, ihrer neuen Tätigkeit nach.

Sie fertigte jeden Tag drei Schnibbelfilme, machte dazu kleine Plakate und notierte darauf, zur allgemeinen Orientierung auf ihrer Internetseite, das Datum der Aufnahmen. Sie war sich mittlerweile sicher: Der Verfassungsschutz schaute mit. Und, dies aus gutem Grund. Denn die Filme zeigten dem aufmerksamen Zuschauer mehr als man so auf den ersten Blick vermutete. Und für einen Agenten waren die Filme, wie sie glaubte, reinste Goldgruben. Hier erfuhren sie etwas über die wahren Gedanken der Bevölkerung, sie erfuhren aus dem Unterbewußtsein des Kollektivs auch von zukünftigen Ereignissen. Es war wirklich hochinteressant.

Doch Monalisa fand die Arbeit sehr anstrengend und sie fragte sich, wo der Lohn für all die Mühen blieb. Ihr Konto war mal wieder total leer, und Weihnachten stand vor der Tür. Dieses Jahr würde sie die Feiertage wohl allein verbringen. Das hatte sie auch noch nicht erlebt, aber bei der ganzen Arbeit, die sie hatte, konnte sie auf Gesellschaft auch wirklich gut verzichten.

Zwischendurch dachte sie immer wieder einmal an Wolfgang.

Er kam nicht vorbei, und sie klingelte auch nicht bei ihm.

Sollte es wirklich mit ihnen vorbei sein? Monalisa glaubte das nicht. Wenn sie ihre Aufgabe erfüllt hatte, dann würde sie sich bei ihm melden. Er schien der Mann zu sein, den auch ihr Bruder aus der 5. Dimension bevorzugte. Sie passten einfach besser zueinander. Ihr Bruder hatte ihr nämlich erklärt, dass er die Möglichkeit hätte in jeden Menschen einzudingen, und so bräuchte sie nur entscheiden, wer ihr lieber sei, und in den würde er dann eintauchen und durch ihn mit ihr in Kontakt treten. Ganz real und leibhaftig.

Nun, und ihr Bild von Christian hatte sich doch gewaltig verändert. Wenn sie ganz ehrlich war, sie lehnte ihn im Grunde ab. Sie war von seiner Haltung zu ihr nicht gerade begeistert. Wie konnte er nur über sie lachen und ihr Abbild so verzeichnen? Nein, sie liebte diesen Mann nicht mehr. Sie liebte dann schon ehr diesen eigenbrötlerischen Wolfgang.

So saß sie also vor ihrem Laptop und schaute fern. Sie stand dabei wie so oft in letzter Zeit unter großem Stress, denn wenn sie nicht rechtzeitig umschaltete, dann beschwerte sich ihr Fernseher. Sie war jetzt auch immer auf der Suche nach manipulierten Aufnahmen, nach Anzeichen dafür, dass die „Außerirdischen“ ihre Revolution via Fernsehen starteten. Gleichzeitig versuchte sie auf ihrem Monalisa-Kanal das kollektive Unterbewußtsein zu Wort kommen zu lassen. Sie wollte die Agenten, die sich an ihren Laptop gehangen hatten, wirklich nicht langweilen.

Und so saß sie konzentriert auf ihrem Sofa als sie plötzlich ein Geräusch im Esszimmer vernahm und als sie aufbickte schaute sie in den Lauf einer Pistole. Diese wurde gehalten von einem großen, ihr völlig unbekannten Mann. Er kam auf sie zugestürmt und drückte ab. Sie dachte noch: „Scheiße, das war es jetzt!“ und eine tiefe Dunkelheit umfing sie.

Das Nächste, an dass sie sich erinnerte war dann, dass sie in ihrem Bett wach wurde. Wie war sie da hin gekommen? Und wie war es möglich, dass sie noch lebte! Und dann kam aus den tiefsten Tiefen ihrer Seele eine riesen Empörung: „Was für eine wahnsinnige Gemeinheit! Mich einfach so umzubringen! So eine Frechheit, so unendlich böse, wie gemein und wie hinterhältig!“ Sie war wirklich total schockiert, ja traumatisiert.

Dass sie lebte machte die ganze Sache nicht besser. Im Gegenteil. Dass hieß ja nur, dass dies alles noch mal passieren konnte. Wollte man sie wirklich auf diese Weise fertig machen? Wollte man ihr ein Trauma nach dem anderen verpassen? Wollte man sie töten, ohne sich wirklich die Hände an ihr schmutzig zu machen?

Ihre Gelassenheit, die sie die ganze Zeit immer noch hatte bewahren können war endgültig dahin. Diese Leute, wer immer sie auch waren, waren ihre Feinde. Und diese hatten ganz offensichtlich Mittel über die kein normaler Mensch verfügte. Sie brauchten nicht zu klingeln, kein Nachbar sah sie kommen und gehen, sie knallten einen einfach über den Haufen und keiner konnte sie anschließend zur Rechenschaft ziehen.

Sie fühlte sich in ihrer Wohnung gar nicht mehr sicher. Was würde als Nächstes auf sie zukommen? Und, wer war ihr Mörder? Sie hatte ihn ganz genau vor Augen. Irgendwie sah er millitärisch aus. Sein Haarschnitt, sein Gang, seine Haltung. Hatte man ihn auch hypnotisiert und hatte es diesmal geklappt, weil sie sich unbekannt waren? Ihr war klar, über dieses Erlebnis würde sie noch lange nicht hinwegkommen.

