SATAN & MONALISA

  Satan, Monalisa und das Bombini-Projekt

Das Buch ist ein Ausweg. Das Buch ist eine magische Reise.

Das Buch beschreibt ein Gesamtkunstwerk. Das Kunstwerk selbst ist verboten.

Denn die Sonnengöttin hatte mal wieder alles falsch gemacht.

Und Satan musste ziemlich draufzahlen.

Das Buch ist (s)ein Ausweg.

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Bericht:

„Angriff auf Hilfskonvoi der UN war Inszenierung“

Bericht: Angriff auf Hilfskonvoi der UN war Inszenierung

6.10.2016 • 18:00 Uhr – Laut eines Berichts der Internationalen Gruppe zur Unterstützung
Syriens war der Anschlag auf den UN-Hilfskonvoi in der syrischen Provinz Aleppo
kein Luftangriff. Vielmehr handelt es sich um eine von Rebellen geplante
Inszenierung. Damit widerspricht der Bericht jüngsten
UN-Erklärungen, dass der Konvoi aus
der Luft angegriffen wurde…

Lieber Leser,

dies ist kein normaler Roman. Wenn sie nur das Unterhaltsame suchen,

dann gehen sie lieber in die Welt hinaus oder sie greifen sich ein anderes Buch.

Ich werde ihnen jedenfalls keine spannende Fiktion anbieten, kein

wohl konstruiertes Schriftwerk, keine große Literatur.

Ich erzähle ihnen nur eine wahre Geschichte:

Rückkehr

Die Geschichte von Satan und Monalisa.

Satan kennen sie sicherlich, zumindest haben sie sich schon mal ein Bild von ihm gemacht. Nun, ich muss sie höchstwahrscheinlich enttäuschen. Der Mann ist in Wahrheit ganz anders als man so denkt.

Und auch Monalisa, die frischgebackene Sonnengöttin. Auch sie ist so ganz anders, als die meisten Menschen sich eine Göttin vorstellen. Aber, so ist es nun mal, die Wahrheit ist oft eine Überraschung. Oder eben auch nicht. Es kommt halt darauf an welches Götterbild sie bisher mit sich trugen.

Ich will ihnen erzählen wie es wirklich ist.

Ich hoffe es gelingt mir unterhaltsam.

Portrait 1

Ich bin Monica Kraemer, die Bombini-Designerin.

Ich habe mich bemüht die Ideen der Sonnengöttin in ein Produkt zu verwandeln. Denn zaubern, so musste Monalisa feststellen, zaubern funktioniert nur in der 5. Dimension.

Hier auf der Erde musste alles hart erkämpft werden.

Vor allen Dingen, wenn Satan sich querstellte und zu verhindern

suchte, was Monalisa sich vorgenommen hatte.

1. Buch

Was zum Himmel ist ein Bombini?

Das hatte ich mich auch gefragt. Immer wieder hatte ich versucht zu verstehen, was mir der berühmte Nicolas Tesla da dereinst gezeigt hatte. Ein kleines diskusförmiges Gerät, das durch die Luft flog, nach links und rechts, hoch in die Luft und wieder zurück auf den Boden.

Ich stand damals am Beginn einer großen Reise. Einer sogenannten Innenweltreise. Nur mit einem alten Computer bewaffnet, reiste ich durch mein Unterbewustsein auf der Suche nach dem großen, kollektiven Unterbewustsein, immer mit der Frage konfrontiert: Was ist ein Bombini?

Den Namen hatte ich vergegeben. Bombini, magic bombini, von lat. Bombus, die Hummel. Denn auch eine Hummel konnte eigentlich, nach den allgemein anerkannten physikalischen Gesetzen, gar nicht fliegen. Sie tat es natürlich trotzdem. Und auch das diskusförmige Gerät von Tesla durfte theoretisch ebenfalls nicht fliegen. Es tat es aber ebenso. Und dies regte mich wirklich sehr auf. Hatte die große wissenschaftliche Gemeinschaft die Welt der Physik etwa doch noch nicht verstanden? Gab es Dinge, die der Mensch nicht für möglich hielt? Was war das Geheimnis von Teslas fliegender Diskusscheibe?

Ich habe diese erste große Innenweltreise praktisch lückenlos dokumentiert. Es ist ein 1200 Seiten starkes Werk daraus geworden. Am Anfang stand die Frage: „Was ist ein Bombini?“ Am Ende gab es viele Antworten auf viele Fragen. Wer viel Zeit hat und gerne liest, dem empfehle ich meine Dokumentation.

Titel: „Die schwarzen Steine – Ein Erfahrungsbericht über die Entdeckung einer neuen Dimension, das Wesen der Dinge und die magische Kunst Zusammenhänge zu erkennen.“ (2002)

Jetzt aber soll es um Satan und Monalisa gehen.

Monalisa, die alles dafür tat, das Bombini Wirklichkeit

werden zu lassen und Satan, der die Suppe, die sie

sich damit einhandelte, auslöffeln musste.

Teil 1

Das große Spiel der Götter

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Ganze ist ein Spiel.

Ein Spiel der Götter, damit es ihnen im Paradies nicht langweilig wird.

Satan, besser Satan Junior, – denn er war einer der Söhne des berühmt, berüchtigten Herrn der Finsternis – und auch Monalisa, die gotische Sonnengöttin, waren nur einige der Figuren, die sich an diesem Spiel beteiligten.

Ziel war die Rettung der Welt. Ziel war es, die Erde mit dem Himmel zu verbinden und die Menschen an der kosmischen Gesellschaft teilnehmen zu lassen. Profaner ausgedrückt: Ziel war die Eroberung des Weltraums. Und zwar mit Hilfe eines Bombinis. Monalisas Bombini.

Die ganze Sache hatte nur einen Haken. Die Menschen mussten das Bombini selbst erfinden. Denn, so war es kosmisches Gesetz: Nur eine Gesellschaft, die die Technik dieses Gerätes versteht, darf auch damit durch das Universum fliegen. Es nützte also nicht, den Erdenbewohnern einfach die Pläne zukommen zu lassen. Versuche diesbezüglich hatte es durchaus gegeben. Aber die Geräte, die daraufhin gebaut wurden, setzten sich nicht durch. Die Menschen verstanden einfach nicht, wie das Ganze funktioniert. Auch Tesla hatte nicht wirklich gewußt, wieso sein diskusartiges Fluggerät flog. Aber immerhin, er war der ganzen Sache schon sehr nahe gekommen. Für ein traumhaftes SpielzeugUFO hatte es durchaus gereicht. Aber er wurde nicht ernst genommen. Man verstand nicht was er tat und so hielt man die Angelegenheit für die Spinnerei eines alten Erfinders.

In meiner Innenweltreise bekam ich von ihm dieses Gerät auffällig hastig in die Hände gedrückt. Anschließend machte sich der Erfinder, mit den Worten: „Mach was draus!“, auf und davon. Und zu allem Überfluss wurde mir das Ding auch gleich darauf von irgendwem wieder geklaut, ohne die Gelegenheit gehabt zu haben, das verrückte Objekt genauer untersuchen zu können. Doch ich war gleich wie elektrisiert, ich wollte unbedingt hinter sein physikalisches Geheimnis kommen. Was war das für ein tolles Ding! Damit würde ich die Welt revolutionieren können! Dieses Gerät verhieß Antworten auf viele noch offene Fragen der Physik. Dieses Ding musste ich unbedingt wiederfinden. Wer hatte es mir gestohlen? Wer wußte noch davon? Aber wie gesagt, das ist ein anderes Buch.

Satan und Monalisa tauchten ungefähr zu dem Zeitpunkt auf der Bildfläche auf, als ich die praktischen Versuche mit meinem selbstgebauten Bombini frustriert eingestellt hatte. Dies war im März 2005. Zwei Jahre lang hatte ich an der Versuchsanlage und an meinem Bombini-Prototyp gebaut und mich um die dazu notwendige theoretische Physik bemüht. Doch die Ergebnisse waren niederschmetternd. Das Ding wollte einfach nicht fliegen. Obwohl es diesmal so war: Ich glaubte zwar zu wissen wie es theoretisch funktionierte, aber praktisch kriegte ich es nicht hin. Mein Bombini bewegte sich höchstens 1-2cm von der Stelle, von fliegen konnte also wirklich keine Rede sein. Nachdem mal wieder eine meiner selbstgebauten Hochspannungskaskaden bei einem Versuch kaputt ging, setzte ich mich mit meinen letzten Euros in eine Kneipe an die Theke und betrank mich. Ich hatte einfach keinen Bock mehr. Immer nur Niederlagen. Das war unerträglich, wie ich fand. Und kein Schwein wollte mir weiterhelfen. Alle hielten mein Projekt im Grunde für Schwachsinn. Ein SpielzeugUFO, wer glaubte denn schon an so etwas?

Ich denke heute, das war der Punkt, an dem Satan Senior eingriff. Er schickte seinen Sohn um dem ganzen Spuk ein Ende zu setzen. Denn eines war Satan Senior klarer als allen anderen Göttern des Spiels, jetzt würde Monalisa eingreifen. Und die kam mit völlig neuen Ideen zu diesem Bombini daher. Bevor dies jedoch geschehen würde, sollte sich Satan Junior dieser unglücklichen Designerin einmal vorstellen.

Und sein Sohn, da war er sich sicher, der würde sie zurück

an den Herd bringen, dahin, wo seiner Meinung nach jede

Frau hingehörte. Und der Bombini-Wahnsinn

hätte endlich ein Ende.

Türchen Teil 8

Der entscheidende Zug

Satan Seniors Spielzug kam jedoch zu spät. Noch bevor sein Sohn sich in Gestalt eines gutaussehenden Elektrikers auf den Weg zu dieser frustrierten Designerin machte, war Monalisa auch schon in mich eingefahren.

Lichtblitze und ein starkes körperliches Zittern ergriffen und durchschüttelten mich, als Monalisa zu mir kam. Ehe ich noch verstand wie mir geschah, steckte diese Lichtgestalt schon direkt und tief in mir drin. Und gleich machte sie sich daran, das Feld aufzuräumen. Das erste Opfer war mein Sohn. Noch ganz benommen von dem Ereignis öffnete sie meinen Mund und heraus kam ein eindringlicher Vortrag an meinen Sohn, der gerade an der Tür vorbei ging um ins Bad zu gehen.

Was Monalisa sagte, ich weiß es nicht. Aber meinen Sohn schockierte es nachhaltig. Er glaubte seine Mutter sei nun endgültig verrückt geworden. Er wollte nichts als nur noch weg. Und so zog er, nicht ohne einen anklagenden Brief zu hinterlassen, aus der gemeinsamen Wohnung aus. Er wollte seinen eigenen Weg gehen und am liebsten nicht mehr zurückschauen. Monalisa war dies gerade Recht, und das Unglück, das ich dabei empfand, hielt sie für vorübergehend und damit für überwindbar. In ihren Augen stand dieser verwöhnte, junge Mann seiner Mutter nur im Weg. Er sollte seinen eigenen Weg gehen und dies möglichst weit weg. Vorerst wenigstens, so lange, wie sie gedachte in mir stecken zu bleiben. Sie brauchte, wie sie erklärte, freie Bahn.

Ich war, wenn ich ehrlich war, im Grunde ganz ihrer Meinung, nur, wenn es nach mir gegangen wäre, dann wäre die Loslösung von meinem Sohn weitaus sanfter und harmonischer von Statten gegangen. Ich hatte doch gar nichts dagegen, dass er auszog, nur der Zeitpunkt und die Art und Weise, das hatte ich mir alles ganz anders vorgestellt. Schließlich, ich liebte meinen Sohn, auch wenn er kein besonders nützlicher Wohnungsgenosse war. Gut, er hatte mich sogar bestohlen, er hatte gelogen und die Schule geschwänzt. Aber war ich in meiner Jugend nicht auch schwierig gewesen? So schlimm fand ich ihn am Ende wirklich nicht. Im Gegenteil, nicht wenige Tage vor dem endgültigen Eklat, hatte ich mir noch auf die eigene Schulter geklopft, stolz darauf, einen so netten, hübschen Sohn groß bekommen zu haben. Dieses Selbstlob sollte mir nur wenige Tage später schwer auf die Füße fallen. Und dies hatte sehr weh getan.

Monalisa sah das Ganze recht entspannt. Sie putzte als erstes mal die Treppe und das nun fast leere Kinderzimmer. Denn, typisch Sohn, seinen Müll hatte er natürlich großzügig zurück gelassen. Auch der alte Speicher war voll von seinem Kram. Es war ein echtes Ärgernis. Monalisa befand: „Dafür ist jetzt keine Zeit mehr, jetzt müssen wir an die neue Aufgabe denken.“

Ich frage sie, was dies für eine Aufgabe sei, und sie antwortete nur: „Jetzt retten wir die Welt! Mach dich fertig und besuche diesen merkwürdigen Elektriker, der sich nun schon seit Wochen um Dich bemüht.“

Und so klingelte ich bei Wolfgang an der Tür. Wolfgang war in meinen Augen ein attraktiver Mann. Gut, auf Kleidung schien er nicht viel zu geben, und auch seine Haare schnitt er sich selbst. Er arbeitete als Leiharbeiter bei einer großen Firma.

Er erzählte viel über seine Arbeit und er war ein Zugliebhaber,

ein Pufferküsser wie er sagte.

Ich verstand nur recht wenig von dem was er erzählte. Nur dass er mit Hochspannung zu tun hatte, das drang bis zu mir durch. Hochspannung, ein Mann der Ahnung davon hat! Was für ein glücklicher Zufall, da konnte er doch vielleicht helfen meine Kaskade wieder ans Laufen zu bringen. Ich lud ihn also zum Essen ein, nicht ohne Hoffnung, ihn für mein Experiment begeistern zu können.