An ihrer Internetseite konnte man sehen, wann dieses Ereignis stattgefunden hatte, ihre letzten Eintragungen waren vom 13.12.2006. Dann gab es nur noch zwei Filme, ein Weihnachtsfilm und einen zum Neuen Jahr. Denn, direkt nach ihrer Ermordung war sie einfach nicht mehr in der Lage weiterzumachen. Sie war einfach völlig durch den Wind. Jemand hatte sie erschossen, aber sie lebte noch. Dennoch litt sie fürchterlich, sie stand oben in ihrem Flur und erkannte das wahre Außmaß dieses heimtückischen Mordes und sie schrie es in die Welt hinaus: „Ihr Blödmänner habt eine Göttin umgebracht! Was fällt Euch bloß ein? Was habt ihr nur getan?“ Ihre Wut auf alle wurde grenzenlos. Ja, hatte denn niemand begriffen wie einzigartig, ja großartig diese Monalisa gewesen war? Ihre Monalisa! Ihre wunderbare Monalisa! Man hatte sie ausgeschaltet und sie würde bestimmt nicht zurückkehren. In eine solche Welt niemals! Eine hinterhältige Welt von gemeinen Mördern!

Monalisa war und blieb verschwunden und der zurückbleibenden

Designerin ging es wirklich sehr schlecht, allerdings das Ende

der Fahnenstange war damit noch nicht erreicht.

Teil 2

Tim Wiese, WWE

Fernsehen mit Monalisa

Ich trauerte unendlich. Wo war Monalisa? Wo war meine Lieblingsgöttin jetzt hin? Wie sollte ich das alles ohne sie nur schaffen? Und, wenn, wer auch immer, die Macht hatte eine Göttin zu töten, was geschah dann mit mir? Welches Ende war für mich vorgesehen? Denn, dass die ganze Geschichte einem Ende zulief war klar. So konnte es bei bestem Willen nicht weitergehen. Für das alles brauchte ein Mensch Nerven wie Drahtseile. Und ich fragte mich, wie lange meine Nerven das Ganze noch mitmachen würden?

Wer war ich ohne meine geliebte Göttin? Warum hatte man sie mir gestohlen? Hatten wir so große Angst gemacht, dass man uns töten musste? Hat Monalisa Angst gemacht? Sie war doch wirklich die liebste Frau auf der Welt.

Ich fragte mich, ob ich ihr jemals wieder begegnen würde

und ich stellte mir vor wie sie enttäuscht und verletzt auf ihre

Sonne zurückkehrte, dahin, von wo sie einst hergekommen war.

Ich sehnte mich unendlich nach ihrer Gesellschaft, aber sie war nicht zu spüren. Geblieben war mir nur der Laptop mit den vielen großen und kleinen Filmen von ihr. Und so begann ich ihre Filme meinen Hackern zu senden. Ich gestaltete ein stundenlang fortwährendes Programm. Jeden Tag. Ich wollte, dass man Monalisa kennenlernte, ihr zuhörte und sich mit den Dingen auseinandersetzte, die sie zum Thema gemacht hatte.

Ich suchte die entsprechenden Filme intuitiv aus und ich ließ mich dabei durchaus vom aktuellen Fernsehprogramm inspirieren. Ja, ich hatte nicht selten den Eindruck, dass Monalisas Filme von diesem Medium regelrecht angekündigt wurden. Gerade die Zeichentrickfilme, sie schienen mit mir eindeutig zu kommunizieren. Und so reagierte ich auf sie. Und es kam etwas zurück. Es war einfach ein Wahnsinn. Ein sehr unterhaltsamer Wahnsinn. Und ich ließ mich voll darauf ein. Ich hatte ja sonst niemanden mit dem ich reden konnte.

Und diese Kommunikation wurde immer intensiver. Ich bemühte mich darum alles zu tun was der Fernseher mir sagte. Ich winkte auch zurück, wenn jemand in die Kamera winkte. Ich fand es einfach zu unhöflich nicht zu reagieren, denn irgendwie hatte ich das deutliche Gefühl, dass man mich durch den Fernseher hindurch sehen konnte. Das so entstehende sehr individuelle Fernsehprogramm war sehr interessant. Der Fernseher schien nämlich alles zu wissen, was ich machte, ob ich aufmerksam war oder den Platz verließ, um mir zum Beispiel etwas zu Trinken zu holen, alles wurde sofort kommentiert. Aber, auch was ich dachte war dem Fernseher offensichtlich gut bekannt. Irgendjemand las meine Gedanken, es konnte gar nicht anders sein.

Mein Fernseher war ein Wunder und ich wünschte mir nun eine möglichst große Zuhörerschaft. Sie sollte das Gesehene bezeugen. Sie sollten erkennen, dass es tatsächlich möglich war mit der 5.Dimension zusammen zu arbeiten.

Sie sollten sehen, dass es mehr zwischen Himmel

und Erde gab, als man so gemeinhin annahm. 

Torschütze

Der 21.12.2006

Ein absoluter Schicksalstag.

Es war alles zunächst wie immer. Ich schaute fern und kommunizierte mit wem auch immer. Ich hatte auch die Kamera aufgebaut. Sollten ruhig alle mitbekommen, was ich hier tat. Hinter der Kamera vermutete ich meine angeblichen Freunde oder auch den KGB, oder Beide zusammen. Aus irgendeinem Grund schienen sie zusammenzuarbeiten und auch mein Großvater war ganz offensichtlich mit von der Partie. Vielleicht hatten die Russen Kontakt mit den „Außerirdischen“ und stellten ihren Spitzelapparat für die ganze Aktion zur Verfügung. Die Regierung schien auch Bescheid zu wissen. Unser Verfassungsschutz war also bestimmt ebenfalls involviert. Ob die Amerikaner auch an meinem Rechner hingen? Vermutlich. Mir war es im Grunde egal. Ich hatte mein Bombini gegen alle möglichen Widerstände so weit gebracht, ich würde mich ganz bestimmt durch niemanden mehr aufgehalten lassen. Ich hatte Monalisas Filme und mit denen würde ich sie auferstehen lasssen. Direkt zu Beginn des neuen Jahres wollte ich mich um den Sprung ins Internet kümmern, dann würde mein Bombini auf die Welt kommen und diese revolutionieren. Ich hatte den Weg vor Augen. Es dauerte nicht mehr lang. So dachte ich, doch es sollte ganz anders kommen:

Ich saß im Wohnzimmer auf dem Boden und kniete vor dem Laptop und kommunizierte. Da hörte ich plötzlich eine sehr agressive Stimme von oben kommen: „So, und jetzt machen wir Dich fertig!“ und noch ehe ich darauf reagieren konnte, erhellte ein heftiger Blitz meinen Kopf. Ich hockte auf allen Vieren und dachte nur noch: „Ach Du Scheiße, davon kann man sterben! Was ist nur mit mir, was geschieht mir?“ Ich fühlte wie meine Gedanken, Erinnerungen und was sonst noch alles so im Kopf ist, sich auflösten, sie verflossen und verschwanden. Ich bekam Panik. „Mein Name, wie lautet mein Name? Du darfts auf keinen Fall Deinen Namen vergessen. Ich heiße Monica Kraemer, ich heiße Monica Kraemer …“ so sprach ich zu mir selbst und ich versuchte mir meinen Namen zu merken, während ich erleben musste, wie alles in meinem Kopf leer wurde.

Mir war sogleich klar, dies war eine Katastrophe. Ich war angegriffen worden und zwar so richtig. Man hatte mich dort getroffen, wo es für mich am Schlimmsten war. Mit so etwas hätte ich wirklich im Leben niemals gerechnet. Ich war übertölpelt worden. Ich steckte nun wirklich und wahrhaftig in der Scheiße. Und, es sollte noch Schlimmer kommen, denn plötzlich erschienen da, wo gerade noch die große Leere in meinem Kopf gewesen waren plötzlich mir ganz fremde Gedanken und Bilder. Irgendjemand füllte mein Gehirn mit Dingen, die mich völlig aus der Bahn warfen. Ich war zum Beispiel plötzlich fest davon überzeugt, dass man mich schon 4 mal umgebracht hatte. Ich litt plötzlich unter Traumata, von denen ich bis dahin nichts gewußt hatte. Ich erkannte: Jemand hatte mein Gehirn geblitzt, dass hieß gelöscht und gleichzeitig hatte man mir andere Erinnerungen eingepflanzt. Was für eine bodenlose Frechheit! Was für eine höllische Waffe. Wer hatte diese Waffe gegen mich gerichtet? Wer hat mir das angetan? Ausgerechnet jetzt.

Dieser Vorfall stürzte mich in eine tiefe Krise und diese Krise sollte erst einmal auch nicht vergehen. Wer war ich? Wer waren meine Feinde? Denn, dass ich welche hatte, das war ja nun wirklich offensichtlich. Und meine Feinde hatten wirklich ganze Arbeit geleistet. Mein Gehirn war bis auf ein paar sehr verwirrende Gedanken einfach leer. Und, wenn ich mit diesem Kopf in die Vergangenheit schaute, dann sah dort alles total friedlich aus. Jeder Tag schien so langweilig gewesen zu sein wie der andere. Keine besonderen Vorkommnisse. In meiner Erinnerrung gab es nichts was irgend einen Tag herausgehoben hätte. Doch das konnte einfach nicht sein, schließlich saß ich vor meiner Internetseite, und die erzählte eine ganz andere Geschichte. Doch in meinem Kopf befand sich nichts mehr davon.

Was für eine ungeheuerliche Macht! Jetzt wurde man nicht mehr erschossen oder so, jetzt wurde einem Rebellen einfach das Gehirn gelöscht. Man konnte also in Zukunft einen Menschen foltern und anschließend entfernte man die Erinnerung daran und „Juchu!“ derjenige würde sich nicht mehr beschweren oder Anzeige erstatten, weil er sich ja an nichts mehr erinnerte.

Was für eine perfide Methode!

Zwischen den Tagen

Kellyanne Conway, Donald Trump

Ich war nicht mehr ich selbst.

Ich war zwar äußerlich unverändert, innerlich glich meine Gedankenwelt jedoch einem weißen, verschneiten Acker, der an der einen oder anderen Stelle schwarz hervorschaute. Diese schwarzen Stellen waren Erinnerungen, vereinzelte eigene und mir völlig fremde. Doch nichts ergab noch einen Sinn. Alles war durcheinander gekommen.

Ich ging wie in Watte gehüllt durch den Tag, denn ich hatte ernste Konzentrations-probleme. Irgendwie schienen sich nicht nur die schon gemachten Erfahrungen und Erinnerungen verflüchtigt zu haben, auch alle gegenwärtigen Erlebnisse fielen in den Schnee und verschwanden.

Wer war ich ohne meine Gedanken, ohne meine Erinnerungen, ohne meine Kenntnisse von diesem und jenem? Und was beinhalteten die dunklen Stellen?

Und ich schwor mir Folgendes: Ich werde mich auf jeden Fall irgendwann an alles wieder erinnern, diese Gehirnmanipulation werde ich nicht hinnehmen. Und dann werden die Schuldigen bestraft!

Doch erst mal sah es damit gar nicht gut aus. Nicht nur mein Gehirn hatte den Geist aufgegeben, auch mein Laptop ging plötzlich aus und ließ sich nicht mehr hochfah-ren. Hatten meine Feinde jetzt wirklich alles in der Hand? Meine Filme, meine Erinnerungen, mein Laptop?