Doch Pustekuchen, was war das Ergebnis? Er prüfte nur kurz die Anlage, die ich in meinem Arbeitszimmer aufgebaut hatte, und entschied dann resolut:

Diese Kaskade muss ich Dir leider abbauen und auch der Trafo muss weg. Das ist absolut verboten was Du hier machst. Ich komme ins Gefängnis, wenn irgendjemand erfährt, dass ich Dir dies hier durchgehen lasse. Das ist absolut lebensgefährlich!“

Und Leute, was soll ich sagen, normalerweise hätte ich mich jetzt wehren müssen, für mein Experiment einstehen, es verteidigen müssen, aber stattdessen, ich verstand es auch nicht, ich verliebte mich plötzlich total in diesen Mann. Niemandem war es in den letzten zwei Jahren gelungen mich von meinem Experiment abzubringen, egal was jemand sagte oder tat, ich kämpfte für mein Vorhaben. Aber plötzlich sah ich darin keinen Sinn mehr. Das Experiment war egal. Der Mann war einfach um vieles Interessanter.

Und auch Monalisa war hin und weg.

Der Mann war genau der Richtige. Er würde

der ganzen Geschichte auf seine Weise Vorschub leisten.

Bild für Tasse

Da war sie sich sicher. 

Monalisa tröstete mich darum auch, als ich mich bei ihr wegen des abgebauten Experimentes beklagte. „Es gibt viele Wege nach Rom“, sagte sie nur und ich vertraute ihr. Ich vertraute auch Wolfgang. Er war wirklich ein sehr einfühlsamer und großzügiger Mensch. Er kaufte mir einen Laptop, den ich dann in kleinen Raten bei ihm abstottern sollte. Dieser Laptop war einfach wunderbar. Er vergrößerte meine und Monalisas Möglichkeiten entscheidend. Aber davon später mehr.

Monalisa verriet mir Wolfgangs wahre Natur, aber das wäre gar nicht nötig gewesen, ich sah auch so, das dieser Mann ein Sohn Satans war. Dieser steckte in ihm drin, wie Monalisa in mir steckte, das fühlte ich ganz genau. Satan Junior und Monalisa waren sich überraschender Weise sehr sympathisch. Damit hatte Satan Senior nicht unbedingt gerechnet. Er hatte ehr gehofft, dass sein Sohn diese Sonnengöttin auf ihren Stern zurückjagen würde, aber wo die Liebe hinfällt, da können selbst die satanischen Geister wenig ausrichten.

Meine Großmutter war ganz offensichtlich mit meiner Wahl sehr zufrieden, denn

als ich mit Wolfgang zu ihr ins Altersheim fuhr, sah sie ihm nur einmal tief in die Augen und sagte dann:

Nun, dann bist Du also der heimliche Geliebte, schön, nett Dich kennen zu lernen.“

Wolfgang widersprach, er sei kein heimlicher Geliebter, aber meine Großmutter blieb dabei. Mir drückte sie fest die Hand und sagte: “Diesmal hast Du den Richtigen gefunden.“

Das war das letzte Mal, dass ich meine Großmutter sah. Ein paar Monate später entschlummerte sie sanft und wachte in einer neuen Welt auf. Da war sie sich immer sicher gewesen. Der Tod war nichts Endgültiges. Der Tod war nur ein Übergang in die 5. Dimension. Und sie war vorbereitet, sie war bereit zu sterben. Sie freute sich sogar darauf. Auch mir hatte sie immer klar gemacht: „Es gibt mehr als unsere Sinne erfassen, es gibt eine Welt der Feen, Geister, Engel und Götter. Und wenn man sich bemüht um sie, dann helfen sie einem auch durch das Leben.“ Sie hatte mir auch das Kartenlegen beigebracht. Ich glaubte damals im Grunde nicht recht daran, aber ich wollte gerne verstehen wie sie es schaffte, diesen Karten jedesmal entscheidende Geheimnisse zu entlocken. Bei meiner Freundin Natschi funktionierte es jedenfalls immer ganz außerordentlich. Und darum begleitete mich meine Freundin auch häufig, wenn ich meine Großmutter, damals noch bei ihr in der Wohnung, besuchte. Die Karten waren für meine Großmutter ein Zugang in eine magische Welt, eine Welt, die Ratschläge und Antworten auf Fragen gab.

Ich lernte also fleißig das Kartenlegen, ja, ich entwickelte ein eigenes Konzept, eine eigene Sprache dazu, denn die Begriffe, die meine Großmutter benutzte, die schienen mir im Grunde nicht mehr ganz zeitgemäß. Das Grundprinzip aber hielt ich natürlich ein. Und ich legte die Karten, so oft es möglich war. Das sprach sich herum und so hatte ich eigentlich regelmäßig Gelegenheit, die Treffsicherheit der Karten kennenzulernen.

Und ich stellte mir die Frage:

Woher kam diese fast unheimliche Intelligenz des Zufalls?

26.Juni 2015

Satan und Monalisa

Satan und Monalisa gingen Hand in Hand. Damit hatten auch die anderen Götter nicht gerechnet. Die Eine kam aus den tiefen des Alls und hatte gerade erst ihre neue Stellung als Sonnengöttin angenommen und sie hatte sich auch gleich persönlich sehr engagiert, indem sie den freien Platz in meiner Seele einnahm.

Der Andere hatte es sich schon vor Jahren bei Wolfgang gemütlich gemacht. Er war nämlich im Grunde sehr faul. Die Welt retten? Für was? Für wen? Sollten die Menschen doch in ihren eigenen Abgasen ersticken! Was ging ihn das an? Er war zufrieden, wenn er seine Wasserpfeife anbeten konnte. Ansonsten ging er mit seinem Wolfgang brav zur Arbeit und er schaute sich gerne in den verschiedenen Firmen etwas genauer um, während Wolfgang seiner Tätigkeit als Inbetriebsetzer nachging. Aber auch, wenn dieser nur als einfacher Strippenzieher unterwegs war, Satan Junior wurde es selten langweilig mit diesem Wolfgang. Eine gute Wahl, entschied er schon damals, vor vielen Jahren, als er diesen verrückten Typen in seinem Keller antraf. Wolfgang war dort einfach eingezogen, tief unter der Erde schlug er sein Lager auf, auf Du und Du mit den ortansässigen Mäusen. Niemand sonst traute sich dort hinunter, außer ein paar andere Verrückte, die ab und zu vorbei kamen. Hier konnten sie Krach machen und soviel beten wie sie wollten.

Doch irgendwann, nach einer harten Zeit über wie unter der Erde, entschlossen sich beide, diesen Ort zu verlassen und wieder unter Menschen zu gehen, eine normale Wohnung zu beziehen um dort stundenlang unter der Dusche zu stehen, denn das hatten Beide unten in ihrem Keller schwer vermisst. Fließend warmes und kaltes Wasser, welch ein absoluter Luxus! Und das Klo erst. Im Keller hatte Wolfgang regelmäßig in Flaschen gepinkelt und seine Notdurft auf dem Eimer hockend verbracht. Das war alles wirklich sehr unkonfortabel mit der Zeit. Eine lange Zeit. 5 Erdenjahre waren es bestimmt, die sie dort gemeinsam verbracht hatten. Gute und schlechte Zeiten, und sie hatten alles gemeinsam durchgestanden. Und so auch jetzt, diese Frau, diese verrückte Designerin mit ihrer Monalisa, die ging beiden nicht mehr aus dem Kopf.

Satan Senior hatte zwar gesagt, er solle diese Sonnengöttin am Besten auf den Mond schießen, aber Satan Junior erkannte ihr verrücktes Potential und er war interessiert. Und Wolfgang war ebenfalls nicht unzufrieden, schließlich sah die Frau ganz gut aus und erzählte unterhaltsam. Außerdem schien sie auch gut zuhören zu können, jedenfalls konnte er ausführlich über seine Arbeit erzählen, ohne dass sie sich zu langweilen schien.

Er kaufte ihr einen Laptop, weil er wollte, dass sie sich mit etwas anderem beschäftigte, als mit ihrem Bombini. Das Bombini war in seinen Augen absoluter Schwachsinn. Das Experiment dazu war einfach nur lebensgefährlich und für eine solche Laien wie sie nun mal eine war absolut indiskutabel. Hochspannung, damit kannte er sich aus, und es war daher vollkommen klar, damit fingerte man nicht in seiner eigenen Bude herum. Die Frau behauptete mit ihrer Anlage 80 000 Volt Gleichspannung hergestellt zu haben, aber das hielt er für absolut unmöglich. Und er wollte es ganz bestimmt nicht ausprobieren. Obwohl sie ihn wirklich nett darum bat, ihr zu helfen die Anlage wieder in Gang zu bringen. Aber, da waren er und Satan Junior sich wie so oft absolut einig. Das Experiment musste weg. Und der Sohn musste auch weg. Und die Freunde, die sich nassauerrich bei ihr herumtrieben, die mussten ebenfalls weg. Alle mussten im Grunde weg. Selbst ihre Mutter war unerträglich. Alle waren sie egoistisch und/oder unzuverlässig. Keiner half der Frau wirklich, alle wollten sich nur in ihrer Gesellschaft amüsieren, doch im Grunde nahm kein Mensch die Frau mit ihren Ambitionen ernst. Wolfgang aber nahm sie ernst. Nicht ihr Bombini, nicht ihre Weltverbesserei, nein, so weit ging die Liebe nicht, aber ihre Persönlichkeit, die sprach ihn wirklich an. Er wollte sie unbedingt näher kennenlernen. Sie und ihre Monalisa. Er hatte mit der mitwohnenden Sonnengöttin keine Probleme, solange sie keine Predigten hielt. Sein Mitbewohner war schließlich auch nicht ohne, das wusste er schon. Und eine Frau, die sich auf ein solches Duo einließ, nun, die konnte nicht blöd sein.

Sexuell sah die ganze Sache allerdings schon wesentlich komplizierter aus. Erst einmal wollte sie so etwas auf keinen Fall. Gut, schmusen ja, aber richtigen Sex? „Bitte nicht, ich pflege da so ein bestimmtes Ritual, das braucht Enthaltsamkeit.“

Puh, o.k., musste ja auch nicht sein.

ER konnte diesbezüglich sehr geduldig

sein, wenn es drauf ankam…

Gottvertrauen 27.Mai

Die Küche

Über das „Küchenprojekt“ erhielt ihre gerade beginnende

Beziehung allerdings einen ersten, schwereren Dämpfer.

Monalisa war wie gesagt in Hochform, sie wollte am Liebsten gleich alles auf einmal in den Griff nehmen. Und die Küche, nun ja, also die war absolut überfällig. Alles musste raus. Die alten Einbauküchenteile, der Herd, der Kühlschrank, die Spülmaschine, aber auch der PVC-Boden und die darunter befindlichen Spanplatten und weil sie schon einmal dabei war, riß sie auch die Holzverkleidung der Decke ab. Dann das elendige Kabuff, dort wo die Waschmaschine angeschlossen war. Auch das, alles musste raus. Am Ende des Tages war die Küche mehr oder weniger ein Rohbau.

Geholfen bei dieser Aktion hatte ihr Freund Roland. Der war von der Aktion ebenfalls total begeistert. Abriss, das war sein Ding. Auch seine Brüder nahmen diese, seine Dienste gerne in Anspruch, erzählte er, denn, etwas abzureißen, da war er wirklich gut drin. Das erkannte mit zunehmendem Entsetzen auch Satan, als er am nächsten Tag vorbeikam. Das sah alles nach sehr viel Arbeit aus. Wo wollten Monalisa und die schon seit Jahren abgebrannte Designerin denn bloß das Geld für die Renovierung und den Wiederaufbau nehmen? Und was war mit den Geräten? Was waren das nur für bekloppte Frauen, jetzt verlangten die doch wohl hoffentlich nicht, dass er mit seinen paar Kröten da einsprang?

Doch die beiden Frauen machten sich darüber nur wenig Sorgen. Sie würden jeden Monat 100 Euro investieren, erklärten sie. Was Kostete denn schon ein Sack Rotband und das bisschen Farbe? Und die Geräte, ja, dass war ja gerade das Tolle, die sollten sie geschenkt bekommen. Rolands Schwester Petra hatte ihr fast nicht gebrauchte Geräte und eine schöne alte Spüle angeboten. Sie musste sie nur in ein paar Wochen bei ihr abholen. Dieses Geschenk kam wie vom Himmel, das beflügelte einfach ungemein.

Leider brach Rolands Engagement nach der Abrissaktion sofort wieder ein und auch Michael, der jüngere Bruder von Roland sah sich, entgegen seiner Zusage, nicht in der Lage zu helfen. Er hatte sich bei der Arbeit den Unterarm verletzt. Er war tatsächlich für längere Zeit nicht einsatzfähig. Satan wunderte sich darüber nicht. Es war doch klar, dass diese blöden Freunde nichts taugten. Er hatte es ihr ja gleich gesagt, aber Monalisa musste ja unbedingt mit dem Kopf durch die Wand.

Zugegebenermaßen, das Projekt lief tatsächlich nicht ganz wie geplant. Eigentlich, so hatte Monalisa gehofft, hätte aus der Küchenaktion ein Gemeinschaftswerk werden sollen. Einen Namen für diese Aktion hatte sie schon. KUBIKU, ein Verein zur Förderung von Kunst, Bildung und Kultur. Ihr Gedanke dabei war: Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche. Und es gab viele, die keine Arbeit hatten. Roland hatte bereits eine lange Sozialamtskarriere hinter sich und war auch jetzt zur Zeit ohne festen Job. Er machte Kunst, wie er sagte. Auch Michael musste bald zum Arbeitsamt, sein verletzter Arm würde ihn seine Aufträge als Fliesenleger kosten. Er hatte Schulden, drei Exfreundinnen jeweils mit zurückgelassenem Kind, er musste Alimente zahlen, doch bei ihm sah es finanziell immer düsterer aus. Wie sollte es nur weitergehen?

Monalisa hatte nun gedacht, wenn alle bei der Küche mit anpacken würden und sie darüber einen Film machen würde, nach dem Motto: „Seht her, wir können was! Gemeinsam sind wir stark!“ Nun, das würde sicherlich Eindruck machen und dem einen oder anderen die Türen öffnen. Vielleicht würden daraus neue Aufträge erwachsen? Schließlich war sie doch eine Designerin, da sollte die Erstellung einer schönen Küche doch wohl wirklich kein Problem sein.

Doch die Küche wurde zu einem Problem. Zunächst wollte Monalisa sich das Scheitern dieses Projektes nicht ganz eingestehen, unverdrossen stellte sie ihre Kamera auf und begann die ganze Angelegenheit zu dokumentieren. Dann würde sie eben einen Film darüber machen, wie eine Frau ganz alleine die Baustelle wieder in eine funktionierende Küche verwandelt. Jetzt war es nun mal so, sie hatte keine Küche mehr, wenn sie also nicht gewußt haben sollte, was sie nach dem gescheiterten Bombini-Experiment tun sollte, nun, jetzt hatte sie genug zu tun.

Als erstes musste sie die Wohnungsgenossenschaft anrufen und um einen Elektriker und einen Klempner bitten, sie brauchte dringend einen neuen Wasseranschluss und Steckdosen. Dann würde sie den Raum erst mal neu verputzen und später würde sie 100 Yton-Steine kaufen, einer kostete etwas über einen Euro, und daraus würde sie dann ihre neue Küche bauen. Es würde halt alles etwas länger dauern, aber am Ende, da war sie sich sicher, würde die Küche nicht nur fertig, sondern auch schön sein. Sie wußte zwar noch nicht genau wie diese dann aussehen würde, aber sie hatte ein unbedingtes Vertrauen in sich selbst. In drei Monaten, so hoffte sie, würde sie schon einen riesigen Schritt voran gekommen sein. Das sagte sie auch Satan, doch der zweifelte natürlich daran. Dennoch war er durchaus bereit ihr zur Seite zu stehen und es dauerte auch nicht lang, da bat sie um seine Mithilfe bei der Fertigstellung der Rigipswand. Sie hatte ein paar Platten und dazugehörigen Kleber besorgt, doch jetzt wußte sie nicht so recht weiter, denn die Wand war krumm und an einigen Stellen fehlten auch ein paar Steine.

Wolfgang kam also in Arbeitsklamotten, wobei die sich nur unwesentlich von seinem Freizeitlook unterschieden. Die Kamera lief und Monalisa war hochmotiviert. Sie rührte den Kleber an und Wolfgang besah sich erst einmal die ganze Angelegenheit. Schon klatschte der Kleber auf die Platten und Monalisa bat Wolfgang nun beim Anheben der Platte behilflich zu sein. Doch Wolfgang wollte nicht recht. Wäre es nicht viel besser, sie würde ein Lattengerüst anbringen, um dann daran die Platten anzuschrauben?

Monalisa glaubte nicht richtig gehört zu haben. Da kam er jetzt mit an? Sie wollte endlich voran kommen, außerdem war kleben doch eine super Sache. Da brauchte sie kein kompliziertes Werkzeug, dass sie eh nicht hatte, es ging schnell und überhaupt, sie hatte sich nun mal für diese Methode entschieden.

Wolfgang machte ihre Antwort wütend. Konnte die Frau denn eigentlich keinen gut gemeinten Rat annehmen? Musste sie immer mit dem Kopf durch die Wand? Sein Vorschlag war einfach besser, zumal sie den Kleber viel zu dünn angerührt hatte. Monalisa wurde jetzt ebenfalls sauer. Was gab es nur immer an ihr herum zu kritisieren? Jetzt war der Kleber auf den Platten, da mussten die jetzt auch an die Wand, basta! Wolfgang riss sich zusammen und half ihr die Platten anzuheben und an die Wand zu drücken. „Und? Ging doch super, oder etwa nicht?“

Wolfgang nahm die Wasserwage. Die Wand würde so niemals gerade sein, war sein Urteil. Er packte seine Sachen. Mit der Frau zu arbeiten machte einen einfach nur wütend. Es kam sogar noch zu einem kleinen Wortgefecht, darauf hatte er ebenfalls keine Lust, sollte sie doch sehen wie sie klar kam. Für ihn war damit Feierabend. Monalisa fummelte an der Kamera, sie hatte den Streit nicht aufgenommen, aber jetzt wollte sie doch, dass die Situation festgehalten wurde. Wolfgang griff nach seiner Werkzeugtasche und sah das rote Lämpchen der Kamera leuchten. Mit dem Spruch: „Das ist alles totale Scheiße und Dein Film wird auch nie zustandekommen!“ verließ er endgültig entnervt ihre Wohnung.

Monalisa schüttelte mit dem Kopf. Warum war es nur so schwer mit Männern zu arbeiten? Wusten immer alles besser, redeten stundenlang herum, ehe sie mal was anpackten, trauten einer Frau einfach nichts zu, es war schrecklich! Warum konnten die Dinge nicht einfach so gemacht werden wie sie es sagte? Sie war schließlich eine ausgebildete Designerin! Aber gut, dann musste sie die Sache eben noch alleiner machen als sie eh schon war. Sie würde die Küche schon fertig bekommen, auch ohne Hilfe von außen. Sie machte die Kamera an, setzte sich auf eine der Rigipsplatten, die noch auf dem Boden lag, und ließ ihrem Frust über die Männerwelt freien Lauf. Dann schaute sie sich die Aufnahme an und entschied: Das ist gar nicht so schlecht, das mache ich jetzt öfter.

Und so entstanden in den nächsten Wochen

die Aufnahmen zu ihrem kleinen Küchenfilm. 

Die NO-BUDGET-KÜCHE

Veröffentlicht am 10.07.2014

Wissen Sie was eine No-Budget-Küche ist? Hier können Sie sich ein Bild davon machen.

Mehr Infos dazu und noch Vieles mehr finden Sie unter www.monalisa.land

Der Vortrag

Monalisa hatte gerade die letzte Wand in der zukünftigen Küche

verputzt und sie hielt den Arbeitsfortschritt mit ihrer Kamera fest.

Sie war mit dem Ergebnis voll zufrieden. Etwas rustikal, aber mit entsprechender Farbe würde das Ganze am Ende schon gut aussehen. Sie hatte den Raum leergefegt und auch den alten Holzboden, der jetzt wieder freilag, geputzt. Der Boden sah ziemlich mitgenommen aus, sie würde ihn eigentlich abschleifen und neu lakieren müssen. Doch das gab ihr Budget jetzt nicht mehr her. Also abwarten und auf das nächste Hartzgeld setzen. Das würde allerdings noch 2 Wochen dauern. Leider war sie jetzt schon fast pleite.

10 Euro hatte sie noch in der Tasche. So ging das jetzt schon seit Monaten. Sie kam einfach nicht hin mit den paar Kröten. Nur rumsitzen kostete kein Geld. Doch wenn man etwas auf die Beine stellen wollte, dann war Geld zumeist mit im Spiel. Ihre Einsatzmöglichkeiten waren deshalb sehr begrenzt. Sie hatte den Plan, jeden Monat 100 Euro in ihre Küche zu investieren, das hieß allerdings, dass für den Kühlschrank-inhalt nicht viel übrigblieb. Sie hatte jedoch noch ein paar leere Plastikflaschen, die würden bestimmt noch mal 5-6 Euro einbringen. Doch, das war es dann aber auch.

Wie gut, dass Wolfgang sie regelmäßig mit einem kleinen Carepaket nach Hause entließ, wenn sie ihn Besuchen ging. Und das kam ziemlich oft vor. Monalisa mochte diesen Mann. Der Mann war so ganz anders als alle Männer, die sie bisher kennen-gelernt hatte. Er lebte im Grunde in seiner Wohnung wie in einer Höhle. Die Rollläden waren meist unten, nur eine Lampionkette erhellte sein Zimmer. Die Musik lief leise im Hintergrund und meistens war er gerade am Spülen, wenn sie bei ihm klingelte. Diesmal wollte sie jedoch gar nicht lange bleiben, sie wollte ihn im Grunde nur einladen. Sie wollte einen Vortrag über ihre Bombinitheorie auf Video aufnehmen und sie suchte dafür noch einen Zuhörer, der etwas Ahnung von der Materie hatte. Und Wolfgang hatte die entsprechenden Grundkenntnisse. Mathe- und Physikleistungs-kurs, eine Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker, was konnte sie schon mehr erwarten. Der Mann war genau der Richtige. Er würde ihr sicherlich gut folgen können und die Brisanz ihres Vortrages verstehen.

Wolfgang erklärte sich bereit ihren Vortrag anzuhören, er würde in gut einer Stunde fertig sein und dann zu ihr kommen. Ihre Wohnungen lagen nur 5 Minuten Fußweg voneinander entfernt. Sie brachte noch schnell die Plastikflaschen weg und kaufte sich eine Kleinigkeit zu Essen, dann war sie auch schon wieder zu Hause und bereitete den Vortrag vor. Sie wollte mit einem Kohlestift direkt auf die frisch verputze Wand zeichnen.

Sie stellte ihr Stehpult bereit, darauf stellte sie ein Glas Wasser und legte ein paar Notizen dazu. Davor stellte sie einen Korbstuhl. Der war für Wolfgang. Eine Steh-lampe mit einem starken Strahler erhellte die Wand. Die Kamera stellte sie so, daß sie vor ihrem Pult und die dahinterbefindliche Wand gut sichtbar war. Wolfgang würde nicht zu sehen sein. Sie war gerade fertig mit Allem, da klingelte er auch schon.

Monalisa war etwas aufgeregt, endlich würde sie ihre Theorie einmal in einem Rutsch vortragen können. Sie wollte darin einen Vorschlag machen, sie wollte aufzeigen, wie ihrer Meinung nach ein Elektron aussieht. Sie wollte weiterhin zeigen, dass, wenn sie Recht hatte, es auch die Möglichkeit geben würde, dieses Elektron in Groß nachzu-bauen, und dass dieses Megaelektron sich eventuell genauso verhalten würde wie sein winziger Vetter. Und dass hieße, so ein Gerät, so ein Bombini, würde dann auch in Lichtgeschwingigkeit fliegen können. Sie war sicher Wolfgang mit ihren Ideen zu überraschen und sie hoffte darauf, ihn mit ihrem Vortrag ein bisschen mehr für ihr Bombini-Projekt zu interessieren.

Leider kam es absolut anders. Wolfgang hatte sich zwar gute eineinhalb Stunden auf ihren Vortrag eingelassen, aber für ihn war es fast unerträglich. In seinen Ohren erzählte die Frau den größten Unsinn aller Zeiten. Sie schien überhaupt keine Ahnung von der Materie zu haben. Sie zeichnete wie wild ihre Idee von einem Elektron, aber von Wirbelfeldern und dounutartigen Magnetfeldern hatte er in diesem Zusammenhang wirklich noch nie gehört. Seiner Meinung nach waren Elektronen winzigkleine Ladungen, dimensionslos und daher einfach nicht zu beschreiben. Doch Monalisa zeichnete stattdessen einen Ring mit entsprechend umlaufenden Magnet-feld. Sie zeichnete angeblich dabei im Vakuum entstehende Wirbelfelder und erklärte auf seine Kritik hin, dies müsse erst mal alles mathematisch formuliert werden, sie könne die ganze Sache zeichnen, da bräuchte sie keine Formeln und mathema-tischen Berechnungen, die Zusammenhänge würden auch so sichtbar werden.

Monalisa hatte schon während des Vortrages bemerkt, dass ihr Zuhörer immer un-ruhiger wurde. In der Pause, die sie einlegen musste um eine neue Filmkasette ein-legen zu können, fragte sie ihn, wie er es bisher gefunden habe. „Was soll ich Dir sagen? Du sprichst von Vakuumenergie, doch dafür gibt es keine Beweise. Und ob eine Elektron so aussieht, also, ich halte Deine Ideen für weit hergeholt. Um nicht zu sagen für Blödsinn.“

Monalisa war gekränkt.

Ja, hatte er ihr denn nicht zugehört? 

„Was ist Strom und warum fliegt ein Bombini?“

Veröffentlicht am 10.07.2014
 Dieser Vortrag ist mein erster Versuch gewesen, die physikalische Grundlage meines Bombinis zu erklären, doch mir wurde schnell klar, auf diese Weise kann ich wahrlich nicht Jeden begeistern. Darum, kommen Sie zu mir ins MONALISALAND. Geben Sie mir eine 2. Chance! Sie finden meine Internetseite unter – www.monalisa.land – dort habe ich das ganze Thema zum Beispiel in dem Video „Energie für einen Apfel und ein Ei“ , oder in dem Film „Auferstehung in Osterath“ erheblich einfacher und unterhaltsamer dargestellt.

Was sie sagte, war doch absolut logisch, ihre Zeichnungen bewiesen

doch, dass es so sein könnte. Und dies allein müsste einen doch

schon elektrisieren. Man müsste es nur mal wissenschaftlich

untersuchen und untermauern, ihre Idee war doch

wirklich nicht von der Hand zu weisen.