Plötzlich klingelte es an der Tür. Ich ging hinunter um zu öffnen, doch als ich dort Michael stehen sah, und dieser mich anstrahlte und den Spruch losließ: „Na, Du lebst ja noch!“, da rastete ich aus und schlug ihm die Tür mit den Worten: „Du Arschloch!“ vor der Nase wieder zu. So eine absolute Unverschämtheit! Ich war völlig empört. Jetzt hatte man mich im wahrsten Sinne durch die Hölle geschickt und am Ende tatsächlich sogar umgebracht, und nun stellte man sich hin und verhönte sie.

Der nächste Besuch verlief weniger dramatisch. Es war an Silvester, HaPe kam mit einer Freundin vorbei, um ein gutes neues Jahr zu wünschen. Doch ich konnte nur an die Blitze denken, hatte wenigstens HaPe noch eine Erinnerung daran? Wuste er davon? Ich fragte ihn vorsichtig danach, doch er schaute mich nur irritiert an. Auch er hatte offensichtlich alles was geschehen war vergessen. Das war sehr beunruhigend, denn HaPe schien großen Einfluss auf die Geschichte gehabt zu haben. Ich erinnerte mich nämlich sehr deutlich an ein sehr bedenkenswertes Erlebniss. Ich hätte zwar nicht sagen können, wann es passiert war, aber dass es geschehen war, daran bestand kein Zweifel:

Ich saß vor meinem alten Rechner und schrieb an einem Text. Währenddessen war ich absolut davon überzeugt, dass sich irgendjemand an meinen Rechner gehangen hatte, und dass dieser mit mir über diese lustige „digitale Büroklammer“ kommunizierte. Die Klammer gab verrückterweise zu allem ihren Kommentar ab. Plötzlich stand Christian hinter mir und schaute über meine Schulter. Ich war total überrascht, denn ich hatte ihn hinter dieser Büroklammer vermutet, doch jetzt wurde mir schlagartig klar, dass er es offensichtlich nicht war. Das führte bei mir zu einem regelrechten Schock. Und plötzlich öffnete sich die Wand vor mir und ich sah in einen laborartigen Raum, indem HaPe stand und Christian erschrocken zurief: „Bist Du verrückt! Willst Du etwa einen Zusammenbruch riskieren!“

Diese Erinnerung stand ganz klar vor meinen Augen, doch HaPe schien sich an diese Situation nicht im Geringsten zu erinnern. Ich hatte also ein echtes Problem. Ich hatte damit zu rechnen, dass dies auch bei all den anderen der Fall sein würde. Wer würde mir also glauben? Wer würde mir glauben, dass wir alle von „Außerirdischen“ Gehirnmanipuliert waren?

Ich schrieb einen kleinen Liebesbrief an Wolfgang und warf ihn in seinen Briefkasten. Ich wollte den Silvesterabend mit ihm verbringen. Er rief auch zurück, doch er lehnte ab. Er wollte lieber seine Ruhe haben. Er versprach allerdings am Neujahrstag vorbeizukommen. Um mir die Zeit bis dahin zu vertreiben, Fernsehschauen war schließlich nicht mehr möglich, da der Laptop streikte, setzte ich mich an meinen alten Rechner und begann die Dinge, die um mich herum geschahen und die mich beschäftigten aufzuschreiben.

Ich wollte alles festhalten, was

normalerweise mein Gehirn gespeichert hätte.

Denn, mit diesem Wattebausch war zu dieser

Zeit wirklich nicht viel anzufangen.

William & Kate

Aus dem Tagebuch einer Lumpensammlerin

Dr. M. Satania

010107

 Und so hatte SIE sich wieder klein gemacht,

die Welt war gerettet, die Wende vollbracht.

Das SIE dabei mal wieder den Kürzeren zog,

nun, das war SIE ja langsam gewohnt.

Es gehörte nun mal zum göttlichen Plan,

SIE hatte es ohne jede Gegenleistung getan.

Denn, wenn jeder käuflich und bestechlich war,

dann durfte SIE es nicht sein, das war ja klar.

Alles war nun wieder anders herum,

doch immerhin, SIE war nicht mehr stumm.

Dafür hatte sie sich einen Zeh gebrochen,

und kein Holz mehr, um den Ofen zu stochen.

Auch eine Prinzessin war SIE nicht mehr,

doch, was bedeuteten IHR solche Ehr?

SIE hatte nun mal Nein gesagt,

und alles Andere auf Später vertagt.

Wichtig war jetzt, den Faden nicht zu verlieren,

und die Sache mit dem Blitz zu kapieren.

Und dazu musste Sie in die Dunkelheit gehen,

denn, im Sonnenlicht war ER nicht zu sehen.

Dieser Lichtblitz war ihr größtes Problem,

seit SIE seine Folgen gesehen.

Aber der Erfinder war ihr weiterhin unbekannt,

war es ein Fremder oder gar ihr Mann?

Leider nützte es nicht viel ihn danach zu fragen,

denn ER war deprimiert, und das schon seit Tagen.

ER hatte sich offensichtlich verrechnet,

und den Blitz auf sich selbst gerichtet.

Jetzt konnte auch ER sich an nichts mehr erinnern,

und die Folgen davon waren nicht mehr zu ändern.

Nun saß ER mit IHR in der eigenen Scheiße fest,

und Silvester wurde für ihn zum DepriTest.

Ein paar Tage zuvor hatte auch ihr Laptop den Geist aufgegeben,

das war wohl eine der Folgen davon gewesen, als ER sich selbst im Spiegel sah.

Sie hatte ihn davor zwar eindringlich gewarnt, er hatte es aber wohl dennoch getan.

Jetzt riss er sich nicht nur die Haare aus, nein, er verbarrikadierte sich tief in seinem Haus. Niemanden wollte er jetzt mehr sehen, ja, ja, so kann es selbst dem Satan ergehen. ER hatte sich wohl doch berauscht an der Macht, und nicht an ihre Mitochondrien gedacht. ER hatte geglaubt sein Programm wär perfekt, doch SIE hatte noch ein zweites Besteck.