Jetzt rührte sich Satan in Wolfgangs Brust. „Du bist doch völlig auf dem Holzweg. Wen willst Du mit Deinen verrückten Ideen denn überzeugen? Hast Du etwa Physik studiert? Kümmere Dich um Dein Design, suche Dir einen anständigen Job und vergiß den ganzen Scheiß. Außerdem versteht man kein Wort von dem was Du erzählst, wer soll Dir da folgen? Deine Freunde etwa? Die Wissenschaft? Mir tut es richtig weh Dir zuzuhören, und ehrlichgesagt, bist Du jetzt nicht langsam mal fertig, ich will nach Hause, ich muss morgen schließlich früh raus.“

Monalisa brachte ihren Vortrag zu Ende, nicht ohne immer verzweifelter zu werden ob dieses Holzkopfes. Der Typ war ja ein absoluter Steinzeit-Materialist. Da hatte sie also einen Vertreter dieser orthodoxen Gemeinde bei sich sitzen. Na, prima! Und nun? Immerhin, sie hatte ihren Vortrag auf Band. Was sie damit vorhatte wußte sie noch nicht, aber dass sie in Zukunft mehr mit der Kamera machen wollte, dass war vollkommen klar. Vielleicht war so ein Vortrag ja auch nicht der richtige Weg? Sie bräuchte eigentlich eine große Tafel. Da könnte sie dann in Ruhe Zeichungen anfer-tigen und dann würde sie versuchen die ganze Sache etwas unterhaltsamer darzu-bieten. Sie musste davon ausgehen, dass ihre Zuhöhrer keine Ahnung von all den Dingen hatten, die sie nun schon seit Jahren intensiv beschäftigten. Sie sollte versuchen einen lustigen Film zu machen. Physik für Desinteressierte.

Wolfgang war richtig ärgerlich. So ein Schwachsinn!

Wie konnte er sie nur davon abbringen?

Mit ihren verrückten Ideen würde sie überall nur Schiffbruch erleiden. Sie ging einfach von Annahmen aus, die sich nicht würden halten lassen, wenn man sich ernsthaft damit beschäftigen würde. Doch dies kam natürlich überhaupt nicht in Frage. Sie hatte ihn zwar aufgefordert die Sache mit Formeln zu berechnen, wenn er dies nun mal so wichtig fände, aber er dachte ja gar nicht daran. Dafür musste sie sich schon einen anderen Bekloppten suchen. Warum konnte die Frau sich nicht mit vernünftigen Dingen beschäftigen? Warum ging sie nicht einfach arbeiten wie er es tat, ja tuen musste? Auf diese Frage reagierte Monalisa sehr empfindlich, das hatte er schnell gemerkt. Für sie war das, was sie tat, ihre Arbeit. Sie machte also in keinster Weise anstalten sich irgendwo zu bewerben. Und dies ging nun schon seit 3 Jahren so. Sie lebte auf Steuerzahlerskosten. Da wußte er nun, wo seine hartverdienten Steuergroschen landeten. Andererseits, wußte er einen Job für sie? Einen Job irgendwo als Kassiererin wollte er ihr auch nicht zumuten. Die Frau hatte schließlich studiert und so wie er es sah, war sie auch recht talentiert. Er hatte sich zum Beispiel ihre „Tagebuchnotizen“ vorlesen lassen. Gut, er war verliebt und von daher nicht ganz objektiv, aber schriftlich schien sie wirklich was drauf zu haben. Das hatte er auch seinem Freund Herbi erzählt, als dieser ihn ungläubig anstarrte, als er ihm erzählte, dass er ihr einen Laptop gekauft hatte.

War das unvorsichtig von ihm gewesen? Schließlich hatte er sich gerade erst aus seinen Schulden herausgearbeitet. Von einer lückenlosen Rückzahlung konnte nämlich nicht so recht die Rede sein. Er hatte zum Beispiel einen Anzug ihres Sohnes in Zahlung genommen. Er würde ihn sicherlich nie anziehen, aber so konnte er auf die Ratenzahlung verzichten, ohne dass es allzusehr nach einem Geschenk aussah. Schließlich, die Frau hatte durchaus ihren Stolz. Nur, sie war eben nicht flüssig. Mit den paar Euros, dass wußte er aus eigener leidvoller Erfahrung, war nicht viel zu machen. Und jetzt steckte sie auch noch alles in ihre Küche. Diese Wahnsinnige. Diese Verrückte. Aber er hatte sich nun mal in sie verliebt. Allerdings würde er so einiges an ihr verändern wollen, verändern müssen. Denn so lief die Frau geradewegs in ihr Unglück. Vor allen Dingen wenn sie weiterhin an ihrem Bombini festhielt. Das Bombini war ein echtes Problem. Nicht dass er etwas gegen verrückte Ideen hatte, aber man durfte halt nicht daran glauben. Das ging nie gut.

Monalisa hingegen besah sich ihre wilde Kohlezeichung an der Wand. Das sah doch irgendwie total toll aus! Sie würde das Bild nicht überstreichen, sie würde im Gegenteil einen Rahmen drum machen, das Ergebnis ihres Vortrages würde so für alle Zeiten gut sichtbar bleiben. Sie suchte im Keller nach Dachlatten, fand auch passende Stücke und machte sich an die Arbeit. Der Rahmen würde über die Zimmerecke verlaufen, es würde aussehen wie ein modernes Fenster. Morgen würde sie die Wand weiß streichen, dann würde man sehen, wie gut das Ganze auch rein optisch war. Vom Inhalt des Bildes ganz zu schweigen. Sie war wirklich überzeugt: „Irgendwann ist das hier mal ganz große Kunst.“

100 Steine

Monalisa lieh sich das Auto von ihrem Exfreund Heiko

um die 100 Yton-Steine herbeizuschaffen.

Heiko war ein noch reletiv frischer Exfreund und sie waren immer noch freundschaftlich miteinander verbunden. Trotz Heikos Alkoholsucht. Monalisa hatte Mitleid mit ihm, denn er war eigentlich ein sehr sypathischer und liebenswerter Mensch, gerade wenn er zwei, drei Wein getrunken hatte. Doch wenn es mehr wurde, und es wurde meistens mehr, dann konnte dieser Mann auch richtig fies werden. Sie hatten eine sehr schöne Zeit miteinander verbracht, viele Male waren sie in das Ferienhaus an der hölländischen Küste gefahren und hatten dort stundenlage Strandspaziergänge gemacht. In ihrer Strandbar fand so ein schöner Tag dann meistens sein feuchtfröhliches Ende. Monalisa hatte gerne mitgetrunken, auch die etwas härteren Sachen. Sie konnte so einiges vertragen.

Wolfgang hingegen trank keinen Tropfen. Nicht, weil er ein Alkoholiker gewesen wäre, nein, er wollte jedoch auch keiner werden. Und den Hang dazu, den hatte er bei sich kennengelernt. Er hatte schon vor vielen Jahren die Reißleine gezogen. Er betete stattdessen lieber die Wasserpfeife an, das war einfach gesünder.

Um die vielen Steine zu transportieren hatte Monalisa ihren Sohn um Hilfe gebeten, doch sie wartete mal wieder vergebens auf ihn. X mal hatte er sie nun schon versetzt. Ein echter Saubraten, ihr Sohn. Sie ging also etwas frustriert in den Ort um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Auf dem Weg traf sie ihren Sohn an der Eisdiele: „Ach, da bist Du ja, schön dass ich Dich treffe, Du wolltest mir doch die Steine tragen, ich hoffe Du hast jetzt auch Zeit dazu.“ Und so trug ihr Sohn die Steine. Er tat es ohne großes Murren, aber von einer größeren Freude, die Mutter nach etlichen Wochen endlich mal wieder zu sehen, davon konnte keine Rede sein. Zwischen ihnen befand sich eine undurchdringliche Mauer und Monalisa spürte genau: Hier war erst mal nicht viel zu machen. Der Junge war einfach von seiner Mutter enttäuscht. Sie hatte ihm das große Bombini-Glück versprochen, ein Auto, eine schicke Wohnung, Geld in Hülle und Fülle, stattdessen gab es jahrelang nur einen leeren Kühlschrank. Bei den Eltern seiner Freunde sah alles viel wohlhabender aus. Und wohlhabend, das wollte er eben auch gerne sein.

Monalisa enttäuschte wiederum diese sehr materialistische Einstellung. Gab es nicht wichtigeres auf der Welt als Konsum? Warum war ihr Sohn so anspruchsvoll und verwöhnt? Was hatte sie nur falsch gemacht? Hatte sie ihm die falschen Werte mit auf den Weg gegeben? Er lebte jetzt in einer kleinen 1 Zimmerwohnung in einem Hochhaus ganz oben in der letzten Etage. Alles war ihm fertig eingerichtet worden, sein Vater, die Omas, seine Tanten wie auch sein Patenonkel hatten sich entsprechend engagiert. Gegen Monalisas Willen. Doch, was sie von der ganzen Angelegenheit hielt, interessierte niemanden. Denn, sie war schließlich das Problem. Es war in Felix Augen unzumutbar für ihn, weiter mit seiner Mutter unter einem Dach zu leben. Nun, und wenn er nun nach all den Jahren guter Beziehung zu seiner Mutter endlich erkannte, dass seine Mutter auf dem Holzweg war, dann folgte er damit nur der Einschätzung aller anderen.

Mir tat dies alles sehr weh, doch Monalisa war diesbezüglich gnadenlos. Er hätte schließlich auch tod sein können, meinte sie nur. Das wäre ein wesenlich härterer Schlag gewesen. Und damit sprach Monalisa eine alte Angst an, denn immer schon, seit ich meinen Sohn das erste mal in den Armen hielt, hatte ich befürchtet, dass ihm mal etwas zustoßen könnte, ein Motoradunfall zum Beispiel. Irgend etwas Schimmes, dass ihn mir wieder entreißen würde. Nicht umsonst nannte ich ihn Felix, den Glücklichen, denn, dieses gute Ohmen sollte ihn vor größerem Schaden bewahren.

Mein Sohn war zu einem kräftigen jungen Mann herangewachsen und auch Monalisa war sehr angetan darüber, wie schnell die Steine alle in der Küche abgelegt waren. „Danke mein Schatz, Du warst mir eine große Hilfe.“ Aber auch ein solches Lob konnte nicht viel ausrichten. Er hatte es als lästige Pflicht erledigt, mehr war von ihm nicht zu erwarten. Schnell verabschiedete er sich also wieder, denn seine Freunde warteten schon auf ihn. Er suchte nach seinem eigenen Weg und die Mutter, die er geliebt hatte, war eine Sache der Vergangenheit.

Sollte sie ihren eigenen Weg gehen, aber den

leeren Kühlschrank verzieh er ihr so schnell nicht.

Monalisa sichtete die Steine. Sie wollte unbedingt einen freistehenden Herdblock, direkt in der Mitte des Raumes. Und an der Seite sollte ein Spülenelement entstehen. Sie legte also los, die Kamera war immer mit dabei und so dokumentierte sie ihren Entwurfprozeß.

Die Arbeit erinnerte sie an ihre Schulzeit auf der Kollegschule, dort hatte sie nach einer relativ erfolglosen Gymasialzeit, eine Ausbildung zur Erzieherin angefangen. Dort gab es ein spezielles Fach, einfach nur „Spiel“ genannt. Dieses Fach war ganz besonders interessant, durften sie dort doch all die Spiele ausprobieren, die Kinder nun mal so spielen. Unteranderem gab es auch große Holzklötze, mit denen man ganze Häuser und Städte bauen konnte. So kam es ihr auch jetzt mit den Yton-Steinen vor. Monalisa spielte mit den Steinen, und sie versuchte die Idee von einem super spacigen Herd zu realisieren. Im Grunde sollte der Block schweben, optisch zu mindest.

Monalisa hatte sich im Vorfeld nur wenig Gedanken um Details gemacht. Es existierte auch kein zeichnerischer Entwurf. Das machte sich am Endergebnis nachher auch durchaus bemerkbar. Doch Monalisa war zu diesem Zeitpunkt total glücklich mit ihrem Ergebniss. Dieses praktische Ausprobieren, dass war doch viel besser, hier konnte sie gleich sehen, ob die Idee auch funktionierte.

Es war schon tiefe Nacht, als sie endlich ihren Herdblock

stehen hatte und sehr mit sich zurfieden ging sie ins Bett.

Am nächsten Tag besah sie sich das Ergebnis ihrer nächtlichen Aktion. Sah ihr Block nicht einfach super aus? Monalisa fand dies sehr wohl. Im Gegensatz zu Wolfgang. Doch der sagte erst mal nichts. Sollte sie doch ihre eigenen Erfahrungen machen, war die Devise mit der er jetzt vorging. Monalisa war nun mal beratungsresistent.

Auch das Spülenelement entwickelte sie in den folgenden Tagen spielerisch. Der Entwurf folgte dabei den Maßen der Steine. Am Ende hatte sie zwei Yton-Elemente. Sie überlegte, ob sie nicht noch ein Drittes brauchte. Sie besorgte noch einmal ein paar Steine, ihre Mutter spendierte sie ihr. Doch das entstehende dritte Element ließ sie erstmals etwas zweifeln. War das nicht vielleicht etwas viel Stein in ihrer doch relativ kleinen Küche? Aber gebaut war gebaut, also blieb erst mal alles so wie es war, denn jetzt konnten die Geräte und die alte Keramikspüle eingebaut werden. Dies wurde auch höchste Zeit, denn am 21.Dezember, zur Wintersonnenwende wollte sie unbedingt fertig sein. Zumindest sollte die Küche dann wieder einigermaßen funktionstüchtig sein, denn sie gedachte ein kleines Fest zu feiern. Sie wollte all ihre Freunde einladen, sich die Küche anzuschauen. Gut, die Oberflächen würde sie bis dahin nicht fertig bekommen, sie wußte auch noch nicht wie sie diese gestalten sollte. Das würde eine Frage sein, die sie später beantworten würde. Doch jetzt wollte sie endlich aus der Baustellensituation heraus. Sie wollte, ja sie musste eine Baupause einlegen. Drei Monate ohne Küche waren einfach genug und außerdem hatte ihr das Hartzamt die Bezüge gekürzt. Angeblich war ihre Wohnung, jetzt nach dem Auszug ihres Sohmes zu groß, die Arge kam also nicht mehr für die gesamte Miete auf. Sie hatte ab sofort 120 Euro weniger. Das war ein harter Schlag. Wovon sollte sie jetzt die notwendigen Dinge bezahlen?

Aus ihrer Low-Budget-Küche wurde so

erst mal eine No-Budget-Küche.

Veröffentlicht am 12.07.2014

Wissen Sie, wie man eine No-Budget-Küche baut? Nun, Monalisa hat es mit Gotteshilfe

ausprobiert und … nun, schauen Sie sich das Ergebnis an unter: www.monalisa.land

Sie sind herzlich eingeladen, sich an zu schauen was

mit SEINER HILFE alles möglich ist!

Die Party

Um es gleich vorweg zu sagen, es kam fast keiner. Weder Petra, die doch sogar noch einen Salat mitbringen wollte, noch Michael oder Roland. Auch Wolfgang ließ sich nicht blicken. Einzig ihre beiden Ralfs, der eine nannte sich schon immer Ralla, er war in Musikerkreisen als ein super Schlagzeuger bekannt. Er spielte auf Galas und anderen Festen. Monalisa hatte ihn ein paar mal begleitet. Auch sie war seither ein Fan von ihm, schwer begeistert von seinem Rhythmus und seiner wahnsinnigen Spielpower.

Der Andere war sein langjähriger Freund Ralfi. Monalisa hatte ihn auf einer Geburtstagsfeier von Ralla kennengelernt. Auch damals waren sie nur zu Dritt. Beide Ralfs lobten höflich die offensichtlich noch nicht ganz fertiggestellte Küche. Dies war in ihren Augen nicht gerade ein Grund zum Feiern und jetzt sollte die ganze Angelegenheit auch noch pausieren. Na ja. Mit den vorbereiteten Speisen waren sie auch nicht ganz zufrieden und schlugen daher vor, doch gemeinsam in die „Wunderbar“ zu gehen, um dort einen Happen zu essen. Außerdem gab es dort auch kaltes Bier für Ralla und einen guten Rotwein für Ralfi. Natürlich luden sie Monalisa ein, das taten sie immer, schließlich wußten sie, dass sie kein Geld hatte.

Ralfi hatte im Grunde auch nie Geld in der Tasche. Er kam zwar aus der Finanzbranche, aber auch dort konnte man schnell ohne einen Heller dastehen. Monalisa mochte diesen schwergewichtigen Besserwisser, denn das war er ohne Zweifel. Vor allen Dingen wenn es um die allgegenwärtige Bankenmacht ging. Er schien das ganze wirre Geflecht zu durchschauen, er war sehr belesen und im Grunde an allen wichtigen Fragen der Gesellschaft sehr interessiert. Die Gespräche, die naturgemäß ehr Vorträgen glichen, waren sehr engagiert und immer mit einer Vielzahl an neuen Informationen gespickt.

Monalisa musste also endgültig einsehen, ihr wunderbares Küchenprojekt war ein Totalausfall. Sie verstand nicht, warum sie nicht in der Lage gewesen war ihre Freunde zum Mitmachen zu motivieren? Ja, noch nicht einmal zum Feiern konnte sie sie bewegen. Das war das Jahr davor noch ganz anders gewesen. Da hatte sie ebenfalls zur Wintersonnenwende eingeladen. In ihrem Garten hatte sie ein größeres Feuer angezündet, den Schuppen hatte sie beheizt und schön hergerichtet. Es sollte Feuerzangenbohle geben und jeder hatte versprochen eine Kleinigkeit zum Essen mitzubringen. Diese Zusammenkunft war von allen begeistert angenommen worden. Doch dieses Jahr war alles anders. Sollte das schlechte Gewissen ihrer Freunde zu groß geworden sein?

Beschämte sie diese etwa, indem sie nun auch

noch eine Party zur Küchenfertigstellung ausrief?

Monalisa hakte die ganze Sache unter Erfahrungen ab. Dann würde sie in Zukunft halt nur noch ihren eigenen Weg gehen. Auf ihre Freunde jedenfalls konnte sie nicht wirklich zählen.Nachdem sie dennoch einen netten Abend in der „Wunderbar“ verbracht hatte, ging sie zu Fuß durch den Ort zurück nach Hause. Sie kam an Wolfgangs Wohnung vorbei und sah noch Licht bei ihm durch die halb heruntergelassenen Rolläden schimmern. Sie entschloß sich zu klingeln, obwohl es schon recht spät war.

Es war wie immer, Wolfgang stand in der offenen kleinen Küche und spülte. Er fragte sie nach ihrer Party, doch sie winkte nur ab. Wenn sie ihm erklärte, dass im Grunde keiner gekommen war, nun, es wäre nur Wasser auf seine Mühlen gewesen. Er war nicht erschienen, weil er ihre Freunde nun mal nicht leiden konnte. Für ihn waren das alles keine Freunde. Jedenfalls keine Guten. Und er würde lieber sein ganzes Leben alleine sein wollen, als die Zeit mit solch unzuverlässigen Blödmännern zu verbringen.

Wolfgang reichte ihr die Wasserpfeife. Viel mehr konnte er in diesem Fall nun mal nicht tun. Er hatte solche Freunde nicht. Er hatte im Grunde gar keine Freunde. Selbst seinen langjährigen Kumpel Herbi hatte er abgehakt. Ein nichtiger Streit über zurückgelassene Käserinde im von ihm ausgeliehenen Wohnmobil war der Auslöser. Und sein Freund beschwerte sich über Wolfgangs Engagement bezüglich dieser verrückten Designerin. Doch da ließ Wolfgang in keiner Weise mit sich reden. Die Frau war seine Sache. Dann hatte er eben keinen Freund mehr. Aus. Basta.

Monalisa fiel solch ein rigoroses Verhalten ihren Freunden gegenüber schwer. Sie hatte einfach zu viel Verständnis. Petra hatte einen neuen Mann kennengelernt, gut, dass konnte einen schon sehr ablenken. Roland und Michael waren ein anderer Fall, aber auch nicht wirklich ungewöhnlich, sie waren auch sonst nicht gerade die Zuverlässigsten. Nicht wenige Verabredungen wurden schlicht vergessen. Und HaPe, ihr alter Freund, nun, der hatte gesundheitlich mit Problemen zu kämpfen. Das Heiko nicht gekommen war, nun vielleicht hatte dies mit Wolfgang zu tun. Schließlich hatte es dort vor noch nicht allzulanger Zeit ein unangenehmes Treffen gegeben.

Es war noch relativ zu Beginn ihrer Begegnung gewesen. Wolfgang war gemeinsam mit Herbi und seiner Freundin Leonie zum Essen bei Monalisa eingeladen. Sie hatten schon die Teller leer, da klingelte es an der Tür und Heiko stand ziemlich angetrunken davor. Monalisa ließ ihn ein und stellte ihre Gäste vor. Doch Heiko war nicht nach Smalltalk zu mute. Er nutze die Gelegenheit um Monalisa ins rechte Licht zu rücken. Er öffnete ihren Kühlschrank und ließ sich darüber aus, dass sie zwar kein Bier aber dafür Schimmel drin lagern würde. Auch im Weiteren ließ er an ihr nicht ein gutes Haar. Er redete sich richtig in Rage. Da wurde es den anderen zuviel, Herbi und Leonie gingen nach Hause, Wolfgang hielt allerdings die Stellung. Den Typen musste Monalisa unbedingt loswerden und so tat er alles um Heiko zum Rückzug zu bewegen. Monalisa freute sich über diese Unterstützung, denn sie wußte mit Heiko tatsächlich nicht mehr weiter. Heute war er ja zu einer noch halbwegs normalen Uhrzeit vorbeigekommen, aber er hatte auch schon morgens um Vier bei ihr geklingelt. Meistens kam er um ihr zu sagen, dass er sie liebte, dass er sie vermisste. Doch Monalisa vermisste ihn immer weniger. Er war einfach zu selten wirklich nüchtern und wenn er zuviel intus hatte, dann konnte er sehr gehässig werden. Dann warf er ihr alles mögliche vor. Am meisten traf es sie, wenn er über ihren Sohn sprach. Er machte ihr Vorhaltungen, dem Jungen gegenüber keine gute Mutter gewesen zu sein. Das war sehr kränkend und im Grunde auch ziemlich unverschämt, denn zu seinen eigenen Kindern pflegte er keinen Kontakt mehr, seit er sich auf einer Wochenendtour mit den Kindern vollkommen abgeschossen hatte. Er hatte ihr nicht erzählt, was im Einzelnen an diesem Wochenende passiert war, die Folge war jedoch, die Kinder wollten den Kontakt nicht mehr. Wolfgang blieb bis Heiko einsah, dass er nicht über Nacht bleiben konnte. Sein Zug war endgültig abgefahren. Und so begleitete sie ihn irgendwann wieder nach unten vor die Tür. Es war vorerst das letzte Mal, dass er sie besuchen kam.

Wolfgangs Satan war zufrieden,

einer weniger über den er sich ärgerte.

Der Weihnachstbraten

Monalisa war zum Weihnachtsessen bei den Eltern von Wolfgang eingeladen. Er hatte sie schon ein paar mal Sonntags zu ihnen mitgenommen. Er besuchte an diesem Tag seine Eltern schon seit vielen Jahren regelmäßig zum Mittagessen. Sie sollten dort diesmal auch übernachten.

Wolfgang hatte sehr nette Eltern. Einfache Leute, aber sehr freundlich. Gut, Wolfgang hatte Monalisa gewarnt, seine Mutter spräche gern über ihre vielen Medikamente und dazugehörigen Malässen. Aber ansonsten war er mit seinen Eltern sehr zufrieden. Der Vater sammelte Münzen und andere Kleinigkeiten. Er korres-pondierte mit Sammlern via Internet im ganzen Land, immer auf der Suche nach dem einen noch fehlenden Stück. Seine Rente hatte er sich dereinst als Straßenbahnfahrer in Köln erarbeitet.Wolfgangs Mutter war Hausfrau und Mutter gewesen. Nebenbei hatte sie bei reichen Leuten den Haushalt gemacht. Jetzt jedoch hatte sie ihren Schrebergarten, der ihre ganze Kraft brauchte, sie aber auch bei Kräften hielt, wie Wolfgang meinte.

Ihre eigene Mutter war da schon anders. Sie hatte sich erst kürzlich von ihrem zweiten Mann getrennt. Dies jedoch nicht freiwillig. Egon, ihr Mann, sehnte sich plötzlich nach anderen Frauen. Jahrelang hatte der Sex in ihrer Ehe keine Rolle gespielt, doch jetzt plötzlich war Egon nicht mehr zu bremsen. Es war ihm auch im Prinzip egal, welche Frau er flachlegen konnte, außer seine eigene, auf die hatte er keinen Bock. Nach dreißig Jahren Ehe folgte daher ein überstürzter Auszug in eine eigene kleine Wohnung. Doch kam er jeden Tag ins Haus zurück. Nicht zu seiner Frau, nein, die Nachbarin hatte es ihm angetan. Ihre Mutter litt dadurch Höllenqualen. So hatte sie sich ihren Lebensabend ganz bestimmt nicht vorgestellt. Gut, Egon war nicht einfach zu händeln, er war ein unglaublicher Egoist und Besserwisser. Auch einer, der alle Leute mit seiner Art aus dem Haus vertrieb. Ihre Mutter geriet regelmäßig in Stress, wenn Monalisa sie besuchte und Egon jeden Moment nach Hause kommen konnte. Er sah es einfach nicht gern, wenn seine Frau Besuch hatte. Und, wenn er ihre Tochter in der Küche vor einem Stück Kuchen und einem Kaffee sitzen sah, dann sah er im Grunde schon rot. Er gönnte Monalisa nicht einen Krümel. Nur ihren Sohn, den vergötterte er. Für dieses Kind war ihm nichts zu teuer. Der Junge bekam von ihm alles und noch einen Nachschlag oben drauf.

Wenn Monalisa sich gefragt hatte, warum ihr Sohn so verwöhnte Ansprüche hatte, nun, hier hatte sie die Antwort. Egon hatte in den letzten zwei Jahrzehnten wirklich all seine Liebe in dieses Kind investiert. Jetzt jedoch, wo dieser erwachsen geworden war und er selbst sowieso nur noch an Frauen interessiert war, da ließ er diesen Jungen einfach fallen. Er erklärte ihm bei ihrem letzten Telefonat, dass er ihn genauso unfähig fände wie seinen Vater. Egon war halt immer schon ein ziemliches Arschloch.

Ihre Mutter befand sich über Weihnachten zur Erholung in einer psychosomatischen Klinik. Der Schock über das Verhalten ihres Mannes hatte bei ihr einen Grauen Star auf beiden Augen hervorgerufen und auch sonst war ihre Mutter völlig durch den Wind. Sie konnte über nichts anderes mehr reden als über die Gemeinheit ihres Mannes. Hatte sie doch all die vielen Jahre zu ihm gestanden, egal was vielleicht vorgefallen war. Und es fiel oft was vor. Gute alte Freunde wurden plötzlich beleidigt, runtergeputzt und schlecht gemacht. Nur er selbst, er war der absolute Supermann. Er war sehr sportlich, er war beruflich erfolgreich, er war gebildet, er war ein guter Handwerker, er hatte Segelbote gebaut und restauriert, er hörte die richtige Musik, las die richtigen Bücher, ja, überhaupt, er machte immer alles richtig und die anderen waren am Ende nur Looser.

Monalisa ließ sich durch ihn jedoch nicht ins Bockshorn jagen. Sie gab ihm Kontra so gut es ging. Schon als junges Mädchen, als sie mit ihrer Schwester noch mit ihrer Mutter und eben diesem schwierigen Egon zusammenlebte, hatte sie sich gegen diesen Haustyrannen gewehrt. Da flogen Brötchen und Wischlappen durch die Luft, es gab Wortgefechte, die durchs ganze Haus schallten und viele Gespräche mit der Mutter, sie möge diesen Blödmann doch bitte wieder wegschicken. Doch irgendetwas hielt sie bei diesem Mann und so zogen ihre Töchter halt früh aus.