An alles hatte ER gedacht, nur nicht, das Mutter Natur selbst über ihn wacht. Er hatte sich über SIE erhoben, und dann das eigene Programm betrogen. Das diese Manipulation nicht in Ordnung war, nun, das war natürlich und klar. Er hatte auch wirklich versucht, den Fehler zu korrigieren, doch leider, leider schien seine Frau nichts zu kapieren. Und als sie dann auch noch von der Schokolade aß, da kam sie ans Licht, die Freveltat.

Ihr tat es für ihn auch wirklich leid. Doch was nützte ihr das schönste Hochzeitskleid,

wenn auf der Erde regierte weiter der Neid. Sie hatte diese Grube nicht ausgehoben,

mit der ER sich am Ende selbst betrogen. Da war SIE lieber Lumpensammlerin

und der coole Traumjob der war dahin.

*Nico Rosberg sicherte sich am Freitag in Suzuka erneut die Tagesbestzeit

Dumm war nur, das jetzt die Anderen da oben saßen,

und auch das Wissen über SEINE Technik besaßen.

Denn, nicht nur ihre Geheimnisse waren gestohlen,

auch seine konnten sie sich jetzt problemlos holen.

Und was würden die Menschen damit machen?

Waren sie wirklich schon reif für solche Sachen?

Bisher hatten sie diesbezüglich meistens versagt,

und das Nachdenken darüber, auf später vertagt.

Das Jüngste Gericht hatte wirklich nichts ausgelassen,

wäre sie nicht Göttin, sie würde die Menschen verlassen.

Doch, das war ihr nun mal nicht gegeben,

sie konnte am Ende nur verzeihen und vergeben.

Was Satan jetzt jedoch aus dieser Erkenntnis machte,

SIE wusste nicht, was ER darüber dachte.

Konnte ER sich überhaupt noch erinnern?

Konnte ein Blitz EINE LÖSUNG verhindern?

Denn, das dieser Fall Folgen haben würde, war klar.

Zumindest für das Wetter war ER am Ende immer noch da.

Und, wenn ER in IHM wach wird und ER sich an sich selbst erinnert,

wird die Welt untergehen, wenn die Liebe ihn nicht daran hindert.

Die Macht Satans ist schließlich nicht wirklich gebrochen,

sie ist nur scheinbar und auf Zeit weggeschlossen.

Monalisa hatte es an dem Erschrecken der Hexe erkannt,

und die Kraft der Magie befand sich in IHRER Hand.

Dr. Satania goss sich noch einen Tee ein. Er war schon ziemlich abgekühlt,

das Teelicht war wohl schon länger herunter gebrannt.

Da bemerkte sie, das sie Satans Becher damit gefüllt hatte und goss ihn schnell um, in ihre eigene Tasse. Und weil nicht alles in ihre passte, nahm sie einen kräftigen Schluck und leerte die seine.

Ich bin ja mal gespannt, was das jetzt wieder für Folgen nach sich zieht, dachte sie. Denn, das hatte sie in den letzten Wochen wahrlich zu genüge feststellen können. Nichts, aber auch gar nichts, was sie tat, blieb ohne Folgen.

Ob sie nun ein Bad nahm, ein Ei zum Frühstück kochte oder eine Kerze anzündete, die Welt wurde unweigerlich dadurch verändert. Es war eben nicht egal, ob in China ein Sack Reis umkippte, oder ein Schmetterling seine Flügel schlug.

Ursache und Wirkung waren nun mal unzertrennlich. Zur Zeit hießen sie Monalisa und Satan, und zum Glück, diesmal waren sie keine Geschwister. Sie waren endlich zu Mann und Frau geworden … jetzt mussten sie nur noch lernen sich auch zu vertragen.

Das dies nicht so einfach werden würde, das war ihr von Anfang an klar gewesen. Doch das ER sich jetzt erst mal überhaupt an alles würde wieder erinnern müssen, nun, damit hatte SIE nicht gerechnet. Schließlich, sie hatte sich ja nicht verrechnet. Sie hatte einfach stur ihren Job gemacht, und da sie selbst nie wusste, wem sie gerade den Prozess gemacht, oder für wen die Karten günstig oder auf der Kippe standen, nun, deshalb hatte sie bei niemandem eine Ausnahme gemacht.

Das war ja der Sinn der ganzen Sache gewesen. Das hohe Gericht hatte nicht grundlos befürchtet, sie würde eventuell bei dem einen oder anderen ein Äuglein zudrücken oder aus persönlicher Enttäuschung oder Verärgerung einen Schuldigen zu hart bestrafen. Keiner wollte das Risiko eingehen, sein wahres Gesicht zu zeigen. Sie konnte also immer nur nach dem jeweiligen Aktenstand entscheiden. Das in den Akten auch gezinkte Karten lagen, nun, das hatte sie gleich gemerkt, schon in den aller ersten Tagen. Doch wie sollte sie dem oder den Betrügern auf die Schliche kommen?

Über dieses Problem hatte sie sich wirklich fast den Kopf zerbrochen, und dann war ihr die entscheidende Idee gekommen. Sie brachte einfach alles erneut total durcheinander, sie nahm die Akten, zerschnitt die Seiten, trennte die Zeiten und vermischte dann alles so miteinander, das keiner mehr den Durchblick hatte.

Ja, und dann ließ sie jeden einzeln hervortreten und sein Sprüchlein aufsagen, und Satans Computer sammelte fleißig die Daten. Stück für Stück setzte er so das Bild wieder zusammen, doch da die Berechnung immer auch etwas dauerte, konnten keine neue Manipulationen vorbereitet oder vorausberechnet werden.