Wolfgangs Familienerfahrung war dagegen um ein Vielfaches angenehmer. Er liebte und achtete seine Eltern sehr und seine Eltern waren ganz offensichtlich auch sehr stolz auf ihren Sohn. Und so war das Weihnachtsfest bei den Eltern eben auch ein sehr Harmonisches. Es gab einen prächtigen Braten und selbstgebackenen Kuchen zum Kaffee. Es wurde gemeinsam Mensch ärgere Dich nicht gespielt und irgendwann wurde das Sofa auseinandergeklappt damit sie dort schlafen konnten. Eine wirklich heile Familie. Am nächsten Tag fuhren sie dann noch gemeinsam zu Wolfgangs Schwester, auch dort wurde lecker gekocht und Geschenke an alle und die einzige Enkeltochter, die genauso alt wie ihr Sohn war, überreicht. So eine Familie hätte sich Felix sicherlich auch gewünscht. Ein schönes Haus direkt an einem kleinen See, ein cooler Vater, der in einer Werbeagentur viel Geld verdiente, eine Mutter, die fast putzwütig alles gut in Schuss hielt, ein schönes großes Zimmer, eigener Fernseher und genug Taschengeld um angemehm durch die Jugend zu kommen.

Zugegebener Maßen, dies hatte sie ihrem Sohn nicht geboten, nicht bieten können. Sie hatte ihren Sohn ein Jahr vor ihrem Abitur, welches sie an einem Abendgym-nasiumgemacht hatte, zur Welt gebracht. Sie hatte gleich nach dem Examen ein Bilologiestudium angefangen, ihr Freund und Vater ihres Sohnes ging auf die Fachhochschule und studierte dort Maschinenbau. Sie lebten in den ersten zwei Jahren in einer kleinen, hübschen Wohnung mit großem Garten. Danach zogen sie auf den Pullerweg, wo sie auch heute noch lebte. Die Wohnung war relativ groß, sie erstreckte sich über zwei Etagen und hatte ebenfalls einen schönen Garten. Und die Wohnung war dazu auch noch wirklich billig, sie kostete keine 5 DM pro Quadrat-meter. Heute waren es 5 Euro/qm. Das war immer noch sehr günstig, wenn man die ruhige, bessere Wohnlage betrachtete. Das Haus selbst war ein Backsteinbau aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Früher hatten in dem Haus 3 Familien gelebt, heute teilte sie sich heute das Haus mit ihrer sehr geschätzten Nachbarin Marianne. Marianne hatte in ihrer kleinen Wohnung drei Kinder großgezogen. Auch sie hatte heute ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Kindern. Der eine kam regelmäßig um den Garten zu machen, eine andere kam zum Treppeputzen. Ja, die Kinder kümmerten sich gut um ihre nun schon etwas ältere Mutter, die nach ihrer zweiten Hüftoperation wieder viel unterwegs war. Sie besuchte oft ihre jüngste Tochter mit den zwei Enkelkindern, oder diese kamen vorbei um vor dem Haus auf der Straße Fussball zu spielen.

Monalisa mochte ihre Nachbarin sehr, war diese doch nicht nur von sehr angenehmen Wesen, nein, sie war auch sehr tolerant. Sie sagte nie ein böses Wort und schimpfte auch nicht, auch wenn sie die Treppe schon monatelang nicht geputzt hatte. Sie beschwerte sich auch nie über Krach, sondern sie setzte sich einfach ihre Kopfhörer auf um dem Fernsehprogramm folgen zu können. Ihr Mann war da schon ganz anders. Er war ein Problemfall. Zum einen war es der Alkohol, aber zum anderen war es eben auch sein Wesen. Er hatte immer etwas zu meckern und er machte auch vor entsprechenden Aktionen nicht halt. Zerstochene Fahrradreifen, mit schwarzer Farbe angesprühte Windschutzscheiben, Taschentücher und Kartoffelschalen im Auspuffrohr, ein Schlagstock zur Warnung im Treppenhaus und vieles andere mehr. Kalli, so wurde er von allen genannt, war wirklich nicht ganz berechenbar.

Und dennoch, Monalisa mochte auch ihn irgendwie. Er tat ihr leid. Er war in ihren Augen ein einsamer, verbitteter Mann, der von seinen Kindern abgelehnt wurde und mehr als sein altes Mofa nie sein eigen nennen konnte. Er hatte in einer Stahlfabrik als Gabelstaplerfahrer seine Familie durchgebracht.

Nun jedoch litt er an Lungenkrebs und hatte nach Lage der

Dinge, so wie er sagte, kaum noch eine Chance

das kommende Jahr zu überstehen. 

FORTSETZUNG folgt!

„Monalisa TV – Fernstudium der göttlichen Magie – Lektion 2 – 18.März 2015″

starscapesI would say that longevity is all about a state of mind. While diet and

understanding can help from this I think it’s the mindset. It all comes down

to helping them understand that they are still an asset.

Die Macht des glücklichen Zufalls ….


Auferstehung in Osterath

Nach der gescheiterten Küchenaktion wandte Monalisa

sich nun wieder verstärkt ihrer Kamera zu.

Doch zuvor baute sie sich erst einmal eine große Tafel. Im Keller hatte sie eine große Schrankrückwand gefunden, daran klebte sie zur Verstärkung mit einem Heißkleber passende Dachlatten und lakierte die Platte mit schwarzer Tafelfarbe. Wolfgang war so nett und bohrte zwei Löcher in die Wand ihres Arbeitszimmers und hängte die Tafel daran auf. Monalisa nahm diese Tat auf Video auf. Wolfgang hatte sich zwar beim ersten Mal, als sie ihn filmen wollte noch etwas gewehrt, aber mittlerweile ließ er sich von der Kamera nicht mehr irritieren.

Monalisa zeichnete, nach dem sie noch einen schönen Tag mit ihm verbracht hatte, ihr erstes Bild auf die Tafel. Dann machte sie die Kamera an und begann das gezeichnete Bild abzufilmen. Dann wischte sie alles wieder weg und begann von Neuem. So eine Tafel war einfach wunderbar, befand sie. Diese Methode war ausbaufähig und machte sehr viel Spaß. Was sie dabei besonders ansprach, dass war die Schnelligkeit, denn eine Kreidezeichnung und der dazugehörige Film war schnell gemacht, später wollte sie alles zusammenschneiden und mit Musik unterlegen. Sie hatte auf ihrem Laptop ein Schnittprogramm und ihr Sohn hatte versprochen sich damit einmal auseinanderzusetzen um ihr den Umgang damit erklären zu können. Doch dazu brauchte sie erst mal genügend Material. Und sie brauchte dafür natürlich auch ein gutes Thema. Doch, das hatte sie schnell gefunden. Ihr Bombini-Projekt wartete schließlich immer noch darauf veröffentlicht zu werden.

Ihr Film sollte auf jedenfall lustig sein. Er sollte den Zuschauer überraschen und gut unterhalten. Doch vor allen Dingen sollte der Zuschauer eine Vorstellung von dem Bombini-Prinzip gewinnen. Der Film sollte neugierig machen und vielleicht den einen oder anderen dazu motivieren sich sogar ganz ernsthaft mit ihren Thesen auseinanderzusetzen. Sie wollte über Schwarze Löcher reden und einen Vorschlag machen, wie diese Löcher funktionierten. Und sie wollte von den wunderbaren Eigenschaften ihres Bombinis sprechen.

Dabei wollte sie jede Formel und allzu komplizierte Fachausdrücke vermeiden. Sie wollte sich mit diesem Film schließlich nicht an einer Universität bewerben, sondern sie wollte den nur mäßig, bis gar nicht vorgebildeten Laien interessieren.

Bevor sie die Aufnahme startete, machte sie sich ein Marmeladenbrötchen. Mit diesem Brötchen im der Hand stellte sie sich vor die Tafel. Sie machte die Kamera an und biß ins Brötchen. Ihr Film begann. Sie machte keine Aufnahme doppelt, alles reihte sich eins zum anderen aneinander. Sie zeichnete, filmte und stellte sich munter drauflos plappernd vor die Tafel, erklärte, erzählte, wischte die Tafel und zeichnete ein neues Bild.

Am Ende hatte sie ungefähr 2 Stunden Material aufgenommen. Ihr Sohn, der tatsächlich wie versprochen vorbei kam, nahm das Laptop und die Aufnahmen mit zu sich in seine Wohnung. Das Programm war nicht sonderlich kompliziert und so hatte er schon nach wenigen Tagen gut die Hälfte der Aufnahmen geschnitten und zum Teil mit Musik unterlegt. Damit kam er dann zurück und präsentierte sein Werk. Monalisa war begeistert und ließ sich die Handhabung des Programmes zeigen. Ihr Sohn sagte, dass ihm das Ganze zwar viel Spaß gemacht habe, dass er aber keine Lust hätte den Film fertig zu machen. Das war Monalisa auch sehr recht, denn dies würde sie jetzt, wo sie wußte wie es ging, auch lieber selber machen wollen. Aber ihr Sohn hatte den Anfang gemacht, und der gefiel ihr gut. Sie würde die Arbeit in gleicher Weise zu Ende bringen.

Felix hatte den Teil, den er fertig hatte, seinem besten Freund und einer Freundin gezeigt. Die waren ziemlich beeindruckt. Nicht so sehr vom Inhalt, vielmehr war es die Art in der Monalisa das Ganze vortrug. Die Freundin fragte sich, wie es nur möglich war so lange an einem Stück zu reden. Sie fragte Felix, ob seine Mutter etwa einen Telepromter benutzt hätte, was dieser sicher verneinte. Er kannte seine Mutter sehr gut und wußte, reden konnte sie ohne Unterlass. Seine Mutter war ein Rethorik-Ass. Deshalb hatte er sich auch nie auf größere Diskussionen mit ihr eingelassen. Da zog er einfach nur den Kürzeren, dass war ihm schon als kleiner Junge klar geworden. Er selbst hatte das Reden erst mit 4 Jahren langsam begonnen und auch heute hielt er sich, zumindest in ihrer Gegenwart, lieber zurück. Das hatte er ganz offensichtlich von seinem Vater, der war auch ehr zurückhaltend um nicht zu sagen schweigsam gewesen, zumindest in ihrer Gegenwart.

Monalisa setzte sich also an ihren Schreibtisch und machte den Film fertig. Der Titel: „Auferstehung in Osterath“ war ihr schon sehr früh eingefallen, denn sie gedachte den Film an Ostern zu präsentieren. Sie wollte wiedereinmal all ihre Freunde in die „Wunderbar“ einladen, um sich dort an einer größeren Leinwand den Film anzuschauen. Sie ferigte Einladungskarten und Plakate. Letztere hing sie in einigen Geschäften aus und ihre Einladungskarten verteilte sie persönlich. Sie ging überall vorbei und machte auf die Premiere aufmerksam. Sie hoffte, dass dieses Mal viele kommen würden, schließlich war Ostersonntag ein Feiertag, und ab 18 Uhr sollte eigentlich jeder seine persönlichen Osterbesuche hinter sich gehabt haben.

Am Tag der Premiere war Monalisa sehr nervös. Sie hatte Lampenfieber. Ihre Hände zitterten und ein unerträgliches Ziehen machte sich in der Bauchgegend bemerkbar. Es war schönes Wetter und so ging sie, um sich etwas zu entspannen, durch den ruhig daliegenden Ort spazieren. Der Postladen an der Ecke hatte ihr Plakat wieder aus dem Schaufenster entfernt, aber an der Supermarkttür hing es noch. „Auferstehung in Osterath – oder was sie schon immer über Scharze Löcher wissen wollten“ Sie selbst war vor ihrer Tafel stehend auf dem Plakat abgebildet. Die Qualität des Fotos ließ etwas zu wünschen übrig, dennoch hoffte sie, dass sich der eine oder andere dadurch in die „Wunderbar“ locken ließ. Sie war ja so aufgeregt! Was würden ihre Freunde zu ihrem Film wohl sagen? Ob sie danach ihr Projekt anders bewerten würden?

Wolfgang hatte versprochen zu kommen, blöde Freunde hin oder her. Auch ihr Exfreund Mansur wollte dabei sein. Er versprach noch einen Überraschungsgast mitzubringen. Ob Heiko wohl kam, immerhin war die „Wunderbar“ seine Stammkneipe und er ließ eigentlich keinen Termin aus, wenn es etwas zu feiern gab? Michael und Roland hatten fest zugesagt und auch alle anderen hatten zumindest Interesse gezeigt.

Die Nervösität wollte trotz all dieser ermutigenden Gedanken nicht weichen. So etwas hatte sie noch nie erlebt. Nicht mal bei ihrer Abiturprüfung, auch nicht im Studium. Sie war vor Prüfungen eigentlich immer ganz gelassen gewesen. Sie war meistens gut vorbereitet und hatte sich eigentlich auch immer auf ihr Mundwerk verlassen können. Sie konnte gut reden, dass wußte sie. Aber diesmal war alles anders, und dies obwohl sie nicht live auftreten musste. Sie brauchte sich nur mit den anderen den Film anzuschauen. Und dennoch flatterte ihr Magen und sie bekam schwitzige Hände. Die Zeit wollte einfach nicht verstreichen.

Irgendwann war es aber endlich soweit, sie ging in die Bar und freute sich, denn auch ihr Sohn war schon anwesend. Die Leinwand hing und der Wirt freute sich auf das Event. Es versprach ein lebendiger Abend zu werden. Monalisa bestellte sich etwas zu trinken und setzte sich an die Theke. Ihr Sohn war mit dem Abspielgerät beschäftigt, er testete die DVD, der Vorspann wurde auf der Leinwand sichtbar. Oh je, die Qualität des Films litt ziemlich durch die Vergrößerung, auch schien die Musik gegenüber ihrem Reden etwas zu laut eingestellt zu sein. Sie hätte das Ganze vielleicht erst einmal testen sollen, nun ja, jetzt war es zu spät. Felix würde den Ton an den entsprechenden Stellen herunterdrehen müssen. Er versprach sich um alles gut zu kümmern, so dass Monalisa ruhiger wurde.