Mal stand es so, dann wieder so … und einer nach dem anderen kristallisierte sich dann als Unschuldiger oder als Täter heraus, und schwupp, schon stand die Polizei vor dem Haus.

Wen man da gefangen nahm, das wusste sie oft selber nicht, schließlich trug jeder ein falsches Gesicht. Selbst ihr hatte man eine Maske vorgeschoben. Hätte sie sich im Spiegel gesehen, wer weiß, vielleicht hätte sie sich nicht gern angesehen.

In ihrer Welt hatte sie nicht dieses Problem, in ihren Spiegel konnte sie ohne Probleme sehen. Gut, ihre Haarpracht, die hatte schon ganz schön gelitten, und auch ihre Haut war nicht gerade rosiges Entzücken. Aber ihre Figur war immer noch ganz passabel und bis auf den gebrochenen Zeh, litt sie an keiner weiteren Plage. Eigentlich war sie, wenn man die Flüche und Verwünschungen, die schon weit im Vorfeld auf sie herabgelassen worden waren, betrachtete, mit ziemlich heiler Haut davon gekommen.

Das würde in Zukunft natürlich noch einige Probleme geben, denn der Neid, nun, den würde es in Zukunft immer wieder mal geben. Im Grunde war alles wie immer, jeder befand sich wieder in seinem eigenen Zimmer. Einen weiteren Polsprung würde es jetzt erst mal nicht mehr geben, die Chance auf den großen Wurf, nun, die war vergeben.

13000 Jahre würde das nun so bleiben, es sei denn,

die Industrie würde Bombinis vertreiben…

„Der Mann der Leben Schuf – Die M Akte“

Veröffentlicht am 06.10.2016

Andrew Crosse (* 17. Juni 1784 in Broomfield, Somerset; † 6. Juli 1855 ebenda)[1] war ein britischer Naturforscher, der sich besonders mit Experimenten zur Elektrizität beschäftigte. Crosse war ein früher Pionier auf dem Feld der praktischen Anwendungen der Elektrizität und wurde speziell nach Presseberichten über seine 1836 durchgeführten Versuche zur Elektrokristallisation bekannt,

in deren Lauf scheinbar wie aus dem Nichts Leben schuf.

Frische wie im Markt

NeuJahrAnsprache

Hurra, Hurra wir Leben noch!

Und Sie fragen: Ist das etwa ein Grund zum feiern?

Wir wären doch alle viel lieber gestorben,

doch leider, leider, es wurde uns verdorben!

Na, na, liebe Leute, nicht gleich verzagen,

ich kann dazu nur Folgendes sagen:

Mutter Natur gab uns das Leben,

damit wir hier auf Erden die Zukunft erstreben.

SIE hat uns alles was dazu nötig ist mitgegeben,

und unsere Sünden hat SIE ebenfalls vergeben.

Die Meisten kamen mit einem Schrecken davon,

nur einer der Hexen gab SIE kein Pardon.

Ihr schenkte sie stattdessen das ewige Vergessen,

denn selbst in die Wüste wollte sie die nicht mehr setzen.

Diese Hexe wäre selbst dort noch gefährlich,

ihr Selbstbetrug wird einfach niemals mehr ehrlich.

Für Reue und Selbsterkenntnis ist sie einfach zu dumm,

da ist es besser, sie bleibt hier und wird stumm.

Und, wie gefährlich gerade ihre Dummheit ist,

das seht ihr daran, das selbst Satan sie noch heute vermisst.

Das diese Hexe ihm den größten Sieg gekostet,

als sie von der magischen Suppe gekostet,

ich weiß nicht, wann er dies erkennt,

doch wenn, dann sie um ihr Leben rennt.

Sie hätte tatsächlich niemals geboren werden dürfen,

dann würden wir jetzt vielleicht alle Champagner schlürfen.

Doch so ist es gut, das wir wenigstens noch leben,

und Mutter Natur ihr nicht hat vergeben.

Denn diese Hexe hätte es glatt geschafft,

und sich zum Weibe von Satan gemacht.

Österreich, Wales


Dr. Satania machte sich einen neuen Tee und, wieder goss sie,

tief in Gedanken versunken, auch in Satans Becher etwas davon ein.

Doch diesmal schüttete sie den Tee zurück in die Kanne und hoffte, das damit nun kein weiterer Schaden angerichtet würde. Ihre Kanne war nämlich ein Geschenk dieser verdammten Hexe, und sie überlegte: Vielleicht sollte ich diese Kanne in Zukunft einfach nicht mehr benutzen … wer weiß welchen Zauber diese Frau dort dereinst drin verborgen hat, natürlich, ohne es zu wissen, das war klar. Das war ja das Schlimme an dieser Frau. Sie zauberte ohne unterlass, und in allem versteckte sich dann ihren Hass. Einen Hass, von dem sie im Grunde noch nicht einmal selbst etwas wusste … war er ihr doch angeboren. Er versteckte sich ganz tief, schräg hinter den Ohren. Und von dort aus gab dieser dann seine Befehle, tu dies, tu das … dann, ich Dich vielleicht zu meiner Königin erwähle.

Woher Monalisa dies alles so genau wusste?

Nun, die Hexe war ihre Mutter.

Und so steckte eben von dieser Frau selbst in ihr etwas drin. Das war auch der Grund, wieso sie kein Kind mehr zur Welt bringen wollte, denn das nächste X, das sie zu vergeben hatte, das würde ihre Mutter glatt noch einmal zum Leben erwecken.

Es gab nur eine Möglichkeit für ein weiteres Kind, sie müsste den Trick mit der Spirale wiederholen, und dann nach ein paar Monaten es noch einmal versuchen. Denn dann wäre das gelbe X an der Reihe, und Isis könnte tatsächlich wiedergeboren werden. Doch Monalisa fragte sich ernsthaft, ob Isis dies überhaupt wollten. Sie hatte diese nämlich in einem UFO durch den Kosmos reisen sehen … oder würde dies erst in Zukunft geschehen? Ach herrje, im Grunde hatte sie einfach nicht genug Ahnung von solchen Dingen, wenn doch Satan nur endlich seine Erinnerung wiederfinden würde, denn er könnte ihr diese Variante ganz genau berechnen.

Er hatte versprochen nach Sonnenuntergang bei ihr vorbeizukommen, und Monalisa hoffte: Hoffentlich vergisst er es nicht. Sie sehnte sich so sehr danach ihn wieder zu sehen … auch wenn sie wusste, er würde wahrscheinlich alleine wieder gehen Denn das er fürchterlich nachtragend war, das war wahrlich nicht zu bestreiten. Nun, und bis er ihr das mit der Schokolade verzieh, das konnte durchaus noch etwas dauern. Denn, dazu müsste er sich seines eigenen Fehlers erinnern. Er war sich einfach zu sicher gewesen … oder aber, er hatte sich nicht alle ihre Gedanken wirklich ganz genau angeschaut, ansonsten wäre er sicherlich nicht in die Grube dieser Schoko-Hexe gefallen.

Irgend so etwas musste passiert sein. Wie anders, so kombinierte Monalisa, konnte es sonst möglich gewesen sein, das ihre Mutter es bis in die Zwischenwelt geschafft hatte? Auch ihre Zwillingsschwester hatte sie dort entdeckt … mit hübschem Gesicht und ohne ihren vielen Speck. Freundlich hatten sie sich begrüßt und sich sogar die Hände geküsst. Ihr wünschte Monalisa auch tatsächlich nur das Beste, zurück in die Hölle, sollte ihre Schwester als letzte.

Viele Frauen spazierten in dieser hell erleuchteten Halle herum … und von all den Eindrücken positiv angetan, wäre sie an ihrer Mutter beinahe vorbeigelaufen. Als flachgesichtige Asiatin getarnt hielt diese sich unter den anderen versteckt … doch Monalisa war noch keinen Meter an ihr vorbei, da klingelte es ihr laut in den Ohren … oh, diese Frau hatte es doch tatsächlich wieder gewagt … und ihre Wut schäumte urplötzlich auf wie Brause … und dann hatte sie sich diese Hexe am Kragen gepackt … Du falsche Schlange! und dergleichen Dinge hatte sie ihr ins erschrockene Gesicht geschrieen … und die wich zurück … wäre fast gestolpert … und drum herum waren alle ziemlich erschreckt, überrascht oder auch entsetzt … oh je, oh je … eine Göttin, die verletzt!

Wutschnaufend hatte sie danach die Halle verlassen, oh, was war sie wütend, diese Frau konnte es einfach nicht lassen! Und dann kam auch schon dieser St. Martin daher, oh, sag mir, was ist … was erregt Dich sosehr?

Eine Hexe habt ihr mit durch das Tor gelassen!

Und dann auch noch DIE!

Blitzschnell legte der Mann daraufhin seinen Mantel um sie, und brachte Monalisa auf dem schnellsten Wege in ihr Bett zurück. Von dort hörte sie dann einen lauten Knall, ein Blitz erhellte die Nacht, getroffen war das Ziel. Zumindest hoffte Monalisa inständig, das man die Hexe auch wirklich erwischt hatte. Und, in diesem einen Fall war sie wirklich absolut froh über diese Wahnsinnsblitzerei.

Dr. Satania schaute zum Fenster hinaus. Es war mittlerweile dunkel geworden und schon 7 Minuten nach 18Uhr. Von Pünktlichkeit war offensichtlich bei Herrn Satan immer noch keine Spur. Aber wie sollte dies auch anders sein, sie hatte gesagt, er soll auf jeden Fall wieder wie vorher sein. Sie wollte ihn genauso zurück … mit Buckel und allem, jedes Stück. Vielleicht war dies ja sein größter Schock, als er sich in der Gegenwart wiedergefunden hatte … doch wie anders sollte sie ihn sonst wieder erkennen … mit dieser Menschenverwandlungsmaschinie, da könnten die Herrschaften ihr ja womöglich wieder einmal einen Fremden schicken.

Mit diesem Martin hatten sie es schließlich schon versucht … nein, nein, wenn Satan sich

partout nicht gerade hinstellen konnte, ein kaputtes Knie hatte und, und, und …

dann würde sie ihn eben so nehmen … er würde sich schließlich auch

mit ihr, so wie sie war, zufrieden geben müssen.

Hurra, Hurra,

er war endlich wieder da. Zugeknöpft

und nicht galant, aber, dafür war er ja bekannt.

Und zuerst hatten sie sich, wie schon so oft in den Haaren,

aber irgendwann lag sie dann doch in seinen Armen.

Und natürlich hielt er sie nach wie vor für bekloppt,

aber immerhin, es lag nicht an seinem Dope.

Zu Kiffen hatte er nichts mitgebracht,

aber irgendwann hat er sie dann doch gefragt:

Willst Du mit mir nach Holland fahren?

Ohne zu Rauchen, mag ich diese Welt nicht ertragen.

Die Maloche, die ich jetzt wieder machen muss,

Monalisa, wirklich, da kommt einfach hoch der Frust.

Ein Leben in Wohlstand wäre wahrlich schöner gewesen,

aber, wenn es sein muss, dann kehre ich auch den Besen.

Obwohl ich mir das wirklich anders gedacht,

und jetzt werde ich von allen auch noch ausgelacht.