Da ging die Tür auf und herein kam Mansur, breit grinsend und guter Laune. Er hatte tatsächlich eine riesige Überraschung dabei, denn hinter ihm erschien Professor Dohr, der Mann bei dem sie ihr Diplom als Objektdesignerin gemacht hatte. Das war wirklich eine tolle Überraschung. Monalisa begrüßte ihn freundlich und sie nahmen alle an der Theke Platz. Von hier aus würden sie einen guten Blick auf die Leinwand haben und getränketechnisch gut versorgt sein. Mansur war stolz auf seine Tat und dass durfte er auch sein. Monalisa freute sich wirklich sehr.

Dann kam Wolfgang, er setzte sich nicht an die Theke. Er nahm an einem der Tische direkt vor der Leinwand Platz. Ihre Freundinnen Silvia und Katja erschienen ebenfalls, begrüßten Monalisa freudig und setzten sich ebenfalls an einen Tisch. Ein Paar normale Gäste schauten auch neugierig in diesen Teil des Raumes, blieben aber am Ende bei ihren Getränken auf der anderen Seite des Lokals. Monalisa ging zur Tür und schaute die Straße herunter. Niemand zu sehen. Wo nur blieb Heiko? Er hatte doch hoch und heilig versprochen dabei zu sein und auch noch den einen oder anderen mitzubringen. Es war schon nach 18 Uhr, sie musste anfangen.

Das war natürlich etwas enttäuschend, aber

was sollte sie machen, the film must go on …

Wolfgang saß die ganze Zeit an ihrer Seite. Er spürte wie angespannt Monalisa war. Ihren Exfreund nahm er zur Kenntnis, aber, dass sogar der Professor gekommen war, das ließ ihn aufhorchen. Zeigte dies nicht, dass Monalisa auch in dessen Augen eine vielversprechende Designerin war? Dass der Exfreund dies eingefädelt hatte rang ihm Respekt ab. So übel konnte der also nicht sein. Aber mit ihm reden, oder sogar ein Bier mit ihm trinken wollte er nicht. Monalisa blieb während des ganzen Filmes an seiner Seite sitzen. 114 Minuten. Er schaute sich die Leute an, die gekommen waren. Das war ja mal wieder typisch, es war im Grunde keiner da. Gut die beiden Frauen, sie schienen aus Freundschaft da zu sein, aber wo blieben zum Beispiel Michael und Roland? Mit den Typen war doch wirklich nichts los. Und Heiko? Nun, er wunderte sich nicht. Der Typ hatte ein wirklich merkwürdiges Verständnis von Liebe. Jetzt hätte er zeigen können, wozu er wirklich gut war. Er kannte in diesem Ort doch wirklich Hinz und Kunz. Er hätte die Bude voll machen können. Stattdessen kam er noch nicht einmal selbst. Wirklich enttäuschend. Ihm tat Monalisa leid, denn er wußte, sie wünschte sich von ihren Freunden Anerkennung. Anerkennung für ihre Arbeit, ihre Forschung, ihr Bombini.

Der Film war nicht schlecht, aber die Qualität in Ton und Bild machten sich negativ bemerkbar. Außerdem hatte er den Eindruck, dass die Zuschauer mehr schlecht als recht verstanden, worum es bei den dargebrachten Thesen eigentlich ging. Dennoch, zum Ende gab es durchaus ernst gemeinten Applaus. Ungefähr zur Hälfte des Filmes kamen Michael und Roland zur Tür herein. Sie setzten sich albern herumfeixend an einen der freien Tische. Ihr Applaus war am Ende der lauteste. Sie gratulierten Monalisa zu dem Film und luden sie ein, sich dazu zu setzen. Doch Monalisa ging erst einmal zu ihrem Professor. Wie hatte es ihm gefallen? Monalisa gab sehr viel auf sein Urteil.

Der Professor sagte, es hätte ihm ganz gut gefallen, vor allen Dingen ihre Theorie zu den Schwarzen Löchern sei interessant, doch natürlich könne er überhaupt nicht beurteilen, ob sie damit den Stein der Weisen geknackt hätte. Monalisa freute sich über diese Beurteilung und stieß mit ihm und ihrem Exfreund auf ein Bier an. Das so wenige gekommen waren, das war traurig, aber die Anwesenheit des Professors machte alles wett. Nachdem sich Mansur und Professor Dohr kurz verabschiedet hatten, setzte sie sich zu Michael und Roland. Die Beiden waren demonstrativ guter Laune und versuchten zu überspielen, dass sie zu spät gekommen waren. Monalisa war es mittlerweile egal. Hauptsache die Angelegenheit war überstanden.

Ihr Sohn sagte, ihm hätte es gut gefallen,

das mit dem Ton sei zwar doof gewesen, aber was soll’s,

alles in allem sei es doch gut gelaufen.

Monalisa wurde plötzlich müde. Die beiden Brüder wollten jetzt zwar unbedingt mit ihr feiern, aber ihr war nicht mehr danach zu Mute. Sie wollte zu Wolfgang, der war nämlich kurz nach dem Film schon wieder gegangen. Michael war zwar sehr enttäuscht und auch Roland wollte nicht verstehen, wieso sie jetzt, wo es doch gerade so gemütlich war, gehen wollte. Aber sie ließ sich nicht aufhalten. Wolfgang würde sicherlich auf sie warten.

Also machte sie sich, nicht ohne ein paar ermunternde Worte vom Wirt

der „Wunderbar“ bekommen zu haben, sie könne so etwas jederzeit

wieder bei ihm veranstalten, auf den Weg zu ihm.

Von TRÄUMEN und WUNDERN

Veröffentlicht am 03.04.2015
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Der Großvater

Es war ein paar Tage nach ihrer Premiere in der „Wunderbar“.

Sie saß an ihrem Esszimmertisch und las die Zeitung bei einem Becher Kaffee. Sie fühlte sich eigentlich ganz gut und so war sie sehr entspannt, als sie plötzlich ein Geräusch an der Wohnungstür hörte. Jemand hatte die Tür aufgemacht. Sie stand auf, doch schon ging die Küchentür auf und herein kam ihr Großvater. Das war wirklich sehr überraschend, denn dieser war schon seit 20 Jahren tot. Sie wußte zunächst gar nicht was sie sagen sollte, denn irgendwie kam ihr das Ganze auch wieder sehr natürlich vor. Monalisa schien sogar gar nicht überrascht zu sein. Sie begrüßte ihn freudig und bot ihm einen Korbstuhl am Tisch als Sitz an, dann setzte sie sich wieder auf ihren Platz auf der Bank.

Ihr Großvater sah ganz gesund aus. Eigentlich genauso wie sie ihn in Erinnerung hatte. Groß und stattlich mit einem dicken festen Bauch. Er trug wie immer einen grauen Anzug, das spärliche Haar grauweiß und er schaute sie aus hellblauen Augen ernst an. Er war offensichtlich nicht auf einen Plausch gekommen sondern er hatte etwas Ernstes mit ihr zu besprechen:

Wir müssen Dich umbringen, mein Kind. Ich habe alles

genau überlegt, es geht kein Weg daran vorbei. Wir

müssen beweisen, dass Du unsterblich bist“

Auch diese Ungeheuerlichkeit schien Monalisa nicht wirklich zu überraschen.“Gut“, sagte sie,“dann will ich mich aber anschließend an mein altes Leben genau erinnern können, nur den Tod selber, den will ich nicht mitbekommen, dann bin ich damit einverstanden.“So soll es sein.“, war seine Antwort, dann stand er auch schon wieder auf und ging zurück zur Tür. Monalisa stand ebenfalls auf und verabschiedete ihn, ohne die Situation allzu sonderbar zu finden.

Das nächste, an dass sie sich dann erinnerte war, dass sie in ihrem Bett aufwachte und dachte: Das darfst Du nicht vergessen, Du musst Dir diese Begegnung unbedingt merken. Doch das war gar nicht so einfach. Das Erlebnis, welches jetzt noch ganz frisch in ihrer Erinnerung war, drohte mit jeder Stunde ins Unendliche zu verschwinden. Drei Tage lang konnte sie es sich merken, dann war dieser Besuch vollkommen vergessen. Sie wußte nur noch, dass irgendetwas ganz Besonderes passiert war, aber, was es war, dass wußte sie nicht mehr zu sagen, und so kümmerte sie sich weiter um ihre Bombinifilme. Jetzt wollte sie dabei ein bisschen mehr in die Tiefe gehen.

Sie nannte ihren nächsten Film „Die 3. Physikstunde“,

die Dritte deshalb, weil ihre ersten Zwei, der Vortrag und der

Auferstehungsfim nicht wirklich gefruchtet hatten.

27.05.2016

Veröffentlicht am 22.07.2014
Dies ist mal wieder eine wichtige Unterrichtsstunde aus der Reihe „Monalisas Seifenblasenphysik“, die Sie nicht versäumen sollten, wenn Sie wissen wollen wie Käpten Kirk und seine Crew das mit dem Beamen hinbekommen haben. Außerdem verstehen Sie danach, wie man es schafft eine Scheibe (UFO) zum Fliegen zu bringen und warum das Verständnis und die Beherrschung der Interfernz dafür so wichtig ist. Wenn Sie nach diesem Video mehr darüber erfahren wollen, dann kommen Sie zu mir ins MONALISALAND. Sie finden es unter – www.monalisa.land –
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Sie war gerade mit einem Arbeitsschritt fertig geworden und ging in Richtung Küche, da hörte sie wieder jemanden zur Tür hereinkommen, oder besser hereinstürmen, so als ob derjenige Anlauf genommen hätte. Es war Christian, ihre erste große Liebe. Die große Liebe ihres Lebens. Sie waren zwar nur ein gutes halbes Jahr ein Paar gewesen, aber in ihrem Leben sollte dieser Mann, obwohl er schon seit vielen Jahren in Neuseeland mit Frau und Kindern lebte, eine wirklich tragende Rolle spielen. Sie hatte ihn die ganze Zeit, gerade in den letzten Jahren sehr vermisst. Ihm traute sie ein echtes Verständnis für ihr großes Projekt zu. Er war selbst ein Künstler und sie war sich sicher, Christian würde sie ganz bestimmt verstehen.

Doch auch er schien es sehr eilig zu haben. Er stellte sich direkt vor sie hin, schaute schaute sie an und fragte: „Liebst Du mich immer noch?“ Da war selbst Monalisa etwas erstaunt und so antwortete sie direkt und spontan mit einem knappen „Ja.“Dann mache ich das jetzt weg“, war seine Antwort und er hielt ihr ein kleines Gerät vor die Nase. Aus diesem Gerät kam ein Lichtstrahl, sonst passierte gar nichts. Sie fragte ihn, warum er das machen würde und er antwortete: „Das will“, er stockte kurz, „das will Dein Großvater.“ Er wirkte nervös als er dies sagte. Das wunderte sie natürlich gar nicht, denn,- jetzt erinnerte sie sich auch wieder an das Treffen mit ihrem Großvater-, mit einem Toten hatte ein Mensch normalerweise selten so direkten Kontakt. Sie fragte ihn, ob er bald wieder gehen müsse. Er bejahte dies und so bat sie ihn kurz auf ihrem Sessel Platz zu nehmen, sie wolle sich bei ihm anlehnen und schnell einschlafen, damit sie die Trennung nicht erleben müsse. Ihre verschiedenen Trennungen hatten im Streit oder zumindest unter großer Anspannung stattgefunden, so etwas wollte Monalisa diesmal nicht erleben. Sie legte ihren Kopf auf seinen Schoß, er legte den Arm vorsichtig um sie und sie schloss die Augen und war schon kurz danach fest eingeschlafen.

Als sie erwachte war ihre große Liebe verschwunden. Nicht nur der Mann, auch ihre Gefühle für ihn. Sie fühlte eigentlich gar nichts. Und wieder merkte sie, die Erinnerung an diese Begegnung würde genauso verschwinden, wie es das Erlebnis mit ihrem Großvater getan hatte. Sie bemühte sich redlich, aber nach ein paar Tagen war alles wieder aus ihren Gedanken verschwunden. Allerdings wußte sie noch davon, als sie am nächsten Tag Wolfgang besuchte. Sie beobachtete ihn aufmerksam und fragte sich, ob sich vielleicht auch ihre Gefühle für ihn verändert haben könnten. Doch sie spürte nichts Besonderes. Alles war wie vorher. War sie immer noch verliebt? Sie wußte es nicht eindeutig zu sagen, nur dass sie seine Gegenwart sehr genoß. Er tat ihr auf jeden Fall gut. Und das war für sie das Entscheidende. Außerdem war es einfach schön mit ihm zu reden. Er hörte sehr gut zu, er schien sich wirklich für sie zu interessieren. Das er ihr Experiment auseinander gepflückt hatte, dass war für sie ebenfalls sehr gut gewesen, das erkannte sie jetzt, denn nun hatte sie, durch das von ihm finanzierte Laptop, völlig andere Möglichkeiten. Das mit den Ratenzahlungen hatten sie dabei stillschweigend aufgegeben. Monalisa hatte einfach nicht das Geld für die Rückzahlung. Sie war prinzipiell ab dem 20. eines Monates pleite und Wolfgang wollte diese Situation für sie nicht verschärfen. Sie einigten sich darauf, dass es sein Laptop bleiben würde, sie ihn aber benutzen konnte. Damit konnte sie gut leben. Wolfgang war wirklich sehr großzügig, obwohl er in anderen Fällen eigentlich ganz und gar nicht großzügig war. Mit seinem Freund Herbi zum Beispiel hatte er immer alles auf Heller und Pfennig abgerechnet. Da gab es prinzipiell nur Leistung gegen Leistung, aus wohl weißlicher Erfahrung, wie Wolfgang sagte.