Ach, Satan, das kann gar nicht sein,

auch die Anderen humpeln wieder auf einem Bein.

Sie haben es nur noch nicht alle gemerkt,

die Welt dreht sich seit gestern umgekehrt.

Es wird sicherlich noch eine Weile dauern,

aber für mich gibt es daran nichts zu bedauern.

Ich habe getan, was der liebe Gott für richtig hielt,

Geld gab es dafür nicht, aber das war ja auch nicht das Ziel.

Den entscheidenden Personen ist jetzt die Idee bekannt,

irgendwann wird es Bombinis geben in diesem Land.

Und dann wird das Leben für alle besser,

im Grunde fehlt jetzt nur noch schöneres Wetter.

Monalisa, damit habe ich nichts mehr zu tun,

ich will nur noch meine beschissene Arbeit tun.

Die Welt kann mir gestohlen bleiben,

ich kann mir wirklich sinnvoller die Zeit vertreiben.

Am Ende ist es doch immer das Gleiche,

der Reiche trinkt Sekt und der Arbeiter hockt in der Scheiße.

Noch nicht einmal ordentliches Papier haben die auf dem Klo,

mein Hintern ist wund und der Lohn macht nicht froh.

Morgens um Sechs muss ich aus dem Haus,

und dann ist da auch noch dieser Nikolaus.

Ich sage Dir, alle schauen nur auf ihren Bonbon-Teller,

manchmal sehne ich mich glatt zurück in den Keller.

Ach, Satan, ich freue mich doch so über Dich,

bitte, bitte, komm liebe mich.

Das kommt jetzt erst mal gar nicht in Frage,

ich weiß nicht, ob ich Dich noch einmal ertrage.

Ich hatte mich gerade so schön von Dir entwöhnt,

nach Deinem Brief habe ich mich wirklich nicht gesehnt.

Oh, Satan, wie kannst Du nur so etwas sagen?

Das tut mir doch weh, ich kann es kaum ertragen.

Ich liebe Dich doch, wir gehören zusammen,

lass uns noch einmal von vorne anfangen.

Von den Bombinis rede ich auch bestimmt nicht mehr,

ich weiß, ich weiß, auch für Dich war es schwer.

Sie musste wirklich alle Register ziehen,

denn, so schnell wurde bei ihm nicht verziehen.

Und wenn es nach ihm gegangen wäre,

dann ging selbst ein Kuss über seine Ehre.

Doch, das hatte sie ihm nicht durchgehen lassen,

und so bekam sie ihn am Ende doch noch zu fassen.

Und morgen würde er wieder kommen,

und dann würde sie sicher noch einen bekommen.

Er liebte diese Schmusereien gar nicht sehr,

denn, danach war ein Mann selten sein eigener Herr.

Er kannte die Macht, die SIE darin versteckte,

denn, in Wahrheit, war SIE die allergrößte Hexe.

Und als er zurück in seine Wohnung ging,

hörte er schon das leise Klingeling.

So schlimm war es vielleicht doch nicht mit ihr,

und in ihm regte sich das verschlossene Tier.

Den Hintern müsste man ihr versohlen,

da hat SIE mir doch schon wieder meine Ruhe gestohlen!

Und Sie, sie setzte sich an ihren Schreibtisch,

ach mein Satan, ich liebe nur Dich.

Du bist wahrlich der Fieseste von allen,

der liebe Gott hatte recht, DICH muss man wollen.

Und Monalisa wollte ihn und das ganz ehrlich,

alles andere war ja auch wirklich zu gefährlich.

Denn, wenn Satan auch nur den geringsten Zweifel hat,

dann kam ein Sturm auf, und zwar mit Macht.

Das hatte sie ja am Samstag gesehen,

da konnte selbst ein Baum kaum mehr stehen.

Satan hatte es zwar noch nicht gemerkt,

aber seine Magie war nun X-fach verstärkt.

Seine Macht war der Ihren jetzt völlig gleich,

sogar wenn er im Innern sensibel und weich.

Im Grunde war sein Herz reiner als Gold,

es war nur wichtig, das er wurde gewollt.

Und sie würde diesmal wirklich alles versuchen,

sie würde bügeln und ihm backen den Kuchen.

Von Emanzipation wollte sie vorerst nichts mehr wissen,

ja, sie würde ihm sogar die Füße küssen.

Denn das auch er dies einmal für sie getan,

das war ihr nach den letzten Wochen klar.

Er konnte sich selbst zwar nicht mehr daran erinnern,

aber das konnte ihr Wissen darum nicht verhindern.

Sie hatte sich alle Zeugnisse X-fach angesehen,

das war einfach nötig, um alles zu verstehen.

ER war der Mann auf dem rasenden Pferd,

der leider gekommen, zu spät mit dem Schwert.

Die Römer hatten seine Liebe ermordet und verbrannt,

so dass sie sich danach kaum selbst erkannt.

Doch diesmal hatten fast alle den Prozess überlebt,

und gleichzeitig noch die Welt umgedreht.

Mit Gottes Hilfe hatte es diesmal geklappt,

SIE hatte die Sache zu Ende gebracht.

Und das Satan das noch nicht erkannt,

nun, das lag halt an seinem geblitzten Verstand.

Oliver Kahn, FC Bayern, Matthias Sammer

„Adam sucht Eva“ 2016:

Halleluja, Messias Ronald Schill ist da“

Tag 6 im Nudistencamp: So voll war es bei „Adam sucht Eva“ noch nie.

Gleich mehrere neue Kandidaten ziehen auf die Insel.

Darunter der Messias, Ronald Schill höchstselbst.

Aber wer konnte ahnen, dass der Erlöser

ein Chauvinist vor dem Herrn ist?

FORTSETZUNG folgt unter:

25.August 2015

SATAN & MONALISA – TEIL 3