Doch bei Monalisa machte er eine Ausnahme.

Warum? War das Liebe?

Maria Magdalena

Das war jetzt ihr neues Thema. Sie hatte nun schon verschiedene Filme über ihr Bombini gemacht, jetzt wandte sie sich dem anderen ihr sehr wichtigen Thema zu. Das Christentum. Seine Geschichte, seine Anfänge, Ursprünge und Mythen. Sie hatte diesbezüglich ein ihr sehr wichtiges Buch gelesen. Es hieß: „Das Haupt Gottes“ von Keith Laidler. Ein Buch über den Stamm Davids, die Templer und die wahre Natur des heiligen Grals. Darin wurde auch über Maria Magdalena erzählt, und diese Frau interessierte Monalisa sehr. Sie hatte sich beim Lesen des Buches ein völlig neues Bild von ihr gemacht und nun wollte sie von ihrer Maria Magdalena erzählen. Sie wollte das Bild über diese Frau gerade rücken.

Dazu ging sie mit ihrer Kamera in den Garten. Sie stellte ihre Stafelei auf die Wiese und spannte den großen, weißen Sonnenschirm auf. Sie wollte ein Bild malen, ein großes Bild. Sie hatte sich im Künstlerbedarfsladen die Latten und die Leinwand für ein 1,5m x 1m großes Bild gekauft. Außerdem hatte sie in ein paar Pigmente investiert. Damit war ihr Budget für diesen Monat natürlich mal wieder absolut ausgereizt. Sie wollte eine ganz bestimmte Situation des berühmt gewordenen Gründonnerstages malen. Sie nahm ein Stück Zeichenkohle und begann mit lockerem Strich. Es entstanden Jesus mit Esel und ein paar seiner Getreuen, wie sie vor dem Tempel standen. Vor dieser Gruppe standen mehrere Rabbiner und hinter ihnen breitete sich eine große Menschenmenge aus. Viele Palmwedel wurden geschwenkt.

Es war die Situation ganz kurz vor dem großen Scheitern.

Veröffentlicht am 14.07.2014 –Wenn Sie mehr über
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Willkommen sich dort auch über einige andere sehr wichtigen Fragen aufklären zu lassen.
Insbesondere die große Frage, was WIR ALLE dazu beitragen können, damit
aus Mutter Erde endlich das von der Menschheit so
gewünschte Paradies auf Erden wird.

Sie mischte die Farben an und begann mit dem Pinsel zu arbeiten. Irgendwann drückte sie auf den Aufnahmeknopf der Kamera, nahm wieder den Pinsel in die Hand und filmte sich während sie malte. Und dann begann sie ihre Interpretation von dieser Geschichte zu erzählen. Zwischendurch änderte sie den Blick der Kamera, erzählte und malte, bis sie durch die Nachbarskinder unterbrochen wurde. Die Kinder fragten sie was sie malen würde, kamen interessiert herbei und es dauerte nicht lange, da wollten sie auch malen. Sie besorgte kleine Leinwände und gab den Kindern Farbe und Pinsel. Es war eine schöne Situation und so hielt sie auch dieses mit ihrer Kamera fest.

Das Wetter blieb weiterhin schön und so ging sie jeden Tag hinunter in den Garten um zu malen. Die Kinder waren oft mit dabei. Und so entstand ein eigener Film. Ein Film über Adam und Eva, den Froschkönig und den großen Piraten, eben über die Motive der Kinderbilder. Doch irgendwann wurde das Wetter schlechter und sie packte ihren Malkram wieder zusammen. Das Gründonnerstagbild war prinzipiell fertig, allerdings war sie noch nicht ganz zufrieden, irgendetwas fehlte, aber sie wußte nicht was. So nahm sie das Bild erst mal mit nach oben und hing es im Esszimmer an die Wand. Sie betrachtete es lange und ausgiebig, dann entschied sie sich zu einer Radikalkur. Sie würde das ganze Bild transparent blau übermalen. Ähnlich wie sie es bei ihrer Sonnengöttin gemacht hatte. Diese hatte sie rot übermalt und damit, wie nicht nur sie fand, ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Jetzt also übermalte sie den Gründonnerstag mit blauer, transparent durchscheinendem Farbe.

Das „Yves Klein-Blau“, ihre Lieblingsfarbe.

Um nicht gleich alles zu verderben, musste die Farbe in dünnen Schichten aufgetragen werden. So konnte man den Vorgang recht gut kontrollieren und rechtzeitig aufhören, bevor das Bild womöglich zu sehr darunter verschwand. Sie prüfte die Wirkung, das Bild schimmerte immer noch gut durch, das Ergebnis gefiel ihr und darum nahm sie das noch feuchte Bild und hing es an die Wand. Dabei beschmierte sie die weiße Zimmerwand. Sie ärgerte sich: Das war mal wieder typisch, sie konnte einfach nie warten, immer musste alles sofort umgesetzt werden. Das hatte sie jetzt davon. Aber ärgern half nichts und so ignorierte sie den entstandenen blauen Fleck. Irgendwann würde sie streichen, jetzt aber hatte sie für so etwas keinen Sinn. Es gab Wichtigeres. Ihre Filme mussten geschnitten werden, neue Aufnahmen warteten darauf gemacht zu werden.

Sie hatte ja so vieles Interessantes zu erzählen!

Über Maria Magdalena zum Beispiel.

Sie hatte sich eine eigene Geschichte zu dieser Frau ausgedacht. Maria Magdalena, die Piratenkönigin. Sie drehte dazu im Garten auf der Bank, vor ihrem Gartenhäuschen, oben in ihrem Wohnzimmer und letztendlich auch in ihrem Badezimmer. In der Wanne sitzend mit Schaum auf dem Kopf erzählte sie von Riesen, die einst die Erde besucht hatten und die jetzt womöglich wiederkehrten. Sie kam wirklich von Hölzchen auf Stöckchen, das Thema entwickelte sich meist spontan und sie hielt alles mit ihrer Kamera fest. Später setzte sie sich dann in Ruhe an ihren Laptop und bearbeitete die Aufnahmen, unterlegte einiges mit Musik, die sie aus dem riesigen Fundus auswählte, den ihr Wolfgang auf den Rechner gespielt hatte. Es war seine Musik, aber gerade das fand sie sehr gut. Irgendwie hatte sie den Eindruck, egal was sie auswählte, alles passte ganz wunderbar zusammen.

Sie stand auch wieder vor der Tafel, zeichnete Stammbäume und Schaubilder um ihre Gedanken zu den verschiedenen Themen zu vermitteln. Insbesondere die Pharaonen hatten es ihr dabei angetan. Hier lag für sie die Wiege des Christentums. Aber auch Abraham, Noha und all die anderen biblischen Gestalten waren ihr wichtig. Sie war gerade in dieser Zeit wirklich sehr beschäftigt.

Mit Wolfgang hatte sie sich ein bisschen zerstritten. Sie war verärgert über ihn und nannte ihn nun auch in ihren Filmen offen Satan. Er konnte wirklich, bei aller Liebe, auch sehr unangenehm werden. Diesmal hatte er sie des Antisemitismus bezichtigt. Ein Vorwurf, der sie sehr traf, denn ein bisschen war da auch was dran. Sie stand dem Judentum, und dem was sie darüber wußte, eigentlich sehr offen gegenüber, aber die israelische Machtelite, die konnte sie einfach nicht leiden. Ihr taten die Palästinenser nur noch leid, denn, sie hatte die Israelis in Verdacht, dass sie ihr eigenes Gettotrauma an diesen Leuten ausließen. Auch war ihr der große Einfluss der Juden in den Medien überhaupt nicht recht.

Ja, sie hatte Probleme mit diesen speziellen Juden,

aber sie war deshalb noch lange kein Antisemit.

Veröffentlicht am 16.07.2014
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Unter der Rubrik „Gottes Beweis“ werden Sie noch weitere Teile
dieses speziellen Video-Experimentes finden.

Die Seifenblasenphysik

Nach ihrem Exkurs in die Geschichte wandte sie sich wieder

ihrer eigentlichen Aufgabe zu. Ihre Bombini-Idee musste

schließlich endlich an die Öffentlichkeit. 

Was sind das für SEIFENBLASEN?

Veröffentlicht am 13.07.2014

Wenn Sie mehr über meine Arbeit und mein Bombini kennen lernen wollen,

dann besuchen Sie mich im MONALISALAND. Sie finden es unter: – www.monalisa.land –

Die Bildqualität hier bitte ich zu entschuldigen, irgendwann hatte ich begriffen,

dass man nicht nur wissen muss, was Licht ist, ich sah

auch ein, dass ich welches brauche.

Doch es war einfach wie verhext, niemand interessierte sich dafür, was sie auch machte, die Menschen um sie herum schüttelten nur noch mit dem Kopf. Warum wollte sie nicht einsehen, dass sie auf einem Holzweg war? Wolfgang tat wirklich sein Bestes sie auf andere Gedanken zu bringen. Er kochte für sie sein Lieblingsgericht, Nudeln in Sahnesoße, ein Fertiggericht von Aldi, schnell und einfach zubereitet. Dazu gab es einen löslichen Kaffee mit Milch und Zucker. Monalisa schmeckte es ausgezeichnet, dabei trank sie ihren Kaffee eigentlich schwarz und Fertiggerichte hatte sie noch nie gekauft, sie hatte immer alles frisch zubereitet. Aber die Liebe machte aus den Nudeln eine wahre Spezialität. Zum Nachtisch gab es eine Wasserpfeife und intensive Gespräche. Nur über ihr Bombini wollte er nicht mehr mit ihr reden. Mach etwas anderes, forderte er sie auf. Dein Bombini stellt Dich nur ins Abseits. Du siehst doch, es interessiert sich niemand dafür. Du hast andere Talente, verschwende Deine Zeit nicht damit.

Doch Monalisa sah das natürlich vollkommen anders. Das Bombini war das Größte was sie je hervorgebracht hatte und es hatte das Zeug dazu, die Welt zu verändern. Ihr Bombini, und vor allen Dingen, die Dinge, die findige Ingeneure und Wissenschaftler daraus machen konnten, das war in ihren Augen jede Mühe wert. Sie war sich sicher: Ihr Bombini würde eine wissenschaftliche Sensation sein, es würde die Wissenschaft enorm bereichern, mit ihm könnte die Welt in ein neues Zeitalter eintreten. Das Bombini-Zeitalter. Eine Zeit, wo Menschen in Lichtgeschwindigkeit und womöglich sogar noch schneller durch das Universum reisen konnten, eine Zeit, in der Telefonate ans andere Ende der Welt möglich würden, eine Zeit, in der ein jeder Haushalt sein eigenes Bombini haben würde, um damit Strom zu produzieren. Die Menschheit würde endgültig Unabhängig von den riesigen und mächtigen Energiekonzernen, Öl und Kohle würden unter der Erde bleiben und die Umwelt würde endlich wieder sauberer.

Ihr Bombini war die Lösung für so viele Probleme, sie

konnte es nicht einfach in die Schublade legen

und sagen: „Nach mir die Sinnflut!“

Sie stand also wieder an der Tafel und zeichnete. Sie wollte die Grundidee ihrer Überlegungen vermitteln. Diesmal sollte der Film kürzer sein, 20 Minuten waren mehr als genug, länger hörte ihr wahrscheinlich sowieso niemand zu. Es entstanden zwei Filme,

„Die Seifenblasenphysik & Energie für einen Apfel und ein Ei!“

Sie zeichnete, erklärte und filmte mit großem Enthusiasmus, sie war sehr auf ihre Aufgabe konzentriert, als plötzlich jemand zu ihr ins Zimmer gestürmt kam. Sie kannte denjenigen nicht, obwohl sie direkt an ihren alten Sandkastenfreund Markus denken musste. Auch dieser Eindringling hatte es offensichtlich total eilig. Er kam zu ihr an die Tafel und fragte sie fast etwas gehetzt: „Ja, aber was willst Du denn?“ und sie antwortete absolut spontan:“ Ich will mindestens 26 Nobelpreise!“

Ihr Gegenüber schaute sie schockiert an, drehte sich um und lief wieder in Richtung Küche davon. Was hatte sie da gesagt? 26 Nobelpreise? Na, dann war es wirklich kein Wunder, dass man sich von ihr abwendete. Warum hatte sie das nur gesagt? 26!! Kleiner ging es wohl wirklich nicht. Aber, so dachte sie selbstbewußt, einer, der wäre schon angemessen. Würde auch dieses Erlebnis wieder in der Unendlichkeit verschwinden, so wie es die anderen Begegnungen auch immer wieder taten? Auch jetzt konnte sie sich wieder an alles Erinnern, aber sie spürte zugleich, die Erlebnisse, so klar sie jetzt auch vor ihr Lagen, sie würden sich wieder verflüchtigen.

Sie fragte sich, was ihr Großvater damit zu tun hatte.

Schickte er ihr diese Männer? Was war ihr Ziel, ihr Auftrag?

Saß ihr Großvater womöglich weit oben in einem

Raumschiff und versuchte ihr zu helfen?

Warum vergaß sie die

Begegnungen nur immer wieder?

So konnte sie ja nie schlauer daraus werden.

„Lawrow kann sich das Lachen nicht verkneifen –

Deutschland erwägt Russland-Sanktionen wegen Syrien“

Lawrow kann sich das Lachen nicht verkneifen - Deutschland erwägt Russland-Sanktionen wegen Syrien

FORTSETZUNG folgt unter:

Bild für Tasse

SATAN & MONALISA

–  TEIL 2